Apostel­geschichte 15:1-41

15  Nun kamen einige Männer aus Judạ̈a herunter und fingen an, die Brüder zu lehren: „Wenn ihr euch nicht nach dem Brauch des Moses beschneiden lasst,+ könnt ihr nicht gerettet werden.“  Nachdem es jedoch zu erheblichen Meinungs­verschiedenheiten und Diskussionen zwischen ihnen und Paulus und Bạrnabas gekommen war, ordnete man an, dass Paulus, Bạrnabas und einige von den anderen wegen dieser Frage zu den Aposteln und den Ältesten nach Jerusalem hinaufgehen sollten.+  Die Männer wurden von der Versammlung ein Stück weit begleitet. Dann zogen sie weiter durch Phönịzien+ und Samạria und berichteten ausführlich über die Bekehrung von Leuten aus den anderen Völkern. Sie bereiteten allen Brüdern große Freude.  Als sie in Jerusalem ankamen, wurden sie von der Versammlung und den Aposteln und den Ältesten freundlich aufgenommen, und sie berichteten, was Gott durch sie alles getan hatte.+  Doch einige von der Sekte der Pharisäer, die gläubig geworden waren, erhoben sich von ihren Plätzen und sagten: „Man muss sie beschneiden und sie anweisen, das Gesetz von Moses zu halten.“+  Da versammelten sich die Apostel und die Ältesten, um sich dieser Sache anzunehmen.  Nachdem man intensiv diskutiert hatte, stand Petrus auf und sagte zu ihnen: „Männer, Brüder, ihr wisst doch: Gott hat schon in frühen Tagen unter euch die Wahl getroffen, dass Leute aus den anderen Völkern aus meinem Mund die gute Botschaft hören und glauben sollten.+  Und Gott, der das Herz kennt,+ bezeugte das, indem er ihnen den heiligen Geist gab,+ wie er ihn auch uns gegeben hat.  Er hat gar keinen Unterschied zwischen uns und ihnen gemacht,+ sondern hat ihr Herz durch Glauben gereinigt.+ 10  Warum stellt ihr Gott also auf die Probe und legt den Jüngern ein Joch+ auf den Nacken, das weder unsere Vorfahren noch wir tragen konnten?+ 11  Wir vertrauen vielmehr darauf, dass wir genauso wie sie durch die unverdiente Güte des Herrn Jesus+ gerettet werden.“+ 12  Darauf schwieg die ganze Gruppe, und sie hörten Bạrnabas und Paulus zu, wie sie von den vielen Zeichen und Wundern erzählten, die Gott unter den anderen Völkern durch sie vollbracht hatte. 13  Nachdem sie ausgeredet hatten, sagte Jakobus:+ „Männer, Brüder, hört mir zu.+ 14  Sịmeon+ hat ausführlich erzählt, wie Gott erstmals seine Aufmerksamkeit den anderen Völkern zuwandte, um aus ihnen ein Volk für seinen Namen+ herauszunehmen. 15  Damit stimmen die Worte der Propheten überein. Es heißt: 16  ‚„Danach werde ich zurückkehren und das Zelt Davids, das eingefallen ist, wieder aufrichten. Ich werde seine Trümmer wieder aufbauen und es wiederherstellen, 17  damit die Menschen, die übrig bleiben, zusammen mit Leuten aus allen Völkern – Leuten, die meinen Namen tragen – Jehova aufrichtig suchen“, sagt Jehova, der das tut,+ 18  was seit jeher bekannt ist.‘+ 19  Meine Entscheidung ist deshalb: Man soll es den Menschen von den anderen Völkern, die sich Gott zuwenden, nicht schwer machen,+ 20  sondern ihnen schreiben, dass sie sich von allem enthalten sollen, was durch Götzen verunreinigt ist,+ sowie von sexueller Unmoral,+ von Erwürgtem und von Blut.+ 21  Denn seit alter Zeit* gab es in allen Städten Leute, die Moses gepredigt haben. Er wird ja in den Synagogen an jedem Sabbat vorgelesen.“+ 22  Da beschlossen die Apostel und die Ältesten zusammen mit der ganzen Versammlung, aus ihren Reihen ausgewählte Männer mit Paulus und Bạrnabas nach Antiọchia zu schicken, und zwar Judas, der auch Barsạbbas genannt wurde, und Sịlas+ – führende Männer unter den Brüdern. 23  Sie schrieben Folgendes und gaben es ihnen mit: „Die Apostel und die Ältesten, eure Brüder, an die Brüder in Antiọchia,+ Syrien und Zilịzien, die aus den anderen Völkern sind: Grüße! 24  Wir haben gehört, dass einige aus unserer Mitte euch durch ihre Äußerungen verunsichert haben+ und euch durcheinander­bringen wollten, obwohl wir ihnen keine Anweisungen gegeben haben. 25  Deshalb sind wir zu dem einstimmigen Entschluss gekommen, Männer auszuwählen und sie zusammen mit unseren lieben Brüdern Bạrnabas und Paulus zu euch zu senden, 26  Menschen, die für den Namen unseres Herrn Jesus Christus ihr Leben riskiert haben.+ 27  Wir schicken also Judas und Sịlas, damit sie dasselbe auch mündlich berichten.+ 28  Denn dem heiligen Geist+ und uns selbst erschien es gut, euch keine weitere Last aufzuerlegen als folgende notwendige Dinge: 29  Enthaltet euch von allem, was Götzen geopfert wurde,+ sowie von Blut,+ von Erwürgtem+ und von sexueller Unmoral.+ Wenn ihr euch davor sorgfältig hütet, wird es euch gut gehen. Bleibt gesund!“ 30  Nachdem man diese Männer nun verabschiedet hatte, gingen sie nach Antiọchia hinunter. Sie versammelten die ganze Gruppe und übergaben ihnen den Brief. 31  Als diese ihn gelesen hatten, freuten sie sich über die Ermutigung. 32  Und da Judas und Sịlas auch Propheten waren, ermutigten sie die Brüder mit vielen Vorträgen und stärkten sie.+ 33  Nachdem sie einige Zeit dort verbracht hatten, ließen die Brüder sie in Frieden zu denen zurückkehren, die sie geschickt hatten. 34  –– 35  Paulus und Bạrnabas blieben jedoch in Antiọchia. Sie lehrten und verkündeten mit noch vielen anderen die gute Botschaft vom Wort Jehovas. 36  Nach einigen Tagen sagte Paulus zu Bạrnabas: „Lass uns doch* in all die Städte zurückkehren, wo wir das Wort Jehovas verkündet haben, und die Brüder besuchen, um zu sehen, wie es ihnen geht.“+ 37  Bạrnabas wollte unbedingt Johạnnes mitnehmen, der auch Markus genannt wurde.+ 38  Paulus jedoch war nicht dafür, ihn mitzunehmen, da er sich in Pamphỵlien von ihnen getrennt und sie nicht im Werk unterstützt hatte.+ 39  Das führte zu einem heftigen Wutausbruch, sodass sie sich voneinander trennten. Bạrnabas+ nahm Markus mit und segelte nach Zypern ab. 40  Paulus wählte Sịlas aus, und nachdem er von den Brüdern der unverdienten Güte Jehovas anvertraut worden war, machte er sich auf den Weg.+ 41  Er zog durch Syrien und Zilịzien und stärkte die Versammlungen.

