Apostel­geschichte 2:1-47

2  Am Tag des Pfingstfestes+ nun waren sie alle am gleichen Ort zusammen.  Plötzlich kam ein Geräusch vom Himmel wie das Rauschen einer kräftigen Brise und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.+  Zungen wie aus Feuer erschienen ihnen und verteilten sich. Auf jedem von ihnen ließ sich eine nieder.  Sie wurden alle mit heiligem Geist erfüllt+ und fingen an, in verschiedenen Sprachen zu sprechen, so wie der Geist sie dazu befähigte.+  Zu dieser Zeit hielten sich in Jerusalem tiefgläubige Juden aus allen Völkern unter dem Himmel auf.+  Als nun dieses Geräusch entstand, versammelte sich eine Menschenmenge, und die Leute waren fassungslos, weil jeder sie in seiner eigenen Sprache reden hörte.  Ja, sie waren völlig verwundert und sagten: „Seht doch! Sind das nicht alles Galilạ̈er,+ die da reden?  Wie kommt es dann, dass jeder von uns seine Muttersprache hört?  Pạrther, Meder+ und Elamịter,+ die Bewohner von Mesopotạmien, Judạ̈a und Kappadọzien, Pọntus und der Provinz Asien,+ 10  Phrỵgien und Pamphỵlien, Ägypten und den Gegenden Lịbyens bei Kyrẹne, Besucher aus Rom, sowohl Juden als auch Proselyten,+ 11  Kreter und Ạraber – wir hören sie in unseren Sprachen über die großen Taten Gottes reden.“ 12  Ja, sie waren alle erstaunt und verwirrt und sagten zueinander: „Was hat das zu bedeuten?“ 13  Andere jedoch spotteten über sie und sagten: „Die haben zu viel süßen Wein getrunken.“ 14  Petrus aber stand mit den Elf+ auf und sagte mit lauter Stimme zu ihnen: „Männer von Judạ̈a und all ihr Einwohner von Jerusalem, es gibt etwas, das ihr wissen müsst. Hört mir gut zu. 15  Diese Leute sind nicht etwa betrunken, wie ihr vermutet. Es ist ja erst die 3. Stunde des Tages. 16  Hier erfüllt sich vielmehr das, was durch den Propheten Jọel angekündigt wurde: 17  ‚„In den letzten Tagen“, so sagt Gott, „werde ich etwas von meinem Geist auf Menschen aller Art ausgießen. Eure Söhne und eure Töchter werden prophezeien. Eure jungen Männer werden Visionen sehen. Eure alten Männer werden Träume haben.+ 18  Und sogar auf meine Sklaven und Sklavinnen werde ich in jenen Tagen etwas von meinem Geist ausgießen und sie werden prophezeien.+ 19  Und ich werde für Wunder oben im Himmel und für Zeichen unten auf der Erde sorgen – Blut und Feuer und Rauchwolken. 20  Die Sonne wird sich in Dunkelheit verwandeln und der Mond in Blut, bevor der große und glanzvolle Tag Jehovas kommt. 21  Und jeder, der den Namen Jehovas anruft, wird gerettet werden.“‘+ 22  Männer von Israel, hört diese Worte: Jesus, der Nazarẹner, war ein Mann, den Gott euch öffentlich gezeigt hat durch mächtige Taten, Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte geschehen ließ,+ wie ihr selbst wisst. 23  Diesen Mann, der nach dem entschiedenen Willen und dem Vorherwissen Gottes ausgeliefert wurde,+ habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen an einen Pfahl schlagen lassen, und ihr habt ihn umgebracht.+ 24  Aber Gott hat ihn auferweckt.+ Er hat ihn aus der Gewalt des Todes befreit, denn es war unmöglich, dass der Tod ihn festhielt.+ 25  David sagt nämlich über ihn: ‚Ich behalte Jehova ständig vor Augen, denn er ist an meiner rechten Seite, damit mich nichts erschüttert. 26  Deswegen wurde mein Herz fröhlich und meine Zunge jubelte. Und ich werde in Hoffnung leben*. 27  Denn du wirst mich nicht im Grab lassen, noch wirst du den, der loyal zu dir steht, die Verwesung sehen lassen.+ 28  Du hast mich die Wege des Lebens erkennen lassen; du wirst mich in deiner Gegenwart mit großer Freude erfüllen.‘+ 29  Männer, Brüder, ich darf offen über das Familien­oberhaupt David mit euch sprechen. Er starb, wurde begraben+ und sein Grab ist bis zum heutigen Tag bei uns. 30  Weil er ein Prophet war und wusste, dass Gott ihm mit einem Eid zugesichert hatte, einen seiner Nachkommen auf seinen Thron zu setzen,+ 31  sah er die Auferstehung des Christus voraus und sagte darüber, dass er weder im Grab verlassen wurde noch sein Körper* die Verwesung sah.+ 32  Diesen Jesus hat Gott auferweckt und davon sind wir alle Zeugen.+ 33  Da er nun an die rechte Seite* Gottes erhöht worden ist+ und den versprochenen heiligen Geist vom Vater empfangen hat,+ hat er das ausgegossen, was ihr seht und hört. 34  Denn David ist nicht in den Himmel aufgefahren, sondern er sagt selbst: ‚Jehova sagte zu meinem Herrn: „Setz dich an meine rechte Seite, 35  bis ich deine Feinde als Schemel für deine Füße hinlege.“‘+ 36  Deshalb soll das ganze Haus Israel mit Gewissheit erkennen, dass Gott ihn sowohl zum Herrn+ als auch zum Christus gemacht hat, diesen Jesus, den ihr am Pfahl hingerichtet habt.“+ 37  Als sie das nun hörten, ging es ihnen wie ein Stich durchs Herz, und sie sagten zu Petrus und den übrigen Aposteln: „Männer, Brüder, was sollen wir tun?“ 38  Petrus antwortete ihnen: „Bereut,+ und jeder von euch soll sich im Namen von Jesus Christus taufen lassen,+ damit eure Sünden vergeben werden,+ und ihr werdet als Geschenk* den heiligen Geist empfangen. 39  Denn das Versprechen*+ gilt euch und euren Kindern und allen, die weit weg sind, allen, die Jehova, unser Gott, zu sich ruft.“+ 40  Er bezeugte das noch mit vielen anderen Worten gründlich und ermahnte sie immer wieder, indem er sagte: „Lasst euch aus dieser verkehrten Generation retten.“+ 41  Da ließen sich die, die seine Worte gern annahmen, taufen,+ und an dem Tag kamen etwa 3000 Personen dazu.+ 42  Sie widmeten sich weiter der Lehre der Apostel, hatten Gemeinschaft miteinander und aßen+ und beteten gemeinsam.+ 43  Ja, alle wurden von Ehrfurcht ergriffen und durch die Apostel geschahen von nun an viele Wunder und Zeichen.+ 44  Alle, die gläubig wurden, waren zusammen und hatten alles gemeinsam. 45  Sie verkauften ihre Besitztümer+ und ihr Eigentum und verteilten den Erlös unter allen, so wie jeder es nötig hatte.+ 46  Tag für Tag waren sie immer wieder vereint im Tempel anwesend. Sie nahmen in verschiedenen Häusern ihre Mahlzeiten ein und teilten mit großer Freude und mit aufrichtigem Herzen ihr Essen. 47  Sie priesen Gott und fanden Anerkennung beim ganzen Volk. Gleichzeitig ließ Jehova täglich weitere dazukommen, die gerettet werden sollten.+

Fußnoten

Oder „wohnen“, „ruhen“.
Wtl. „Fleisch“.
Evtl. auch „durch die rechte Hand“.
Oder „freie Gabe“.
Oder „Verheißung“.

