Nach Lukas 22:1-71

22  Nun stand das Fest der ungesäuerten Brote bevor, das sogenannte Passah,+  und die Oberpriester und die Schriftgelehrten suchten nach einer Gelegenheit, Jesus geschickt loszuwerden,+ denn sie fürchteten das Volk.+  Da fuhr Satan in Judas, genannt Iskạriot, der zu den Zwölf zählte.+  Judas ging zu den Oberpriestern und den Hauptleuten der Tempelwache und besprach mit ihnen, wie er ihn an sie verraten könnte.+  Sie freuten sich darüber und einigten sich darauf, ihm Silbergeld zu geben.+  Er war einverstanden und suchte von da an nach einer günstigen Gelegenheit, ihn an sie zu verraten, ohne dass eine Menschenmenge dabei war.  Es war nun der Tag der ungesäuerten Brote, der Tag, an dem das Passah geopfert werden musste.+  Jesus beauftragte also Petrus und Johạnnes: „Geht und bereitet für uns das Passahmahl vor.“+  Sie fragten ihn: „Wo willst du es vorbereitet haben?“ 10  Er antwortete: „Wenn ihr in die Stadt kommt, werdet ihr einen Mann treffen, der einen Wasserkrug aus Ton trägt. Folgt ihm in das Haus, in das er hineingeht.+ 11  Sagt zu dem Hausbesitzer: ‚Der Lehrer lässt fragen: „Wo ist das Gastzimmer, in dem ich mit meinen Jüngern das Passahmahl einnehmen kann?“‘ 12  Er wird euch dann einen großen, fertig hergerichteten Raum im Obergeschoss zeigen. Bereitet es dort vor.“ 13  Da machten sie sich auf den Weg und fanden alles so vor, wie er es gesagt hatte, und sie trafen die Vorbereitungen für das Passah. 14  Als die Stunde gekommen war, legte sich Jesus mit den Aposteln zu Tisch.+ 15  Er sagte zu ihnen: „Ich habe mich sehr danach gesehnt, dieses Passahmahl mit euch einzunehmen, bevor ich leiden muss. 16  Denn ich sage euch: Ich werde es nicht wieder essen, bis es sich im Königreich Gottes erfüllt.“ 17  Und er nahm einen Becher entgegen, sprach ein Dankgebet und sagte: „Nehmt ihn und reicht ihn unter euch von einem zum anderen weiter. 18  Denn ich sage euch: Von nun an werde ich nicht mehr vom Erzeugnis des Weinstocks trinken, bis Gottes Königreich kommt.“+ 19  Auch nahm er ein Brot,+ sprach ein Dankgebet, brach das Brot und gab es ihnen mit den Worten: „Es steht für meinen Körper*,+ der für euch gegeben wird.+ Tut dies immer wieder zur Erinnerung an mich.“+ 20  Genauso machte er es nach dem Abendessen mit dem Becher. Er sagte: „Dieser Becher steht für den neuen Bund,+ der durch mein Blut in Kraft tritt,+ das für euch vergossen wird.+ 21  Doch seht! Mein Verräter* befindet sich mit mir am Tisch.+ 22  Der Menschensohn geht zwar seinen Weg, wie festgelegt,+ aber wehe dem, der ihn verrät!“+ 23  Da fingen sie an, miteinander zu diskutieren, wer von ihnen wohl so etwas tun würde.+ 24  Allerdings kam es unter ihnen auch zu einer hitzigen Auseinandersetzung darüber, wer von ihnen als der Größte galt.+ 25  Er sagte jedoch zu ihnen: „Die Könige der Völker spielen sich als Herren auf, und die, die Macht über das Volk haben, werden als Wohltäter bezeichnet.+ 26  Ihr solltet aber nicht so sein,+ sondern wer unter euch der Größte ist, soll wie der Jüngste werden,+ und wer die Führung übernimmt, wie ein Diener.+ 27  Wer ist denn größer: der zu Tisch Liegende oder der Bedienende? Ist es nicht der zu Tisch Liegende? Ich dagegen bin unter euch wie der Bedienende.+ 28  Doch ihr seid es, die in meinen Prüfungen+ zu mir gehalten haben.+ 29  Und ich schließe mit euch einen Bund, so wie mein Vater mit mir einen Bund geschlossen hat, für ein Königreich,+ 30  damit ihr in meinem Königreich an meinem Tisch esst und trinkt+ und auf Thronen sitzt,+ um für die zwölf Stämme Israels Recht zu sprechen.+ 31  Sịmon, Sịmon, sieh nur! Satan hat nach euch allen verlangt, um euch wie Weizen durchzusieben.+ 32  Aber ich habe für dich gefleht, dass dein Glaube nicht nachlässt.+ Und du, bist du wieder zurückgekehrt, dann stärke deine Brüder.“+ 33  Darauf sagte er: „Herr, ich bin bereit, mit dir sowohl ins Gefängnis als auch in den Tod zu gehen.“+ 34  Doch Jesus erwiderte: „Ich sage dir, Petrus: Ein Hahn wird heute nicht krähen, ehe du drei Mal abgestritten hast, mich zu kennen.“+ 35  Er fragte nun: „Als ich euch ohne Geldbeutel, Provianttasche und Sandalen aussandte,+ hat euch da irgendetwas gefehlt?“ „Nein!