Nach Lukas 2:1-52

2  Zu dieser Zeit ordnete Cäsar Augụstus an, alle Bewohner des Reiches zu registrieren.  (Diese erste Registrierung+ wurde durchgeführt, als Quirịnius Statthalter von Syrien war.)  Alle machten sich auf, um sich registrieren zu lassen, jeder in seine eigene Stadt.  Natürlich ging auch Joseph+ von der galilạ̈ischen Stadt Nạzareth aus hinauf nach Judạ̈a in die Heimatstadt Davids, Bẹthlehem+ genannt, denn er stammte aus dem Haus und der Familie Davids.  Er machte sich zusammen mit Maria auf den Weg, um sich registrieren zu lassen. Man hatte sie ihm inzwischen wie versprochen zur Frau gegeben+ und sie war hochschwanger.+  Während sie sich dort aufhielten, kam für Maria die Zeit der Entbindung.  Sie brachte ihren Sohn, den Erstgeborenen, zur Welt+ und umwickelte ihn mit Stoffbändern. Dann legte sie ihn in eine Futterkrippe,+ weil sie in der Unterkunft keinen Platz fanden.  In derselben Gegend waren auch Hirten, die draußen im Freien lebten und in der Nacht ihre Herden bewachten.  Plötzlich stand Jehovas Engel vor ihnen und Jehovas Herrlichkeit umstrahlte sie. Das machte ihnen große Angst. 10  Doch der Engel sagte zu ihnen: „Habt keine Angst! Denn seht, ich verkünde euch eine gute Botschaft, die dem ganzen Volk große Freude bringen wird. 11  Heute ist nämlich in Davids Heimatstadt+ für euch ein Retter geboren worden,+ der Christus, der Herr, ist.+ 12  Das wird das Zeichen für euch sein: Ihr werdet ein neugeborenes Kind finden, das mit Stoffbändern umwickelt in einer Futterkrippe liegt.“ 13  Plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer*,+ das Gott pries und sagte: 14  „Herrlichkeit Gott oben in den Höhen und Frieden+ auf der Erde unter Menschen, die seine Anerkennung haben.“ 15  Als die Engel in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: „Lasst uns unbedingt nach Bẹthlehem gehen und sehen, was da geschehen ist, was Jehova uns mitgeteilt hat.“ 16  Sie brachen sofort auf und fanden Maria, Joseph und das Neugeborene, das in der Futterkrippe lag. 17  Als sie das sahen, berichteten sie, was ihnen über das Kind gesagt worden war. 18  Alle, die das hörten, staunten über den Bericht der Hirten, 19  doch Maria bewahrte alle diese Worte in ihrem Innern und zog Schlussfolgerungen in ihrem Herzen.+ 20  Die Hirten gingen dann wieder zurück. Sie verherrlichten und priesen Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten. Alles war so, wie es ihnen mitgeteilt worden war. 21  Nach acht Tagen, als es Zeit war, das Kind zu beschneiden,+ gab man ihm den Namen Jesus – den Namen, den der Engel schon vor der Empfängnis genannt hatte.+ 22  Dann kam die Zeit des Reinigungsopfers, das im Gesetz von Moses vorgeschrieben war,+ und Maria und Joseph brachten Jesus nach Jerusalem, um ihn Jehova zu präsentieren, 23  so wie es im Gesetz Jehovas steht: „Jede männliche Erstgeburt* soll als etwas Heiliges für Jehova bezeichnet werden.“+ 24  Und sie brachten ein Opfer dar, wie es das Gesetz Jehovas vorschrieb: „ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben“.+ 25  Damals gab es in Jerusalem einen gerechten und tiefgläubigen Mann namens Sịmeon. Er wartete auf den Trost für Israel+ und heiliger Geist war auf ihm. 26  Außerdem hatte Gott ihm durch den heiligen Geist mitgeteilt, dass er nicht sterben würde, ohne den Christus Jehovas+ gesehen zu haben. 27  Unter dem Einfluss des Geistes kam er nun zum Tempel, und sobald die Eltern den kleinen Jesus hineinbrachten, um an ihm den üblichen Gesetzesbrauch zu erfüllen,+ 28  nahm er das Kind in die Arme, pries Gott und sagte: 29  „Jetzt, Souveräner Herr, entlässt du deinen Sklaven in Frieden,+ wie du es versprochen hast. 30  Denn meine Augen haben das Mittel zur Rettung gesehen*,+ 31  für das du gesorgt hast, damit es für alle Völker sichtbar ist:+ 32  ein Licht,+ um den Schleier von den Völkern wegzunehmen,+ und eine Herrlichkeit für dein Volk Israel.“ 33  Der Vater und die Mutter staunten, was alles über das Kind gesagt wurde. 34  Sịmeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter: „Dieses Kind ist dazu bestimmt, in Israel viele fallen+ und wieder aufstehen zu lassen,+ und es soll ein Zeichen sein, gegen das man reden wird+ 35  – ja, dich wird ein langes Schwert durchbohren –,+ damit die Überlegungen vieler Herzen enthüllt werden.“ 36  Dann war da noch Anna, die Tochter von Phạnuël, aus dem Stamm Ạscher, eine Prophetin in vorgerücktem Alter. Nach ihrer Heirat* hatte sie sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt. 37  Sie war eine Witwe und war inzwischen 84 Jahre alt. Nie fehlte sie im Tempel, sondern sie verrichtete Tag und Nacht unter Fasten und Flehen heiligen Dienst. 38  Genau in dieser Stunde trat sie näher und fing an, Gott zu danken und mit allen, die auf die Befreiung Jerusalems warteten,+ über das Kind zu reden. 39  Als sie dann alles nach dem Gesetz Jehovas ausgeführt hatten,+ kehrten sie nach Galilạ̈a in ihre Stadt Nạzareth+ zurück. 40  Das Kind wurde größer und stärker, nahm an Weisheit zu und hatte weiterhin Gottes Anerkennung.+ 41  Seine Eltern hatten die Gewohnheit, jedes Jahr das Passahfest in Jerusalem zu besuchen.+ 42  Als Jesus zwölf Jahre alt war, zogen sie also hinauf, wie es bei dem Fest Brauch war.+ 43  Nach den Festtagen machten sie sich auf den Heimweg, aber der junge Jesus blieb in Jerusalem zurück, ohne dass seine Eltern es bemerkten. 44  In der Annahme, er sei bei den anderen Reisenden, gingen sie eine Tagereise weit und fingen dann an, unter den Verwandten und Bekannten nach ihm zu suchen. 45  Da sie ihn aber nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten überall nach ihm. 46  Nach drei Tagen fanden sie ihn dann endlich im Tempel, wie er mitten unter den Lehrern saß, ihnen zuhörte und Fragen stellte. 47  Alle, die ihm zuhörten, staunten die ganze Zeit über sein Verständnis und seine Antworten.+ 48  Als seine Eltern ihn sahen, waren sie fassungslos, und seine Mutter sagte: „Kind, wie konntest du uns das nur antun? Sieh mal, dein Vater und ich haben dich ganz verzweifelt gesucht.“ 49  Doch er fragte sie: „Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich im Haus meines Vaters+ sein muss?“ 50  Doch sie begriffen nicht, was er damit meinte. 51  Er kehrte nun mit ihnen nach Nạzareth zurück und ordnete sich ihnen weiter unter.+ Seine Mutter bewahrte alle diese Worte in ihrem Herzen.+ 52  Jesus nahm an Weisheit und Körpergröße zu und fand immer mehr Anerkennung bei Gott und den Menschen.

