Nach Matthäus 16:1-28

16  Dort kamen die Pharisäer und Sadduzạ̈er zu ihm. Sie wollten ihn auf die Probe stellen und baten ihn deshalb, sie ein Zeichen vom Himmel sehen zu lassen.+  Er erwiderte: „Wenn der Abend anbricht, sagt ihr: ‚Es gibt schönes Wetter, denn der Himmel ist feuerrot‘,+  und am Morgen: ‚Heute gibt es winterliches, regnerisches Wetter, denn der Himmel ist feuerrot, aber düster.‘ Das Aussehen des Himmels könnt ihr deuten, aber nicht die Zeichen der Zeit.  Eine böse, untreue Generation verlangt immer wieder ein Zeichen*, doch sie wird keins bekommen+ – nur das Zeichen Jonas.“+ Damit verließ er sie und ging weiter.  Die Jünger fuhren ans andere Ufer, hatten aber vergessen Brot mitzunehmen.+  Jesus sagte zu ihnen: „Haltet die Augen offen und nehmt euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzạ̈er in Acht.“+  Da überlegten sie hin und her und meinten zueinander: „Wir haben keine Brote mitgenommen.“  Jesus merkte das und fragte sie: „Warum diskutiert ihr darüber, dass ihr keine Brote dabeihabt? Habt ihr so wenig Glauben*?  Begreift ihr es immer noch nicht, und wisst ihr nicht mehr, wie das mit den 5 000 Mann und den fünf Broten war und wie viele Körbe ihr zusammenbekommen habt?+ 10  Oder mit den sieben Broten für die 4 000 und wie viele große Körbe ihr da aufgesammelt habt?+ 11  Wieso merkt ihr nicht, dass ich kein Brot meine, sondern euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzạ̈er warne?“+ 12  Da begriffen sie, dass er sie nicht vor dem Sauerteig für Brot gewarnt hatte, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzạ̈er. 13  In der Gegend von Cäsarẹa Philịppi angekommen, fragte Jesus seine Jünger: „Für wen halten die Leute den Menschensohn?“+ 14  Sie antworteten: „Einige sagen: Johạnnes der Täufer,+ andere: Elịa,+ und noch andere: Jeremia oder ein anderer Prophet.“ 15  Da fragte er sie: „Und ihr, für wen haltet ihr mich?“ 16  Sịmon Petrus antwortete: „Du bist der Christus,+ der Sohn des lebendigen Gottes.“+ 17  Als Reaktion darauf sagte Jesus: „Glücklich bist du, Sịmon, Sohn von Jona, denn das weißt du nicht von Menschen, sondern von meinem Vater im Himmel.+ 18  Und ich sage dir: Du bist Petrus,+ und auf diesen Felsen+ werde ich meine Versammlung bauen, und die Tore des Grabes werden sie nicht überwältigen.+ 19  Ich werde dir die Schlüssel des Königreiches des Himmels geben. Was immer du auf der Erde bindest, wird im Himmel bereits gebunden sein, und was immer du auf der Erde löst, wird im Himmel bereits gelöst sein.“+ 20  Dann wies er die Jünger ausdrücklich an, niemandem zu sagen, dass er der Christus ist.+ 21  Von da an erklärte Jesus seinen Jüngern, dass er nach Jerusalem gehen und durch die Ältesten, Oberpriester und Schriftgelehrten viel leiden muss, man ihn töten wird und er am dritten Tag auferweckt wird.+ 22  Da nahm Petrus ihn zur Seite und fing an, ihm Vorhaltungen zu machen: „Sei nicht so hart zu dir, Herr! Das wird dir ganz bestimmt nicht passieren.“+ 23  Doch Jesus drehte sich von Petrus weg und sagte*: „Geh hinter mich, Satan! Du bist für mich ein Stolperstein, weil du nicht wie Gott denkst, sondern wie Menschen*.“+ 24  Dann sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Wer ein Nachfolger von mir sein will, muss sich selbst verleugnen, seinen Marterpfahl nehmen und mir ständig folgen.+ 25  Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren, aber wer sein Leben meinetwegen verliert, wird es finden.+ 26  Was bringt es einem Menschen schon, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Leben verliert?+ Oder wogegen wird ein Mensch sein Leben eintauschen?+ 27  Der Menschensohn wird nämlich mit seinen Engeln in der Herrlichkeit seines Vaters kommen+ und jedem das geben, was er für sein Verhalten verdient*.+ 28  Ich versichere euch: Einige von denen, die hier stehen, werden auf keinen Fall sterben*, ohne gesehen zu haben, wie der Menschensohn in seinem Königreich* kommt.“+

