Apostel­geschichte 16:1-40

16  So kam er nach Dẹrbe und auch nach Lỵstra.+ Dort gab es einen Jünger namens Timọtheus.+ Er war der Sohn einer gläubigen Jüdin, sein Vater war jedoch Grieche.  Timọtheus hatte bei den Brüdern in Lỵstra und Ikọnion einen guten Ruf.+  Paulus äußerte den Wunsch, dass Timọtheus ihn begleitete. Er nahm ihn und beschnitt ihn wegen der Juden+ in dieser Gegend, denn sie wussten alle, dass sein Vater Grieche war.  Als sie durch die Städte reisten, überbrachten sie den Brüdern die zu beachtenden Beschlüsse der Apostel und der Ältesten in Jerusalem.+  Daraufhin wurden die Versammlungen im Glauben weiter gestärkt und nahmen Tag für Tag an Zahl zu.  Auch zogen sie durch Phrỵgien und das Land Galạtien,+ weil* der heilige Geist sie daran hinderte, das Wort Gottes in der Provinz Asien zu verkünden.  Als sie dann nach Mỵsien hinunterkamen, bemühten sie sich, nach Bithỵnien+ zu gelangen, doch der Geist Jesu ließ es nicht zu.  Da zogen sie an Mỵsien vorbei und kamen nach Trọas hinunter.  In der Nacht hatte Paulus eine Vision. Ein Mann aus Mazedọnien stand da und bat ihn eindringlich: „Komm herüber nach Mazedọnien und hilf uns!“ 10  Sobald er die Vision gehabt hatte, versuchten wir nach Mazedọnien zu gelangen. Wir waren zu dem Schluss gekommen, dass Gott uns gerufen hatte, um ihnen die gute Botschaft zu verkünden. 11  Wir stachen also von Trọas aus in See und fuhren auf direktem Weg nach Samothrạke und am nächsten Tag nach Neạpolis. 12  Von dort aus gingen wir weiter nach Philịppi+ – einer Kolonie –, der bedeutendsten Stadt in diesem Bezirk von Mazedọnien. Dort blieben wir einige Tage. 13  Am Sabbat gingen wir zum Tor hinaus an einen Fluss, wo wir eine Gebetsstätte vermuteten. Wir setzten uns und begannen zu den Frauen zu sprechen, die zusammengekommen waren. 14  Eine Frau namens Lỵdia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatịra,+ die Gott anbetete, hörte zu, und Jehova öffnete ihr das Herz weit, sodass sie dem, was Paulus sagte, Aufmerksamkeit schenkte.+ 15  Als sie und ihre Haus­gemeinschaft sich taufen ließen,+ bat sie uns eindringlich: „Wenn ich eurer Meinung nach Jehova treu bin, dann kommt und bleibt in meinem Haus.“ Sie drängte uns regelrecht dazu. 16  Eines Tages begegnete uns auf dem Weg zur Gebetsstätte ein Dienstmädchen, das von einem Geist, einem Wahrsagerdạ̈mon,+ besessen war. Sie brachte ihren Herren durch Wahrsagerei großen Gewinn ein. 17  Dieses Mädchen lief Paulus und uns ständig hinterher und rief: „Diese Menschen sind Sklaven des höchsten Gottes.+ Sie verkünden euch den Weg der Rettung!“ 18  Das tat sie viele Tage lang. Schließlich wurde es Paulus zu viel. Er drehte sich um und sagte zu dem Geist: „Ich befehle dir im Namen von Jesus Christus: Fahr aus ihr aus!“ Sofort verließ sie der Geist.+ 19  Als nun ihre Herren sahen, dass ihre Aussicht auf Gewinn dahin war,+ packten sie Paulus und Sịlas und schleppten sie auf den Marktplatz zu den Vorstehern.+ 20  Sie führten sie vor die Magistrate und sagten: „Diese Menschen bringen große Unruhe in unsere Stadt.+ Sie sind Juden 21  und verkünden Bräuche, die wir als Römer nicht annehmen oder ausüben dürfen.“+ 22  Die Menge erhob sich geschlossen gegen sie, und nachdem die Magistrate ihnen die Kleider heruntergerissen hatten, gaben sie Befehl, sie mit Ruten zu schlagen.+ 23  Man versetzte ihnen viele Schläge und ließ sie ins Gefängnis werfen.+ Dem Gefängnis­aufseher wurde befohlen, sie gut zu bewachen.+ 24  Weil er diesen Befehl erhielt, warf er sie ins innere Gefängnis und schloss ihre Füße in den Stock. 25  Um Mitternacht aber beteten Paulus und Sịlas und priesen Gott mit Liedern.+ Die Gefangenen hörten ihnen zu. 26  Plötzlich gab es ein großes Erdbeben, sodass die Fundamente des Gefängnisses erschüttert wurden. Im selben Augenblick sprangen die Türen auf und die Fesseln von allen lösten sich.+ 27  Als der Gefängnis­aufseher aufwachte und die Gefängnistüren offen stehen sah, zog er sein Schwert und wollte sich umbringen, weil er dachte, die Gefangenen seien geflohen.+ 28  Paulus aber rief laut: „Tu dir nichts an! Wir sind alle hier!“ 29  Der Gefängnis­aufseher verlangte Licht und lief hinein. Zitternd fiel er vor Paulus und Sịlas nieder. 30  Er führte sie hinaus und fragte: „Ihr Herren, was muss ich tun, damit ich gerettet werde?“ 31  Sie antworteten: „Glaube an den Herrn Jesus und du wirst gerettet werden, du und deine Haus­gemeinschaft.“+ 32  Dann verkündeten sie ihm und allen, die in seinem Haus waren, das Wort Jehovas. 33  Er nahm sie in dieser Nachtstunde mit und reinigte ihre Wunden. Danach wurden er und seine ganze Haus­gemeinschaft sofort getauft.+ 34  Er holte sie in sein Haus und ließ den Tisch für sie decken. Bei ihm und seiner ganzen Haus­gemeinschaft herrschte große Freude – jetzt, wo er zum Glauben an Gott gekommen war. 35  Als es Tag wurde, schickten die Magistrate die Amtsdiener mit der Anordnung: „Lass diese Männer frei.“ 36  Der Gefängnis­aufseher berichtete es Paulus. Er sagte: „Die Magistrate haben Männer hergeschickt, damit ihr beide freigelassen werdet. Kommt also jetzt heraus und geht in Frieden.“ 37  Paulus aber sagte zu ihnen: „Sie haben uns ohne Verurteilung* öffentlich ausgepeitscht, obwohl wir Römer sind,+ und haben uns ins Gefängnis geworfen. Wollen sie uns jetzt heimlich hinauswerfen? Das kommt nicht infrage! Sie sollen selbst herkommen und uns hinausbegleiten.“ 38  Die Amtsdiener teilten diese Antwort den Magistraten mit. Die bekamen es mit der Angst zu tun, als sie hörten, dass die Männer Römer waren.+ 39  Also kamen sie und versuchten sie zu beschwichtigen. Dann begleiteten sie sie hinaus und baten sie, aus der Stadt wegzugehen. 40  Nachdem die beiden das Gefängnis verlassen hatten, gingen sie jedoch zum Haus von Lỵdia.+ Und als sie die Brüder sahen, machten sie ihnen Mut+ und gingen weg.