Studienanmerkungen

Pfingstfestes: Das entsprechende griechische Wort pentēkostḗ („Fünfzigster“, d. h. der 50. Tag) bezeichnet in den Christlichen Griechischen Schriften das Fest, das in den Hebräischen Schriften „Fest der Ernte“ (2Mo 23:16) oder „Fest der Wochen“ (2Mo 34:22) heißt. Es wurde am Ende einer siebenwöchigen Ernteperiode gefeiert, in der zuerst die Gerste geerntet wurde und später der Weizen. Das Pfingstfest fand am 50. Tag nach dem 16. Nisan statt, an dem ein Bündel von der ersten reifen Gerste als Opfer dargebracht wurde (3Mo 23:15, 16). Nach dem hebräischen Kalender fiel es auf den 6. Siwan. (Siehe Anh. B15.) Die Anweisungen für das Fest sind in 3Mo 23:15-21, 4Mo 28:26-31 und 5Mo 16:9-12 festgehalten. Zu diesem Anlass kamen sehr viele Juden und Proselyten von nah und fern nach Jerusalem. Das Fest sollte die Freundlichkeit und Gastfreundschaft unter den Menschen fördern, unabhängig von ihrer gesellschaftlichen Stellung oder Lebenssituation – also ganz gleich, ob sie frei waren oder in Sklaverei, ob arm oder reich, ob Waisenkind, Witwe, Levit oder ansässiger Fremder (5Mo 16:10, 11). Deswegen bot das Pfingstfest 33 u. Z. in Jerusalem die idealen Voraussetzungen für die Geburt der Christen­versammlung, deren Mission es war, vor allen Menschen „die großen Taten Gottes“ zu bezeugen (Apg 1:8; 2:11). Nach der jüdischen Tradition stimmt die Zeit des Pfingstfestes mit der Zeit überein, zu der Israel am Berg Sinai das Gesetz erhielt und Gottes auserwähltes Volk wurde. Und tatsächlich versammelten sich die Israeliten am Anfang des 3. Monats (Siwan) am Sinai und erhielten das Gesetz (2Mo 19:1). Wie Moses als Vermittler gedient hatte, damit Israel in den Gesetzesbund aufgenommen werden konnte, so sorgte nun auch Jesus Christus als Vermittler dafür, dass das geistige Israel in den neuen Bund aufgenommen wurde.

Sprachen: Oder „Zungen“. In der Bibel kann sich das griechische Wort glṓssa auf die Zunge als Sprechorgan beziehen (Mar 7:33; Luk 1:64; 16:24). Es kann aber auch übertragen eine Sprache meinen oder ein Volk, das eine bestimmte Sprache spricht (Off 5:9, Fn.; 7:9, Fn.; 13:7, Fn.). glṓssa steht auch in Apg 2:3, wo beschrieben wird, dass „Zungen wie aus Feuer“ sichtbar wurden und sich auf den einzelnen Jüngern niederließen. Durch das Erscheinen der Zungen und dadurch, dass die Jünger in verschiedenen Zungen oder Sprachen sprechen konnten, wurde deutlich, dass der heilige Geist ausgegossen worden war.

Sprachen: Oder „Zungen“. In der Bibel kann sich das griechische Wort glṓssa auf die Zunge als Sprechorgan beziehen (Mar 7:33; Luk 1:64; 16:24). Es kann aber auch übertragen eine Sprache meinen oder ein Volk, das eine bestimmte Sprache spricht (Off 5:9, Fn.; 7:9, Fn.; 13:7, Fn.). glṓssa steht auch in Apg 2:3, wo beschrieben wird, dass „Zungen wie aus Feuer“ sichtbar wurden und sich auf den einzelnen Jüngern niederließen. Durch das Erscheinen der Zungen und dadurch, dass die Jünger in verschiedenen Zungen oder Sprachen sprechen konnten, wurde deutlich, dass der heilige Geist ausgegossen worden war.

seine Muttersprache: Wtl. „unsere eigene Sprache, in der wir geboren sind“. Das hier mit „Sprache“ wiedergegebene griechische Wort ist diálektos. (Siehe Anm. zu Apg 2:4.) Viele, die die Jünger reden hörten, sprachen vermutlich eine der internationalen Verkehrssprachen, wie etwa Griechisch. Als „tiefgläubige Juden“ konnten sie wahrscheinlich auch den in Hebräisch durchgeführten Gottesdienst im Tempel verfolgen (Apg 2:5). Aber so richtig gefesselt waren sie, als sie die gute Botschaft in der Sprache hörten, mit der sie aufgewachsen waren.

Provinz Asien: Oder „Provinz Asia“. (Siehe Worterklärungen zu „Asien; Asia“.)

einen einzigen Proselyten zu machen: Oder „einen einzigen Menschen zu bekehren“. Der griechische Begriff prosḗlytos bezeichnet einen Nichtjuden, der zum Judentum übergetreten war. Männliche Proselyten mussten sich beschneiden lassen.

Proselyten: Siehe Anm. zu Mat 23:15.

süßen Wein: Oder „neuen Wein“. Mit dem griechischen Wort gleukos, das in den Christlichen Griechischen Schriften nur hier erscheint, ist süßer, neuer Wein gemeint, der sich noch im Gärprozess befindet.

die 3. Stunde des Tages: D. h. gegen 9 Uhr morgens. Im 1. Jh. u. Z. teilten die Juden den Tag in 12 Stunden ein und begannen bei Sonnenaufgang, also ab ca. 6 Uhr, zu zählen (Joh 11:9). Damit wäre die 3. Stunde gegen 9 Uhr gewesen, die 6. Stunde gegen Mittag und die 9. Stunde um etwa 15 Uhr. Da die Menschen damals keine exakten Zeitmesser hatten, konnten sie in der Regel nur ungefähre Zeitangaben machen (Joh 1:39; 4:6; 19:14; Apg 10:3, 9).

alle Menschen: Wtl. „alles Fleisch“. Den gleichen griechischen Ausdruck findet man auch in Luk 3:6, wo aus Jes 40:5 zitiert wird. Dort steht im Hebräischen ebenfalls „alles Fleisch“. (Vgl. Anm. zu Joh 1:14.)