“,* antworteten sie. 36  Da forderte er sie auf: „Aber jetzt soll jeder, der einen Geldbeutel hat, ihn mitnehmen und ebenso eine Provianttasche. Und wer kein Schwert hat, soll sein Obergewand verkaufen und sich eins kaufen. 37  Denn ich sage euch, dass an mir wahr werden muss, was in den Schriften steht, nämlich: ‚Er wurde zu den Gesetzlosen gezählt.‘+ Das erfüllt sich an mir.“+ 38  „Herr, sieh mal! Hier sind zwei Schwerter!“, sagten sie, worauf er meinte: „Das reicht.“ 39  Er ging weg und machte sich wie gewohnt auf den Weg zum Ölberg, und die Jünger folgten ihm.+ 40  Dort angekommen, sagte er zu ihnen: „Betet weiter, damit ihr nicht in Versuchung geratet.“+ 41  Er zog sich etwa einen Steinwurf weit von ihnen zurück, kniete sich hin und fing an zu beten: 42  „Vater, wenn du willst, nimm diesen Becher von mir weg. Aber nicht was ich will, sondern was du willst, soll geschehen.“+ 43  Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und stärkte ihn.+ 44  Doch er litt solche Qualen, dass er umso flehentlicher betete,+ und sein Schweiß war wie Blutstropfen, die zur Erde fallen. 45  Als er sich vom Gebet erhob, ging er zu den Jüngern und sah, dass sie eingenickt waren – vor Kummer erschöpft. 46  Er fragte sie: „Warum schlaft ihr? Steht auf und betet weiter, damit ihr nicht in Versuchung geratet.“+ 47  Während er noch redete, war auf einmal eine Menschenmenge da, angeführt von dem Mann namens Judas, einem der Zwölf. Er ging auf Jesus zu, um ihn mit einem Kuss zu begrüßen.+ 48  Doch Jesus fragte ihn: „Judas, verrätst du den Menschensohn mit einem Kuss?“ 49  Als die, die bei ihm standen, sahen, was sich anbahnte, fragten sie: „Herr, sollen wir mit dem Schwert zuschlagen?“ 50  Einer von ihnen ging sogar auf den Sklaven des Hohen Priesters los und schlug ihm das rechte Ohr ab.+ 51  Da rief Jesus: „Hört auf!“, berührte das Ohr und heilte den Sklaven. 52  Dann fragte Jesus die Oberpriester, die Hauptleute der Tempelwache und die Ältesten, die seinetwegen gekommen waren: „Bin ich ein Verbrecher*, dass ihr mit Schwertern und Knüppeln angerückt seid?+ 53  Als ich jeden Tag bei euch im Tempel war,+ seid ihr nicht gegen mich vorgegangen.+ Aber das ist eure Stunde und die Macht der Finsternis.“+ 54  Dann verhafteten sie ihn, führten ihn ab+ und brachten ihn ins Haus des Hohen Priesters. Petrus lief aber in einiger Entfernung hinterher.+ 55  Mitten im Hof zündete man ein Feuer an und Petrus setzte sich dort zu den Leuten.+ 56  Ein Dienstmädchen, das ihn im Schein des Feuers sitzen sah, schaute ihn genau an und sagte: „Dieser Mann war auch mit ihm zusammen.“ 57  Doch er stritt es ab: „Ich kenne ihn nicht, Frau.“+ 58  Kurz darauf sah ihn jemand anders und meinte: „Du bist auch einer von denen“, worauf Petrus widersprach: „Nein, Mann, bin ich nicht.“+ 59  Nach etwa einer Stunde behauptete ein anderer felsenfest: „Dieser Mann war ganz sicher auch mit ihm zusammen, denn er ist doch ein Galilạ̈er.“ 60  „Mensch! Ich weiß nicht, wovon du sprichst“, erwiderte Petrus, und augenblicklich, während er noch redete, krähte ein Hahn. 61  Da drehte sich der Herr um und sah Petrus direkt an, und Petrus erinnerte sich an die Worte, die der Herr zu ihm gesagt hatte: „Bevor heute ein Hahn kräht, wirst du mich drei Mal verleugnen.“+ 62  Er ging hinaus und weinte bitterlich. 63  Die Männer, die Jesus bewachten, verspotteten ihn nun+ und schlugen ihn.+ 64  Sie verhüllten sein Gesicht und forderten ihn immer wieder auf: „Prophezeie! Wer hat dich wohl geschlagen?“ 65  Und sie warfen ihm noch viele andere Lästerungen an den Kopf. 66  Als es Tag wurde, trat die Versammlung der Ältesten des Volkes zusammen – sowohl Oberpriester als auch Schriftgelehrte.+ Man führte ihn in den Saal des Sanhedrịns und verlangte: 67  „Wenn du der Christus bist, dann sag es uns“,+ worauf er entgegnete: „Selbst wenn ich es euch sagen würde, ihr würdet es auf keinen Fall glauben. 68  Und würde ich euch etwas fragen, würdet ihr nicht antworten. 69  Doch der Menschensohn+ wird ab jetzt an der mächtigen rechten Seite Gottes Platz nehmen.“+ 70  Daraufhin fragten sie alle: „Bist du also der Sohn Gottes?“ Er antwortete: „Ihr selbst sagt, dass ich es bin.“ 71  Da erwiderten sie: „Wozu brauchen wir weitere Zeugenaussagen? Wir haben es selbst aus seinem Mund gehört.“+