Fußnoten

Oder „und“.
Oder „Gerichts­verfahren“.

Studienanmerkungen

Timotheus: Dieser griechische Name bedeutet „Gott Ehrender“. Timotheus wird hier zum ersten Mal in der Bibel erwähnt. Es ist nicht bekannt, wann genau er ein Christ wurde. Was man weiß, ist, dass seine Mutter Eunike, eine gläubige Jüdin, und vermutlich auch seine Großmutter Lois ihn von klein auf aus den Hebräischen Schriften – den „heiligen Schriften“ der Juden – belehrten (2Ti 1:5; 3:15). Höchst­wahrscheinlich nahmen die beiden Frauen den christlichen Glauben an, als Paulus auf seiner ersten Missionsreise Lystra besuchte. Der Vater von Timotheus wird als Grieche bezeichnet, was heißt, dass seine Vorfahren entweder Griechen waren oder von einem anderen nicht jüdischen Volk abstammten. Offenbar war er kein Christ. Paulus kam während seiner zweiten Missionsreise Ende 49 oder Anfang 50 u. Z. erneut nach Lystra, offensichtlich die Heimatstadt von Timotheus. Zu diesem Zeitpunkt war Timotheus schon ein Christ, der „bei den Brüdern in Lystra und Ikonion einen guten Ruf [hatte]“ (Apg 16:2). Er könnte damals um die 20 Jahre alt gewesen sein, denn 10 bis 15 Jahre später – wahrscheinlich um die Zeit zwischen 61 und 64 u. Z. – schrieb ihm Paulus: „Niemand soll wegen deiner Jugend jemals auf dich herabsehen“ (1Ti 4:12). Das zeigt, dass Timotheus selbst zu dieser Zeit noch relativ jung war.

beschnitt ihn: Paulus war bewusst, dass sich ein Christ eigentlich nicht beschneiden lassen musste (Apg 15:6-29). Und Timotheus, der einen nicht jüdischen Vater hatte, war als Kind auch nicht beschnitten worden. Allerdings hätte das bei den Juden, mit denen sie auf ihrer Predigtreise in Kontakt kamen, Anstoß erregen und ihre Mission behindern können. Um dieses Risiko auszuschließen, bat Paulus Timotheus, sich dem schmerzhaften Eingriff zu unterziehen. Paulus schrieb später an die Korinther: „Für die Juden bin ich wie ein Jude geworden, um Juden zu gewinnen“ (1Ko 9:20). Diese Begebenheit ist ein Beispiel dafür, wie beide Männer das umsetzten.

