Nach Matthäus 24:1-51

24  Als Jesus gerade vom Tempel weggehen wollte, kamen seine Jünger zu ihm, um ihn auf die Tempelbauten aufmerksam zu machen.  Als Reaktion darauf sagte er zu ihnen: „Seht ihr das alles? Ich versichere euch: Hier wird kein einziger Stein auf dem anderen bleiben. Alles wird zerstört.“+  Als er später auf dem Ölberg+ saß, kamen die Jünger allein zu ihm und wollten wissen: „Sag uns: Wann wird das passieren und an welchem Zeichen wird man deine Gegenwart+ und den Abschluss des Weltsystems erkennen?“+  Jesus antwortete: „Passt auf, dass euch niemand täuscht!+  Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: ‚Ich bin der Christus‘, und sie werden viele täuschen.+  Ihr werdet von Kriegen und Kriegsberichten hören. Doch geratet nicht in Panik, denn es muss so kommen, aber es ist noch nicht das Ende.+  Denn ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Land* gegen das andere,+ und in einer Gegend nach der anderen wird es Lebensmittelknappheit+ und Erdbeben geben.+  All das ist der Anfang einer schmerzlichen Zeit.  Dann wird man euch große Schwierigkeiten bereiten*+ und euch töten,+ und wegen meines Namens werden euch alle Völker hassen.+ 10  Viele werden dann ins Stolpern kommen, und einer wird den anderen verraten und hassen. 11  Es werden viele falsche Propheten auftreten und sie werden viele täuschen,+ 12  und wegen der zunehmenden Gesetzlosigkeit wird die Liebe der meisten erkalten.+ 13  Wer aber bis zum Ende ausgeharrt hat, der wird gerettet.+ 14  Und die gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde bekannt gemacht werden als Zeugnis für alle Völker,+ und dann wird das Ende kommen. 15  Wenn ihr also den abscheulichen Verwüster, von dem der Prophet Daniel geredet hat, an einem heiligen Ort stehen seht+ – der Leser muss gut unterscheiden können –, 16  dann sollen die, die in Judạ̈a sind, anfangen in die Berge zu fliehen.+ 17  Wer auf dem Dach ist, soll nicht hinunter ins Haus gehen, um seine Sachen zu holen, 18  und wer auf dem Feld ist, soll nicht zurückkehren und sein Obergewand holen.+ 19  Wehe den Schwangeren und den stillenden Müttern in jenen Tagen!+ 20  Betet immer wieder darum, dass ihr nicht im Winter oder an einem Sabbat fliehen müsst. 21  Denn dann kommt eine große Drangsal*,+ wie es sie von Anfang der Welt bis jetzt nicht gegeben hat und auch nie wieder geben wird.+ 22  Würden jene Tage nicht verkürzt, dann würde kein Mensch* gerettet werden, aber wegen der Auserwählten werden jene Tage verkürzt werden.+ 23  Wenn dann jemand zu euch sagt: ‚Seht! Hier ist der Christus!‘,+ oder: ‚Dort ist er!‘, glaubt es nicht.+ 24  Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten+ auftreten, und sie werden große Zeichen und Wunder vollbringen, um wenn möglich sogar die Auserwählten zu täuschen.+ 25  Denkt daran, ich habe euch gewarnt! 26  Wenn also jemand zu euch sagt: ‚Da! Er ist in der Wildnis‘, dann geht nicht hin, oder: ‚Da! Er ist in den Innenräumen‘, dann glaubt es nicht.+ 27  Denn wie ein Blitz, der im Osten sichtbar wird und bis zum Westen leuchtet, so wird die Gegenwart des Menschensohnes sein.+ 28  Wo der Kadaver ist, da werden sich die Adler versammeln.+ 29  Direkt nach der Drangsal jener Tage wird sich die Sonne verfinstern,+ der Mond hört auf zu leuchten, die Sterne fallen vom Himmel und die Kräfte des Himmels werden erschüttert.+ 30  Dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und alle Völker* der Erde werden sich trauernd an die Brust schlagen,+ und sie werden den Menschensohn+ mit Macht und großer Herrlichkeit* auf den Wolken des Himmels kommen sehen.+ 31  Und er wird seine Engel mit lautem Trompetenschall aussenden, und sie werden seine Auserwählten von den vier Himmelsrichtungen her versammeln – von einem Ende des Himmels bis zum anderen.+ 32  Lernt folgende Lektion vom Feigenbaum: Sobald seine Zweige saftig und grün werden, wisst ihr, dass der Sommer nah ist.+ 33  So erkennt auch ihr, wenn ihr all das seht, dass er nah ist, ja vor der Tür steht.+ 34  Ich versichere euch: Diese Generation wird auf keinen Fall vergehen, bis das alles passiert. 35  Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden auf keinen Fall vergehen.+ 36  Doch den Tag und die Stunde kennt niemand,+ weder die Engel im Himmel noch der Sohn, sondern nur der Vater.+ 37  So wie die Zeit Noahs war,+ so wird die Gegenwart des Menschensohnes sein.+ 38  Denn in der Zeit vor der Sintflut aßen und tranken die Menschen, sie heirateten und wurden verheiratet bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging,+ 39  und sie nahmen keine Notiz von allem, bis die Sintflut kam und sie alle mit sich riss.+ So wird auch die Gegenwart des Menschensohnes sein. 40  Zwei Männer werden auf dem Feld sein – der eine wird mitgenommen und der andere zurückgelassen. 41  Zwei Frauen werden mit der Handmühle mahlen – die eine wird mitgenommen und die andere zurückgelassen.+ 42  Bleibt also wachsam, weil ihr nicht wisst, an welchem Tag euer Herr kommt.+ 43  Eins ist klar: Wenn der Hausbesitzer weiß, zu welcher Zeit* der Dieb kommt,+ dann bleibt er wach und lässt ihn nicht bei sich einbrechen.+ 44  Deshalb: Haltet auch ihr euch bereit,+ denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr nicht damit rechnet. 45  Wer ist in Wirklichkeit der treue* und verständige Sklave, dem sein Herr die Verantwortung für seine Hausdiener übertragen hat, damit er ihnen zur richtigen Zeit ihre Nahrung gibt?+ 46  Glücklich ist jener Sklave, wenn sein Herr kommt und sieht, dass er genau das tut!+ 47  Ich versichere euch: Sein Herr wird ihm die Verantwortung für seinen ganzen Besitz übertragen. 48  Falls sich aber jener schlechte Sklave jemals sagen sollte: ‚Mein Herr verspätet sich‘,+ 49  und er anfängt, die anderen Sklaven zu schlagen und mit den Gewohnheitstrinkern zu essen und zu trinken, 50  wird der Herr jenes Sklaven an einem Tag kommen, an dem er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt,+ 51  und ihn äußerst hart bestrafen und ihm seinen Platz bei den Heuchlern zuweisen. Dort wird er weinen und mit den Zähnen knirschen.+

Fußnoten

Wtl. „Königreich“.
Oder „der Drangsal ausliefern“.
Oder „Schreckenszeit“.
Wtl. „Fleisch“.
Wtl. „Stämme“.
Evtl. auch „großer Macht und Herrlichkeit“.
Wtl. „Wache“.
Oder „zuverlässige“.

