Der zweite Brief an die Thessalonicher 2:1-17

2  Brüder, was die Gegenwart unseres Herrn Jesus Christus+ betrifft und dass wir versammelt werden, um bei ihm zu sein,+ bitten wir euch:  Lasst euch in eurem vernünftigen Denken nicht schnell erschüttern oder beunruhigen, wenn auf der Grundlage einer inspirierten Aussage,+ einer mündlichen Botschaft oder auch eines Briefes, der angeblich von uns ist, behauptet wird, dass der Tag Jehovas+ da ist.  Lasst euch in keiner Weise von irgendjemandem irreführen*, denn dieser Tag wird nicht kommen, bevor die Abtrünnigkeit+ kommt und der Mensch der Gesetzlosigkeit,+ der Sohn der Vernichtung, offenbart wird.+  Er widersetzt sich und erhebt sich über jeden sogenannten Gott oder alles, was angebetet wird, sodass er sich in den Tempel Gottes setzt und sich öffentlich als ein Gott ausgibt.  Erinnert ihr euch nicht, dass ich euch das wiederholt gesagt habe, als ich noch bei euch war?  Und jetzt wisst ihr, was als Hemmnis wirkt, sodass er erst zu seiner bestimmten Zeit offenbart wird.  Allerdings ist das Geheimnis dieser Gesetzlosigkeit bereits am Werk,+ doch nur bis der, der gerade jetzt hemmend wirkt, nicht mehr im Weg steht.  Dann aber wird der Gesetzlose offenbart, den der Herr Jesus durch den Geist seines Mundes beseitigen+ und durch das Offenbarwerden+ seiner Gegenwart zunichtemachen wird.  Doch hinter der Gegenwart des Gesetzlosen steht Satan,+ und er arbeitet mit allen möglichen mächtigen Taten und lügenhaften Zeichen und Wundern+ 10  und jeder Art Täuschung+ und Ungerechtigkeit. Dadurch werden die irregeführt, die als Vergeltung dafür zugrunde gehen, dass sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, die sie retten könnte. 11  Darum lässt Gott zu, dass sie durch einen täuschenden Einfluss irregeführt werden, sodass sie der Lüge glauben.+ 12  So werden sie alle verurteilt, weil sie der Wahrheit nicht glaubten, sondern an Ungerechtigkeit Gefallen hatten. 13  Wir aber sind verpflichtet, Gott stets für euch zu danken, von Jehova geliebte Brüder. Denn Gott hat euch von Anfang an für die Rettung ausgewählt,+ indem er euch mit seinem Geist und durch euren Glauben an die Wahrheit heiligte.+ 14  Er hat euch dazu durch die gute Botschaft berufen, die wir bekannt machen, damit ihr die Herrlichkeit+ unseres Herrn Jesus Christus erlangen könnt.+ 15  Seid also standhaft,+ Brüder, und haltet euch weiter an die Traditionen, über die ihr entweder durch eine mündliche Botschaft oder durch einen Brief von uns belehrt worden seid.+ 16  Mögen unser Herr Jesus Christus selbst und Gott, unser Vater, der uns geliebt hat+ und durch unverdiente Güte ewigen Trost und eine sichere Hoffnung gegeben hat,+ 17  eure Herzen trösten und euch in jedem guten Werk und Wort festigen*.+

Fußnoten

Oder „verführen“, „täuschen“.
Oder „stärken“.

Studienanmerkungen

während seiner Gegenwart: Das griechische Wort parousía, das hier mit „Gegenwart“ übersetzt ist, kommt zum ersten Mal in Mat 24:3 vor, wo einige Apostel Jesus fragten: „An welchem Zeichen wird man deine Gegenwart … erkennen?“ Gemeint ist Jesu Gegenwart als messianischer König seit seiner unsichtbaren Thronbesteigung zu Beginn der letzten Tage des heutigen Weltsystems. Das Wort parousía wird in vielen Bibelübersetzungen mit „Kommen“ wiedergegeben, doch wörtlich bedeutet es „Dabeisein“. Mit Jesu parousía ist nicht einfach nur sein Kommen oder seine Ankunft gemeint, sondern seine Anwesenheit oder Gegenwart in einem bestimmten Zeitraum. Das wird durch Mat 24:37-39 deutlich, wo „die Zeit Noahs ... vor der Sintflut“ mit der „Gegenwart des Menschensohnes“ verglichen wird. In Php 2:12 verwendet Paulus das Wort parousía, um seine „Anwesenheit“ oder Gegenwart seiner „Abwesenheit“ gegenüberzustellen. (Siehe Anm. zu 1Ko 16:17.) Wie Paulus erklärt, würde die Auferstehung zu Leben im Himmel für diejenigen, die zum Christus gehören (seine geistgesalbten Brüder und Miterben), einige Zeit nach Jesu Einsetzung als König von Gottes Königreich stattfinden.

die Gegenwart unseres Herrn Jesus Christus: Das griechische Wort für „Gegenwart“ (parousía) bedeutet wtl. „Dabeisein“. Es beschreibt eher einen Zeitraum (die Anwesenheit), weniger einen Zeitpunkt (die Ankunft). In diesem Zusammenhang geht es um die Zeit seit Jesu Einsetzung als messianischer König zu Beginn der letzten Tage des heutigen Weltsystems. (Siehe Anm. zu 1Ko 15:23 und Worterklärungen zu „Gegenwart“.)