Ältesten: An dieser Stelle bezieht sich das griechische Wort presbýteros (wtl. „älterer Mann“) auf diejenigen, die in der frühen Christen­versammlung eine verantwortliche Stellung hatten. Die Ältesten der Versammlung in Jerusalem werden hier in einem Zug mit den Aposteln genannt. Paulus, Barnabas und einige andere Brüder aus dem syrischen Antiochia sollten zu den Aposteln und Ältesten nach Jerusalem hinaufgehen, um die Beschneidungs­frage zu klären. So wie es in Israel einige Älteste gab, die dem Volk auf nationaler Ebene dienten, bildeten diese Ältesten zusammen mit den Aposteln eine leitende Körperschaft, die für alle Versammlungen der Christen im 1. Jh. zuständig war. Das zeigt, dass die leitende Körperschaft, die ursprünglich aus den zwölf Aposteln bestand, mittlerweile erweitert worden war (Apg 1:21, 22, 26; siehe Anm. zu Mat 16:21; Apg 11:30).

der Apostel und der Ältesten in Jerusalem: So wie es im Volk Israel auf nationaler Ebene Älteste in verantwortlichen Stellungen gab, bildeten diese Ältesten in Jerusalem zusammen mit den Aposteln eine leitende Körperschaft, die für alle Versammlungen der Christen im 1. Jh. zuständig war. (Siehe Anm. zu Apg 15:2.) Als die Apostel und Ältesten die Beschneidungs­frage geklärt hatten, teilten sie den Versammlungen ihre Entscheidung mit, die dann von allen als verbindlich betrachtet wurde.

Provinz Asien: Siehe Worterklärungen zu „Asien; Asia“.

der Geist Jesu: Gemeint ist offenbar der heilige Geist oder die aktive Kraft, die Jesus „vom Vater empfangen“ hatte und hier einsetzte (Apg 2:33). Als Haupt der Christen­versammlung leitete Jesus durch den Geist die Predigt­tätigkeit der ersten Christen und zeigte ihnen, worauf sie ihre Anstrengungen konzentrieren sollten. In diesem Fall hielt Jesus Paulus und dessen Reisegefährten durch den „heiligen Geist“ davon ab, in den Provinzen Asien und Bithynien zu predigen (Apg 16:6-10). Später erreichte die gute Botschaft aber auch diese Gebiete (Apg 18:18-21; 1Pe 1:1, 2).

zogen sie an Mysien vorbei: Oder „zogen sie durch Mysien“. Das mit „vorbeiziehen“ übersetzte griechische Verb parérchomai kann auch bedeuten, durch eine Gegend zu reisen, was hier offensichtlich gemeint ist. Die Hafenstadt Troas lag in Mysien, einer Landschaft im NW von Kleinasien. Um nach Troas zu kommen, mussten Paulus und seine Begleiter zwangsläufig durch Mysien reisen. Wenn es also heißt, dass sie an Mysien vorbeizogen, dann ist gemeint, dass sie sich dort nicht länger aufhielten, um ausgiebig zu predigen.

Mazedonien: Siehe Worterklärungen.

ersten Bericht: Lukas bezieht sich hier auf sein Evangelium, in dem er „alles aufgeschrieben [hat], was Jesus tat und lehrte“. In der Apostel­geschichte setzt Lukas diesen ersten Bericht fort und schildert, was Jesu Nachfolger erlebten. Beide Berichte ähneln sich in Stil und Wortwahl, und beide sind an einen gewissen Theophilus gerichtet, wobei nicht ganz klar wird, ob Theophilus ein Jünger Christi war. (Siehe Anm. zu Luk 1:3.) Lukas greift am Anfang der Apostel­geschichte noch einmal Ereignisse auf, von denen er am Ende seines Evangeliums berichtet hat, wenn er auch etwas andere Formulierungen verwendet und zusätzliche Details anführt. (Vgl. Luk 24:49 mit Apg 1:1-12.) Das zeigt ganz deutlich, dass es sich bei diesem zweiten Bericht um eine Fortsetzung handelt.

uns: Durch das Pronomen „uns“ deutet Lukas an, dass er sich Paulus in Philippi erneut anschloss; die beiden hatten sich einige Zeit zuvor dort getrennt (Apg 16:10-17, 40). Nun reisten sie zusammen von Philippi nach Jerusalem, wo Paulus später festgenommen wurde (Apg 20:5 bis 21:18, 33). Das ist die zweite Passage in der Apostel­geschichte, wo sich Lukas in die Erzählung mit einbezieht. (Siehe Anm. zu Apg 16:10; 27:1.)

