Nach Matthäus 12:1-50

12  Damals ging Jesus an einem Sabbat durch die Getreidefelder. Seine Jünger bekamen Hunger und fingen an, Ähren abzureißen und die Körner zu essen.+  Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu Jesus: „Sieh dir das an! Deine Jünger tun etwas, was am Sabbat verboten ist.“+  Er fragte sie: „Habt ihr nicht gelesen, was David gemacht hat, als er und seine Männer Hunger hatten?+  Wie er in das Haus Gottes gegangen ist und wie sie die dargebrachten Brote+ gegessen haben, obwohl er und seine Männer das nicht durften, sondern nur die Priester?+  Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, dass die Priester im Tempel nicht den Sabbat halten und trotzdem unschuldig bleiben?+  Doch ich sage euch: Hier ist jemand, der größer ist als der Tempel.+  Wenn ihr aber verstanden hättet, was das bedeutet: ‚Ich will Barmherzigkeit+ und nicht Opfer‘,+ dann hättet ihr keine Unschuldigen verurteilt.  Denn der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.“+  Danach ging Jesus weiter. Er kam in eine Synagoge 10  und sah dort einen Mann mit einer verkümmerten* Hand.+ Da fragten ihn einige Leute: „Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen?“ Sie wollten ihn nämlich anklagen.+ 11  Er sagte zu ihnen: „Angenommen, ihr habt ein Schaf und es fällt am Sabbat in eine Grube. Wer von euch wird es dann nicht packen und herausziehen?+ 12  Wie viel wertvoller ist doch ein Mensch als ein Schaf! Also ist es erlaubt, am Sabbat etwas Gutes zu tun.“ 13  Dann sagte er zu dem Mann: „Streck deine Hand aus!“, worauf er sie ausstreckte und sie wiederhergestellt wurde – so gesund wie die andere Hand. 14  Doch die Pharisäer gingen hinaus und schmiedeten Pläne, um ihn zu töten. 15  Als Jesus das mitbekam, zog er weiter. Viele folgten ihm+ und er heilte sie alle, 16  befahl ihnen aber ausdrücklich, anderen nichts von ihm mitzuteilen,+ 17  damit sich erfüllte, was durch den Propheten Jesaja angekündigt worden war: 18  „Seht! Mein Diener,+ den ich ausgewählt habe, mein geliebter Diener, an dem ich Gefallen habe!+ Ich werde meinen Geist auf ihn legen,+ und er wird den Völkern das Recht erklären. 19  Er wird weder streiten+ noch laut rufen. Auf den Hauptstraßen wird man seine Stimme nicht hören. 20  Ein geknicktes Schilfrohr wird er nicht zerbrechen und einen glimmenden Docht wird er nicht auslöschen,+ bis er dem Recht zum Sieg verhilft. 21  Ja, auf seinen Namen werden die Völker ihre Hoffnung setzen.“+ 22  Damals brachte man einen blinden und stummen Mann zu ihm, der von einem Dạ̈mon besessen war. Nachdem er ihn geheilt hatte, konnte der Stumme sprechen und sehen. 23  Alle Leute staunten nur so und fragten sich: „Ob das wohl der Sohn Davids ist?“ 24  Als die Pharisäer das hörten, sagten sie: „Der kann die Dämọnen doch nur durch Beelzebub, den Herrscher der Dämọnen, austreiben.“+ 25  Aber Jesus wusste, was sie dachten, und sagte: „Jedes Reich, das in sich gespalten ist, geht unter, und jede Stadt oder jede Familie, die in sich gespalten ist, wird keinen Bestand haben. 26  So ist es auch, wenn der Satan den Satan austreibt. Er ist dann in sich selbst gespalten. Wie soll da sein Reich bestehen? 27  Und übrigens: Wenn ich die Dämọnen mithilfe von Beelzebub austreibe, wie treiben eure Söhne sie dann aus? Sie werden also eure Richter sein. 28  Wenn ich die Dämọnen aber durch Gottes Geist austreibe, dann ist Gottes Königreich schon gekommen, ohne dass ihr es gemerkt habt*.