Nach Markus 1:1-45

1  Anfang der guten Botschaft über Jesus Christus, den Sohn Gottes:  Es ist so, wie es im Buch des Propheten Jesaja steht: „(Ich schicke dir meinen Boten voraus*. Er wird deinen Weg vorbereiten.)+  Eine Stimme ruft in der Wildnis: ‚Bereitet den Weg Jehovas vor! Ebnet seine Straßen.‘“+  Johạnnes der Täufer war in der Wildnis und predigte die Taufe als Symbol der Reue zur Sündenvergebung.+  Ganz Judạ̈a und alle Einwohner Jerusalems gingen zu ihm, ließen sich im Jordan von ihm taufen und gaben offen ihre Sünden zu.+  Johạnnes trug Kleidung aus Kamelhaar und einen Ledergürtel um die Hüften,+ und er aß Heuschrecken+ und wilden Honig.+  Er predigte: „Nach mir kommt jemand, der stärker ist als ich, und ich bin nicht würdig, mich zu bücken und die Riemen seiner Sandalen aufzubinden.+  Ich habe euch mit Wasser getauft, aber er wird euch mit heiligem Geist taufen.“+  Zu dieser Zeit kam Jesus aus Nạzareth in Galilạ̈a und ließ sich im Jordan von Johạnnes taufen.+ 10  Und sobald er aus dem Wasser stieg, sah er, wie der Himmel aufriss und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam.+ 11  Und eine Stimme kam aus dem Himmel: „Du bist mein Sohn, mein geliebter Sohn. Ich habe Gefallen an dir.“+ 12  Gleich darauf trieb ihn der Geist in die Wildnis. 13  40 Tage blieb er in der Wildnis und wurde von Satan versucht.+ Er lebte unter den wilden Tieren, doch die Engel kümmerten sich um ihn*.+ 14  Nachdem Johạnnes dann verhaftet worden war,+ ging Jesus nach Galilạ̈a,+ machte die gute Botschaft Gottes bekannt+ 15  und sagte: „Die Zeit ist gekommen. Das Königreich Gottes ist nah. Bereut+ und glaubt an die gute Botschaft.“ 16  Während er am See von Galilạ̈a entlangging, sah er Sịmon und dessen Bruder Andreas,+ wie sie ihre Netze in den See* auswarfen.+ Sie waren nämlich Fischer.+ 17  Jesus sagte zu ihnen: „Folgt mir nach und ich mache euch zu Menschenfischern.“+ 18  Sofort verließen sie ihre Netze und folgten ihm.+ 19  Er ging ein kleines Stück weiter und sah Jakobus, den Sohn von Zebedạ̈us, und dessen Bruder Johạnnes. Sie waren im Boot und besserten ihre Netze aus.+ 20  Sofort rief er sie, worauf sie ihren Vater Zebedạ̈us mit den Lohnarbeitern im Boot zurückließen und Jesus folgten. 21  So kamen sie nach Kapẹrnaum. Sobald der Sabbat begann, ging er in die Synagoge und fing an zu lehren.+ 22  Die Leute staunten nur so über seine Art zu lehren, denn er lehrte sie wie jemand mit Autorität und nicht wie die Schriftgelehrten.+ 23  In der Synagoge war gerade ein Mann, der unter dem Einfluss eines bösen Geistes stand. Er schrie: 24  „Was haben wir mit dir zu tun, Jesus, du Nazarẹner?+ Bist du gekommen, um uns zu vernichten? Ich weiß genau, wer du bist: der Heilige Gottes!“+ 25  Doch Jesus befahl ihm: „Sei still und komm aus ihm heraus!“ 26  Der böse* Geist stürzte den Mann in einen Krampf und verließ ihn dann mit einem durchdringenden Schrei.+ 27  Die Leute staunten so sehr, dass sie miteinander zu diskutieren begannen. „Was hat das zu bedeuten?“, sagten sie. „Das ist ja eine neue Lehre! Voller Autorität gibt er sogar den bösen* Geistern Befehle und sie tun, was er sagt!“ 28  Es dauerte nicht lange und in ganz Galilạ̈a sprach man überall von ihm. 29  Sie verließen nun die Synagoge und gingen mit Jakobus und Johạnnes in das Haus von Sịmon und Andreas.+ 30  Sịmons Schwiegermutter+ lag mit Fieber im Bett und man teilte Jesus das sofort mit. 31  Er ging zu ihr, nahm ihre Hand und half ihr auf. Das Fieber verschwand und sie fing an, alle zu bedienen. 32  Am Abend nach Sonnenuntergang brachte man alle Kranken und von Dämọnen Besessenen zu ihm.+ 33  Die ganze Stadt war direkt vor der Tür versammelt. 34  Er heilte viele Menschen, die an allen möglichen Krankheiten litten,+ und trieb etliche Dämọnen aus.+ Doch er ließ die Dämọnen nicht reden, denn sie wussten, dass er Christus war.+ 35  Am frühen Morgen, als es noch dunkel war, stand er auf, ging hinaus an einen einsamen Ort und fing an zu beten.+ 36  Schnell machten sich Sịmon und die anderen auf die Suche nach ihm. 37  Als sie ihn gefunden hatten, sagten sie: „Alle suchen dich.“ 38  Er erwiderte jedoch: „Lasst uns woandershin gehen, in die Nachbarorte, damit ich auch dort predigen kann, denn dazu bin ich gekommen.“+ 39  Da ging er und predigte in ganz Galilạ̈a in den Synagogen und trieb die Dämọnen aus.+ 40  Es kam auch ein Aussätziger zu ihm und flehte ihn sogar auf Knien an: „Wenn du nur willst, kannst du mich gesund* machen.“+ 41  Da empfand er tiefes Mitgefühl,+ streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: „Das will ich! Du sollst gesund* werden.“+ 42  Im selben Augenblick verschwand der Aussatz und er war gesund*. 43  Jesus gab ihm strikte Anweisungen und schickte ihn sofort weg. 44  Er sagte: „Sieh zu, dass du niemandem irgendetwas erzählst, sondern geh, zeig dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, was Moses vorgeschrieben hat+ – als Beweis deiner Heilung*.“+ 45  Doch kaum war der Mann weg, erzählte er ständig und überall, was geschehen war, sodass Jesus nicht mehr einfach so in eine Stadt gehen konnte. Er blieb deshalb außerhalb an einsamen Orten. Trotzdem strömten von überallher Leute zu ihm.+

Fußnoten

Wtl. „vor deinem Gesicht her“.
Oder „dienten ihm“.
Wtl. „ins Meer“.
Wtl. „unreine“.
Wtl. „unreinen“.
Wtl. „rein“.
Wtl. „rein“.
Wtl. „rein“.
Wtl. „als Zeugnis für sie“.

Studienanmerkungen

Markus: Markus (von lateinisch Marcus) war der römische Beiname von dem Johannes, der in Apg 12:12 erwähnt wird. Seine Mutter Maria gehörte zu den ersten Jüngern und wohnte in Jerusalem. Johannes Markus war der Cousin von Barnabas (Kol 4:10), den er auf verschiedenen Reisen begleitete. Und er war auch ein Reisegefährte von Paulus und anderen Missionaren (Apg 12:25; 13:5, 13; 2Ti 4:11). Aus dem Markusevangelium geht zwar nicht hervor, dass Markus es verfasst hat, doch Schriftsteller aus dem 2. und 3. Jh. schreiben es ihm zu.