Fußnoten

Oder „Leib“.
Wtl. „Die Hand meines Verräters“.
Oder „Nichts!“.
Wtl. „Räuber“.

Studienanmerkungen

das Fest der ungesäuerten Brote ..., das sogenannte Passah: Genau genommen handelte es sich um zwei Feste. Das Passah wurde am 14. Nisan gefeiert und das Fest der ungesäuerten Brote vom 15. bis 21. Nisan (3Mo 23:5, 6; 4Mo 28:16, 17; siehe Anh. B15). Zur Zeit Jesu wurden die beiden Feste jedoch so eng miteinander in Verbindung gebracht, dass alle acht Tage, einschließlich des 14. Nisan, wie ein einziges Fest gesehen wurden. Josephus schrieb: „[Wir] feiern ... acht Tage hindurch das Fest der ungesäuerten Brote.“ Was in Luk 22:1-6 geschildert wird, ereignete sich am 12. Nisan 33 u. Z. (Siehe Anh. B12.)

Iskariot: Bedeutet evtl. „Mann aus Kerijoth“. Auch Simon, der Vater von Judas, wird „Iskariot“ genannt (Joh 6:71). Man geht davon aus, dass die beiden aus der judäischen Stadt Kerijoth-Hezron stammten und die Bezeichnung „Iskariot“ daher kommt (Jos 15:25). In diesem Fall wäre Judas der einzige Apostel aus Judäa gewesen; die anderen elf Apostel kamen aus Galiläa.

Iskariot: Siehe Anm. zu Mat 10:4.

Hauptleuten der Tempelwache: Im griechischen Text steht hier nur das Wort für „Hauptleute“, doch in Luk 22:52 steht wörtlich „Hauptleute des Tempels“. Daher wurde hier zum besseren Verständnis das Wort „Tempelwache“ hinzugefügt. Diese Beamten werden nur von Lukas erwähnt (Apg 4:1; 5:24, 26). Womöglich zog man sie bei dem Gespräch mit Judas hinzu, um der geplanten Verhaftung von Jesus einen legalen Anstrich zu geben.

Silbergeld: Wtl. „Silber“. Gemeint ist Silber, das als Geld verwendet wurde. Gemäß Mat 26:15 handelte es sich um „30 Silberstücke“. Matthäus erwähnt als einziger Evangelist die Summe, für die Jesus verraten wurde. Vermutlich waren es Silberschekel, die in Tyrus geprägt worden waren. Diese Summe ist ein Indiz dafür, wie sehr die Oberpriester Jesus verachteten, denn laut dem Gesetz waren 30 Schekel der Preis für einen Sklaven (2Mo 21:32). Der Prophet Sacharja berichtet von etwas Ähnlichem. Als er die untreuen Israeliten um Lohn für seine Arbeit als Prophet in Gottes Volk bat, wogen sie ihm „30 Silberstücke“ ab und gaben ihm so zu verstehen, dass er ihnen nicht mehr wert war als ein Sklave (Sach 11:12, 13).

das Fest der ungesäuerten Brote ..., das sogenannte Passah: Genau genommen handelte es sich um zwei Feste. Das Passah wurde am 14. Nisan gefeiert und das Fest der ungesäuerten Brote vom 15. bis 21. Nisan (3Mo 23:5, 6; 4Mo 28:16, 17; siehe Anh. B15). Zur Zeit Jesu wurden die beiden Feste jedoch so eng miteinander in Verbindung gebracht, dass alle acht Tage, einschließlich des 14. Nisan, wie ein einziges Fest gesehen wurden. Josephus schrieb: „[Wir] feiern ... acht Tage hindurch das Fest der ungesäuerten Brote.“ Was in Luk 22:1-6 geschildert wird, ereignete sich am 12. Nisan 33 u. Z. (Siehe Anh. B12.)

Es kam nun der Tag der ungesäuerten Brote: Wie es in der Anm. zu Luk 22:1 heißt, wurden das Passahfest (14. Nisan) und das Fest der ungesäuerten Brote (15. bis 21. Nisan) zur Zeit Jesu so eng miteinander in Verbindung gebracht, dass manchmal alle acht Tage als „Fest der ungesäuerten Brote“ bezeichnet wurden. (Siehe Anh. B15.) Der hier erwähnte Tag war der 14. Nisan, da es heißt, dass an diesem Tag das Passah geopfert werden musste (2Mo 12:6, 15, 17, 18; 3Mo 23:5; 5Mo 16:1-7). Die Vorbereitungen für das Passah, die in Vers 7 bis 13 beschrieben werden, fanden wahrscheinlich am Nachmittag des 13. Nisan statt. Das Passah wurde dann abends, also nach Sonnenuntergang, zu Beginn des 14. Nisan gefeiert. (Siehe Anh. B12.)