Studienanmerkungen

Ich versichere euch: Wtl. „Amen, ich sage euch“. Das griechische Wort amḗn ist eine Transliteration des hebräischen ʼamén, was „so soll es sein“ oder „gewiss“ bedeutet. Jesus leitete damit oft eine Aussage, ein Versprechen oder eine Prophezeiung ein, um zu betonen, dass seine Worte absolut wahr und vertrauenswürdig sind. Laut Experten wird das Wort „amen“ in keiner religiösen Schrift so verwendet, wie es Jesus tat. Manchmal wiederholte Jesus das Wort (amḗn amḗn), um seiner Aussage zusätzliches Gewicht zu verleihen; diese Verdopplung erscheint durchweg im Johannesevangelium und wurde mit „eins steht fest“ übersetzt. (Siehe Anm. zu Joh 1:51.)

Ich versichere euch: Siehe Anm. zu Mat 5:18.

Hier wird kein einziger Stein auf dem anderen bleiben: Jesu Prophezeiung erfüllte sich im Jahr 70 u. Z. auf bemerkenswerte Weise, als die Römer Jerusalem mitsamt dem Tempel zerstörten. Bis auf einige wenige Abschnitte der Mauer wurde ganz Jerusalem dem Erdboden gleichgemacht.

das Ende: Oder „das vollständige Ende“. Hier steht das griechische Wort télos im Unterschied zu syntéleia („Abschluss“), das in Mat 24:3 verwendet wird. (Siehe Anm. zu Mat 24:3 und Worterklärungen zu „Abschluss des Weltsystems“.)

das Ende: Oder „das vollständige Ende“, „das endgültige Ende“. (Siehe Anm. zu Mat 24:3, 6.)

Ölberg: Der Ölberg befindet sich im O von Jerusalem, dazwischen liegt das Kidrontal. Jesus und die Apostel Petrus, Jakobus, Johannes und Andreas hatten vom Ölberg aus einen guten Blick auf die Stadt und den Tempel (Mar 13:3, 4).

Gegenwart: Das griechische Wort parousía (in vielen Übersetzungen mit „Kommen“ wiedergegeben) bedeutet wtl. „Dabeisein“ oder „Danebensein“. Es bezieht sich nicht einfach nur auf ein Kommen oder eine Ankunft, sondern auf die Anwesenheit während einer bestimmten Zeitspanne. Das wird durch Mat 24:37-39 deutlich, wo „die Zeit Noahs ... vor der Sintflut“ mit der „Gegenwart des Menschensohnes“ verglichen wird. Und in Php 2:12 stellte Paulus seine „Anwesenheit“ oder Gegenwart seiner „Abwesenheit“ gegenüber.

Abschluss: Das griechische Wort syntéleia bedeutet „gemeinschaftliches Ende“, „gleichzeitiges Zuendegehen“ oder „gemeinsames Enden“ (Mat 13:39, 40, 49; 28:20; Heb 9:26). Damit ist eine Zeitspanne gemeint, während der verschiedene Ereignisse zusammentreffen, die zu dem vollständigen „Ende“ (griechisch télos) führen, das in Mat 24:6, 14 erwähnt wird. (Siehe Anm. zu Mat 24:6, 14 und Worterklärungen zu „Abschluss des Weltsystems“.)

Weltsystems: Oder „Ära“. Das griechische Wort aiṓn bezieht sich hier auf Zustände oder Merkmale, die einen bestimmten Zeitabschnitt, eine Epoche oder ein Zeitalter kennzeichnen. (Siehe Worterklärungen zu „Weltsystem; Systeme“.)

der Christus: Griechisch ho Christós. Sowohl der Titel „Christus“ als auch der entsprechende Titel „Messias“ (von hebräisch maschíach) bedeuten „Gesalbter“. Wie der jüdische Historiker Josephus berichtete, gab es im 1. Jh. Personen, die als Propheten oder Erlöser auftraten und Befreiung von der römischen Herrschaft versprachen. Ihre Anhänger sahen in ihnen möglicherweise so etwas wie politische Messiasse.

Abschluss: Das griechische Wort syntéleia bedeutet „gemeinschaftliches Ende“, „gleichzeitiges Zuendegehen“ oder „gemeinsames Enden“ (Mat 13:39, 40, 49; 28:20; Heb 9:26). Damit ist eine Zeitspanne gemeint, während der verschiedene Ereignisse zusammentreffen, die zu dem vollständigen „Ende“ (griechisch télos) führen, das in Mat 24:6, 14 erwähnt wird. (Siehe Anm. zu Mat 24:6, 14 und Worterklärungen zu „Abschluss des Weltsystems“.)

das Ende: Oder „das vollständige Ende“. Hier steht das griechische Wort télos im Unterschied zu syntéleia („Abschluss“), das in Mat 24:3 verwendet wird. (Siehe Anm. zu Mat 24:3 und Worterklärungen zu „Abschluss des Weltsystems“.)

ganzen bewohnten Erde ... alle Völker: Oder „ganzen bewohnten Erde ... alle Nationen“. Beide Ausdrücke beschreiben den Umfang des Predigtwerks. Das griechische Wort für „bewohnte Erde“ (oikouménē) bezieht sich im erweiterten Sinn auf die Erde als Wohnort der Menschen (Luk 4:5; Apg 17:31; Rö 10:18; Off 12:9; 16:14). Im 1. Jh. verstand man darunter auch das riesige Römische Reich, in dem die Juden verstreut lebten (Luk 2:1; Apg 24:5). Das griechische Wort für „Volk“ (éthnos) beschreibt allgemein eine Gruppe von Menschen, die eine gemeinsame Sprache und im Wesentlichen dieselbe Abstammung haben. Solche Völker sind oft in einem bestimmten Gebiet ansässig, weshalb man auch von „Nationen“ sprechen kann.

Volk: Das griechische Wort éthnos hat ein breites Bedeutungsspektrum. Es kann sich auf Menschen beziehen, die innerhalb bestimmter politischer oder geografischer Grenzen leben, z. B. in einem Land. Es können aber auch Angehörige einer ethnischen Gruppe gemeint sein. (Siehe Anm. zu Mat 24:14.)

sich ... erheben: Oder „aufgewiegelt werden“, „sich ... auflehnen“. Das griechische Wort vermittelt hier den Gedanken „gegen jemand in feindlicher Absicht vorrücken“ und könnte auch mit „zu den Waffen greifen“ oder „in den Krieg ziehen“ übersetzt werden.

einer schmerzlichen Zeit: Wtl. „von Wehen“. Das griechische Wort beschreibt die heftigen Schmerzen bei einer Geburt. Hier bezieht es sich auf Kummer, Schmerz und Leid allgemein. Doch der Hinweis auf Wehen könnte auch eine Anspielung darauf sein, dass die angekündigten Schwierigkeiten und Leiden in der Zeit vor der „großen Drangsal“ an Häufigkeit, Intensität und Dauer zunehmen (Mat 24:21).

