Nach Markus 9:1-50

9  Weiter sagte er zu ihnen: „Ich versichere euch: Einige von denen, die hier stehen, werden auf keinen Fall sterben*, ohne gesehen zu haben, dass das Königreich Gottes schon in Macht gekommen ist.“+  Sechs Tage später nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johạnnes mit und führte sie auf einen hohen Berg, nur sie allein. Dort wurde er vor ihren Augen verwandelt.+  Seine Obergewänder fingen an zu glänzen und waren auf einmal viel weißer, als irgendein Kleiderreiniger auf der Erde es hinbekommen könnte.  Auch erschien ihnen Elịa zusammen mit Moses, und die beiden unterhielten sich mit Jesus.  Da sagte Petrus zu Jesus: „Wie gut, dass wir hier sind, Rabbi! Lass uns drei Zelte* aufbauen: eins für dich, eins für Moses und eins für Elịa.“  Er wusste nämlich nicht, wie er reagieren sollte, denn sie hatten ziemliche Angst.  Es bildete sich nun eine Wolke und bedeckte sie. Aus der Wolke kam eine Stimme:+ „Das ist mein Sohn, mein geliebter Sohn.+ Hört auf ihn!“+  Als sie sich dann umschauten, merkten sie plötzlich, dass keiner mehr bei ihnen war außer Jesus.  Während sie den Berg hinabstiegen, schärfte er ihnen ein, niemandem zu erzählen, was sie gesehen hatten,+ bis der Menschensohn von den Toten auferstanden wäre.+ 10  Sie nahmen sich das zu Herzen,* diskutierten aber miteinander, was mit diesem Auferstehen von den Toten gemeint war. 11  Und so fragten sie ihn: „Warum sagen die Schriftgelehrten, dass zuerst Elịa+ kommen muss?“+ 12  „Es stimmt, dass Elịa zuerst kommt und alles wiederherstellt“,+ erwiderte Jesus, „aber wieso ist eigentlich vom Menschensohn zu lesen, dass er viel leiden muss+ und verachtet wird?+ 13  Ich dagegen sage euch: In Wirklichkeit ist Elịa+ schon gekommen, und sie haben mit ihm gemacht, was sie wollten, wie es in den Schriften über ihn steht.“+ 14  Als sie zu den anderen Jüngern zurückkamen, fiel ihnen die große Menschenmenge um sie herum auf, und einige Schriftgelehrte stritten sich mit ihnen.+ 15  Die Leute waren überrascht, als sie Jesus entdeckten, und sie rannten zu ihm hin, um ihn zu begrüßen. 16  Er fragte sie: „Worüber streitet ihr mit ihnen?“ 17  Einer aus der Menge antwortete: „Lehrer, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht, weil er von einem Geist besessen ist, der Stummheit verursacht*.+ 18  Wo immer er ihn packt, wirft er ihn auf den Boden, und der Junge hat dann Schaum vor dem Mund und knirscht mit den Zähnen und ist völlig kraftlos. Ich habe deine Jünger gebeten, den Geist auszutreiben, aber sie konnten es nicht.“ 19  Als Reaktion darauf sagte er zu ihnen: „Was für eine ungläubige Generation!+ Wie lange muss ich noch bei euch bleiben? Wie lange muss ich euch noch ertragen? Bringt ihn zu mir.“+ 20  Also brachten sie den Jungen zu ihm. Als der Geist Jesus sah, stürzte er den Jungen sofort in Krämpfe.+ Der fiel hin, wälzte sich die ganze Zeit auf dem Boden und hatte Schaum vor dem Mund. 21  Jesus fragte den Vater: „Wie lange hat er das schon?“ „Von klein auf“, kam als Antwort. 22  „Der Geist hat ihn schon oft ins Feuer oder auch ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen. Wenn du etwas tun kannst, dann hab Mitleid mit uns und hilf uns.“ 23  Jesus erwiderte: „Warum sagst du: ‚Wenn du kannst‘? Wer Glauben hat, für den ist alles möglich.“+ 24  Sofort rief der Vater des Jungen*: „Ich habe Glauben! Hilf mir, wo ich noch Glauben brauche!