Nach Matthäus 13:1-58

13  Noch am selben Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an den See*.  Dort versammelten sich große Menschenmengen. Deshalb stieg er in ein Boot und nahm Platz, während die Leute alle am Ufer stehen blieben.+  Dann erklärte er ihnen vieles durch Vergleiche.+ Er sagte: „Da war ein Sämann, der losging, um zu säen.+  Beim Säen fielen einige Samenkörner auf den Weg, und Vögel kamen und pickten sie auf.+  Andere fielen auf felsigen Boden mit einer dünnen Erdschicht. Weil sie nur wenig Erde hatten, gingen sie sofort auf.+  Doch als die Sonne höher stieg, verbrannten die Pflänzchen. Sie gingen ein, weil sie keine Wurzeln hatten.  Wieder andere fielen unter die Dornen, die die Pflänzchen dann überwucherten und erstickten.+  Noch andere fielen auf guten Boden und brachten Ertrag – das eine 100-, das andere 60-, das nächste 30-mal so viel.+  Wer Ohren hat, soll gut zuhören!“+ 10  Die Jünger gingen auf Jesus zu und fragten: „Warum redest du zu den Leuten in Bildern?“+ 11  Er gab zur Antwort: „Ihr dürft die heiligen Geheimnisse vom Königreich des Himmels verstehen,+ sie aber nicht. 12  Denn wer hat, dem wird mehr gegeben werden, ja im Überfluss. Wer aber nicht hat, dem wird auch noch das, was er hat, weggenommen.+ 13  Deshalb rede ich zu ihnen in Bildern. Denn sie sehen und sehen doch nichts, sie hören und hören doch nichts und verstehen auch nicht die Bedeutung.+ 14  An ihnen erfüllt sich die Prophezeiung Jesajas: ‚Ihr werdet zwar hören, aber keinesfalls die Bedeutung verstehen, ihr werdet zwar schauen, aber keinesfalls sehen.+ 15  Denn das Herz dieser Leute ist unempfänglich* geworden. Sie haben zwar mit ihren Ohren gehört, aber nicht reagiert*, und sie haben ihre Augen verschlossen – sodass sie nicht etwa mit ihren Augen sehen und mit ihren Ohren hören und mit ihrem Herzen die Bedeutung verstehen und umkehren und ich sie heile.‘+ 16  Doch glücklich sind eure Augen, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören.+ 17  Denn ich versichere euch: Viele Propheten und andere gerechte Menschen wollten unbedingt sehen, was ihr seht, sahen es aber nicht,+ und wollten hören, was ihr hört, hörten es aber nicht. 18  Jetzt zu dem Vergleich mit dem Mann, der säte.+ Hört zu! 19  Wo jemand die Botschaft* vom Königreich hört, aber die Bedeutung nicht versteht, kommt der Teufel*+ und reißt weg, was ins Herz gesät wurde. So ist es mit dem, der auf den Weg gesät wurde.+ 20  Mit dem, der auf den felsigen Boden gesät wurde, ist es so: Das ist der, der die Botschaft hört und sie sofort mit Freude annimmt.+ 21  Allerdings hat er keine Wurzel in sich, hält sich aber trotzdem eine Zeit lang. Doch durch die Schwierigkeiten* oder die Verfolgung, die dann wegen der Botschaft entstehen, kommt er sofort ins Stolpern. 22  Mit dem, der unter die Dornen gesät wurde, ist es so: Das ist der, der die Botschaft hört, doch die Sorgen dieses Weltsystems+ und die trügerische Macht des Reichtums* ersticken die Botschaft und sie* kann keinen Ertrag bringen.+ 23  Mit dem, der auf den guten Boden gesät wurde, ist es so: Das ist der, der die gute Botschaft hört und ihre Bedeutung versteht und dann auch wirklich Frucht trägt und Ertrag liefert – der eine 100-, der andere 60-, der Nächste 30-mal so viel.“+ 24  Er brachte nun einen weiteren Vergleich: „Mit dem Königreich des Himmels ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf sein Feld säte.+ 25  Während die Menschen schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und machte sich davon. 26  Als die Halme wuchsen und sich Ähren bildeten, erschien auch das Unkraut. 27  Da gingen die Sklaven zum Hausherrn und sagten: ‚Herr, wo kommt denn das Unkraut her? Du hast doch guten Samen auf dein Feld gesät!‘ 28  Er antwortete: ‚Ein Feind, ein Mensch, war das.‘+ Da fragten die Sklaven: ‚Willst du, dass wir hingehen und es zusammensammeln?‘ 29  ‚Nein‘, sagte er, ‚sonst reißt ihr beim Zusammensammeln des Unkrauts den Weizen mit aus. 30  Lasst beides bis zur Ernte nebeneinander wachsen, und in der Erntezeit sage ich dann den Erntearbeitern: Sammelt zuerst das Unkraut zusammen und bündelt es, um es zu verbrennen. Dann sammelt den Weizen und bringt ihn in mein Vorratshaus.