Jehovas Tag: In der Bibel bezieht sich der Ausdruck „Jehovas Tag“ (oder „der Tag Jehovas“) auf Zeiten, zu denen Jehova das Urteil an seinen Feinden vollstreckt und seinen großartigen Namen verherrlicht. Die Formulierung stammt aus den Hebräischen Schriften. (Beispiele: Jes 13:6; Hes 7:19; Joel 1:15; Am 5:18; Ob 15; Ze 1:14; Sach 14:1; Mal 4:5.) Der Prophet Joel spricht von „dem Kommen des großen und Ehrfurcht einflößenden Tages Jehovas“ (Joel 2:31). Diesen Vers zitierte Petrus Pfingsten 33 (Apg 2:20 und Anm.). Im 1. Jh. erfüllte sich Joels Prophezeiung, als Jehovas Tag im Jahr 70 über Jerusalem hereinbrach. Der Tag Jehovas, den Paulus hier meint, liegt in der Zukunft und entspricht der „großen Drangsal“, die Jesus ankündigte (Mat 24:21; zur Verwendung des Gottesnamens in diesem Vers siehe Anh. C3, Einleitung, 1Th 5:2).

einer inspirierten Aussage: Wtl. „eines Geistes“. (Siehe Worterklärungen zu „Geist“.) Das entsprechende griechische Wort pneuma (oft mit „Geist“ übersetzt) wird manchmal verwendet, wenn es um Kommunikation geht. Im vorliegenden Vers wird es z. B. zusammen mit „einer mündlichen Botschaft“ und „einem Brief“ aufgezählt. Auch an anderen Stellen ist es mit „inspirierte Aussage“ (1Ti 4:1; 1Jo 4:1-3, 6) oder mit „inspirierte Äußerung“ (Off 16:13, 14) übersetzt. (Vgl. Anm. zu 1Ko 12:10.)

eines Briefes, der angeblich von uns ist: Einige in der Versammlung in Thessalonich behaupteten, Jesu Gegenwart stehe unmittelbar bevor. Möglicherweise war ein Brief in Umlauf, aus dem hervorging, „der Tag Jehovas“ sei bereits da. Es könnte sein, dass dieser Brief fälschlicherweise Paulus zugeschrieben wurde. Das würde erklären, warum er besonders betont, dass der vorliegende Brief von ihm stammt: „Ich, Paulus, schreibe euch hier eigenhändig einen Gruß. Er ist ein Zeichen in jedem Brief. So schreibe ich.“ (Siehe Anm. zu 2Th 3:17.)

der Tag Jehovas: Siehe Anm. zu 1Th 5:2 und Anh. C3, Einleitung, 2Th 2:2.

inspirierte Äußerungen unterscheiden: Wtl. „Unterscheidungen von Geistern“. Mit dieser Wundergabe ist ein außergewöhnliches Verständnis inspirierter Äußerungen gemeint. Sie schloss wahrscheinlich die Fähigkeit ein zu erkennen, ob eine Aussage von Gott eingegeben war oder aus einer anderen Quelle stammte. Das war mit Sicherheit hilfreich, um die Versammlung vor falschen Propheten zu schützen (2Ko 11:3, 4; 1Jo 4:1). Sie dürfte den Aposteln und Ältesten in Jerusalem außerdem eine Hilfe gewesen sein, um zu bestimmen, welche Teile des mosaischen Gesetzes auch weiterhin „notwendige Dinge“ waren, an die sich Christen halten sollten (Apg 15:19, 20, 28, 29). Darüber hinaus brauchten die Christen Anleitung in der Frage, welche Briefe und Schriften zwischen den Versammlungen weitergegeben und welche davon in den Bibelkanon aufgenommen werden sollten. Als Petrus z. B. schrieb, dass manches in den Briefen von Paulus „von unwissenden, ungefestigten Leuten verdreht [wird], so wie sie es auch mit den übrigen Schriften tun“, deutete er an, dass einige Briefe von Paulus Teil der inspirierten Schriften waren (2Pe 3:16). Wir können sicher sein, dass die Auswahl der Bücher des Bibelkanons von Gottes Geist geleitet wurde und dabei zweifellos Brüder eine Rolle spielten, die inspirierte Äußerungen unterscheiden konnten (2Ti 3:16; siehe Worterklärungen zu „Bibelkanon“; „Geist“).

