Nach Matthäus 20:1-34

20  Mit dem Königreich des Himmels ist es nämlich wie mit einem Gutsbesitzer, der frühmorgens losging, um Arbeiter für seinen Weinberg einzustellen.+  Nachdem er mit den Arbeitern einen Tagelohn von einem Denạr vereinbart hatte, schickte er sie in seinen Weinberg.  Als er um die 3. Stunde noch einmal losging, sah er auf dem Marktplatz weitere Männer, die keine Arbeit hatten.  Er sagte zu ihnen: ‚Geht auch ihr in den Weinberg, ich zahle euch einen fairen Lohn.‘  Da machten sie sich auf den Weg. Um die 6. und um die 9. Stunde ging er wieder los und stellte weitere Arbeiter ein.  Als er sich um die 11. Stunde das letzte Mal aufmachte, sah er wieder Männer dastehen. Er fragte sie: ‚Warum habt ihr den ganzen Tag hier gestanden und nichts gearbeitet?‘  Sie antworteten: ‚Weil uns niemand eingestellt hat.‘ Da sagte er: ‚Geht doch auch in meinen Weinberg.‘  Am Abend sagte der Gutsbesitzer zu seinem Verwalter: ‚Ruf die Arbeiter und zahl ihnen ihren Lohn.+ Fang bei den letzten an und hör bei den ersten auf.‘  Als die von der 11. Stunde kamen, erhielt jeder von ihnen einen Denạr. 10  Schließlich kamen die ersten und schlussfolgerten, dass sie mehr bekommen würden. Doch auch sie erhielten je einen Denạr. 11  Da beschwerten sie sich über den Gutsbesitzer. 12  Sie sagten: ‚Die zuletzt gekommen sind, haben nur eine Stunde gearbeitet, und trotzdem stellst du sie uns gleich. Dabei haben wir den ganzen Tag hart durchgearbeitet und die glühende Hitze ertragen!‘ 13  Als Reaktion darauf sagte er zu einem von ihnen: ‚Freund, ich bin nicht unfair zu dir. Hatten wir uns nicht auf einen Denạr geeinigt?+ 14  Nimm deinen Lohn und geh. Ich möchte dem letzten Arbeiter genauso viel geben wie dir. 15  Mit dem, was mir gehört, darf ich doch wohl machen, was ich will. Oder ist dein Auge etwa neidisch, weil ich großzügig bin?‘+ 16  So werden die Letzten Erste sein und die Ersten Letzte.“+ 17  Auf dem Weg hinauf nach Jerusalem nahm Jesus die zwölf Jünger allein beiseite und sagte zu ihnen:+ 18  „Wir gehen hinauf nach Jerusalem und dort wird der Menschensohn den Oberpriestern und Schriftgelehrten ausgeliefert. Sie werden ihn zum Tod verurteilen+ 19  und Menschen anderer Völker übergeben, damit er verspottet, ausgepeitscht* und an einem Pfahl hingerichtet wird.+ Und am dritten Tag wird er auferweckt.“+ 20  Danach ging die Mutter der Söhne von Zebedạ̈us+ mit ihren Söhnen zu Jesus, verbeugte sich vor ihm und wollte ihn um etwas bitten.+ 21  Er fragte sie: „Was möchtest du?“, worauf sie sagte: „Gib mir dein Wort, dass diese beiden Söhne von mir in deinem Königreich rechts und links von dir sitzen dürfen.“+ 22  Da sagte Jesus zu ihnen: „Ihr wisst nicht, worum ihr bittet. Könnt ihr den Becher trinken, den ich bald trinken werde?“+ Sie antworteten: „Ja, das können wir.“ 23  Darauf sagte er: „Meinen Becher werdet ihr trinken,+ aber die Plätze rechts und links von mir habe ich nicht zu vergeben. Sie stehen denen zu, die mein Vater dafür vorgesehen hat.“+ 24  Als die zehn anderen das hörten, ärgerten sie sich über die beiden Brüder.+ 25  Da rief Jesus sie alle zu sich und sagte: „Ihr wisst ja, dass sich die Herrscher der Völker als Herren aufspielen und dass die Mächtigen das Volk ihre Macht spüren lassen.+ 26  Unter euch darf das aber nicht so sein,+ sondern wer unter euch groß sein will, soll euer Diener sein,+ 27  und wer unter euch an erster Stelle stehen will, soll euer Sklave sein,+ 28  genauso wie der Menschensohn nicht gekommen ist, um bedient zu werden, sondern um zu dienen+ und sein Leben als Lösegeld für viele zu geben.“+ 29  Als sie von Jẹricho weggingen, folgte ihm eine große Menschenmenge. 30  Plötzlich hörten zwei Blinde, die am Straßenrand saßen, dass Jesus vorbeikam, und sie riefen: „Herr, hab Erbarmen mit uns, Sohn Davids!“+ 31  Die Leute sagten ihnen ärgerlich, sie sollten still sein, aber sie schrien nur noch lauter: „Herr, hab Erbarmen mit uns, Sohn Davids!“ 32  Da blieb Jesus stehen, rief sie und fragte: „Was möchtet ihr? Was soll ich für euch tun?“ 33  „Herr, öffne unsere Augen“, baten sie ihn. 34  Von tiefem Mitgefühl ergriffen+ berührte Jesus ihre Augen,+ und im selben Moment erhielten sie ihre Sehkraft zurück und folgten ihm.