Als die Stunde gekommen war: D. h., als der Abend anbrach und der 14. Nisan begann. (Siehe Anh. A7 und B12.)

nahm einen Becher entgegen: Der hier erwähnte Becher Wein war zur Zeit Jesu Teil der Passahfeier (Luk 22:15). Die Bibel sagt nichts darüber, dass bei dem Passahmahl in Ägypten Wein verwendet wurde. Jehova hatte diesbezüglich auch keine Anweisungen gegeben. Der Brauch, beim Passah mehrere Becher Wein herumzureichen, kam offensichtlich erst später auf. Jesus sprach sich nicht dagegen aus, sondern trank mit seinen Aposteln von dem Passahwein, nachdem er ein Dankgebet gesprochen hatte. Als er wenig später das Abendmahl des Herrn einführte, reichte er ihnen ebenfalls einen Becher Wein (Luk 22:20).

nahm Jesus ein Brot, ... brach ... es: Im Vorderen Orient war das Brot gewöhnlich dünn und, wenn ungesäuert, auch brüchig. Als Jesus das Brot brach, hatte das keine besondere Bedeutung; es war ganz normal, diese Art von Brot auseinanderzubrechen. (Siehe Anm. zu Mat 14:19.)

steht für: Das griechische Wort estín (wtl. „ist“) hat hier den Sinn von „bedeuten“, „darstellen“, „heißen“ oder „symbolisieren“. Den Aposteln war diese Bedeutung klar, denn sie sahen sowohl Jesus mit seinem vollkommenen Körper vor sich als auch das ungesäuerte Brot, das sie gleich essen würden. Folglich konnte das Brot nicht Jesu buchstäblicher Körper sein. Interessanterweise wird estín in Mat 12:7 in vielen Bibelübersetzungen mit „heißt“ wiedergeben.

brach das Brot: Siehe Anm. zu Mat 26:26.

steht für: Siehe Anm. zu Mat 26:26.

Abendessen: Gemeint ist offenbar das Passahmahl, das Jesus mit seinen Jüngern einnahm, bevor er das Abendmahl des Herrn einführte. Er feierte das Passah so, wie es damals üblich war. Er änderte nichts ab und unterbrach es auch nicht, um etwas Neues einzuführen. So hielt er sich als gebürtiger Jude an das mosaische Gesetz. Doch danach stand es ihm frei, eine neue Feier ins Leben zu rufen. Er führte dieses neue Abendessen oder Abendmahl als Feier zur Erinnerung an seinen Tod ein, den er noch an jenem Passahtag erleiden würde.

neuen Bund, der durch mein Blut in Kraft tritt: Lukas erwähnt als einziger Evangelist, dass Jesus bei dieser Gelegenheit von einem „neuen Bund“ sprach, in Anspielung auf Jer 31:31. Der neue Bund zwischen Jehova und den gesalbten Christen wurde durch das Opfer Jesu rechtskräftig (Heb 8:10). Jesus verwendete hier die Begriffe „Bund“ und „Blut“ so ähnlich wie Moses, als dieser am Berg Sinai als Vermittler zwischen Gott und Israel den Gesetzesbund in Kraft setzte (2Mo 24:8; Heb 9:19-21). Der Gesetzesbund wurde durch das Blut von Stieren und Ziegenböcken rechtskräftig. Der neue Bund zwischen Jehova und dem geistigen Israel wurde durch das Blut von Jesus rechtskräftig. Er trat Pfingsten 33 u. Z. in Kraft (Heb 9:14, 15).

... für euch vergossen: In einigen Manuskripten fehlen der zweite Teil von Vers 19 (ab „der für euch gegeben wird“) und der gesamte Vers 20. Doch die Passage ist durch frühe maßgebliche Manuskripte gut belegt. (Anh. A3 enthält mehr Informationen, wie anhand von alten Bibelhandschriften der ursprüngliche griechische Text rekonstruiert wird.)

Doch seht! Mein Verräter befindet sich mit mir am Tisch: Was in Vers 21 bis 23 steht, ist zeitlich gesehen offensichtlich früher einzuordnen. Ein Vergleich von Mat 26:20-29 und Mar 14:17-25 mit Joh 13:21-30 lässt darauf schließen, dass Judas weggegangen war, bevor Jesus die Abendmahlsfeier einführte. Sicher ist, dass er nicht mehr da war, als Christus die Gruppe lobte, weil sie in seinen Prüfungen zu ihm gehalten hatten. Über Judas hätte so etwas nicht gesagt werden können. Genauso wenig wäre er in den „Bund ... für ein Königreich“ aufgenommen worden (Luk 22:28-30).

geht ... seinen Weg: Bibelwissenschaftlern zufolge handelt es sich um einen Euphemismus, der bedeutet, dass Jesus seinem Tod entgegenging.