Fußnoten

Oder „seit den Generationen der alten Zeit“.
Evtl. auch „auf jeden Fall“.

Studienanmerkungen

intensiv diskutiert: Im Griechischen steht hier ein Substantiv, das mit dem Verb für „suchen“ (zētéō) verwandt ist und so viel bedeutet wie „ein (Unter)suchen“, „ein Herausfinden“, „ein Erörtern“, „ein Hinterfragen“. Das lässt darauf schließen, dass die Apostel und Ältesten der Angelegenheit genau auf den Grund gingen. Sie stellten Fragen, untersuchten sorgfältig den Sachverhalt und brachten ihre unterschiedlichen Meinungen zweifellos offen zum Ausdruck.

Ältesten: Wtl. „älteren Männer“. Der griechische Ausdruck presbýteros bezeichnet in der Bibel in erster Linie Personen, die in einer Gemeinschaft oder einem Volk eine mit Autorität und Verantwortung verbundene Stellung innehaben. presbýteros hat zwar manchmal mit dem buchstäblichen Alter zu tun (z. B. „älterer Sohn“ in Luk 15:25 und „alte Männer“ in Apg 2:17), ist aber nicht auf ältere Personen beschränkt. In diesem Vers bezieht sich das Wort auf die Führer des jüdischen Volkes, die häufig zusammen mit den Oberpriestern und Schrift­gelehrten erwähnt werden. Der Sanhedrin war aus diesen drei Gruppen zusammengesetzt (Mat 21:23; 26:3, 47, 57; 27:1, 41; 28:12; siehe Worterklärungen zu „Ältester; älterer Mann“).

Ältesten: Wtl. „älteren Männer“. Abgesehen von der wörtlichen Bedeutung bezeichnet der griechische Ausdruck presbýteros in der Bibel vor allem Personen, die in einer Gemeinschaft oder einem Volk eine mit Autorität und Verantwortung verbundene Position haben. (Siehe Anm. zu Mat 16:21.) Im alten Israel waren die Ältesten für die Führung und Verwaltung innerhalb des Volkes zuständig – sowohl auf kommunaler (5Mo 25:7-9; Jos 20:4; Ru 4:1-12) als auch auf nationaler Ebene (Ri 21:16; 1Sa 4:3; 8:4; 1Kö 20:7). Hier kommt das Wort zum ersten Mal in Verbindung mit der Christen­versammlung vor. Die Ältesten des geistigen Israel hatten wie die Ältesten im Volk Israel Führungsaufgaben inne. In diesem Fall erhielten die Ältesten die Hilfslieferung und sorgten dafür, dass sie in den Versammlungen in Judäa verteilt wurde.

Frage: Oder „Streitfrage“. Das griechische Wort zḗtēma bezieht sich häufig auf eine kontroverse Frage oder ein Thema, über das die Meinungen auseinandergehen. Es ist mit dem Verb zētéō verwandt, das „suchen“ bedeutet. (Siehe Anm. zu Apg 15:7.)

Ältesten: An dieser Stelle bezieht sich das griechische Wort presbýteros (wtl. „älterer Mann“) auf diejenigen, die in der frühen Christen­versammlung eine verantwortliche Stellung hatten. Die Ältesten der Versammlung in Jerusalem werden hier in einem Zug mit den Aposteln genannt. Paulus, Barnabas und einige andere Brüder aus dem syrischen Antiochia sollten zu den Aposteln und Ältesten nach Jerusalem hinaufgehen, um die Beschneidungs­frage zu klären. So wie es in Israel einige Älteste gab, die dem Volk auf nationaler Ebene dienten, bildeten diese Ältesten zusammen mit den Aposteln eine leitende Körperschaft, die für alle Versammlungen der Christen im 1. Jh. zuständig war. Das zeigt, dass die leitende Körperschaft, die ursprünglich aus den zwölf Aposteln bestand, mittlerweile erweitert worden war (Apg 1:21, 22, 26; siehe Anm. zu Mat 16:21; Apg 11:30).

Bereut: Das hier verwendete griechische Wort kann wtl. mit „umdenken“ übersetzt werden, womit eine Änderung der Denkweise, der Einstellung und der Absichten gemeint ist. In diesem Zusammenhang bedeutet es, dass sich jemand ändern muss, um Gott gefallen und eine Beziehung zu ihm aufbauen zu können. (Siehe Anm. zu Mat 3:8, 11 und Worterklärungen zu „Reue“.)

Frucht …, die der Reue entspricht: Johannes forderte seine Zuhörer mit diesen Worten auf, unter anderem durch ihr Verhalten zu beweisen, dass sie ihre Einstellung und Denkweise geändert hatten (Luk 3:8; Apg 26:20; siehe Anm. zu Mat 3:2, 11 und Worterklärungen zu „Reue“).

Bereut … und kehrt um: Das mit „bereuen“ übersetzte griechische Verb metanoéō bedeutet wtl. „umdenken“; damit ist eine Änderung der Denkweise, der Einstellung und der Absichten gemeint. Hier schloss die Reue den Wunsch ein, die Bindung zu Gott wieder in Ordnung zu bringen oder wiederher­zu­stellen. Wer seine Sünden aufrichtig bereut, bedauert zutiefst, dass er einen falschen Kurs eingeschlagen hat, und ist entschlossen, dieselben Fehler nicht noch einmal zu machen (2Ko 7:10, 11; siehe Anm. zu Mat 3:2, 8). Darüber hinaus bringt echte Reue eine Person dazu, „umzukehren“, also ihren falschen Kurs zu verlassen und eine Richtung einzuschlagen, mit der Gott einverstanden ist. Sowohl im Hebräischen als auch im Griechischen bedeuten die Verben für „umkehren“ (hebräisch schuv; griechisch stréphō, epistréphō) buchstäblich umzukehren, zurückzukehren oder sich umzuwenden (1Mo 18:10; 50:14; Ru 1:6; Apg 15:36). Im positiven religiösen Sinn können sie sich darauf beziehen, einen schlechten Weg zu verlassen und zu Gott zurückzukehren (1Kö 8:33; Hes 33:11; siehe Anm. zu Apg 15:3; 26:20).

bereuen: Das hier verwendete griechische Wort kann wörtlich mit „umdenken“ übersetzt werden. Damit ist eine Änderung der Denkweise, der Einstellung und der Absichten gemeint. In diesem Vers wird die Aufforderung zu bereuen mit der Wendung „sich Gott zuwenden“ verknüpft. Reue hat also mit dem Verhältnis zu Gott zu tun. Echte Reue schließt auch ein, entsprechend zu handeln. Wer bereut, zeigt durch Taten, dass er tatsächlich umgedacht hat und jetzt anders eingestellt ist. (Siehe Anm. zu Mat 3:2, 8; Luk 3:8 und Worterklärungen zu „Reue“.)