Name: Der Eigenname Gottes wird in Hebräisch mit den vier Konsonanten יהוה (JHWH) geschrieben. Die Wiedergabe „Jehova“ hat im Deutschen eine lange Tradition. In der Neuen-Welt-Übersetzung erscheint der Name an 6 979 Stellen in den Hebräischen Schriften und an 237 Stellen in den Christlichen Griechischen Schriften. (Nähere Informationen zum Gebrauch des Gottesnamens in den Christlichen Griechischen Schriften sind im Anh. A5 und Anh. C zu finden.) In der Bibel steht der Ausdruck „Name“ manchmal auch für eine Person an sich, für ihren Ruf und für alles, was sie über sich selbst offenbart. (Vgl. 2Mo 34:5, 6; Off 3:4, Fn.)

wegen meines Namens: In der Bibel steht der Ausdruck „Name“ manchmal für den Träger des Namens, seinen Ruf und alles, was man mit ihm in Verbindung bringt. (Siehe Anm. zu Mat 6:9.) Im Fall von Jesus steht sein Name auch für die Autorität und Stellung, die er von seinem Vater erhalten hat (Mat 28:18; Php 2:9, 10; Heb 1:3, 4). Jesus erklärte hier, warum Menschen, die zur Welt gehören, seinen Nachfolgern Verschiedenes antun würden: weil sie den, der ihn gesandt hat, nicht kennen. Würden sie Gott kennen, dann würden sie verstehen und anerkennen, was mit Jesu Namen verbunden ist (Apg 4:12). Unter anderem ist Jesus der von Gott ausgewählte Herrscher, der König der Könige und derjenige, dem sich alle unterwerfen müssen, um ewiges Leben zu bekommen (Joh 17:3; Off 19:11-16; vgl. Ps 2:7-12).

wegen meines Namens: In der Bibel steht der Ausdruck „Name“ manchmal für den Namensträger, für seinen Ruf und für alles, was man mit ihm in Verbindung bringt. (Siehe Anm. zu Mat 6:9.) Im Fall von Jesus steht er auch für die Autorität und die Stellung, die er von seinem Vater erhalten hat (Mat 28:18; Php 2:9, 10; Heb 1:3, 4). Jesus erklärt hier, dass seine Nachfolger wegen seines Namens gehasst würden, also wegen seiner Stellung als der von Gott ausgewählte Herrscher, als König der Könige und als derjenige, dem sich alle unterwerfen müssen, um ewiges Leben zu bekommen. (Siehe Anm. zu Joh 15:21.)

Sie nahmen ... Anstoß an ihm: Oder „Sie begannen ... seinetwegen zu stolpern“. In diesem Kontext ist das griechische Wort skandalízō („stolpern“) übertragen im Sinne von „Anstoß nehmen“ zu verstehen. Die Stelle könnte auch so übersetzt werden: „Sie weigerten sich ..., an ihn zu glauben.“ In anderen Kontexten vermittelt skandalízō den Gedanken, durch eine Sünde zu Fall zu kommen oder jemand anders dazu zu bringen, durch eine Sünde zu Fall zu kommen. (Siehe Anm. zu Mat 5:29.)

Stolpersteine: Die ursprüngliche Bedeutung des griechischen Wortes skándalon, hier mit „Stolperstein“ wiedergegeben, soll mit einer Falle zu tun haben. Einige vermuten, dass es sich auf das Stück Holz in einer Falle bezog, an dem der Köder befestigt war. Mit der Zeit erweiterte sich die Bedeutung auf irgendein Hindernis, das einen zum Stolpern oder Fallen bringen kann. Im übertragenen Sinn beschreibt es eine Handlung oder einen Umstand, der jemanden dazu bringt, einen verkehrten Weg einzuschlagen, in moralischer Hinsicht zu stolpern bzw. zu fallen oder zu sündigen. Das entsprechende Verb skandalízō wird in Mat 18:8, 9 mit „zum Schlechten verführen“ wiedergegeben; es ließe sich auch mit „zum Stolpern bringen“, „zu einer Falle werden“ oder „zur Sünde verführen“ übersetzen.

ins Stolpern kommen: In den Christlichen Griechischen Schriften wird skandalízō für das Stolpern im übertragenen Sinn gebraucht: Es kann bedeuten, durch eine Sünde zu Fall zu kommen oder jemand anders dazu zu bringen, dass er durch eine Sünde zu Fall kommt. Wie die Verwendung des Wortes in der Bibel zeigt, kann die Sünde darin bestehen, gegen eines von Gottes Moralgesetzen zu verstoßen, den Glauben zu verlieren oder falsche Lehren zu akzeptieren. In diesem Vers könnte man das Wort auch mit „zur Sünde verführt werden“ oder „vom Glauben abfallen“ übersetzen. skandalízō kann außerdem im Sinn von „Anstoß nehmen“ verstanden werden. (Siehe Anm. zu Mat 13:57; 18:7.)

Gesetzlosigkeit: Das hier verwendete griechische Wort schließt den Gedanken ein, Gesetze zu missachten oder zu verletzen oder so zu handeln, als gäbe es sie nicht. In der Bibel bezieht es sich darauf, die Gesetze Gottes zu missachten (Mat 7:23; 2Ko 6:14; 2Th 2:3-7; 1Jo 3:4).

der meisten: Die Liebe erkaltet nicht nur bei „vielen“ Menschen allgemein, wie verschiedene Bibeln es wiedergeben. Sie erkaltet bei „den meisten“ derer, die von den „falschen Propheten“ und der „Gesetzlosigkeit“ beeinflusst werden (Mat 24:11, 12).

das Ende: Oder „das vollständige Ende“. Hier steht das griechische Wort télos im Unterschied zu syntéleia („Abschluss“), das in Mat 24:3 verwendet wird. (Siehe Anm. zu Mat 24:3 und Worterklärungen zu „Abschluss des Weltsystems“.)

das Ende: Oder „das vollständige Ende“, „das endgültige Ende“. (Siehe Anm. zu Mat 24:3, 6.)

Ende: Siehe Anm. zu Mat 24:6, 14.

ausgeharrt hat: Oder „ausharrt“, „durchhält“. Das mit „ausharren“ wiedergegebene griechische Verb hypoménō bedeutet wtl. „unter etwas bleiben“. Oft wird es im Sinn von „bleiben statt fliehen“, „standhalten“, „durchhalten“ oder „standhaft bleiben“ gebraucht (Mat 10:22; Rö 12:12; Heb 10:32; Jak 5:11). In diesem Vers bezieht es sich darauf, trotz Gegnerschaft und prüfungsreicher Situationen weiter seinen Weg als ein Jünger von Christus zu gehen (Mat 24:9-12).