Wohltäter: Das griechische Wort euergétēs (wtl. „jemand, der [anderen] Gutes tut“) wurde oft als Ehrentitel für adlige und angesehene Personen verwendet, besonders als Anerkennung für ihren Beitrag zum Gemeinwohl. Wer unter Christi Nachfolgern „die Führung übernimmt“, sollte sich nicht als „Wohltäter“ sehen, dem sich seine Glaubensbrüder irgendwie verpflichtet fühlen müssten. Er muss sich von denen unterscheiden, die in dieser Welt das Sagen haben (Luk 22:26).

wer die Führung übernimmt: Das hier verwendete griechische Verb hēgéomai kommt auch in Heb 13:7, 17, 24 vor. Dort beschreibt es die Aufgabe der Aufseher in der Christenversammlung.

Diener: Im Griechischen steht hier das Verb diakonéō. Damit verwandt ist das Substantiv diákonos („Diener“, „Gehilfe“), das Personen beschreibt, die anderen unermüdlich und demütig Dienste erweisen. Der Ausdruck wird für Christus gebraucht (Rö 15:8), für Diener und Dienerinnen von Christus (Rö 16:1; 1Ko 3:5-7; Kol 1:23), für Dienstamtgehilfen (Php 1:1; 1Ti 3:8), für Hausbedienstete (Joh 2:5, 9) und für Regierungsvertreter (Rö 13:4).

Diener: Im Griechischen steht hier das Verb diakonéō. Damit verwandt ist das Substantiv diákonos („Diener“, „Gehilfe“), das Personen beschreibt, die anderen unermüdlich und demütig Dienste erweisen. Der Ausdruck wird für Christus gebraucht (Rö 15:8), für Diener und Dienerinnen von Christus (Rö 16:1; 1Ko 3:5-7; Kol 1:23), für Dienstamtgehilfen (Php 1:1; 1Ti 3:8), für Hausbedienstete (Joh 2:5, 9) und für Regierungsvertreter (Rö 13:4).

Bedienende: Im Griechischen steht hier das Verb diakonéō; es kommt in diesem Vers zwei Mal vor. (Siehe Anm. zu Luk 22:26.)

ich schließe mit euch einen Bund ... für ein Königreich: Von dem griechischen Verb diatíthemai, hier mit „einen Bund schließen“ übersetzt, leitet sich das Substantiv diathḗkē („Bund“) ab. In Apg 3:25, Heb 8:10 und 10:16, wo ebenfalls vom Schließen eines Bundes die Rede ist, steht im Griechischen sowohl das Verb als auch das Substantiv. Jesus sprach hier von zwei Bündnissen: einem Bund zwischen ihm und seinem Vater und einem Bund zwischen ihm und seinen gesalbten Nachfolgern, die sich ihm als Mitregenten in seinem Königreich anschließen würden.

an meinem Tisch esst und trinkt: Gemeinsam mit jemandem zu essen war ein Zeichen dafür, dass zwischen den Beteiligten ein friedliches, freundschaftliches Verhältnis bestand. Wer daher regelmäßig am Tisch eines Königs essen durfte, war besonders begünstigt und stand dem Herrscher sehr nahe (1Kö 2:7). So ein enges Verhältnis versprach Jesus hier seinen treuen Jüngern (Luk 22:28-30; siehe auch Luk 13:29; Off 19:9).

Worfschaufel: Dieses Gerät bestand vermutlich aus Holz und wurde dazu genutzt, gedroschenes Getreide in die Luft zu werfen, damit Stroh und Spreu vom Wind weggeweht werden konnten.

wie Weizen durchzusieben: In biblischer Zeit siebte man den Weizen nach dem Dreschen und Worfeln, indem man ihn in einem Sieb kräftig schüttelte. Dadurch wurden die Körner von Stroh und Spreu getrennt. (Siehe Anm. zu Mat 3:12.) In Verbindung mit den Prüfungen, die Jesus durchmachen würde, würden auch seine Jünger geprüft. Dies verglich Jesus mit dem Durchsieben von Weizen.

zurückgekehrt: Oder „umgekehrt“. Jesus spielte hier wahrscheinlich darauf an, dass Petrus sich von seinem Versagen erholen und wieder zurückkommen würde. Petrus versagte hauptsächlich deshalb, weil er einerseits zu viel Selbstvertrauen und andererseits Menschenfurcht hatte. (Vgl. Spr 29:25.)

vor dem Morgengrauen: Wtl. „beim Hahnenschrei“. „Hahnenschrei“ war die Bezeichnung für die dritte Nachtwache gemäß der griechischen und römischen Zeiteinteilung. Sie dauerte von Mitternacht bis etwa 3 Uhr morgens. (Siehe die vorangehenden Anm. zu diesem Vers.) In dieser Zeit krähte anscheinend der Hahn, von dem in Mar 14:72 die Rede ist. Man ist sich im Allgemeinen einig, dass der Hahnenschrei in den Ländern östlich des Mittelmeers schon seit Langem zur Zeitbestimmung dient. (Siehe Anm. zu Mat 26:34; Mar 14:30, 72.)