Fußnoten

Wtl. „gegeißelt“.

Studienanmerkungen

um Arbeiter ... einzustellen: Einige Arbeiter wurden für die komplette Erntesaison eingestellt, andere tageweise, je nach Bedarf.

Denar: Eine römische Silbermünze, die etwa 3,85 g wog und auf einer Seite ein Bild des Kaisers trug. Wie dieser Vers zeigt, bekamen Landarbeiter zur Zeit von Jesus für einen 12-stündigen Arbeitstag gewöhnlich einen Denar. (Siehe Worterklärungen und Anh. B14.)

um die 3. Stunde: D. h. gegen 9 Uhr. Im 1. Jh. u. Z. teilten die Juden den Tag in 12 Stunden ein und begannen bei Sonnenaufgang, also ab ca. 6 Uhr, zu zählen (Joh 11:9). Damit wäre die 3. Stunde gegen 9 Uhr gewesen, die 6. Stunde gegen Mittag und die 9. Stunde um etwa 15 Uhr. Da die Menschen damals keine exakten Zeitmesser hatten, konnten sie in der Regel nur ungefähre Zeitangaben machen (Joh 1:39; 4:6; 19:14; Apg 10:3, 9).

um die 3. Stunde: D. h. gegen 9 Uhr. Im 1. Jh. u. Z. teilten die Juden den Tag in 12 Stunden ein und begannen bei Sonnenaufgang, also ab ca. 6 Uhr, zu zählen (Joh 11:9). Damit wäre die 3. Stunde gegen 9 Uhr gewesen, die 6. Stunde gegen Mittag und die 9. Stunde um etwa 15 Uhr. Da die Menschen damals keine exakten Zeitmesser hatten, konnten sie in der Regel nur ungefähre Zeitangaben machen (Joh 1:39; 4:6; 19:14; Apg 10:3, 9).

um die 3. Stunde: D. h. gegen 9 Uhr. Im 1. Jh. u. Z. teilten die Juden den Tag in 12 Stunden ein und begannen bei Sonnenaufgang, also ab ca. 6 Uhr, zu zählen (Joh 11:9). Damit wäre die 3. Stunde gegen 9 Uhr gewesen, die 6. Stunde gegen Mittag und die 9. Stunde um etwa 15 Uhr. Da die Menschen damals keine exakten Zeitmesser hatten, konnten sie in der Regel nur ungefähre Zeitangaben machen (Joh 1:39; 4:6; 19:14; Apg 10:3, 9).

Um die 6. ... Stunde: D. h. gegen Mittag. (Siehe Anm. zu Mat 20:3.)

um die 9. Stunde: D. h. gegen 15 Uhr. (Siehe Anm. zu Mat 20:3.)

um die 3. Stunde: D. h. gegen 9 Uhr. Im 1. Jh. u. Z. teilten die Juden den Tag in 12 Stunden ein und begannen bei Sonnenaufgang, also ab ca. 6 Uhr, zu zählen (Joh 11:9). Damit wäre die 3. Stunde gegen 9 Uhr gewesen, die 6. Stunde gegen Mittag und die 9. Stunde um etwa 15 Uhr. Da die Menschen damals keine exakten Zeitmesser hatten, konnten sie in der Regel nur ungefähre Zeitangaben machen (Joh 1:39; 4:6; 19:14; Apg 10:3, 9).