Fußnoten

Oder „ein Wunder als Beweis“.
Oder „Vertrauen“.
Oder „drehte sich um und sagte zu Petrus“.
Oder „nicht die Gesinnung Gottes hast, sondern die der Menschen“.
Oder „jeden für sein Verhalten belohnen“, „jedem nach seinem Verhalten vergelten“.
Wtl. „den Tod schmecken“.
Oder „in Königsmacht“.

Studienanmerkungen

erwiderte: In einigen maßgeblichen frühen Handschriften fehlt der Rest von Vers 2 sowie der komplette Vers 3. Obwohl eine gewisse Unsicherheit bezüglich der Echtheit dieser Passage besteht, befürworten viele namhafte Fachleute es, sie im Haupttext wiederzugeben. Dafür spricht, dass es eine große Anzahl von frühen und späten Manuskripten gibt, die die Passage enthalten.

untreuen: Wtl. „ehebrecherischen“. Hier ist von Untreue gegenüber Gott die Rede. Wer mit Gott in einem Bundesverhältnis steht und den Bund bricht, begeht sozusagen Ehebruch. Die Israeliten beispielsweise ließen sich auf religiöse Praktiken ein, die gegen den Gesetzesbund verstießen, und begingen so Ehebruch gegenüber Jehova (Jer 3:8, 9; 5:7, 8; 9:2; 13:27; 23:10; Hos 7:4). Jesus klagte die Generation der Juden seiner Zeit aus ähnlichen Gründen an, Gott gegenüber untreu zu sein (Mat 12:39; 16:4). Wenn Christen, die in den neuen Bund aufgenommen worden sind, sich durch das gegenwärtige Weltsystem beschmutzen, begehen sie ebenfalls im übertragenen Sinn Ehebruch. Vom Grundsatz her trifft das auf alle zu, die sich Jehova hingegeben haben (Jak 4:4).

Zeichen des Propheten Jona: Für Jona war die Befreiung aus dem Bauch des Fisches nach etwa drei Tagen wie eine Rückkehr aus dem Grab (Jon 1:17 bis 2:2). Jesu Rückkehr aus dem buchstäblichen Grab durch eine Auferstehung sollte genauso eine Tatsache werden wie Jonas Befreiung aus dem Fisch. Doch Jesu verstockte Gegner würden nicht einmal dann an ihn glauben, wenn er nach Teilen von drei Tagen wieder zum Leben kommen würde.

untreue: Wtl. „ehebrecherische“. Bezieht sich auf Untreue gegenüber Gott. (Siehe Anm. zu Mar 8:38.)

Zeichen Jonas: Siehe Anm. zu Mat 12:39.

ans andere Ufer: D. h. an das andere Ufer des Sees von Galiläa. Offensichtlich fuhren die Jünger Richtung Bethsaida, das am NO-Ufer des Sees lag.

Sauerteig: Jesus bezieht sich hier auf das Backen von Brot. Bei Sauerteig handelt es sich um eine kleine Menge gesäuerter Teig, den man aufhebt und unter neuen Teig knetet, um ihn zum Gären zu bringen. In der Bibel wird Sauerteig zwar oft als Symbol für Sünde und Verdorbenheit gebraucht (siehe Anm. zu Mat 16:6), er hat aber nicht immer eine negative Bedeutung (3Mo 7:11-15). Der Gärprozess steht in diesem Vers offenbar für die Ausbreitung von etwas Gutem.