Er ist ein Zeichen in jedem Brief. So schreibe ich: Paulus beendet einige seiner Briefe eigenhändig mit einem Gruß (1Ko 16:21; Kol 4:18). Wie er hier erklärt, sei das ein Zeichen, dass der Brief wirklich von ihm ist. Anscheinend hatten die Thessalonicher zuvor einen Brief erhalten, der fälschlicherweise Paulus zugeschrieben wurde. Daraus ging möglicherweise hervor, „dass der Tag Jehovas da ist“ (2Th 2:1, 2). Im Gegensatz dazu konnten sie dem jetzigen Brief vertrauen.

bevor die Abtrünnigkeit kommt: Einige Christen in Thessalonich hatten falsche Vorstellungen über „die Gegenwart unseres Herrn Jesus Christus“ und „den Tag Jehovas“ übernommen. Wie Paulus schreibt, müssten vor dem Tag Jehovas zwei Dinge passieren: 1. Die Abtrünnigkeit würde kommen (siehe Anm. zu die Abtrünnigkeit in diesem Vers); 2. „der Mensch der Gesetzlosigkeit“ würde offenbart werden (2Th 2:1-3). Dass Paulus mit Abtrünnigkeit im großen Stil rechnete, passt zu Jesu Veranschaulichung vom Weizen und Unkraut (Mat 13:24-30, 36-43). Auch in anderen Zusammenhängen warnte Paulus vor Abtrünnigen, die in den Versammlungen ihr Unwesen treiben würden; Petrus warnte später ebenfalls davor (Apg 20:29, 30; 1Ti 4:1-3; 2Ti 4:3, 4; 2Pe 2:1-3).

die Abtrünnigkeit: Das entsprechende griechische Substantiv apostasía ist von einem Verb abgeleitet, das wtl. „sich entfernen“, „sich trennen“ bedeutet. Bei apostasía geht es um das Verlassen oder Aufgeben einer Sache oder um Rebellion. Es beschreibt hier also nicht einfach, dass jemand aufgrund von Zweifeln oder wegen einer Glaubensschwäche abdriftet. (Siehe Anm. zu Apg 21:21.) Im klassischen Griechisch wurde apostasía im politischen Sinn verwendet, und zwar für einen Treuebruch oder das Überlaufen zu einer anderen Gruppierung. Paulus verwendet es im religiösen Sinn und beschreibt damit, dass sich jemand bewusst vom wahren Glauben und vom Dienst für Gott abwendet. Eine solche Entwicklung wäre vor dem „Tag Jehovas“ zu beobachten (2Th 2:2; siehe Worterklärungen zu „Abtrünnigkeit“).

der Mensch der Gesetzlosigkeit: Das griechische Wort für „Gesetzlosigkeit“ beschreibt, dass sich jemand bewusst über Gesetze hinwegsetzt. In der Bibel ist damit die Missachtung der Gesetze Gottes gemeint. (Siehe Anm. zu Mat 24:12.) Paulus stellt hier eine Verbindung her zwischen dem „Menschen der Gesetzlosigkeit“ und der Abtrünnigkeit. Da eine ganze Reihe von Versammlungen gegen Abtrünnigkeit ankämpfen mussten, handelt es sich bei dem „Menschen der Gesetzlosigkeit“ offensichtlich nicht um eine Einzelperson, sondern um eine gefährliche Gruppe falscher Christen. (Siehe Anm. zu 2Th 2:8.) Paulus sagt auch voraus, dass dieser Mensch offenbart wird, d. h., man würde deutlich erkennen können, um wen es sich handelt. (Siehe Anm. zu 2Th 2:7.) Basierend auf einer anderen Lesart steht in manchen Bibeln „der Mensch der Sünde“. Die vorliegende Lesart ist jedoch in älteren Handschriften zu finden. Sie passt auch gut zum Kontext; ein paar Verse später spricht Paulus vom „Geheimnis dieser Gesetzlosigkeit“ und von „dem Gesetzlosen“ (2Th 2:7, 8).

der Sohn der Vernichtung: So wird auch der Verräter Judas Iskariot bezeichnet. (Siehe Anm. zu Joh 17:12.) Paulus deutet hier also an, dass „der Mensch der Gesetzlosigkeit“ genauso endgültig vernichtet wird wie Judas.

Sohn der Vernichtung: Bezieht sich hier auf Judas Iskariot. Dadurch, dass er den Sohn Gottes absichtlich verriet, verdiente er die ewige Vernichtung. Er ist es nicht würdig, wieder aufzuerstehen. Derselbe Ausdruck wird in 2Th 2:3 für den „Menschen der Gesetzlosigkeit“ verwendet. In den Ursprachen der Bibel wird „Sohn“ oder „Söhne“ manchmal übertragen für Personen gebraucht, die eine Besonderheit aufweisen oder ein bestimmtes Verhalten an den Tag legen. Beispiele dafür sind „Söhne des Höchsten“, „Söhne des Lichts“, „Söhne des Tages“, „Söhne des Königreiches“, „Söhne [oder „Sohn“] des Teufels“, „Söhne des Ungehorsams“ (Luk 6:35; 1Th 5:5; Mat 13:38; Apg 13:10; Eph 2:2, Anm.). Dementsprechend kann sich der Ausdruck „Sohn des (der)“ darauf beziehen, wie es mit jemandem ausgeht, der ein bestimmtes Merkmal aufweist oder ein spezielles Verhalten an den Tag legt. In 2Sa 12:5 geht es z. B. um jemand, der den Tod verdient; im Hebräischen steht dort wtl. „Sohn des Todes“. Und in Mat 23:15 bezeichnet der wtl. Ausdruck „Sohn der Gehenna“ eine Person, die die ewige Vernichtung verdient. Das hatte Jesus offensichtlich auch im Sinn, als er Judas Iskariot einen „Sohn der Vernichtung“ nannte. (Siehe Anm. zu Mat 23:15 und Worterklärungen zu „Gehenna“.)

