Nach Matthäus 11:1-30

11  Nachdem Jesus seinen zwölf Jüngern Anweisungen gegeben hatte, ging er los, um in ihren Städten zu lehren und zu predigen.+  Johạnnes war im Gefängnis+ und hatte von den Taten des Christus erfahren. Deshalb schickte er jetzt seine Jünger+  mit der Frage zu ihm: „Bist du der, der kommen soll, oder sollen wir noch auf einen anderen warten?“+  Jesus gab zur Antwort: „Geht und erzählt Johạnnes, was ihr hört und seht:+  Blinde können jetzt sehen,+ Lahme können laufen, Aussätzige+ sind wieder gesund*, Gehörlose können hören, Tote werden auferweckt und die Armen erfahren von der guten Botschaft.+  Glücklich ist, wer nicht an mir Anstoß nimmt.“+  Als sie gegangen waren, kam Jesus auf Johạnnes zu sprechen und sagte zu der Menschenmenge: „Was habt ihr zu sehen gehofft, als ihr in die Wildnis gegangen seid?+ Ein Schilfrohr, das vom Wind hin und her bewegt wird?+  Was wolltet ihr dort draußen sehen? Einen Mann in edlen* Gewändern? Edle Gewänder trägt man in Königspalästen.  Also warum seid ihr losgegangen? Um einen Propheten zu sehen? Ja, und ich sage euch: Ihr habt sogar noch viel mehr als einen Propheten gesehen.+ 10  Er ist es, von dem es in den Schriften heißt: ‚Ich schicke dir meinen Boten* voraus*. Er wird deinen Weg vor dir her vorbereiten.‘+ 11  Ich versichere euch: Unter den Menschen* gibt es keinen Größeren als Johạnnes den Täufer. Und doch ist jemand, der im Königreich des Himmels eine geringe Stellung hat, größer als er.+ 12  Von den Tagen Johạnnes’ des Täufers bis jetzt ist das Königreich des Himmels das Ziel, dem Menschen entgegendrängen, und die Vorwärtsdrängenden ergreifen es.+ 13  Denn alle Schriften – die Propheten und das Gesetz – prophezeiten bis zu Johạnnes.+ 14  Und ob ihr es akzeptieren wollt oder nicht: Er ist der ‚Elịa, der kommen soll‘.+ 15  Wer Ohren hat, soll gut zuhören!+ 16  Mit wem soll ich diese Generation vergleichen?+ Es ist wie mit Kindern, die auf dem Marktplatz sitzen und ihren Spielkameraden zurufen: 17  ‚Wir haben für euch Flöte gespielt, aber ihr wolltet nicht tanzen. Wir haben Trauerlieder gesungen, aber ihr habt euch nicht trauernd an die Brust geschlagen.‘ 18  Ähnlich bei Johạnnes: Er ist gekommen, aß nicht und trank nicht,+ und die Leute sagen: ‚Er ist von einem Dạ̈mon besessen.‘ 19  Dann kam der Menschensohn, aß und trank,+ und die Leute sagen: ‚Seht euch den an! Der frisst und kann vom Wein nicht genug bekommen und ist mit Steuereinnehmern und Sündern befreundet.‘+ Wie auch immer: Weisheit zeigt sich an ihren Taten.“+ 20  Anschließend fand er für die Städte, in denen die meisten seiner mächtigen Taten geschehen waren, harte Worte, weil sie nicht bereuten:+ 21  „Wehe dir, Chọrazin! Wehe dir, Bethsaida! Wenn in Tỵrus und Sịdon dieselben mächtigen Taten geschehen wären wie bei euch, dann hätten sie längst in Sack und Asche bereut.+ 22  Aber ich sage euch: Tỵrus und Sịdon+ wird es am Gerichtstag nicht so schlimm ergehen wie euch.+ 23  Und du, Kapẹrnaum,+ denkst du etwa, du wirst in den Himmel gehoben? Hinunter ins Grab wirst du kommen.+ Wenn in Sọdom dieselben mächtigen Taten geschehen wären wie bei dir, wäre es heute noch da. 24  Aber ich sage euch: Sọdom wird es am Gerichtstag nicht so schlimm ergehen wie dir.“+ 25  Damals erklärte* Jesus: „Ich preise dich öffentlich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das alles vor den Weisen und Intellektuellen verborgen und es kleinen Kindern mitgeteilt hast.+ 26  Ja, Vater, denn genau so hast du es gewollt. 27  Mir wurde alles von meinem Vater übergeben.+ Niemand kennt den Sohn voll und ganz, nur der Vater,+ und niemand kennt den Vater voll und ganz, nur der Sohn und jeder, dem der Sohn ihn offenbaren möchte.+ 28  Kommt zu mir, alle, die ihr euch abplagt* und belastet seid, und ich werde euch neue Kraft geben. 29  Legt euch mein Joch auf und lernt von mir*, denn ich habe ein mildes Wesen+ und bin von Herzen demütig,+ und ihr werdet neue Kraft gewinnen. 30  Denn mein Joch ist angenehm zu tragen* und meine Last ist leicht.“