wir: Lukas, der Schreiber der Apostel­geschichte, verwendet in manchen Passagen die Pronomen „wir“ und „uns“ (Apg 27:20; siehe Anm. zu Apg 16:10 und 20:5). Offenbar begleitete Lukas den Apostel Paulus hin und wieder auf seinen vielen Reisen. Eine der Passagen, wo sich Lukas in den Bericht mit einbezieht, beginnt im vorliegenden Vers und endet in Apg 28:16. Lukas muss also mit Paulus nach Rom gereist sein.

die gute Botschaft … bekannt zu machen: Das hier verwendete griechische Verb euaggelízomai (sprich: euangelízomai) ist mit dem Substantiv euaggélion (sprich: euangélion; „gute Botschaft“) verwandt. In den Christlichen Griechischen Schriften wird die gute Botschaft eng mit dem Königreich Gottes verknüpft, um das sich Jesu Predigen und Lehren drehte, sowie mit der Rettung durch den Glauben an Jesus Christus. euaggelízomai kommt an vielen Stellen in der Apostel­geschichte vor, was die Bedeutung des Predigtwerks hervorhebt (Apg 8:4, 12, 25, 35, 40; 10:36; 11:20; 13:32; 14:7, 15, 21; 15:35; 16:10; 17:18; siehe Anm. zu Mat 4:23; 24:14).

wir: Die Apostel­geschichte wird bis Kapitel 16, Vers 9 durchgehend in der dritten Person erzählt, d. h., der Schreiber Lukas bezieht sich in die Handlung nicht mit ein. Ab Vers 10 ändert sich das jedoch und Lukas steigt in das Geschehen ein: Von nun an gebraucht er immer wieder die Pronomen „wir“ und „uns“, und zwar dann, wenn er von Begebenheiten erzählt, bei denen er Paulus und dessen Reisegefährten offenbar begleitete. (Siehe Anm. zu Apg 1:1 und „Einführung in die Apostel­geschichte“.) Das erste Mal schloss sich Lukas Paulus um das Jahr 50 u. Z. an, als dieser von Troas nach Philippi reiste. Als Paulus Philippi verließ, war Lukas jedoch nicht mehr dabei (Apg 16:10-17, 40; siehe Anm. zu Apg 20:5; 27:1).

die gute Botschaft zu verkünden: Siehe Anm. zu Apg 5:42.

Philippi: Ursprünglich hieß die Stadt Krenides. Um die Mitte des 4. Jh. v. u. Z. eroberte Philipp II. von Mazedonien (der Vater von Alexander dem Großen) Krenides von den Thrakern und benannte es nach sich selbst. In der Umgebung gab es reiche Goldvorkommen, und Philipp ließ aus dem Gold Münzen prägen. Um 168 v. u. Z. besiegte der römische Konsul Lucius Aemilius Paullus König Perseus, den letzten mazedonischen König, und nahm Philippi und die umliegenden Gebiete ein. 146 v. u. Z. wurde ganz Mazedonien zu einer römischen Provinz erklärt. 42 v. u. Z. fand in der Ebene von Philippi die Schlacht statt, in der Oktavian (Octavianus) und Marcus Antonius die Heere der Cäsar-Mörder Marcus Iunius Brutus und Gaius Cassius Longinus besiegten. Zur Erinnerung an seinen großen Sieg machte Oktavian Philippi zu einer römischen Kolonie. Oktavian wurde einige Jahre später vom römischen Senat zum Kaiser erklärt. Als Cäsar Augustus gab er der Stadt den Namen Colonia Augusta Iulia Philippensium. (Siehe Anh. B13.)

Fluss: Viele Forscher gehen davon aus, dass es sich um den Gangites handelte, der 2,4 km westlich von Philippi entlangfloss, also mehr als eine Sabbat-Tagereise entfernt. Da Philippi militärisch geprägt war, vermuten einige, dass die Juden innerhalb der Stadt keine Gottesdienste abhalten durften und sich deshalb so weit weg trafen. Andere meinen, dass der besagte Fluss der Krenides war – ein kleiner Fluss, der näher an der Stadt lag und im Volksmund „Fluss von Lydia“ genannt wird. Allerdings hat man dort römische Gräber gefunden, und das Gelände war gut einsehbar, weshalb es einige für unwahrscheinlich halten, dass man sich dort zum Gebet traf. Wieder andere vermuten, dass die Gebetsstätte an einem Wasserlauf lag, der vor dem Neapolis-Tor entlangführte und heute ausgetrocknet ist. Dort hat man im 4. oder 5. Jh. u. Z. zur Erinnerung an den Besuch von Paulus mehrere Kirchen errichtet.

Gebetsstätte: Da Philippi eine Militärkolonie war, kann es sein, dass die Juden in der Stadt keine Synagoge haben durften. Oder es gab in der Stadt nicht genug jüdische Männer, um eine Synagoge gründen zu können, denn nach der Tradition mussten es mindestens zehn sein.