Menschen aller Art: Jesus erklärte, dass er die unterschied­lichsten Menschen – ungeachtet ihrer Herkunft, Hautfarbe und Lebens­verhältnisse – zu sich ziehen würde (Apg 10:34, 35; Off 7:9, 10; siehe Anm. zu Joh 6:44). Interessant ist, dass kurz zuvor „einige Griechen“, die zur Anbetung im Tempel waren, mit Jesus sprechen wollten. (Siehe Anm. zu Joh 12:20.) Das mit „Menschen aller Art“ übersetzte griechische Wort pas bedeutet „jeder“, „alle (Menschen)“. Viele Bibel­übersetzungen vermitteln durch ihre Wiedergabe den Gedanken, Jesus würde letztendlich jeden Einzelnen zu sich ziehen. Diese Vorstellung widerspricht jedoch der Grundaussage der Bibel (Ps 145:20; Mat 7:13; Luk 2:34; 2Th 1:9). Auch wenn pas wtl. „jeder“ oder „alle“ bedeutet (Rö 5:12), kann man darunter auch „alle Arten von“ oder „alle möglichen“ verstehen, wie Mat 5:11 und Apg 10:12 zeigen; etliche andere Bibel­übersetzungen verwenden dort vergleichbare Wiedergaben. (Ähnliche Fälle wie in Joh 12:32 findet man in Joh 1:7 und 1Ti 2:4.)

Prophezeie … Wer hat dich geschlagen?: Mit „prophezeien“ ist hier nicht gemeint, dass Jesus etwas voraussagen sollte, sondern dass er mithilfe einer göttlichen Eingebung sagen sollte, wer ihn geschlagen hatte. Laut den Paralleltexten Mar 14:65 und Luk 22:64 hatten Jesu Feinde sein Gesicht verhüllt, was die provozierende Aufforderung erklären würde.

Prophezeie!: Mit „prophezeien“ ist hier nicht gemeint, etwas vorauszusagen, sondern mithilfe einer göttlichen Eingebung etwas herauszufinden. Wie aus dem Zusammenhang hervorgeht, verhüllten Jesu Feinde sein Gesicht und forderten ihn dann gemäß dem Paralleltext Mat 26:68 auf: „Prophezeie, Christus! Wer hat dich geschlagen?“ Jesus sollte also mit verbundenen Augen herausfinden, wer ihn geschlagen hatte. (Siehe Anm. zu Mat 26:68; Luk 22:64.)

Prophezeie!: Mit „prophezeien“ ist hier nicht gemeint, etwas vorauszusagen, sondern mithilfe einer göttlichen Eingebung etwas herauszufinden. Wie aus dem Zusammenhang hervorgeht, hatten Jesu Feinde sein Gesicht verhüllt. Er sollte mit verbundenen Augen herausfinden, wer ihn geschlagen hatte. (Siehe Anm. zu Mat 26:68.)

Ältesten: Wtl. „älteren Männer“. Der griechische Ausdruck presbýteros bezeichnet in der Bibel in erster Linie Personen, die in einer Gemeinschaft oder einem Volk eine mit Autorität und Verantwortung verbundene Stellung innehaben. presbýteros hat zwar manchmal mit dem buchstäblichen Alter zu tun (z. B. „älterer Sohn“ in Luk 15:25 und „alte Männer“ in Apg 2:17), ist aber nicht auf ältere Personen beschränkt. In diesem Vers bezieht sich das Wort auf die Führer des jüdischen Volkes, die häufig zusammen mit den Oberpriestern und Schrift­gelehrten erwähnt werden. Der Sanhedrin war aus diesen drei Gruppen zusammengesetzt (Mat 21:23; 26:3, 47, 57; 27:1, 41; 28:12; siehe Worterklärungen zu „Ältester; älterer Mann“).

In den letzten Tagen: Petrus zitierte hier aus einer Prophezeiung von Joel. Im hebräischen Originaltext sowie in der Septuaginta steht dort „danach“ (Joel 2:28 [3:1, LXX]); Petrus gebrauchte allerdings unter göttlicher Eingebung die Formulierung „in den letzten Tagen“. Joels Prophezeiung erfüllte sich, als Pfingsten 33 der heilige Geist ausgegossen wurde. Die Formulierung „in den letzten Tagen“ zeigte somit an, dass eine besondere Epoche begonnen hatte, die dem „großen und glanzvollen Tag Jehovas“ vorausgehen würde. Dieser „Tag Jehovas“ würde die „letzten Tage“ offenbar beenden (Apg 2:20). Petrus sprach damals zu gebürtigen Juden und jüdischen Proselyten. Daher muss seine inspirierte Aussage eine erste Erfüllung gehabt haben, die diese Personengruppe betraf. Seine Worte sollten offensichtlich andeuten, dass sie in den „letzten Tagen“ des Zeitalters lebten, in dem Jerusalem den Mittelpunkt der Anbetung Gottes bildete. Nicht lange vorher hatte Jesus die Zerstörung Jerusalems und des Tempels vorausgesagt (Luk 19:41-44; 21:5, 6), was im Jahr 70 u. Z. eintraf.

meinem Geist: Hier ist mit dem griechischen Wort pneuma Gottes heiliger Geist, also seine aktive Kraft, gemeint. In Joel 2:28, dem Text, der hier zitiert wird, steht im Hebräischen rúach. Sowohl pneuma als auch rúach beziehen sich vom Grundgedanken her auf etwas für den Menschen Unsichtbares und deuten auf eine in Bewegung befindliche Kraft hin. (Siehe Worterklärungen zu „Geist“.)

Menschen aller Art: Wtl. „alles Fleisch“. Das griechische Wort sarx („Fleisch“) wird hier für lebende Menschen gebraucht. „Alles Fleisch“ würde sich daher grundsätzlich auf die ganze Menschheit beziehen. (Siehe Anm. zu Joh 17:2.) In diesem Kontext jedoch ist der Ausdruck „alles Fleisch“ in einem engeren Sinn zu verstehen. Gott goss seinen Geist nicht auf alle Menschen weltweit aus, nicht einmal auf alle Menschen in Israel. Der Ausdruck kann also nicht ohne Ausnahme alle Menschen meinen. Vielmehr sind hier unterschiedslos alle Arten von Menschen gemeint. Wie es heißt, goss Gott seinen heiligen Geist auf Söhne und Töchter aus, auf junge Männer und alte Männer, auf Sklaven und Sklavinnen – also auf Menschen aller Art (Apg 2:17, 18). In 1Ti 2:3, 4 wird das griechische Wort für „alle“ (pas) ähnlich verwendet, wenn dort steht, es sei Gottes Wille, „dass Menschen aller Art gerettet werden“. (Siehe Anm. zu Joh 12:32.)