*+ 25  Als Jesus nun bemerkte, dass eine Menschenmenge auf sie zulief, fuhr er den bösen* Geist an: „Du stummer und tauber Geist, ich befehle dir: Verlass ihn und komm nicht mehr in ihn zurück!“+ 26  Mit einem Aufschrei und vielen Krämpfen fuhr er aus. Der Junge lag leblos da, weshalb die meisten Leute sagten: „Er ist tot!“ 27  Doch Jesus nahm seine Hand, half ihm hoch und der Junge stand auf. 28  Als er in ein Haus gegangen war und sie allein waren, fragten ihn die Jünger: „Warum konnten wir ihn nicht austreiben?“+ 29  Er antwortete: „Diese Art lässt sich nur durch Gebet austreiben.“ 30  Sie gingen nun von dort weg und zogen durch Galilạ̈a, aber er wollte nicht, dass jemand davon erfuhr. 31  Er war nämlich dabei, seine Jünger zu lehren und ihnen mitzuteilen: „Der Menschensohn wird an Menschen verraten* und sie werden ihn töten.+ Doch obwohl man ihn töten wird, wird er drei Tage später auferstehen.“+ 32  Allerdings verstanden sie diese Aussage nicht und trauten sich nicht nachzufragen. 33  Schließlich kamen sie nach Kapẹrnaum, und als er im Haus war, fragte er sie: „Worüber habt ihr unterwegs diskutiert?“+ 34  Sie schwiegen, denn sie hatten auf dem Weg darüber diskutiert, wer von ihnen größer ist. 35  Da setzte er sich hin, rief die Zwölf zu sich und sagte: „Wer an erster Stelle stehen will, soll der Letzte von allen sein und allen dienen.“+ 36  Dann holte er ein Kind, stellte es in ihre Mitte, nahm es in den Arm und sagte zu ihnen: 37  „Wer in meinem Namen ein solches Kind aufnimmt,+ der nimmt auch mich auf. Und wer mich aufnimmt, nimmt nicht nur mich auf, sondern auch den, der mich gesandt hat.“+ 38  Johạnnes sagte nun: „Lehrer, wir haben gesehen, wie jemand deinen Namen benutzt hat, um Dämọnen auszutreiben. Wir haben versucht, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht gefolgt ist.“+ 39  Jesus erwiderte: „Hindert ihn nicht daran, denn niemand, der in meinem Namen eine mächtige Tat vollbringt, wird so schnell etwas gegen mich sagen können. 40  Wer nämlich nicht gegen uns ist, ist für uns.+ 41  Und wer euch einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört,+ wird auf keinen Fall seine Belohnung verlieren. Das versichere ich euch.+ 42  Doch wer einen von diesen Kleinen, die Glauben haben, zum Stolpern bringt, für den wäre es besser, man würde ihm einen Mühlstein, wie er von einem Esel gedreht wird, um den Hals hängen und ihn ins Meer werfen.+ 43  Wenn dich deine Hand jemals zum Schlechten verführt, dann hau sie ab. Es ist besser für dich, mit nur einer Hand in das Leben zu gelangen, als mit beiden Händen in der Gehẹnna zu enden, dem unauslöschlichen Feuer.+ 44  –– 45  Und wenn dich dein Fuß zum Schlechten verführt, dann hau ihn ab. Es ist besser für dich, mit nur einem Fuß in das Leben zu gelangen, als mit beiden Füßen in die Gehẹnna geworfen zu werden.+ 46  –– 47  Und wenn dich dein Auge zum Schlechten verführt, dann wirf es weg.+ Es ist besser für dich, mit einem Auge in das Königreich Gottes zu kommen, als mit beiden Augen in die Gehẹnna geworfen zu werden,+ 48  wo die Made nicht stirbt und das Feuer nicht ausgelöscht wird.+ 49  Denn jeder muss mit Feuer gesalzen werden.+ 50  Salz ist gut, aber wenn es jemals seinen Salzgehalt verliert, wie will man dann seine Würzkraft wiederherstellen?+ Habt Salz in euch+ und haltet Frieden untereinander.“+

Fußnoten

Wtl. „den Tod schmecken“.
Oder „Hütten“.
Evtl. auch „Sie behielten das Wort (die Sache) für sich“.
Wtl. „einen stummen Geist hat“.
Wtl. „Kindes“.
Wtl. „Hilf meinem Unglauben!“.
Wtl. „unreinen“.
Oder „ausgeliefert“.