Sauerteig: Oder „Hefe“. Sauerteig wird in der Bibel oft als Bild für Verdorbenheit und Sünde gebraucht; hier steht er für Lehren, die einen verderblichen Einfluss ausüben (Mat 16:12; 1Ko 5:6-8; vgl. Anm. zu Mat 13:33).

Körbe: Es könnte sich um kleine Weidenkörbe gehandelt haben, an denen eine Schnur als Tragegriff befestigt war. Vermutlich hatten solche Körbe ein Volumen von ca. 7,5 l. (Siehe Anm. zu Mat 16:9, 10.)

große Körbe: Oder „Proviantkörbe“. Das griechische Wort sphyrís bezeichnet anscheinend größere Körbe als die, die verwendet wurden, als Jesus 5 000 Männer mit Essen versorgte. (Siehe Anm. zu Mat 14:20.) Dasselbe griechische Wort wird auch für den Korb gebraucht, in dem Paulus durch eine Öffnung in der Stadtmauer von Damaskus hinuntergelassen wurde. (Siehe Anm. zu Apg 9:25.)

große Körbe: Oder „Proviantkörbe“. (Siehe Anm. zu Mat 15:37; 16:9.)

Körbe: In allen Berichten über die zwei Begebenheiten, bei denen Jesus große Menschenmengen durch ein Wunder mit Essen versorgte (siehe Anm. zu Mat 14:20; 15:37; 16:10 und Paralleltexte in Mar 6:43; 8:8, 19, 20), wird zwischen den Korbarten unterschieden, in die man die Reste einsammelte. Als Jesus den 5 000 zu essen gab, wird das griechische Wort kóphinos (mit „Korb“ übersetzt) verwendet, als er den 4 000 zu essen gab, das Wort sphyrís (mit „großer Korb“ übersetzt). Das zeigt, dass die Evangelienschreiber selbst dabei gewesen waren bzw. ihre Informationen von zuverlässigen Augenzeugen hatten.

große Körbe: Oder „Proviantkörbe“. Das griechische Wort sphyrís bezeichnet anscheinend größere Körbe als die, die verwendet wurden, als Jesus 5 000 Männer mit Essen versorgte. (Siehe Anm. zu Mat 14:20.) Dasselbe griechische Wort wird auch für den Korb gebraucht, in dem Paulus durch eine Öffnung in der Stadtmauer von Damaskus hinuntergelassen wurde. (Siehe Anm. zu Apg 9:25.)

Körbe: In allen Berichten über die zwei Begebenheiten, bei denen Jesus große Menschenmengen durch ein Wunder mit Essen versorgte (siehe Anm. zu Mat 14:20; 15:37; 16:10 und Paralleltexte in Mar 6:43; 8:8, 19, 20), wird zwischen den Korbarten unterschieden, in die man die Reste einsammelte. Als Jesus den 5 000 zu essen gab, wird das griechische Wort kóphinos (mit „Korb“ übersetzt) verwendet, als er den 4 000 zu essen gab, das Wort sphyrís (mit „großer Korb“ übersetzt). Das zeigt, dass die Evangelienschreiber selbst dabei gewesen waren bzw. ihre Informationen von zuverlässigen Augenzeugen hatten.

große Körbe: Oder „Proviantkörbe“. (Siehe Anm. zu Mat 15:37; 16:9.)

Menschensohn: Oder „Sohn eines Menschen“. Dieser Ausdruck kommt in den Evangelien rund 80-mal vor. Jesus bezeichnete sich selbst als Menschensohn, wodurch er offensichtlich Folgendes herausstellen wollte: Er war wirklich ein von einer Frau geborener Mensch und er war die passende menschliche Entsprechung zu Adam. In dieser Funktion hatte er die Macht, die Menschheit von Sünde und Tod zu erlösen (Rö 5:12, 14, 15). Die Bezeichnung „Menschensohn“ machte Jesus außerdem als den Messias oder Christus kenntlich (Da 7:13, 14; siehe Worterklärungen).