prophezeien: Das griechische Verb prophēteuō bedeutet wörtlich so viel wie „heraussprechen“. In der Bibel bezeichnet es das Bekanntmachen von Botschaften, die aus einer göttlichen Quelle stammen. Oft hat prophēteuō mit dem Voraussagen der Zukunft zu tun, das ist aber nicht seine Grundbedeutung. Es kann sich auch darauf beziehen, mithilfe einer göttlichen Eingebung etwas herauszufinden. (Siehe Anm. zu Mat 26:68; Mar 14:65; Luk 22:64.) In diesem Kontext geht es darum, dass einige vom heiligen Geist zum Prophezeien veranlasst würden. Sie würden „die großen Taten“ bekannt machen, die Jehova bis dahin getan hatte und noch tun würde, und wären dadurch Sprecher des Höchsten (Apg 2:11). Das hebräische Wort für „prophezeien“ vermittelt ein ähnliches Bild. In 2Mo 7:1 beispielsweise wird Aaron als der Prophet von Moses bezeichnet – nicht in dem Sinn, dass er zukünftige Ereignisse voraussagte, sondern dass er als sein Sprecher fungierte.

alten Männer: Oder „älteren Männer“, „Ältesten“. Der griechische Ausdruck presbýteros bezieht sich hier wahrscheinlich auf buchstäblich alte Männer im Gegensatz zu den „jungen Männern“, die direkt davor erwähnt werden. In anderen Zusammenhängen bezeichnet der Ausdruck Männer, die in einer Gemeinschaft oder einem Volk eine mit Autorität und Verantwortung verbundene Stellung einnehmen (Apg 4:5; 11:30; 14:23; 15:2; 20:17; siehe Anm. zu Mat 16:21).

Wunder: Oder „Vorzeichen“. In den Christlichen Griechischen Schriften wird das entsprechende Wort téras durchweg in Kombination mit sēméion („Zeichen“) verwendet, wobei beide Wörter immer im Plural stehen (Mat 24:24; Joh 4:48; Apg 7:36; 14:3; 15:12; 2Ko 12:12). téras bezeichnet grundsätzlich alles, was Ehrfurcht oder Staunen hervorruft. Wenn der Begriff ganz klar auf ein Ereignis in der Zukunft hindeutet, wird in einer Studienanmerkung die Wiedergabe „Vorzeichen“ als Alternative angegeben.

Jehovas: Es handelt sich hier um ein Zitat aus Joel 2:31. Dort erscheint der Gottesname im hebräischen Urtext in Form der vier hebräischen Konsonanten יהוה (JHWH). (Siehe Anh. C.)

Jehovas: Es handelt sich hier um ein Zitat aus Joel 2:32. Dort erscheint der Gottesname im hebräischen Urtext in Form der vier hebräischen Konsonanten יהוה (JHWH). (Siehe Anh. C.)

der Nazarener: Ein beschreibender Beiname, der für Jesus und später auch für seine Nachfolger verwendet wurde (Apg 24:5). Da viele Juden Jesus hießen, hatten sie oft einen Zusatz zu ihrem Namen. In biblischer Zeit war es üblich, jemand mit dem Ort, aus dem er kam, in Verbindung zu bringen (2Sa 3:2, 3; 17:27; 23:25-39; Nah 1:1; Apg 13:1; 21:29). Jesus verbrachte den Großteil seines irdischen Lebens in der Stadt Nazareth in Galiläa. Daher war es ganz natürlich, dass man ihn „Nazarener“ nannte. Diese Bezeichnung gebrauchten verschiedene Personen in den unterschied­lichsten Situationen (Mar 1:23, 24; 10:46, 47; 14:66-69; 16:5, 6; Luk 24:13-19; Joh 18:1-7). Jesus hatte nichts dagegen und verwendete auch selbst diesen Beinamen (Joh 18:5-8; Apg 22:6-8). Auf dem Schild, das Pilatus an Jesu Marterpfahl anbringen ließ, stand in Hebräisch, Lateinisch und Griechisch: „Jesus, der Nazarener, der König der Juden“ (Joh 19:19, 20). Ab Pfingsten 33 sprachen die Apostel und andere oft von „Jesus, dem Nazarener“ oder von „Jesus aus Nazareth“ (Apg 2:22; 3:6; 4:10; 6:14; 10:38; 26:9; siehe auch Anm. zu Mat 2:23).

Wunder: Oder „Vorzeichen“. In den Christlichen Griechischen Schriften wird das entsprechende Wort téras durchweg in Kombination mit sēméion („Zeichen“) verwendet, wobei beide Wörter immer im Plural stehen (Mat 24:24; Joh 4:48; Apg 7:36; 14:3; 15:12; 2Ko 12:12). téras bezeichnet grundsätzlich alles, was Ehrfurcht oder Staunen hervorruft. Wenn der Begriff ganz klar auf ein Ereignis in der Zukunft hindeutet, wird in einer Studienanmerkung die Wiedergabe „Vorzeichen“ als Alternative angegeben.

der Nazarener: Siehe Anm. zu Mar 10:47.

Wunder: Oder „Vorzeichen“. Die Wunder, die Gott durch Jesus geschehen ließ, dienten als Nachweis, dass er von Gott gesandt worden war. Außerdem waren seine Wunderheilungen und Auferweckungen ein Vorzeichen oder eine Vorschau auf das, was er in der Zukunft in einem weit größeren Umfang tun würde. (Siehe Anm. zu Apg 2:19.)

den ganzen Rat Gottes: Oder „das ganze Vorhaben Gottes“, „den ganzen Willen Gottes“. Wie der Kontext zeigt, hängt „der ganze Rat Gottes“ mit dem Königreich zusammen (Apg 20:25). Gemeint ist alles, was Gott durch sein Königreich erreichen will; das schließt auch alles ein, was er festgelegt hat, um Rettung zu ermöglichen. Im Griechischen steht hier für „Rat“ das Wort boulḗ. In Luk 7:30 wird es ebenfalls mit „Rat“ bzw. mit „Anweisung“ (Fn.) wiedergegeben und in Heb 6:17 mit „Vorhaben“.

entschiedenen Willen: Oder „festgesetzten Beschluss“. Das mit „Wille“ übersetzte griechische Wort boulḗ wird in Luk 7:30 mit „Rat“ oder „Anweisung“ (Fn.) wiedergegeben und in Heb 6:17 mit „Vorhaben“. (Siehe Anm. zu Apg 20:27.)

einer schmerzlichen Zeit: Wtl. „von Wehen“. Das griechische Wort beschreibt die heftigen Schmerzen bei einer Geburt. Hier bezieht es sich auf Kummer, Schmerz und Leid allgemein. Doch der Hinweis auf Wehen könnte auch eine Anspielung darauf sein, dass die angekündigten Schwierigkeiten und Leiden in der Zeit vor der „großen Drangsal“ an Häufigkeit, Intensität und Dauer zunehmen (Mat 24:21).