Studienanmerkungen

Cäsarea Philippi: Eine Stadt im Quellgebiet des Jordan. Sie lag 350 m über dem Meeresspiegel am Fuß des Hermon, an seiner SW-Seite, und befand sich etwa 40 km nördlich des Sees von Galiläa. Zu Ehren des römischen Kaisers gab der Tetrarch Philippus, Sohn von Herodes dem Großen, der Stadt den Namen Cäsarea. Doch um sie von der gleichnamigen Hafenstadt am Mittelmeer zu unterscheiden, nannte man sie Cäsarea Philippi (Cäsarea des Philippus). (Siehe Anh. B10.)

wurde er ... verwandelt: Oder „wurde er ... umgestaltet“, „veränderte sich ... sein Aussehen“. Dasselbe griechische Verb (metamorphóō) kommt außerdem in Rö 12:2 vor.

hohen Berg: Evtl. der Hermon, in dessen Nähe sich Cäsarea Philippi befand (Mar 8:27; siehe Anm. zu Mat 16:13). Der höchste Gipfel des Hermongebirges liegt auf 2 814 m. Die Verwandlung Jesu könnte sich auf einem Ausläufer des Gebirges ereignet haben. (Siehe Anh. B10.)

wurde er ... verwandelt: Siehe Anm. zu Mat 17:2.

Rabbi: Diese Anrede kommt von dem hebräischen Wort rav („groß“) und bedeutet wtl. „mein Großer“. Im allgemeinen Sprachgebrauch bedeutete „Rabbi“ einfach nur „Lehrer“ (Joh 1:38).

eine Stimme kam aus dem Himmel: Die erste von drei Begebenheiten in den Evangelien, bei denen Jehova direkt zu Menschen sprach. (Siehe Anm. zu Mar 9:7; Joh 12:28.)

eine Stimme: Die zweite von drei Begebenheiten in den Evangelien, bei denen Jehova direkt zu Menschen sprach. (Siehe Anm. zu Mar 1:11; Joh 12:28.)

Menschensohn: Oder „Sohn eines Menschen“. Dieser Ausdruck kommt in den Evangelien rund 80-mal vor. Jesus bezeichnete sich selbst als Menschensohn, wodurch er offensichtlich Folgendes herausstellen wollte: Er war wirklich ein von einer Frau geborener Mensch und er war die passende menschliche Entsprechung zu Adam. In dieser Funktion hatte er die Macht, die Menschheit von Sünde und Tod zu erlösen (Rö 5:12, 14, 15). Die Bezeichnung „Menschensohn“ machte Jesus außerdem als den Messias oder Christus kenntlich (Da 7:13, 14; siehe Worterklärungen).

Menschensohn: Siehe Anm. zu Mat 8:20.

Epileptiker: Der griechische Ausdruck bedeutet wtl. „mondsüchtig sein“. Matthäus verwendete diesen Begriff aber rein medizinisch und nicht, weil er die Krankheit aus Aberglauben mit bestimmten Mondphasen in Verbindung gebracht hätte. Die von Matthäus, Markus und Lukas beschriebenen Symptome lassen auf eine Epilepsie schließen.

Krämpfe: In diesem speziellen Fall war ein Dämon für die Symptome einer Epilepsie verantwortlich. Aus der Bibel geht aber nicht hervor, dass Epilepsie gewöhnlich von Dämonen verursacht wird, genauso wenig wie Stummheit oder Taubheit. (Vgl. Mar 9:17, 25.) Vielmehr heißt es in Mat 4:24, dass unter den Kranken, die man zu Jesus brachte, sowohl „von Dämonen Besessene“ als auch „Epileptiker“ waren. Es wurde also zwischen den beiden Gruppen ein Unterschied gemacht. (Siehe Anm. zu Mat 4:24.)

stummer und tauber Geist: Gemeint ist ein böser Geist, der Stummheit und Gehörlosigkeit verursacht.