Fußnoten

Oder „Heerschar“.
Wtl. „Alles Männliche, das den Mutterleib öffnet“.
Oder „haben gesehen, wie du Rettung bringen wirst“, „haben die Rettung gesehen, für die du sorgen wirst“.
Wtl. „Jungfräulichkeit“.

Studienanmerkungen

Cäsar: Oder „Kaiser“. Das griechische Wort Káisar entspricht dem lateinischen Caesar. (Siehe Worterklärungen.) Augustus (lateinisch „der Erhabene“) war ein Titel der römischen Kaiser. Der Erste, der diesen Titel trug, war Gajus Octavius, der erste römische Kaiser. Er bekam ihn im Jahr 27 v. u. Z. vom römischen Senat verliehen. Daher nannte man ihn auch Cäsar Augustus. Seine Anordnung führte dazu, dass Jesus in Bethlehem geboren wurde und sich biblische Prophezeiungen erfüllten (Da 11:20; Mi 5:2).

alle Bewohner des Reiches: Wtl. „die ganze bewohnte Erde“. Das griechische Wort für „bewohnte Erde“ (oikouménē) bezieht sich im erweiterten Sinn auf die Erde als Wohnort der Menschen (Luk 4:5; Apg 17:31; Rö 10:18; Off 12:9; 16:14). Im 1. Jh. verstand man darunter auch das riesige Römische Reich, in dem die Juden verstreut lebten (Apg 24:5).

registrieren: Augustus ordnete die Volkszählung vermutlich an, um leichter Steuern erheben zu können und die Zahl der wehrfähigen Männer zu erfassen. Dadurch erfüllte sich offenbar eine Prophezeiung von Daniel: Ein Herrscher würde „einen Eintreiber durch das prächtige Königreich ziehen“ lassen. Außerdem würde während der Regierungszeit von seinem Nachfolger – einem „verachteten Menschen“ – etwas Bedeutsames geschehen: „Der Führer des Bundes“, der Messias, würde „vernichtet“, also zu Tode gebracht werden (Da 11:20-22). Jesus wurde hingerichtet, als Tiberius, der Nachfolger von Augustus, an der Macht war.

Quirinius Statthalter von Syrien: Publius Sulpicius Quirinius, ein bedeutender römischer Senator, wird in der Bibel nur ein Mal erwähnt. In Gelehrtenkreisen war man früher der Ansicht, Quirinius sei nur eine Amtszeit lang Statthalter in der römischen Provinz Syrien gewesen, und zwar um das Jahr 6 oder 7 u. Z., als es infolge einer Volkszählung zu einem Aufstand kam. Somit wäre Quirinius erst nach Jesu Geburt Statthalter gewesen. Mit diesem Argument zweifelte man die Glaubwürdigkeit dieser Textpassage und damit des gesamten Lukasevangeliums an. 1764 wurde jedoch eine Inschrift gefunden, die stark vermuten lässt, dass Quirinius zwei Mal Statthalter (oder Legat) in Syrien war. Diese und andere Inschriften haben einige Historiker zu dem Schluss veranlasst, dass Quirinius auch schon vor unserer Zeitrechnung für eine Amtszeit als Statthalter in Syrien eingesetzt war, und zwar irgendwann zwischen 4 und 1 v. u. Z. In diese Zeit fiel offensichtlich die erste Registrierung, von der Lukas spricht. Außerdem lässt die Argumentation von Kritikern drei wesentliche Tatsachen unberücksichtigt. 1. Lukas lässt durchblicken, dass es mehr als eine Volkszählung gab, denn er spricht von der „ersten Registrierung“. Er wusste offensichtlich auch von der späteren Registrierung, die um 6 u. Z. stattfand; er nimmt darauf in der Apostelgeschichte (5:37) Bezug. Auch Josephus erwähnt diese zweite Registrierung. 2. Die biblische Chronologie schließt die Möglichkeit aus, dass Jesus während der zweiten Amtszeit von Quirinius geboren wurde. Sie stützt jedoch die Annahme, dass seine Geburt in die erste Amtszeit von Quirinius fiel. 3. Lukas ist als äußerst sorgfältiger Historiker bekannt; vieles von dem, worüber er berichtet, fand zu seinen Lebzeiten statt (Luk 1:3). Darüber hinaus wurde er beim Verfassen seines Berichts vom heiligen Geist geleitet (2Ti 3:16).

ging ... hinauf nach Judäa in die Heimatstadt Davids, Bethlehem genannt: Es gab auch einen Ort namens Bethlehem nur 11 km von Nazareth entfernt, doch es war ausdrücklich vorausgesagt worden, dass der Messias aus „Bethlehem-Ephratha“ kommen würde (Mi 5:2). Dieses Bethlehem, die „Heimatstadt Davids“, lag in Judäa im S von Israel etwa 110 km Luftlinie von Nazareth entfernt (1Sa 16:1, 11, 13). Ausgehend von den heutigen Straßenverbindungen könnte die Strecke über Samaria bis zu 150 km lang gewesen sein. Die mehrtägige Reise führte durch eine hügelige Landschaft und war wahrscheinlich sehr anstrengend.

Erstgeborenen: Ein Hinweis darauf, dass Maria später noch mehr Kinder bekam (Mat 13:55, 56; Mar 6:3).

Futterkrippe: Das mit „Futterkrippe“ wiedergegebene griechische Wort phátnē bedeutet eigentlich „Futterplatz“. Es kann eine Art Futtertrog bezeichnen oder auch einen Viehstall. (Vgl. Luk 13:15, wo phátnē mit „Stall“ übersetzt wurde.) In diesem Kontext ist offensichtlich eine Krippe oder ein Trog gemeint, wobei die Bibel offenlässt, ob er sich drinnen oder draußen befand oder ob er an einen Stall angegliedert war.

Unterkunft: Das griechische Wort kann auch mit „Gastzimmer“ übersetzt werden. (Vgl. Mar 14:14; Luk 22:11.)

Hirten: Für die Tieropfer im Jerusalemer Tempel wurden regelmäßig viele Schafe benötigt. Es ist gut möglich, dass man dafür auch Schafe verwendete, die in der Gegend von Bethlehem gezüchtet wurden.

draußen im Freien lebten: Der griechische Begriff ist von einem Verb abgeleitet, das sich aus agrós („Feld“) und aulḗ („Platz im Freien“) zusammensetzt und „auf freiem Feld wohnen“ oder „unter freiem Himmel leben“ bedeutet. Es schließt den Gedanken ein, die Nacht im Freien zu verbringen. Tagsüber konnten Schafe wahrscheinlich das ganze Jahr lang draußen auf der Weide sein. Doch in diesem Fall waren die Herden auch nachts draußen und die Hirten verbrachten die Nacht bei ihnen auf dem Feld. Das ist ein Hinweis darauf, zu welcher Zeit des Jahres Jesus geboren wurde. In Israel beginnt die Regenzeit etwa Mitte Oktober und dauert mehrere Monate. Im Dezember gibt es in Bethlehem wie auch in Jerusalem öfter Nachtfrost. Dass die Hirten draußen auf dem Feld übernachteten, deutet darauf hin, dass die Regenzeit noch nicht begonnen hatte. (Siehe Anh. B15.)

Jehovas Engel: Dieser Ausdruck erscheint häufig in den Hebräischen Schriften, das erste Mal in 1Mo 16:7. Er setzt sich aus dem hebräischen Wort für „Engel“ und dem Tetragramm zusammen. In einer frühen Abschrift der Septuaginta folgt in Sach 3:5, 6 auf das griechische Wort ággelos (sprich: ángelos; „Engel“, „Bote“) der Gottesname in hebräischen Buchstaben. Bei dieser Abschrift handelt es sich um ein Fragment, das in einer Höhle im Nachal Chever in der Judäischen Wüste gefunden wurde. Es wird in die Zeit zwischen 50 v. u. Z. und 50 u. Z. datiert. In Anh. C1 und C3 wird näher erklärt, warum im Haupttext der Neuen-Welt-Übersetzung in Luk 1:11 „Jehovas Engel“ steht, obwohl in noch vorhandenen griechischen Manuskripten die Lesart „Engel des Herrn“ zu finden ist.