+ 29  Oder: Wie kann jemand in das Haus eines starken Mannes einbrechen und es ausrauben, ohne ihn vorher zu fesseln? Erst dann kann er das Haus ausräumen. 30  Wer nicht für mich ist, ist gegen mich, und wer nicht mit mir einsammelt, der zerstreut.+ 31  Deswegen sage ich euch: Jede Art von Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben, aber wer gegen den Geist lästert, dem wird nicht vergeben.+ 32  Wenn zum Beispiel jemand etwas gegen den Menschensohn sagt, dann wird ihm vergeben werden.+ Wer aber gegen den heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden – weder in diesem Weltsystem noch im kommenden.+ 33  Ein Baum wird nach seinen Früchten beurteilt. Entweder ihr sorgt dafür, dass der Baum gut wird und gute Früchte trägt, oder ihr lasst den Baum schlecht werden und schlechte Früchte tragen.+ 34  Ihr Otternbrut!+ Wie soll auch etwas Gutes aus eurem Mund kommen, wenn ihr so schlecht seid? Denn wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund.+ 35  Der gute Mensch holt Gutes aus seinem guten Schatz hervor. Doch der schlechte Mensch holt Schlechtes aus seinem schlechten Schatz hervor.+ 36  Ich sage euch: Am Gerichtstag werden sich die Menschen für jede nutzlose* Äußerung verantworten müssen.+ 37  Denn aufgrund deiner Worte wirst du für gerecht erklärt und aufgrund deiner Worte wirst du verurteilt.“ 38  Daraufhin verlangten einige der Schriftgelehrten und Pharisäer: „Lehrer, wir wollen ein Zeichen von dir sehen.“+ 39  Er erwiderte: „Eine böse, untreue Generation verlangt immer wieder ein Zeichen, doch sie wird keins bekommen – nur das Zeichen* des Propheten Jona.+ 40  So wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des riesigen Fisches war,+ so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein.+ 41  Einwohner von Nịnive werden mit dieser Generation im Gericht aufstehen und sie verurteilen, denn sie bereuten auf das hin, was Jona predigte.+ Aber seht! Hier ist jemand, der bedeutender ist als Jona.+ 42  Die Königin des Südens wird mit dieser Generation im Gericht aufstehen und sie verurteilen, denn sie kam von den Enden der Erde, um die Weisheit Sạlomos zu hören.+ Aber seht! Hier ist jemand, der bedeutender ist als Sạlomo.+ 43  Wenn ein böser* Geist aus einem Menschen auszieht, irrt er auf der Suche nach einem Ruheplatz in verlassenen Gegenden umher, findet aber keinen.+ 44  Schließlich sagt er sich: ‚Ich gehe in mein Haus zurück, aus dem ich ausgezogen bin.‘ Und bei seiner Ankunft findet er das Haus unbewohnt vor, aber sauber gefegt und schön hergerichtet. 45  Er nimmt dann sieben andere* Geister mit, die noch bösartiger sind als er selbst, und sie ziehen ein und bleiben. Dieser Mensch ist am Ende schlimmer dran als vorher.+ So wird es auch dieser bösen Generation ergehen.“ 46  Während er noch zu der Menge redete, standen auf einmal seine Mutter und seine Brüder+ draußen und wollten ihn sprechen.+ 47  Jemand sagte zu ihm: „Dort draußen sind deine Mutter und deine Brüder. Sie wollen mit dir reden.“ 48  Als Reaktion darauf fragte Jesus ihn: „Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder?“ 49  Er zeigte auf seine Jünger und sagte: „Das hier sind meine Mutter und meine Brüder!+ 50  Denn wer das tut, was mein Vater im Himmel möchte, der ist mein Bruder, meine Schwester und meine Mutter.“+