aus der Gewalt des Todes: Wtl. „von den (heftigen) Schmerzen des Todes“, „von den Wehen des Todes“. Der griechische Ausdruck vermittelt hier den Gedanken, dass der Tod Schmerzen verursacht, auch wenn in der Bibel eindeutig gesagt wird, dass Tote kein Bewusstsein haben und damit auch keine Schmerzen (Ps 146:4; Pr 9:5, 10). Wahrscheinlich soll durch dieses Bild hervorgehoben werden, wie bitter und leidvoll der Tod ist (1Sa 15:32, Fn.; Ps 55:4; Pr 7:26). Dabei geht es nicht nur um die Schmerzen, die dem Tod gewöhnlich vorausgehen (Ps 73:4, 5), sondern auch um den Verlust aller Handlungsmöglichkeiten und Freiheiten, den sein lähmender Griff mit sich bringt (Ps 6:5; 88:10). Das ist offensichtlich gemeint, wenn es wörtlich heißt, dass Jesus bei seiner Auferweckung von den „Schmerzen des Todes“ befreit wurde – er wurde der leidvollen und lähmenden Gewalt des Todes entrissen. ōdín, das griechische Wort für „Schmerz“, hat anderswo die Bedeutung von Geburtsschmerzen (1Th 5:3). Es kann sich aber auch allgemein auf etwas Schmerzliches, Leidvolles oder Schreckliches beziehen. (Siehe Anm. zu Mat 24:8.) In der Septuaginta erscheint der griechische Ausdruck für „Schmerzen (Wehen) des Todes“ in 2Sa 22:6 und Ps 18:4 (17:5, LXX). Im hebräischen Text der Massoreten findet man an diesen Stellen allerdings die Wiedergabe „Stricke des Grabes“ bzw. „Fesseln des Todes“. Interessant ist, dass in alten hebräischen Manuskripten, in denen die Wörter ohne Vokale geschrieben wurden, das Wort für „Strick“ (chével) die gleiche Konsonantenfolge hat wie das Wort für „Schmerz“. Das könnte eine Erklärung für die Wiedergabe in der Septuaginta sein. In jedem Fall vermitteln beide Wiedergaben – „Schmerzen des Todes“ und „Fesseln des Todes“ – grundsätzlich dieselbe Vorstellung, nämlich dass der Tod etwas sehr Schmerzliches und Leidvolles ist.

Jehova: Es handelt sich hier um ein Zitat aus Ps 16:8. Dort erscheint der Gottesname im hebräischen Urtext in Form der vier hebräischen Konsonanten יהוה (JHWH). (Siehe Anh. C.)

ich: Wtl. „mein Fleisch“. Petrus leitete dieses Zitat aus Ps 16 mit den Worten ein: „David sagt … über ihn“, d. h. über den Messias, also über Jesus (Apg 2:25). Im vorliegenden Vers sowie in Ps 16:9 steht sowohl im griechischen als auch im hebräischen Text das Wort für „Fleisch“, das sich auf den Körper einer Person beziehen kann oder auf die Person selbst. Auch wenn Jesus bewusst war, dass er als Loskaufsopfer sterben würde, lebte er in Hoffnung. Er wusste: Sein Vater würde ihn auferwecken, sein Opfer würde die Menschheit erlösen und sein Körper würde nicht verwesen (Apg 2:27, 31).

mich: Oder „meine Seele“. In diesem Zitat aus Ps 16:10 gibt das griechische Wort psychḗ das hebräische Wort néphesch wieder; beide werden traditionell mit „Seele“ übersetzt. Der Psalmist David meinte mit „meine Seele“ sich selbst. Petrus wandte diesen Psalm auf den Christus an, als er den Juden am Pfingsttag 33 dessen Auferstehung verkündete (Apg 2:24, 25; siehe Worterklärungen zu „Seele“ und Anh. A2).

Grab: Oder „Hades“. Der griechische Begriff háidēs (sprich: hádēs) bedeutet vielleicht „der unsichtbare Ort“ und kommt in den Christlichen Griechischen Schriften 10 Mal vor. (Siehe Mat 11:23; 16:18; Luk 10:15; 16:23; Apg 2:27, 31; Off 1:18; 6:8; 20:13, 14.) Im vorliegenden Vers wird Ps 16:10 zitiert, wo im Hebräischen der Begriff scheʼṓl („Scheol“) steht, der ebenfalls mit „Grab“ übersetzt ist. Die Septuaginta verwendet das griechische „Hades“ gewöhnlich für das hebräische „Scheol“. In der Bibel beziehen sich beide Wörter auf das Grab im allgemeinen Sinn; für ein Einzelgrab gibt es im Hebräischen und Griechischen andere Begriffe. Einige hebräische Übersetzungen der Christlichen Griechischen Schriften (in Anh. C4 unter J7, 8, 11, 12, 14-18, 22 aufgeführt) schreiben hier „Scheol“. (Siehe Anh. A2.)

in deiner Gegenwart: Wtl. „bei (vor) deinem Gesicht“. In diesem Zitat aus Ps 16:11 gibt das Griechische den hebräischen Text wörtlich wieder. Der hebräische Ausdruck „bei jemandes Gesicht“ ist eine idiomatische Wendung und bedeutet „in jemandes Gegenwart“.

das Kind, das du zur Welt bringen wirst: Wtl. „die Frucht deines Leibes“. Das griechische Wort für „Frucht“ (karpós) wird hier zusammen mit dem Wort für „(Mutter)leib“ als Sprachbild gebraucht und bezieht sich auf das ungeborene Kind. Der gesamte Ausdruck gibt ein hebräisches Idiom wieder, das ein Kind als „Frucht“ oder Produkt der menschlichen Fortpflanzung beschreibt (1Mo 30:2, Fn.; 5Mo 7:13, Fn.; 28:4, Fn.; Ps 127:3, Fn.; 132:11, Fn.; Klg 2:20, Fn.).