Eine Frau namens Lydia: Diese Frau wird in der Bibel nur hier und in Apg 16:40 erwähnt. Manche glauben, „Lydia“ bedeute einfach nur „Frau aus Lydien“ und sei nicht ihr richtiger Name gewesen. Es gibt jedoch Belege dafür, dass „Lydia“ auch ein Eigenname war. Lydia und ihre Haus­gemeinschaft wurden um 50 u. Z. Christen; sie gehörten damit zu den Ersten in Europa, die durch das Predigen von Paulus den christlichen Glauben annahmen. Lydia, die entweder verwitwet oder nie verheiratet war, war ausgesprochen großzügig. Dadurch bot sich ihr die besondere Gelegenheit, mit den Missionaren Paulus, Silas und Lukas Zeit zu verbringen (Apg 16:15).

Purpurhändlerin: Lydia handelte möglicherweise mit den verschiedensten Purpurwaren wie Stoffen, Kleidern, Teppichen und Färbemitteln. Eine Inschrift aus Philippi belegt, dass es in dieser Stadt eine Purpurhändlerzunft gab. Ursprünglich kam Lydia aus Thyatira in Lydien, einer Region im W von Kleinasien. Lydien und die angrenzenden Regionen waren seit der Zeit Homers (9. oder 8. Jh. v. u. Z.) für ihre Purpurfärberei berühmt. Lydia muss eine erfolgreiche, wohlhabende Geschäftsfrau gewesen sein, denn für den Purpurhandel benötigte man einiges an Kapital. Außerdem hatte sie ein Haus, das groß genug war, um vier Gäste unterzubringen, nämlich Paulus, Silas, Timotheus und Lukas. Der Hinweis auf „ihre Haus­gemeinschaft“ könnte bedeuten, dass sie mit Verwandten zusammenwohnte, aber auch, dass sie Sklaven und Bedienstete hatte (Apg 16:15). Paulus und Silas trafen sich vor ihrer Abreise noch mit einigen Brüdern bei Lydia, woraus sich schließen lässt, dass ihr gastfreundliches Haus zu einem Versammlungsort für die ersten Christen in Philippi wurde (Apg 16:40).

Jehova öffnete ihr das Herz weit: In erhalten gebliebenen griechischen Handschriften steht hier ho kýrios („der Herr“). In den Christlichen Griechischen Schriften kann sich kýrios je nach Kontext auf Jehova Gott oder auf Jesus Christus beziehen. Hier geht jedoch aus dem Kontext hervor, dass Jehova Gott gemeint ist. Von Lydia wird gesagt, dass sie Gott anbetete, was darauf hindeutet, dass sie eine jüdische Proselytin war (Apg 13:43). Am Sabbat versammelte sie sich mit anderen Frauen an einer Gebetsstätte an einem Fluss außerhalb von Philippi (Apg 16:13). Möglicherweise gab es in Philippi nur wenige Juden und keine Synagoge. Lydia könnte in ihrer Heimatstadt Thyatira von Jehova gehört haben. Dort gab es eine große jüdische Bevölkerung und eine jüdische Anbetungsstätte. Jehova, der Gott, den sie anbetete, bemerkte, dass sie Paulus aufmerksam zuhörte. (Siehe Anh. C3, Einleitung, Apg 16:14.)

Jehova öffnete ihr das Herz weit: In erhalten gebliebenen griechischen Handschriften steht hier ho kýrios („der Herr“). In den Christlichen Griechischen Schriften kann sich kýrios je nach Kontext auf Jehova Gott oder auf Jesus Christus beziehen. Hier geht jedoch aus dem Kontext hervor, dass Jehova Gott gemeint ist. Von Lydia wird gesagt, dass sie Gott anbetete, was darauf hindeutet, dass sie eine jüdische Proselytin war (Apg 13:43). Am Sabbat versammelte sie sich mit anderen Frauen an einer Gebetsstätte an einem Fluss außerhalb von Philippi (Apg 16:13). Möglicherweise gab es in Philippi nur wenige Juden und keine Synagoge. Lydia könnte in ihrer Heimatstadt Thyatira von Jehova gehört haben. Dort gab es eine große jüdische Bevölkerung und eine jüdische Anbetungsstätte. Jehova, der Gott, den sie anbetete, bemerkte, dass sie Paulus aufmerksam zuhörte. (Siehe Anh. C3, Einleitung, Apg 16:14.)