Jehovas: In der Neuen-Welt-Übersetzung ist dies der erste Vers im Bericht von Lukas, wo der Name Gottes erscheint. In noch erhaltenen griechischen Manuskripten steht hier zwar das Wort kýrios („Herr“), doch es spricht einiges dafür, dass im ursprünglichen Text an dieser Stelle der Gottesname stand und erst später durch die Bezeichnung „Herr“ ersetzt wurde. (Siehe Anh. C1 und C3, Einleitung, Luk 1:6.) Die ersten beiden Kapitel des Lukasevangeliums enthalten zahlreiche direkte und indirekte Bezugnahmen auf Formulierungen und Passagen aus den Hebräischen Schriften, in denen der Name Gottes vorkommt. In den Hebräischen Schriften stehen beispielsweise Wortverbindungen aus dem juristischen Bereich wie „Gesetze und Vorschriften“ in Kontexten, in denen der Name Jehova erscheint oder wo Jehova spricht (1Mo 26:2, 5; 4Mo 36:13; 5Mo 4:40; 27:10; Hes 36:23, 27).

Heiligtum Jehovas: Wie in der Anm. zu Luk 1:6 erwähnt wird, enthalten die ersten beiden Kapitel des Lukasevangeliums zahlreiche direkte und indirekte Bezugnahmen auf Formulierungen und Passagen aus den Hebräischen Schriften, in denen der Gottesname steht. In den Hebräischen Schriften findet man Wörter wie „Heiligtum“ oder „Tempel“ oft in Kombination mit dem Tetragramm (4Mo 19:20; 2Kö 18:16; 23:4; 24:13; 2Ch 26:16; 27:2; Jer 24:1; Hes 8:16; Hag 2:15). Wie in Anh. C1 erklärt wird, gibt es stichhaltige Gründe für die Annahme, dass der Name Gottes ursprünglich in diesem Vers zu finden war und später durch den Titel „Herr“ ersetzt wurde. Deshalb steht hier im Haupttext der Name Jehova. (Siehe Anh. C3, Einleitung, Luk 1:9.)

Jehovas Engel: Siehe Anm. zu Luk 1:11 und Anh. C3, Einleitung, Luk 2:9.

Jehovas Herrlichkeit: Die ersten beiden Kapitel des Lukasevangeliums enthalten zahlreiche direkte und indirekte Bezugnahmen auf Formulierungen und Passagen aus den Hebräischen Schriften, in denen der Name Gottes vorkommt. In den Hebräischen Schriften erscheint das hebräische Wort für „Herrlichkeit“ über 30 Mal zusammen mit dem Tetragramm. Einige Beispiele dafür stehen in 2Mo 16:7; 40:34, 3Mo 9:6, 23, 4Mo 14:10; 16:19; 20:6, 1Kö 8:11, 2Ch 5:14; 7:1, Ps 104:31; 138:5, Jes 35:2; 40:5; 60:1, Hes 1:28; 3:12; 10:4; 43:4, Hab 2:14. (Siehe Anm. zu Luk 1:6; 1:9 und Anh. C3, Einleitung, Luk 2:9.)

der Christus ... ist: Der Engel gebrauchte diesen Titel hier offensichtlich prophetisch, da Jesus erst bei seiner Taufe, als der heilige Geist auf ihn herabkam, der Messias oder Christus wurde (Mat 3:16, 17; Mar 1:9-11; Luk 3:21, 22).

Christus, der Herr: Der entsprechende griechische Ausdruck christós kýrios (wtl. „Christus Herr“) kommt in den Christlichen Griechischen Schriften nur in diesem Vers vor. Da der Engel die beiden Titel offensichtlich in prophetischem Sinn gebrauchte, könnte man die Stelle auch mit „der Christus, der Herr, sein soll“ übersetzen. (Siehe Anm. zu der Christus ... ist in diesem Vers.) Laut Apg 2:36 erklärte Petrus unter Inspiration, dass Gott Jesus „sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat“. Die Bedeutung von christós kýrios wird aber auch anders verstanden. Einige Textforscher schlagen die Wiedergabe „der gesalbte Herr“ vor. Andere plädieren dafür, dass die Kombination der beiden Titel „der Christus des Herrn“ bedeutet; diese Lesart ist in manchen lateinischen und syrischen Übersetzungen von Luk 2:11 zu finden. In die gleiche Richtung gehen auch einige Übersetzungen der Christlichen Griechischen Schriften ins Hebräische (in Anh. C unter J5-8, 10 aufgeführt). Dort steht maschíach Jehowáh („[der] Christus Jehovas“). Aus diesem und anderen Gründen sind einige der Ansicht, christós kýrios sei ähnlich zu verstehen wie der griechische Ausdruck in Luk 2:26, der mit „der Christus Jehovas“ übersetzt wurde.

an dem ich Gefallen habe: Oder „an dem ich Wohlgefallen habe“, „an dem ich große Freude habe“. Dieselbe Formulierung wird in Mat 12:18 verwendet, einem Zitat aus Jes 42:1 über den angekündigten Messias oder Christus. Jesus wurde durch die Ausgießung des heiligen Geistes sowie durch Gottes Erklärung eindeutig als der Messias kenntlich gemacht. (Siehe Anm. zu Mat 12:18.)

Ich habe Gefallen an dir: Oder „Ich habe Wohlgefallen an dir“, „Ich habe große Freude an dir“. Die gleiche Formulierung wird in Mat 12:18 verwendet, einem Zitat aus Jes 42:1 über den angekündigten Messias oder Christus. Durch die Ausgießung des heiligen Geistes sowie durch Gottes Erklärung wurde Jesus eindeutig als der Messias kenntlich gemacht. (Siehe Anm. zu Mat 3:17; 12:18.)

und Frieden auf der Erde unter Menschen, die seine Anerkennung haben: Einige Handschriften enthalten eine Lesart, die mit „und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen“ übersetzt werden könnte. Doch die Lesart, die der Neuen-Welt-Übersetzung zugrunde liegt, ist durch ältere und zuverlässigere Handschriften deutlich besser bezeugt. Mit der Äußerung der Engel ist nicht gemeint, dass alle Menschen Gottes Anerkennung haben, unabhängig von ihrer Einstellung oder ihrem Verhalten. Vielmehr sind Personen gemeint, die wirklich an Gott glauben und Jünger seines Sohnes werden. (Siehe Anm. zu Menschen, die seine Anerkennung haben in diesem Vers.)