Ein Hahn: Alle vier Evangelien erwähnen, dass ein Hahn krähen würde; in dem Bericht von Markus heißt es noch, dass er zwei Mal krähen würde (Mat 26:34, 74, 75; Mar 14:30, 72; Luk 22:60, 61; Joh 13:38; 18:27). In der Mischna wird angedeutet, dass in Jerusalem zur Zeit Jesu Hähne gezüchtet wurden, was den Bibelbericht stützt. Wahrscheinlich krähte der Hahn sehr früh am Morgen. (Siehe Anm. zu Mar 13:35.)

Betet weiter: Oder „Hört nicht auf zu beten“. Jesus richtete diese Aufforderung, die nur Lukas festgehalten hat, offenbar an alle 11 treuen Apostel. (Vgl. den Paralleltext Mat 26:36, 37.) In Luk 22:46 und den entsprechenden Parallelstellen Mat 26:41 und Mar 14:38 ist die gleiche Aufforderung zu finden. In diesem Fall war sie nur an die drei Apostel gerichtet, die mit Jesus im Garten waren, als er betete (Mat 26:37-39; Mar 14:33-35). Dass Lukas von beiden Aufforderungen berichtet (Luk 22:40, 46), ist ein Beispiel dafür, dass er in seinem Evangelium das Thema Gebet in den Fokus rückte. Andere Situationen, in denen es ums Beten ging oder in denen Jesus betete und die nur Lukas erwähnt, stehen in Luk 3:21; 5:16; 6:12; 9:18, 28; 11:1; 23:46.

Nimm diesen Becher von mir weg: In der Bibel wird „Becher“ oft im übertragenen Sinn gebraucht; er bezeichnet den Anteil, der für jemand bestimmt ist, bzw. den Willen Gottes für eine Person. (Siehe Anm. zu Mat 20:22.) Jesus war ohne Zweifel sehr besorgt, dass es ein schlechtes Licht auf Gott werfen könnte, wenn er als Gotteslästerer und Aufrührer hingerichtet würde. Darum bat er Gott, „diesen Becher“ von ihm wegzunehmen.

nimm diesen Becher von mir weg: Siehe Anm. zu Mar 14:36.

ein Engel: Lukas erwähnt als einziger Evangelist, dass Jesus ein Engel erschien und ihn stärkte.

sein Schweiß war wie Blutstropfen: Möglicherweise wollte Lukas lediglich einen Vergleich ziehen, um zu zeigen, dass der Schweiß Christi blutähnliche Tropfen bildete oder so heruntertropfte wie Blut aus einer Wunde. Jesus könnte aber auch mit Schweiß vermischtes Blut ausgeschwitzt haben. Es soll schon vorgekommen sein, dass eine extreme seelische Belastung blutigen Schweiß verursacht hat. Es gibt ein Phänomen namens Diapedese, bei dem Blut oder Blutbestandteile durch die unverletzte Wand von Blutgefäßen sickern. Und bei der Hämathidrose findet eine Ausscheidung von Schweiß statt, der durch Blutfarbstoffe, Blut oder blutige Körperflüssigkeit rot gefärbt ist. Daher der Ausdruck „Blut schwitzen“. Das alles sind jedoch nur mögliche Erklärungen.

... zur Erde fallen: Vers 43 und 44 sind in einigen frühen Handschriften enthalten, während sie in anderen fehlen. Sie erscheinen jedoch in den meisten Bibelübersetzungen.

schlug dem Sklaven des Hohen Priesters das rechte Ohr ab: Von diesem Vorfall berichten alle vier Evangelisten, wobei sich ihre Schilderungen ergänzen (Mat 26:51; Mar 14:47; Luk 22:50). So berichtet nur Lukas, „der geliebte Arzt“ (Kol 4:14), dass Jesus das Ohr des Sklaven berührte und ihn heilte (Luk 22:51). Und Johannes erwähnt als Einziger, dass Simon Petrus derjenige war, der das Ohr abschlug, und dass der Sklave Malchus hieß. Offensichtlich handelte es sich bei Johannes um den Jünger, der dem Hohen Priester und dessen Bediensteten bekannt war (Joh 18:15, 16). Deshalb ist es nachvollziehbar, dass der Name des Verwundeten in seinem Bericht steht. Auch aus Joh 18:26 geht hervor, dass Johannes die Hausgemeinschaft des Hohen Priesters näher kannte. Wie er dort schreibt, war der Sklave, der Petrus beschuldigte, einer von Jesu Jüngern zu sein, ein „Verwandter des Mannes, dem Petrus das Ohr abgeschlagen hatte“.