Bekehrung: Das hier verwendete griechische Substantiv epistrophḗ kommt von einem Verb, das „umkehren“, „sich umdrehen“, „zurückkehren“ bedeutet (Joh 12:40; 21:20; Apg 15:36). Im religiösen Kontext kann es einschließen, sich dem wahren Gott zuzuwenden oder zu ihm zurückzukehren, oder auch, sich von Götzen und falschen Göttern abzuwenden. (Das griechische Verb erscheint außerdem in Apg 3:19; 14:15; 15:19; 26:20; 2Ko 3:16.) In 1Th 1:9 findet man das griechische Verb in dem Satzteil „von euren Götzen abgewendet und euch Gott zugewendet“ (im Deutschen wird es durch zwei verschiedene Verben ausgedrückt). Der Bekehrung geht Reue voraus. (Siehe Anm. zu Mat 3:2, 8; Apg 3:19; 26:20.)

Ich bin ein Pharisäer: Einige der Anwesenden im Sanhedrin kannten Paulus (Apg 22:5). Sie wussten, dass er inzwischen ein überzeugter Christ war. Ihnen war also klar, dass er sich mit seiner Aussage, er sei ein Sohn von Pharisäern, nicht als Pharisäer ausgeben wollte, sondern sich auf seine gemeinsamen Wurzeln mit ihnen bezog. Seine Aussage ist daher nicht wortwörtlich zu verstehen. Sie bedeutet lediglich, dass er sich mehr mit den Pharisäern identifizierte, die wie er an eine Auferstehung glaubten, als mit den Sadduzäern. Dadurch, dass er die Auferstehung – ein kontroverses Thema – aufbrachte, schuf er eine gemeinsame Grundlage mit den anwesenden Pharisäern. Allem Anschein nach hoffte er, einige im Sanhedrin für sich und seine Argumente gewinnen zu können – was ihm auch gelang (Apg 23:7-9). Seine Aussage im vorliegenden Vers passt auch zu dem, was er später bei seiner Verteidigung vor König Agrippa über sich sagte (Apg 26:5). Und als er von Rom aus den Christen in Philippi schrieb, erwähnte er ebenfalls seinen Hintergrund als Pharisäer (Php 3:5). Interessant ist auch, wie andere Christen, die früher Pharisäer waren, in Apg 15:5 beschrieben werden. (Siehe Anm. zu Apg 15:5.)

einige von der Sekte der Pharisäer: Diese Christen wurden offensichtlich noch immer mit ihrem Hintergrund als ehemalige Pharisäer in Verbindung gebracht. (Vgl. Anm. zu Apg 23:6.)

intensiv diskutiert: Im Griechischen steht hier ein Substantiv, das mit dem Verb für „suchen“ (zētéō) verwandt ist und so viel bedeutet wie „ein (Unter)suchen“, „ein Herausfinden“, „ein Erörtern“, „ein Hinterfragen“. Das lässt darauf schließen, dass die Apostel und Ältesten der Angelegenheit genau auf den Grund gingen. Sie stellten Fragen, untersuchten sorgfältig den Sachverhalt und brachten ihre unterschiedlichen Meinungen zweifellos offen zum Ausdruck.

Wunder: Oder „Vorzeichen“. In den Christlichen Griechischen Schriften wird das entsprechende Wort téras durchweg in Kombination mit sēméion („Zeichen“) verwendet, wobei beide Wörter immer im Plural stehen (Mat 24:24; Joh 4:48; Apg 7:36; 14:3; 15:12; 2Ko 12:12). téras bezeichnet grundsätzlich alles, was Ehrfurcht oder Staunen hervorruft. Wenn der Begriff ganz klar auf ein Ereignis in der Zukunft hindeutet, wird in einer Studienanmerkung die Wiedergabe „Vorzeichen“ als Alternative angegeben.

Wundern: Oder „Vorzeichen“. (Siehe Anm. zu Apg 2:19.)

Jakobus: Bei diesem Halbbruder von Jesus handelt es sich offensichtlich um den Jakobus, der in Apg 12:17 (siehe Anm.) und Gal 1:19 erwähnt wird und der das Bibelbuch Jakobus geschrieben hat (Jak 1:1).

Jakobus: Sehr wahrscheinlich ist Jesu Halbbruder gemeint. Möglicherweise kam er altersmäßig gleich nach Jesus, denn er wird als erster der vier Söhne angeführt, die Maria gemeinsam mit Joseph hatte: Jakobus, Joseph, Simon und Judas (Mat 13:55; Mar 6:3; Joh 7:5). Jakobus war Pfingsten 33 u. Z. dabei, als Tausende von jüdischen Besuchern aus der Diaspora positiv auf die gute Botschaft reagierten und sich taufen ließen (Apg 1:14; 2:1, 41). Petrus sagte zu den Jüngern: „Berichtet das alles Jakobus“, was darauf schließen lässt, dass Jakobus in der Jerusalemer Versammlung die Führung innehatte. Offenbar handelt es sich auch um den Jakobus, der das gleichnamige Bibelbuch schrieb (Jak 1:1; Jud 1) und der auch in folgenden Bibeltexten erwähnt wird: Apg 15:13; 21:18; 1Ko 15:7; Gal 1:19 (als „Bruder des Herrn“ bezeichnet); 2:9, 12.

Jakobus: Gemeint ist hier wahrscheinlich Jesu Halbbruder, der gleiche Jakobus wie in Apg 12:17. (Siehe Anm. zu Mat 13:55; Apg 12:17.) Als die Beschneidungs­frage den Aposteln und den Ältesten in Jerusalem vorgelegt wurde, leitete Jakobus anscheinend die Diskussion (Apg 15:1, 2). Paulus bezog sich offensichtlich auf diese Begebenheit, als er Jakobus, Kephas (Petrus) und Johannes als diejenigen bezeichnete, die in der Jerusalemer Versammlung „als Säulen galten“ (Gal 2:1-9).

Simon, genannt Petrus: In der Bibel erscheinen fünf verschiedene Namen für diesen Apostel: 1. der hebräische Name Simeon; 2. der griechische Name Simon (Simeon und Simon sind beide von einem hebräischen Verb abgeleitet, das „hören“, „zuhören“, „erhören“ bedeutet); 3. Petrus (ein griechischer Name, der „Felsstück“ bedeutet und den sonst niemand in der Bibel trägt); 4. Kephas (die semitische Entsprechung zu Petrus; vielleicht mit dem in Hi 30:6 und Jer 4:29 gebrauchten hebräischen Wort kephím [„Felsen“ (Plural)] verwandt); 5. die Kombination Simon Petrus (Apg 15:14; Joh 1:42; Mat 16:16).