das Geheimnis dieser Gesetzlosigkeit: Das griechische Wort für „Geheimnis“ (mystḗrion) beschreibt etwas, das verborgen ist und sich dem menschlichen Verstand entzieht. In einem ähnlichen Sinn kommt es auch in Off 17:5, 7 vor. (Siehe auch die Anm. zu Mat 13:11, wo das griechische Wort näher erläutert wird.) Das Geheimnisvolle am „Menschen der Gesetzlosigkeit“ war, dass sich noch keine führende Gruppe von Abtrünnigen herausgebildet hatte. Trotzdem war das „Geheimnis“ bereits am Werk – Abtrünnige durchsetzten die Versammlung mit „Gesetzlosigkeit“ (Apg 15:24; siehe Anm. zu 2Th 2:3).

durch das Offenbarwerden seiner Gegenwart: Hier geht es nicht um den gesamten Zeitraum der unsichtbaren Gegenwart Christi. Vielmehr meint Paulus ein bestimmtes Ereignis am Ende dieses Zeitraums, wenn Christi Gegenwart für alle offensichtlich wird (Luk 21:25-28; siehe Worterklärungen zu „Gegenwart“). Wie Paulus zeigt, würde „der Mensch der Gesetzlosigkeit“, der im 1. Jh. schon aktiv war, bis zu diesem Ereignis immer noch existieren. Er kann also keine Einzelperson sein, sondern steht für eine Gruppe. (Siehe Anm. zu 2Th 2:3.) Durch die Urteilsvollstreckung am „Menschen der Gesetzlosigkeit“ werden zwei Dinge offenbar: 1. Christus regiert als König; 2. die vorausgesagte „große Drangsal“ hat angefangen (Mat 24:21; siehe Worterklärungen zu „Große Drangsal“).

Gesetzlosigkeit: Das hier verwendete griechische Wort schließt den Gedanken ein, Gesetze zu missachten oder zu verletzen oder so zu handeln, als gäbe es sie nicht. In der Bibel bezieht es sich darauf, die Gesetze Gottes zu missachten (Mat 7:23; 2Ko 6:14; 2Th 2:3-7; 1Jo 3:4).

Abtrünnigkeit: Im Griechischen steht hier das Substantiv apostasía. Es ist von dem Verb aphístēmi abgeleitet, das wtl. „sich entfernen“, „sich trennen“ bedeutet; je nach Kontext kann es z. B. mit „sich zurückziehen“ oder „aufhören, etwas zu tun“ wiedergegeben werden (Apg 19:9; 2Ti 2:19). apostasía vermittelt den Gedanken des Verlassens, Aufgebens oder der Rebellion. In den Christlichen Griechischen Schriften kommt es hier und in 2Th 2:3 vor. Im klassischen Griechisch wurde es im politischen Sinn verwendet, und zwar für einen Treuebruch oder das Überlaufen zu einer anderen Gruppierung. So wird offensichtlich auch das Verb aphístēmi in Apg 5:37 gebraucht, wo es über Judas, den Galiläer, heißt, dass er Leute hinter sich „scharte“, sie also auf seine Seite zog. Auch die Septuaginta verwendet das Verb im politischen Sinn, und zwar in 1Mo 14:4, wo es um eine Rebellion geht. Das Substantiv apostasía findet man in der Septuaginta in Jos 22:22, 2Ch 29:19 und Jer 2:19 als Wiedergabe der hebräischen Wörter für „Rebellion“ und „Untreue“. In den Christlichen Griechischen Schriften wird apostasía im religiösen Sinn verwendet. Es bezieht sich darauf, dass sich jemand von der wahren Anbetung und dem Dienst für Gott distanziert – sich also von dem abwendet, was er bisher geglaubt hat, und sich von seinen Prinzipien und seinem Glauben komplett lossagt.

erhebt sich über jeden sogenannten Gott oder alles, was angebetet wird: Oder „… alles, was verehrt wird“. Wie Paulus hier zu verstehen gibt, würde „der Mensch der Gesetzlosigkeit“ falsche Lehren verbreiten und sich damit über das Gesetz Gottes stellen (2Th 2:3). Mit der Bezeichnung „jeden sogenannten Gott“ können auch Menschen in Machtpositionen gemeint sein. (Vgl. Joh 10:34-36.) Nach der Erklärung von Paulus würde „der Mensch der Gesetzlosigkeit“ seine Lehren arrogant als die einzig richtigen präsentieren.

sodass er sich in den Tempel Gottes setzt: Paulus beschreibt hier offensichtlich das scheinheilige Verhalten des „Menschen der Gesetzlosigkeit“ (2Th 2:3). Entgegen den Tatsachen behauptet er sozusagen, im „Tempel Gottes“ (oder in der „Wohnung Gottes“) zu sitzen. Im Griechischen steht wtl. „Tempel des Gottes“. Durch die Verwendung des bestimmten Artikels zeigt Paulus, dass sich dieser „Mensch“ als Vertreter des einzig wahren Gottes ausgibt.