Königreich: Hier erscheint zum ersten Mal das griechische Wort basiléia. Es steht sowohl für Königsherrschaft als auch für das Herrschaftsgebiet und die Menschen, die von einem König regiert werden. Dieses griechische Wort kommt 162-mal im Urtext der Christlichen Griechischen Schriften vor, davon allein 55-mal im Matthäusevangelium, wo es sich meistens auf Gottes Regierung im Himmel bezieht. Da Matthäus diesen Ausdruck so oft benutzt, könnte man sein Evangelium auch als „Königreichsevangelium“ bezeichnen. (Siehe Worterklärungen zu „Gottes Königreich“.)

die gute Botschaft: Hier steht zum ersten Mal das griechische Wort euaggélion (sprich: euangélion), das in einigen deutschen Bibeln mit „Evangelium“ wiedergegeben wird. Der verwandte griechische Begriff euaggelistḗs (sprich: euangelistḗs; „Evangeliumsverkündiger“) bezeichnet jemanden, der eine gute Botschaft verkündet (Apg 21:8; Eph 4:11, Fn.; 2Ti 4:5, Fn.).

Gottes Königreich: In den gesamten Christlichen Griechischen Schriften ist die gute Botschaft eng mit dem Königreich Gottes verknüpft, um das sich Jesu Predigen und Lehren drehte. Die Wendung „Gottes Königreich“ oder „Königreich Gottes“ kommt in Lukas 32 Mal und in Markus 14 Mal vor. Matthäus gebraucht sie nur 4 Mal, dafür verwendet er rund 30 Mal den synonymen Ausdruck „Königreich des Himmels“. (Siehe Anm. zu Mat 3:2; 24:14; Mar 1:15.)

predigte: Das griechische Wort hat die Grundbedeutung „als Amtsbote verkünden“. Es betont die Art und Weise des Verkündens: In der Regel ist ein Ausrufen in der Öffentlichkeit gemeint und nicht eine Predigt vor einer bestimmten Zuhörerschaft.

Abschluss: Das griechische Wort syntéleia bedeutet „gemeinschaftliches Ende“, „gleichzeitiges Zuendegehen“ oder „gemeinsames Enden“ (Mat 13:39, 40, 49; 28:20; Heb 9:26). Damit ist eine Zeitspanne gemeint, während der verschiedene Ereignisse zusammentreffen, die zu dem vollständigen „Ende“ (griechisch télos) führen, das in Mat 24:6, 14 erwähnt wird. (Siehe Anm. zu Mat 24:6, 14 und Worterklärungen zu „Abschluss des Weltsystems“.)

das Ende: Oder „das vollständige Ende“. Hier steht das griechische Wort télos im Unterschied zu syntéleia („Abschluss“), das in Mat 24:3 verwendet wird. (Siehe Anm. zu Mat 24:3 und Worterklärungen zu „Abschluss des Weltsystems“.)

die gute Botschaft: Das griechische Wort euaggélion (sprich: euangélion) ist eine Zusammensetzung aus den Wörtern eu („gut“, „recht“) und ággelos (sprich: ángelos; „Bote“, „Verkündiger“). (Siehe Worterklärungen.) In einigen deutschen Bibeln wird euaggélion mit „Evangelium“ wiedergegeben. Der verwandte Ausdruck „Evangeliumsverkündiger“ (griechisch euaggelistḗs, sprich: euangelistḗs) bezeichnet jemanden, der eine gute Botschaft bekannt macht (Apg 21:8; Eph 4:11, Fn.; 2Ti 4:5, Fn.).

Königreich: Oder „Reich Gottes“, „Gottes Regierung“. Die „gute Botschaft“ (siehe Anm. zu die gute Botschaft in diesem Vers) ist in den gesamten Christlichen Griechischen Schriften eng mit Gottes Königreich verknüpft. Um dieses Königreich drehte sich Jesu Predigen und Lehren. (Siehe Anm. zu Mat 3:2; 4:23; Luk 4:43.)

ganzen bewohnten Erde ... alle Völker: Oder „ganzen bewohnten Erde ... alle Nationen“. Beide Ausdrücke beschreiben den Umfang des Predigtwerks. Das griechische Wort für „bewohnte Erde“ (oikouménē) bezieht sich im erweiterten Sinn auf die Erde als Wohnort der Menschen (Luk 4:5; Apg 17:31; Rö 10:18; Off 12:9; 16:14). Im 1. Jh. verstand man darunter auch das riesige Römische Reich, in dem die Juden verstreut lebten (Luk 2:1; Apg 24:5). Das griechische Wort für „Volk“ (éthnos) beschreibt allgemein eine Gruppe von Menschen, die eine gemeinsame Sprache und im Wesentlichen dieselbe Abstammung haben. Solche Völker sind oft in einem bestimmten Gebiet ansässig, weshalb man auch von „Nationen“ sprechen kann.

bekannt gemacht: Oder „gepredigt“, „öffentlich verkündet“. (Siehe Anm. zu Mat 3:1.)

als Zeugnis: Hier handelt es sich um die Zusicherung, dass alle Völker die gute Botschaft hören werden. Bei dem griechischen Wort martýrion („Zeugnis“, „Beweis“) sowie damit verwandten Wörtern geht es oft um das Berichten von Fakten und Ereignissen, die mit einem bestimmten Thema zu tun haben. (Siehe Anm. zu Apg 1:8.) Jesus spricht hier davon, dass weltweit darüber berichtet würde, was Gottes Königreich bewirkt und welche Ereignisse mit dem Königreich in Verbindung stehen. Das Verkünden des Königreiches auf der ganzen Welt wäre ein wichtiger Bestandteil des Zeichens für seine Gegenwart (Mat 24:3). Doch auch wenn alle Völker dieses Zeugnis erhalten würden, heißt das nicht, dass sie alle das wahre Christentum annehmen. Es bedeutet nur, dass sie es hören würden.

das Ende: Oder „das vollständige Ende“, „das endgültige Ende“. (Siehe Anm. zu Mat 24:3, 6.)