Simeon: Gemeint ist Simon Petrus. Die hier im ursprünglichen Text verwendete griechische Form Symeṓn ähnelt sehr stark der hebräischen Form des Namens (Simeon). Das lässt vermuten, dass bei dieser Zusammenkunft Hebräisch gesprochen wurde. In der Bibel ist das die einzige Stelle, wo Petrus so genannt wird. (Siehe Anm. zu Mat 10:2.)

ein Volk für seinen Namen: Diese Bezeichnung erinnert an Aussagen in den Hebräischen Schriften, wo es von Jehova heißt, er habe ein Volk als sein besonderes Eigentum ausgewählt (2Mo 19:5; 5Mo 7:6; 14:2; 26:18, 19). Dieses neue Volk, das Jehovas Namen trug und als „Israel Gottes“ bezeichnet wurde – das geistige Israel –, sollte auch gläubige Nichtjuden einschließen (Gal 6:16; Rö 11:25, 26a; Off 14:1). Es sollte die hervorragenden Eigenschaften des Gottes verkünden, den es repräsentierte, und seinen Namen öffentlich preisen (1Pe 2:9, 10). Über das buchstäbliche Israel hatte Jehova gesagt, es sei das Volk, das er sich gebildet habe, damit es seinen Ruhm verkündet – und das traf nun auf die Angehörigen des geistigen Israel zu (Jes 43:21). Diese frühen Christen machten mutig bekannt, dass Jehova der allein wahre Gott ist und alle anderen Götter, die zu jener Zeit verehrt wurden, falsch waren (1Th 1:9).

im Gesetz von Moses, in den Schriften der Propheten und in den Psalmen: Jesus verwendete hier offensichtlich die bei den Juden übliche Einteilung der inspirierten Hebräischen Schriften. „Das Gesetz“ (hebräisch Tōráh) bezieht sich auf die fünf Bücher Mose. Der Ausdruck „die Propheten“ (hebräisch Neviʼím) bezeichnet die prophetischen Bücher der Hebräischen Schriften einschließlich der sogenannten „früheren (vorderen) Propheten“ (die Bücher Josua bis Könige). Mit „Psalmen“ ist der dritte Teil der Hebräischen Schriften gemeint, der die restlichen Bücher umfasst und von den Juden „Schriften“ (hebräisch Kethuvím) genannt wird. Der Ausdruck „Psalmen“ wird gebraucht, weil sie das erste Buch in diesem Teil bilden. Der Begriff Tenach (oder Tenak), eine jüdische Bezeichnung für die gesamten Hebräischen Schriften, setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Namen der drei Hauptteile zusammen (TeNaCh). Die Tatsache, dass Jesus diese drei Bezeichnungen gebrauchte, zeigt, dass der Kanon der Hebräischen Schriften damals fest etabliert war und von ihm anerkannt wurde.

Worte der Propheten: Bei den Ausführungen von Simeon oder Simon Petrus (Apg 15:7-11) und dem Bericht von Barnabas und Paulus (Apg 15:12) kamen Jakobus wahrscheinlich einschlägige Schriftstellen in den Sinn, die Licht auf die strittige Frage warfen (Joh 14:26). Jakobus sagte, dass das soeben Gehörte mit den „Worten der Propheten“ übereinstimmte, und zitierte dann Am 9:11, 12. Das Bibelbuch Amos gehörte zu dem Teil der Hebräischen Schriften, den man landläufig „die Propheten“ nannte (Mat 22:40; Apg 15:16-18; siehe Anm. zu Luk 24:44).

Zelt Davids: Oder „Hütte (Haus) Davids“. Jehova hatte versprochen, dass Davids Königreich „auf ewig sicher“ wäre (2Sa 7:12-16). Das „Zelt Davids“, d. h. sein Königshaus oder seine Dynastie, wurde gestürzt, als König Zedekia abgesetzt wurde (Hes 21:27). Von da an gab es auf dem „Thron Jehovas“ im irdischen Jerusalem keinen König aus der Linie Davids (1Ch 29:23). Jehova würde jedoch das sinnbildliche Zelt Davids wieder aufrichten, indem er Jesus, den Nachkommen Davids, für immer als König einsetzen würde (Apg 2:29-36). Wie Jakobus andeutete, gehörte zu diesem von Amos vorhergesagten Wiederaufbau (der Wiederbelebung der Königslinie Davids), dass Jesu Jünger (die Königreichserben) sowohl aus dem jüdischen Volk als auch aus den anderen Völkern zusammengebracht würden (Am 9:11, 12).

Worte der Propheten: Bei den Ausführungen von Simeon oder Simon Petrus (Apg 15:7-11) und dem Bericht von Barnabas und Paulus (Apg 15:12) kamen Jakobus wahrscheinlich einschlägige Schriftstellen in den Sinn, die Licht auf die strittige Frage warfen (Joh 14:26). Jakobus sagte, dass das soeben Gehörte mit den „Worten der Propheten“ übereinstimmte, und zitierte dann Am 9:11, 12. Das Bibelbuch Amos gehörte zu dem Teil der Hebräischen Schriften, den man landläufig „die Propheten“ nannte (Mat 22:40; Apg 15:16-18; siehe Anm. zu Luk 24:44).

Simeon: Gemeint ist Simon Petrus. Die hier im ursprünglichen Text verwendete griechische Form Symeṓn ähnelt sehr stark der hebräischen Form des Namens (Simeon). Das lässt vermuten, dass bei dieser Zusammenkunft Hebräisch gesprochen wurde. In der Bibel ist das die einzige Stelle, wo Petrus so genannt wird. (Siehe Anm. zu Mat 10:2.)