Erinnert ihr euch nicht …?: Paulus möchte, dass sich die Thessalonicher an ähnliche Warnungen erinnern, die er ihnen bereits mündlich gegeben hatte. Er war um 50 u. Z. in Thessalonich und schrieb der Versammlung nicht viel später (wahrscheinlich um 51 u. Z.) diesen Brief aus Korinth (Apg 18:11).

der, der gerade jetzt hemmend wirkt: Paulus wiederholt das griechische Wort für „Hemmnis“ aus dem vorigen Vers und fügt eine Zeitangabe hinzu („gerade jetzt“). Offenbar meinte er mit dem „Hemmnis“ die Apostel; sie wirkten der Abtrünnigkeit nämlich entgegen. (Siehe Anm. zu 2Th 2:6.) Wie der Apostel Johannes Jahrzehnte später (um 98 u. Z.) feststellte, war es „die letzte Stunde“, d. h., die Epoche der Apostel ging zu Ende (1Jo 2:18). Nach dem Tod von Johannes um 100 u. Z. war die Abtrünnigkeit nicht mehr aufzuhalten.

was als Hemmnis wirkt: Anscheinend meinte Paulus damit die Apostel, die als Gruppe ein Bollwerk gegen Abtrünnigkeit bildeten. Wie man aus dieser und aus anderen Passagen ableiten kann, versuchte Paulus mit aller Kraft, den Abfall vom wahren Glauben aufzuhalten. (Siehe auch Apg 20:29, 30; 1Ti 4:1-3; 2Ti 2:16, 17; 4:2, 4.) Auch der Apostel Petrus stemmte sich gegen den zersetzenden Einfluss falscher Lehrer (2Pe 2:1-3). Jahrzehnte später kämpfte der betagte Apostel Johannes immer noch gegen die Abtrünnigkeit, die damals schon weit verbreitet war (1Jo 2:18; 2Jo 7). Wie Paulus hier zeigt, würde die Identität des „Menschen der Gesetzlosigkeit“ so lange geheim bleiben, „bis der, der … hemmend wirkt, nicht mehr im Weg steht“ (2Th 2:3; siehe Anm. zu 2Th 2:7).

der Mensch der Gesetzlosigkeit: Das griechische Wort für „Gesetzlosigkeit“ beschreibt, dass sich jemand bewusst über Gesetze hinwegsetzt. In der Bibel ist damit die Missachtung der Gesetze Gottes gemeint. (Siehe Anm. zu Mat 24:12.) Paulus stellt hier eine Verbindung her zwischen dem „Menschen der Gesetzlosigkeit“ und der Abtrünnigkeit. Da eine ganze Reihe von Versammlungen gegen Abtrünnigkeit ankämpfen mussten, handelt es sich bei dem „Menschen der Gesetzlosigkeit“ offensichtlich nicht um eine Einzelperson, sondern um eine gefährliche Gruppe falscher Christen. (Siehe Anm. zu 2Th 2:8.) Paulus sagt auch voraus, dass dieser Mensch offenbart wird, d. h., man würde deutlich erkennen können, um wen es sich handelt. (Siehe Anm. zu 2Th 2:7.) Basierend auf einer anderen Lesart steht in manchen Bibeln „der Mensch der Sünde“. Die vorliegende Lesart ist jedoch in älteren Handschriften zu finden. Sie passt auch gut zum Kontext; ein paar Verse später spricht Paulus vom „Geheimnis dieser Gesetzlosigkeit“ und von „dem Gesetzlosen“ (2Th 2:7, 8).

das Geheimnis dieser Gesetzlosigkeit: Das griechische Wort für „Geheimnis“ (mystḗrion) beschreibt etwas, das verborgen ist und sich dem menschlichen Verstand entzieht. In einem ähnlichen Sinn kommt es auch in Off 17:5, 7 vor. (Siehe auch die Anm. zu Mat 13:11, wo das griechische Wort näher erläutert wird.) Das Geheimnisvolle am „Menschen der Gesetzlosigkeit“ war, dass sich noch keine führende Gruppe von Abtrünnigen herausgebildet hatte. Trotzdem war das „Geheimnis“ bereits am Werk – Abtrünnige durchsetzten die Versammlung mit „Gesetzlosigkeit“ (Apg 15:24; siehe Anm. zu 2Th 2:3).

der, der gerade jetzt hemmend wirkt: Paulus wiederholt das griechische Wort für „Hemmnis“ aus dem vorigen Vers und fügt eine Zeitangabe hinzu („gerade jetzt“). Offenbar meinte er mit dem „Hemmnis“ die Apostel; sie wirkten der Abtrünnigkeit nämlich entgegen. (Siehe Anm. zu 2Th 2:6.) Wie der Apostel Johannes Jahrzehnte später (um 98 u. Z.) feststellte, war es „die letzte Stunde“, d. h., die Epoche der Apostel ging zu Ende (1Jo 2:18). Nach dem Tod von Johannes um 100 u. Z. war die Abtrünnigkeit nicht mehr aufzuhalten.