Menschen, die seine Anerkennung haben: Wtl. „Menschen des Wohlgefallens“, „Menschen guten Willens“ (griechisch anthrṓpois eudokías). Das griechische Wort eudokía kann auch mit „Anerkennung“ oder „Wohlwollen“ wiedergegeben werden. Es bezieht sich hier in der Aussage der Engel offensichtlich nicht auf Menschen, sondern auf Gott. Das entsprechende Verb eudokéō findet man in Mat 3:17, Mar 1:11 und Luk 3:22 in Verbindung mit Jesu Taufe, wo Gott zu Jesus spricht. (Siehe Anm. zu Mat 3:17; Mar 1:11.) Es bedeutet „anerkennen“, „gutheißen“, „Gefallen haben an“, „zufrieden sein mit“, „sich freuen über“. Dementsprechend sind mit anthrṓpois eudokías Personen gemeint, die Gottes Anerkennung haben. Der Ausdruck kann deshalb auch mit „Menschen, über die er sich freut“ wiedergegeben werden. Die Äußerung der Engel bezog sich also nicht auf Menschen im Allgemeinen, sondern nur auf diejenigen, die Gott gefallen, weil sie wirklich an ihn glauben und Jünger seines Sohnes werden. eudokía kann sich zwar auch auf Menschen beziehen (Rö 10:1, „Herzenswunsch“; Php 1:15, „gute Beweggründe“), doch in den meisten Fällen steht der Begriff für das Wohlgefallen Gottes oder seinen Willen bzw. Wunsch (Mat 11:26; Luk 10:21; Eph 1:5, 9; Php 2:13; 2Th 1:11). In der Septuaginta wird dieses Wort in Ps 51:18 (50:20, LXX) gebraucht und bezeichnet ebenfalls das Wohlgefallen oder die Gunst Gottes.

Jehovas: In der Neuen-Welt-Übersetzung ist dies der erste Vers im Bericht von Lukas, wo der Name Gottes erscheint. In noch erhaltenen griechischen Manuskripten steht hier zwar das Wort kýrios („Herr“), doch es spricht einiges dafür, dass im ursprünglichen Text an dieser Stelle der Gottesname stand und erst später durch die Bezeichnung „Herr“ ersetzt wurde. (Siehe Anh. C1 und C3, Einleitung, Luk 1:6.) Die ersten beiden Kapitel des Lukasevangeliums enthalten zahlreiche direkte und indirekte Bezugnahmen auf Formulierungen und Passagen aus den Hebräischen Schriften, in denen der Name Gottes vorkommt. In den Hebräischen Schriften stehen beispielsweise Wortverbindungen aus dem juristischen Bereich wie „Gesetze und Vorschriften“ in Kontexten, in denen der Name Jehova erscheint oder wo Jehova spricht (1Mo 26:2, 5; 4Mo 36:13; 5Mo 4:40; 27:10; Hes 36:23, 27).

was Jehova uns mitgeteilt hat: Den Hirten war bewusst, dass die Botschaft der Engel eigentlich von Jehova Gott stammte. Das griechische Verb, das hier mit „mitteilen“ übersetzt wird, ist auch in der Septuaginta zu finden. Dort wird damit ein hebräisches Verb wiedergegeben, das in Zusammenhängen gebraucht wird, wo Jehova Menschen seinen Willen bekannt gibt oder wo Menschen Jehovas Willen erfahren möchten. An solchen Stellen ist im hebräischen Urtext oft das Tetragramm zu finden (Ps 25:4; 39:4; 98:2; 103:6, 7). Deswegen ist es naheliegend, in Verbindung mit der Aussage der jüdischen Hirten den Namen Gottes zu gebrauchen. (Siehe Anm. zu Luk 1:6 und Anh. C1 und C3, Einleitung, Luk 2:15.)

Jesus: Entspricht dem hebräischen Namen Jeschua oder Josua (eine Kurzform von Jehoschua) und bedeutet „Jehova ist Rettung“.

Jesus: Siehe Anm. zu Mat 1:21.

Jehovas: In der Neuen-Welt-Übersetzung ist dies der erste Vers im Bericht von Lukas, wo der Name Gottes erscheint. In noch erhaltenen griechischen Manuskripten steht hier zwar das Wort kýrios („Herr“), doch es spricht einiges dafür, dass im ursprünglichen Text an dieser Stelle der Gottesname stand und erst später durch die Bezeichnung „Herr“ ersetzt wurde. (Siehe Anh. C1 und C3, Einleitung, Luk 1:6.) Die ersten beiden Kapitel des Lukasevangeliums enthalten zahlreiche direkte und indirekte Bezugnahmen auf Formulierungen und Passagen aus den Hebräischen Schriften, in denen der Name Gottes vorkommt. In den Hebräischen Schriften stehen beispielsweise Wortverbindungen aus dem juristischen Bereich wie „Gesetze und Vorschriften“ in Kontexten, in denen der Name Jehova erscheint oder wo Jehova spricht (1Mo 26:2, 5; 4Mo 36:13; 5Mo 4:40; 27:10; Hes 36:23, 27).

Jehova: Das Zitat in diesem Vers stützt sich auf 2Mo 13:2, 12. Dort erscheint der Gottesname im hebräischen Urtext in Form der vier hebräischen Konsonanten יהוה (JHWH). (Siehe Anh. C.)

Dann kam die Zeit des Reinigungsopfers: Wtl. „Und als die Tage ihrer [Plural] Reinigung erfüllt waren“. Gemeint ist die Zeit der rituellen Reinigung. Laut dem mosaischen Gesetz musste sich eine Frau nach der Geburt eines Jungen 40 Tage lang einer Reinigung unterziehen (3Mo 12:1-4). Durch dieses Gesetz sollten weder Frauen noch das Gebären in ein negatives Licht gerückt werden, sondern offensichtlich ging es um eine grundlegende Wahrheit: Durch die Geburt eines Kindes wird die adamische Sünde von einer Generation an die nächste weitergegeben. Auch Maria hatte die Sünde geerbt, was immer Theologen behaupten mögen (Rö 5:12). Als Lukas von „ihrer [Plural] Reinigung“ sprach, wollte er sicherlich nicht Jesus mit einschließen. Er wusste, dass der heilige Geist Jesus vor der Sündhaftigkeit seiner unvollkommenen menschlichen Mutter abgeschirmt hatte und Jesus deswegen keine Reinigung nötig hatte (Luk 1:34, 35). Lukas könnte aber mit dem Pronomen „ihrer“ außer Maria auch Jesu Adoptivvater Joseph gemeint haben, denn Joseph organisierte den Besuch im Tempel und war als Familienoberhaupt dafür verantwortlich, dass das nötige Opfer dargebracht wurde.

um ihn Jehova zu präsentieren: Oder „um ihn Jehova darzustellen“. Wie der folgende Vers zeigt, wurde Jesus im Einklang mit Jehovas Anweisung an Moses in den Tempel gebracht. Gemäß 2. Mose 13:1, 2, 12 sollten Eltern „Jehova jeden erstgeborenen Sohn übergeben“. Die Formulierung „ihn Jehova präsentieren“ erinnert an 1Sa 1:22-28. Dort wird berichtet, dass der kleine Samuel zur Stiftshütte gebracht wurde, damit er „vor Jehova erscheinen“ und dem Dienst für ihn geweiht werden konnte. (Siehe Anm. zu Luk 1:6; 2:23 und Anh. C3, Einleitung, Luk 2:22.)

Jehovas: In der Neuen-Welt-Übersetzung ist dies der erste Vers im Bericht von Lukas, wo der Name Gottes erscheint. In noch erhaltenen griechischen Manuskripten steht hier zwar das Wort kýrios („Herr“), doch es spricht einiges dafür, dass im ursprünglichen Text an dieser Stelle der Gottesname stand und erst später durch die Bezeichnung „Herr“ ersetzt wurde. (Siehe Anh. C1 und C3, Einleitung, Luk 1:6.) Die ersten beiden Kapitel des Lukasevangeliums enthalten zahlreiche direkte und indirekte Bezugnahmen auf Formulierungen und Passagen aus den Hebräischen Schriften, in denen der Name Gottes vorkommt. In den Hebräischen Schriften stehen beispielsweise Wortverbindungen aus dem juristischen Bereich wie „Gesetze und Vorschriften“ in Kontexten, in denen der Name Jehova erscheint oder wo Jehova spricht (1Mo 26:2, 5; 4Mo 36:13; 5Mo 4:40; 27:10; Hes 36:23, 27).