‘“+ 31  Er brachte dann noch einen anderen Vergleich: „Mit dem Königreich des Himmels ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf sein Feld säte.+ 32  Es ist zwar das kleinste aller Samenkörner, doch was daraus wächst, ist die größte aller Gartenpflanzen. Es wird zu einem Baum, sodass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen Unterschlupf finden.“ 33  Ein weiterer Vergleich lautete: „Mit dem Königreich des Himmels ist es wie mit Sauerteig, den eine Frau unter drei große Maß Mehl mischte, bis die ganze Masse durchsäuert war.“+ 34  All das teilte Jesus den Leuten in Bildern mit. Ja, er sagte ihnen nichts, ohne in Bildern zu reden,+ 35  damit sich erfüllte, was durch den Propheten angekündigt worden war: „Ich werde meinen Mund öffnen und in Bildern reden, ich werde das bekannt machen, was seit der Grundlegung verborgen war.“+ 36  Nachdem er die Leute weggeschickt hatte, ging er ins Haus. Seine Jünger kamen zu ihm und baten ihn: „Erkläre uns doch den Vergleich mit dem Unkraut auf dem Feld.“ 37  Er gab zur Antwort: „Der den guten Samen sät, ist der Menschensohn. 38  Das Feld ist die Welt.+ Und der gute Samen, das sind die Söhne des Königreiches. Aber das Unkraut, das sind die Söhne des Teufels*.+ 39  Und der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel. Die Ernte ist der Abschluss eines Weltsystems und die Erntearbeiter sind Engel. 40  So wie das Unkraut zusammengesammelt und verbrannt wird, so wird es am Abschluss des Weltsystems sein.+ 41  Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Königreich alles zusammensammeln, was andere zu Fall bringt, und auch Menschen, die gesetzlos handeln. 42  Sie werden sie in den Feuerofen werfen,+ wo sie weinen und mit den Zähnen knirschen werden. 43  Zu jener Zeit werden die Gerechten im Königreich ihres Vaters so hell leuchten wie die Sonne.+ Wer Ohren hat, soll gut zuhören! 44  Mit dem Königreich des Himmels ist es wie mit einem Schatz, der in einem Feld versteckt war. Ein Mann fand ihn und versteckte ihn wieder. Er freute sich so sehr, dass er losging und alles verkaufte, was er besaß, und das Feld kaufte.+ 45  Mit dem Königreich des Himmels ist es außerdem wie mit einem reisenden Händler, der auf der Suche nach wertvollen Perlen war. 46  Nachdem er eine besonders kostbare Perle gefunden hatte, ging er und verkaufte sofort alles, was er hatte, und kaufte sie.+ 47  Mit dem Königreich des Himmels ist es außerdem wie mit einem Schleppnetz, das ins Wasser gelassen wurde und in dem sich alle möglichen Fische sammelten. 48  Als es voll war, zog man es an den Strand. Man setzte sich, legte die guten Fische+ in Behälter und warf die ungeeigneten+ weg. 49  So wird es auch am Abschluss des Weltsystems sein:+ Die Engel werden ausziehen und die schlechten von den gerechten Menschen trennen 50  und sie in den Feuerofen werfen, wo sie weinen und mit den Zähnen knirschen werden. 51  Habt ihr verstanden, was das alles bedeutet?“ „Ja“, antworteten sie. 52  Da sagte er zu ihnen: „Gut, denn jeder öffentliche Lehrer, der über das Königreich des Himmels belehrt wird, ist wie ein Hausherr, der aus seinem Vorrat an Kostbarkeiten* Neues und Altes holt.“ 53  Nachdem Jesus diese Vergleiche gebracht hatte, zog er weiter. 54  In seinem Heimatgebiet+ eingetroffen, lehrte er in der Synagoge. Die Leute wunderten sich und sagten: „Wie kommt er bloß zu dieser Weisheit und zu diesen mächtigen Taten?+ 55  Ist das nicht der Sohn vom Zimmermann?+ Ist nicht Maria seine Mutter und sind nicht Jakobus, Joseph, Sịmon und Judas seine Brüder?+ 56  Und sind nicht alle seine Schwestern bei uns? Woher hat er dann das alles?“+ 57  Sie nahmen also Anstoß an ihm.+ Doch Jesus sagte zu ihnen: „Ein Prophet wird überall geehrt, nur nicht in seinem Heimatgebiet und in seinem eigenen Haus.“+ 58  Wegen ihres Unglaubens vollbrachte er dort nicht viele mächtige Taten.