Nach Markus: Die Evangelienschreiber gaben sich in ihren Berichten nicht selbst als Schreiber zu erkennen und die Originaltexte hatten offensichtlich auch keinen Titel. In einigen Abschriften des Markusevangeliums erscheint jedoch der Titel Euaggélion katá Márkon („Gute Botschaft [Evangelium] nach Markus“); in anderen Abschriften wird der kürzere Titel Katá Márkon („Nach Markus“) verwendet. Es ist nicht bekannt, wann genau diese Überschriften hinzugefügt wurden bzw. in Gebrauch kamen. Möglicherweise geschah dies im 2. Jh. u. Z., denn der lange Titel erscheint in Handschriften, die auf das späte 2. oder frühe 3. Jh. datiert werden. Wie einige Bibelwissenschaftler annehmen, könnten die ersten Worte im Bibelbuch Markus („Anfang der guten Botschaft über Jesus Christus, den Sohn Gottes“) der Grund gewesen sein, warum der Ausdruck „Evangelium“ (wtl. „gute Botschaft“) für diese Berichte in Gebrauch kam. Wahrscheinlich wurde es aus praktischen Gründen üblich, einen Titel zusammen mit dem Namen des Schreibers zu verwenden; so hatte man für jedes der Bücher eine eindeutige Bezeichnung.

die gute Botschaft: Hier steht zum ersten Mal das griechische Wort euaggélion (sprich: euangélion), das in einigen deutschen Bibeln mit „Evangelium“ wiedergegeben wird. Der verwandte griechische Begriff euaggelistḗs (sprich: euangelistḗs; „Evangeliumsverkündiger“) bezeichnet jemanden, der eine gute Botschaft verkündet (Apg 21:8; Eph 4:11, Fn.; 2Ti 4:5, Fn.).

die gute Botschaft: Das griechische Wort euaggélion (sprich: euangélion) ist eine Zusammensetzung aus den Wörtern eu („gut“, „recht“) und ággelos (sprich: ángelos; „Bote“, „Verkündiger“). (Siehe Worterklärungen.) In einigen deutschen Bibeln wird euaggélion mit „Evangelium“ wiedergegeben. Der verwandte Ausdruck „Evangeliumsverkündiger“ (griechisch euaggelistḗs, sprich: euangelistḗs) bezeichnet jemanden, der eine gute Botschaft bekannt macht (Apg 21:8; Eph 4:11, Fn.; 2Ti 4:5, Fn.).

der guten Botschaft: Siehe Anm. zu Mat 4:23; 24:14 und Worterklärungen.

guten Botschaft über Jesus Christus: Der zugrunde liegende griechische Ausdruck kann auch mit „gute Botschaft von Jesus Christus“ übersetzt werden und würde dann die gute Botschaft bezeichnen, die Jesus bekannt machte.

den Sohn Gottes: In einigen Manuskripten kommen diese Worte nicht vor, doch viele der ältesten Manuskripte stützen die vorliegende Wiedergabe.

Propheten Jesaja: Das folgende Zitat stammt zum Teil aus Mal 3:1 und zum Teil aus Jes 40:3. Beide Prophezeiungen werden auf Johannes den Täufer angewandt. Die Klammer soll helfen, die Zitate voneinander zu unterscheiden. Das Zitat aus Jesaja beginnt in Vers 3 und hebt die Kernbotschaft von Johannes hervor. Das Zitat aus Maleachi dreht sich um Johannes’ Rolle als Bote. Möglicherweise werden beide Zitate Jesaja zugeschrieben, um den Fokus auf seine Voraussage zu legen.

Jehovas: Es handelt sich hier um ein Zitat aus Jes 40:3. Dort erscheint der Gottesname im hebräischen Urtext in Form der vier hebräischen Konsonanten יהוה (JHWH). (Siehe Anh. C.) Matthäus wendet die Prophezeiung auf das an, was Johannes der Täufer tat, um den Weg für Jesus – den Repräsentanten Gottes – vorzubereiten. Im Johannesevangelium ist es Johannes der Täufer selbst, der diese Prophezeiung auf sich bezieht (Joh 1:23).

Jehovas: Es handelt sich hier um ein Zitat aus Jes 40:3. Dort erscheint der Gottesname im hebräischen Urtext in Form der vier hebräischen Konsonanten יהוה (JHWH). (Siehe Anh. A5 und C.) Die Evangelienschreiber Matthäus, Markus und Lukas wenden diese Prophezeiung auf Johannes den Täufer an. Hier im Johannesevangelium ist es Johannes der Täufer selbst, der diese Prophezeiung auf sich bezieht. Johannes ebnete den Weg Jehovas, indem er als Wegbereiter für Jesus diente, der im Namen seines Vaters und als dessen Vertreter kommen sollte (Joh 5:43; 8:29).

Ebnet seine Straßen: Könnte darauf anspielen, dass in alter Zeit vor der Reise eines Herrschers üblicherweise Männer vorausgeschickt wurden, um für seinen Wagen die Straßen vorzubereiten. Sie räumten große Steine weg und schütteten sogar Wege auf oder ebneten Hügel ein.

Jehovas: Es handelt sich hier um ein Zitat aus Jes 40:3. Dort erscheint der Gottesname im hebräischen Urtext in Form der vier hebräischen Konsonanten יהוה (JHWH). (Siehe Anh. C.) Markus wendet die Prophezeiung auf das an, was „Johannes der Täufer“ tat, um den Weg für Jesus vorzubereiten (Mar 1:4). (Siehe Anm. zu Mat 3:3; Joh 1:23.)

Ebnet seine Straßen: Siehe Anm. zu Mat 3:3.

der Täufer: Oder „der Untertaucher“, „der Eintaucher“. Wurde offensichtlich als Beiname von Johannes gebraucht, weil er dafür bekannt war, Menschen durch Untertauchen im Wasser zu taufen. Auch der jüdische Historiker Flavius Josephus schrieb in seinen Schriften von „Johannes mit dem Beinamen Täufer“.

Wildnis von Judäa: Oder „Judäische Wüste“, „Wüste Juda“; die karge, größtenteils unbewohnte Ostseite des Berglands von Judäa. Bei einem Höhenunterschied von insgesamt etwa 1 200 m erstreckt sich die Wildnis bis hinunter zum Westufer des Jordan und des Toten Meeres. In dieser Gegend nahm Johannes seinen Dienst auf, und zwar in dem Gebiet nördlich des Toten Meeres.

Bereut: Das hier verwendete griechische Wort kann wtl. mit „umdenken“ übersetzt werden, womit eine Änderung der Denkweise, der Einstellung und der Absichten gemeint ist. In diesem Zusammenhang bedeutet es, dass sich jemand ändern muss, um Gott gefallen und eine Beziehung zu ihm aufbauen zu können. (Siehe Anm. zu Mat 3:8, 11 und Worterklärungen zu „Reue“.)

Frucht ..., die der Reue entspricht: Johannes forderte seine Zuhörer mit diesen Worten auf, unter anderem durch ihr Verhalten zu beweisen, dass sie ihre Einstellung und Denkweise geändert hatten (Luk 3:8; Apg 26:20; siehe Anm. zu Mat 3:2, 11 und Worterklärungen zu „Reue“).

taufe euch: Oder „tauche euch unter“. Das griechische Wort baptízō bedeutet „eintauchen“, „untertauchen“. Die Bibel liefert noch weitere Hinweise dafür, dass mit der Taufe völliges Untertauchen gemeint ist. Einmal taufte Johannes im Jordantal bei Salim, „weil es dort reichlich Wasser gab“ (Joh 3:23). Als Philippus den äthiopischen Eunuchen taufte, „gingen ... beide in das Wasser hinunter“ (Apg 8:38). Die Septuaginta gebraucht dieses griechische Wort in 2Kö 5:14, um zu beschreiben, dass Naaman im Jordan sieben Mal untertauchte.

weil ihr bereut: Wtl. „zum Umdenken“. (Siehe Anm. zu Mat 3:2, 8 und Worterklärungen zu „Reue“.)

der Täufer: Oder „der Untertaucher“, „der Eintaucher“. Das hier und in Mar 6:14, 24 gebrauchte griechische Partizip ho baptízōn bedeutet wtl. „der Taufende“. Es unterscheidet sich in der Form geringfügig von dem griechischen Substantiv baptistḗs, das in Mar 6:25; 8:28 sowie im Matthäus- und im Lukasevangelium verwendet wird. In Mar 6:24, 25 werden die beiden Ausdrücke im Griechischen synonym gebraucht. (Siehe Anm. zu Mat 3:1.)