Dann kam die Zeit des Reinigungsopfers: Wtl. „Und als die Tage ihrer [Plural] Reinigung erfüllt waren“. Gemeint ist die Zeit der rituellen Reinigung. Laut dem mosaischen Gesetz musste sich eine Frau nach der Geburt eines Jungen 40 Tage lang einer Reinigung unterziehen (3Mo 12:1-4). Durch dieses Gesetz sollten weder Frauen noch das Gebären in ein negatives Licht gerückt werden, sondern offensichtlich ging es um eine grundlegende Wahrheit: Durch die Geburt eines Kindes wird die adamische Sünde von einer Generation an die nächste weitergegeben. Auch Maria hatte die Sünde geerbt, was immer Theologen behaupten mögen (Rö 5:12). Als Lukas von „ihrer [Plural] Reinigung“ sprach, wollte er sicherlich nicht Jesus mit einschließen. Er wusste, dass der heilige Geist Jesus vor der Sündhaftigkeit seiner unvollkommenen menschlichen Mutter abgeschirmt hatte und Jesus deswegen keine Reinigung nötig hatte (Luk 1:34, 35). Lukas könnte aber mit dem Pronomen „ihrer“ außer Maria auch Jesu Adoptivvater Joseph gemeint haben, denn Joseph organisierte den Besuch im Tempel und war als Familienoberhaupt dafür verantwortlich, dass das nötige Opfer dargebracht wurde.

sie brachten ein Opfer dar: Laut Gesetz war eine Frau, nachdem sie ein Kind zur Welt gebracht hatte, für eine bestimmte Zeit zeremoniell unrein. Anschließend wurde für sie ein Brand- und ein Sündopfer dargebracht (3Mo 12:1-8).

Gesetz Jehovas: Wortverbindungen wie diese kommen häufig in den Hebräischen Schriften vor. Sie setzen sich aus dem hebräischen Wort für „Gesetz“ und dem Tetragramm zusammen. (Beispiele: 2Mo 13:9; 2Kö 10:31; 1Ch 16:40; 22:12; 2Ch 17:9; 31:3; Ne 9:3; Ps 1:2; 119:1; Jes 5:24; Jer 8:8; Am 2:4.) In den Christlichen Griechischen Schriften leitet die griechische Wendung, die hier mit „so wie es ... steht“ wiedergegeben wird, oft Zitate aus den Hebräischen Schriften ein (Mar 1:2; Apg 7:42; 15:15; Rö 1:17; 10:15; siehe Anm. zu Luk 1:6 und Anh. C3, Einleitung, Luk 2:23).

Jede männliche Erstgeburt: Wtl. „Alles Männliche, das den Mutterleib öffnet“. Luk 2:22-24 bezieht sich nicht nur auf das Opfer, das in Verbindung mit der Reinigung Marias dargebracht wurde. (Siehe Anm. zu Luk 2:22; 2:24.) Im Gesetz stand auch, dass Eltern 5 Silberschekel für ihren Erstgeborenen bezahlen mussten. Als erstgeborener Sohn war Jesus für Gott geheiligt und gehörte somit ihm. Deswegen war es laut dem Gesetz notwendig, dass ihn seine Eltern loskauften (2Mo 13:1, 2; 4Mo 18:15, 16). Der Loskaufspreis musste gezahlt werden, wenn das Kind einen Monat oder älter war. Joseph konnte also die 5 Schekel zur gleichen Zeit bezahlen, zu der Maria ihr Reinigungsopfer darbrachte, nämlich 40 Tage nach Jesu Geburt.

Jehova: Das Zitat in diesem Vers stützt sich auf 2Mo 13:2, 12. Dort erscheint der Gottesname im hebräischen Urtext in Form der vier hebräischen Konsonanten יהוה (JHWH). (Siehe Anh. C.)

Gesetz Jehovas: Wortverbindungen wie diese kommen häufig in den Hebräischen Schriften vor. Sie setzen sich aus dem hebräischen Wort für „Gesetz“ und dem Tetragramm zusammen. (Beispiele: 2Mo 13:9; 2Kö 10:31; 1Ch 16:40; 22:12; 2Ch 17:9; 31:3; Ne 9:3; Ps 1:2; 119:1; Jes 5:24; Jer 8:8; Am 2:4.) In den Christlichen Griechischen Schriften leitet die griechische Wendung, die hier mit „so wie es ... steht“ wiedergegeben wird, oft Zitate aus den Hebräischen Schriften ein (Mar 1:2; Apg 7:42; 15:15; Rö 1:17; 10:15; siehe Anm. zu Luk 1:6 und Anh. C3, Einleitung, Luk 2:23).

sie brachten ein Opfer dar: Laut Gesetz war eine Frau, nachdem sie ein Kind zur Welt gebracht hatte, für eine bestimmte Zeit zeremoniell unrein. Anschließend wurde für sie ein Brand- und ein Sündopfer dargebracht (3Mo 12:1-8).

das Gesetz Jehovas: Siehe Anm. zu Luk 2:23 und Anh. C3, Einleitung, Luk 2:24.

ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben: Gemäß dem Gesetz durfte eine Frau Vögel opfern, wenn ein Schaf für sie zu teuer war (3Mo 12:6, 8). Demnach müssen Joseph und Maria zu diesem Zeitpunkt arm gewesen sein. Daraus lässt sich schließen, dass die Astrologen nicht gleich nach Jesu Geburt kamen, sondern als er schon älter war (Mat 2:9-11). Hätten Joseph und Maria die teuren Geschenke der Astrologen schon gehabt, hätten sie sich für das Opfer im Tempel ohne Weiteres ein Schaf leisten können.

Simeon: Dieser Name kommt von einem hebräischen Verb, das „hören“, „erhören“ bedeutet. Simeon wird wie Sacharja und Elisabeth als gerecht bezeichnet (Luk 1:5, 6). Von ihm wird auch gesagt, dass er tiefgläubig war, eine Übersetzung des griechischen Wortes eulabḗs. In den Christlichen Griechischen Schriften wird es für Menschen verwendet, die bei allem, was die Anbetung betraf, sorgfältig und gewissenhaft waren (Apg 2:5; 8:2; 22:12).

Christus: Dieser Titel ist von dem griechischen Wort Christós abgeleitet und entspricht dem Titel „Messias“ (von hebräisch maschíach). Beides bedeutet „Gesalbter“. In biblischer Zeit war es üblich, einen Regenten bei seiner Amtseinsetzung mit Öl zu salben.

den Christus: Der Titel „Christus“ ist von dem griechischen Wort christós abgeleitet und entspricht dem Titel „Messias“ (von hebräisch maschíach). Beides bedeutet „Gesalbter“. (Siehe Anm. zu Mat 1:1 und zu den Christus Jehovas im vorliegenden Vers.)

den Christus Jehovas: Es gibt gute Gründe, hier im Haupttext den Gottesnamen zu verwenden, auch wenn in noch vorhandenen griechischen Manuskripten tón christón kyríou („den Christus [des] Herrn“) steht. In heute noch existierenden Abschriften der Septuaginta steht diese Wendung für den hebräischen Ausdruck maschíach JHWH („[der] Gesalbte Jehovas“), der in den Hebräischen Schriften elf Mal vorkommt (1Sa 24:6 [zwei Mal], 10; 26:9, 11, 16, 23; 2Sa 1:14, 16; 19:21; Klg 4:20; siehe Anh. C3, Einleitung, Luk 2:26).