Fußnoten

Wtl. „rein“.
Wtl. „weichen“.
Oder „Engel“.
Wtl. „vor deinem Gesicht her“.
Wtl. „den von Frauen Geborenen“.
Wtl. „antwortete“.
Oder „abkämpft“. Evtl. auch „erschöpft seid“, „müde seid“.
Oder „werdet meine Jünger (Schüler)“.
Wtl. „ist sanft“.

Studienanmerkungen

lehrte ... predigte: Beim Predigen geht es darum, etwas zu verkünden oder bekannt zu machen. Beim Lehren dagegen gibt man Wissen weiter, erklärt, bringt überzeugende Argumente und liefert Beweise. (Siehe Anm. zu Mat 3:1; 28:20.)

ihren Städten: Offensichtlich sind die jüdischen Städte in Galiläa gemeint.

zu lehren und zu predigen: Siehe Anm. zu Mat 4:23.

Christus: Dieser Titel ist von dem griechischen Wort Christós abgeleitet und entspricht dem Titel „Messias“ (von hebräisch maschíach). Beides bedeutet „Gesalbter“. In biblischer Zeit war es üblich, einen Regenten bei seiner Amtseinsetzung mit Öl zu salben.

der Christus: Hier steht im Griechischen vor dem Titel „Christus“ der bestimmte Artikel. Dadurch wird offensichtlich Jesu Amt als Messias herausgestellt.

des Christus: Im Griechischen steht hier vor dem Titel Christus („Gesalbter“) der bestimmte Artikel. Dadurch wird angezeigt, dass Jesus der angekündigte Messias war – derjenige, der in einem besonderen Sinn gesalbt worden war. (Siehe Anm. zu Mat 1:1; 2:4.)

der, der kommen soll: D. h. der Messias (Ps 118:26; Mat 3:11; 21:9; 23:39).

Aussätziger: Oder „Leprakranker“. Aussatz ist eine schwere Hautkrankheit. In der Bibel bezeichnet „Aussatz“ jedoch noch mehr als die heute unter diesem Namen bekannte Krankheit. Wer damals die Diagnose Aussatz bekam, musste außerhalb der Gemeinschaft leben, bis er geheilt war (3Mo 13:2, Fn., 45, 46; siehe Worterklärungen zu „Aussatz; Aussätziger“).

Aussätzige: Siehe Anm. zu Mat 8:2 und Worterklärungen zu „Aussatz; Aussätziger“.

Ich versichere euch: Wtl. „Amen, ich sage euch“. Das griechische Wort amḗn ist eine Transliteration des hebräischen ʼamén, was „so soll es sein“ oder „gewiss“ bedeutet. Jesus leitete damit oft eine Aussage, ein Versprechen oder eine Prophezeiung ein, um zu betonen, dass seine Worte absolut wahr und vertrauenswürdig sind. Laut Experten wird das Wort „amen“ in keiner religiösen Schrift so verwendet, wie es Jesus tat. Manchmal wiederholte Jesus das Wort (amḗn amḗn), um seiner Aussage zusätzliches Gewicht zu verleihen; diese Verdopplung erscheint durchweg im Johannesevangelium und wurde mit „eins steht fest“ übersetzt. (Siehe Anm. zu Joh 1:51.)

der Täufer: Oder „der Untertaucher“, „der Eintaucher“. Wurde offensichtlich als Beiname von Johannes gebraucht, weil er dafür bekannt war, Menschen durch Untertauchen im Wasser zu taufen. Auch der jüdische Historiker Flavius Josephus schrieb in seinen Schriften von „Johannes mit dem Beinamen Täufer“.