Fest der Einweihung: Auf Hebräisch heißt dieses Fest Chanukka (chanukkáh), was „Einweihung“ bedeutet. Es dauerte acht Tage und begann am 25. Kislew, um die Zeit der Wintersonnenwende. (Siehe Anm. zu Winter in diesem Vers und Anh. B15.) Man gedachte damit der Wiedereinweihung des Tempels im Jahr 165 v. u. Z. Der syrische König Antiochos IV. Epiphanes hatte den Tempel in Jerusalem aus Verachtung für Jehova, den Gott der Juden, entweiht. Er baute auf dem großen Altar, wo man die täglichen Brandopfer dargebracht hatte, einen anderen Altar. Und um das Maß vollzumachen, opferte er am 25. Kislew 168 v. u. Z. ein Schwein auf diesem Altar und verspritzte die Schweinefleischbrühe überall im Tempel. Er verbrannte die Tempeltore, zerstörte die Räume der Priester und schleppte den goldenen Altar, den Schaubrottisch und den goldenen Leuchter weg. Dann weihte er Jehovas Tempel dem heidnischen Gott Zeus Olympios. Zwei Jahre später eroberte Judas Makkabäus die Stadt und den Tempel zurück. Der Tempel wurde gereinigt und am 25. Kislew 165 v. u. Z. wiedereingeweiht – exakt drei Jahre nachdem Antiochos sein widerliches Opfer auf dem Altar dem Zeus dargebracht hatte. Danach wurden die täglichen Brandopfer für Jehova wieder aufgenommen. In den inspirierten Schriften gibt es keinen direkten Hinweis darauf, dass Judas Makkabäus seinen Sieg Jehova zu verdanken hatte oder von ihm angewiesen wurde, den Tempel wiederherzustellen. Allerdings hatte Jehova auch schon Männer aus anderen Völkern gebraucht, etwas für die wahre Anbetung zu tun, beispielsweise Cyrus von Persien (Jes 45:1). Deshalb ist es durchaus denkbar, dass Jehova einen Mann aus seinem eigenen Volk gebrauchte, um seinen Willen auszuführen. Wie aus der Bibel hervorgeht, musste der Tempel in Funktion sein, damit sich die Prophezeiungen über den Messias, seinen Dienst und sein Opfer erfüllen konnten. Auch mussten die vom Gesetz geforderten Opfer dargebracht werden, bis der Messias ein größeres Opfer bringen würde, nämlich sein Leben, das er für die Menschen gab (Da 9:27; Joh 2:17; Heb 9:11-14). Die Nachfolger von Christus wurden nicht angewiesen, das Fest der Einweihung zu feiern (Kol 2:16, 17), doch deutet nichts darauf hin, dass Jesus oder seine Jünger diese Feier verurteilten.

heilige Stadt: Bezieht sich auf Jerusalem, das oft als heilig bezeichnet wurde, weil sich Jehovas Tempel dort befand (Ne 11:1; Jes 52:1).

den abscheulichen Verwüster: Oder „das abscheuliche Ding, das Verwüstung verursacht“. Daniel hatte vorausgesagt, es würde „abscheuliche Dinge“ geben, die mit „Verwüstung“ zu tun hätten, und er sprach auch von einem „abscheulichen Verwüster“ (Da 9:27; 11:31; 12:11). Jesus wies hier darauf hin, dass das Erscheinen des „abscheulichen Verwüsters“ noch in der Zukunft lag. 33 Jahre nach seinem Tod beobachteten die Christen die erste Erfüllung von Jesu Prophezeiung, als sie etwas Abscheuliches an einem heiligen Ort stehen sahen. Im Paralleltext Luk 21:20 heißt es: „Wenn ihr Jerusalem von Heeren umlagert seht, dann seid euch darüber im Klaren, dass die Zerstörung der Stadt nah ist.“ Im Jahr 66 belagerten heidnische römische Heere Jerusalem – die Stadt, die die Juden als heiligen Ort betrachteten und die das Zentrum des jüdischen Aufstands gegen Rom war (Mat 4:5; 27:53). Aufmerksame Christen erkannten, dass es sich bei dem römischen Heer mit seinen wie Götter verehrten Feldzeichen um den „abscheulichen Verwüster“ handelte – für sie das endgültige Signal, „in die Berge zu fliehen“ (Mat 24:15, 16; Luk 19:43, 44; 21:20-22). Nach ihrer Flucht vernichteten die Römer sowohl Jerusalem als auch die jüdische Nation. Im Jahr 70 nahmen sie Jerusalem ein und drei Jahre später Masada, die letzte Bastion des jüdischen Widerstands. (Vgl. Da 9:25-27.) Jesu Prophezeiung ist in ihrer ersten Erfüllung bis ins kleinste Detail eingetroffen. Deshalb kann man überzeugt sein, dass auch ihre größere Erfüllung stattfinden wird. Diese wird ihren Höhepunkt erreichen, wenn Jesus „mit Macht und großer Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels“ kommt (Mat 24:30). Viele ignorieren, dass Jesus sagte, Daniels Prophezeiung würde sich erst erfüllen, wenn er nicht mehr auf der Erde wäre. Sie schließen sich der traditionellen jüdischen Ansicht an, nach der die Prophezeiung Daniels mit einem Ereignis im Jahr 168 v. u. Z. verknüpft ist. Damals versuchte der syrische König Antiochos IV. (Epiphanes) die Anbetung Jehovas auszurotten. Dazu entweihte er sogar den Tempel in Jerusalem, indem er auf dem großen Altar Jehovas einen anderen Altar errichtete und darauf dem olympischen Gott Zeus Schweine opferte. (Siehe Anm. zu Joh 10:22.) In dem apokryphen Buch 1. Makkabäer (1:54) kommt ein ähnlicher Ausdruck vor wie im Bibelbuch Daniel (wo von abscheulichen Dingen in Zusammenhang mit Verwüstung die Rede ist), und er wird dort mit der Entweihung des Tempels 168 v. u. Z. in Verbindung gebracht. Die jüdische Tradition sowie der Bericht in 1. Makkabäer sind jedoch menschliche Interpretationen und keine inspirierten Offenbarungen. So abscheulich die Tat von Antiochos auch war, sie führte nicht zur Vernichtung Jerusalems, des Tempels und der jüdischen Nation.

heiligen Ort: In der ersten Erfüllung der Prophezeiung ist damit Jerusalem mit dem Tempel gemeint. (Siehe Anm. zu Mat 4:5.)

der Leser muss gut unterscheiden können: Unterscheidungsvermögen ist immer gefragt, wenn man sich mit Gottes Wort beschäftigt. Doch bei diesem Teil der Prophezeiung Daniels ist es offensichtlich besonders wichtig, aufmerksam zu sein. Jesus wies seine Zuhörer darauf hin, dass sich die Prophezeiung noch nicht erfüllt hatte, sondern ihre Erfüllung noch in der Zukunft lag. (Siehe Anm. zu den abscheulichen Verwüster in diesem Vers.)

Judäa: Gemeint ist die römische Provinz Judäa.

in die Berge: Laut dem Geschichtsschreiber Eusebius (4. Jh. u. Z.) flohen Christen aus Jerusalem und aus Judäa über den Jordan nach Pella, einer Stadt in einer bergigen Gegend im Gebiet der Dekapolis.

auf dem Dach: Die Hausdächer waren flach und wurden für alles Mögliche genutzt, z. B. als Lagerfläche (Jos 2:6), zum Ausruhen (2Sa 11:2), zum Schlafen (1Sa 9:26) und für religiöse Feste (Ne 8:16-18). Deshalb war auch ein Geländer notwendig (5Mo 22:8). Normalerweise konnte man das Dach über eine Außentreppe oder eine Leiter verlassen, ohne ins Haus zu müssen. Jesus unterstrich mit seiner Aussage also, dass es wichtig wäre, so schnell wie möglich zu fliehen.

im Winter: Wegen starker Regenfälle, Überschwemmungen und Kälte wäre es in dieser Jahreszeit schwierig, zu reisen sowie Nahrung und Unterschlupf zu finden (Esr 10:9, 13).