Wildnis: Gemeint ist die Wildnis von Judäa. (Siehe Anm. zu Mat 3:1.)

Taufe als Symbol der Reue: Wtl. „Taufe der Reue“. Die Taufe wusch keine Sünden weg. Doch wer sich von Johannes taufen ließ, bereute öffentlich, dass er gegen das Gesetz gesündigt hatte, und brachte seine Entschlossenheit zum Ausdruck, sich zu ändern. Menschen mit so einer Einstellung konnten zum Christus geführt werden (Gal 3:24). Auf diese Weise bereitete Johannes ein Volk vor, das sehen würde, „wie Gott für Rettung sorgt“ (Luk 3:3-6; siehe Anm. zu Mat 3:2, 8, 11 und Worterklärungen zu „Taufe; taufen“; „Reue“).

taufe euch: Oder „tauche euch unter“. Das griechische Wort baptízō bedeutet „eintauchen“, „untertauchen“. Die Bibel liefert noch weitere Hinweise dafür, dass mit der Taufe völliges Untertauchen gemeint ist. Einmal taufte Johannes im Jordantal bei Salim, „weil es dort reichlich Wasser gab“ (Joh 3:23). Als Philippus den äthiopischen Eunuchen taufte, „gingen ... beide in das Wasser hinunter“ (Apg 8:38). Die Septuaginta gebraucht dieses griechische Wort in 2Kö 5:14, um zu beschreiben, dass Naaman im Jordan sieben Mal untertauchte.

gaben offen ihre Sünden zu: Diese Menschen gestanden öffentlich ein, dass sie gegen das mosaische Gesetz verstoßen hatten.

Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems: Bei „ganz Judäa“ und „alle Einwohner“ handelt es sich um Hyperbeln. Sie sollen zeigen, wie groß das Interesse an der Botschaft von Johannes war. Das heißt jedoch nicht, dass wirklich jeder, der in Judäa oder Jerusalem lebte, zu Johannes kam.

taufen: Oder „eintauchen“, „untertauchen“. (Siehe Anm. zu Mat 3:11 und Worterklärungen zu „Taufe; taufen“.)

gaben offen ihre Sünden zu: Siehe Anm. zu Mat 3:6.

Kleidung aus Kamelhaar: Johannes’ Kleidung aus Kamelhaar und sein Ledergürtel erinnern an die Kleidung des Propheten Elia (2Kö 1:8; Joh 1:21).

Heuschrecken: Diese eiweißreichen Insekten waren nach dem mosaischen Gesetz rein und durften daher gegessen werden (3Mo 11:21, 22).

wildem Honig: D. h. Honig, der von wilden Honigbienen stammte, nicht von Bienen, die von Menschen gehalten wurden. Heuschrecken und wilden Honig zu essen war für Menschen, die in der Wildnis lebten, durchaus üblich.

Kleidung aus Kamelhaar: Siehe Anm. zu Mat 3:4.

Heuschrecken: Siehe Anm. zu Mat 3:4.

wilden Honig: Siehe Anm. zu Mat 3:4.

stärker: Bedeutet „mehr Macht haben“.

Sandalen: Jemandem die Sandalen auszuziehen und sie ihm zu tragen oder jemandem die Sandalenriemen aufzubinden (Mar 1:7; Luk 3:16; Joh 1:27) galt als niedrige Arbeit, die normalerweise von Sklaven verrichtet wurde.

stärker: Siehe Anm. zu Mat 3:11.

Sandalen: Siehe Anm. zu Mat 3:11.

taufe euch: Oder „tauche euch unter“. Das griechische Wort baptízō bedeutet „eintauchen“, „untertauchen“. Die Bibel liefert noch weitere Hinweise dafür, dass mit der Taufe völliges Untertauchen gemeint ist. Einmal taufte Johannes im Jordantal bei Salim, „weil es dort reichlich Wasser gab“ (Joh 3:23). Als Philippus den äthiopischen Eunuchen taufte, „gingen ... beide in das Wasser hinunter“ (Apg 8:38). Die Septuaginta gebraucht dieses griechische Wort in 2Kö 5:14, um zu beschreiben, dass Naaman im Jordan sieben Mal untertauchte.

getauft: Oder „untergetaucht“. (Siehe Anm. zu Mat 3:11 und Worterklärungen zu „Taufe; taufen“.)

euch mit heiligem Geist taufen: Oder „euch in heiliger aktiver Kraft untertauchen“. Johannes der Täufer machte hier bekannt, dass Jesus eine neue Art der Taufe einführen würde: die Taufe mit heiligem Geist. Durch diese Taufe würde jemand ein geistgezeugter Sohn Gottes werden und die Aussicht erhalten, im Himmel zu leben und als König über die Erde zu regieren (Off 5:9, 10).

Im 15. Jahr der Regierung von Tiberius: Kaiser Augustus starb am 17. August 14 u. Z. (nach dem gregorianischen Kalender). Am 15. September ließ sich sein Nachfolger Tiberius vom römischen Senat zum Kaiser ausrufen. Wenn man vom Tod des Augustus an rechnet, dauerte das 15. Regierungsjahr von Tiberius von August 28 bis August 29 u. Z. Rechnet man von Tiberius’ offizieller Ausrufung zum Kaiser an, dauerte es von September 28 bis September 29 u. Z. In diesem Jahr begann Johannes seinen Dienst, und zwar allem Anschein nach im Frühjahr 29. Er müsste damals ungefähr 30 Jahre alt gewesen sein und war damit in dem Alter, in dem die levitischen Priester ihren Dienst im Tempel antraten (4Mo 4:2, 3). Jesus war ebenfalls „ungefähr 30 Jahre alt“, als er sich von Johannes taufen ließ und „sein Werk begann“ (Luk 3:21-23). Da Jesus im Frühjahr, im Monat Nisan, starb, muss er seinen dreieinhalbjährigen Dienst im Herbst begonnen haben, wahrscheinlich im Monat Ethanim (September/Oktober). Johannes war vermutlich ein halbes Jahr älter als Jesus und fing mit seinem Dienst offensichtlich sechs Monate vor Jesus an (Luk, Kap. 1). Es gibt also gute Gründe für die Annahme, dass Johannes seinen Dienst im Frühjahr 29 u. Z. begann. (Siehe Anm. zu Luk 3:23; Joh 2:13.)

Zu dieser Zeit: Gemäß Luk 3:1-3 begann Johannes seinen Dienst „im 15. Jahr der Regierung von Tiberius Cäsar“, also im Frühjahr 29 u. Z. (Siehe Anm. zu Luk 3:1.) Etwa sechs Monate später, im Herbst desselben Jahres, ließ sich Jesus von Johannes taufen. (Siehe Anh. A7.)

der Himmel: Kann sich hier auf den buchstäblichen, sichtbaren Himmel beziehen oder auf den geistigen Himmel – den Bereich, in dem sich Jehova befindet.

sobald: Das ist die erste von elf Stellen, wo im griechischen Text von Markus, Kapitel 1 das Wort euthýs vorkommt (Mar 1:10, 12, 18, 20, 21, 23, 28, 29, 30, 42, 43). Es wird je nach Kontext mit Ausdrücken wie „sobald“, „gleich darauf“, „sofort“, „es dauerte nicht lange“ und „im selben Augenblick“ wiedergegeben. Dieses Wort kommt im Markusevangelium über 40 Mal vor. Es verleiht dem Text Dynamik und Tempo.

sah er: Bezieht sich offensichtlich auf Jesus. Gemäß Joh 1:32, 33 beobachtete auch Johannes der Täufer das Geschehen, doch Markus beschreibt es anscheinend aus Jesu Perspektive.