Cäsarea Philippi: Eine Stadt im Quellgebiet des Jordan. Sie lag 350 m über dem Meeresspiegel am Fuß des Hermon, an seiner SW-Seite, und befand sich etwa 40 km nördlich des Sees von Galiläa. Zu Ehren des römischen Kaisers gab der Tetrarch Philippus, Sohn von Herodes dem Großen, der Stadt den Namen Cäsarea. Doch um sie von der gleichnamigen Hafenstadt am Mittelmeer zu unterscheiden, nannte man sie Cäsarea Philippi (Cäsarea des Philippus). (Siehe Anh. B10.)

Menschensohn: Siehe Anm. zu Mat 8:20.

Johannes: Die lateinisch-deutsche Entsprechung des hebräischen Namens Jehohanan, kurz Johanan; bedeutet „Jehova hat Gunst erwiesen“, „Jehova ist gnädig (gütig) gewesen“.

der Täufer: Oder „der Untertaucher“, „der Eintaucher“. Wurde offensichtlich als Beiname von Johannes gebraucht, weil er dafür bekannt war, Menschen durch Untertauchen im Wasser zu taufen. Auch der jüdische Historiker Flavius Josephus schrieb in seinen Schriften von „Johannes mit dem Beinamen Täufer“.

Elia: Dieser hebräische Name bedeutet „Mein Gott ist Jehova“.

Johannes der Täufer: Siehe Anm. zu Mat 3:1.

Elia: Siehe Anm. zu Mat 11:14.

Simon, genannt Petrus: In der Bibel erscheinen fünf verschiedene Namen für diesen Apostel: 1. der hebräische Name Simeon; 2. der griechische Name Simon (Simeon und Simon sind beide von einem hebräischen Verb abgeleitet, das „hören“, „zuhören“, „erhören“ bedeutet); 3. Petrus (ein griechischer Name, der „Felsstück“ bedeutet und den sonst niemand in der Bibel trägt); 4. Kephas (die semitische Entsprechung zu Petrus; vielleicht mit dem in Hi 30:6 und Jer 4:29 gebrauchten hebräischen Wort kephím [„Felsen“ (Plural)] verwandt); 5. die Kombination Simon Petrus (Apg 15:14; Joh 1:42; Mat 16:16).

Christus: Dieser Titel ist von dem griechischen Wort Christós abgeleitet und entspricht dem Titel „Messias“ (von hebräisch maschíach). Beides bedeutet „Gesalbter“. In biblischer Zeit war es üblich, einen Regenten bei seiner Amtseinsetzung mit Öl zu salben.

der Christus: Hier steht im Griechischen vor dem Titel „Christus“ der bestimmte Artikel. Dadurch wird offensichtlich Jesu Amt als Messias herausgestellt.

Simon Petrus: Siehe Anm. zu Mat 10:2.

der Christus: Petrus sagt über Jesus, dass er „der Christus“ (griechisch ho Christós) ist. Sowohl der Titel „Christus“ als auch der entsprechende Titel „Messias“ (von hebräisch maschíach) bedeuten „Gesalbter“. Im Griechischen steht in diesem Vers vor „Christus“ der bestimmte Artikel ho, offensichtlich um Jesu Amt als Messias herauszustellen. (Siehe Anm. zu Mat 1:1; 2:4.)

des lebendigen Gottes: Diese Wendung machte deutlich, dass Jehova ein tatsächlich existierender und handelnder Gott ist – im Gegensatz zu den leblosen Göttern anderer Völker (Apg 14:15), wie etwa den Göttern, die in der Gegend von Cäsarea Philippi verehrt wurden (Mat 16:13). Die Wendung kommt auch in den Hebräischen Schriften vor (5Mo 5:26; Jer 10:10).