was als Hemmnis wirkt: Anscheinend meinte Paulus damit die Apostel, die als Gruppe ein Bollwerk gegen Abtrünnigkeit bildeten. Wie man aus dieser und aus anderen Passagen ableiten kann, versuchte Paulus mit aller Kraft, den Abfall vom wahren Glauben aufzuhalten. (Siehe auch Apg 20:29, 30; 1Ti 4:1-3; 2Ti 2:16, 17; 4:2, 4.) Auch der Apostel Petrus stemmte sich gegen den zersetzenden Einfluss falscher Lehrer (2Pe 2:1-3). Jahrzehnte später kämpfte der betagte Apostel Johannes immer noch gegen die Abtrünnigkeit, die damals schon weit verbreitet war (1Jo 2:18; 2Jo 7). Wie Paulus hier zeigt, würde die Identität des „Menschen der Gesetzlosigkeit“ so lange geheim bleiben, „bis der, der … hemmend wirkt, nicht mehr im Weg steht“ (2Th 2:3; siehe Anm. zu 2Th 2:7).

heiligen Geheimnisse: Das griechische Wort mystḗrion wird in der Neuen-Welt-Übersetzung 25-mal mit „heiliges Geheimnis“ wiedergegeben und steht hier im Plural. Es bezieht sich auf verschiedene Aspekte von Gottes Vorhaben, die verborgen bleiben, bis er beschließt, sie zu offenbaren. Und dann werden sie komplett enthüllt – allerdings nur denjenigen, denen Gott dieses Verständnis gewähren möchte (Kol 1:25, 26). Ist ein heiliges Geheimnis Gottes erst einmal enthüllt, wird es so vielen wie möglich bekannt gemacht. In der Bibel wird das durch Wörter wie „verkünden“, „bekannt machen“, „predigen“, „offenbaren“ und „Offenbarung“ deutlich, die in Verbindung mit dem „heiligen Geheimnis“ verwendet werden (1Ko 2:1; Eph 1:9; 3:3; Kol 1:25, 26; 4:3). Das zentrale „heilige Geheimnis Gottes“ dreht sich darum, dass Jesus Christus der angekündigte „Nachkomme“ oder Messias ist (Kol 2:2; 1Mo 3:15). Dieses heilige Geheimnis hat wiederum viele Facetten, einschließlich der Rolle, die Jesus in Gottes Vorhaben spielt (Kol 4:3). Wie Jesus hier zeigte, haben die „heiligen Geheimnisse“ mit dem Königreich des Himmels oder dem „Königreich Gottes“ zu tun, der Regierung im Himmel mit Jesus als König (Mar 4:11; Luk 8:10; siehe Anm. zu Mat 3:2). In den Christlichen Griechischen Schriften wird der Ausdruck mystḗrion anders verwendet als in den antiken Mysterienreligionen, die im 1. Jh. u. Z. florierten. Diese Religionen, denen oft ein Fruchtbarkeitskult zugrunde lag, versprachen ihren Anhängern Unsterblichkeit, direkte Offenbarungen und Zugang zu den Göttern durch mystische Rituale. Es liegt auf der Hand, dass diese Geheimnisse nichts mit Wahrheit zu tun hatten. Wer in die Mysterien einer solchen Religion eingeweiht wurde, gelobte, sie für sich zu behalten, und so blieben die Kulte geheimnisumwoben. Ganz anders verhielt es sich mit den heiligen Geheimnissen des Christentums, die überall bekannt gemacht wurden. In der Bibel wird das Wort mystḗrion dreimal auch in Verbindung mit der falschen Anbetung gebraucht. (Nähere Informationen zu diesen drei Stellen sind in den Anm. zu 2Th 2:7 und Off 17:5, 7 zu finden.)

der Gesetzlose: Gemeint ist „der Mensch der Gesetzlosigkeit“ aus 2Th 2:3. (Siehe Anm.)

durch den Geist seines Mundes: Als „Das Wort Gottes“ ist Jesus der wichtigste Sprecher Jehovas (Off 19:13; siehe Anm. zu Joh 1:1). Jehova hat ihn als messianischen König eingesetzt. Kraft dieses Amtes wird er über alle Feinde Gottes, einschließlich „des Gesetzlosen“, das Urteil sprechen. (Vgl. Jes 11:3, 4; Off 19:14-16, 21.)

durch das Offenbarwerden seiner Gegenwart: Hier geht es nicht um den gesamten Zeitraum der unsichtbaren Gegenwart Christi. Vielmehr meint Paulus ein bestimmtes Ereignis am Ende dieses Zeitraums, wenn Christi Gegenwart für alle offensichtlich wird (Luk 21:25-28; siehe Worterklärungen zu „Gegenwart“). Wie Paulus zeigt, würde „der Mensch der Gesetzlosigkeit“, der im 1. Jh. schon aktiv war, bis zu diesem Ereignis immer noch existieren. Er kann also keine Einzelperson sein, sondern steht für eine Gruppe. (Siehe Anm. zu 2Th 2:3.) Durch die Urteilsvollstreckung am „Menschen der Gesetzlosigkeit“ werden zwei Dinge offenbar: 1. Christus regiert als König; 2. die vorausgesagte „große Drangsal“ hat angefangen (Mat 24:21; siehe Worterklärungen zu „Große Drangsal“).