Fußnoten

Wtl. „ans Meer“.
Wtl. „dick“, „fett“.
Oder „aber widerwillig“.
Wtl. „Wort“.
Wtl. „der Böse“.
Oder „Drangsal“.
Oder „die Verlockungen (das trügerische Vergnügen) des Reichseins“.
Evtl. auch „er“, d. h. „der, der die Botschaft hört“.
Wtl. „des Bösen“.
Wtl. „seinem Schatz“.

Studienanmerkungen

nahm Platz: Jüdische Lehrer setzten sich beim Lehren üblicherweise hin (Mat 5:1, 2).

am Ufer: Am See von Galiläa gibt es in der Nähe von Kapernaum eine Stelle, die eine Art natürliches Amphitheater bildet. Wenn Jesus dort von einem Boot aus gesprochen hätte, wäre es durch die gute Akustik selbst einer großen Menschenmenge möglich gewesen, ihn deutlich zu verstehen.

Vergleiche: Oder „Gleichnisse“. Das griechische Wort parabolḗ bedeutet wtl. „ein Nebeneinander- oder Zusammenstellen“. Damit kann ein Gleichnis, eine Veranschaulichung, ein Sprichwort oder ein Vergleich gemeint sein. Bei seinen Erklärungen stellte Jesus oft Dinge oder Sachverhalte nebeneinander, indem er sie miteinander verglich und Ähnlichkeiten hervorhob (Mar 4:30). Seine Gleichnisse waren kurze und meist erfundene Erzählungen, aus denen man eine moralische oder religiöse Lehre ziehen konnte.

felsigen Boden: Hier geht es nicht um einzelne felsige Stellen oder steiniges Erdreich, sondern um einen felsigen Untergrund, der nur von wenig Erde bedeckt ist. Im Parallelvers Luk 8:6 heißt es: „auf den Felsen“. Auf einem solchen Boden können die keimenden Samen keine tiefen Wurzeln ausbilden und bekommen dadurch nicht genug Wasser.

unter die Dornen: Jesus meinte offensichtlich keine großen Dornbüsche, sondern Unkraut, das nach dem Pflügen nicht ausgerissen worden war. Das Unkraut würde wachsen und dabei die aufkeimende Saat ersticken.

Königreich des Himmels: Diese Formulierung kommt nur im Matthäusevangelium vor, und zwar rund 30-mal. In den Evangelien von Markus und Lukas wird der gleichbedeutende Ausdruck „Königreich Gottes“ verwendet. Dadurch wird angezeigt, dass das Königreich seinen Regierungssitz im Himmel hat (Mat 21:43; Mar 1:15; Luk 4:43; Da 2:44; 2Ti 4:18).