um die 11. Stunde: D. h. gegen 17 Uhr. (Siehe Anm. zu Mat 20:3.)

neidisch: Wtl. „schlecht“, „böse“. Buchstäblich schlechte Augen können nicht klar sehen. Bei einem neidischen Auge ist es ähnlich: Es kann das wirklich Wichtige nicht fokussieren (Mat 6:33). Es ist unzufrieden und gierig und der Blick schweift unaufmerksam und unstet umher. Mit so einem Auge schätzt man Dinge falsch ein und richtet sein Leben auf selbstsüchtige Ziele aus. (Siehe Anm. zu Mat 6:22.)

neidisches Auge: Das an dieser Stelle mit „neidisch“ übersetzte griechische Wort bedeutet wtl. „schlecht“, „böse“. Das Auge wird hier bildlich für die Grundeinstellung, die Absichten und die Gefühle einer Person verwendet. Der griechische Ausdruck für „neidisches Auge“ kann auch nur mit „Neid“ übersetzt werden. (Siehe Anm. zu Mat 6:23; 20:15.)

ist dein Auge ... neidisch: Das an dieser Stelle mit „neidisch“ übersetzte griechische Wort bedeutet wtl. „schlecht“, „böse“. (Siehe Anm. zu Mat 6:23.) Das Auge wird hier bildlich für die Grundeinstellung, die Absichten und die Gefühle einer Person verwendet. (Vgl. die Anm. zu „neidisches Auge“ in Mar 7:22.)

großzügig: Wtl. „gut“. In diesem Kontext wird gut zu sein direkt damit in Verbindung gebracht, gegenüber jemandem großzügig zu sein.

von der anderen Jordanseite aus an die Grenzen Judäas: Offensichtlich ist hier Peräa gemeint, ein Gebiet auf der O-Seite des Jordan, insbesondere das Grenzgebiet zu Judäa. Jesus kam erst nach seiner Auferstehung wieder nach Galiläa zurück. (Siehe Anh. A7, Karte 5.)

Auf dem Weg hinauf nach Jerusalem: In ein paar Manuskripten heißt es, dass Jesus im Begriff war, nach Jerusalem hinaufzugehen, die aktuelle Lesart ist jedoch besser belegt.

hinauf nach Jerusalem: Die Stadt liegt etwa 750 m über dem Meeresspiegel. Deshalb wird in der Bibel in Verbindung mit Jerusalem oft von „hinaufgehen“ gesprochen (Mar 10:32; Joh 2:13; Apg 11:2). Jesus und die Jünger gingen vom Jordantal aus nach Jerusalem hinauf. (Siehe Anm. zu Mat 19:1.) Die tiefste Stelle im Jordantal liegt ungefähr 400 m unter dem Meeresspiegel. Sie mussten also um die 1 000 Höhenmeter überwinden, um Jerusalem zu erreichen.

Menschensohn: Oder „Sohn eines Menschen“. Dieser Ausdruck kommt in den Evangelien rund 80-mal vor. Jesus bezeichnete sich selbst als Menschensohn, wodurch er offensichtlich Folgendes herausstellen wollte: Er war wirklich ein von einer Frau geborener Mensch und er war die passende menschliche Entsprechung zu Adam. In dieser Funktion hatte er die Macht, die Menschheit von Sünde und Tod zu erlösen (Rö 5:12, 14, 15). Die Bezeichnung „Menschensohn“ machte Jesus außerdem als den Messias oder Christus kenntlich (Da 7:13, 14; siehe Worterklärungen).

Menschensohn: Siehe Anm. zu Mat 8:20.

Marterpfahl: Oder „Hinrichtungspfahl“. An dieser Stelle erscheint zum ersten Mal das griechische Wort staurós. Im klassischen Griechisch bezeichnete es in erster Linie einen aufrecht stehenden Stamm oder Pfahl. Im übertragenen Sinn wird es in der Bibel manchmal für das Leid, die Schande, die Qual oder sogar den Tod gebraucht, den jemand erduldet, weil er Jesus nachfolgt. (Siehe Worterklärungen.)