der Mensch der Gesetzlosigkeit: Das griechische Wort für „Gesetzlosigkeit“ beschreibt, dass sich jemand bewusst über Gesetze hinwegsetzt. In der Bibel ist damit die Missachtung der Gesetze Gottes gemeint. (Siehe Anm. zu Mat 24:12.) Paulus stellt hier eine Verbindung her zwischen dem „Menschen der Gesetzlosigkeit“ und der Abtrünnigkeit. Da eine ganze Reihe von Versammlungen gegen Abtrünnigkeit ankämpfen mussten, handelt es sich bei dem „Menschen der Gesetzlosigkeit“ offensichtlich nicht um eine Einzelperson, sondern um eine gefährliche Gruppe falscher Christen. (Siehe Anm. zu 2Th 2:8.) Paulus sagt auch voraus, dass dieser Mensch offenbart wird, d. h., man würde deutlich erkennen können, um wen es sich handelt. (Siehe Anm. zu 2Th 2:7.) Basierend auf einer anderen Lesart steht in manchen Bibeln „der Mensch der Sünde“. Die vorliegende Lesart ist jedoch in älteren Handschriften zu finden. Sie passt auch gut zum Kontext; ein paar Verse später spricht Paulus vom „Geheimnis dieser Gesetzlosigkeit“ und von „dem Gesetzlosen“ (2Th 2:7, 8).

das Wort: Oder „der Logos“. Griechisch ho lógos. Hier, wie auch in Joh 1:14 und Off 19:13, handelt es sich um einen Titel. Johannes macht deutlich, wer ihn trägt, nämlich Jesus. Er trug ihn als Geistwesen, bevor er auf die Erde kam, während seines Dienstes als vollkommener Mensch und auch nach seiner Himmelfahrt. Jesus war Gottes Wortführer oder Sprecher. Als solcher übermittelte er anderen Geistgeschöpfen und Menschen Informationen und Anweisungen. Deshalb kann man davon ausgehen, dass Jehova bei vielen Gelegenheiten, bevor Jesus auf die Erde kam, durch ihn mit den Menschen kommunizierte; er war der Engel, der ihm als Sprachrohr diente (1Mo 16:7-11; 22:11; 31:11; 2Mo 3:2-5; Ri 2:1-4; 6:11, 12; 13:3).

der Mensch der Gesetzlosigkeit: Das griechische Wort für „Gesetzlosigkeit“ beschreibt, dass sich jemand bewusst über Gesetze hinwegsetzt. In der Bibel ist damit die Missachtung der Gesetze Gottes gemeint. (Siehe Anm. zu Mat 24:12.) Paulus stellt hier eine Verbindung her zwischen dem „Menschen der Gesetzlosigkeit“ und der Abtrünnigkeit. Da eine ganze Reihe von Versammlungen gegen Abtrünnigkeit ankämpfen mussten, handelt es sich bei dem „Menschen der Gesetzlosigkeit“ offensichtlich nicht um eine Einzelperson, sondern um eine gefährliche Gruppe falscher Christen. (Siehe Anm. zu 2Th 2:8.) Paulus sagt auch voraus, dass dieser Mensch offenbart wird, d. h., man würde deutlich erkennen können, um wen es sich handelt. (Siehe Anm. zu 2Th 2:7.) Basierend auf einer anderen Lesart steht in manchen Bibeln „der Mensch der Sünde“. Die vorliegende Lesart ist jedoch in älteren Handschriften zu finden. Sie passt auch gut zum Kontext; ein paar Verse später spricht Paulus vom „Geheimnis dieser Gesetzlosigkeit“ und von „dem Gesetzlosen“ (2Th 2:7, 8).

hinter der Gegenwart des Gesetzlosen steht Satan, und er arbeitet: Wtl. „dessen Gegenwart ist gemäß dem Wirken des Satans“. Wie es in einem Nachschlagewerk heißt, bezieht sich das griechische Wort für „Wirken“ in den Christlichen Griechischen Schriften ausschließlich auf überirdische Wesen, sei es Gott oder der Teufel. Paulus macht deutlich, dass Satan die Macht hinter dem „Menschen der Gesetzlosigkeit“ ist (2Th 2:3). Das ist nicht verwunderlich: Das Wort „Satan“ kommt aus dem Hebräischen und bedeutet „Widerstandleistender“. (Siehe Anm. zu Mat 4:10.) Genauso leistet „der Mensch der Gesetzlosigkeit“ Jehova Widerstand, indem er gegen seine Lehren und sein Volk arbeitet.

der Gegenwart des Gesetzlosen: Wtl. „dessen Gegenwart“. Dass hier die Gegenwart des „Gesetzlosen“ aus dem vorigen Vers gemeint ist und nicht die Gegenwart Christi, wird aus dem Kontext deutlich.