Gott: In vorhandenen griechischen Manuskripten steht an dieser Stelle theós („Gott“). In einigen Übersetzungen der Christlichen Griechischen Schriften ins Hebräische (in Anh. C4 unter J7, 8, 10 aufgeführt) findet man hier interessanter­weise das Tetragramm.

einen seiner Nachkommen: David wurde versprochen, dass einer seiner Nachfahren der messianische „Nachkomme“ sein würde, der in 1Mo 3:15 angekündigt wurde (2Sa 7:12, 13; Ps 89:3, 4; 132:11). Dieses Versprechen erfüllte sich durch Jesus. Sowohl seine Mutter als auch sein Adoptivvater stammten von König David ab. Der mit „Nachkomme“ wiedergegebene griechische Ausdruck bildet ein hebräisches Idiom ab, das wtl. „Frucht seiner Lenden“ bedeutet. In den Lenden oder im Unterleib eines Menschen befinden sich die Fortpflanzungs­organe (1Mo 35:11, Fn.; 1Kö 8:19, Fn.). Nachkommen werden auch als „Frucht des Mutterleibes“ bezeichnet, und es gibt noch andere ähnliche Ausdrücke, die das Ergebnis der menschlichen Fortpflanzung als „Frucht“ beschreiben (1Mo 30:2, Fn.; 5Mo 7:13, Fn.; Ps 127:3, Fn.; Klg 2:20, Fn.; Luk 1:42, Anm.).

Grab: Oder „Hades“. Der griechische Begriff háidēs (sprich: hádēs) bedeutet vielleicht „der unsichtbare Ort“ und kommt in den Christlichen Griechischen Schriften 10 Mal vor. (Siehe Mat 11:23; 16:18; Luk 10:15; 16:23; Apg 2:27, 31; Off 1:18; 6:8; 20:13, 14.) Im vorliegenden Vers wird Ps 16:10 zitiert, wo im Hebräischen der Begriff scheʼṓl („Scheol“) steht, der ebenfalls mit „Grab“ übersetzt ist. Die Septuaginta verwendet das griechische „Hades“ gewöhnlich für das hebräische „Scheol“. In der Bibel beziehen sich beide Wörter auf das Grab im allgemeinen Sinn; für ein Einzelgrab gibt es im Hebräischen und Griechischen andere Begriffe. Einige hebräische Übersetzungen der Christlichen Griechischen Schriften (in Anh. C4 unter J7, 8, 11, 12, 14-18, 22 aufgeführt) schreiben hier „Scheol“. (Siehe Anh. A2.)

Grab: Oder „Hades“. Gemeint ist das Grab im allgemeinen Sinn im Gegensatz zu einem Einzelgrab. (Siehe Anm. zu Apg 2:27 und Worterklärungen zu „Grab“.)

noch sein Körper die Verwesung sah: Jehova ließ nicht zu, dass Jesu menschlicher Körper verweste und zu Staub zerfiel, wie es bei Moses und David der Fall war, die beide prophetische Vorbilder für Christus waren (5Mo 34:5, 6; Apg 2:27; 13:35, 36). Damit Jesus der „letzte Adam“ sein konnte (1Ko 15:45) sowie ein „entsprechendes Lösegeld“ für die gesamte Menschheit (1Ti 2:5, 6; Mat 20:28), musste er einen echten menschlichen Körper aus Fleisch und Blut haben. Dieser Körper musste vollkommen sein, denn er sollte Jehova Gott dargebracht werden und als Kaufpreis für das dienen, was Adam verloren hatte (Heb 9:14; 1Pe 1:18, 19). Kein unvollkommener Nachkomme von Adam konnte diesen Preis aufbringen (Ps 49:7-9). All das erklärt, warum Jesus nicht auf normalem Weg gezeugt wurde. Er selbst sagte – offenbar bei seiner Taufe – zu seinem Vater Jehova: „Du hast einen Körper für mich gemacht“ (Heb 10:5), und meinte damit seinen vollkommenen menschlichen Körper, den er als Opfer darbringen würde. Als die Jünger zu Jesu Grab kamen, stellten sie fest, dass sein Körper nicht mehr da war. Nur die Leinentücher, in die sein Körper eingewickelt war, lagen noch da. Offensichtlich hatte Jehova den menschlichen Körper seines geliebten Sohnes entfernt, bevor er zu verwesen begann (Luk 24:3-6; Joh 20:2-9).

Jehova: Es handelt sich hier um ein Zitat aus Ps 110:1. Dort erscheint der Gottesname im hebräischen Urtext in Form der vier Konsonanten יהוה (JHWH). In den meisten Übersetzungen des sogenannten Neuen Testaments ist der Gottesname jedoch nicht enthalten, auch nicht in Zitaten aus den Hebräischen Schriften. (Siehe Anh. A5.) Allerdings findet man in einigen Ausgaben der englischen King James Version aus dem 17. Jh. im vorliegenden Vers die besondere Schreibweise „der HERR“; das Gleiche gilt auch für drei andere Stellen, wo Ps 110:1 in den Christlichen Griechischen Schriften zitiert wird (Mat 22:44; Mar 12:36; Luk 20:42). Spätere Ausgaben setzten diese Praxis fort. In den Hebräischen Schriften der King James Version zeigt die Schreibweise „der HERR“ an, wo der göttliche Name im hebräischen Urtext steht. Daher lässt dieselbe Schreibweise in den Christlichen Griechischen Schriften darauf schließen, dass die Übersetzer der Meinung waren, die betreffende Textstelle beziehe sich auf Jehova. Interessanter­weise verwendet die New King James Version (Erstauflage von 1979) auch an anderen Stellen in den Christlichen Griechischen Schriften die Schreibweise „der HERR“, und zwar überall dort, wo der Begriff in Zitaten aus den Hebräischen Schriften steht und sich auf den göttlichen Namen bezieht. (Siehe Anh. C.)

an einem Pfahl hingerichtet wird: Oder „an einem Pfahl (Stamm) befestigt wird“. Das ist die erste von über 40 Stellen in den Christlichen Griechischen Schriften, wo das Verb stauróō vorkommt. Das entsprechende griechische Substantiv staurós wird mit „Marterpfahl“ wiedergegeben. (Siehe Anm. zu Mat 10:38; 16:24; 27:32 und Worterklärungen zu „Marterpfahl“, „Pfahl; Stamm“.) Die Septuaginta verwendet das Verb stauróō in Est 7:9 in Verbindung mit dem Befehl, Haman an einen mehr als 20 m hohen Stamm zu hängen. Im klassischen Griechisch bedeutet stauróō „Pfähle einschlagen“, „mit Pfählen einzäunen“, „ein Pfahlwerk (eine Palisade) errichten“.

am Pfahl hingerichtet: Oder „an einem Pfahl (Stamm) befestigt“. (Siehe Anm. zu Mat 20:19 und Worterklärungen zu „Pfahl; Stamm“; „Marterpfahl“.)

Taufe als Symbol der Reue: Wtl. „Taufe der Reue“. Die Taufe wusch keine Sünden weg. Doch wer sich von Johannes taufen ließ, bereute öffentlich, dass er gegen das Gesetz gesündigt hatte, und brachte seine Entschlossenheit zum Ausdruck, sich zu ändern. Menschen mit so einer Einstellung konnten zum Christus geführt werden (Gal 3:24). Auf diese Weise bereitete Johannes ein Volk vor, das sehen würde, „wie Gott für Rettung sorgt“ (Luk 3:3-6; siehe Anm. zu Mat 3:2, 8, 11 und Worterklärungen zu „Taufe; taufen“; „Reue“).