Marterpfahl: Oder „Hinrichtungspfahl“. Im klassischen Griechisch bezeichnete das Wort staurós in erster Linie einen aufrecht stehenden Stamm oder Pfahl. Im übertragenen Sinn wird es in der Bibel manchmal für das Leid, die Schande, die Qual oder sogar für den Tod gebraucht, den jemand erduldet, weil er Jesus nachfolgt. (Siehe Worterklärungen.)

Marterpfahl: Oder „Hinrichtungspfahl“. (Siehe Worterklärungen zu „Marterpfahl“, „Pfahl; Stamm“; siehe auch Anm. zu Mat 10:38 und 16:24, wo der Ausdruck übertragen gebraucht wird.)

an einem Pfahl hingerichtet wird: Oder „an einem Pfahl (Stamm) befestigt wird“. Das ist die erste von über 40 Stellen in den Christlichen Griechischen Schriften, wo das Verb stauróō vorkommt. Das entsprechende griechische Substantiv staurós wird mit „Marterpfahl“ wiedergegeben. (Siehe Anm. zu Mat 10:38; 16:24; 27:32 und Worterklärungen zu „Marterpfahl“, „Pfahl; Stamm“.) Die Septuaginta verwendet das Verb stauróō in Est 7:9 in Verbindung mit dem Befehl, Haman an einen mehr als 20 m hohen Stamm zu hängen. Im klassischen Griechisch bedeutet stauróō „Pfähle einschlagen“, „mit Pfählen einzäunen“, „ein Pfahlwerk (eine Palisade) errichten“.

verbeugte sich vor ihm: Oder „huldigte ihm“, „ehrte ihn“. Auch in den Hebräischen Schriften werden Personen erwähnt, die sich vor Propheten, Königen oder anderen Repräsentanten Gottes verbeugten (1Sa 25:23, 24; 2Sa 14:4-7; 1Kö 1:16; 2Kö 4:36, 37). Der Aussätzige erkannte offensichtlich, dass er es mit einem Repräsentanten Gottes zu tun hatte, der über die Macht verfügte, Menschen zu heilen. Deshalb war es angebracht, dass er sich verbeugte, um dem von Jehova designierten König Respekt zu erweisen (Mat 9:18; Informationen zu dem griechischen Wort enthält die Anm. zu Mat 2:2).

erwies ihm seine Ehrerbietung: Oder „huldigte ihm“, „verbeugte sich vor ihm“. Wenn sich das griechische Verb proskynéō auf die Verehrung eines Gottes oder einer Gottheit bezieht, wird es mit „anbeten“ übersetzt. In diesem Kontext geht es jedoch um eine Geste des Respekts und der Unterordnung, die ein Sklave einer Autoritätsperson zeigt. (Siehe Anm. zu Mat 2:2; 8:2.)

Mutter der Söhne von Zebedäus: D. h. die Mutter der Apostel Jakobus und Johannes. Im Markusevangelium sind es Jakobus und Johannes, die Jesus ansprechen (Mar 10:35). Die Bitte kam also offensichtlich von ihnen, aber sie schickten ihre Mutter Salome vor. Möglicherweise war sie die Tante von Jesus (Mat 27:55, 56; Mar 15:40, 41; Joh 19:25).

verbeugte sich vor ihm: Oder „huldigte ihm“, „kniete sich respektvoll vor ihm hin“. (Siehe Anm. zu Mat 8:2; 18:26.)

rechts und links von dir: Beide Seiten stehen für Ehre und Autorität, doch die rechte Seite ist immer die ehrenvollere (Ps 110:1; Apg 7:55, 56; Rö 8:34; siehe Anm. zu Mat 25:33).

rechts und links von dir: Siehe Anm. zu Mar 10:37.

Ihr wisst nicht, worum ihr bittet: Die griechischen Verben im Plural und der Kontext machen deutlich, dass sich Jesus nun direkt an die beiden Jünger wandte (Mar 10:35-38).

den Becher trinken: In der Bibel wird „Becher“ oft im übertragenen Sinn gebraucht und bezeichnet den „Anteil“, der für jemand bestimmt ist, bzw. den Willen Gottes für eine Person (Ps 11:6, Fn.; 16:5; 23:5). „Den Becher trinken“ bedeutet hier sich dem Willen Gottes unterordnen. In diesem Fall beinhaltete der „Becher“ nicht nur, dass Jesus fälschlicherweise der Gotteslästerung angeklagt würde sowie leiden und sterben müsste, sondern auch, dass er zu unvergänglichem Leben im Himmel auferweckt werden würde.