Einige alte Manuskripte enthalten den Satz: „Diese Art aber kommt nicht heraus, außer durch Gebet und Fasten.“ (Siehe Anm. zu Mar 9:29.) Er erscheint jedoch nicht in den ältesten und zuverlässigsten Handschriften und gehört offensichtlich nicht zu den inspirierten Schriften. (Siehe Anh. A3.)

durch Gebet: Einige Manuskripte enthalten den Zusatz „und Fasten“. Er erscheint jedoch nicht in den ältesten und zuverlässigsten Handschriften. Anscheinend wurde er von Abschreibern eingefügt, die Verfechter des Fastens waren und es selbst praktizierten. Sie haben auch an anderen Stellen Bezugnahmen auf das Fasten eingefügt, die in älteren Manuskripten nicht zu finden sind. (Siehe Anm. zu Mat 17:21.)

Stolpersteine: Die ursprüngliche Bedeutung des griechischen Wortes skándalon, hier mit „Stolperstein“ wiedergegeben, soll mit einer Falle zu tun haben. Einige vermuten, dass es sich auf das Stück Holz in einer Falle bezog, an dem der Köder befestigt war. Mit der Zeit erweiterte sich die Bedeutung auf irgendein Hindernis, das einen zum Stolpern oder Fallen bringen kann. Im übertragenen Sinn beschreibt es eine Handlung oder einen Umstand, der jemanden dazu bringt, einen verkehrten Weg einzuschlagen, in moralischer Hinsicht zu stolpern bzw. zu fallen oder zu sündigen. Das entsprechende Verb skandalízō wird in Mat 18:8, 9 mit „zum Schlechten verführen“ wiedergegeben; es ließe sich auch mit „zum Stolpern bringen“, „zu einer Falle werden“ oder „zur Sünde verführen“ übersetzen.

Mühlstein, wie er von einem Esel gedreht wird: Oder „großen Mühlstein“. Wtl. „Mühlstein eines Esels“. Diese Art Mühlsteine waren so schwer, dass sie von einem Esel gedreht werden mussten. Sie hatten wahrscheinlich einen Durchmesser von 1,2 m bis 1,5 m.

zum Stolpern bringt: Oder „vor ... einen Stolperstein legt“. In den Christlichen Griechischen Schriften wird skandalízō für das Stolpern im übertragenen Sinn gebraucht. In diesem Kontext hat der Ausdruck eine breite Bedeutung: Eine Person könnte den Glauben eines anderen behindern, der sonst Jesus nachfolgen und an ihn glauben würde, jemanden zum Sündigen veranlassen oder zu einer Falle für jemanden werden. Zu stolpern bedeutet unter anderem, gegen ein Moralgesetz Gottes zu verstoßen, den Glauben zu verlieren oder falsche Lehren zu akzeptieren. (Siehe Anm. zu Mat 18:7.) Mit diesen Kleinen sind Jesu Jünger gemeint. Für die Welt erschienen sie vielleicht eher unbedeutend, in Gottes Augen aber waren sie kostbar.

Mühlstein, wie er von einem Esel gedreht wird: Siehe Anm. zu Mat 18:6.

Stolpersteine: Die ursprüngliche Bedeutung des griechischen Wortes skándalon, hier mit „Stolperstein“ wiedergegeben, soll mit einer Falle zu tun haben. Einige vermuten, dass es sich auf das Stück Holz in einer Falle bezog, an dem der Köder befestigt war. Mit der Zeit erweiterte sich die Bedeutung auf irgendein Hindernis, das einen zum Stolpern oder Fallen bringen kann. Im übertragenen Sinn beschreibt es eine Handlung oder einen Umstand, der jemanden dazu bringt, einen verkehrten Weg einzuschlagen, in moralischer Hinsicht zu stolpern bzw. zu fallen oder zu sündigen. Das entsprechende Verb skandalízō wird in Mat 18:8, 9 mit „zum Schlechten verführen“ wiedergegeben; es ließe sich auch mit „zum Stolpern bringen“, „zu einer Falle werden“ oder „zur Sünde verführen“ übersetzen.