Ich versichere euch: Siehe Anm. zu Mat 5:18.

den Täufer: Oder „den Untertaucher“, „den Eintaucher“. (Siehe Anm. zu Mat 3:1.)

das Ziel, dem Menschen entgegendrängen, ... die Vorwärtsdrängenden: Im Griechischen stehen hier ein Verb und ein Substantiv, die miteinander verwandt sind und energisches Handeln oder Anstrengung ausdrücken. Einige Bibelübersetzer verstehen die Wörter negativ, im Sinn von „Gewalt anwenden“ bzw. „Gewalt angetan bekommen“. Der Kontext sowie die einzige andere Stelle, wo das griechische Verb vorkommt (Luk 16:16), legen jedoch nahe, dass diese Wörter hier positiv zu verstehen sind, im Sinn von „mit Enthusiasmus und Leidenschaft nach etwas streben“. Offensichtlich wird hier das energische Handeln oder die Anstrengung derjenigen beschrieben, die sich die Botschaft von Johannes dem Täufer zu Herzen nahmen. Dadurch bekamen sie die Aussicht, Mitglieder des Königreiches zu werden.

das Gesetz ... die Schriften der Propheten: Mit dem „Gesetz“ sind die fünf Bücher Mose gemeint. „Die Schriften der Propheten“ oder „die Propheten“ bezieht sich auf die prophetischen Bücher der Hebräischen Schriften. Wird beides zusammen erwähnt, können auch die gesamten Hebräischen Schriften gemeint sein (Mat 7:12; 22:40; Luk 16:16).

die Propheten und das Gesetz: Sonst heißt es immer: „das Gesetz und die Propheten“ (Mat 5:17; 7:12; 22:40; Luk 16:16), nur an dieser Stelle ist die Reihenfolge umgekehrt. Die Grundbedeutung ist offensichtlich die gleiche. (Siehe Anm. zu Mat 5:17.) In diesem Vers heißt es jedoch von allen Schriften – auch vom Gesetz –, dass sie prophezeiten. Anscheinend soll hier stärker der prophetische Charakter der Schriften hervorgehoben werden.

Elia: Dieser hebräische Name bedeutet „Mein Gott ist Jehova“.

trauernd an die Brust geschlagen: In biblischer Zeit war es üblich, sich als Zeichen von tiefer Trauer, von Reue oder von Schuldgefühlen mit der Hand an die Brust zu schlagen (Jes 32:12; Nah 2:7; Luk 23:48).

aß nicht und trank nicht: Offensichtlich eine Bezugnahme auf das asketische Leben, das Johannes führte. Unter anderem fastete er und als Nasiräer verzichtete er auf alkoholische Getränke (4Mo 6:2-4; Mat 9:14, 15; Luk 1:15; 7:33).

Menschensohn: Oder „Sohn eines Menschen“. Dieser Ausdruck kommt in den Evangelien rund 80-mal vor. Jesus bezeichnete sich selbst als Menschensohn, wodurch er offensichtlich Folgendes herausstellen wollte: Er war wirklich ein von einer Frau geborener Mensch und er war die passende menschliche Entsprechung zu Adam. In dieser Funktion hatte er die Macht, die Menschheit von Sünde und Tod zu erlösen (Rö 5:12, 14, 15). Die Bezeichnung „Menschensohn“ machte Jesus außerdem als den Messias oder Christus kenntlich (Da 7:13, 14; siehe Worterklärungen).

plötzlich: Das griechische Wort idoú, hier mit „plötzlich“ wiedergegeben, bedeutet wtl. „siehe“ oder „seht“. Es wird oft verwendet, um auf etwas aufmerksam zu machen, was gleich folgt: Der Leser soll sich etwas vorstellen oder auf ein Detail in einer Erzählung hingewiesen werden. idoú wird auch gebraucht, um etwas Wichtiges hervorzuheben oder um etwas Neues bzw. Überraschendes anzukündigen. In den Christlichen Griechischen Schriften erscheint das Wort am häufigsten im Matthäus- und im Lukasevangelium sowie in der Offenbarung. In den Hebräischen Schriften kommt an vielen Stellen ein vergleichbarer Begriff vor.