Sohn von Jona: Oder „Bar-Jona“. Viele hebräische Personennamen hatten noch einen Zusatz: das hebräische Wort ben oder das aramäische Wort bar (was beides „Sohn“ bedeutet), gefolgt von dem Namen des Vaters. Außerdem war das aramäische Lehnwort bar Teil von etlichen Vornamen (z. B. Bartholomäus, Bartimäus oder Bar-Jesus), was zeigt, dass die hebräische Sprache zur Zeit Jesu vom Aramäischen beeinflusst war.

Menschen: Wtl. „Fleisch und Blut“, ein verbreiteter jüdischer Ausdruck. In diesem Kontext bezieht er sich offensichtlich auf menschliche Überlegungen (Gal 1:16, Fn.).

Du bist Petrus, und auf diesen Felsen: Das griechische Wort pétros (maskulin) bedeutet „Felsstück“ oder „Stein“ und wird hier mit dem Namen „Petrus“ wiedergegeben, der griechischen Form des Namens, den Simon von Jesus erhielt (Joh 1:42). Das griechische Wort pétra (feminin) wird dagegen mit „Felsen“ übersetzt und kann einen Felsuntergrund, eine Felsklippe oder ein Felsmassiv bezeichnen. Es kommt unter anderem in Mat 7:24, 25; 27:60, Luk 6:48; 8:6, Rö 9:33, 1Ko 10:4 und 1Pe 2:8 vor. Petrus dachte offensichtlich nicht, dass er der Felsen sei, auf den Jesus seine Versammlung bauen würde. In 1Pe 2:4-8 bezeichnete er nämlich Jesus als den lange im Voraus angekündigten „Grundeckstein“, den Gott selbst ausgewählt hat. Und der Apostel Paulus beschrieb Jesus als das „Fundament“ und als den „geistigen Felsen“ (1Ko 3:11; 10:4). Jesus gebrauchte hier offenbar ein Wortspiel. Gewissermaßen sagte er: „Du, den ich Petrus, Felsstück [pétros], genannt habe, du hast erkannt, wer wirklich der Christus ist, ‚dieser Felsen‘ [pétra], der das Fundament der Christenversammlung bilden wird.“

Versammlung: Oder „Gemeinde“. Hier erscheint zum ersten Mal der griechische Ausdruck ekklēsía. Er kommt von den beiden griechischen Wörtern ek („aus“, „heraus“) und kaléō („rufen“) und beschreibt eine Gruppe, die für bestimmte Zwecke oder Aktivitäten zusammengerufen wird. (Siehe Worterklärungen.) In diesem Vers sagt Jesus die Gründung der Christenversammlung voraus, bestehend aus gesalbten Christen, die als „lebendige Steine“ zu einem „geistigen Haus“ zusammengefügt werden (1Pe 2:4, 5). ekklēsía kommt auch häufig in der Septuaginta als Übersetzung für das hebräische Wort qahál („Versammlung“) vor. Oft bezieht sich der Ausdruck auf das Volk Gottes in seiner Gesamtheit (5Mo 23:3; 31:30). In Apg 7:38 werden die Israeliten, die aus Ägypten sozusagen herausgerufen wurden, als Versammlung bezeichnet. Ebenso bilden Christen, die „aus der Finsternis ... gerufen“ und „aus der Welt herausgesucht“ wurden, „die Versammlung Gottes“ (1Pe 2:9; Joh 15:19; 1Ko 1:2).

Grabes: Oder „Hades“. Gemeint ist das Grab im Allgemeinen im Unterschied zu einem Einzelgrab. (Siehe Worterklärungen zu „Grab“.) Die Bibel sagt von den Toten, dass sie sich innerhalb der „Tore des Todes“ (Ps 107:18) oder der „Tore des Grabes“ befinden (Jes 38:10), also der Macht des Todes unterworfen sind. Jesus verspricht in diesem Vers den Sieg über das Grab, indem „die Tore des Grabes“ geöffnet und die Toten durch eine Auferstehung daraus befreit werden. Jesu eigene Auferstehung ist die Garantie, dass sein Versprechen absolut glaubwürdig ist (Mat 16:21). Da die Versammlung auf Jesus aufgebaut ist – auf demjenigen, der alle ihre Mitglieder vom Tod befreien kann –, kann das Grab sie nicht „überwältigen“ oder dauerhaft festhalten (Apg 2:31; Off 1:18; 20:13, 14).