Frucht …, die der Reue entspricht: Johannes forderte seine Zuhörer mit diesen Worten auf, unter anderem durch ihr Verhalten zu beweisen, dass sie ihre Einstellung und Denkweise geändert hatten (Luk 3:8; Apg 26:20; siehe Anm. zu Mat 3:2, 11 und Worterklärungen zu „Reue“).

weil ihr bereut: Wtl. „zum Umdenken“. (Siehe Anm. zu Mat 3:2, 8 und Worterklärungen zu „Reue“.)

Bereut: Das hier verwendete griechische Wort metanoéō kann wtl. mit „umdenken“ übersetzt werden, womit eine Änderung der Denkweise, der Einstellung und der Absichten gemeint ist. Johannes der Täufer hatte ursprünglich „die Taufe als Symbol der Reue zur Sündenvergebung“ gepredigt. (Siehe Anm. zu Mar 1:4.) Durch diese Taufe zeigten die Menschen ihre Reue darüber, dass sie sich nicht an die Vorschriften des mosaischen Gesetzes gehalten hatten. Und durch diese Reue wurde Gottes Volk auf das vorbereitet, was kommen würde (Mar 1:2-4). Nun stellte Petrus heraus, dass es – entsprechend Jesu Anweisung laut Mat 28:19 – für alle in Gottes Volk nötig wäre, sich im Namen von Jesus Christus taufen zu lassen, damit ihre Sünden vergeben würden. Es gab nun eine neue, entscheidende Voraussetzung, damit die Juden Gott um Vergebung bitten konnten und er ihnen vergab: Sie mussten bereuen, dass sie Jesus als den Messias abgelehnt hatten, und an ihn glauben. Diesen Glauben konnten sie dadurch zum Ausdruck bringen, dass sie sich öffentlich im Namen von Jesus Christus im Wasser untertauchen ließen. Auf diese Weise würden sie ihre persönliche Hingabe an Gott durch Christus symbolisieren. (Siehe Anm. zu Mat 3:8, 11 und Worterklärungen zu „Reue“.)

Jehova: In den vorhandenen griechischen Manuskripten steht hier kýrios („Herr“). Doch wie in Anh. C erklärt wird, stützen mehrere Gründe die Annahme, dass im Original hier der Name Gottes stand und später durch die Bezeichnung „Herr“ ersetzt wurde. Deswegen wird im Haupttext der Name Jehova verwendet. Wie aus Apg 2:33-38 hervorgeht, bezieht sich das Versprechen, das Petrus in diesem Vers anspricht, auf die in Joel 2:28-32 erwähnte Ausgießung des heiligen Geistes. Die Formulierung „allen, die Jehova, unser Gott, zu sich ruft“ erinnert an die Worte am Ende von Joel 2:32. Im hebräischen Urtext steht in Joel 2:32 drei Mal der Gottesname, und es wird dort eindeutig gesagt, dass Jehova der Rufende ist. (Siehe Anh. C3, Einleitung, Apg 2:39.)

Personen: Oder „Seelen“. Das griechische Wort psychḗ, hier traditionell mit „Seele“ wiedergegeben, bezieht sich an dieser Stelle auf Menschen. (Siehe Worterklärungen zu „Seele“.)

Mahlzeit: Wörtlich steht hier im Griechischen der Ausdruck „Brot brechen“. Da Brot im Vorderen Orient das Grund­nahrungs­mittel schlechthin war, verstand man unter „Brot brechen“ im Laufe der Zeit jede Art von Mahlzeit. In der Regel machte man Brot aus flachen Teigfladen, die beim Backen hart wurden. Daher war es üblich, Brot auseinander­zu­brechen, statt es zu schneiden. Das war etwas völlig Alltägliches – etwas, das auch Jesus oft machte. (Siehe Anm. zu Mat 14:19; siehe auch Mat 15:36; Luk 24:30.) Auch als Jesus die Abendmahlsfeier einführte, brach er ein Brot auseinander. Die Handlung an sich hatte keine tiefere Bedeutung. (Siehe Anm. zu Mat 26:26.) Einige behaupten, dass an bestimmten Stellen in der Apostel­geschichte, wo vom Brotbrechen die Rede ist, die Abendmahlsfeier gemeint ist (Apg 2:42, 46; 20:7, 11). Allerdings wird in der Bibel, wenn das Abendmahl erwähnt wird, neben dem Brotbrechen auch immer das Trinken von Wein aus einem Becher erwähnt (Mat 26:26-28; Mar 14:22-25; Luk 22:19, 20; 1Ko 10:16-21; 11:23-26). Beide Handlungen sind gleich wichtig. Wenn also nur vom Brotbrechen die Rede ist, geht es immer um eine normale Mahlzeit und nicht um das Abendmahl des Herrn. Hinzu kommt, dass die Abendmahlsfeier die Passahfeier ablöste, die nur ein einziges Mal im Jahr stattfand. Jesus hat nirgends angedeutet, dass die Feier zum Gedenken an seinen Tod öfter stattfinden sollte.

hatten Gemeinschaft miteinander: Oder „hatten aneinander Anteil“. Die Grundbedeutung des griechischen Wortes koinōnía ist „Gemeinschaft“, „Anteilhaben“. Paulus verwendete dieses Wort mehrfach in seinen Briefen (1Ko 1:9; 10:16; 2Ko 6:14, Fn.; 13:14). Wie der Kontext zeigt, ging es bei dieser Gemeinschaft eher um enge Freundschaft als um lose Bekanntschaft.

aßen: Siehe Anm. zu Apg 20:7.

Wunder: Oder „Vorzeichen“. In den Christlichen Griechischen Schriften wird das entsprechende Wort téras durchweg in Kombination mit sēméion („Zeichen“) verwendet, wobei beide Wörter immer im Plural stehen (Mat 24:24; Joh 4:48; Apg 7:36; 14:3; 15:12; 2Ko 12:12). téras bezeichnet grundsätzlich alles, was Ehrfurcht oder Staunen hervorruft. Wenn der Begriff ganz klar auf ein Ereignis in der Zukunft hindeutet, wird in einer Studienanmerkung die Wiedergabe „Vorzeichen“ als Alternative angegeben.

alle: Oder „jede Seele“. Das griechische Wort psychḗ, hier traditionell mit „Seele“ wiedergegeben, bezieht sich an dieser Stelle auf lebende Personen. (Siehe Worterklärungen zu „Seele“.)

