Der erste Brief an die Korinther 3:1-23

3  So konnte ich mit euch nicht wie mit Menschen reden, die sich vom Geist leiten lassen*,+ Brüder, sondern wie mit Menschen, die sich von ihrer sündigen Natur leiten lassen*, wie mit kleinen Kindern+ in Christus.  Ich habe euch mit Milch ernährt, nicht mit fester Nahrung, denn ihr wart noch nicht stark genug. Ja ihr seid auch jetzt nicht stark genug,+  denn ihr lasst euch noch von eurer sündigen Natur leiten*.+ Solange es Eifersucht und Streit unter euch gibt,+ lasst ihr euch da nicht von eurer sündigen Natur leiten*+ und verhaltet ihr euch da nicht wie Menschen?  Denn wenn einer sagt: „Ich gehöre zu Paulus“, ein anderer aber sagt: „Ich zu Apọllos“,+ benehmt ihr euch da nicht einfach wie Menschen?  Was ist denn Apọllos? Ja was ist Paulus? Diener,+ durch die ihr gläubig geworden seid, so wie der Herr es einem jeden gewährt hat.  Ich habe gepflanzt,+ Apọllos hat begossen,+ Gott aber hat es wachsen lassen,  sodass weder der Pflanzende etwas ist noch der Begießende, sondern Gott, der es wachsen lässt.+  Der Pflanzende und der Begießende sind eins, doch jeder wird für seine eigene Arbeit den entsprechenden Lohn bekommen.+  Denn wir sind Gottes Mitarbeiter.+ Ihr seid Gottes Feld, das bebaut wird, Gottes Bauwerk.+ 10  Aufgrund der unverdienten Güte, die Gott mir geschenkt hat, habe ich als geschickter Baumeister ein Fundament gelegt,+ aber jemand anders baut darauf. Doch jeder soll stets darauf achten, wie er darauf baut. 11  Denn niemand kann ein anderes Fundament legen als das, was gelegt wurde – Jesus Christus.+ 12  Wenn nun jemand auf dem Fundament mit Gold, Silber, kostbaren Steinen, Hölzern, Heu oder Stroh baut, 13  wird das Werk eines jeden offenbar,* denn der Tag wird es aufdecken, weil es durch Feuer offenbart werden wird.+ Durch das Feuer wird geprüft, von welcher Qualität das Werk eines jeden ist. 14  Hält das, was jemand darauf gebaut hat, stand, wird er einen Lohn bekommen. 15  Falls es abbrennt, wird er Verlust erleiden, doch er selbst wird gerettet werden. Wenn das geschieht, wird es jedoch sein wie durchs Feuer hindurch. 16  Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid+ und dass der Geist Gottes in euch wohnt?+ 17  Wenn jemand den Tempel Gottes vernichtet, wird Gott ihn vernichten. Denn der Tempel Gottes ist heilig und ihr seid dieser Tempel.+ 18  Macht euch nichts vor: Wenn sich jemand unter euch in diesem Weltsystem für weise hält, soll er erst einmal dumm werden, damit er weise wird.+ 19  Denn die Weisheit dieser Welt ist Dummheit bei Gott. Steht doch in den Schriften: „Die Weisen fängt er mit ihrer eigenen List.“+ 20  Auch heißt es: „Jehova weiß, dass die Überlegungen der Weisen sinnlos sind.“+ 21  Deshalb soll sich niemand wegen Menschen rühmen, denn alles gehört euch, 22  ob Paulus oder Apọllos oder Kẹphas+ oder die Welt oder Leben oder Tod oder Gegenwärtiges oder Zukünftiges – alles gehört euch. 23  Ihr aber gehört Christus+ und Christus gehört Gott.

Fußnoten

Oder „mit Geistesmenschen“.
Oder „mit fleischlichen Menschen“.
Wtl. „seid noch fleischlich“.
Wtl. „seid ihr da nicht fleischlich“.
Oder „deutlich sichtbar“. Wtl. „offenbar werden“.