Himmel: Siehe Anm. zu Mat 3:16.

Himmel aufriss: Gott bewirkte offensichtlich, dass Jesus Dinge wahrnehmen konnte, die mit dem himmlischen Bereich zu tun haben. Er könnte ihm zu diesem Zeitpunkt auch die Erinnerung an sein Leben im Himmel zurückgegeben haben. Einige Äußerungen Jesu lassen erkennen, dass er sich nach seiner Taufe seines vormenschlichen Lebens bewusst war. Das wird besonders an seinem innigen Gebet in der Passahnacht des Jahres 33 deutlich. Wie dieses Gebet zeigt, erinnerte er sich daran, was sein Vater alles gesagt und getan hatte und welche Herrlichkeit er selbst im Himmel gehabt hatte (Joh 6:46; 7:28, 29; 8:26, 28, 38; 14:2; 17:5). All diese Erinnerungen könnten bei seiner Taufe und Salbung zurückgekommen sein.

wie eine Taube: Die Taube wurde einerseits als Opfertier für religiöse Zwecke verwendet (Mar 11:15; Joh 2:14-16). Andererseits galt sie als Symbol für Unschuld und Reinheit (Mat 10:16). Als Noah eine Taube aus der Arche freiließ, kam sie mit einem Olivenblatt zurück, was zeigte, dass das Wasser der Sintflut zurückgegangen war (1Mo 8:11) und eine Ära der Ruhe und des Friedens bevorstand (1Mo 5:29). Vielleicht gebrauchte Jehova bei Jesu Taufe aus diesen Gründen eine Taube. Sie sollte womöglich auf Jesu Rolle als Messias aufmerksam machen. Er war der reine, sündenlose Sohn Gottes, der sein Leben für die Menschheit opfern und so die Grundlage für eine Ära der Ruhe und des Friedens legen würde – mit ihm als König. Als Gottes Geist oder aktive Kraft auf Jesus herabkam, sah das möglicherweise wie das Flattern einer Taube aus, die sich auf einem Ast niederlässt.

auf ihn: Oder „in ihn“, d. h. in ihn hinein.

eine Stimme: Die zweite von drei Begebenheiten in den Evangelien, bei denen Jehova direkt zu Menschen sprach. (Siehe Anm. zu Mar 1:11; Joh 12:28.)

eine Stimme: Die dritte von drei Begebenheiten in den Evangelien, bei denen Jehova direkt zu Menschen sprach. Die erste war Jesu Taufe 29 u. Z. und ist in Mat 3:16, 17, Mar 1:11 und Luk 3:22 nachzulesen. Die zweite war Jesu Verwandlung im Jahr 32 und ist in Mat 17:5, Mar 9:7 und Luk 9:35 festgehalten. Von der dritten Begebenheit berichtet nur Johannes. Sie ereignete sich im Jahr 33 kurz vor Jesu letztem Passah. Jesus hatte seinen Vater darum gebeten, er möge seinen Namen verherrlichen, worauf dieser antwortete.

an dem ich Gefallen habe: Oder „an dem ich Wohlgefallen habe“, „an dem ich große Freude habe“. Dieselbe Formulierung wird in Mat 12:18 verwendet, einem Zitat aus Jes 42:1 über den angekündigten Messias oder Christus. Jesus wurde durch die Ausgießung des heiligen Geistes sowie durch Gottes Erklärung eindeutig als der Messias kenntlich gemacht. (Siehe Anm. zu Mat 12:18.)

Gefallen: Oder „Wohlgefallen“. (Siehe Anm. zu Mat 3:17.)

eine Stimme kam aus dem Himmel: Die erste von drei Begebenheiten in den Evangelien, bei denen Jehova direkt zu Menschen sprach. (Siehe Anm. zu Mar 9:7; Joh 12:28.)

Du bist mein Sohn: Als Geistwesen war Jesus der Sohn Gottes (Joh 3:16). Vom Zeitpunkt seiner Geburt an war er dann wie der vollkommene Adam ein menschlicher „Sohn Gottes“ (Luk 1:35; 3:38). Doch es ist naheliegend, dass es bei Gottes Aussage hier um mehr geht als nur um Jesu Identität. Gott machte durch diese Erklärung zusammen mit der Ausgießung des heiligen Geistes offenbar deutlich, dass der Mensch Jesus nun sein geistgezeugter Sohn war. D. h., Jesus wurde mit der Hoffnung „wiedergeboren“, in den Himmel zurückzukehren, und er wurde mit heiligem Geist zu Gottes auserwähltem König und Hohen Priester gesalbt (Joh 3:3-6; 6:51; vgl. Luk 1:31-33; Heb 2:17; 5:1, 4-10; 7:1-3).

Ich habe Gefallen an dir: Oder „Ich habe Wohlgefallen an dir“, „Ich habe große Freude an dir“. Die gleiche Formulierung wird in Mat 12:18 verwendet, einem Zitat aus Jes 42:1 über den angekündigten Messias oder Christus. Durch die Ausgießung des heiligen Geistes sowie durch Gottes Erklärung wurde Jesus eindeutig als der Messias kenntlich gemacht. (Siehe Anm. zu Mat 3:17; 12:18.)

trieb ihn der Geist: Oder „veranlasste ihn die aktive Kraft, ... zu gehen“. Das griechische Wort pneuma bezieht sich hier auf Gottes Geist. Er kann als treibende Kraft in einem Menschen wirken und ihn dazu bewegen, etwas in Übereinstimmung mit Gottes Willen zu tun (Luk 4:1; siehe Worterklärungen zu „Geist“).

Satan: Von dem hebräischen Wort ßatán, was „Widerstandleistender“, „Gegner“ bedeutet.

Satan: Siehe Anm. zu Mat 4:10.

wilden Tieren: Zur Zeit Jesu gab es in Israel viel mehr wilde Tiere als heute. In der Wildnis lebten Hyänen, Leoparden, Löwen, Wildschweine und Wölfe. Markus erwähnt als einziger Evangelist, dass es in dieser Gegend wilde Tiere gab. Offenbar schrieb er hauptsächlich für nichtjüdische Leser wie Römer und andere, die mit der Geografie Israels nicht so vertraut waren.

Königreich: Hier erscheint zum ersten Mal das griechische Wort basiléia. Es steht sowohl für Königsherrschaft als auch für das Herrschaftsgebiet und die Menschen, die von einem König regiert werden. Dieses griechische Wort kommt 162-mal im Urtext der Christlichen Griechischen Schriften vor, davon allein 55-mal im Matthäusevangelium, wo es sich meistens auf Gottes Regierung im Himmel bezieht. Da Matthäus diesen Ausdruck so oft benutzt, könnte man sein Evangelium auch als „Königreichsevangelium“ bezeichnen. (Siehe Worterklärungen zu „Gottes Königreich“.)