an einem Sabbat: In einer Gegend wie Judäa wäre es wegen der Sabbatvorschriften schwierig, an so einem Tag größere Strecken zurückzulegen und Lasten zu tragen. Außerdem blieben die Stadttore am Sabbat geschlossen. (Siehe Apg 1:12 und Anh. B12.)

der Christus: Griechisch ho Christós. Sowohl der Titel „Christus“ als auch der entsprechende Titel „Messias“ (von hebräisch maschíach) bedeuten „Gesalbter“. Wie der jüdische Historiker Josephus berichtete, gab es im 1. Jh. Personen, die als Propheten oder Erlöser auftraten und Befreiung von der römischen Herrschaft versprachen. Ihre Anhänger sahen in ihnen möglicherweise so etwas wie politische Messiasse.

falsche Christusse: Oder „falsche Messiasse“. Das griechische Wort pseudóchristos kommt nur hier und in dem Parallelvers Mar 13:22 vor. Es bezeichnet Personen, die unrechtmäßig die Rolle des Christus oder Messias (wtl. „Gesalbter“) einnehmen. (Siehe Anm. zu Mat 24:5.)

plötzlich: Das griechische Wort idoú, hier mit „plötzlich“ wiedergegeben, bedeutet wtl. „siehe“ oder „seht“. Es wird oft verwendet, um auf etwas aufmerksam zu machen, was gleich folgt: Der Leser soll sich etwas vorstellen oder auf ein Detail in einer Erzählung hingewiesen werden. idoú wird auch gebraucht, um etwas Wichtiges hervorzuheben oder um etwas Neues bzw. Überraschendes anzukündigen. In den Christlichen Griechischen Schriften erscheint das Wort am häufigsten im Matthäus- und im Lukasevangelium sowie in der Offenbarung. In den Hebräischen Schriften kommt an vielen Stellen ein vergleichbarer Begriff vor.

Denkt daran: Siehe Anm. zu Mat 1:20.

Gegenwart: Das griechische Wort parousía (in vielen Übersetzungen mit „Kommen“ wiedergegeben) bedeutet wtl. „Dabeisein“ oder „Danebensein“. Es bezieht sich nicht einfach nur auf ein Kommen oder eine Ankunft, sondern auf die Anwesenheit während einer bestimmten Zeitspanne. Das wird durch Mat 24:37-39 deutlich, wo „die Zeit Noahs ... vor der Sintflut“ mit der „Gegenwart des Menschensohnes“ verglichen wird. Und in Php 2:12 stellte Paulus seine „Anwesenheit“ oder Gegenwart seiner „Abwesenheit“ gegenüber.

Menschensohn: Oder „Sohn eines Menschen“. Dieser Ausdruck kommt in den Evangelien rund 80-mal vor. Jesus bezeichnete sich selbst als Menschensohn, wodurch er offensichtlich Folgendes herausstellen wollte: Er war wirklich ein von einer Frau geborener Mensch und er war die passende menschliche Entsprechung zu Adam. In dieser Funktion hatte er die Macht, die Menschheit von Sünde und Tod zu erlösen (Rö 5:12, 14, 15). Die Bezeichnung „Menschensohn“ machte Jesus außerdem als den Messias oder Christus kenntlich (Da 7:13, 14; siehe Worterklärungen).

Gegenwart: Siehe Anm. zu Mat 24:3.

Menschensohnes: Siehe Anm. zu Mat 8:20.

das Zeichen des Menschensohnes: Dieses Zeichen ist nicht dasselbe wie das Zeichen für die Gegenwart Jesu (Mat 24:3). Das hier erwähnte Zeichen hat mit dem Kommen des Menschensohnes als Richter zu tun, wenn er in der großen Drangsal das Urteil verkündet und vollstreckt. (Siehe Anm. zu kommen in diesem Vers.)

sich trauernd an die Brust schlagen: Oder „trauern“. Es war üblich, sich zum Zeichen großer Trauer oder als Zeichen der Schuld und Reue mit den Händen wiederholt an die Brust zu schlagen (Jes 32:12; Nah 2:7; Luk 23:48).

Wolken des Himmels: Normalerweise versperren Wolken die Sicht, statt sie freizugeben, doch Glaube und Unterscheidungsvermögen machen es möglich, die Bedeutung bestimmter Ereignisse zu „sehen“ (Apg 1:9).

kommen: Die erste von acht Stellen in Matthäus, Kapitel 24 und 25, wo von Jesu Kommen die Rede ist (Mat 24:42, 44, 46; 25:10, 19, 27, 31). An allen Stellen steht eine Form des griechischen Verbs érchomai („kommen“). In diesem Vers bezieht es sich darauf, dass Jesus seine Aufmerksamkeit auf die Menschheit richtet. Insbesondere ist hier sein Kommen als Richter gemeint, wenn er in der großen Drangsal das Urteil verkündet und vollstreckt.

sehen: Das mit „sehen“ wiedergegebene griechische Verb kann im buchstäblichen Sinn etwas „sehen“, „ansehen“ oder „erblicken“ bedeuten. Im übertragenen Sinn kann es die Bedeutung von „wahrnehmen“, „erkennen“ oder „begreifen“ haben (Eph 1:18).

vier Himmelsrichtungen: Wtl. „vier Winden“. Diese Wortverbindung bezieht sich auf den Norden, Süden, Osten und Westen und steht für „überall“ oder „alle Richtungen“ (Jer 49:36; Hes 37:9; Da 8:8).

Vergleiche: Oder „Gleichnisse“. Das griechische Wort parabolḗ bedeutet wtl. „ein Nebeneinander- oder Zusammenstellen“. Damit kann ein Gleichnis, eine Veranschaulichung, ein Sprichwort oder ein Vergleich gemeint sein. Bei seinen Erklärungen stellte Jesus oft Dinge oder Sachverhalte nebeneinander, indem er sie miteinander verglich und Ähnlichkeiten hervorhob (Mar 4:30). Seine Gleichnisse waren kurze und meist erfundene Erzählungen, aus denen man eine moralische oder religiöse Lehre ziehen konnte.

Lektion: Oder „Vergleich“. (Siehe Anm. zu Mat 13:3.)

er: D. h. der Menschensohn.

Himmel und Erde werden vergehen: Aus anderen Bibeltexten geht hervor, dass Himmel und Erde für immer bestehen bleiben (1Mo 9:16; Ps 104:5; Pr 1:4). Darum kann Jesu Aussage als Hyperbel aufgefasst werden: Selbst wenn das Unmögliche eintrifft und Himmel und Erde tatsächlich vergehen, Jesu Worte werden sich auf jeden Fall erfüllen. (Vgl. Mat 5:18.) Jesus könnte aber auch von dem sinnbildlichen Himmel und der sinnbildlichen Erde gesprochen haben, die in Off 21:1 als „der frühere Himmel und die frühere Erde“ bezeichnet werden.

meine Worte werden auf keinen Fall vergehen: Wtl. „meine Worte werden nicht nicht vergehen“. Im Griechischen wird hier das Verb doppelt verneint. Solche Konstruktionen zeigen an, dass ein Gedanke entschieden abgelehnt wird. In diesem Fall wird dadurch hervorgehoben, dass sich Jesu Worte garantiert erfüllen werden.