Studienanmerkungen

mit Milch ernährt, nicht mit fester Nahrung: Genauso wie Milch zur Entwicklung und zum Wachstum von Kindern beiträgt, fördern die Grundlehren der Bibel das Wachstum und die Entwicklung von jemandem, der neu im Glauben ist (Heb 5:12 bis 6:2). Diese Grundlehren zu verinnerlichen ist unverzichtbar für die Rettung (1Pe 2:2). Darüber hinaus wollte Paulus jedoch, dass die Christen in Korinth „nach Reife streben“, was er später auch den hebräischen Christen in Jerusalem ans Herz legte (Heb 6:1). Es kam ihm also darauf an, dass sie tiefe Glaubenswahrheiten – sozusagen feste Nahrung – aufnehmen.

Apollos: Ein Christ aus Alexandria mit jüdischem Hintergrund. Er war von Ephesus nach Korinth gereist und unterstützte dort seine neuen Mitgläubigen (Apg 18:24-28; 19:1; siehe Anm. zu Apg 18:24). Apollos „begoss“ den Samen, den Paulus in Korinth gesät hatte (1Ko 3:5, 6; siehe Anm. zu 1Ko 16:12).

Apollos: Siehe Anm. zu 1Ko 1:12.

Diener: In der Bibel wird das griechische Wort diákonos oft auf Personen angewendet, die anderen unermüdlich und demütig Dienste erweisen. Der Ausdruck wird für Christus gebraucht (Rö 15:8), für Diener von Christus (1Ko 3:5-7; Kol 1:23), für Dienstamt­gehilfen (Php 1:1; 1Ti 3:8), für Hausbedienstete (Joh 2:5, 9) und für Regierungs­vertreter (Rö 13:4).

Diener: In der Bibel wird das griechische Wort diákonos oft verwendet, um jemand zu bezeichnen, der anderen demütig Dienste leistet. (Siehe Anm. zu Mat 20:26.) Hier wird der Begriff auf Christus angewendet. Bevor er Mensch wurde, diente er Jehova bereits unermesslich lange. Bei seiner Taufe begann für ihn eine neue Form des Dienstes: Er half sündigen Menschen, Jehova näherzukommen. Das schloss sogar ein, dass er sein Leben als Lösegeld für sie gab (Mat 20:28; Luk 4:16-21). Hier wird Jesus als Diener für die beschnittenen Juden bezeichnet. Sein Dienst war ein Beweis für die Wahrhaftigkeit Gottes, weil sich dadurch die Versprechen erfüllten, die Gott den Vorfahren der Juden gegeben hatte. Dazu gehörte das Versprechen gegenüber Abraham, dass durch seine Nachkommen alle Völker gesegnet werden würden (1Mo 22:17, 18). Jesu Dienst würde also auch Menschen aus den anderen Völkern zugutekommen, die „ihre Hoffnung [auf ihn] setzen“ (Rö 15:9-12).

Diener: In der Bibel wird das griechische Wort diákonos oft für Personen verwendet, die anderen demütig und unermüdlich Dienste erweisen. (Siehe Anm. zu Mat 20:26.) In Rö 15:8 wird der Begriff auf Jesus angewandt. (Siehe Anm.) Im vorliegenden Vers bezeichnet Paulus sich selbst und Apollos als Diener, durch die die Korinther gläubig geworden waren. Zu ihrem Dienst – wie auch zum Dienst aller getaufter Christen – gehörte es, anderen zu helfen, eine gute Beziehung zu Gott aufzubauen (Luk 4:16-21).

Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen: Paulus vergleicht hier den christlichen Dienst mit der Arbeit eines Landwirts. Als er den Menschen in Korinth die Botschaft vom Königreich bekannt machte, säte er sozusagen Samen auf das Feld aus. Apollos goss und düngte im Anschluss die Saat, indem er die Korinther weiter lehrte (Apg 18:24; 19:1). Doch dass die neuen Jünger im Glauben wuchsen, bewirkte Gott durch seinen Geist. Paulus macht durch diesen Vergleich deutlich, dass Glaubenswachstum nicht von Einzelpersonen abhängt. Alle sind Dienende und arbeiten als „Gottes Mitarbeiter“ zusammen (1Ko 3:9). Ihre selbstlosen, vereinten Anstrengungen werden von Gott gesegnet; das Wachstum liegt jedoch in seinen Händen.