schlug dem Sklaven des Hohen Priesters das rechte Ohr ab: Von diesem Vorfall berichten alle vier Evangelisten, wobei sich ihre Schilderungen ergänzen (Mat 26:51; Mar 14:47; Luk 22:50). So berichtet nur Lukas, „der geliebte Arzt“ (Kol 4:14), dass Jesus das Ohr des Sklaven berührte und ihn heilte (Luk 22:51). Und Johannes erwähnt als Einziger, dass Simon Petrus derjenige war, der das Ohr abschlug, und dass der Sklave Malchus hieß. Offensichtlich handelte es sich bei Johannes um den Jünger, der dem Hohen Priester und dessen Bediensteten bekannt war (Joh 18:15, 16). Deshalb ist es nachvollziehbar, dass der Name des Verwundeten in seinem Bericht steht. Auch aus Joh 18:26 geht hervor, dass Johannes die Hausgemeinschaft des Hohen Priesters näher kannte. Wie er dort schreibt, war der Sklave, der Petrus beschuldigte, einer von Jesu Jüngern zu sein, ein „Verwandter des Mannes, dem Petrus das Ohr abgeschlagen hatte“.

Einer von ihnen: In dem Parallelvers Joh 18:10 steht außerdem, dass Simon Petrus derjenige war, der auf den Sklaven des Hohen Priesters losging, und dass der Name des Sklaven Malchus war. (Siehe Anm. zu Joh 18:10.)

schlug ihm das rechte Ohr ab: Siehe Anm. zu Joh 18:10.

heilte den Sklaven: Lukas ist der einzige Evangelist, der von dieser Heilung berichtet (Mat 26:51; Mar 14:47; Joh 18:10).

Stunde: Das griechische Wort hṓra ist hier nicht buchstäblich aufzufassen, sondern steht für eine relativ kurze Zeit.

die Macht der Finsternis: Oder „die Gewalt der Finsternis“, d. h. die Macht derjenigen, die in geistiger Dunkelheit sind. (Vgl. Kol 1:13.) In Apg 26:18 wird die „Dunkelheit“ in Verbindung mit der „Gewalt Satans“ erwähnt. Satan übte seine Macht aus, indem er Menschen dazu brachte, die Taten der Finsternis auszuführen, die schließlich in Jesu Hinrichtung gipfelten. Z. B. steht in Luk 22:3: „Da fuhr Satan in Judas, genannt Iskariot“, woraufhin dieser Jesus verriet (1Mo 3:15; Joh 13:27-30).

krähte ein Hahn: Dieses Detail ist in allen vier Evangelien enthalten, aber nur in dem Bericht von Markus heißt es, dass der Hahn ein zweites Mal krähte (Mat 26:34, 74, 75; Mar 14:30; Luk 22:34, 60, 61; Joh 13:38; 18:27). In der Mischna wird angedeutet, dass zur Zeit Jesu in Jerusalem Hähne gezüchtet wurden, was den Bibelbericht stützt. Wahrscheinlich krähte der Hahn irgendwann vor Tagesanbruch. (Siehe Anm. zu Mar 13:35.)

krähte ein Hahn: Siehe Anm. zu Mar 14:72.

Prophezeie ... Wer hat dich geschlagen?: Mit „prophezeien“ ist hier nicht gemeint, dass Jesus etwas voraussagen sollte, sondern dass er mithilfe einer göttlichen Eingebung sagen sollte, wer ihn geschlagen hatte. Laut den Paralleltexten Mar 14:65 und Luk 22:64 hatten Jesu Feinde sein Gesicht verhüllt, was die provozierende Aufforderung erklären würde.

Prophezeie!: Mit „prophezeien“ ist hier nicht gemeint, etwas vorauszusagen, sondern mithilfe einer göttlichen Eingebung etwas herauszufinden. Wie aus dem Zusammenhang hervorgeht, hatten Jesu Feinde sein Gesicht verhüllt. Er sollte mit verbundenen Augen herausfinden, wer ihn geschlagen hatte. (Siehe Anm. zu Mat 26:68.)

obersten Gerichtshof: Gemeint ist der Sanhedrin, ein Richtergremium in Jerusalem, dem der Hohe Priester sowie insgesamt 70 Älteste und Schriftgelehrte angehörten. Die Juden betrachteten die Entscheidungen des Sanhedrins als bindend. (Siehe Worterklärungen zu „Sanhedrin“.)

Versammlung der Ältesten: Oder „Rat der Ältesten“, „Ältestenschaft“. Das hier verwendete griechische Wort presbytérion ist mit dem Ausdruck presbýteros (wtl. „älterer Mann“) verwandt, das in der Bibel in erster Linie Personen bezeichnet, die in einer Gemeinschaft oder einem Volk eine mit Autorität und Verantwortung verbundene Position haben. presbýteros hat zwar manchmal mit dem buchstäblichen Alter zu tun (wie in Luk 15:25, „älterer Sohn“, und Apg 2:17, „alte Männer“), ist aber nicht auf ältere Personen beschränkt. Der Ausdruck „Versammlung der Ältesten“ in diesem Vers bezieht sich offensichtlich auf den Sanhedrin, den Hohen Rat der Juden in Jerusalem. Er setzte sich aus den Oberpriestern, Schriftgelehrten und Ältesten zusammen. Diese drei Gruppen werden häufig zusammen genannt (Mat 16:21; 27:41; Mar 8:31; 11:27; 14:43, 53; 15:1; Luk 9:22; 20:1; siehe Worterklärungen zu „Ältester; älterer Mann“ und Anm. zu in den Saal des Sanhedrins in diesem Vers).