damit die Menschen, die übrig bleiben, … Jehova aufrichtig suchen: Jakobus zitierte hier Am 9:11, 12. (Siehe Anm. zu Apg 15:15.) Teile dieses Zitats unterscheiden sich jedoch etwas von dem hebräischen Text, der aktuell zur Verfügung steht. Eine Erklärung dafür ist, dass Jakobus möglicherweise aus der Septuaginta zitierte, einer griechischen Übersetzung der Hebräischen Schriften. Allerdings könnte bei der Sitzung der Apostel und Ältesten Hebräisch gesprochen worden sein, da Jakobus für Petrus den Namen Simeon gebrauchte. (Siehe Anm. zu Apg 15:14.) In diesem Fall könnte es sein, dass Jakobus die Passage aus dem hebräischen Text zitierte, Lukas in seinem Bericht aber den Wortlaut der Septuaginta verwendete. Auch andere Bibelschreiber gingen so vor, wenn sie aus den Hebräischen Schriften zitierten, so z. B. Jakobus. Manchmal unterscheiden sich solche Zitate aus der Septuaginta geringfügig von dem heute verfügbaren hebräischen Text. Jehova ließ allerdings zu, dass die Bibelschreiber die Septuaginta gebrauchten und dadurch diese Zitate Teil des inspirierten Bibelberichts wurden (2Ti 3:16, Fn.). Was das Zitat aus Am 9:12 betrifft, lautet die Wiedergabe der Septuaginta: „die Menschen, die übrig bleiben“, während die vorhandenen hebräischen Handschriften die Lesart „was von Edom übrig ist“ enthalten. Einige vermuten, diese Abweichung sei zustande gekommen, weil die althebräischen Wörter für „Menschen“ und für „Edom“ fast gleich aussehen. Dasselbe trifft auf die hebräischen Wörter für „suchen“ und „in Besitz nehmen“ zu. Eine andere Erklärung ist, dass sich die Septuaginta-Wiedergabe von Am 9:12 auf einen alten hebräischen Text stützt, der sich von dem heute verfügbaren hebräischen Text unterscheidet. Das lässt sich aber nicht mit Sicherheit sagen. In jedem Fall stützt sowohl die Septuaginta als auch der hebräische massoretische Text den Grundgedanken von Jakobus’ Argumentation: Amos hatte vorausgesagt, dass Menschen aus anderen Völkern den Namen Jehovas tragen würden.

zusammen mit Leuten aus allen Völkern: Gemeint sind Nichtjuden oder Heiden. Wer aus einem anderen Volk stammte, sich aber beschneiden ließ, galt nicht mehr als Nichtjude oder Heide, sondern wurde wie ein „gebürtiger Israelit“ – oder Jude – angesehen (2Mo 12:48, 49). Zur Zeit Esthers „bekannten sich … viele Angehörige anderer Völker zum Judentum“, wie es in Est 8:17 heißt. Interessant ist, wie die Septuaginta diese Stelle wiedergibt: „Viele aus den Völkern ließen sich beschneiden und wurden zu Juden“. Laut der Prophezeiung aus Am 9:11, 12, wie sie hier in der Apostel­geschichte zitiert wird, würden sich den „Menschen, die [vom Haus Israel] übrig bleiben“ (also Juden und beschnittenen Nichtjuden oder Proselyten), „Leute aus allen Völkern“ (unbeschnittene Nichtjuden) anschließen und ebenfalls Jehovas Namen tragen. Durch diese Prophezeiung verstanden die Jünger, dass sich unbeschnittene Menschen aus anderen Völkern nicht beschneiden lassen mussten, um Gott zu gefallen.

die meinen Namen tragen: Wtl. „über denen mein Name genannt ist“. In den Hebräischen Schriften kommt diese Wendung in Verbindung mit den Israeliten vor und zeigt an, dass sie Jehovas Volk waren (5Mo 28:10; 2Ch 7:14; Jes 43:7; 63:19; Da 9:19). In 2Kö 21:4, 7 heißt es im Hebräischen wörtlich, dass Jehova seinen Namen auch auf Jerusalem und den Tempel legte; dadurch erkannte er diesen Ort als das Zentrum seiner Anbetung an.

Jehova: Gemäß Apg 15:14 sagte Jakobus, Simeon habe erzählt, „wie Gott erstmals seine Aufmerksamkeit den anderen Völkern zuwandte“, und in Vers 19 sprach Jakobus von „Völkern, die sich Gott zuwenden“. Im vorliegenden Vers zitierte Jakobus aus Am 9:11, 12. Dort erscheint im hebräischen Urtext der Name Gottes ein Mal in dem Ausdruck „erklärt [oder „sagt“] Jehova“. Hier in Apg 15:17 steht im Griechischen das Wort kýrios („Herr“) zwei Mal, und beide Male bezieht es sich auf Jehova. Berücksichtigt man den Kontext, den Hintergrund der Hebräischen Schriften und die Verwendung des Wortes kýrios in der Septuaginta und auch an anderen Stellen in den Christlichen Griechischen Schriften, gibt es gute Gründe, hier an beiden Stellen im Haupttext den Namen Gottes zu verwenden. (Siehe Anh. C1 und C3, Einleitung, Apg 15:17.)

sagt Jehova: Es handelt sich hier um ein Zitat aus Am 9:12. Dort erscheint der Gottesname im hebräischen Urtext in Form der vier hebräischen Konsonanten יהוה (JHWH). (Siehe Anh. C.)

der das tut, [V. 18] was seit jeher bekannt ist: Oder gemäß einem anderen Verständnis des griechischen Textes: „der diese Dinge [V. 18] seit jeher bekannt macht“.

Meine Entscheidung ist: Oder „Meine Meinung (Schlussfolgerung) ist“. Im Griechischen steht hier wtl. „Ich urteile“. Doch aus der Art und Weise, wie das Verb hier verwendet wird, geht nicht hervor, dass Jakobus, der die Sitzung anscheinend leitete, über die Köpfe der anderen hinweg entschied. Vielmehr unterbreitete er ihnen, basierend auf dem, was sie von den Brüdern und aus Gottes Wort gehört hatten, einen Vorschlag. Nach einem Wörterbuch bedeutet das griechische Verb in diesem Kontext: „etwas unter Berücksichtigung von verschiedenen Faktoren beurteilen“. Daher ist hier keine offizielle Urteils­verkündung gemeint, sondern die Schlussfolgerung, die Jakobus aus den zuvor zitierten Schriftstellen zog.

sexueller Unmoral: Das griechische Wort pornéia ist ein Oberbegriff für alle Arten von sexueller Betätigung, die laut der Bibel nicht erlaubt sind. Dazu gehören Ehebruch, Prostitution, sexuelle Handlungen zwischen Personen, die das gleiche Geschlecht haben oder die nicht miteinander verheiratet sind, und Sodomie. (Siehe Worterklärungen.)

Erwürgtem: Oder „dem, was getötet wurde, ohne es ausbluten zu lassen“. Dieses Verbot sollte offensichtlich auch Tiere einschließen, die entweder ohne äußere Einwirkung starben oder nachdem sie von einem anderen Tier angegriffen wurden. In allen Fällen wäre das Tier nicht richtig ausgeblutet (2Mo 22:31; 3Mo 17:15; 5Mo 14:21).

stand auf, um vorzulesen: Bibel­wissenschaftlern zufolge ist dies die früheste Beschreibung eines Gottesdienstes in einer Synagoge. Nach jüdischer Überlieferung begann der Gottesdienst gewöhnlich mit persönlichen Gebeten, die die Gläubigen beim Betreten der Synagoge sprachen. Dann wurden die Worte aus 5Mo 6:4-9 und 11:13-21 aufgesagt. Daran schlossen sich öffentliche Gebete an sowie eine Lesung aus dem Pentateuch, die einem festgelegten Plan folgte. Laut Apg 15:21 wurden solche Lesungen im 1. Jh. u. Z. „an jedem Sabbat“ abgehalten. Als Nächstes folgte der Teil des Gottesdienstes, auf den anscheinend im vorliegenden Vers Bezug genommen wird: Jemand las – üblicherweise im Stehen – eine Passage aus den Propheten vor, die anschließend kommentiert wurde. Bei der Auswahl der Textpassage hatte der Leser möglicherweise einige Freiheiten. (Siehe Anm. zu Apg 13:15.)