Gehenna: Der Ausdruck geht auf die hebräischen Wörter gē hinnóm zurück, was „Hinnomtal“ bedeutet. Dieses Tal erstreckte sich südlich und südwestlich des alten Jerusalem. (Siehe Anh. B12, Karte „Jerusalem und Umgebung“.) Zur Zeit Jesu wurde dort Müll verbrannt, weshalb das Wort „Gehenna“ passenderweise für völlige Vernichtung steht. (Siehe Worterklärungen.)

zum Schlechten verführt: Das griechische Wort skandalízō könnte hier auch mit „zum Stolpern (Straucheln) bringen“, „zu einer Falle werden“ oder „zur Sünde verführen“ übersetzt werden. (Siehe Anm. zu Mat 18:7.)

hau sie ab: Jesus gebrauchte hier eine Hyperbel: Man sollte bereit sein, sich von allem zu trennen, was einen zur Untreue verführen könnte, auch wenn es einem so viel bedeutet wie die Hand, der Fuß oder das Auge. Natürlich ermutigte Jesus niemand zur Selbstverstümmelung, und er deutete auch nicht an, man sei in irgendeiner Form dem Willen seiner Körperteile unterworfen (Mar 9:45, 47). Vielmehr ging es ihm darum, dass man lieber einen Körperteil abtöten bzw. wie amputiert betrachten sollte, statt damit eine Sünde zu begehen. (Vgl. Kol 3:5.) Man darf sich durch nichts davon abhalten lassen, ewiges Leben zu bekommen.

Gehenna: Siehe Anm. zu Mat 5:22 und Worterklärungen.

In einigen Handschriften steht hier: „wo ihre Made nicht stirbt und das Feuer nicht ausgelöscht wird“, doch in frühen, maßgeblichen Manuskripten sind diese Worte nicht enthalten. Eine ähnliche Formulierung kommt allerdings in Vers 48 vor, dessen Echtheit unbestritten ist. Es spricht einiges dafür, dass ein Abschreiber oder auch mehrere die Worte aus Vers 48 in Vers 44 und 46 hinzufügten. (Siehe Anh. A3.)

zum Schlechten verführt: Das griechische Wort skandalízō könnte hier auch mit „zum Stolpern (Straucheln) bringen“, „zu einer Falle werden“ oder „zur Sünde verführen“ übersetzt werden. (Siehe Anm. zu Mat 18:7.)

Gehenna: Der Ausdruck geht auf die hebräischen Wörter gē hinnóm zurück, was „Hinnomtal“ bedeutet. Dieses Tal erstreckte sich südlich und südwestlich des alten Jerusalem. (Siehe Anh. B12, Karte „Jerusalem und Umgebung“.) Zur Zeit Jesu wurde dort Müll verbrannt, weshalb das Wort „Gehenna“ passenderweise für völlige Vernichtung steht. (Siehe Worterklärungen.)

zum Schlechten verführt: Siehe Anm. zu Mar 9:43.

Gehenna: Siehe Anm. zu Mat 5:22 und Worterklärungen.

Siehe Anm. zu Mar 9:44.

zum Schlechten verführt: Das griechische Wort skandalízō könnte hier auch mit „zum Stolpern (Straucheln) bringen“, „zu einer Falle werden“ oder „zur Sünde verführen“ übersetzt werden. (Siehe Anm. zu Mat 18:7.)

Gehenna: Der Ausdruck geht auf die hebräischen Wörter gē hinnóm zurück, was „Hinnomtal“ bedeutet. Dieses Tal erstreckte sich südlich und südwestlich des alten Jerusalem. (Siehe Anh. B12, Karte „Jerusalem und Umgebung“.) Zur Zeit Jesu wurde dort Müll verbrannt, weshalb das Wort „Gehenna“ passenderweise für völlige Vernichtung steht. (Siehe Worterklärungen.)

zum Schlechten verführt: Siehe Anm. zu Mar 9:43.