Was immer ihr ... bindet, ... was immer ihr ... löst: In diesem Kontext bedeutet „binden“ offensichtlich „für schuldig erklären“ oder „schuldig sprechen“, und „lösen“ bedeutet „für unschuldig erklären“ oder „freisprechen“. Das Pronomen „ihr“ zeigt, dass nicht nur Petrus, sondern auch andere an solchen Entscheidungen beteiligt wären. (Vgl. Anm. zu Mat 16:19.)

wird ... bereits gebunden sein, ... wird ... bereits gelöst sein: An dieser Stelle liegt eine ungewöhnliche Konstruktion der griechischen Verben vor (das Futur von „sein“ ist mit dem Partizip Perfekt Passiv von „binden“ und „lösen“ kombiniert). Dadurch wird Folgendes angezeigt: Welche Entscheidung die Jünger auch immer treffen würden („was immer ihr ... bindet“, „was immer ihr ... löst“), sie würden sie erst treffen, nachdem im Himmel die entsprechende Entscheidung getroffen worden wäre. Die Entscheidung der Jünger würde der des Himmels nie vorausgehen, sondern ihr folgen. Und sie würden ihre Entscheidungen auch nur auf Basis von Grundsätzen treffen, die im Himmel bereits festgelegt wären. Jesu Worte bedeuten nicht, eine auf der Erde getroffene Entscheidung würde im Nachhinein vom Himmel unterstützt oder als gültig betrachtet. Gemeint ist vielmehr, dass die Jünger Anleitung vom Himmel erhalten würden. Eine solche Anleitung wäre nötig, damit die Entscheidungen auf der Erde mit den bereits im Himmel getroffenen Entscheidungen übereinstimmen. (Vgl. Anm. zu Mat 16:19.)

Schlüssel des Königreiches des Himmels: Jemandem Schlüssel zu übergeben, ob buchstäblich oder im übertragenen Sinn, bedeutet in der Bibel, ihm ein gewisses Maß an Autorität zu verleihen (1Ch 9:26, 27; Jes 22:20-22). Der Ausdruck „Schlüssel“ wurde somit zu einem Symbol für Autorität und Verantwortung. Petrus benutzte die ihm anvertrauten Schlüssel, um den Juden (Apg 2:22-41), den Samaritern (Apg 8:14-17) und den Nichtjuden (Apg 10:34-38) die Möglichkeit zu eröffnen, Gottes Geist zu erhalten und damit die Aussicht, in das himmlische Königreich zu gelangen.

bindest ... löst: Oder „zuschließt ... aufschließt“. Bezieht sich offensichtlich auf Beschlüsse, durch die bestimmte Entwicklungen oder Handlungen entweder verboten oder erlaubt werden. (Vgl. Anm. zu Mat 18:18.)

wird ... bereits gebunden sein, ... wird ... bereits gelöst sein: An dieser Stelle liegt eine ungewöhnliche Konstruktion der griechischen Verben vor (das Futur von „sein“ ist mit dem Partizip Perfekt Passiv von „binden“ und „lösen“ kombiniert). Dadurch wird Folgendes angezeigt: Welche Entscheidung Petrus auch immer treffen würde („was immer du ... bindest“, „was immer du ... löst“), er würde sie erst treffen, nachdem im Himmel die entsprechende Entscheidung getroffen worden wäre. Die Entscheidung des Himmels würde der von Petrus immer vorausgehen. (Vgl. Anm. zu Mat 18:18.)

der Christus: Petrus sagt über Jesus, dass er „der Christus“ (griechisch ho Christós) ist. Sowohl der Titel „Christus“ als auch der entsprechende Titel „Messias“ (von hebräisch maschíach) bedeuten „Gesalbter“. Im Griechischen steht in diesem Vers vor „Christus“ der bestimmte Artikel ho, offensichtlich um Jesu Amt als Messias herauszustellen. (Siehe Anm. zu Mat 1:1; 2:4.)

der Christus: Siehe Anm. zu Mat 16:16.