Vorlesung aus dem Gesetz und den Propheten: Solche öffentlichen Vorlesungen gab es im 1. Jh. u. Z. „an jedem Sabbat“ (Apg 15:21). Ein Element des Synagogengottesdienstes war das Rezitieren des Schma oder Schema, das als jüdisches Glaubens­bekenntnis gilt (5Mo 6:4-9; 11:13-21). Seinen Namen erhielt es von dem ersten Wort der ersten Schriftstelle, die zitiert wurde: „Höre [schemáʽ], Israel: Jehova ist unser Gott, es gibt nur einen Jehova“ (5Mo 6:4). Den wichtigsten Teil des Gottesdienstes bildete die Lesung der Thora, auch Pentateuch genannt. In vielen Synagogen teilte man das Gesetz so auf, dass es im Laufe eines Jahres ein Mal vorgelesen wurde; in anderen Synagogen teilte man es auf drei Jahre auf. Es wurden auch Passagen aus den Propheten vorgelesen und erklärt. Auf die Lesung folgte ein Vortrag. In einer Synagoge im pisidischen Antiochia wurde Paulus im Anschluss an so eine Lesung gebeten, ein „Wort der Ermutigung“ an die Anwesenden zu richten. (Siehe Anm. zu Luk 4:16.)

stand auf, um vorzulesen: Bibel­wissenschaftlern zufolge ist dies die früheste Beschreibung eines Gottesdienstes in einer Synagoge. Nach jüdischer Überlieferung begann der Gottesdienst gewöhnlich mit persönlichen Gebeten, die die Gläubigen beim Betreten der Synagoge sprachen. Dann wurden die Worte aus 5Mo 6:4-9 und 11:13-21 aufgesagt. Daran schlossen sich öffentliche Gebete an sowie eine Lesung aus dem Pentateuch, die einem festgelegten Plan folgte. Laut Apg 15:21 wurden solche Lesungen im 1. Jh. u. Z. „an jedem Sabbat“ abgehalten. Als Nächstes folgte der Teil des Gottesdienstes, auf den anscheinend im vorliegenden Vers Bezug genommen wird: Jemand las – üblicherweise im Stehen – eine Passage aus den Propheten vor, die anschließend kommentiert wurde. Bei der Auswahl der Textpassage hatte der Leser möglicherweise einige Freiheiten. (Siehe Anm. zu Apg 13:15.)

Vorlesung aus dem Gesetz und den Propheten: Solche öffentlichen Vorlesungen gab es im 1. Jh. u. Z. „an jedem Sabbat“ (Apg 15:21). Ein Element des Synagogengottesdienstes war das Rezitieren des Schma oder Schema, das als jüdisches Glaubens­bekenntnis gilt (5Mo 6:4-9; 11:13-21). Seinen Namen erhielt es von dem ersten Wort der ersten Schriftstelle, die zitiert wurde: „Höre [schemáʽ], Israel: Jehova ist unser Gott, es gibt nur einen Jehova“ (5Mo 6:4). Den wichtigsten Teil des Gottesdienstes bildete die Lesung der Thora, auch Pentateuch genannt. In vielen Synagogen teilte man das Gesetz so auf, dass es im Laufe eines Jahres ein Mal vorgelesen wurde; in anderen Synagogen teilte man es auf drei Jahre auf. Es wurden auch Passagen aus den Propheten vorgelesen und erklärt. Auf die Lesung folgte ein Vortrag. In einer Synagoge im pisidischen Antiochia wurde Paulus im Anschluss an so eine Lesung gebeten, ein „Wort der Ermutigung“ an die Anwesenden zu richten. (Siehe Anm. zu Luk 4:16.)

Moses: Jakobus meinte damit die Schriften von Moses. Diese enthielten neben der Gesetzessammlung auch den Bericht darüber, wie Gott mit seinem Volk gehandelt hatte, sowie Begebenheiten aus der Zeit vor dem Gesetz, die Gottes Sichtweise auf bestimmte Themen erkennen ließen. Aus dem 1. Buch Mose ging z. B. klar hervor, wie Jehova über Ehebruch, Götzendienst und den Gebrauch von Blut denkt (1Mo 9:3, 4; 20:2-9; 35:2, 4). Jehova offenbarte damals also Prinzipien, die für alle Menschen gelten, ob Juden oder Nichtjuden. Für die Christen aus den anderen Völkern wäre die Entscheidung aus Apg 15:19, 20 keine Last, da sie ihnen nicht das mosaische Gesetz aufbürdete. Zugleich würde sie Achtung vor dem Gewissen der Judenchristen verraten, denen in den Synagogen viele Jahre lang an jedem Sabbat die Schriften von Moses vorgelesen worden waren. (Siehe Anm. zu Luk 4:16; Apg 13:15.) Durch den empfohlenen Kurs würde der Zusammenhalt zwischen jüdischen und nicht jüdischen Christen gestärkt werden.

in den Synagogen an jedem Sabbat vorgelesen: Siehe Anm. zu Luk 4:16; Apg 13:15.

Ältesten: An dieser Stelle bezieht sich das griechische Wort presbýteros (wtl. „älterer Mann“) auf diejenigen, die in der frühen Christen­versammlung eine verantwortliche Stellung hatten. Die Ältesten der Versammlung in Jerusalem werden hier in einem Zug mit den Aposteln genannt. Paulus, Barnabas und einige andere Brüder aus dem syrischen Antiochia sollten zu den Aposteln und Ältesten nach Jerusalem hinaufgehen, um die Beschneidungs­frage zu klären. So wie es in Israel einige Älteste gab, die dem Volk auf nationaler Ebene dienten, bildeten diese Ältesten zusammen mit den Aposteln eine leitende Körperschaft, die für alle Versammlungen der Christen im 1. Jh. zuständig war. Das zeigt, dass die leitende Körperschaft, die ursprünglich aus den zwölf Aposteln bestand, mittlerweile erweitert worden war (Apg 1:21, 22, 26; siehe Anm. zu Mat 16:21; Apg 11:30).

die Apostel und die Ältesten: Siehe Anm. zu Apg 15:2.