Königreich des Himmels: Diese Formulierung kommt nur im Matthäusevangelium vor, und zwar rund 30-mal. In den Evangelien von Markus und Lukas wird der gleichbedeutende Ausdruck „Königreich Gottes“ verwendet. Dadurch wird angezeigt, dass das Königreich seinen Regierungssitz im Himmel hat (Mat 21:43; Mar 1:15; Luk 4:43; Da 2:44; 2Ti 4:18).

das Königreich des Himmels ist nah: Die Botschaft von einer neuen Regierung für die ganze Welt war Jesu Hauptpredigtthema (Mat 10:7; Mar 1:15). Johannes der Täufer hatte bereits sechs Monate vor Jesu Taufe begonnen, eine ähnliche Botschaft zu verbreiten (Mat 3:1, 2). Als aber Jesus sagte: „Das Königreich ... ist nah“, bekam die Botschaft zusätzliches Gewicht, da er selbst – der gesalbte und designierte König des Königreiches – auf der Erde war. Es wird nichts darüber berichtet, dass Jesu Jünger nach seinem Tod weiter verkündet hätten, das Königreich sei „nah“.

das Königreich: In der Bibel hat das Wort „Königreich“ je nach Kontext verschiedene Bedeutungen. Es kann z. B. für das Herrschaftsgebiet eines Königs stehen oder für königliche Gewalt. Es kann auch bedeuten, von einem König regiert zu werden. Hier bezieht es sich offensichtlich darauf, unter Gottes Königsherrschaft bzw. im Herrschaftsgebiet von Gott zu leben und die damit verbundenen positiven Auswirkungen zu verspüren.

Die Zeit ist gekommen: Oder „Die festgelegte Zeit ist erfüllt“. Das griechische Wort kairós („[festgelegte] Zeit“) bezieht sich in diesem Zusammenhang auf die in den heiligen Schriften vorausgesagte Zeit, zu der Jesus seinen Dienst beginnen würde. Jetzt hatten die Menschen Gelegenheit, an die gute Botschaft zu glauben. kairós bezeichnet in der Bibel auch die Zeit der Begutachtung, die mit Jesu Dienst verbunden war (Luk 12:56; 19:44), sowie die für seinen Tod „festgelegte Zeit“ (Mat 26:18, Fn.).

Das Königreich Gottes: Oder „Gottes Königreich“. Dieser Ausdruck kommt im Markusevangelium 14 Mal vor, im Matthäusevangelium dagegen nur 4 Mal (Mat 12:28; 19:24; 21:31; 21:43). Dafür gebraucht Matthäus den synonymen Ausdruck „Königreich des Himmels“ rund 30 Mal. (Vgl. Mar 10:23 mit Mat 19:23, 24.) Das Königreich war Jesu Hauptpredigtthema (Luk 4:43). Die vier Evangelien enthalten mehr als 100 Bezugnahmen auf das Königreich, wobei die meisten von Jesus stammen. (Siehe Anm. zu Mat 3:2; 4:17; 25:34.)

See von Galiläa: Ein Süßwassersee in Nordisrael. Er wird auch Galiläisches Meer genannt (Mat 15:29, Fn.), da das griechische Wort sowohl „See“ als auch „Meer“ bedeutet. Weitere Namen sind See Kinnereth (4Mo 34:11), See Genezareth (Luk 5:1) und See von Tiberias (Joh 6:1). Der See liegt etwa 210 m unter dem Meeresspiegel, ist 21 km lang (von N nach S), 12 km breit und maximal 48 m tief. (Siehe Anh. A7, Karte 3B, „Jesus am See von Galiläa“.)

ein Netz ... auswarfen: Ein geschickter Fischer konnte – im flachen Wasser stehend oder von einem Boot aus – ein rundes Netz so auswerfen, dass es flach auf der Wasseroberfläche landete. Das Netz, das einen Durchmesser von vielleicht 6 bis 8 m hatte und am Rand mit Gewichten beschwert war, sank nach unten, und die Fische darunter waren gefangen.

Fischer: In Galiläa war Fischer ein üblicher Beruf. Petrus und sein Bruder Andreas arbeiteten nicht allein, sondern waren offensichtlich zusammen mit Jakobus und Johannes, den Söhnen von Zebedäus, an einem Fischereiunternehmen beteiligt (Mar 1:16-21; Luk 5:7, 10).

See von Galiläa: Siehe Anm. zu Mat 4:18.

Netze ... auswarfen: Siehe Anm. zu Mat 4:18.

Fischer: Siehe Anm. zu Mat 4:18.

Menschenfischern: Ein Wortspiel, das auf den Beruf von Simon und Andreas Bezug nimmt. Es gab ihnen zu verstehen, dass sie für das Königreich „Menschen lebendig fischen“ würden (Luk 5:10). Möglicherweise war es auch eine Anspielung darauf, dass das Jüngermachen ähnlich wie das Fischen anstrengend und arbeitsintensiv wäre, Ausdauer erfordern würde und die erhofften Ergebnisse mitunter ausbleiben würden.

Menschenfischern: Siehe Anm. zu Mat 4:19.

folgten ihm: Petrus und Andreas waren zu diesem Zeitpunkt bereits zwischen sechs und zwölf Monate Jesu Jünger (Joh 1:35-42). Nun forderte er sie auf, ihr Fischereiunternehmen zurückzulassen und ihn auf Dauer zu begleiten (Luk 5:1-11; siehe Anm. zu Mat 4:22).

folgten ihm: Siehe Anm. zu Mat 4:20.

Jakobus ... und dessen Bruder Johannes: Jakobus wird immer zusammen mit seinem Bruder Johannes erwähnt. Meistens wird er zuerst genannt, was bedeuten könnte, dass er der Ältere der beiden war (Mat 4:21; 10:2; 17:1; Mar 1:29; 3:17; 5:37; 9:2; 10:35, 41; 13:3; 14:33; Luk 5:10; 6:14; 8:51; 9:28, 54; Apg 1:13).

Zebedäus: Evtl. der Mann von Salome, die womöglich die Schwester von Jesu Mutter Maria war; damit wäre Zebedäus Jesu Onkel gewesen und Jakobus und Johannes seine Cousins. (Siehe Anm. zu Mar 15:40.)

Jakobus ... und dessen Bruder Johannes: Siehe Anm. zu Mat 4:21.

Zebedäus: Siehe Anm. zu Mat 4:21.

Fischer: In Galiläa war Fischer ein üblicher Beruf. Petrus und sein Bruder Andreas arbeiteten nicht allein, sondern waren offensichtlich zusammen mit Jakobus und Johannes, den Söhnen von Zebedäus, an einem Fischereiunternehmen beteiligt (Mar 1:16-21; Luk 5:7, 10).

mit den Lohnarbeitern: Nur Markus erwähnt, dass in dem Fischereiunternehmen von Zebedäus und seinen Söhnen auch Lohnarbeiter beschäftigt waren. Das wusste er wahrscheinlich von Petrus, der offensichtlich an dem Unternehmen beteiligt war und das meiste, wovon Markus berichtet, selbst erlebt hatte (Luk 5:5-11; siehe auch „Einführung in Markus“). Zebedäus und seine Söhne konnten nicht nur Lohnarbeiter beschäftigen, sondern besaßen Lukas zufolge auch mindestens zwei Boote. Demnach muss ihr Geschäft gut gelaufen sein. (Siehe Anm. zu Mat 4:18.)

Kapernaum: Von einem hebräischen Namen, der „Dorf Nahums“ oder „Dorf des Tröstens“ bedeutet (Nah 1:1, Fn.). Die Stadt am NW-Ufer des Sees von Galiläa spielte in Jesu Dienst eine wichtige Rolle; in Mat 9:1 wird sie als „seine Stadt“ bezeichnet.

Kapernaum: Siehe Anm. zu Mat 4:13.