Oberpriester: Wenn das griechische Wort im Singular steht, wird es mit „Hoher Priester“ übersetzt und meint den höchsten Vertreter des Volkes vor Gott. Hier steht es im Plural und bezieht sich auf die führenden Männer der Priesterschaft. Zu ihnen gehörten ehemalige Hohe Priester und möglicherweise auch die Oberhäupter der 24 Priestergruppen.

Schriftgelehrten: Dieser Ausdruck bezog sich ursprünglich auf Abschreiber der heiligen Schriften. Zur Zeit Jesu waren damit Experten und Lehrer des Gesetzes gemeint.

Jesus: In einigen alten Handschriften steht „Jesus Christus“.

Ältesten: Wtl. „älteren Männer“. Der griechische Ausdruck presbýteros bezeichnet in der Bibel in erster Linie Personen, die in einer Gemeinschaft oder einem Volk eine mit Autorität und Verantwortung verbundene Stellung innehaben. presbýteros hat zwar manchmal mit dem buchstäblichen Alter zu tun (z. B. „älterer Sohn“ in Luk 15:25 und „alte Männer“ in Apg 2:17), ist aber nicht auf ältere Personen beschränkt. In diesem Vers bezieht sich das Wort auf die Führer des jüdischen Volkes, die häufig zusammen mit den Oberpriestern und Schriftgelehrten erwähnt werden. Der Sanhedrin war aus diesen drei Gruppen zusammengesetzt (Mat 21:23; 26:3, 47, 57; 27:1, 41; 28:12; siehe Worterklärungen zu „Ältester; älterer Mann“).

Oberpriester: Siehe Anm. zu Mat 2:4 und Worterklärungen zu „Oberpriester“.

Schriftgelehrten: Siehe Anm. zu Mat 2:4 und Worterklärungen zu „Schreiber; Schriftgelehrter“.

Stolpersteine: Die ursprüngliche Bedeutung des griechischen Wortes skándalon, hier mit „Stolperstein“ wiedergegeben, soll mit einer Falle zu tun haben. Einige vermuten, dass es sich auf das Stück Holz in einer Falle bezog, an dem der Köder befestigt war. Mit der Zeit erweiterte sich die Bedeutung auf irgendein Hindernis, das einen zum Stolpern oder Fallen bringen kann. Im übertragenen Sinn beschreibt es eine Handlung oder einen Umstand, der jemanden dazu bringt, einen verkehrten Weg einzuschlagen, in moralischer Hinsicht zu stolpern bzw. zu fallen oder zu sündigen. Das entsprechende Verb skandalízō wird in Mat 18:8, 9 mit „zum Schlechten verführen“ wiedergegeben; es ließe sich auch mit „zum Stolpern bringen“, „zu einer Falle werden“ oder „zur Sünde verführen“ übersetzen.

Geh hinter mich: Die idiomatische Wendung, die Jesus hier gebrauchte, war als strenge Zurechtweisung gedacht (Mar 8:33). Er wollte sich durch nichts und niemand davon abbringen lassen, den Willen seines Vaters auszuführen. In einigen Nachschlagewerken wird erklärt, dass die Wendung so viel bedeutet wie „Geh mir aus den Augen“. Verschiedene Bibelübersetzungen geben sie mit „Geh weg von mir“ wieder. Jesu Worte erinnerten Petrus vielleicht auch daran, dass er ihm als sein Nachfolger eigentlich den Rücken stärken sollte, statt wie ein Stolperstein ein Hindernis auf seinem Weg zu sein.