Fußnoten

Oder „gelähmten“.
Wtl. „dann hat euch Gottes Königreich in Wirklichkeit eingeholt“.
Oder „unnütze“.
Oder „übernatürlichen Beweis“.
Wtl. „unreiner“.
Wtl. „unterschiedliche“.

Studienanmerkungen

Sabbat: Siehe Worterklärungen.

durch die Getreidefelder: Vielleicht benutzten sie Trampelpfade, die die Felder voneinander trennten.

verboten: Jehova hatte den Israeliten untersagt, am Sabbat Arbeit zu verrichten (2Mo 20:8-10). Doch die religiösen Führer nahmen sich das Recht heraus, genau festzulegen, was alles unter Arbeit fällt. In ihren Augen ernteten und droschen Jesu Jünger Getreide – taten also etwas Verbotenes –, als sie Ähren abpflückten und in den Händen zerrieben (Luk 6:1, 2). Diese Auslegung ging aber weit über das hinaus, was Jehova angeordnet hatte.

Haus Gottes: Gemeint ist die Stiftshütte. Die Begebenheit, von der Jesus hier sprach (1Sa 21:1-6), trug sich zu, als die Stiftshütte in Nob stand, einer Stadt, die sich offensichtlich im Stammesgebiet Benjamins in der Nähe von Jerusalem befand. (Siehe Anh. B7, kleine Karte.)

Haus Gottes: Siehe Anm. zu Mar 2:26.

die dargebrachten Brote: Oder „das Schaubrot“. Im Hebräischen bedeutet der Ausdruck wtl. „Gesichtsbrot“. Das Wort für „Gesicht“ wurde manchmal im Sinne von „Gegenwart“ gebraucht. Somit lagen die Brote als dauerhaftes Opfer symbolisch vor Jehova (2Mo 25:30; siehe Worterklärungen und Anh. B5).

nicht den Sabbat halten: D. h. den Sabbat wie jeden anderen Tag behandeln. Die Priester schlachteten am Sabbat wie an allen anderen Tagen Opfertiere und verrichteten Arbeiten, die mit dem Opfern zu tun hatten (4Mo 28:9, 10).

steht für: Das griechische Wort estín (wtl. „ist“) hat hier den Sinn von „bedeuten“, „darstellen“, „heißen“ oder „symbolisieren“. Den Aposteln war diese Bedeutung klar, denn sie sahen sowohl Jesus mit seinem vollkommenen Körper vor sich als auch das ungesäuerte Brot, das sie gleich essen würden. Folglich konnte das Brot nicht Jesu buchstäblicher Körper sein. Interessanterweise wird estín in Mat 12:7 in vielen Bibelübersetzungen mit „heißt“ wiedergeben.

Barmherzigkeit und nicht Opfer: Oder „Mitgefühl und nicht Opfer“. Jesus bezog sich zwei Mal auf diese Worte aus Hos 6:6 (hier und in Mat 12:7). Matthäus – ein verachteter Steuereinnehmer, der ein enger Gefährte Jesu wurde – ist der einzige Evangelist, der diese Aussage von Jesus und auch die Geschichte von dem unbarmherzigen Sklaven festhielt (Mat 18:21-35). Sein Evangelium zeigt, dass Jesus wiederholt auf Folgendes hinwies: Opfer sind nicht alles, es kommt auch auf Barmherzigkeit an.

was das bedeutet: Wtl. „was ist“. Das griechische Wort estín (wtl. „ist“) hat hier den Sinn von „bedeuten“, „heißen“. (Siehe Anm. zu Mat 26:26.)

Barmherzigkeit und nicht Opfer: Siehe Anm. zu Mat 9:13.

Menschensohn: Oder „Sohn eines Menschen“. Dieser Ausdruck kommt in den Evangelien rund 80-mal vor. Jesus bezeichnete sich selbst als Menschensohn, wodurch er offensichtlich Folgendes herausstellen wollte: Er war wirklich ein von einer Frau geborener Mensch und er war die passende menschliche Entsprechung zu Adam. In dieser Funktion hatte er die Macht, die Menschheit von Sünde und Tod zu erlösen (Rö 5:12, 14, 15). Die Bezeichnung „Menschensohn“ machte Jesus außerdem als den Messias oder Christus kenntlich (Da 7:13, 14; siehe Worterklärungen).