sich ... als Herren aufspielen: Oder „sie beherrschen“, „Herren über sie sind“. Der griechische Ausdruck kommt in den Christlichen Griechischen Schriften nur vier Mal vor, und zwar in Mat 20:25, Mar 10:42, 1Pe 5:3 und in Apg 19:16, wo er mit „überwältigen“ wiedergegeben wird. Jesu Worte erinnerten die Zuhörer an die verhassten römischen Besatzer und die bedrückende Herrschaft der Herodäer (Mat 2:16; Joh 11:48). Petrus verstand offensichtlich, worum es Jesus ging, denn später forderte er Älteste auf, sich nicht als Herren über andere aufzuspielen, sondern ein Vorbild zu sein (1Pe 5:3). Im Parallelbericht von Lukas wird ein verwandtes Wort gebraucht (Luk 22:25), genauso in 2Ko 1:24, wo Paulus zeigt, dass Christen nicht die Herren über den Glauben anderer sein dürfen.

sich ... als Herren aufspielen: Siehe Anm. zu Mar 10:42.

Diener: In der Bibel wird das griechische Wort diákonos oft auf Personen angewendet, die anderen unermüdlich und demütig Dienste erweisen. Der Ausdruck wird für Christus gebraucht (Rö 15:8), für Diener von Christus (1Ko 3:5-7; Kol 1:23), für Dienstamtgehilfen (Php 1:1; 1Ti 3:8), für Hausbedienstete (Joh 2:5, 9) und für Regierungsvertreter (Rö 13:4).

Diener: In der Bibel wird das griechische Wort diákonos oft auf Personen angewendet, die anderen unermüdlich und demütig Dienste erweisen. Der Ausdruck wird für Christus gebraucht (Rö 15:8), für Diener von Christus (1Ko 3:5-7; Kol 1:23), für Dienstamtgehilfen (Php 1:1; 1Ti 3:8), für Hausbedienstete (Joh 2:5, 9) und für Regierungsvertreter (Rö 13:4).

um zu dienen: Oder „um zu bedienen“. (Siehe Anm. zu Mat 20:26.)

Leben: Das griechische Wort psychḗ, in früheren Ausgaben der Neuen-Welt-Übersetzung durchweg mit „Seele“ wiedergegeben, bezieht sich hier auf das Leben. (Siehe Worterklärungen zu „Seele“.)

Lösegeld: Das griechische Wort lýtron (von dem Verb lýō, das „lösen“, „losmachen“, „befreien“ bedeutet) wurde von griechischen Schriftstellern für den Preis gebraucht, der bezahlt wurde, um Sklaven auszulösen oder Kriegsgefangene freizukaufen. In den Christlichen Griechischen Schriften kommt das Wort zweimal vor, und zwar in diesem Vers und in Mar 10:45. Das verwandte Wort antílytron ist in 1Ti 2:6 zu finden und wurde mit „entsprechendes Lösegeld“ übersetzt. Andere verwandte Wörter sind lytróomai, was „befreien“ oder „loskaufen“ bedeutet (Tit 2:14; 1Pe 1:18; siehe auch Fnn.), und apolýtrōsis, was häufig mit „Befreiung durch Lösegeld“ übersetzt wurde (Eph 1:7; Kol 1:14; Rö 3:24; 8:23; Heb 9:15; 11:35; siehe Worterklärungen).

Jericho: Die erste kanaanitische Stadt westlich des Jordan, die von den Israeliten erobert wurde (4Mo 22:1; Jos 6:1, 24, 25). Das alte Jericho wurde irgendwann aufgegeben. Aber nach der Rückkehr aus der Babylonischen Gefangenschaft bauten die Juden an dieser Stelle wieder eine Stadt, weil es dort eine ergiebige Wasserquelle (En es-Sultan) gab. Zur Zeit Jesu gab es knapp 2 km südlich des jüdischen Jericho eine neue, von den Römern erbaute Stadt. Das könnte erklären, warum es in Matthäus und Markus heißt, dass Jesus „von Jericho wegging“ (Mat 20:29; Mar 10:46), wogegen in Lukas steht, dass er sich Jericho näherte. Vielleicht heilte er den Blinden, als er die jüdische Stadt verließ und sich der römischen Stadt näherte. (Siehe Anh. B4 und B10.)