Claudius Lysias an Seine Exzellenz, den Statthalter Felix: Grüße!: In der Antike war das eine übliche Einleitung in Briefen. Zuerst wurde der Schreiber genannt, dann der Adressat und danach folgte eine Grußformel. Als Gruß verwendete man oft das griechische Verb cháirō (wtl. „sich freuen“), das so viel ausdrückt wie: „Hoffentlich geht es dir (euch) gut!“ Dieser Gruß taucht auch häufig in außerbiblischen Papyrusbriefen auf. Im vorliegenden Kontext ist „Grüße!“ eine angemessene Wiedergabe für cháirō. In Apg 15:23 und Jak 1:1 findet man eine ähnliche Briefeinleitung. (Siehe Anm. zu Apg 15:23.)

Grüße!: Das griechische Verb cháirō, das wtl. „sich freuen“ bedeutet, wird hier als Gruß verwendet und heißt so viel wie: „Hoffentlich geht es euch gut!“ Die Einleitung dieses Briefes an die Versammlungen zum Thema Beschneidung entspricht der damals üblichen Form. Zuerst wurde der Schreiber genannt, dann der Adressat und danach folgte eine Grußformel. (Siehe Anm. zu Apg 23:26.) Von den Briefen der Christlichen Griechischen Schriften wird cháirō nur im Jakobusbrief als Gruß verwendet, wie das hier in dem Brief der leitenden Körperschaft der Fall ist (Jak 1:1). Am Verfassen dieses Briefes war der Jünger Jakobus beteiligt, der bei der in Apostel­geschichte, Kapitel 15 beschriebenen Sitzung eine führende Rolle spielte. Das unterstützt die These, dass er mit dem Schreiber des Jakobusbriefes identisch ist.

euch durcheinander­bringen wollten: Oder „euch beunruhigen wollten“. Im Griechischen steht hier für „euch“ wtl. „eure Seelen“. In diesem Kontext bezieht sich das Wort psychḗ, hier oft traditionell mit „Seele“ wiedergegeben, auf den Menschen selbst und wird deshalb mit dem Pronomen „euch“ übersetzt. (Siehe Worterklärungen zu „Seele“.)

einstimmigen: Im Griechischen steht hier das Adverb homothymadón, das „einmütig“, „einstimmig“, „gleich fühlend“ bedeutet. Es kommt in der Apostel­geschichte mehrmals vor und beschreibt oft die einzigartige Einheit, die unter den ersten Christen herrschte. Beispiele sind in Apg 1:14; 2:46; 4:24 zu finden, wo es mit „vereint“ wiedergegeben wird.

ihr Leben riskiert: Oder „ihr Leben aufgegeben“, „ihr Leben (sich) hingegeben“. Im Griechischen steht hier der Plural des Wortes psychḗ, das in früheren Ausgaben der Neuen-Welt-Übersetzung durchweg mit „Seele“ wiedergegeben wurde. Es kann sich auf eine Person oder auf das Leben einer Person beziehen. (Siehe Worterklärungen zu „Seele“.)

Erwürgtem: Oder „dem, was getötet wurde, ohne es ausbluten zu lassen“. Dieses Verbot sollte offensichtlich auch Tiere einschließen, die entweder ohne äußere Einwirkung starben oder nachdem sie von einem anderen Tier angegriffen wurden. In allen Fällen wäre das Tier nicht richtig ausgeblutet (2Mo 22:31; 3Mo 17:15; 5Mo 14:21).

sexueller Unmoral: Das griechische Wort pornéia ist ein Oberbegriff für alle Arten von sexueller Betätigung, die laut der Bibel nicht erlaubt sind. Dazu gehören Ehebruch, Prostitution, sexuelle Handlungen zwischen Personen, die das gleiche Geschlecht haben oder die nicht miteinander verheiratet sind, und Sodomie. (Siehe Worterklärungen.)

Enthaltet euch von: Oder „Haltet euch fern von“. Das hier verwendete griechische Verb bezieht sich auf alles, was in der Aufzählung folgt: Christen wurden angewiesen, Götzendienst und sexuelle Unmoral zu meiden und kein Fleisch von Tieren zu essen, die erwürgt wurden und daher nicht richtig ausgeblutet sind. In Verbindung mit Blut bezieht sich das griechische Verb nicht nur auf das Essen von Blut, sondern ist umfassender zu verstehen. Es bedeutet auch, jeden Missbrauch von Blut zu vermeiden und so Achtung vor seiner Heiligkeit zu zeigen (3Mo 17:11, 14; 5Mo 12:23).

Enthaltet euch … von Blut: Diese Anordnung geht im Endeffekt auf das Gebot, kein Blut zu essen, zurück, das Gott bereits Noah und dessen Söhnen und damit der ganzen Menschheit gegeben hatte (1Mo 9:4-6). 800 Jahre später nahm Gott dieses Gebot in das Gesetz für die Israeliten auf (3Mo 17:13-16). Weitere 1500 Jahre später bestätigte er, wie hier beschrieben, dass es auch für die Christen­versammlung gilt. Für Gott ist es genauso wichtig, dass man sich von Blut enthält wie von Götzendienst und sexueller Unmoral.

Erwürgtem: Siehe Anm. zu Apg 15:20.

sexueller Unmoral: Siehe Anm. zu Apg 15:20.

Bleibt gesund!: Oder „Lebt wohl!“. Der entsprechende griechische Ausdruck wurde häufig in Briefen verwendet. Man kann daraus nicht unbedingt ableiten, dass die zuvor gegebenen Anweisungen Gesundheitsempfehlungen waren, in dem Sinn: „Wenn ihr euch davon enthaltet, lebt ihr gesünder.“ Vielmehr handelte es sich um eine Schlussformel, mit der man dem Empfänger Kraft, Gesundheit und Glück wünschte. Im Hebräischen wurde der Ausdruck schalṓm, „Frieden“, ähnlich gebraucht (2Mo 4:18; Ri 18:6; 19:20; 1Sa 1:17). Dementsprechend gibt eine neuhebräische Übersetzung der Christlichen Griechischen Schriften (in Anh. C4 unter J22 aufgeführt) den griechischen Ausdruck mit schalṓm lachém, „Friede sei mit euch!“, wieder.