heiligen Geheimnisse: Das griechische Wort mystḗrion wird in der Neuen-Welt-Übersetzung 25-mal mit „heiliges Geheimnis“ wiedergegeben und steht hier im Plural. Es bezieht sich auf verschiedene Aspekte von Gottes Vorhaben, die verborgen bleiben, bis er beschließt, sie zu offenbaren. Und dann werden sie komplett enthüllt – allerdings nur denjenigen, denen Gott dieses Verständnis gewähren möchte (Kol 1:25, 26). Ist ein heiliges Geheimnis Gottes erst einmal enthüllt, wird es so vielen wie möglich bekannt gemacht. In der Bibel wird das durch Wörter wie „verkünden“, „bekannt machen“, „predigen“, „offenbaren“ und „Offenbarung“ deutlich, die in Verbindung mit dem „heiligen Geheimnis“ verwendet werden (1Ko 2:1; Eph 1:9; 3:3; Kol 1:25, 26; 4:3). Das zentrale „heilige Geheimnis Gottes“ dreht sich darum, dass Jesus Christus der angekündigte „Nachkomme“ oder Messias ist (Kol 2:2; 1Mo 3:15). Dieses heilige Geheimnis hat wiederum viele Facetten, einschließlich der Rolle, die Jesus in Gottes Vorhaben spielt (Kol 4:3). Wie Jesus hier zeigte, haben die „heiligen Geheimnisse“ mit dem Königreich des Himmels oder dem „Königreich Gottes“ zu tun, der Regierung im Himmel mit Jesus als König (Mar 4:11; Luk 8:10; siehe Anm. zu Mat 3:2). In den Christlichen Griechischen Schriften wird der Ausdruck mystḗrion anders verwendet als in den antiken Mysterienreligionen, die im 1. Jh. u. Z. florierten. Diese Religionen, denen oft ein Fruchtbarkeitskult zugrunde lag, versprachen ihren Anhängern Unsterblichkeit, direkte Offenbarungen und Zugang zu den Göttern durch mystische Rituale. Es liegt auf der Hand, dass diese Geheimnisse nichts mit Wahrheit zu tun hatten. Wer in die Mysterien einer solchen Religion eingeweiht wurde, gelobte, sie für sich zu behalten, und so blieben die Kulte geheimnisumwoben. Ganz anders verhielt es sich mit den heiligen Geheimnissen des Christentums, die überall bekannt gemacht wurden. In der Bibel wird das Wort mystḗrion dreimal auch in Verbindung mit der falschen Anbetung gebraucht. (Nähere Informationen zu diesen drei Stellen sind in den Anm. zu 2Th 2:7 und Off 17:5, 7 zu finden.)

Ich versichere euch: Wtl. „Amen, ich sage euch“. Das griechische Wort amḗn ist eine Transliteration des hebräischen ʼamén, was „so soll es sein“ oder „gewiss“ bedeutet. Jesus leitete damit oft eine Aussage, ein Versprechen oder eine Prophezeiung ein, um zu betonen, dass seine Worte absolut wahr und vertrauenswürdig sind. Laut Experten wird das Wort „amen“ in keiner religiösen Schrift so verwendet, wie es Jesus tat. Manchmal wiederholte Jesus das Wort (amḗn amḗn), um seiner Aussage zusätzliches Gewicht zu verleihen; diese Verdopplung erscheint durchweg im Johannesevangelium und wurde mit „eins steht fest“ übersetzt. (Siehe Anm. zu Joh 1:51.)

ich versichere euch: Siehe Anm. zu Mat 5:18.

Weltsystems: Das griechische Wort aiṓn hat die Grundbedeutung von „Ära“, „Zeitalter“. Es kann sich auf Zustände oder Merkmale beziehen, die einen bestimmten Zeitabschnitt, eine Epoche oder ein Zeitalter kennzeichnen. Hier wird dieser Ausdruck mit den Sorgen und Problemen in Verbindung gebracht, die für das Leben im gegenwärtigen Weltsystem typisch sind. (Siehe Worterklärungen.)

säte Unkraut unter den Weizen: Im Nahen Osten des Altertums war eine solche feindliche Handlung nicht unbekannt. Mit dem Unkraut ist hier nach allgemeiner Auffassung eine bestimmte Grasart gemeint, und zwar der giftige Taumellolch (Lolium temulentum). Bis zur Reife sieht der Taumellolch dem Weizen zum Verwechseln ähnlich.

die Sklaven: In einigen Manuskripten steht nur „sie“, doch die Wiedergabe „die Sklaven“ ist besser belegt.

reißt ... den Weizen mit aus: Selbst wenn die Sklaven das Unkraut erkennen könnten, würden sie nicht nur das Unkraut ausreißen, sondern auch den Weizen, da sich die Wurzeln der Pflanzen miteinander verflochten haben.

säte Unkraut unter den Weizen: Im Nahen Osten des Altertums war eine solche feindliche Handlung nicht unbekannt. Mit dem Unkraut ist hier nach allgemeiner Auffassung eine bestimmte Grasart gemeint, und zwar der giftige Taumellolch (Lolium temulentum). Bis zur Reife sieht der Taumellolch dem Weizen zum Verwechseln ähnlich.