Gehenna: Siehe Anm. zu Mat 5:22 und Worterklärungen.

Gehenna: Der Ausdruck geht auf die hebräischen Wörter gē hinnóm zurück, was „Hinnomtal“ bedeutet. Dieses Tal erstreckte sich südlich und südwestlich des alten Jerusalem. (Siehe Anh. B12, Karte „Jerusalem und Umgebung“.) Zur Zeit Jesu wurde dort Müll verbrannt, weshalb das Wort „Gehenna“ passenderweise für völlige Vernichtung steht. (Siehe Worterklärungen.)

wo: Bezieht sich auf „Gehenna“ im vorigen Vers. Wie in der Anm. zu Mat 5:22 gezeigt wird, verbrannte man zur Zeit Jesu im Hinnomtal Müll. (Der Ausdruck „Gehenna“ geht auf das hebräische Wort für „Hinnomtal“ zurück.) Mit der Aussage, dass die Made nicht stirbt und das Feuer nicht ausgelöscht wird, spielte Jesus wahrscheinlich auf Jes 66:24 an. In dieser Prophezeiung wird nicht beschrieben, wie Menschen bei lebendigem Leib gequält werden, sondern was mit den „Leichnamen der Menschen“ geschieht, die gegen Jehova rebellieren. Wo das Feuer nicht hinkommt, vermehren sich Maden oder Würmer und fressen alles auf, was nicht verbrannt ist. Jesu Worte bedeuten also nicht, dass Gottes Strafgericht ewige Qual zur Folge hat, sondern dass es zur vollständigen Vernichtung führt.

mit Feuer gesalzen: Dieses Sprachbild kann auf zweierlei Weise verstanden werden. 1. Wenn es mit Jesu Worten in Mar 9:43-48 zusammenhängt, bezieht es sich auf die Vernichtung durch das Feuer der Gehenna. Vielleicht hatte Jesus im Sinn, was mit den Städten Sodom und Gomorra in der Gegend des Toten Meeres (Salzmeeres) geschah, als Gott Schwefel und Feuer darauf herabregnen ließ (1Mo 19:24). Dann würde Jesu Aussage, dass jeder mit Feuer gesalzen werden muss, Folgendes bedeuten: Wer zulässt, dass seine Hände, Füße oder Augen ihn selbst oder jemand anders zum Schlechten und somit zur Untreue verführen, wird mit dem Feuer der Gehenna „gesalzen“, d. h., er wird für immer vernichtet. 2. Der Ausdruck „mit Feuer gesalzen“ könnte auch mit Mar 9:50 in Verbindung stehen. In diesem Fall könnte Jesus ein Feuer gemeint haben, das auf seine Nachfolger herunterkommt und eine positive Wirkung auf sie hat, indem es unter ihnen den Frieden fördert. „Jeder“ (also alle seine Jünger) würde durch Jehovas Wort gereinigt und geläutert werden, da es wie ein Feuer alles Falsche und Schlechte vernichtet. Und auch Feuer in Form von Verfolgung oder Schwierigkeiten hätte einen reinigenden Effekt auf Jesu Nachfolger, denn es erprobt ihre Treue und Ergebenheit Jehova gegenüber und macht sie auf diese Weise rein und makellos (Jer 20:8, 9; 23:29; 1Pe 1:6, 7; 4:12, 13). Jesus hatte vielleicht auch beide Konzepte im Sinn.

Salz: Ein Mineral, das zum Würzen und Konservieren verwendet wird. Jesus kam es hier offensichtlich auf die konservierende Eigenschaft von Salz an: Seine Jünger könnten anderen helfen, sich vor moralischem Verfall und religiöser Verdorbenheit zu schützen.