In einigen jüngeren griechischen Handschriften und verschiedenen frühen Übersetzungen findet man mit leichten Abwandlungen folgenden Zusatz: „Es schien aber Silas gut, dort zu bleiben; Judas allein jedoch brach nach Jerusalem auf.“ Allerdings ist dieser Text nicht in den frühesten und verlässlichsten Manuskripten enthalten und gehört daher nicht zum ursprünglichen Text der Apostel­geschichte. Wahrscheinlich handelte es sich um eine erklärende Randnotiz zu Apg 15:40, die irgendwann in einigen wenigen Handschriften in den Haupttext aufgenommen wurde. (Siehe Anh. A3.)

das Wort Jehovas: Diese Wendung hat ihren Ursprung in den Hebräischen Schriften und setzt sich dort aus dem hebräischen Begriff für „Wort“ und dem Gottesnamen zusammen. Der Ausdruck „das Wort Jehovas“, auch mit „die Botschaft Jehovas“ oder ähnlich übersetzt, findet sich in rund 200 Versen. (Beispiele: 2Sa 12:9, Fn.; 24:11; 2Kö 7:1; 20:16; Jes 1:10; 2:3; 28:14; 38:4; Jer 1:4; 2:4; Hes 1:3; 6:1; Hos 1:1; Mi 1:1; Sach 9:1.) Der Ausdruck erscheint auch in einer frühen Abschrift der Septuaginta, die im Nachal Chever in der Judäischen Wüste nahe dem Toten Meer gefunden wurde. In diesem Pergament, das auf die Zeit zwischen 50 v. u. Z. und 50 u. Z. datiert wird, findet man in Sach 9:1 das griechische Wort lógos, gefolgt von dem Gottesnamen in althebräischen Buchstaben. Die Gründe, warum in der Neuen-Welt-Übersetzung im vorliegenden Vers „das Wort Jehovas“ steht, obwohl viele griechische Handschriften die Lesart „das Wort des Herrn“ enthalten, werden näher in Anh. C3, Einleitung, Apg 8:25 erklärt.

das Wort Jehovas: Diese Wendung hat ihren Ursprung in den Hebräischen Schriften und setzt sich dort aus dem hebräischen Begriff für „Wort“ und dem Gottesnamen zusammen. Der Ausdruck „das Wort Jehovas“, auch mit „die Botschaft Jehovas“ oder ähnlich übersetzt, findet sich in rund 200 Versen. (Beispiele: 2Sa 12:9, Fn.; 24:11; 2Kö 7:1; 20:16; Jes 1:10; 2:3; 28:14; 38:4; Jer 1:4; 2:4; Hes 1:3; 6:1; Hos 1:1; Mi 1:1; Sach 9:1.) Der Ausdruck erscheint auch in einer frühen Abschrift der Septuaginta, die im Nachal Chever in der Judäischen Wüste nahe dem Toten Meer gefunden wurde. In diesem Pergament, das auf die Zeit zwischen 50 v. u. Z. und 50 u. Z. datiert wird, findet man in Sach 9:1 das griechische Wort lógos, gefolgt von dem Gottesnamen in althebräischen Buchstaben. Die Gründe, warum in der Neuen-Welt-Übersetzung im vorliegenden Vers „das Wort Jehovas“ steht, obwohl viele griechische Handschriften die Lesart „das Wort des Herrn“ enthalten, werden näher in Anh. C3, Einleitung, Apg 8:25 erklärt.

das Wort Jehovas: Siehe Anm. zu Apg 8:25 und Anh. C3, Einleitung, Apg 15:36.

Jehovas: In vielen griechischen Handschriften steht hier „des Herrn“ (tou kyríou), während andere „Gottes“ schreiben. Es spricht jedoch einiges dafür, im Haupttext den Namen Gottes zu verwenden. In der Apostel­geschichte wird der Ausdruck „unverdiente Güte“ meistens mit Gott in Verbindung gebracht (Apg 11:23; 13:43; 20:24, 32). In Apg 14:26 findet man die ähnliche Formulierung „der unverdienten Güte Gottes anvertraut“. (Siehe Anh. C3, Einleitung, Apg 15:40.)

Medien

Apostel­geschichte: 2. Missionsreise von Paulus um 49–52 u. Z. (Apg 15:36 bis 18:22)
Apostel­geschichte: 2. Missionsreise von Paulus um 49–52 u. Z. (Apg 15:36 bis 18:22)

Die Ereignisse sind in chronologischer Reihenfolge angegeben

(1) Paulus und Barnabas trennen sich; Paulus reist mit Silas, und Barnabas nimmt Johannes (Markus) mit (Apg 15:36-41)

(2) Paulus reist erst nach Derbe, dann nach Lystra; dort bittet er Timotheus, ihn zu begleiten (Apg 16:1-4)

(3) Der heilige Geist hindert Paulus daran, das Wort Gottes in der Provinz Asien zu verkünden; Paulus reist durch Phrygien und Galatien bis nach Mysien (Apg 16:6, 7)

(4) Als Paulus und seine Begleiter in Troas sind, sieht er in einer Vision einen Mazedonier, der die Brüder bittet, nach Mazedonien zu kommen (Apg 16:8-10)

(5) Paulus und seine Begleiter fahren mit dem Schiff von Troas nach Neapolis und reisen von dort aus nach Philippi weiter (Apg 16:11, 12)

(6) An einer Gebetsstätte, die an einem Fluss außerhalb von Philippi liegt, spricht Paulus zu einigen Frauen; Lydia und ihre Haus­gemeinschaft lassen sich taufen (Apg 16:13-15)

(7) In Philippi kommen Paulus und Silas ins Gefängnis; der Gefängnis­aufseher und seine Haus­gemeinschaft lassen sich taufen (Apg 16:22-24, 31-33)

(8) Paulus verlangt eine offizielle Entschuldigung; die Magistrate der Stadt begleiten die Brüder aus dem Gefängnis hinaus; Paulus geht zu Lydia und macht den Neugetauften Mut (Apg 16:37-40)

(9) Paulus und seine Begleiter reisen über Amphipolis und Apollonia nach Thessalonich (Apg 17:1)

(10) Paulus predigt in Thessalonich; einige Juden und viele Griechen werden gläubig; gegnerische Juden versetzen die Stadt in Aufruhr (Apg 17:2-5)

(11) In Beröa predigen Paulus und Silas in der Synagoge; Juden aus Thessalonich hetzen die Leute auf (Apg 17:10-13)

(12) Paulus reist mit dem Schiff nach Athen weiter; Silas und Timotheus bleiben in Beröa (Apg 17:14, 15)

(13) In Athen hält Paulus auf dem Areopag eine Rede; einige werden gläubig (Apg 17:22, 32-34)

(14) Paulus verbringt eineinhalb Jahre in Korinth und lehrt das Wort Gottes; einige feinden ihn an, doch viele werden gläubig und lassen sich taufen (Apg 18:1, 8, 11)

(15) Von Kenchreä, einem Hafen von Korinth, fährt Paulus in Begleitung von Priscilla und Aquila mit dem Schiff nach Ephesus; dort predigt Paulus in der Synagoge (Apg 18:18, 19)

(16) Paulus reist mit dem Schiff nach Cäsarea, Priscilla und Aquila bleiben in Ephesus; bevor Paulus seine Reise in Antiochia in Syrien beendet, geht er wahrscheinlich erst noch nach Jerusalem (Apg 18:20-22)