sind eins: Oder „sind in Einheit“, „sind uns einig“. Jesu Äußerung zeigt, dass er und sein Vater die „Schafe“ gemeinsam beschützen und zu ewigem Leben führen möchten. Daran arbeiten Vater und Sohn mit vereinten Kräften. Sie sind gleichermaßen an den Schafen interessiert und lassen nicht zu, dass irgendjemand sie aus ihrer Hand reißt (Joh 10:27-29; vgl. Hes 34:23, 24). Im Johannes­evangelium ist immer wieder davon die Rede, dass zwischen dem Vater und dem Sohn eine große Harmonie besteht; sie wollen das Gleiche und arbeiten auf das Gleiche hin. Im Griechischen steht hier das Wort für „eins“ (das eine Sache bezeichnet), nicht für „einer“ (das eine Person bezeichnet). Das stützt den Gedanken, dass Jesus und sein Vater in ihrer Zusammenarbeit „eins“ sind, und nicht, dass sie „einer“ oder ein und dieselbe Person sind (Joh 5:19; 14:9, 23). Ein Vergleich von Jesu Aussage hier in Kapitel 10 mit seinem Gebet in Kapitel 17 bestätigt, dass er nicht davon sprach, die gleiche Göttlichkeit zu besitzen wie sein Vater; vielmehr geht es darum, dass sie dieselben Ziele verfolgen und in ihrer Handlungsweise übereinstimmen (Joh 10:25-29; 17:2, 9-11). Das wird noch deutlicher in Jesu Bitte, die er an seinen Vater bezüglich seiner Nachfolger richtete: „Wache über sie …, damit sie eins sind, so wie wir eins sind“ (Joh 17:11). Somit geht es in Kapitel 10 und in Kapitel 17 um dieselbe Form des „Einsseins“. (Siehe Anm. zu Joh 17:11, 21; 1Ko 3:8.)

eins sind: Oder „in Einheit sind“, „sich einig sind“. Jesus und sein Vater sind „eins“ oder einig im Denken und in der Zusammenarbeit. Genauso sollten seine Nachfolger „eins“ sein, indem sie harmonisch zusammen­arbeiten. Was Jesus hier in diesem Gebet sagte, erinnert an seine Worte in Joh 10:30. Dort erklärte er, dass er und der Vater darin „eins“ sind, wie sie mit seinen Jüngern umgehen – den „Schafen“, die ihm der Vater gegeben hat (Joh 10:25-30; 17:2, 9). Im Griechischen steht hier das Wort für „eins“ (das eine Sache bezeichnet), nicht für „einer“ (das eine Person bezeichnet). (Siehe Anm. zu Joh 10:30.)

eins sind: Oder „in Einheit sind“, „sich einig sind“. Jesus und sein Vater sind „eins“ oder einig im Denken und in der Zusammenarbeit. Genauso sollten seine Nachfolger „eins“ sein, indem sie harmonisch zusammen­arbeiten – darum betete Jesus (Joh 17:22). In 1Ko 3:6-9 beschreibt Paulus diese Art von Einheit, die entsteht, wenn Christen untereinander und mit Gott zusammen­arbeiten. (Siehe 1Ko 3:8 und Anm. zu Joh 10:30; 17:11.)

sind eins: Oder „haben ein und dasselbe Ziel“. Paulus beschreibt hier die Einheit, die unter Dienern von Christus herrscht, wenn sie miteinander und mit Gott zusammen­arbeiten (1Ko 3:9). Im Griechischen steht hier das Wort für „eins“, das eine Sache bezeichnet, nicht das Wort für „einer“, das eine Person bezeichnet. Paulus meint also mit dem Ausdruck „eins sein“, dass man harmonisch zusammenarbeitet. (Siehe Anm. zu Joh 10:30; 17:11, 21, wo das griechische Wort für „eins“ ähnlich verwendet wird.)

Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen: Paulus vergleicht hier den christlichen Dienst mit der Arbeit eines Landwirts. Als er den Menschen in Korinth die Botschaft vom Königreich bekannt machte, säte er sozusagen Samen auf das Feld aus. Apollos goss und düngte im Anschluss die Saat, indem er die Korinther weiter lehrte (Apg 18:24; 19:1). Doch dass die neuen Jünger im Glauben wuchsen, bewirkte Gott durch seinen Geist. Paulus macht durch diesen Vergleich deutlich, dass Glaubenswachstum nicht von Einzelpersonen abhängt. Alle sind Dienende und arbeiten als „Gottes Mitarbeiter“ zusammen (1Ko 3:9). Ihre selbstlosen, vereinten Anstrengungen werden von Gott gesegnet; das Wachstum liegt jedoch in seinen Händen.

Priska und Aquila: Dieses glaubensstarke Ehepaar musste im Jahr 49 oder Anfang 50 u. Z. Rom verlassen, weil Kaiser Claudius ein antijüdisches Dekret erlassen hatte. Claudius starb 54 u. Z. Als Paulus um 56 u. Z. den Römerbrief schrieb, waren Priska und Aquila nach Rom zurückgekehrt. (Siehe Anm. zu Apg 18:2.) Paulus bezeichnet die beiden als seine Mitarbeiter. Das entsprechende griechische Wort synergós kommt in den Christlichen Griechischen Schriften zwölf Mal vor, am häufigsten in den Briefen von Paulus (Rö 16:9, 21; Php 2:25; 4:3; Kol 4:11; Phm 1, 24). In 1Ko 3:9 schreibt Paulus sogar: „Wir sind Gottes Mitarbeiter.“

Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen: Paulus vergleicht hier den christlichen Dienst mit der Arbeit eines Landwirts. Als er den Menschen in Korinth die Botschaft vom Königreich bekannt machte, säte er sozusagen Samen auf das Feld aus. Apollos goss und düngte im Anschluss die Saat, indem er die Korinther weiter lehrte (Apg 18:24; 19:1). Doch dass die neuen Jünger im Glauben wuchsen, bewirkte Gott durch seinen Geist. Paulus macht durch diesen Vergleich deutlich, dass Glaubenswachstum nicht von Einzelpersonen abhängt. Alle sind Dienende und arbeiten als „Gottes Mitarbeiter“ zusammen (1Ko 3:9). Ihre selbstlosen, vereinten Anstrengungen werden von Gott gesegnet; das Wachstum liegt jedoch in seinen Händen.

dass ihr Gottes Tempel seid: Das ist eine von mehreren Stellen, wo die Bibel Menschen mit einem Tempel vergleicht. In Joh 2:19 überträgt Jesus dieses Bild auf sich selbst. In den Hebräischen Schriften war vorausgesagt worden, dass er der „Haupteckstein“ eines solchen Bauwerks sein würde (Ps 118:22; Jes 28:16, 17; Apg 4:10, 11). Das griechische Verb für „sein“ steht hier in der zweiten Person Plural, was darauf hindeutet, dass die gesamte Versammlung gesalbter Christen „Gottes Tempel“ bildet, in dem sein Geist wohnt. Diese Gesalbten, die als Unterpriester dienen, sind „Gottes Bauwerk“ (1Ko 3:9; siehe Anm.). Vers 17 betont die Heiligkeit des Tempels und warnt davor, ihn irgendwie zu beschmutzen. In Eph 2:20-22 und 1Pe 2:6, 7 verwenden Paulus und Petrus in Verbindung mit Jesus und seinen Nachfolgern ähnliche Vergleiche.

Gottes Mitarbeiter: Das griechische Wort für „Mitarbeiter“, synergós, kommt in den Christlichen Griechischen Schriften mehr als zehn Mal vor, am häufigsten in den Briefen von Paulus. Es wird für Personen verwendet, die zusammen die gute Botschaft verbreiten (Rö 16:9, 21; 2Ko 1:24; 8:23; Php 2:25; 4:3; Kol 4:11; Phm 1, 24). Paulus bringt hier zum Ausdruck, was für eine große Ehre es ist, mit Gott zusammen­zu­arbeiten. (Siehe Anm. zu 1Ko 3:6.) Den gleichen Gedanken findet man in 2Ko 6:1. (Vgl. auch 2Ko 5:20; Anm. zu Rö 16:3.)