Menschensohn: Siehe Anm. zu Mat 8:20.

Herr über den Sabbat: Jesus gebrauchte diese Bezeichnung für sich selbst (Mar 2:28; Luk 6:5) und machte so deutlich, dass ihm der Sabbat zur Verfügung stand, um den Auftrag seines himmlischen Vaters auszuführen. (Vgl. Joh 5:19; 10:37, 38.) Am Sabbat wirkte er einige seiner beeindruckendsten Wunder, darunter viele Heilungen (Luk 13:10-13; Joh 5:5-9; 9:1-14). Offensichtlich war das eine Vorschau auf seine Regierungszeit als König, die wie eine Sabbatruhe sein und der Menschheit Erleichterung bringen wird.

Hand: Das mit „Hand“ wiedergegebene griechische Wort hat eine breite Bedeutung. Es kann auch den ganzen Arm einschließen. (Siehe auch Mat 12:13.)

wie viel mehr: Jesus gebrauchte bei seiner Argumentation oft die Methode, vom Kleineren auf das Größere zu schließen. Zuerst nannte er eine allseits anerkannte Tatsache und leitete dann davon eine Schlussfolgerung ab, die nicht von der Hand zu weisen war (Mat 10:25; 12:12; Luk 11:13; 12:28).

Wie viel wertvoller: Siehe Anm. zu Mat 7:11.

anderen nichts von ihm mitzuteilen: Gemeint ist, Jesu Identität nicht zu verraten. Die bösen Geister wussten, dass Jesus „der Sohn Gottes“ war und bezeichneten ihn auch so (V. 11). Doch er wollte nicht, dass sie für ihn als Zeugen auftraten. Dämonen hassen alles Heilige und sind Ausgestoßene, Rebellen und Feinde Gottes. (Siehe Anm. zu Mar 1:25.) Paulus und Silas erlebten etwas Ähnliches. Einmal brachte ein Wahrsagerdämon ein Mädchen dazu, die beiden als „Sklaven des höchsten Gottes“ zu bezeichnen, die „den Weg der Rettung“ verkünden. Wie Jesus trieb Paulus den Geist aus (Apg 16:16-18).

anderen nichts von ihm mitzuteilen: Siehe Anm. zu Mar 3:12.

damit sich erfüllte, was Jehova durch seinen Propheten angekündigt hatte: Diese und ähnliche Formulierungen kommen im Matthäusevangelium oft vor, offensichtlich um den jüdischen Lesern vor Augen zu führen, dass Jesus der angekündigte Messias ist (Mat 2:15, 23; 4:14; 8:17; 12:17; 13:35; 21:4; 26:56; 27:9).

damit sich erfüllte, was durch den Propheten Jesaja angekündigt worden war: Siehe Anm. zu Mat 1:22.

plötzlich: Das griechische Wort idoú, hier mit „plötzlich“ wiedergegeben, bedeutet wtl. „siehe“ oder „seht“. Es wird oft verwendet, um auf etwas aufmerksam zu machen, was gleich folgt: Der Leser soll sich etwas vorstellen oder auf ein Detail in einer Erzählung hingewiesen werden. idoú wird auch gebraucht, um etwas Wichtiges hervorzuheben oder um etwas Neues bzw. Überraschendes anzukündigen. In den Christlichen Griechischen Schriften erscheint das Wort am häufigsten im Matthäus- und im Lukasevangelium sowie in der Offenbarung. In den Hebräischen Schriften kommt an vielen Stellen ein vergleichbarer Begriff vor.

an dem ich Gefallen habe: Oder „an dem ich Wohlgefallen habe“, „an dem ich große Freude habe“. Dieselbe Formulierung wird in Mat 12:18 verwendet, einem Zitat aus Jes 42:1 über den angekündigten Messias oder Christus. Jesus wurde durch die Ausgießung des heiligen Geistes sowie durch Gottes Erklärung eindeutig als der Messias kenntlich gemacht. (Siehe Anm. zu Mat 12:18.)