Sammelt ... das Unkraut zusammen: Wenn der Taumellolch (siehe Anm. zu Mat 13:25) reif ist, kann er leicht vom Weizen unterschieden werden.

Senfkorn: In Israel gibt es mehrere wild wachsende Senfarten, angebaut wird jedoch im Allgemeinen der Schwarze Senf (Brassica nigra). Dieser Senfsamen ist mit einem Durchmesser von 1 mm bis 1,6 mm und einem Gewicht von 1 mg relativ klein, dennoch wächst er zu einer baumähnlichen Pflanze heran. Manche Senfarten können bis zu 4,5 m hoch werden.

das kleinste aller Samenkörner: Das Senfkorn wurde in alten jüdischen Schriften als Bild für die kleinste Maßeinheit gebraucht. Heute kennt man zwar noch kleinere Samen, aber zur Zeit Jesu waren Senfkörner offensichtlich die kleinsten Samen, die galiläische Bauern sammelten und aussäten.

Sauerteig: Oder „Hefe“. Sauerteig wird in der Bibel oft als Bild für Verdorbenheit und Sünde gebraucht; hier steht er für Lehren, die einen verderblichen Einfluss ausüben (Mat 16:12; 1Ko 5:6-8; vgl. Anm. zu Mat 13:33).

Sauerteig: Jesus bezieht sich hier auf das Backen von Brot. Bei Sauerteig handelt es sich um eine kleine Menge gesäuerter Teig, den man aufhebt und unter neuen Teig knetet, um ihn zum Gären zu bringen. In der Bibel wird Sauerteig zwar oft als Symbol für Sünde und Verdorbenheit gebraucht (siehe Anm. zu Mat 16:6), er hat aber nicht immer eine negative Bedeutung (3Mo 7:11-15). Der Gärprozess steht in diesem Vers offenbar für die Ausbreitung von etwas Gutem.

große Maß: Das griechische Wort sáton ist gleichbedeutend mit dem hebräischen Sea, einer Maßeinheit, die 7,33 l entspricht. (Siehe 1Mo 18:6, Fn.; Worterklärungen zu „Sea“ und Anh. B14.)

damit sich erfüllte, was Jehova durch seinen Propheten angekündigt hatte: Diese und ähnliche Formulierungen kommen im Matthäusevangelium oft vor, offensichtlich um den jüdischen Lesern vor Augen zu führen, dass Jesus der angekündigte Messias ist (Mat 2:15, 23; 4:14; 8:17; 12:17; 13:35; 21:4; 26:56; 27:9).

Grundlegung der Welt: Das griechische Wort, das hier mit „Grundlegung“ übersetzt wurde, erscheint auch in Heb 11:11. Dort wird es in Zusammenhang mit einem „Nachkommen“ erwähnt und mit „empfangen“ wiedergegeben. Hier kommt es in der Formulierung „Grundlegung der Welt“ vor und bezieht sich allem Anschein nach auf die Empfängnis und Geburt von Kindern Adams und Evas. Jesus bringt die „Grundlegung der Welt“ mit Abel in Verbindung. Abel war offensichtlich der erste Mensch, der vom Tod erlöst werden kann und zu denen gehört, „deren Namen seit der Grundlegung der Welt ... in die Buchrolle des Lebens geschrieben wurden“ (Luk 11:50, 51; Off 17:8).

damit sich erfüllte, was durch den Propheten angekündigt worden war: Das nachfolgende Zitat stammt aus Ps 78:2. In diesem Psalm berichtete der Schreiber (hier als „Prophet“ bezeichnet) in anschaulicher Sprache von Gottes Handlungsweise mit dem Volk Israel. Auch Jesus gebrauchte in seinen vielen Vergleichen und Veranschaulichungen eine sehr bildreiche Sprache, um seinen Jüngern und den Menschenmengen, die ihm folgten, wichtige Lehren zu vermitteln. (Siehe Anm. zu Mat 1:22.)