Jehova treu: In den meisten griechischen Manuskripten steht hier das Wort kýrios („Herr“). Es kann sich in den Christlichen Griechischen Schriften je nach Kontext entweder auf Jehova Gott oder auf Jesus Christus beziehen. Wie aus der Anm. zum vorhergehenden Vers hervorgeht, war Lydia allem Anschein nach eine jüdische Proselytin. Daraus lässt sich ableiten, dass sie hier Jehova meinte. Sie hatte gerade erst etwas von Jesus Christus durch Paulus erfahren und konnte noch keine Treue zu Jesus beweisen. Es ist daher anzunehmen, dass sie sich auf ihre Treue zu dem Gott bezog, den sie bereits anbetete – Jehova. (Siehe Anh. C3, Einleitung, Apg 16:15.)

einem Geist, einem Wahrsagerdämon: Wtl. „einem Python-Geist“. Python war der Name der mythischen Schlange oder des Drachen, der den Tempel und das Orakel von Delphi hütete. Mit der Zeit bezeichnete das griechische Wort pýthōn eine Person, die die Zukunft voraussagen konnte, und zugleich den Geist, der durch diese Person sprach. Später gebrauchte man den Begriff für Bauchredner. Hier in der Apostel­geschichte bezieht er sich jedoch auf einen Dämon, der ein junges Mädchen zum Wahrsagen befähigte.

durch Wahrsagerei: Oder „durch die Kunst der Voraussage“. Die Bibel spricht von verschiedenen Personen, die von sich behaupteten, die Zukunft vorhersagen zu können, wie Zauberpriester, Wahrsager und Astrologen (3Mo 19:31; 5Mo 18:11). In den Christlichen Griechischen Schriften ist nur bei dieser Begebenheit von Dämonen die Rede, die Voraussagen über die Zukunft machten. Die Dämonen bekämpfen Gott und diejenigen, die seinen Willen ausführen. Daher überrascht es nicht, dass Paulus und Silas heftig verfolgt wurden, nachdem sie den Wahrsagerdämon ausgetrieben hatten (Apg 16:12, 17-24).

Marktplätzen: Oder „Versammlungsplätzen“. Das griechische Wort agorá bezieht sich hier auf eine freie Fläche, die es früher in den Städten und Dörfern der Griechen und Römer sowie des Vorderen Orients gab. Solche Plätze wurden für den Handel und für öffentliche Versammlungen genutzt.

Marktplatz: Der Marktplatz (griechisch agorá) von Athen lag nordwestlich der Akropolis und war etwa 5 ha (200 m x 250 m) groß. Auf diesem Platz wurden nicht nur Waren gehandelt, hier spielte sich das gesamte öffentliche Leben ab. Er war das wirtschaftliche, politische und kulturelle Herzstück der Stadt. Die Athener trafen sich dort gern zum Debattieren.

Marktplatz: Oder „öffentlichen Platz“, „Forum“. Das griechische Wort agorá bezieht sich hier auf eine freie Fläche, die es früher in den Städten und Dörfern der Griechen und Römer sowie des Vorderen Orients gab. Solche Plätze wurden für den Handel und für öffentliche Versammlungen genutzt. Aus dem, was hier über die Ereignisse in Philippi berichtet wird, lässt sich schließen, dass auf dem Marktplatz auch Rechtsfälle behandelt wurden. Ausgrabungen an der Ruinenstätte von Philippi zeigen, dass ein ziemlich großes Forum an der Via Egnatia lag, einer bedeutenden Römerstraße, die mitten durch die Stadt führte. (Siehe Anm. zu Mat 23:7; Apg 17:17.)

Magistrate: Der griechische Begriff stratēgós (hier im Plural) bezeichnet an dieser Stelle die höchsten Staatsbeamten der römischen Kolonie Philippi. Zu ihren Aufgaben gehörte es, die Ordnung aufrecht­zu­erhalten, die Finanzen zu verwalten, Straftäter zu verurteilen und den Strafvollzug in die Wege zu leiten.

Philippi: Ursprünglich hieß die Stadt Krenides. Um die Mitte des 4. Jh. v. u. Z. eroberte Philipp II. von Mazedonien (der Vater von Alexander dem Großen) Krenides von den Thrakern und benannte es nach sich selbst. In der Umgebung gab es reiche Goldvorkommen, und Philipp ließ aus dem Gold Münzen prägen. Um 168 v. u. Z. besiegte der römische Konsul Lucius Aemilius Paullus König Perseus, den letzten mazedonischen König, und nahm Philippi und die umliegenden Gebiete ein. 146 v. u. Z. wurde ganz Mazedonien zu einer römischen Provinz erklärt. 42 v. u. Z. fand in der Ebene von Philippi die Schlacht statt, in der Oktavian (Octavianus) und Marcus Antonius die Heere der Cäsar-Mörder Marcus Iunius Brutus und Gaius Cassius Longinus besiegten. Zur Erinnerung an seinen großen Sieg machte Oktavian Philippi zu einer römischen Kolonie. Oktavian wurde einige Jahre später vom römischen Senat zum Kaiser erklärt. Als Cäsar Augustus gab er der Stadt den Namen Colonia Augusta Iulia Philippensium. (Siehe Anh. B13.)

wir als Römer: Philippi war eine römische Kolonie. Dadurch hatte die Bevölkerung viele Privilegien, darunter möglicherweise eine Art beschränktes römisches Bürgerrecht. Wie es scheint, fühlten sich die Einwohner von Philippi deshalb stärker mit Rom verbunden, als das sonst der Fall gewesen wäre. (Siehe Anm. zu Apg 16:12.)