Seht!: Siehe Anm. zu Mat 1:20.

an dem ich: Oder „an dem meine Seele“. In diesem Zitat aus Jes 42:1 wird das hebräische Wort néphesch mit dem griechischen Wort psychḗ wiedergegeben. Beide Wörter werden traditionell mit „Seele“ übersetzt. (Siehe Worterklärungen zu „Seele“.)

Gefallen: Oder „Wohlgefallen“. (Siehe Anm. zu Mat 3:17.)

glimmenden Docht: In Wohnhäusern nutzte man üblicherweise kleine, mit Olivenöl gefüllte Tongefäße als Lampen. Ein Flachsdocht saugte das Öl auf und speiste die Flamme. Der mit „glimmender Docht“ übersetzte griechische Ausdruck kann einen noch glühenden, rauchenden Docht beschreiben, dessen Flamme fast oder ganz erloschen ist. In Jes 42:3 wurde vorausgesagt, dass der Messias mitfühlend sein würde. Er würde bei demütigen, unterdrückten Menschen niemals den letzten Funken Hoffnung auslöschen.

zum Sieg verhilft: Oder „zum Erfolg verhilft“. Das griechische Wort níkos wird in 1Ko 15:55, 57 ebenfalls wörtlich mit „Sieg“ wiedergegeben.

Beelzebub: Evtl. eine Abwandlung von Baal-Sebub, was „Besitzer (Herr) der Fliegen“ bedeutet und den Baal meint, den die Philister in Ekron verehrten (2Kö 1:3). Einige griechische Handschriften enthalten die abgewandelten Formen Beelzeboul und Beezeboul, die möglicherweise „Besitzer (Herr) des erhabenen Wohnsitzes (der Wohnung)“ bedeuten oder auch „Herr des Mistes (Kots)“, falls es sich um ein Wortspiel mit dem nicht biblischen hebräischen Wort sével („Mist“, „Kot“) handelt. Wie Mat 12:24 zeigt, ist Beelzebub eine Bezeichnung für Satan, den Obersten oder Herrscher der Dämonen.

Beelzebub: Eine Bezeichnung für Satan. (Siehe Anm. zu Mat 10:25.)

Familie: Wtl. „Haus“. In der Ursprache konnte das Wort eine einzelne Familie meinen oder alle Angehörigen eines Haushalts – auch alle, die z. B. in einem Königspalast lebten und arbeiteten (Apg 7:10; Php 4:22). Der Begriff wurde auch für Herrscherdynastien wie die Herodäer gebraucht, bei denen interne Streitigkeiten und Unfrieden an der Tagesordnung waren und zersetzend wirkten. In diesem Vers wird „Haus“ parallel zu Stadt gebraucht, was zeigt, dass es in den verschiedensten Bereichen zum Untergang führt, wenn Uneinigkeit herrscht.

Satan: Von dem hebräischen Wort ßatán, was „Widerstandleistender“, „Gegner“ bedeutet.

Satan: Siehe Anm. zu Mat 4:10.

Söhne: Hier im Sinn von „Nachfolger“, „Jünger“.

Sie: Bezieht sich auf die Söhne.

eure Richter sein: Damit ist gemeint, dass die Argumente der Pharisäer durch die Taten ihrer „Söhne“ oder Jünger widerlegt wurden.

Finger Gottes: Gemeint ist Gottes heiliger Geist. Das zeigt eine ähnliche, frühere Unterhaltung, von der Matthäus berichtet. Hier im Lukasevangelium sagte Jesus, er würde die Dämonen „durch den Finger Gottes“ austreiben, während er laut Mat 12:28 sagte, dass er sie „durch Gottes Geist“ austreiben würde, d. h. durch Gottes aktive Kraft.

Gottes Geist: Oder „Gottes aktive Kraft“. Später, bei einem ähnlichen Gespräch, das in Luk 11:20 aufgezeichnet ist, spricht Jesus davon, die Dämonen „durch den Finger Gottes“ auszutreiben. (Siehe Anm. zu Luk 11:20.)