Souveräner Herr: Das entsprechende griechische Wort despótēs hat die Grundbedeutung von „Herr“, „Gebieter“, „Besitzer“ (1Ti 6:1; Tit 2:9; 1Pe 2:18). Wenn es wie hier oder in Apg 4:24 und Off 6:10 als direkte Anrede Gottes gebraucht wird, ist es mit „Souveräner Herr“ übersetzt worden, um seine Erhabenheit als Herr zu betonen. Andere Bibelübersetzungen geben despótēs z. B. mit „Herr“, „alleiniger Herrscher“ oder „Gebieter“ wieder. Viele Übersetzungen der Christlichen Griechischen Schriften ins Hebräische verwenden in diesem Vers das Wort ’Adhonáj („Souveräner Herr“), doch in mindestens zweien (im Anh. C unter J9, 18 aufgeführt) steht der Gottesname Jehova.

entlässt du deinen Sklaven: Das hier verwendete griechische Verb bedeutet neben „entlassen“ auch „freigeben“, „loslassen“ oder „befreien“. In diesem Vers wird es als Euphemismus für „sterben lassen“ gebraucht. Jemand, der in Frieden stirbt, hat einen ruhigen Tod nach einem erfüllten Leben oder nachdem etwas Ersehntes wahr geworden ist. (Vgl. 1Mo 15:15; 1Kö 2:6.) Gott hatte sein Versprechen an Simeon gehalten. Simeon hatte den „Christus Jehovas“ gesehen, das von Gott versprochene Mittel zur Rettung. Jetzt konnte er inneren Frieden und Ruhe verspüren und war bereit, bis zur Auferstehung im Tod zu schlafen (Luk 2:26).

um den Schleier von den Völkern wegzunehmen: Wtl. „zur Offenbarung für die Völker“. Der griechische Begriff apokálypsis (hier mit „den Schleier wegnehmen“ übersetzt) bezeichnet eine „Aufdeckung“ oder „Enthüllung“. Er wird häufig für die Offenbarung von religiösen Wahrheiten verwendet oder für die Offenbarung von Gottes Willen und seinen Vorsätzen (Rö 16:25; Eph 3:3; Off 1:1). Der betagte Simeon bezeichnete hier den kleinen Jesus als ein Licht und deutete an, dass nicht nur gebürtige Juden und Proselyten vom Licht der Wahrheit erleuchtet würden, sondern auch Menschen aus anderen Völkern. Seine prophetischen Worte stimmten mit Prophezeiungen in den Hebräischen Schriften überein, wie denen in Jes 42:6 und 49:6.

Auferstehung: Das griechische Substantiv anástasis bedeutet wtl. „Aufrichten“, „Aufstehen“. In den Christlichen Griechischen Schriften kommt es etwa 40-mal in Verbindung mit der Auferstehung der Toten vor (Mat 22:31; Apg 4:2; 24:15; 1Ko 15:12, 13). In der Septuaginta wird in Jes 26:19 das Verb zu anástasis verwendet, um das hebräische Verb für „leben“ in dem Satz „Deine Toten werden leben“ wiederzugeben. (Siehe Worterklärungen.)

wieder aufstehen: Im Griechischen steht hier das Wort anástasis, das in den Christlichen Griechischen Schriften üblicherweise mit „Auferstehung“ übersetzt wurde. (Siehe Anm. zu Mat 22:23.) Wie Simeon andeutete, würden Menschen auf Jesus ganz unterschiedlich reagieren, wodurch „die Überlegungen vieler Herzen“ zum Vorschein kämen (Luk 2:35). Für Personen, die nicht an Jesus glaubten, wäre er ein Zeichen, gegen das man reden würde, jemand Verachtenswertes. Sie würden ihn ablehnen, über ihn stolpern und hinfallen. Und wie vorausgesagt, wurde Jesus tatsächlich für viele Juden zum Stolperstein (Jes 8:14). Andere würden jedoch an ihn glauben (Jes 28:16). Ursprünglich waren sie „tot“ wegen ihrer „Verfehlungen und Sünden“, doch sie würden im übertragenen Sinn aufstehen oder auferstehen und von Gott als gerecht angesehen werden (Eph 2:1).

dich: Oder „deine eigene Seele“, „dein Leben“. (Siehe Worterklärungen zu „Seele“.)

ein langes Schwert: In der Bibel deutet nichts darauf hin, dass Maria tatsächlich von einem Schwert durchbohrt wurde. Daher bezog sich dieser Ausdruck offensichtlich auf den Kummer und die Schmerzen, die Maria bei dem qualvollen Tod ihres Sohnes durchleiden würde (Joh 19:25).

Anna: Der Name Anna ist die griechische Form des hebräischen Namens Hanna, der „Gunst“ oder „Gnade“ bedeutet. Anna handelte als Prophetin, als sie mit allen, die auf die Befreiung von Jerusalem warteten, über den kleinen Jesus sprach. Das Wort „prophezeien“ hat die Grundbedeutung, eine von Gott inspirierte Botschaft zu verkünden oder seinen Willen zu offenbaren. (Siehe Anm. zu Apg 2:17.)

heiligen Dienst für ihn zu tun: Oder „ihn anzubeten“. Das griechische Verb latreuō hat die Grundbedeutung von „dienen“. In der Bibel bedeutet es, Gott zu dienen oder Dienste in Verbindung mit seiner Anbetung zu verrichten (Mat 4:10; Luk 2:37; 4:8; Apg 7:7; Rö 1:9; Php 3:3; 2Ti 1:3; Heb 9:14; 12:28; Off 7:15; 22:3). Es kann sich auch auf den Dienst im Tempel bzw. im Heiligtum beziehen (Heb 8:5; 9:9; 10:2; 13:10). Deshalb kann latreuō in manchen Kontexten auch mit „anbeten“ wiedergegeben werden. An wenigen Stellen wird es für die falsche Anbetung gebraucht, also wenn jemand etwas Erschaffenem dient oder es anbetet (Apg 7:42; Rö 1:25).

Nie fehlte sie im Tempel: Anna kam vielleicht schon morgens, wenn die Tore geöffnet wurden, auf das Tempelgelände und blieb bis abends, wenn die Tore wieder geschlossen wurden. Zu ihrem heiligen Dienst gehörten Fasten und Flehen. Das deutet darauf hin, dass ihr die damaligen Zustände schwer zu schaffen machten und sie sich wie andere treue Diener Gottes nach einer Veränderung sehnte (Esr 10:1; Ne 1:4; Klg 1:16). Die Juden standen schon seit Jahrhunderten unter Fremdherrschaft und die Anbetung Jehovas erlebte einen Verfall, der selbst vor dem Tempel und der Priesterschaft nicht haltmachte. Das könnte erklären, warum Anna und andere so sehnlich „auf die Befreiung Jerusalems warteten“ (Luk 2:38).

verrichtete ... heiligen Dienst: Oder „betete ... an“. (Siehe Anm. zu Luk 1:74.)

Gott zu danken: In den frühesten griechischen Handschriften steht an dieser Stelle theós („Gott“), während in anderen griechischen Handschriften sowie in lateinischen und syrischen Übersetzungen das Wort für „Herr“ steht. In einer ganzen Reihe von Übersetzungen der Christlichen Griechischen Schriften ins Hebräische (in Anh. C unter J5, 7-17, 28 aufgeführt) findet sich hier der Gottesname und damit die Lesart: „Jehova zu danken“.

Jehovas: In der Neuen-Welt-Übersetzung ist dies der erste Vers im Bericht von Lukas, wo der Name Gottes erscheint. In noch erhaltenen griechischen Manuskripten steht hier zwar das Wort kýrios („Herr“), doch es spricht einiges dafür, dass im ursprünglichen Text an dieser Stelle der Gottesname stand und erst später durch die Bezeichnung „Herr“ ersetzt wurde. (Siehe Anh. C1 und C3, Einleitung, Luk 1:6.) Die ersten beiden Kapitel des Lukasevangeliums enthalten zahlreiche direkte und indirekte Bezugnahmen auf Formulierungen und Passagen aus den Hebräischen Schriften, in denen der Name Gottes vorkommt. In den Hebräischen Schriften stehen beispielsweise Wortverbindungen aus dem juristischen Bereich wie „Gesetze und Vorschriften“ in Kontexten, in denen der Name Jehova erscheint oder wo Jehova spricht (1Mo 26:2, 5; 4Mo 36:13; 5Mo 4:40; 27:10; Hes 36:23, 27).