Steuereinnehmer: Viele Juden trieben für den römischen Staat Steuern ein. Ihre Landsleute hatten eine starke Abneigung gegen sie, nicht nur weil sie mit einer verhassten fremden Macht zusammenarbeiteten, sondern auch weil sie überhöhte Steuern erpressten. Die Juden wollten mit Steuereinnehmern generell nichts zu tun haben und stellten sie mit Sündern und Prostituierten auf eine Stufe (Mat 11:19; 21:32).

Weisheit zeigt sich an ihren Ergebnissen: Oder „Weisheit erweist sich durch alle ihre Kinder als gerecht“. Die Weisheit wird hier personifiziert; es heißt, sie habe Kinder. Im Parallelvers Mat 11:19 wird von ihr gesagt, sie vollbringe Taten. Die Kinder oder Taten der Weisheit stehen hier für alles, was Johannes der Täufer und Jesus sagten und taten. Sie bewiesen, dass die Vorwürfe gegen sie haltlos waren. Jesus sagte im Grunde genommen: „Seht euch unser einwandfreies Verhalten und unsere gerechten Taten an, dann werdet ihr feststellen, dass die Vorwürfe ungerechtfertigt sind.“

Menschensohn: Siehe Anm. zu Mat 8:20.

Seht euch den an: Siehe Anm. zu Mat 1:20.

Steuereinnehmern: Siehe Anm. zu Mat 5:46.

Weisheit zeigt sich an ihren Taten: Oder „Weisheit erweist sich durch ihre Ergebnisse als gerecht“. Die Weisheit wird hier personifiziert und so dargestellt, als würde sie etwas tun. Im Parallelvers Luk 7:35 (Anm.) wird gesagt, sie habe Kinder. Die Kinder oder Taten der Weisheit – die Verhaltensweise und die gerechten Taten von Johannes dem Täufer und von Jesus – bewiesen, dass die Vorwürfe gegen die beiden Männer haltlos waren. Jesus sagte im Endeffekt: „Seht euch unser Verhalten und unsere gerechten Taten an, dann werdet ihr feststellen, dass die Vorwürfe ungerechtfertigt sind.“

Kapernaum: Von einem hebräischen Namen, der „Dorf Nahums“ oder „Dorf des Tröstens“ bedeutet (Nah 1:1, Fn.). Die Stadt am NW-Ufer des Sees von Galiläa spielte in Jesu Dienst eine wichtige Rolle; in Mat 9:1 wird sie als „seine Stadt“ bezeichnet.

Kapernaum: Siehe Anm. zu Mat 4:13.

Himmel: Wird hier als Metapher für eine besonders begünstigte Stellung gebraucht.

Grab: Oder „Hades“. Gemeint ist das Grab im allgemeinen Sinn im Gegensatz zu einem Einzelgrab. (Siehe Worterklärungen zu „Grab“.) An dieser Stelle ist es ein Bild für die Erniedrigung, die Kapernaum bevorstehen würde.

nicht so schlimm ergehen: Offensichtlich war das nicht wörtlich zu verstehen, sondern als eine Art Hyperbel. (Vergleiche eine andere Hyperbel von Jesus in Mat 5:18; Luk 16:17; 21:33.) Als Jesus sagte: „Sodom wird es an dem Tag [d. h. am Gerichtstag] nicht so schlimm ergehen“ (Mat 10:15; 11:22, 24; Luk 10:14), meinte er nicht, dass die Einwohner von Sodom an diesem Tag tatsächlich anwesend sein müssten. (Vgl. Jud 7.) Vielleicht wollte er einfach darauf aufmerksam machen, dass die meisten Menschen in Städten wie Chorazin, Bethsaida und Kapernaum an seiner Botschaft nicht interessiert waren und sich viel zuschulden kommen ließen (Luk 10:13-15). Interessanterweise war die Vernichtung des alten Sodom sprichwörtlich geworden und wurde öfter in Verbindung mit Gottes Zorn und Strafgericht erwähnt (5Mo 29:23; Jes 1:9; Klg 4:6).

euch: Das entsprechende griechische Pronomen steht im Plural und bezieht sich offenbar auf die Einwohner von Kapernaum.

nicht so schlimm ergehen: Siehe Anm. zu Luk 10:12.

dir: Das entsprechende griechische Pronomen steht im Singular. Jesus spricht hier offensichtlich die Stadt Kapernaum an.

kleinen Kindern: Oder „solchen, die wie Kinder sind“, also Menschen, die demütig und lernbereit sind.