Synagoge: Siehe Worterklärungen.

seine Art zu lehren: Diese Formulierung umfasst nicht nur, wie Jesus lehrte, sondern auch, was er lehrte.

nicht wie die Schriftgelehrten: Statt sich auf hoch angesehene Rabbis zu berufen, wie es unter den Schriftgelehrten üblich war, sprach Jesus als Repräsentant Jehovas wie jemand mit Autorität, indem er seine Lehren auf Gottes Wort stützte (Joh 7:16).

bösen Geistes: Wtl. „unreinen Geistes“. Markus verwendete diesen Ausdruck synonym mit dem Ausdruck „Dämon“. (Vgl. Mar 1:23, 26, 27 mit 1:34, 39 sowie Mar 3:11, 30 mit 3:15, 22.) Das Wort „unrein“ betont zum einen, dass die Dämonen in moralischer Hinsicht unrein sind und keine Verbindung mehr zu dem reinen Gott haben. Zum anderen verdeutlicht es ihren verunreinigenden Einfluss auf Menschen.

Er schrie: Als der Mann die in Vers 24 aufgezeichneten Worte schrie, wies Jesus nicht ihn zurecht, sondern den unreinen Geist, der in Wirklichkeit hinter den Worten steckte (Mar 1:25; Luk 4:35).

Was haben wir mit dir zu tun ...?: Oder „Was haben wir mit dir gemeinsam ...?“. Wörtlich übersetzt lautet diese rhetorische Frage: „Was uns und dir?“ Dabei handelt es sich um eine idiomatische Wendung aus dem Semitischen. Sie kommt sowohl in den Hebräischen Schriften vor (Jos 22:24; Ri 11:12; 2Sa 16:10; 19:22; 1Kö 17:18; 2Kö 3:13; 2Ch 35:21; Hos 14:8) als auch in entsprechender griechischer Form in den Christlichen Griechischen Schriften (Mat 8:29; Mar 1:24; 5:7; Luk 4:34; 8:28; Joh 2:4). Die genaue Bedeutung hängt vom Kontext ab. In Mat 8:29 drückt die Redewendung Feindseligkeit und Abwehr aus, weshalb einige Übersetzer die Wiedergabe „Stör uns nicht!“ oder „Lass uns in Ruhe!“ befürworten. An anderen Stellen wird sie gebraucht, um eine andere Meinung auszudrücken oder um anzuzeigen, dass man sich nicht zu etwas drängen lässt, wobei aber keine Verachtung, Arroganz oder Feindseligkeit mitschwingt. (Siehe Anm. zu Joh 2:4.)

Was haben wir mit dir zu tun ...?: Siehe Anm. zu Mat 8:29.

wir ... Ich: In Vers 23 wird nur ein böser Geist erwähnt, der von dem Mann Besitz ergriffen hatte. Der Geist gebrauchte zunächst den Plural („wir“), weil er offensichtlich auch für die anderen Dämonen sprach. Dann wechselte er in den Singular („ich“), weil er im letzten Satz nur für sich sprach.

Sei still: Wtl. „Trag einen Maulkorb“. Der böse Geist wusste, dass Jesus der Christus oder Messias war und bezeichnete ihn als den „Heiligen Gottes“ (V. 24). Doch Jesus erlaubte keinem Dämon, für ihn als Zeuge auszusagen (Mar 1:34; 3:11, 12).

Schwiegermutter Simons: Gemeint ist die Schwiegermutter von Petrus, der auch noch Kephas genannt wurde (Joh 1:42). Das deckt sich mit der Aussage von Paulus in 1Ko 9:5, nach der Kephas verheiratet war. Offensichtlich lebte seine Schwiegermutter mit bei ihm im Haus, wo außerdem sein Bruder Andreas wohnte (Mar 1:29-31; siehe Anm. zu Mat 10:2, wo die verschiedenen Namen des Apostels erklärt werden).

hatte hohes Fieber: Matthäus und Markus schreiben, dass die Schwiegermutter von Petrus „mit Fieber“ im Bett lag (Mat 8:14; Mar 1:30). Nur Lukas erwähnt, wie ernst ihr Zustand war; er spricht von „hohem Fieber“. Das könnte daran liegen, dass er Arzt war. (Siehe „Einführung in Lukas“.)

Simons Schwiegermutter: Siehe Anm. zu Luk 4:38.

Fieber: Siehe Anm. zu Luk 4:38.

Nachdem es Abend geworden war: D. h., nachdem der Sabbat vorbei war, wie die Parallelberichte in Mar 1:21-32 und Luk 4:31-40 zeigen.

Als es Abend wurde: Gemeint ist der Abend, mit dem der 14. Nisan begann. (Siehe Anh. A7 und B12.)

nach Sonnenuntergang: Mit dem Sonnenuntergang endete der Sabbat (3Mo 23:32; Mar 1:21; siehe Anm. zu Mat 8:16; 26:20). Jetzt konnten die Juden ihre Kranken zu Jesus bringen, ohne dass sie fürchten mussten, dafür kritisiert zu werden. (Vgl. Mar 2:1-5; Luk 4:31-40.)

Kranken und von Dämonen Besessenen: Manchmal riefen Dämonen bei den Menschen, von denen sie Besitz ergriffen hatten, körperliche Störungen hervor (Mat 12:22; 17:15-18). In der Bibel wird zwischen gewöhnlichen Krankheiten und von Dämonen verursachten Leiden unterschieden. Jesus konnte alle Menschen heilen, ganz gleich, was die Ursache für ihr Leiden war (Mat 4:24; 8:16; Mar 1:34).

Die ganze Stadt: Offensichtlich ist dieser Ausdruck ähnlich wie die Wörter „ganz“ und „alle“ in Mar 1:5 als Hyperbel zu verstehen. Damit wird anschaulich eine große Zahl Menschen beschrieben.

sie wussten, dass er Christus war: Einige griechische Manuskripte enthalten hier die Lesart „sie kannten ihn“, was man auch mit „sie wussten, wer er war“ wiedergeben kann. In der Parallelstelle Luk 4:41 heißt es: „Sie wussten, dass er der Christus war.“

Alle: Offensichtlich eine Hyperbel, die verdeutlicht, dass viele nach Jesus suchten.

predigte in ganz Galiläa: Diese Worte markieren den Beginn von Jesu erster Predigtreise durch Galiläa. Er nahm Petrus, Andreas, Jakobus und Johannes mit – vier Jünger, die er kurz zuvor ausgewählt hatte (Mar 1:16-20; siehe Anh. A7).

Aussätziger: Oder „Leprakranker“. Aussatz ist eine schwere Hautkrankheit. In der Bibel bezeichnet „Aussatz“ jedoch noch mehr als die heute unter diesem Namen bekannte Krankheit. Wer damals die Diagnose Aussatz bekam, musste außerhalb der Gemeinschaft leben, bis er geheilt war (3Mo 13:2, Fn., 45, 46; siehe Worterklärungen zu „Aussatz; Aussätziger“).

Aussätziger: Siehe Anm. zu Mat 8:2 und Worterklärungen zu „Aussatz; Aussätziger“.

auf Knien: Im Vorderen Orient war es früher eine Geste des Respekts, sich vor jemandem hinzuknien, vor allem wenn es sich um eine höhergestellte Person handelte und man eine Bitte an sie richtete. Markus ist der einzige Evangelist, der bei der Schilderung dieser Begebenheit diesen speziellen Ausdruck gebrauchte.

empfand er tiefes Mitgefühl: Das zugrunde liegende griechische Verb splagchnízomai (sprich: splanchnízomai) ist mit dem Wort für „Eingeweide“ (splágchna; sprich: splánchna) verwandt. Es beschreibt ein Gefühl, das man tief im Innern verspürt, eine intensive Emotion. Im Griechischen ist es eines der ausdrucksstärksten Wörter für Mitgefühl.

berührte ihn: Unter dem mosaischen Gesetz wurden Aussätzige unter Quarantäne gestellt, damit sich andere nicht infizierten (3Mo 13:45, 46; 4Mo 5:1-4). Doch die jüdischen Geistlichen bürdeten dem Volk zusätzliche Regeln auf. Beispielsweise durfte niemand einem Aussätzigen näher als 4 Ellen (knapp 2 m) kommen, und bei Wind musste man sogar 100 Ellen (rund 45 m) Abstand halten. Solche Regeln führten zu einem herzlosen Umgang mit Aussätzigen. Alte jüdische Schriften äußern sich lobend über einen Rabbi, der sich vor Aussätzigen versteckte, und über einen anderen, der sie mit Steinen bewarf, um sie auf Abstand zu halten. Jesus dagegen ging die missliche Lage des Aussätzigen so sehr zu Herzen, dass er etwas für andere Juden Unvorstellbares tat: Er berührte den Mann, und das obwohl schon ein einziges Wort gereicht hätte, um ihn zu heilen (Mat 8:5-13).