Ihr seid Gottes Feld, das bebaut wird: Gott war der eigentliche und rechtmäßige Eigentümer des „Feldes“, auf dem die Christen „wuchsen“, nicht Paulus. Ohne Gottes Geist und Segen wäre alle Arbeit von Paulus und Apollos vergeblich gewesen. (Siehe Anm. zu 1Ko 3:6.) Das griechische Wort geṓrgion, das mit „Feld, das bebaut wird“ übersetzt ist, kommt in den Christlichen Griechischen Schriften nur an dieser Stelle vor. Interessanter­weise war Korinth zwar in erster Linie vom Handel geprägt, die Gegend war aber auch für ihre Fruchtbarkeit bekannt. Neben dem Vergleich aus der Landwirtschaft gebraucht Paulus auch noch ein Bild aus dem Bauwesen (siehe Anm. zu Gottes Bauwerk in diesem Vers), und spricht so verschiedene Zielgruppen in der Versammlung an. In der antiken Welt spielten nämlich sowohl das Bauwesen als auch die Landwirtschaft eine große Rolle.

Gottes Bauwerk: Paulus vergleicht hier die Christen­versammlung mit einem Bauwerk. Sich selbst vergleicht er im nächsten Vers mit einem Baumeister, der mit Gott bei einem sinnbildlichen Bauprojekt zusammenarbeitet. Aus diesem Projekt sollen Jünger hervorgehen, die beständige Eigenschaften aufweisen (1Ko 3:10-15). In 1Ko 3:16 (siehe Anm.) bezeichnet Paulus die Versammlung als „Gottes Tempel“. Und in Eph 2:21, 22 nennt er sie einen „heiligen Tempel“, in dem Gott „durch den Geist wohnt“. Gott gebraucht also seinen heiligen Geist – seine unsichtbare, aktive Kraft –, um die Einzelnen in der Versammlung zu motivieren, zu unterstützen und ihnen zu helfen, die Frucht dieses Geistes hervorzubringen (Gal 5:22, 23). Petrus verwendet einen ähnlichen Vergleich, als er die Jünger als „lebendige Steine“ eines geistigen Hauses bezeichnet (1Pe 2:5). Die Apostel und Propheten bilden die „Grundlage“ oder das Fundament und Jesus ist der „Eckstein des Fundaments“ (Eph 2:20).

der Sohn vom Zimmermann: Das mit „Zimmermann“ wiedergegebene griechische Wort téktōn ist ein allgemeiner Ausdruck, der alle möglichen Arten von Handwerkern oder Baumeistern bezeichnen kann. Wenn sich das Wort auf jemand bezieht, der mit Holz arbeitet, kann er im Bauhandwerk tätig sein, Möbel anfertigen oder andere Gegenstände aus Holz herstellen. Justin der Märtyrer schrieb im 2. Jh. u. Z. über Jesus: „Er stellte …, als er unter den Menschen weilte, Zimmermannsarbeiten her, Pflüge und Joche.“ Auch frühe Bibel­übersetzungen in alte Sprachen stützen die Ansicht, dass Jesus mit Holzbearbeitung zu tun hatte. Jesus war sowohl als „der Sohn vom Zimmermann“ bekannt wie auch als „der Zimmermann“ (Mar 6:3). Offensichtlich lernte er das Handwerk von seinem Adoptivvater Joseph. Eine handwerkliche Ausbildung begann in der Regel, wenn ein Junge zwischen 12 und 15 Jahre alt war, und dauerte mehrere Jahre.

der Zimmermann: Jesus war sowohl als „der Zimmermann“ bekannt wie auch als „der Sohn vom Zimmermann“. Das gibt einen kleinen Einblick, wie Jesu Leben von seinem Besuch im Tempel als Zwölfjähriger bis zum Beginn seines Dienstes aussah. (Siehe Anm. zu Mat 13:55.) Die Berichte in Matthäus und Markus ergänzen sich.