seit der Grundlegung: Evtl. auch „seit der Grundlegung der Welt“. Die längere Lesart ist in einigen alten Handschriften zu finden, wo zusätzlich das griechische Wort für „Welt“ steht. (Vgl. Anm. zu Mat 25:34.) Andere alte Handschriften enthalten jedoch die kürzere Lesart, die hier im Haupttext verwendet wurde.

Menschensohn: Oder „Sohn eines Menschen“. Dieser Ausdruck kommt in den Evangelien rund 80-mal vor. Jesus bezeichnete sich selbst als Menschensohn, wodurch er offensichtlich Folgendes herausstellen wollte: Er war wirklich ein von einer Frau geborener Mensch und er war die passende menschliche Entsprechung zu Adam. In dieser Funktion hatte er die Macht, die Menschheit von Sünde und Tod zu erlösen (Rö 5:12, 14, 15). Die Bezeichnung „Menschensohn“ machte Jesus außerdem als den Messias oder Christus kenntlich (Da 7:13, 14; siehe Worterklärungen).

Menschensohn: Siehe Anm. zu Mat 8:20.

Welt: Gemeint ist die Menschenwelt.

Abschluss: Das griechische Wort syntéleia bedeutet „gemeinschaftliches Ende“, „gleichzeitiges Zuendegehen“ oder „gemeinsames Enden“ (Mat 13:39, 40, 49; 28:20; Heb 9:26). Damit ist eine Zeitspanne gemeint, während der verschiedene Ereignisse zusammentreffen, die zu dem vollständigen „Ende“ (griechisch télos) führen, das in Mat 24:6, 14 erwähnt wird. (Siehe Anm. zu Mat 24:6, 14 und Worterklärungen zu „Abschluss des Weltsystems“.)

Weltsystems: Das griechische Wort aiṓn hat die Grundbedeutung von „Ära“, „Zeitalter“. Es kann sich auf Zustände oder Merkmale beziehen, die einen bestimmten Zeitabschnitt, eine Epoche oder ein Zeitalter kennzeichnen. Hier wird dieser Ausdruck mit den Sorgen und Problemen in Verbindung gebracht, die für das Leben im gegenwärtigen Weltsystem typisch sind. (Siehe Worterklärungen.)

Weltsystems: Oder „Ära“. Das griechische Wort aiṓn bezieht sich hier auf Zustände oder Merkmale, die einen bestimmten Zeitabschnitt, eine Epoche oder ein Zeitalter kennzeichnen. (Siehe Worterklärungen zu „Weltsystem; Systeme“.)

Abschluss: Das mit „Abschluss“ wiedergegebene griechische Wort syntéleia erscheint auch in Mat 13:40, 49; 24:3; 28:20 und Heb 9:26. (Siehe Anm. zu Mat 24:3 und Worterklärungen zu „Abschluss des Weltsystems“.)

eines Weltsystems: Oder „einer Ära“. (Siehe Anm. zu Mat 13:22; 24:3 und Worterklärungen zu „Abschluss des Weltsystems“, „Weltsystem; Systeme“.)

Gesetzlosigkeit: Das hier verwendete griechische Wort schließt den Gedanken ein, Gesetze zu missachten oder zu verletzen oder so zu handeln, als gäbe es sie nicht. In der Bibel bezieht es sich darauf, die Gesetze Gottes zu missachten (Mat 7:23; 2Ko 6:14; 2Th 2:3-7; 1Jo 3:4).

gesetzlos: Siehe Anm. zu Mat 24:12.

mit den Zähnen knirschen: Oder „die Zähne zusammenbeißen“. Diese Wendung kann den Gedanken von Qual, Verzweiflung und Wut beinhalten, evtl. begleitet von verbalen Attacken und Handgreiflichkeiten.

mit den Zähnen knirschen: Siehe Anm. zu Mat 8:12.

alles: In einem frühen Manuskript ist das griechische Wort pánta („alles“) nicht enthalten, doch die vorliegende Lesart ist sowohl durch andere frühe als auch durch spätere Handschriften gut belegt.