Das will ich: Jesus ging nicht einfach nur auf die Bitte ein, sondern brachte zum Ausdruck, wie sehr er sich wünschte, den Mann zu heilen. Er handelte also nicht lediglich aus einem Pflichtgefühl heraus.

empfand er tiefes Mitgefühl: Oder „empfand er Mitleid“. (Siehe Anm. zu Mat 9:36.) In einigen neueren Bibeln heißt es hier, dass er ärgerlich wurde. Doch in den meisten alten Manuskripten, auch in den ältesten und besonders maßgeblichen, findet sich die Lesart „empfand er tiefes Mitgefühl [Mitleid]“. Außerdem zeigt der Textzusammenhang, dass Jesus aus Mitgefühl und nicht aus Ärger handelte.

berührte ihn: Siehe Anm. zu Mat 8:3.

Das will ich: Siehe Anm. zu Mat 8:3.

niemandem irgendetwas erzählst: Wahrscheinlich gab Jesus diese Anweisung, weil er weder sich selbst in den Vordergrund stellen wollte noch sonst etwas tun wollte, was von Jehova und der Königreichsbotschaft abgelenkt hätte. So erfüllten sich die prophetischen Worte aus Jes 42:1, 2, wo über Jehovas Diener vorausgesagt wurde: „Auf der Straße wird er seine Stimme nicht hören lassen“; d. h., er würde nicht auf irgendeine sensationelle Weise auf sich aufmerksam machen (Mat 12:15-19). Jesu Demut war erfrischend anders als die Heuchelei derer, die sich an den Ecken der Hauptstraßen hinstellten, „um beim Beten gesehen zu werden“ (Mat 6:5). Die Menschen sollten offensichtlich durch stichhaltige Beweise zu der Überzeugung gelangen, dass er der Christus ist, nicht durch sensationelle Berichte über seine Wunder.

zeig dich dem Priester: Wenn jemand vom Aussatz geheilt war, musste er das laut mosaischem Gesetz von einem Priester bestätigen lassen. Er musste zum Tempel gehen und dort bestimmte Opfer, die Moses vorgeschrieben hatte, darbringen (3Mo 14:2-32).

Medien

Einführung in das Bibelbuch Markus (Video)
Einführung in das Bibelbuch Markus (Video)
Markus­evangelium: Wichtige Ereignisse
Markus­evangelium: Wichtige Ereignisse

Die Ereignisse sind, wo immer möglich, in chronologischer Reihenfolge angegeben

Die Karten zu den Evangelien zeigen unterschiedliche Ereignisse aus Jesu Leben

(1) Johannes der Täufer predigt nicht weit vom Jordan entfernt in der Wildnis (Mat 3:1, 2; Mar 1:3-5; Luk 3:2, 3)

(2) Jesu Taufe im Jordan; Jehova bezeichnet Jesus als seinen Sohn (Mat 3:13, 16, 17; Mar 1:9-11; Luk 3:21, 22)

(3) Jesus beginnt in Galiläa zu predigen (Mat 4:17; Mar 1:14, 15; Luk 4:14, 15)

(4) Am Ufer des Sees von Galiläa lädt Jesus vier Jünger ein, Menschenfischer zu werden (Mat 4:18-22; Mar 1:16-20)

(5) Jesus lehrt in der Synagoge in Kapernaum (Mar 1:21; Luk 4:31, 38)

(6) Jesus steigt auf einen Berg bei Kapernaum und wählt die zwölf Apostel aus (Mar 3:13-15; Luk 6:12, 13)

(7) Auf dem See von Galiläa beruhigt Jesus einen Sturm (Mat 8:23-26; Mar 4:37-39; Luk 8:22-24)

(8) Wahrscheinlich in Kapernaum berührt eine Frau Jesu Obergewand und wird geheilt (Mat 9:19-22; Mar 5:25-29; Luk 8:43, 44)

(9) Am NO-Ufer des Sees von Galiläa versorgt Jesus 5 000 Männer mit Essen (Mat 14:19-21; Mar 6:39-42, 44; Luk 9:14, 16, 17; Joh 6:10, 11)

(10) Jesus schickt die Jünger mit dem Boot Richtung Bethsaida (Mat 14:22; Mar 6:45)

(11) In der Gegend von Tyrus und Sidon heilt Jesus die Tochter einer syrisch-phönizischen Frau (Mat 15:21, 22, 28; Mar 7:24-26, 29)

(12) Auf dem Weg zum See von Galiläa durchquert Jesus das Gebiet der Dekapolis (Mar 7:31)

(13) In Bethsaida heilt Jesus einen Blinden (Mar 8:22-25)

(14) Jesus lehrt in Peräa (Mat 19:1-3; Mar 10:1, 2)

(15) In der Nähe von Jericho heilt Jesus Blinde (Mat 20:29, 30, 34; Mar 10:46, 47, 51, 52; Luk 18:35, 40-43)

(16) Jesus reinigt den Tempel (Mat 21:12, 13; Mar 11:15-17; Luk 19:45, 46)

(17) Jesus beobachtet bei den Schatzkästen im Vorhof der Frauen, wie eine arme Witwe zwei Münzen spendet (Mar 12:42-44; Luk 21:1-4)

(18) Auf dem Weg vom Tempel zum Ölberg sagt Jesus die Zerstörung des Tempels voraus (Mat 24:1, 2; Mar 13:1, 2; Luk 21:5, 6)

(19) In Jerusalem werden Vorbereitungen für das Passah getroffen (Mar 14:13-16; Luk 22:10-13)

(20) Jesus wird zum Haus des Hohen Priesters Kaiphas gebracht (Mat 26:57-59; Mar 14:60-62; Luk 22:54)

(21) Jesus wird im Saal des Sanhedrins verhört (Mar 15:1; Luk 22:66-69)

Wildnis
Wildnis

Die Wörter in den Ursprachen der Bibel, die mit „Wildnis“ wiedergegeben werden (hebräisch midhbár, griechisch érēmos), bezeichnen im Allgemeinen ein dünn besiedeltes, unbebautes Land. Oft handelt es sich um Steppen mit Gras und Sträuchern und sogar mit Weideflächen. Es können jedoch auch wasserlose Gegenden bzw. Wüsten gemeint sein. In den Evangelien ist mit „Wildnis“ normalerweise die Wildnis von Judäa gemeint. In dieser Gegend lebte und predigte Johannes der Täufer, und Jesus wurde dort vom Teufel versucht (Mar 1:12).

Wie Johannes der Täufer aussah
Wie Johannes der Täufer aussah

Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaar und einen Ledergürtel, an dem auch etwas befestigt werden konnte. Die Kleidung des Propheten Elia sah ähnlich aus (2Kö 1:8). Kamelhaar war ein grober Stoff, aus dem normalerweise die Kleidung der Armen gefertigt wurde. Die Reichen dagegen trugen edle Gewänder aus Seide oder Leinen (Mat 11:7-9). Da Johannes von Geburt an ein Nasiräer war, hatte er sich möglicherweise noch nie die Haare schneiden lassen. An seinem Äußeren sah man wahrscheinlich sofort, dass er ein einfaches, ganz und gar Gott gewidmetes Leben führte.