belastet: Diejenigen, die Jesus aufforderte, zu ihm zu kommen, waren durch Alltagssorgen und ein mühevolles Leben belastet. Auch die Anbetung Jehovas war zu einer Belastung geworden, da man dem mosaischen Gesetz menschliche Traditionen hinzugefügt hatte (Mat 23:4). Sogar der Sabbat, an dem man eigentlich neue Kraft schöpfen sollte, war zur Last geworden (2Mo 23:12; Mar 2:23-28; Luk 6:1-11).

ich werde euch neue Kraft geben: Das mit „neue Kraft geben“ übersetzte griechische Verb kann sich sowohl auf ausruhen beziehen (Mat 26:45; Mar 6:31) als auch auf die Befreiung von einer großen Anstrengung, sodass man sich erholen und wieder zu Kräften kommen kann (2Ko 7:13; Phm 7). Da im Kontext davon gesprochen wird, sich Jesu „Joch“ aufzulegen, geht es hier nicht darum, sich auszuruhen, sondern darum, aktiv zu sein (Mat 11:29). Das griechische Verb steht im Aktiv, wobei Jesus das Subjekt des Satzes ist. Dadurch wird der Gedanke vermittelt, dass Jesus den Erschöpften neue Energie schenkt, damit sie den Wunsch entwickeln können, sein leichtes, sanftes Joch auf sich zu nehmen.

die ein mildes Wesen haben: Oder „die sich durch Milde auszeichnen“, „die Mildgesinnten“. Milde beschreibt die innere Haltung von Menschen, die sich bereitwillig dem Willen und der Anleitung Gottes unterordnen und andere nicht dominieren wollen. Das griechische Wort hat nichts mit Schwäche oder Feigheit zu tun. In der Septuaginta wurde es als Entsprechung für ein hebräisches Wort gebraucht, das mit „sanft“ oder „demütig“ übersetzt werden kann. Es wurde als Beschreibung für Moses verwendet (4Mo 12:3), für Menschen, die lernbereit sind (Ps 25:9), für diejenigen, die die Erde besitzen werden (Ps 37:11), und für den Messias (Sach 9:9; Mat 21:5). Jesus sagte von sich selbst, dass er ein mildes oder sanftes Wesen hat (Mat 11:29).

Legt euch mein Joch auf: Jesus gebrauchte den Ausdruck „Joch“ als Bild für Unterordnung unter Autorität und Führung. Falls er an ein Doppeljoch dachte, war dies eine Aufforderung an seine Jünger, mit ihm unter das Joch zu kommen, das Gott auf ihn gelegt hatte, und er würde es zusammen mit ihnen tragen. Die Wendung ließe sich dann wie folgt wiedergeben: „Kommt mit mir unter mein Joch.“ Falls Jesus dagegen ein Joch im Sinn hatte, das er selbst auf andere legt, dann ist damit gemeint, dass man sich als sein Jünger seiner Autorität und Führung unterordnet. (Siehe Worterklärungen zu „Joch“.)

mildes Wesen: Siehe Anm. zu Mat 5:5.

von Herzen demütig: Das griechische Wort für „demütig“ bezeichnet jemand, der nicht stolz oder arrogant ist, sondern sich selbst für nicht so wichtig hält. In Jak 4:6 und 1Pe 5:5 wird es mit „die Demütigen“ wiedergegeben. Wie es im Herzen einer Person aussieht, zeigt sich an ihrer Einstellung gegenüber Gott und anderen Menschen.

ihr werdet neue Kraft gewinnen: Oder „ihr werdet Erholung für eure Seele finden“. (Siehe Worterklärungen zu „Seele“.)

Medien

Königspaläste
Königspaläste

Als Jesus von „Königspalästen“ (Mat 11:8) und „königlichen Häusern“ (Luk 7:25) sprach, dachten seine Zuhörer vielleicht an die luxuriösen Paläste von Herodes dem Großen. Auf dem Bild sind Überreste von nur einem Teil des Komplexes zu sehen, den er als Winterpalast in Jericho bauen ließ. In dem Gebäude gab es unter anderem eine 29 m x 19 m große, von Säulen gesäumte Empfangshalle, Innenhöfe, die von Säulen und zahlreichen Räumen umgeben waren, und ein Badehaus mit integriertem Kühl- und Heizsystem. Zu dem Palast gehörte auch ein in Stufen angelegter Garten. Etliche Jahre vor dem Dienst von Johannes dem Täufer war der Palast, vermutlich während eines Aufstands, niedergebrannt und von Herodes’ Sohn Archelaus wiederaufgebaut worden.