Jericho: Die erste kanaanitische Stadt westlich des Jordan, die von den Israeliten erobert wurde (4Mo 22:1; Jos 6:1, 24, 25). Zur Zeit Jesu gab es knapp 2 km südlich des alten Jericho eine neu errichtete Stadt. Das könnte erklären, warum es in Luk 18:35 in Verbindung mit derselben Begebenheit heißt, dass sich Jesus „Jericho näherte“. Vielleicht vollbrachte er das Wunder, als er und die Jünger aus der jüdischen Stadt weggingen und sich der neuen, römischen Stadt näherten oder umgekehrt. (Siehe Anm. zu Luk 18:35; Anh. B4 und B10.)

Sohn Davids: Weist darauf hin, dass Jesus der Erbe des Königreichsbundes ist, den Jehova mit David schloss und der durch einen Nachkommen Davids erfüllt werden sollte (2Sa 7:11-16; Ps 89:3, 4).

David, dem König: David ist nicht der einzige König in dieser Abstammungsliste, doch nur er wird darin als „König“ betitelt. Mit David begann eine Königsdynastie, die auch als „das Haus Davids“ bezeichnet wurde (1Kö 12:19, 20). Dadurch, dass Matthäus Jesus in Vers 1 „Sohn Davids“ nennt, rückt er das Thema Königreich in den Mittelpunkt und macht Jesus als den Erben des Königtums kenntlich, um das es in dem Bund mit David geht (2Sa 7:11-16).

verbeugte sich vor ihm: Oder „huldigte ihm“, „erwies ihm ihre Ehrerbietung“. Dadurch, dass die Frau – eine Nichtjüdin – Jesus als „Sohn Davids“ bezeichnete (Mat 15:22), erkannte sie ihn offensichtlich als den vorausgesagten Messias an. Ihre Respektsbekundung galt nicht einem Gott oder einer Gottheit, sondern einem Repräsentanten Gottes. (Siehe Anm. zu Mat 2:2; 8:2; 14:33; 18:26.)

zwei Blinde: Markus und Lukas erwähnen nur einen blinden Mann. Offenbar konzentrieren sie sich nur auf Bartimäus, der im Markusevangelium namentlich genannt wird (Mar 10:46; Luk 18:35). Matthäus dagegen gibt die genaue Anzahl der Blinden an.

Sohn Davids: Durch diese Anrede zeigten die beiden Blinden offen, dass sie Jesus als den Messias anerkannten. (Siehe Anm. zu Mat 1:1, 6; 15:25.)

empfand er tiefes Mitgefühl: Das zugrunde liegende griechische Verb splagchnízomai (sprich: splanchnízomai) ist mit dem Wort für „Eingeweide“ (splágchna; sprich: splánchna) verwandt. Es beschreibt ein Gefühl, das man tief im Innern verspürt, eine intensive Emotion. Im Griechischen ist es eines der ausdrucksstärksten Wörter für Mitgefühl.

Mitgefühl: Oder „Mitleid“. (Siehe Anm. zu Mat 9:36.)

Medien

Marktplatz
Marktplatz

Manche Märkte, wie der hier abgebildete, lagen an einer Straße. Nicht selten blockierten die Händler mit ihren vielen Waren den Verkehr. Die Einheimischen konnten hier Haushaltsartikel, Keramik und teure Glaswaren erstehen sowie frische Produkte kaufen. Da es keine Kühlmöglichkeiten gab, musste man jeden Tag zum Markt gehen. Es war ein Ort, wo man von Händlern oder Durchreisenden Neuigkeiten erfuhr, wo Kinder spielten und wo Arbeitssuchende darauf warteten, dass jemand sie einstellte. Hier heilte Jesus Kranke und hier predigte Paulus (Apg 17:17). Die stolzen Schriftgelehrten und Pharisäer dagegen genossen es, an diesen öffentlichen Orten von den Menschen gesehen und gegrüßt zu werden.

Peitsche
Peitsche

Das schrecklichste Instrument zum Auspeitschen oder Geißeln war das Flagellum. Es bestand aus einem Griff, an dem mehrere Stricke oder Lederriemen befestigt waren. In die Riemen waren spitze Knochen oder Metallstückchen eingearbeitet, um die Schläge noch schmerzhafter zu machen.