geschickter Baumeister: Oder „weiser Arbeitsleiter“. Das griechische Wort für „Baumeister“ (architéktōn) könnte man wörtlich mit „oberster Handwerker“ übersetzen. Im Allgemeinen hatte ein Baumeister die Verantwortung für den Bau und arbeitete auch selbst auf der Baustelle mit. Er stellte die Handwerker ein und beaufsichtigte die Arbeit. In diesem Vers vergleicht Paulus sich selbst mit einem Baumeister, der mit Gott bei einem sinnbildlichen Bauprojekt zusammenarbeitet. Aus diesem Projekt sollen Jünger hervorgehen, die beständige Eigenschaften aufweisen (1Ko 3:9-16). In den Christlichen Griechischen Schriften kommt architéktōn nur an dieser Stelle vor. Das verwandte Substantiv téktōn wird mit „Zimmermann“ wiedergegeben und für Jesus und seinen Adoptivvater Joseph gebraucht. (Siehe Anm. zu Mat 13:55; Mar 6:3.)

mit Gold, Silber, kostbaren Steinen, Hölzern, Heu oder Stroh: Paulus legt den Christen in Korinth, die auf seiner Arbeit aufbauten, hier ans Herz, für neue Jünger gute Lehrer zu sein und ihnen zu helfen, christliche Eigenschaften auszubilden (1Ko 3:6). Um das anschaulich zu machen, stellt er hochwertigen, widerstands­fähigen und feuerfesten Baustoff minderwertigem, kurzlebigem, leicht entflammbarem Baumaterial gegenüber. In einer wohlhabenden und kontrastreichen Stadt wie Korinth gab es zweifellos etliche Gebäude aus beiden Materialtypen. Strohgedeckte Hütten und Marktstände aus grobem Fachwerk standen womöglich nicht weit entfernt von imposanten Tempeln aus massiven, kostspieligen Steinquadern, vielleicht mit Gold und Silber verziert. Bei dem Bauprojekt, von dem Paulus spricht, stehen das Gold, das Silber und die kostbaren Steine für Merkmale oder Eigenschaften wie Glauben, Weisheit, Unterscheidungs­vermögen und Loyalität sowie Liebe und Wertschätzung für Jehova und seine Gesetze. Solche Eigenschaften sind unverzichtbar für eine stabile Beziehung zu Jehova – eine Bindung, die Glaubens­prüfungen standhält.

wie durchs Feuer hindurch: Oder „als wäre er aus dem Feuer gerettet worden“. Paulus verwendet hier das Wort „Feuer“ im übertragenen Sinn, so wie das auch griechische Schriftsteller der Antike taten. Sie gebrauchten die Wendung „durchs Feuer“ als Metapher, um auszudrücken, dass jemand einer Prüfung oder einer schwierigen Situation gerade noch entkommen ist. Ein Diener von Christus muss mit feuerfestem Material bauen, d. h. er muss seinem Schüler helfen, christliche Eigenschaften zu entwickeln, die Glaubens­prüfungen standhalten (1Ko 3:10-14). Kommt er seinem Lehrauftrag nicht richtig nach, muss er vielleicht mitansehen, wie sein Bauwerk bei einer Prüfung sozusagen in Flammen aufgeht (Mat 28:19, 20; Rö 2:21, 22; 1Ti 4:16; 2Ti 2:15; 4:2). Er selbst erfährt womöglich das gleiche Leid wie jemand, der bei einem Brand alles verloren hat und dem Tod gerade so entkommen ist.

Gottes Bauwerk: Paulus vergleicht hier die Christen­versammlung mit einem Bauwerk. Sich selbst vergleicht er im nächsten Vers mit einem Baumeister, der mit Gott bei einem sinnbildlichen Bauprojekt zusammenarbeitet. Aus diesem Projekt sollen Jünger hervorgehen, die beständige Eigenschaften aufweisen (1Ko 3:10-15). In 1Ko 3:16 (siehe Anm.) bezeichnet Paulus die Versammlung als „Gottes Tempel“. Und in Eph 2:21, 22 nennt er sie einen „heiligen Tempel“, in dem Gott „durch den Geist wohnt“. Gott gebraucht also seinen heiligen Geist – seine unsichtbare, aktive Kraft –, um die Einzelnen in der Versammlung zu motivieren, zu unterstützen und ihnen zu helfen, die Frucht dieses Geistes hervorzubringen (Gal 5:22, 23). Petrus verwendet einen ähnlichen Vergleich, als er die Jünger als „lebendige Steine“ eines geistigen Hauses bezeichnet (1Pe 2:5). Die Apostel und Propheten bilden die „Grundlage“ oder das Fundament und Jesus ist der „Eckstein des Fundaments“ (Eph 2:20).