Wundern: Oder „Vorzeichen“. Die Apostel Christi konnten durch Gottes Geist mächtige Taten, Zeichen und Wunder vollbringen (Apg 2:43; 5:12; 15:12; 2Ko 12:12). Würde „der Mensch der Gesetzlosigkeit“ irgendetwas Derartiges zustande bringen, dann nur mit der Hilfe Satans (2Th 2:3). Die Zeichen und Wunder wären „lügenhaft“ – entweder weil Betrug im Spiel wäre oder weil sie zu falschen Schlüssen verleiteten (2Th 2:10, 11). Sie würden vom Urheber des Lebens und vom Weg zu ewigem Leben ablenken. (Vgl. Mat 7:22, 23; 2Ko 11:3, 12-15; siehe Anm. zu Apg 2:19.)

Wunder: Oder „Vorzeichen“. In den Christlichen Griechischen Schriften wird das entsprechende Wort téras durchweg in Kombination mit sēméion („Zeichen“) verwendet, wobei beide Wörter immer im Plural stehen (Mat 24:24; Joh 4:48; Apg 7:36; 14:3; 15:12; 2Ko 12:12). téras bezeichnet grundsätzlich alles, was Ehrfurcht oder Staunen hervorruft. Wenn der Begriff ganz klar auf ein Ereignis in der Zukunft hindeutet, wird in einer Studienanmerkung die Wiedergabe „Vorzeichen“ als Alternative angegeben.

Satan: Von dem hebräischen Wort ßatán, was „Widerstandleistender“, „Gegner“ bedeutet.

Täuschung: Oder „Betrug“, „Verführung“. Das entsprechende griechische Wort wurde manchmal synonym für Vergnügen verwendet. Mit „Täuschung“ ist hier also nicht unbedingt gemeint, dass jemand betrogen wird, sondern eher, dass er sich von sündigen oder materialistischen Wünschen verführen lässt. (Siehe Anm. zu Kol 2:8.)

irreführende Ideen: Oder „Verführung“. An anderen Stellen wird das entsprechende griechische Wort mit „(be)trügerische Macht“ (Mat 13:22; Heb 3:13) und „irreführende Lehren“ (2Pe 2:13) übersetzt.

von Jehova geliebte Brüder: Paulus schreibt seinen Glaubensbrüdern, wie dankbar er Gott für sie ist. Er versichert ihnen, dass Jehova sie liebt. In 1Th 1:4 drückt er sich ähnlich aus („von Gott geliebte Brüder“). Die Formulierungen erinnern an Ausdrücke aus den Hebräischen Schriften, bei denen es um Jehovas Liebe zu seinen Dienern geht (5Mo 7:7, 8; 33:12; zur Verwendung des Gottesnamens in diesem Vers siehe Anh. C3, Einleitung, 2Th 2:13).

die Traditionen, über die ihr … belehrt worden seid: Hier geht es um Traditionen, die zu Recht Teil der wahren Anbetung sind. (Siehe Anm. zu 1Ko 11:2.)

Traditionen: Oder „Überlieferungen“. Das griechische Wort parádosis, das hier mit „Traditionen“ übersetzt ist, bezieht sich auf etwas, das weitergegeben oder überliefert wird, z. B. Informationen, Anweisungen oder Vorgehensweisen, die andere beachten sollen. In den Christlichen Griechischen Schriften wird das Wort manchmal im positiven Sinn für Traditionen verwendet, die Teil der wahren Anbetung waren (2Th 2:15; 3:6). Beispielsweise konnten die Informationen, die Paulus über den Ablauf der Abendmahlsfeier erhielt, zu Recht als christliche Tradition an die Versammlungen weitergegeben werden (1Ko 11:23). Oft wird parádosis auch im negativen Sinn für Traditionen gebraucht, die auf falschen Vorstellungen beruhten oder die man auf eine Art verstand oder befolgte, die fragwürdig war und sich schädlich auswirkte (Mat 15:2, 3; Mar 7:3, 5, 13; Kol 2:8).

eure Herzen trösten: Das mit „trösten“ übersetzte griechische Verb (parakaléō) bedeutet wtl. „jemanden zu sich (an seine Seite) rufen“. (Siehe Anm. zu Rö 12:8.) Im vorigen Vers spricht Paulus davon, dass „Gott … uns geliebt hat“. Diese Grundwahrheit – Jehova liebt seine Diener – verbindet er hier mit dem Gedanken, dass Jehova Herzen tröstet (Rö 8:32, 38, 39; Eph 1:7; 2:4, 5). Da die Thessalonicher mit Verfolgung zu kämpfen hatten, muss es ihnen gutgetan haben, daran erinnert zu werden (2Th 1:4).

ermutigt: Oder „ermahnt“. Das griechische Wort parakaléō (wtl. „jemanden an seine Seite rufen“) hat ein breites Bedeutungsspektrum. Es kann „ermutigen“, „Mut machen“ (Apg 11:23; 14:22; 15:32; 1Th 5:11; Heb 10:25) und „trösten“ bedeuten (2Ko 1:4; 2:7; 7:6; 2Th 2:17), in manchen Zusammenhängen auch „ermahnen“ oder „dringend bitten“ (Apg 2:40; Rö 15:30; 1Ko 1:10; Php 4:2; 1Th 5:14; 2Ti 4:2; Tit 1:9, Fn.). Da dasselbe Wort sowohl „ermahnen“ als auch „trösten“ bedeuten kann, liegt es nahe, dass ein Christ beim Ermahnen nie schroff oder unfreundlich sein sollte.

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