Perle: In alter Zeit erntete man besonders wertvolle Perlen im Roten Meer, im Persischen Golf und im Indischen Ozean. Das erklärt, warum Jesus sagte, der Händler habe bei seiner Suche nach solchen Perlen auf Reisen gehen und großen Aufwand betreiben müssen.

die ungeeigneten: Kann sich auf Fische ohne Flossen und Schuppen beziehen; solche Fische waren laut mosaischem Gesetz unrein und durften nicht gegessen werden (3Mo 11:9-12; 5Mo 14:9, 10). Die Formulierung kann aber auch alle anderen Fische im Netz meinen, die nicht zum Verzehr geeignet waren.

Abschluss: Das mit „Abschluss“ wiedergegebene griechische Wort syntéleia erscheint auch in Mat 13:40, 49; 24:3; 28:20 und Heb 9:26. (Siehe Anm. zu Mat 24:3 und Worterklärungen zu „Abschluss des Weltsystems“.)

eines Weltsystems: Oder „einer Ära“. (Siehe Anm. zu Mat 13:22; 24:3 und Worterklärungen zu „Abschluss des Weltsystems“, „Weltsystem; Systeme“.)

Abschluss: Das griechische Wort syntéleia bedeutet „gemeinschaftliches Ende“, „gleichzeitiges Zuendegehen“ oder „gemeinsames Enden“ (Mat 13:39, 40, 49; 28:20; Heb 9:26). Damit ist eine Zeitspanne gemeint, während der verschiedene Ereignisse zusammentreffen, die zu dem vollständigen „Ende“ (griechisch télos) führen, das in Mat 24:6, 14 erwähnt wird. (Siehe Anm. zu Mat 24:6, 14 und Worterklärungen zu „Abschluss des Weltsystems“.)

Weltsystems: Oder „Ära“. Das griechische Wort aiṓn bezieht sich hier auf Zustände oder Merkmale, die einen bestimmten Zeitabschnitt, eine Epoche oder ein Zeitalter kennzeichnen. (Siehe Worterklärungen zu „Weltsystem; Systeme“.)

Abschluss des Weltsystems: Siehe Anm. zu Mat 13:39; 24:3 und Worterklärungen zu „Abschluss des Weltsystems“, „Weltsystem; Systeme“.

gerechten: Siehe Worterklärungen zu „Gerechtigkeit“.

öffentliche Lehrer: Oder „Gebildete“. Das griechische Wort grammateus wird mit „Schriftgelehrter“ übersetzt, wenn es sich auf einen Angehörigen der religiösen Gruppe der Schriftgelehrten bezieht. Bei dieser Gruppe handelte es sich um jüdische Lehrer, die sich gut im Gesetz auskannten. Hier wird das Wort aber für Jesu Jünger gebraucht, die ausgebildet wurden, um andere zu lehren.

In seinem Heimatgebiet: Wtl. „In seiner Vaterstadt“. Gemeint ist Jesu Heimatstadt Nazareth, wo seine nächsten Angehörigen lebten.

der Sohn vom Zimmermann: Das mit „Zimmermann“ wiedergegebene griechische Wort téktōn ist ein allgemeiner Ausdruck, der alle möglichen Arten von Handwerkern oder Baumeistern bezeichnen kann. Wenn sich das Wort auf jemand bezieht, der mit Holz arbeitet, kann er im Bauhandwerk tätig sein, Möbel anfertigen oder andere Gegenstände aus Holz herstellen. Justin der Märtyrer schrieb im 2. Jh. u. Z. über Jesus: „Er stellte ..., als er unter den Menschen weilte, Zimmermannsarbeiten her, Pflüge und Joche.“ Auch frühe Bibelübersetzungen in alte Sprachen stützen die Ansicht, dass Jesus mit Holzbearbeitung zu tun hatte. Jesus war sowohl als „der Sohn vom Zimmermann“ bekannt wie auch als „der Zimmermann“ (Mar 6:3). Offensichtlich lernte er das Handwerk von seinem Adoptivvater Joseph. Eine handwerkliche Ausbildung begann in der Regel, wenn ein Junge zwischen 12 und 15 Jahre alt war, und dauerte mehrere Jahre.