in den Saal des Sanhedrins: Wtl. „in ihren Sanhedrin“. Der Sanhedrin war der Hohe Rat der Juden in Jerusalem. Das mit „Saal des Sanhedrins“ oder „Sanhedrin“ wiedergegebene griechische Substantiv synédrion bedeutet wtl. „Zusammensitzen“. synédrion war an sich ein allgemeiner Begriff für eine Versammlung oder Zusammenkunft, konnte sich in Israel aber auch auf ein religiöses Gericht beziehen. Es konnte sowohl die Personen bezeichnen, aus denen sich das Gericht zusammensetzte, als auch das Gebäude oder den Ort, wo das Gericht tagte. (Siehe Anm. zu Mat 5:22 und Worterklärungen zu „Sanhedrin“; siehe auch Anh. B12 zur möglichen Lage des Saals des Sanhedrins.)

Menschensohn: Oder „Sohn eines Menschen“. Dieser Ausdruck kommt in den Evangelien rund 80-mal vor. Jesus bezeichnete sich selbst als Menschensohn, wodurch er offensichtlich Folgendes herausstellen wollte: Er war wirklich ein von einer Frau geborener Mensch und er war die passende menschliche Entsprechung zu Adam. In dieser Funktion hatte er die Macht, die Menschheit von Sünde und Tod zu erlösen (Rö 5:12, 14, 15). Die Bezeichnung „Menschensohn“ machte Jesus außerdem als den Messias oder Christus kenntlich (Da 7:13, 14; siehe Worterklärungen).

an der rechten Seite der Macht: An der rechten Seite eines Herrschers zu sein bedeutete, gleich nach ihm die wichtigste Person zu sein (Ps 110:1; Apg 7:55, 56). Das griechische Wort für „Macht“ kann in diesem Kontext so verstanden werden, dass es sich auf Gott bezieht, und könnte auch mit „Mächtiger“ übersetzt werden. Die griechische Wendung für „an der rechten Seite der Macht“ kommt auch in dem Paralleltext Luk 22:69 vor, allerdings mit dem Zusatz „Gott“; die Wiedergabe dort lautet: „an der mächtigen rechten Seite Gottes“. Außerdem könnte die Formulierung „an der rechten Seite der Macht“ andeuten, dass Jesus mit Macht oder Autorität ausgestattet sein würde, weil er sich dann an der rechten Seite des Mächtigen (also Gottes) befindet.

Menschensohn: Siehe Anm. zu Mat 8:20.

an der mächtigen rechten Seite Gottes: Oder „zur Rechten der Macht Gottes“. An der rechten Seite eines Herrschers zu sein bedeutete, gleich nach ihm die wichtigste Person zu sein (Ps 110:1; Apg 7:55, 56). Der griechische Ausdruck für „mächtige rechte Seite“ erscheint auch in den Paralleltexten Mat 26:64 und Mar 14:62, wo er mit „rechte Seite der Macht“ übersetzt wurde. Dass der Menschensohn den Platz „an der mächtigen rechten Seite Gottes“ einnehmen würde, zeigt an, dass Jesus mit großer Macht oder Autorität ausgestattet werden würde (Mar 14:62; siehe Anm. zu Mat 26:64).

Medien

Raum im Obergeschoss
Raum im Obergeschoss

Einige Häuser in Israel hatten ein Obergeschoss. Es war entweder über eine Leiter oder Holztreppe im Inneren des Hauses oder über eine Steintreppe oder Leiter außen am Haus zu erreichen. In einem Obergeschoss befand sich auch der große Raum, in dem Jesus mit seinen Jüngern sein letztes Passah feierte und wo er die Abendmahlsfeier einführte (Luk 22:12, 19, 20). Der Raum könnte ähnlich ausgesehen haben wie hier abgebildet. Pfingsten 33 waren etwa 120 Jünger offensichtlich ebenfalls im Obergeschoss eines Hauses in Jerusalem versammelt, als auf sie Gottes Geist ausgegossen wurde (Apg 1:15; 2:1-4).

Der Sanhedrin
Der Sanhedrin

Der jüdische Hohe Rat oder Große Sanhedrin setzte sich aus 71 Mitgliedern zusammen und hatte seinen Sitz in Jerusalem. (Siehe Worterklärungen zu „Sanhedrin“.) Gemäß der Mischna waren die Plätze in drei Reihen halbkreisförmig angeordnet. Die Beschlüsse des Rates wurden von zwei Schreibern festgehalten. Die Abbildung stützt sich zum Teil auf die Überreste eines Gebäudes, die man in Jerusalem entdeckt hat. Manche nehmen an, in dem Gebäude habe sich im 1. Jh. der Saal des Hohen Rates befunden. (Siehe Anh. B12, Karte „Jerusalem und Umgebung“.)

(1) Hoher Priester

(2) Mitglieder des Sanhedrins

(3) Angeklagter

(4) Gerichtsschreiber