das Wort Jehovas: Diese Wendung hat ihren Ursprung in den Hebräischen Schriften und setzt sich dort aus dem hebräischen Begriff für „Wort“ und dem Gottesnamen zusammen. Der Ausdruck „das Wort Jehovas“, auch mit „die Botschaft Jehovas“ oder ähnlich übersetzt, findet sich in rund 200 Versen. (Beispiele: 2Sa 12:9, Fn.; 24:11; 2Kö 7:1; 20:16; Jes 1:10; 2:3; 28:14; 38:4; Jer 1:4; 2:4; Hes 1:3; 6:1; Hos 1:1; Mi 1:1; Sach 9:1.) Der Ausdruck erscheint auch in einer frühen Abschrift der Septuaginta, die im Nachal Chever in der Judäischen Wüste nahe dem Toten Meer gefunden wurde. In diesem Pergament, das auf die Zeit zwischen 50 v. u. Z. und 50 u. Z. datiert wird, findet man in Sach 9:1 das griechische Wort lógos, gefolgt von dem Gottesnamen in althebräischen Buchstaben. Die Gründe, warum in der Neuen-Welt-Übersetzung im vorliegenden Vers „das Wort Jehovas“ steht, obwohl viele griechische Handschriften die Lesart „das Wort des Herrn“ enthalten, werden näher in Anh. C3, Einleitung, Apg 8:25 erklärt.

das Wort Jehovas: Siehe Anm. zu Apg 8:25 und Anh. C3, Einleitung, Apg 16:32.

wir: Die Apostel­geschichte wird bis Kapitel 16, Vers 9 durchgehend in der dritten Person erzählt, d. h., der Schreiber Lukas bezieht sich in die Handlung nicht mit ein. Ab Vers 10 ändert sich das jedoch und Lukas steigt in das Geschehen ein: Von nun an gebraucht er immer wieder die Pronomen „wir“ und „uns“, und zwar dann, wenn er von Begebenheiten erzählt, bei denen er Paulus und dessen Reisegefährten offenbar begleitete. (Siehe Anm. zu Apg 1:1 und „Einführung in die Apostel­geschichte“.) Das erste Mal schloss sich Lukas Paulus um das Jahr 50 u. Z. an, als dieser von Troas nach Philippi reiste. Als Paulus Philippi verließ, war Lukas jedoch nicht mehr dabei (Apg 16:10-17, 40; siehe Anm. zu Apg 20:5; 27:1).

sofort getauft: Der Gefängnis­aufseher und seine Haus­gemeinschaft, d. h. seine Familie, waren keine Juden und daher wahrscheinlich auch nicht mit den Grundlehren der Hebräischen Schriften vertraut. Paulus und Silas forderten sie auf, an Jesus zu glauben, und sprachen mit ihnen dann – zweifellos sehr ausführlich – über „das Wort Jehovas“ (Apg 16:31, 32). Was sie hörten, bewirkte eine tiefgreifende Veränderung in ihnen, denn wie Apg 16:34 zeigt, kamen sie noch in derselben Nacht „zum Glauben an Gott“. Es war also angebracht, dass sie sofort getauft wurden. Aus Apg 16:40 ist zu entnehmen, dass Paulus und Silas anschließend ohne Lukas weiterreisten. (Siehe Anm. zu Apg 16:10.) Vielleicht konnte Lukas noch etwas länger in Philippi bleiben und den neu getauften Christen zur Seite stehen.

Amtsdiener: Das griechische Wort rhabdoúchos (wtl. „Rutenträger“) bezeichnete die offiziellen Begleiter der römischen Magistrate. Ihre Aufgabe war es, den Magistrat, dem sie unterstanden, in der Öffentlichkeit zu eskortieren und seine Befehle auszuführen. Auf Lateinisch wurden sie lictor genannt. Die Amtsdiener hatten ähnliche Pflichten wie heutige Polizisten. Allerdings waren sie eng an ihren Magistrat gebunden und mussten ihm ständig zur Verfügung stehen. Das Volk konnte sich nicht direkt an sie wenden, denn sie handelten nur im Auftrag ihres Magistrats.

Römer: D. h. einen römischen Staatsbürger. Das ist die zweite von drei in der Bibel erwähnten Gelegenheiten, bei denen Paulus seine Rechte als römischer Bürger geltend machte. Die Römer mischten sich nur selten in jüdische Angelegenheiten ein. In diesem Fall blieb ihnen aber nichts anderes übrig. Der Besuch von Paulus im Tempel hatte einen Tumult ausgelöst, und hinzu kam, dass Paulus römischer Staatsbürger war. Das römische Bürgerrecht war mit Privilegien verbunden, die im ganzen Reich anerkannt wurden. Zum Beispiel war es illegal, einen römischen Bürger ohne Verurteilung in Fesseln zu legen oder zu schlagen; so ging man mit Sklaven um. (Die beiden anderen Gelegenheiten werden in den Anm. zu Apg 16:37; 25:11 erläutert.)