Heuschrecken
Heuschrecken

Wenn in der Bibel von Heuschrecken die Rede ist, können verschiedene Heuschrecken- oder Grashüpferarten mit kurzen Fühlern gemeint sein, vor allem solche, die sich in großen Schwärmen bewegen. Wie eine in Jerusalem vorgenommene Analyse ergab, bestehen Wüstenheuschrecken zu 75 % aus Eiweiß. Werden Heuschrecken heutzutage als Nahrung verwendet, entfernt man Kopf, Beine, Flügel und Innereien. Den übrigen Körper isst man roh oder gegart. Sie haben einen hohen Proteingehalt und erinnern im Geschmack an Garnelen.

Wilder Honig
Wilder Honig

Hier ist ein von wilden Honigbienen gebautes Nest (1) sowie eine triefende Honigwabe (2) abgebildet. Der Honig, den Johannes aß, wurde wahrscheinlich von der Wildbienenart Apis mellifera syriaca produziert, die in der Wildnis von Judäa heimisch ist. Diese aggressiven Bienen sind an das dortige trocken-heiße Klima angepasst, lassen sich aber nicht gut züchten. In Israel hielt man schon im 9. Jh. v. u. Z. Honigbienen in Tonzylindern. Bei Ausgrabungen im Jordantal fand man mitten in einem ehemals städtischen Gebiet (heute Tel Rehov) zahlreiche Überreste solcher Bienenstöcke. Der Honig aus diesen Bienenstöcken wurde von einer Bienenart produziert, die möglicherweise aus dem Gebiet der heutigen Türkei importiert wurde.

Sandalen
Sandalen

In biblischer Zeit hatten Sandalen eine flache Sohle aus Leder, Holz oder anderem Faserstoff und wurden mit Lederriemen am Fuß festgebunden. Sandalen dienten bei bestimmten Rechtsgeschäften als Symbol, und man gebrauchte sie auch als bildlichen Ausdruck. Wenn sich z. B. ein Mann weigerte, mit einer Witwe die Schwagerehe einzugehen, sollte sie ihm nach dem mosaischen Gesetz die Sandale ausziehen; er bekam von da an den unehrenhaften Familiennamen „Das Haus dessen, dem man die Sandale ausgezogen hat“ (5Mo 25:9, 10). Übereignete man jemandem Eigentum oder das Rückkaufsrecht, übergab man ihm in einer symbolischen Handlung eine Sandale (Ru 4:7). Jemandem die Sandalenriemen aufzubinden oder ihm die Sandalen zu tragen galt als niedrige Arbeit, die normalerweise von Sklaven verrichtet wurde. Johannes der Täufer gebrauchte das als Bild, um zu verdeutlichen, dass er im Vergleich zum Christus eine untergeordnete Stellung hatte.

Jordan
Jordan

Jesus ließ sich von Johannes dem Täufer im Jordan taufen. Die genaue Stelle ist nicht bekannt.

Blick auf das Tal Jesreel
Blick auf das Tal Jesreel

Dieses Bild mit Blick nach S wurde in der Nähe von Nazareth aufgenommen. Das fruchtbare Tal Jesreel, Schauplatz etlicher biblischer Berichte, erstreckt sich von O nach W (Jos 17:16; Ri 6:33; Hos 1:5). Links im Hintergrund ist der Hügel More zu sehen. An seinem Hang liegt die Stadt Nain, wo Jesus den Sohn einer Witwe auferweckte (Ri 7:1; Luk 7:11-15). In der Mitte, am Horizont, ist der Berg Gilboa zu erkennen (1Sa 31:1, 8). Jesus, der in Nazareth aufwuchs, kam vielleicht auch an diese Stelle, von der aus man eine Reihe von Orten sieht, die in der Geschichte Israels eine bedeutende Rolle spielten (Luk 2:39, 40).

Wildnis von Judäa (westlich des Jordan)
Wildnis von Judäa (westlich des Jordan)

In dieser wüstenähnlichen Gegend nahm Johannes der Täufer seine Tätigkeit auf und Jesus wurde dort vom Teufel versucht.

Wilde Tiere in der Wildnis
Wilde Tiere in der Wildnis

In der Wildnis, in der Jesus 40 Tage und Nächte verbrachte, gab es unter anderem Löwen (1), Leoparden (2) und Streifenhyänen (3). Löwen sind in dieser Gegend schon seit Hunderten von Jahren nicht mehr gesehen worden, doch Leoparden und Hyänen gibt es dort immer noch, auch wenn sie in den letzten Jahren kaum noch jemand zu Gesicht bekommen hat.

Netze auswerfen
Netze auswerfen

Die Fischer am See von Galiläa verwendeten zwei Arten von Wurfnetzen: engmaschige Netze für kleine und grobmaschige Netze für größere Fische. Mit einem Wurfnetz konnte ein Fischer entweder am Ufer oder im seichten Wasser stehend oder auch von einem Boot aus allein fischen – im Gegensatz zum Fischen mit dem Schleppnetz, wofür normalerweise mindestens ein Boot und mehrere Männer nötig waren. Wurfnetze hatten vermutlich einen Durchmesser von mindestens 6 m und waren am Rand mit Steinen oder Bleigewichten beschwert. Warf man sie richtig, landeten sie flach wie eine Scheibe auf dem Wasser. Bedingt durch die Gewichte begann der Rand zuerst zu sinken. Das Netz schwebte langsam zu Boden und die Fische darunter waren gefangen. Nun konnte der Fischer entweder hinuntertauchen und die Fische einsammeln oder das Netz vorsichtig an Land ziehen. Der Umgang mit dem Wurfnetz erforderte viel Geschick, Kraft und Ausdauer.

Fische im See von Galiläa
Fische im See von Galiläa

In der Bibel wird in Verbindung mit dem See von Galiläa oft auf Fische, das Fischen und den Beruf des Fischers Bezug genommen. In dem See sind etwa 20 verschiedene Fischarten heimisch, von denen rund die Hälfte für die Fischerei wirtschaftlich bedeutend ist. Diese lassen sich in drei Gruppen unterteilen. 1. Die Barbe, auch bini genannt. Die drei Barbenarten im See haben an den Winkeln ihres Mauls Barteln, daher auch der semitische Name bini, der „Haar“ bedeutet. Sie ernähren sich von Weichtieren und kleinen Fischen. Die Langköpfige Barbe (Barbus longiceps) (1) misst bis zu 75 cm und kann über 7 kg schwer werden. 2. Der Galiläische Buntbarsch (Tilapia galilaea) (2). Auf Arabisch heißt er muscht („Kamm“), denn die fünf Unterarten dieses Barsches haben eine Rückenflosse, die wie ein Kamm aussieht. Eine Unterart wird bis zu 45 cm lang und kann rund 2 kg wiegen. 3. Die Kinneret-Sardine (Acanthobrama terrae sanctae) (3). Sie ähnelt einem kleinen Hering und wurde schon in alter Zeit mit Salz haltbar gemacht.

Synagoge in Kapernaum
Synagoge in Kapernaum

Die hier abgebildete weiße Kalksteinmauer gehörte zu einer Synagoge, die irgendwann zwischen dem späten 2. und dem frühen 5. Jh. u. Z. gebaut wurde. Manche vermuten, dass Teile des schwarzen Basalts unter den Kalksteinen Überreste einer Synagoge aus dem 1. Jh. sind. Wenn das richtig ist, könnte Jesus an dieser Stelle gelehrt und einen Mann von einem Dämon befreit haben, wie in Mar 1:23-27 und Luk 4:33-36 beschrieben.