Gesetz Jehovas: Wortverbindungen wie diese kommen häufig in den Hebräischen Schriften vor. Sie setzen sich aus dem hebräischen Wort für „Gesetz“ und dem Tetragramm zusammen. (Beispiele: 2Mo 13:9; 2Kö 10:31; 1Ch 16:40; 22:12; 2Ch 17:9; 31:3; Ne 9:3; Ps 1:2; 119:1; Jes 5:24; Jer 8:8; Am 2:4.) In den Christlichen Griechischen Schriften leitet die griechische Wendung, die hier mit „so wie es ... steht“ wiedergegeben wird, oft Zitate aus den Hebräischen Schriften ein (Mar 1:2; Apg 7:42; 15:15; Rö 1:17; 10:15; siehe Anm. zu Luk 1:6 und Anh. C3, Einleitung, Luk 2:23).

Gesetz Jehovas: Wortverbindungen wie diese kommen häufig in den Hebräischen Schriften vor. Sie setzen sich aus dem hebräischen Wort für „Gesetz“ und dem Tetragramm zusammen (2Mo 13:9; 2Kö 10:31; 1Ch 16:40; 22:12; 2Ch 17:9; 31:3; Ne 9:3; Ps 1:2; 119:1; Jes 5:24; Jer 8:8; Am 2:4; siehe Anm. zu Luk 1:6; 2:23 und Anh. C3, Einleitung, Luk 2:39).

kehrten sie nach Galiläa ... zurück: Hieraus könnte man folgern, dass Joseph und Maria direkt nach Nazareth zurückkehrten, nachdem sie mit Jesus den Tempel besucht hatten. Allerdings ist der Bericht von Lukas an dieser Stelle stark gekürzt. Im Matthäusevangelium werden noch zusätzliche Details erwähnt (2:1-23): der Besuch der Astrologen, die Flucht vor König Herodes nach Ägypten, der Tod von Herodes und die Rückkehr nach Nazareth.

Seine Eltern hatten die Gewohnheit: Frauen waren laut Gesetz nicht dazu verpflichtet, das Passahfest in Jerusalem zu besuchen. Doch Maria begleitete Joseph jedes Jahr dorthin (2Mo 23:17; 34:23). Dabei legten sie mit ihrer wachsenden Familie jedes Mal insgesamt fast 300 km durch hügeliges Gelände zurück.

ging ... hinauf nach Judäa in die Heimatstadt Davids, Bethlehem genannt: Es gab auch einen Ort namens Bethlehem nur 11 km von Nazareth entfernt, doch es war ausdrücklich vorausgesagt worden, dass der Messias aus „Bethlehem-Ephratha“ kommen würde (Mi 5:2). Dieses Bethlehem, die „Heimatstadt Davids“, lag in Judäa im S von Israel etwa 110 km Luftlinie von Nazareth entfernt (1Sa 16:1, 11, 13). Ausgehend von den heutigen Straßenverbindungen könnte die Strecke über Samaria bis zu 150 km lang gewesen sein. Die mehrtägige Reise führte durch eine hügelige Landschaft und war wahrscheinlich sehr anstrengend.

zogen ... hinauf: Gemeint ist hinauf nach Jerusalem. Die Strecke führte durch eine teils hügelige, teils bergige Landschaft. (Siehe Anm. zu Luk 2:4.)

Fragen stellte: Wie die Reaktion der Zuhörer zeigt, war Jesus nicht einfach nur ein wissbegieriger Junge (Luk 2:47). Das hier verwendete griechische Wort kann sich auch auf Fragen und Gegenfragen beziehen, wie sie bei Gerichtsverhandlungen üblich waren (Mat 27:11; Mar 14:60, 61; 15:2, 4; Apg 5:27). Historikern zufolge blieben einige der bedeutendsten religiösen Führer nach den Festen oft noch im Tempel und lehrten in einer der großen Vorhallen. Wer wollte, konnte sich dort zu ihren Füßen hinsetzen, um ihnen zuzuhören und Fragen zu stellen.

staunten die ganze Zeit: Die Zeitform des griechischen Verbs für „staunen“ kann anhaltendes oder wiederholtes Erstaunen anzeigen.

öffnete sich der Himmel: Gott bewirkte offensichtlich, dass Jesus Dinge aus dem geistigen Bereich wahrnehmen und begreifen konnte. Wahrscheinlich konnte er sich auch wieder an sein Leben im Himmel erinnern, bevor er Mensch wurde.

öffnete sich der Himmel: Gott bewirkte offensichtlich, dass Jesus Dinge wahrnehmen konnte, die mit dem himmlischen Bereich zu tun haben. Dazu könnte durchaus auch die Erinnerung an sein Leben im Himmel gehört haben. Einige Äußerungen Jesu nach seiner Taufe – besonders in seinem innigen Gebet in der Passahnacht des Jahres 33 – lassen erkennen, dass er von seinem vormenschlichen Leben wusste und dass er sich daran erinnerte, was sein Vater alles gesagt und getan hatte und welche Herrlichkeit er selbst im Himmel gehabt hatte (Joh 6:46; 7:28, 29; 8:26, 28, 38; 14:2; 17:5). All diese Erinnerungen könnten bei seiner Taufe und Salbung zurückgekommen sein.

er fragte sie: In diesem Vers sind die ersten Worte von Jesus zu finden, die in der Bibel aufgezeichnet sind. Als Kind war sich Jesus offenbar noch nicht völlig über seine vormenschliche Existenz im Klaren. (Siehe Anm. zu Mat 3:16; Luk 3:21.) Doch höchstwahrscheinlich hatten ihm seine Mutter und sein Adoptivvater erzählt, was sie von den Engeln erfahren hatten, und auch, was Simeon und Anna prophezeit hatten, als die Familie 40 Tage nach seiner Geburt Jerusalem besuchte (Mat 1:20-25; 2:13, 14, 19-21; Luk 1:26-38; 2:8-38). Wie Jesu Antwort zeigt, hatte er bis zu einem gewissen Grad verstanden, dass seine Geburt ein Wunder war und dass er eine ganz besondere Beziehung zu seinem himmlischen Vater Jehova hatte.

dass ich im Haus meines Vaters sein muss: Die griechische Wendung für „im Haus meines Vaters“ bedeutet wörtlich übersetzt „in den [Dingen] meines Vaters“. Wie der Kontext zeigt, suchten Joseph und Maria nach Jesus (Luk 2:44-46). Daher ist es naheliegend, dass Jesus von einem Ort sprach und man diese Stelle mit „im Haus [oder „in der Wohnung“, „in den Vorhöfen“] meines Vaters“ übersetzen kann. Später, während seines Dienstes, nannte Jesus den Tempel ausdrücklich „das Haus meines Vaters“ (Joh 2:16). Einige Bibelwissenschaftler verstehen die Wendung allerdings in einem etwas erweiterten Sinn und würden sie so wiedergeben: „dass ich mich mit den Dingen meines Vaters beschäftigen muss“.