Ich lege bei Cäsar Berufung ein!: Das ist die dritte Begebenheit im Bibelbericht, bei der Paulus von seinen Rechten als römischer Bürger Gebrauch machte. (Die beiden anderen Gelegenheiten werden in den Anm. zu Apg 16:37 und 22:25 erläutert.) Festus wollte den Fall von Paulus offensichtlich nicht selbst entscheiden, und in Jerusalem war kein gerechtes Verfahren zu erwarten. Deshalb beantragte Paulus offiziell, vom höchsten Gericht des Reiches angehört zu werden. Ein Angeklagter konnte nicht erst nach der Verurteilung, sondern bereits im Lauf des Verfahrens verlangen, dass sein Fall vor den Kaiser gebracht wurde. Eine solche Berufung konnte anscheinend in bestimmten Fällen auch abgelehnt werden, z. B. wenn es sich bei dem Angeklagten um einen Dieb, einen Piraten oder einen Aufrührer handelte und der Betreffende auf frischer Tat ertappt worden war. Wahrscheinlich beriet sich Festus deshalb mit „der Gruppe seiner Berater“, bevor er dem Antrag von Paulus stattgab (Apg 25:12). Später nutzte Festus einen Besuch von König Herodes Agrippa II. für eine weitere Vernehmung; er versprach sich davon genauere Informationen, die er dem „Augustus“ (Kaiser Nero) übermitteln konnte (Apg 25:12-27; 26:32; 28:19). Paulus hatte schon lange geplant, nach Rom zu gehen, und durch die Berufung auf den Kaiser wurde das möglich (Apg 19:21). Außerdem hatte Jesus Paulus versprochen, dass er in Rom predigen würde, und später bestätigte ein Engel dieses Versprechen (Apg 23:11; 27:23, 24). Daher besteht kein Zweifel, dass alles unter der Leitung Gottes geschah.

Römer: D. h. römische Staatsbürger. Paulus und offensichtlich auch Silas waren römische Staatsbürger. Nach römischem Recht hatte ein Bürger immer Anspruch auf ein ordentliches Gerichts­verfahren und durfte nicht ohne richterliches Urteil öffentlich bestraft werden. Die römische Staatsbürger­schaft brachte bestimmte Rechte und Privilegien mit sich, ganz gleich, wohin jemand im Römischen Reich reiste. Ein römischer Bürger unterstand dem römischen Recht, nicht den Gesetzen der Provinzstädte. Selbst wenn er bereit war, sich vor einem lokalen Gericht zu verantworten, blieb ihm immer noch das Recht, auch von einem römischen Gericht angehört zu werden. Ging es um eine sehr schwere Straftat, konnte er beim Kaiser Berufung einlegen. Der Apostel Paulus war als Prediger in weiten Teilen des Römischen Reiches unterwegs. Es sind drei Gelegenheiten dokumentiert, bei denen er seine Rechte als römischer Bürger geltend machte. Das erste Mal war hier in Philippi, als die Magistrate ihn auspeitschen ließen und er sie darauf aufmerksam machte, dass sie damit seine Rechte verletzt hatten. (Die beiden anderen Gelegenheiten werden in den Anm. zu Apg 22:25; 25:11 erläutert.)

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Neapolis
Neapolis

Auf dem Bild sieht man die Stadt Kavala an der N-Küste der Ägäis. Im Altertum befand sich dort Neapolis. Diese Stadt diente Philippi, das nicht weit entfernt im NW lag, als Hafen. Als der Apostel Paulus dem Aufruf „Komm herüber nach Mazedonien“ folgte, betrat er in Neapolis zum ersten Mal europäisches Festland (Apg 16:9, 11, 12). Auf seiner dritten Missionsreise kam er wahrscheinlich noch einmal nach Neapolis (Apg 20:2, 6). Von der antiken Stadt ist wenig erhalten geblieben, doch in der Nähe können heute noch Teilstücke der Via Egnatia (Egnatische Straße) besichtigt werden. Diese von den Römern erbaute Hauptverkehrsader verlief auf einer Strecke von rund 800 km von W nach O bis zur Meerenge zwischen Europa und Asien. Sie verband eine Reihe von europäischen Städten, darunter auch einige, die Paulus besuchte, wie Neapolis, Philippi, Amphipolis, Apollonia und Thessalonich (Apg 17:1).

Eine Gebetsstätte in der Nähe von Philippi
Eine Gebetsstätte in der Nähe von Philippi

Hier ist der Krenides zu sehen, ein Flüsschen, das unmittelbar vor dem Krenides-Tor westlich des antiken Philippi entlangfloss. Es könnte sich dabei – auch wenn die Meinungen darüber auseinandergehen – um den Fluss handeln, an dem Paulus einer Gruppe von Frauen predigte, die dort zum Beten zusammengekommen waren (Apg 16:13-15).