Gegenwart: Das griechische Wort parousía (in vielen Übersetzungen mit „Kommen“ wiedergegeben) bedeutet wtl. „Dabeisein“ oder „Danebensein“. Es bezieht sich nicht einfach nur auf ein Kommen oder eine Ankunft, sondern auf die Anwesenheit während einer bestimmten Zeitspanne. Das wird durch Mat 24:37-39 deutlich, wo „die Zeit Noahs ... vor der Sintflut“ mit der „Gegenwart des Menschensohnes“ verglichen wird. Und in Php 2:12 stellte Paulus seine „Anwesenheit“ oder Gegenwart seiner „Abwesenheit“ gegenüber.

Gegenwart: Das griechische Wort parousía (in vielen Übersetzungen mit „Kommen“ wiedergegeben) bedeutet wtl. „Dabeisein“ oder „Danebensein“. Es bezieht sich nicht einfach nur auf ein Kommen oder eine Ankunft, sondern auf die Anwesenheit während einer bestimmten Zeitspanne. Das wird durch Mat 24:37-39 deutlich, wo „die Zeit Noahs ... vor der Sintflut“ mit der „Gegenwart des Menschensohnes“ verglichen wird. Und in Php 2:12 stellte Paulus seine „Anwesenheit“ oder Gegenwart seiner „Abwesenheit“ gegenüber.

die Zeit Noahs: Wtl. „die Tage Noahs“. In der Bibel wird die Formulierung „der Tag von“ oder „die Tage von“ manchmal für die Zeit gebraucht, die mit einer bestimmten Person in Verbindung steht (Ri 5:6; Ne 8:17; Luk 17:28). Hier werden „die Tage“ oder „die Zeit“ Noahs mit der Gegenwart des Menschensohnes verglichen. Eine ähnliche Aussage Jesu ist in Luk 17:26 zu finden, wo er von den „Tagen des Menschensohnes“ spricht. Jesus beschränkt den Vergleich nicht auf den einen Tag, als mit der Sintflut der Höhepunkt der Tage Noahs erreicht war. Die „Tage“ oder die „Zeit Noahs“ erstreckte sich in Wirklichkeit über viele Jahre. Daher kann man davon ausgehen, dass auch die vorausgesagte „Gegenwart [oder „die Tage“] des Menschensohnes“ eine viele Jahre dauernde Zeitspanne umfasst. So wie die Tage Noahs mit der Sintflut ihren Höhepunkt erreichten, wird auch die „Gegenwart des Menschensohnes“ ihren Höhepunkt mit der Vernichtung der Menschen erreichen, die die Gelegenheit zur Rettung verstreichen lassen. (Siehe Anm. zu Mat 24:3.)

Gegenwart: Siehe Anm. zu Mat 24:3.

Sintflut: Oder „Flut“, „Überschwemmung“, „Kataklysmus“. Das griechische Wort kataklysmós bezeichnet eine gewaltige, sehr zerstörerische Überschwemmung. In der Bibel wird es für die Flut zur Zeit von Noah gebraucht (Mat 24:39; Luk 17:27; 2Pe 2:5).

Arche: Der griechische Ausdruck für „Arche“ kann auch einen Kasten bezeichnen; vermutlich sollte durch die Wahl des Ausdrucks angezeigt werden, dass die Arche ein großer kastenartiger Bau war. In der Vulgata wird das griechische Wort mit dem lateinischen arca („Kasten“, „Kiste“) wiedergegeben, von dem das deutsche Wort „Arche“ stammt.

wird mitgenommen: Das griechische Wort für „mitnehmen“ kommt in unterschiedlichen Zusammenhängen vor, häufig im positiven Sinn. In Mat 17:1 wird es z. B. ebenfalls mit „mitnehmen“ wiedergegeben und in Mat 1:20 und Joh 14:3 mit „nach Hause holen“. Im vorliegenden Vers bezieht es sich offenbar darauf, dass jemand die Gunst des Herrn erlangt und gerettet wird (Luk 17:37). Es lässt sich womöglich auch eine Verbindung zu Noah herstellen, der am Tag der Sintflut in die Arche gebracht wurde, und zu Lot, der an die Hand genommen und aus Sodom hinausgebracht wurde (Luk 17:26-29). Zurückgelassen zu werden würde dementsprechend bedeuten, zur Vernichtung bestimmt zu werden.

mitgenommen ... zurückgelassen: Siehe Anm. zu Luk 17:34.

wacht: Wtl. „bleibt wach“. Jesus hatte seine Jünger schon vorher aufgefordert, im übertragenen Sinn wach zu bleiben, weil sie nicht wüssten, an welchem Tag und zu welcher Stunde er kommen würde. (Siehe Anm. zu Mat 24:42; 25:13.) Er wiederholt seine Aufforderung hier und in Mat 26:41, wo er die Wachsamkeit damit in Verbindung bringt, unaufhörlich zu beten. Ähnliche Aufforderungen gibt es in den gesamten Christlichen Griechischen Schriften, was deutlich macht, dass wahre Christen unbedingt wachsam bleiben müssen (1Ko 16:13; Kol 4:2; 1Th 5:6; 1Pe 5:8; Off 16:15).

Bleibt ... wachsam: Die Grundbedeutung des griechischen Ausdrucks ist „wach sein“ oder „wach bleiben“. An vielen Stellen bedeutet es aber auch „wachen“, „wachsam sein“. Matthäus gebraucht den Ausdruck außerdem in Mat 24:43; 25:13; 26:38, 40, 41. In Mat 24:44 verwendet er ihn im Sinne von „sich bereithalten“. (Siehe Anm. zu Mat 26:38.)

Verwalter: Oder „Hausverwalter“. Der griechische Begriff oikonómos bezieht sich auf einen Diener, dem andere Diener unterstellt sind. In alter Zeit war es üblich, dass ein Herr einen treuen Sklaven als seinen Verwalter einsetzte, eine Stellung, die mit großem Vertrauen verbunden war. Abraham z. B. hatte so einen Diener, „der seinen ganzen Besitz verwaltete“ (1Mo 24:2). Wie 1Mo 39:4 zeigt, war Joseph ebenfalls ein Hausverwalter. In seiner Veranschaulichung sprach Jesus von nur einem Verwalter, was aber nicht heißen muss, dass dieser für eine Einzelperson steht. In der Bibel wird hin und wieder ein Begriff im Singular für eine ganze Personengruppe gebraucht, beispielsweise als Jehova zum Volk Israel sagte: „Ihr seid meine Zeugen [Plural], ... ja mein Diener [Singular], den ich ausgewählt habe“ (Jes 43:10). Auch im vorliegenden Vers steht der Verwalter für eine Personengruppe. In einer ähnlichen Veranschaulichung bezeichnete Jesus diesen Verwalter als „treuen und verständigen Sklaven“ (Mat 24:45).

verständige: Oder „kluge“. Das hier verwendete griechische Wort vermittelt den Gedanken von verstehen in Kombination mit Einsicht, Voraussicht, Urteilsvermögen, Klugheit und in die Praxis umgesetzter Weisheit. Dasselbe griechische Wort kommt in Mat 7:24 und 25:2, 4, 8, 9 vor, wo es mit „umsichtig“ wiedergegeben wird. In der Septuaginta steht das Wort in 1Mo 41:33, 39 als Beschreibung für Joseph.