dass ihr Gottes Tempel seid: Das ist eine von mehreren Stellen, wo die Bibel Menschen mit einem Tempel vergleicht. In Joh 2:19 überträgt Jesus dieses Bild auf sich selbst. In den Hebräischen Schriften war vorausgesagt worden, dass er der „Haupteckstein“ eines solchen Bauwerks sein würde (Ps 118:22; Jes 28:16, 17; Apg 4:10, 11). Das griechische Verb für „sein“ steht hier in der zweiten Person Plural, was darauf hindeutet, dass die gesamte Versammlung gesalbter Christen „Gottes Tempel“ bildet, in dem sein Geist wohnt. Diese Gesalbten, die als Unterpriester dienen, sind „Gottes Bauwerk“ (1Ko 3:9; siehe Anm.). Vers 17 betont die Heiligkeit des Tempels und warnt davor, ihn irgendwie zu beschmutzen. In Eph 2:20-22 und 1Pe 2:6, 7 verwenden Paulus und Petrus in Verbindung mit Jesus und seinen Nachfolgern ähnliche Vergleiche.

Weltsystems: Das griechische Wort aiṓn hat die Grundbedeutung von „Ära“, „Zeitalter“. Es kann sich auf Zustände oder Merkmale beziehen, die einen bestimmten Zeitabschnitt, eine Epoche oder ein Zeitalter kennzeichnen. (Siehe Worterklärungen zu „Weltsystem; Systeme“.) Hier bezieht sich aiṓn auf das, was in 2Ti 4:10 als „das gegenwärtige Weltsystem“ bezeichnet wird, und meint ganz allgemein den Zustand, in dem sich die Welt befindet.

Weltsystem: Siehe Anm. zu 1Ko 1:20.

Steht doch in den Schriften: Mit dem Satz „Die Weisen fängt er [Gott] mit ihrer eigenen List“ zitiert Paulus hier Eliphas, den Temaniter (Hi 4:1; 5:13). Das heißt nicht, dass Paulus alles guthieß, was Eliphas sagte; vieles davon war – wie in diesem Fall – nicht richtig angewandt oder schlichtweg falsch (Hi 42:7). In der Aussage von Eliphas in Hi 5:13 steckt allerdings eine allgemeine Beobachtung, die mit ähnlichen Gedanken an anderen Stellen in den Hebräischen Schriften übereinstimmt (Ps 10:2; vgl. Hi 5:17 mit Ps 94:12). Paulus zitiert diese Worte unter Inspiration, um zu unterstreichen, dass die menschliche Weisheit der Weisheit Gottes weit unterlegen ist.

Jehova: Es handelt sich hier um ein Zitat aus Ps 94:11. Dort erscheint der Gottesname im hebräischen Urtext in Form der vier hebräischen Konsonanten יהוה (JHWH). (Siehe Anh. C1 und C2.)

Kephas: Einer der Namen des Apostels Simon Petrus. Als Simon zum ersten Mal Jesus begegnete, gab dieser ihm den semitischen Namen Kephas (die griechische Schreibweise ist Kēphás). Der Name könnte mit dem hebräischen Substantiv kephím [Plural von „Felsen“] verwandt sein, das in Hi 30:6 und Jer 4:29 vorkommt. In Joh 1:42 erklärt Johannes, dass der Name übersetzt „Petrus“ bedeutet (auf Griechisch Pétros, was „Felsstück“ heißt). Der Name Kephas erscheint nur in Joh 1:42 und in zwei Paulusbriefen, nämlich in 1. Korinther und in Galater (1Ko 1:12; 3:22; 9:5; 15:5; Gal 1:18; 2:9, 11, 14; siehe Anm. zu Mat 10:2; Joh 1:42).

Kephas: Siehe Anm. zu 1Ko 1:12.

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