Salz: Ein Mineral, das zum Würzen und Konservieren verwendet wird. (Siehe Anm. zu Mat 5:13.)

seinen Salzgehalt verliert: Oder „seine Kraft verliert“. Zur Zeit Jesu verwendete man oft Salz aus der Gegend vom Toten Meer, das mit anderen Mineralien verunreinigt war. Wenn der Salzanteil aus der Verbindung gelöst wurde, blieb ein geschmackloser, unbrauchbarer Rest zurück.

Habt Salz in euch: Jesus meinte hier mit „Salz“ offensichtlich eine Eigenschaft von Christen, die sie veranlasst, angenehm, rücksichtsvoll und aufbauend zu reden und zu handeln. So üben sie einen lebenserhaltenden Einfluss auf andere aus. In Kol 4:6 gebrauchte der Apostel Paulus das Wort „Salz“ in einem ähnlichen Sinn. Vielleicht dachte Jesus bei seinem Rat an den Streit seiner Apostel, wer von ihnen der Größte ist. Würde man beim Reden „Salz“ verwenden, wären andere eher bereit, das anzunehmen, was man sagt, und das würde zum Frieden beitragen.

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Hermongebirge
Hermongebirge

Der höchste Gipfel des Hermongebirges, der sich nicht weit von dem früheren Cäsarea Philippi befindet, ragt 2 814 m auf und ist damit die höchste Erhebung in der Nachbarschaft von Israel. Durch die Verdunstung des Schnees auf den Gipfeln des Hermon entsteht reichlich Tau, der während der langen Trockenzeit die Vegetation am Leben erhält (Ps 133:3). Die Quellflüsse des Jordan werden hauptsächlich vom Schmelzwasser des Hermon gespeist. Möglicherweise wurde Jesus irgendwo auf dem Hermon verwandelt (Mat 17:2).

Blick vom Hula-Naturreservat auf das Hermongebirge
Blick vom Hula-Naturreservat auf das Hermongebirge

Das Hermongebirge liegt an der Nordgrenze des Landes der Verheißung. Das Gebirge, dessen höchster Gipfel auf 2 814 m liegt, bildet den südlichen Teil des Antilibanon. Jesu Verwandlung fand möglicherweise irgendwo auf dem Hermon statt.

Oberer und unterer Mühlstein
Oberer und unterer Mühlstein

Ein großer Mühlstein wie der hier abgebildete wurde von einem Esel oder einem anderen Nutztier bewegt. Man mahlte damit Getreide oder presste Oliven. Der obere Mühlstein konnte einen Durchmesser von 1,5 m haben und wurde auf einem noch größeren Stein gedreht.

Das Hinnomtal heute
Das Hinnomtal heute

Das Hinnomtal (1) wird in den Christlichen Griechischen Schriften „Gehenna“ genannt. Auf dem Tempelberg (2) befand sich im 1. Jh. der jüdische Tempel. Heute ist das markanteste Bauwerk dort der Felsendom, ein islamisches Heiligtum. (Siehe Karte in Anh. B12.)

Salz am Ufer des Toten Meeres
Salz am Ufer des Toten Meeres

Der Salzgehalt im Toten Meer (Salzmeer) ist heute etwa neunmal so hoch wie in den Weltmeeren (1Mo 14:3). Wenn Wasser vom Toten Meer verdunstet, bleibt Salz zurück. Dadurch hatten schon die Israeliten immer genug Salz zur Verfügung – wenn auch von minderwertiger Qualität, da es mit anderen Mineralien verunreinigt war. Möglicherweise bezogen die Israeliten auch Salz von den Phöniziern. Man nimmt an, dass diese es durch Verdunstung von Wasser aus dem Mittelmeer gewannen. In der Bibel wird Salz als Würzmittel erwähnt (Hi 6:6). Und Jesus verwendete es in seinen Veranschaulichungen. Er war ein Meister darin, durch alltägliche Dinge wichtige Lehren zu vermitteln. In der Bergpredigt sagte er z. B. zu seinen Jüngern: „Ihr seid das Salz der Erde.“ So machte er deutlich, dass sie einen lebenserhaltenden Einfluss auf andere haben könnten: Sie könnten ihnen helfen, sich vor moralischem Verfall und religiöser Verdorbenheit zu schützen.