Sklave: Oder „Diener“. Die Tatsache, dass „Sklave“ hier im Singular steht, bedeutet nicht unbedingt, dass damit eine bestimmte Einzelperson gemeint ist. In der Bibel wird hin und wieder ein Begriff im Singular für eine ganze Personengruppe gebraucht, beispielsweise als Jehova zum Volk Israel sagte: „Ihr seid meine Zeugen [Plural], ... ja mein Diener [Singular], den ich ausgewählt habe“ (Jes 43:10). In Luk 12:42 wird der Sklave in einer ähnlichen Veranschaulichung als „der treue Verwalter, der verständige“ bezeichnet. (Siehe Anm. zu Luk 12:42.)

seine Hausdiener: Oder „seine Dienerschaft“. Der Ausdruck schließt alle Personen ein, die im Haushalt des Herrn arbeiten.

kommen: Die erste von acht Stellen in Matthäus, Kapitel 24 und 25, wo von Jesu Kommen die Rede ist (Mat 24:42, 44, 46; 25:10, 19, 27, 31). An allen Stellen steht eine Form des griechischen Verbs érchomai („kommen“). In diesem Vers bezieht es sich darauf, dass Jesus seine Aufmerksamkeit auf die Menschheit richtet. Insbesondere ist hier sein Kommen als Richter gemeint, wenn er in der großen Drangsal das Urteil verkündet und vollstreckt.

kommt: Siehe Anm. zu Mat 24:30.

jener Sklave: Der hier erwähnte Sklave ist der Verwalter aus Luk 12:42. Bleibt er treu, wird er belohnt (Luk 12:43, 44). Erweist er sich als untreu, wird sein Herr ihn „äußerst hart bestrafen“ (Luk 12:46). Jesu Worte sind als Warnung an den treuen Verwalter zu verstehen. Ähnlich wie in der Veranschaulichung in Mat 24:45-51 sagte Jesus weder voraus, dass es einen „schlechten Sklaven“ geben würde, noch setzte er einen solchen Sklaven ein. Er warnte vielmehr den treuen Sklaven vor den Folgen, die es hätte, falls er sich wie ein schlechter Sklave verhalten würde.

jener schlechte Sklave: Jesu Worte sind als Warnung an den in Mat 24:45 erwähnten treuen und verständigen Sklaven zu verstehen. Er sagt hier weder voraus, dass es einen „schlechten Sklaven“ geben würde, noch ernennt er einen solchen Sklaven. Er warnt vielmehr den treuen Sklaven vor den Folgen, falls dieser sich wie ein schlechter Sklave verhalten würde: Er würde für seine Untreue „äußerst hart“ bestraft werden (Mat 24:51; siehe Anm. zu Luk 12:45).

Heuchler: Das griechische Wort hypokritḗs bezeichnete ursprünglich griechische und später römische Schauspieler, die auf der Bühne zur Stimmverstärkung große Masken trugen. Mit der Zeit wurde dieser Ausdruck im übertragenen Sinn für jemand gebraucht, der seine wirklichen Absichten durch falsches Spiel verschleiert oder seine wahre Persönlichkeit durch Verstellung verbirgt. Jesus nennt hier die jüdischen Geistlichen „Heuchler“ (Mat 6:5, 16).

mit den Zähnen knirschen: Oder „die Zähne zusammenbeißen“. Diese Wendung kann den Gedanken von Qual, Verzweiflung und Wut beinhalten, evtl. begleitet von verbalen Attacken und Handgreiflichkeiten.

ihn äußerst hart bestrafen: Wtl. „ihn entzweischneiden“. Dieser bildhafte Ausdruck ist offensichtlich nicht wörtlich zu verstehen. Vielmehr soll der Gedanke von harter Bestrafung vermittelt werden.

Heuchlern: Siehe Anm. zu Mat 6:2.

mit den Zähnen knirschen: Siehe Anm. zu Mat 8:12.

Medien

Steine vom Tempelberg
Steine vom Tempelberg

Diese Steine wurden am südlichen Abschnitt der Westmauer gefunden. Wie man annimmt, stammen sie von Bauten, die im 1. Jh. u. Z. zum Tempelberg gehörten. Sie wurden hier liegen gelassen, um als Zeuge der schrecklichen Zerstörung Jerusalems und des Tempels durch die Römer zu dienen.

Ölberg
Ölberg

Der Ölberg (1) ist ein Höhenzug aus abgerundeten Kalksteinhügeln im O von Jerusalem auf der anderen Seite des Kidrontals. In der Bibel ist mit dem Ölberg im Allgemeinen der Hügel gegenüber vom Tempelberg (2) gemeint. Er hat eine Höhe von rund 810 m. Auf dem Ölberg erklärte Jesus seinen Jüngern, an welchem Zeichen man seine Gegenwart erkennen würde.

Obergewänder
Obergewänder

Das griechische Wort für „Obergewand“ (himátion) entspricht wahrscheinlich dem hebräischen Wort ßimláh. Manchmal wurde damit eine Art Mantel bezeichnet, aber in der Regel handelte es sich um ein rechteckiges Stück Stoff. Ein Obergewand konnte man sich leicht überwerfen und auch leicht ablegen.

Feigenbaum
Feigenbaum

Zu sehen ist hier ein Ast von einem Feigenbaum im Frühling, der Blätter und Frühfeigen trägt. In Israel erscheinen die ersten Fruchtansätze in der Regel im Februar. Die Blätter treiben erst Ende April oder im Mai aus und kündigen den Sommer an (Mat 24:32). Feigenbäume tragen zweimal im Jahr Früchte: Die Frühfeigen werden im Juni oder Anfang Juli reif (Jes 28:4; Jer 24:2; Hos 9:10), die Spätfeigen, die an den neuen Trieben wachsen und die Haupternte ausmachen, normalerweise ab August.

Handmühle
Handmühle

In biblischer Zeit gab es verschiedene Arten von Mühlen. Die hier abgebildete Handdrehmühle wurde normalerweise von zwei Frauen bedient (Luk 17:35). Sie saßen sich gegenüber und drehten beide mit je einer Hand den oberen Stein mithilfe eines Griffs. Mit der freien Hand füllte die eine Frau nach und nach Getreidekörner in ein Trichterloch im oberen Stein. Das gemahlene Getreide sammelte sich am Rand der Mühle und fiel auf eine Platte oder ein Tuch, das darunter ausgebreitet war. Die andere Frau sammelte das Mehl mit ihrer freien Hand zusammen. Jeden Tag standen die Frauen früh auf, um Mehl für das tägliche Brot zu mahlen.