hinauf nach Jerusalem: Die Stadt liegt etwa 750 m über dem Meeresspiegel. Deshalb wird in der Bibel in Verbindung mit Jerusalem oft von „hinaufgehen“ gesprochen (Mar 10:32; Joh 2:13; Apg 11:2). Jesus und die Jünger gingen vom Jordantal aus nach Jerusalem hinauf. (Siehe Anm. zu Mat 19:1.) Die tiefste Stelle im Jordantal liegt ungefähr 400 m unter dem Meeresspiegel. Sie mussten also um die 1 000 Höhenmeter überwinden, um Jerusalem zu erreichen.

ging ... hinauf nach Judäa in die Heimatstadt Davids, Bethlehem genannt: Es gab auch einen Ort namens Bethlehem nur 11 km von Nazareth entfernt, doch es war ausdrücklich vorausgesagt worden, dass der Messias aus „Bethlehem-Ephratha“ kommen würde (Mi 5:2). Dieses Bethlehem, die „Heimatstadt Davids“, lag in Judäa im S von Israel etwa 110 km Luftlinie von Nazareth entfernt (1Sa 16:1, 11, 13). Ausgehend von den heutigen Straßenverbindungen könnte die Strecke über Samaria bis zu 150 km lang gewesen sein. Die mehrtägige Reise führte durch eine hügelige Landschaft und war wahrscheinlich sehr anstrengend.

zogen ... hinauf: Gemeint ist hinauf nach Jerusalem. Die Strecke führte durch eine teils hügelige, teils bergige Landschaft. (Siehe Anm. zu Luk 2:4.)

es gibt keine Aussage Gottes, die er nicht wahr machen kann: Oder „kein Wort von Gott wird jemals scheitern“. Evtl. auch „für Gott ist nichts unmöglich“. Das hier mit „Aussage“ übersetzte griechische Wort rhḗma kann ein einzelnes Wort, einen Spruch oder eine Äußerung bezeichnen. Es kann sich auch auf eine Sache beziehen oder auf etwas, worüber gesprochen wird, sei es ein Ereignis, eine Handlung oder das Ergebnis einer Ankündigung. Auch wenn es verschiedene Übersetzungsmöglichkeiten für den griechischen Text gibt, bleibt die Grundaussage dieselbe: Nichts ist unmöglich, was Gott oder eines seiner Versprechen betrifft. Die Formulierung im vorliegenden Vers ähnelt der Wiedergabe von 1Mo 18:14 in der Septuaginta, wo Jehova Abraham zusichert, dass seine Frau Sara trotz ihres hohen Alters einen Sohn bekommen würde.

Er kehrte nun mit ihnen nach Nazareth zurück: Wtl. „Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth“. Da Jerusalem etwa 750 m über dem Meeresspiegel liegt, war mit „hinabgehen“ gemeint, dass Jesus und seine Eltern Jerusalem verließen (Luk 10:30, 31; Apg 24:1; vgl. Anm. zu Mat 20:17; Luk 2:4, 42).

ordnete sich ihnen weiter unter: Oder „blieb ihnen gehorsam“, „blieb ihnen untertan“. Die Verlaufsform (Präsens) des griechischen Verbs zeigt an, dass sich Jesus seinen Eltern weiter demütig unterordnete, nachdem er die Lehrer im Tempel mit seinem Wissen aus den Schriften beeindruckt hatte und nach Nazareth zurückgekehrt war. Jesu Gehorsam als Kind war bedeutsamer als der jedes anderen Kindes, denn sein Gehorsam gehörte mit dazu, dass er das mosaische Gesetz bis ins Kleinste erfüllte (2Mo 20:12; Gal 4:4).

Worte: Oder „Dinge“. (Siehe Anm. zu Luk 1:37.)

Medien

Cäsar Augustus
Cäsar Augustus

Gajus Octavius, besser bekannt als Kaiser Augustus, war der erste Kaiser des Römischen Reiches. Sein vollständiger Name lautete Gajus Julius Cäsar Octavianus (Oktavian). Er war der Adoptivsohn des römischen Diktators Julius Cäsar, der im Jahr 44 v. u. Z. ermordet wurde. Im September 31 v. u. Z. wurde Octavius als unumstrittener Herrscher des Römischen Reiches anerkannt, und am 16. Januar 27 v. u. Z. bekam er vom römischen Senat den Titel Augustus verliehen. Im Jahr 2 v. u. Z. ordnete Augustus an, dass sich alle Bewohner im Reich in ihrer eigenen Stadt registrieren lassen sollten (Luk 2:1-7). So kam es, dass Jesus wie in den Schriften vorausgesagt in Bethlehem geboren wurde (Da 11:20; Mi 5:2). Augustus starb am 17. August 14 u. Z. (am 19. August nach dem julianischen Kalender) – in dem Monat, den er nach sich selbst benannt hatte. Der hier abgebildete Bronzekopf entstand zwischen 27 und 25 v. u. Z. und befindet sich im Britischen Museum.

Winter in Bethlehem
Winter in Bethlehem

Jesus kann nicht im Dezember geboren worden sein, da es in Bethlehem von November bis März normalerweise kalt und regnerisch ist und es auch schneien kann. Hirten hätten in dieser Zeit nicht draußen im Freien gelebt und die Nacht auf dem Feld verbracht, um die Herden zu bewachen (Luk 2:8). Bethlehem liegt rund 780 m über dem Meeresspiegel im Bergland von Judäa.

Jesus in der Futterkrippe
Jesus in der Futterkrippe

Das in Luk 2:7 mit „Futterkrippe“ wiedergegebene griechische Wort phátnē hat die Grundbedeutung von „Futterplatz“. In Palästina haben Archäologen große Tröge gefunden, die aus einem einzigen Stück Kalkstein gehauen wurden und rund 90 cm lang, 50 cm breit und 60 cm hoch sind. Man vermutet, dass sie als Futterkrippen dienten. Möglicherweise wurden Futterkrippen, wie in neuerer Zeit, auch in Felswände von Höhlen gehauen, die man als Unterstand für Tiere benutzte.

Turteltaube und Taube
Turteltaube und Taube

Nach dem mosaischen Gesetz musste eine Frau, die ein Kind zur Welt gebracht hatte, Gott einen jungen Schafbock als Brandopfer und eine junge Taube oder eine Turteltaube als Sündopfer darbringen. Wenn sich ein Ehepaar kein Schaf leisten konnte, wie das wahrscheinlich bei Maria und Joseph der Fall war, durfte es auch zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben opfern (3Mo 12:6-8). Die hier abgebildete Turteltaube (Streptopelia turtur) (1) ist nicht nur in Israel heimisch, sondern auch in Europa, N-Afrika und im westlichen Asien. Turteltauben sind Zugvögel. Sie ziehen jedes Jahr im Oktober Richtung S in wärmere Gebiete und kehren im Frühjahr wieder zurück. Die Felsentaube (Columba livia) (2) ist weltweit verbreitet und ist gewöhnlich ein Standvogel.

Blick auf das Tal Jesreel
Blick auf das Tal Jesreel

Dieses Bild mit Blick nach S wurde in der Nähe von Nazareth aufgenommen. Das fruchtbare Tal Jesreel, Schauplatz etlicher biblischer Berichte, erstreckt sich von O nach W (Jos 17:16; Ri 6:33; Hos 1:5). Links im Hintergrund ist der Hügel More zu sehen. An seinem Hang liegt die Stadt Nain, wo Jesus den Sohn einer Witwe auferweckte (Ri 7:1; Luk 7:11-15). In der Mitte, am Horizont, ist der Berg Gilboa zu erkennen (1Sa 31:1, 8). Jesus, der in Nazareth aufwuchs, kam vielleicht auch an diese Stelle, von der aus man eine Reihe von Orten sieht, die in der Geschichte Israels eine bedeutende Rolle spielten (Luk 2:39, 40).