Knochenflöte
Knochenflöte

In biblischer Zeit wurden Flöten oft aus Schilfrohr, aus Knochenstücken oder aus Elfenbein angefertigt. Die Flöte gehörte zu den beliebtesten Musikinstrumenten und wurde bei freudigen Anlässen wie Festessen oder Hochzeiten gespielt (1Kö 1:40; Jes 5:12; 30:29). Die Kinder ahmten das beim Spielen auf öffentlichen Plätzen nach. Auch in Zeiten der Trauer kam dieses Instrument zum Einsatz. Berufsmäßige Klageleute wurden oft von Flötenspielern begleitet, die traurige Melodien anstimmten. Das hier abgebildete Stück einer Flöte wurde in Jerusalem zwischen Trümmern gefunden, die aus der Zeit der Zerstörung des Tempels durch die Römer stammen. Es ist etwa 15 cm lang und wurde vermutlich aus dem Vorderbeinknochen einer Kuh gefertigt.

Marktplatz
Marktplatz

Manche Märkte, wie der hier abgebildete, lagen an einer Straße. Nicht selten blockierten die Händler mit ihren vielen Waren den Verkehr. Die Einheimischen konnten hier Haushaltsartikel, Keramik und teure Glaswaren erstehen sowie frische Produkte kaufen. Da es keine Kühlmöglichkeiten gab, musste man jeden Tag zum Markt gehen. Es war ein Ort, wo man von Händlern oder Durchreisenden Neuigkeiten erfuhr, wo Kinder spielten und wo Arbeitssuchende darauf warteten, dass jemand sie einstellte. Hier heilte Jesus Kranke und hier predigte Paulus (Apg 17:17). Die stolzen Schriftgelehrten und Pharisäer dagegen genossen es, an diesen öffentlichen Orten von den Menschen gesehen und gegrüßt zu werden.

Chorazin und Bethsaida
Chorazin und Bethsaida

Die beiden Ortschaften Chorazin und Bethsaida lagen in der Nähe von Kapernaum, dem Ort, den Jesus während seines zweijährigen Dienstes in Galiläa offensichtlich als Stützpunkt nutzte. Die einheimischen Juden sahen Jesus mächtige Taten vollbringen. Diese Taten hätten die Menschen in Tyrus und Sidon, die Anbeter falscher Götter waren, zur Reue bewegt. In der Gegend von Bethsaida beispielsweise versorgte Jesus mehr als 5 000 Personen durch ein Wunder mit Essen und heilte einen Blinden (Mat 14:13-21; Mar 8:22; Luk 9:10-17).

Kapernaum, Chorazin und Bethsaida
Kapernaum, Chorazin und Bethsaida

Die Panoramaaufnahme im Video wurde an dem Aussichtspunkt Ofir nordöstlich des Sees von Galiläa gemacht. Chorazin (2) lag nur etwa 3 km von der Stelle entfernt, wo man das alte Kapernaum (1) vermutet. Kapernaum diente Jesus allem Anschein nach als Stützpunkt während seines gut zweijährigen intensiven Dienstes in Galiläa. In Kapernaum wohnten außerdem die Apostel Petrus und Andreas, und auch das Steuerbüro von Matthäus befand sich direkt in oder in der Nähe der Stadt (Mar 1:21, 29; 2:1, 13, 14; 3:16; Luk 4:31, 38). Petrus, Andreas und der Apostel Philippus kamen ursprünglich aus dem nahe gelegenen Bethsaida (3) (Joh 1:44). Im Umkreis von Kapernaum, Chorazin und Bethsaida vollbrachte Jesus viele Wunder. (Siehe Anhang A7-D, Karte 3B und A7-E, Karte 4.)

Joch
Joch

Ein Joch war in der Regel eine Stange, ein Balken oder ein Gestell aus Holz. Das Tragjoch war so gefertigt, dass man es sich auf die Schultern legen und die Lasten rechts und links befestigen konnte. Eine andere Art von Joch legte man auf den Nacken von zwei Zugtieren zum Ziehen von Lasten.