Lästerung: Mit Lästerung ist hier gemeint, beleidigend, abfällig oder verächtlich über Gott oder heilige Dinge zu reden. Da der heilige Geist direkt von Gott ausgeht, kommt es Gotteslästerung gleich, sich absichtlich der Wirkungskraft des Geistes zu widersetzen oder sie zu leugnen. Wie Mat 12:24, 28 zeigt, sahen die religiösen Führer Gottes Geist in Jesus wirken, als er Wunder vollbrachte, doch sie schrieben die Kraft dahinter dem Teufel zu.

Weltsystem: Das griechische Wort aiṓn hat die Grundbedeutung von „Ära“, „Zeitalter“. Es kann sich auf Zustände oder Merkmale beziehen, die einen bestimmten Zeitabschnitt, eine Epoche oder ein Zeitalter kennzeichnen. Jesus spricht hier einerseits von dem gegenwärtigen gottlosen Weltsystem, das vom Teufel beherrscht wird (2Ko 4:4; Eph 2:2; Tit 2:12), andererseits von dem kommenden Weltsystem, das der Herrschaft Gottes unterstehen wird und für das Jesus „ewiges Leben“ versprochen hat (Luk 18:29, 30). In keinem dieser Weltsysteme wird die Lästerung gegen den heiligen Geist vergeben werden. (Siehe Worterklärungen.)

Ihr Schlangen, ihr Otternbrut: Der Urvater aller Feinde der wahren Anbetung ist Satan, „die Urschlange“ (Off 12:9). Jesus bezeichnete die religiösen Führer also zu Recht als Schlangen und Otternbrut (Joh 8:44; 1Jo 3:12). Ihre Bosheit wirkte auf den Glauben derer, die unter ihrem Einfluss standen, wie tödliches Gift. Johannes der Täufer nannte sie ebenfalls „Otternbrut“ (Mat 3:7).

Otternbrut: Siehe Anm. zu Mat 23:33.

untreuen: Wtl. „ehebrecherischen“. Hier ist von Untreue gegenüber Gott die Rede. Wer mit Gott in einem Bundesverhältnis steht und den Bund bricht, begeht sozusagen Ehebruch. Die Israeliten beispielsweise ließen sich auf religiöse Praktiken ein, die gegen den Gesetzesbund verstießen, und begingen so Ehebruch gegenüber Jehova (Jer 3:8, 9; 5:7, 8; 9:2; 13:27; 23:10; Hos 7:4). Jesus klagte die Generation der Juden seiner Zeit aus ähnlichen Gründen an, Gott gegenüber untreu zu sein (Mat 12:39; 16:4). Wenn Christen, die in den neuen Bund aufgenommen worden sind, sich durch das gegenwärtige Weltsystem beschmutzen, begehen sie ebenfalls im übertragenen Sinn Ehebruch. Vom Grundsatz her trifft das auf alle zu, die sich Jehova hingegeben haben (Jak 4:4).

untreue: Wtl. „ehebrecherische“. Bezieht sich auf Untreue gegenüber Gott. (Siehe Anm. zu Mar 8:38.)

Zeichen des Propheten Jona: Für Jona war die Befreiung aus dem Bauch des Fisches nach etwa drei Tagen wie eine Rückkehr aus dem Grab (Jon 1:17 bis 2:2). Jesu Rückkehr aus dem buchstäblichen Grab durch eine Auferstehung sollte genauso eine Tatsache werden wie Jonas Befreiung aus dem Fisch. Doch Jesu verstockte Gegner würden nicht einmal dann an ihn glauben, wenn er nach Teilen von drei Tagen wieder zum Leben kommen würde.

drei Tage und drei Nächte: Wie aus anderen Bibelberichten hervorgeht, konnten damit Teile oder Abschnitte von drei Tagen gemeint sein, und ein Teil von einem Tag wurde mitunter als ganzer Tag betrachtet (1Mo 42:17, 18; 1Kö 12:5, 12; Mat 27:62-66; 28:1-6).