Wunder: Oder „Vorzeichen“. (Siehe Anm. zu Apg 2:19.)

von Haus zu Haus: Diese Wendung gibt den griechischen Ausdruck katʼ óikon wieder, der wtl. „je Haus“ bedeutet. Verschiedenen Fachwörterbüchern und Bibel­kommentatoren zufolge kann die Präposition katá als Distributivum oder Verteilungszahlwort verstanden werden. So heißt es in einem Werk zu dem griechischen Ausdruck: „distributiv … in den einzelnen Häusern“ (Walter Bauer, Griechisch-deutsches Wörterbuch zu den Schriften des Neuen Testaments und der frühchristlichen Literatur, 6., völlig neu bearbeitete Auflage, 1988). In einem anderen Nachschlagewerk heißt es unter katá: „(distributiv:) Apg 2, 46 u. 5, 42 κατ’ οἶκον ‚(Haus für Haus) / in den (einzelnen) Häusern‘“ (Exegetisches Wörterbuch zum Neuen Testament, herausgegeben von Horst Balz und Gerhard Schneider, 2. Auflage, 1992). Der Bibel­wissenschaftler R. C. H. Lenski schrieb dazu: „Für keinen Augenblick ließen die Apostel in ihrem gesegneten Werk nach. ‚Jeden Tag‘ fuhren sie fort, und dies offen ‚im Tempel‘, wo der Sanhedrin und die Tempelpolizei sie sehen und hören konnten, und natürlich auch κατ’ οἶκον, was distributiv zu verstehen ist, ‚von Haus zu Haus‘, nicht einfach adverbial, ‚zu Hause‘“ (The Interpretation of The Acts of the Apostles, 1961). Diese Quellen stützen das Verständnis, dass die Jünger in einem Haus nach dem anderen oder von Haus zu Haus predigten. In Luk 8:1 wird katá in dem gleichen Sinn verwendet, wenn es von Jesus heißt, dass er „von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf“ zog und predigte. Die Methode, zu den Menschen direkt nach Hause zu gehen, war außerordentlich erfolgreich (Apg 6:7; vgl. Apg 4:16, 17; 5:28).

von Haus zu Haus: Oder „in verschiedenen Häusern“. Wie der Zusammenhang zeigt, hatte Paulus diese Männer zu Hause besucht, um sie zu lehren. Er hatte ihnen ans Herz gelegt, „dass sie bereuen und sich Gott zuwenden und an unseren Herrn Jesus glauben sollten“ (Apg 20:21). Paulus sprach hier also nicht von Besuchen, wie er sie bei neuen Mitchristen gemacht hätte, um ihnen Mut zuzusprechen. Wären diese Männer bereits Christen gewesen, hätten sie schon bereut und Glauben an Jesus entwickelt. In dem Buch Word Pictures in the New Testament von Dr. A. T. Robertson heißt es zu Apg 20:20: „Es ist beachtenswert, dass dieser größte Prediger von Haus zu Haus predigte und aus seinen Besuchen nicht nur gesellschaftliche Besuche machte“ (Bd. III, 1930, S. 349, 350). In The Acts of the Apostles With a Commentary schrieb Abiel Abbot Livermore zu der Aussage von Paulus in Apg 20:20: „Er gab sich nicht damit zufrieden, lediglich in einer öffentlichen Versammlung Vorträge zu halten, … sondern verrichtete mit Eifer sein großes Werk auf persönlicher Ebene und von Haus zu Haus; ja er brachte die Botschaft des Himmels buchstäblich ins Haus, in die Heime und Herzen der Epheser“ (1844, S. 270). (Eine Erklärung zur Übersetzung des griechischen Ausdrucks katʼ óikous [wtl. „je Häuser“] enthält die Anm. zu Apg 5:42.)

in verschiedenen Häusern: Oder „von Haus zu Haus“. Griechisch katʼ óikon (wtl. „je Haus“). In dieser Wendung ist die Präposition katá distributiv (verteilend) zu verstehen. In dieser Zeit hatten viele Jünger allem Anschein nach nicht genug, um sich selbst zu versorgen. Deswegen traf man sich offensichtlich in den Häusern von Mitgläubigen in und um Jerusalem und teilte das Essen. (Siehe Anm. zu Apg 5:42; 20:20.)

Jehova: In vorhandenen griechischen Manuskripten steht hier ho kýrios („der Herr“). Wie jedoch in Anh. C erklärt wird, gibt es verschiedene Gründe für die Annahme, dass in diesem Vers ursprünglich der Gottesname stand und später durch „Herr“ ersetzt wurde. Deswegen wird hier im Haupttext der Name Jehova verwendet. (Siehe Anh. C3, Einleitung, Apg 2:47.)

Medien

Die Inschrift des Theodotos für Griechisch sprechende Juden
Die Inschrift des Theodotos für Griechisch sprechende Juden

Die hier abgebildete Theodotos-Inschrift befindet sich auf einer 72 cm x 42 cm großen Kalksteinplatte. Sie wurde Anfang des 20. Jh. auf dem Ophel, einem Hügel in Jerusalem, entdeckt. Der in Griechisch verfasste Text sagt über den Priester Theodotos (auch Theodotus): „[Er] erbaute die(se) Synagoge zur Vorlesung des Gesetzes und zum Unterricht in den Geboten“. Die Inschrift wird in die Zeit vor der Zerstörung Jerusalems 70 u. Z. datiert. Sie belegt, dass sich im 1. Jh. in Jerusalem Griechisch sprechende Juden aufhielten (Apg 6:1). Wie einige vermuten, könnte es sich bei der Synagoge um die „sogenannte Synagoge der Freigelassenen“ gehandelt haben (Apg 6:9). Die Inschrift erwähnt außerdem, dass Theodotos genauso wie sein Vater und Großvater den Titel archisynágōgos („Synagogen­vorsteher“) trug. Dieser Titel kommt in den Christlichen Griechischen Schriften mehrmals vor (Mar 5:35; Luk 8:49; Apg 13:15; 18:8, 17). Laut der Inschrift baute Theodotos ein Gästehaus für Besucher aus dem Ausland. Wahrscheinlich wurde es von Juden genutzt, die vor allem zu den jährlichen Festen nach Jerusalem kamen (Apg 2:5).

Pfingsten 33 u. Z. und die Verbreitung der guten Botschaft
Pfingsten 33 u. Z. und die Verbreitung der guten Botschaft

Pfingsten 33 „hielten sich in Jerusalem tiefgläubige Juden aus allen Völkern unter dem Himmel auf“ (Apg 2:5). Als auf Jesu Jünger der heilige Geist ausgegossen wurde, konnten sie durch ein Wunder die verschiedenen Sprachen der Festbesucher sprechen (Apg 2:4, 8). Diese waren völlig verwundert, als sie die gute Botschaft in ihrer Muttersprache hörten. Laut Apg 2:9-11 kamen sie aus 15 verschiedenen Regionen. Zweifellos nahmen viele von denen, die gläubig wurden, die gute Botschaft mit nach Hause. Ihre Heimatgebiete sind auf der Karte entsprechend der Reihenfolge in Apg 2:9-11 nummeriert (Apg 2:41, 44, 47).