Satan: Jesus setzte hier Petrus nicht mit dem Teufel gleich, sondern er bezeichnete ihn als Widersacher oder Widerstandleistenden (das ist die Bedeutung des hebräischen Ausdrucks ßatán). Evtl. wollte er andeuten, Petrus hätte sich in dieser Situation von Satan beeinflussen lassen.

Stolperstein: Siehe Anm. zu Mat 18:7.

muss sich selbst verleugnen: Oder „muss alle Rechte an sich selbst aufgeben“. Das deutet an, dass jemand bereit ist, eigene Interessen völlig zurückzustellen und Gott über sein Leben bestimmen zu lassen. Die griechische Wendung kann auch mit „muss zu sich selbst Nein sagen“ übersetzt werden, da sie den Gedanken einschließen kann, zu persönlichen Wünschen, Zielen und Vorteilen Nein zu sagen (2Ko 5:14, 15). Dasselbe griechische Verb verwendete Matthäus, als er beschrieb, wie Petrus Jesus verleugnete (Mat 26:34, 35, 75).

Marterpfahl: Oder „Hinrichtungspfahl“. Im klassischen Griechisch bezeichnete das Wort staurós in erster Linie einen aufrecht stehenden Stamm oder Pfahl. Im übertragenen Sinn wird es in der Bibel manchmal für das Leid, die Schande, die Qual oder sogar für den Tod gebraucht, den jemand erduldet, weil er Jesus nachfolgt. (Siehe Worterklärungen.)

Leben: Oder „Seele“. (Siehe Worterklärungen zu „Seele“.)

Leben: Oder „Seele“. (Siehe Worterklärungen zu „Seele“.)

Leben: Siehe Anm. zu Mat 16:25 und Worterklärungen zu „Seele“.

Ich versichere euch: Wtl. „Amen, ich sage euch“. Das griechische Wort amḗn ist eine Transliteration des hebräischen ʼamén, was „so soll es sein“ oder „gewiss“ bedeutet. Jesus leitete damit oft eine Aussage, ein Versprechen oder eine Prophezeiung ein, um zu betonen, dass seine Worte absolut wahr und vertrauenswürdig sind. Laut Experten wird das Wort „amen“ in keiner religiösen Schrift so verwendet, wie es Jesus tat. Manchmal wiederholte Jesus das Wort (amḗn amḗn), um seiner Aussage zusätzliches Gewicht zu verleihen; diese Verdopplung erscheint durchweg im Johannesevangelium und wurde mit „eins steht fest“ übersetzt. (Siehe Anm. zu Joh 1:51.)

Ich versichere euch: Siehe Anm. zu Mat 5:18.

Medien

Körbe
Körbe

In der Bibel gibt es für unterschiedliche Korbarten auch verschiedene Wörter. Als Jesus durch ein Wunder 5 000 Männer mit Essen versorgte, wurden die Reste in zwölf Körbe eingesammelt; das griechische Wort deutet an, dass es sich um relativ kleine Weidenkörbe handelte. Als Jesus 4 000 Männern zu essen gab, wird ein anderes griechisches Wort für die sieben Körbe gebraucht, in die man die Reste einsammelte (Mar 8:8, 9). Es bezeichnet einen großen Korb und wurde auch für den Korb verwendet, in dem Paulus durch eine Öffnung in der Stadtmauer von Damaskus hinuntergelassen wurde (Apg 9:25).

Vom See von Galiläa nach Cäsarea Philippi
Vom See von Galiläa nach Cäsarea Philippi

Jesus und die Jünger fuhren mit einem Boot von Magadan nach Bethsaida, das am N-Ufer des Sees von Galiläa lag (Mar 8:22). Der See befindet sich 210 m unter dem Meeresspiegel und Cäsarea Philippi 350 m über dem Meeresspiegel. Wahrscheinlich brauchte die Gruppe für die 40 km von Bethsaida nach Cäsarea Philippi einige Tage. (Eine detailliertere Karte ist im Anh. A7-E zu finden.)