plötzlich: Das griechische Wort idoú, hier mit „plötzlich“ wiedergegeben, bedeutet wtl. „siehe“ oder „seht“. Es wird oft verwendet, um auf etwas aufmerksam zu machen, was gleich folgt: Der Leser soll sich etwas vorstellen oder auf ein Detail in einer Erzählung hingewiesen werden. idoú wird auch gebraucht, um etwas Wichtiges hervorzuheben oder um etwas Neues bzw. Überraschendes anzukündigen. In den Christlichen Griechischen Schriften erscheint das Wort am häufigsten im Matthäus- und im Lukasevangelium sowie in der Offenbarung. In den Hebräischen Schriften kommt an vielen Stellen ein vergleichbarer Begriff vor.

seht!: Siehe Anm. zu Mat 1:20.

Königin des Südens: Gemeint ist die Königin von Scheba. Wie man annimmt, lag ihr Reich in SW-Arabien (1Kö 10:1).

Brüder: Das griechische Wort adelphós kann in der Bibel zwar einen Glaubensbruder bezeichnen, doch hier sind die anderen Söhne von Joseph und Maria und damit Jesu jüngere Halbbrüder gemeint. Manche, die glauben, Maria sei nach der Geburt von Jesus jungfräulich geblieben, behaupten, adelphós beziehe sich auf Cousins. Doch die Christlichen Griechischen Schriften verwenden für „Cousin“ das Wort anepsiós (Kol 4:10). Auch andere Beispiele machen deutlich, dass in den Christlichen Griechischen Schriften Verwandtschaftsverhältnisse präzise angegeben werden. Beispielsweise wird vom „Sohn der Schwester von Paulus“ gesprochen (Apg 23:16). Und in Luk 21:16 werden die griechischen Pluralformen von adelphós und syggenḗs (sprich: syngenḗs) nebeneinandergestellt, was mit „Geschwister“ (wtl. „Brüder“) und „Verwandte“ wiedergegeben wurde.

Brüder: D. h. Jesu Halbbrüder. Ihre Namen werden in Mat 13:55 und Mar 6:3 erwähnt. (Erklärungen zu dem Wort „Bruder“ enthält die Anm. zu Mat 13:55.)

Jemand ... reden: In einigen alten Manuskripten fehlt dieser Vers.

Das hier sind meine Mutter und meine Brüder!: Jesus unterschied hier zwischen seinen leiblichen Brüdern, von denen einige offensichtlich nicht an ihn glaubten (Joh 7:5), und seinen geistigen Brüdern, also seinen Jüngern. So wichtig ihm die Bindung zu seiner Familie auch war, die Bindung zu denen, die taten, „was ... [sein] Vater im Himmel möchte“, bedeutete ihm noch mehr (Mat 12:50).

Medien

Getreidekörner
Getreidekörner

Die Getreidekörner, die Jesu Jünger aßen, könnten so ausgesehen haben wie die hier abgebildeten.

Synagoge im 1. Jahrhundert
Synagoge im 1. Jahrhundert

Diese Abbildung orientiert sich an einer Synagoge aus dem 1. Jh., die man in Gamla entdeckt hat, etwa 10 km nordöstlich des Sees von Galiläa. So könnte eine Synagoge damals ausgesehen haben.

Hornviper
Hornviper

Sowohl Johannes der Täufer als auch Jesus bezeichneten die Schriftgelehrten und Pharisäer als die Brut von Ottern (oder Vipern), weil ihr negativer Einfluss für ahnungslose Menschen so gefährlich war wie tödliches Gift (Mat 3:7; 12:34). Für die hier abgebildete Hornviper (Cerastes cerastes, auch Cerastes cornutus genannt) ist ein spitzes Hörnchen über jedem Auge charakteristisch. Weitere gefährliche Vipern bzw. Ottern in Israel sind die Sandotter (Vipera ammodytes), die im Jordantal heimisch ist, und die Palästina-Viper (Vipera palaestinae).