Jakobus: Bei diesem Halbbruder von Jesus handelt es sich offensichtlich um den Jakobus, der in Apg 12:17 (siehe Anm.) und Gal 1:19 erwähnt wird und der das Bibelbuch Jakobus geschrieben hat (Jak 1:1).

Judas: Dieser Halbbruder von Jesus ist offensichtlich der Judas (griechisch Ioúdas), der das gleichnamige Bibelbuch geschrieben hat (Jud 1).

Brüder: Das griechische Wort adelphós kann in der Bibel zwar einen Glaubensbruder bezeichnen, doch hier sind die anderen Söhne von Joseph und Maria und damit Jesu jüngere Halbbrüder gemeint. Manche, die glauben, Maria sei nach der Geburt von Jesus jungfräulich geblieben, behaupten, adelphós beziehe sich auf Cousins. Doch die Christlichen Griechischen Schriften verwenden für „Cousin“ das Wort anepsiós (Kol 4:10). Auch andere Beispiele machen deutlich, dass in den Christlichen Griechischen Schriften Verwandtschaftsverhältnisse präzise angegeben werden. Beispielsweise wird vom „Sohn der Schwester von Paulus“ gesprochen (Apg 23:16). Und in Luk 21:16 werden die griechischen Pluralformen von adelphós und syggenḗs (sprich: syngenḗs) nebeneinandergestellt, was mit „Geschwister“ (wtl. „Brüder“) und „Verwandte“ wiedergegeben wurde.

zum Schlechten verführt: Oder „zum Stolpern (Straucheln) bringt“. In den Christlichen Griechischen Schriften wird skandalízō für das Stolpern im übertragenen Sinn gebraucht: Es kann bedeuten, durch eine Sünde zu Fall zu kommen oder jemand anders dazu zu bringen, dass er durch eine Sünde zu Fall kommt. In diesem Vers kann man das Wort auch mit „zur Sünde verführen“, „zu einer Falle werden“ übersetzen. Wie die Verwendung des Wortes in der Bibel zeigt, kann die Sünde einschließen, gegen eines von Gottes Moralgesetzen zu verstoßen, den Glauben zu verlieren oder falsche Lehren zu akzeptieren. skandalízō kann außerdem im Sinn von „Anstoß nehmen“ verstanden werden. (Siehe Anm. zu Mat 13:57; 18:7.)

Sie nahmen ... Anstoß an ihm: Oder „Sie begannen ... seinetwegen zu stolpern“. In diesem Kontext ist das griechische Wort skandalízō („stolpern“) übertragen im Sinne von „Anstoß nehmen“ zu verstehen. Die Stelle könnte auch so übersetzt werden: „Sie weigerten sich ..., an ihn zu glauben.“ In anderen Kontexten vermittelt skandalízō den Gedanken, durch eine Sünde zu Fall zu kommen oder jemand anders dazu zu bringen, durch eine Sünde zu Fall zu kommen. (Siehe Anm. zu Mat 5:29.)

konnte er dort keine mächtigen Taten vollbringen: Jesus konnte in seinem Heimatgebiet nicht viele Wunder wirken, aber nicht weil ihm die Macht dazu gefehlt hätte, sondern weil es die Umstände nicht rechtfertigten. Die Einwohner von Nazareth hatten keinen Glauben, und das hielt Jesus davon ab, dort viele mächtige Taten zu vollbringen (Mat 13:58). Gottes Kraft sollte nicht für uneinsichtige Skeptiker verschwendet werden. (Vgl. Mat 10:14; Luk 16:29-31.)

vollbrachte er dort nicht viele mächtige Taten: Jesus wirkte in Nazareth nur wenige Wunder, nicht etwa weil ihm die Macht dazu gefehlt hätte, sondern weil es die Umstände nicht rechtfertigten. Es lag an dem Unglauben der Bewohner von Nazareth. (Siehe Anm. zu Mar 6:5.) Gottes Kraft sollte nicht für uneinsichtige Skeptiker verschwendet werden. (Vgl. Mat 10:14; Luk 16:29-31.)

Medien

Der See von Galiläa bei Kapernaum
Der See von Galiläa bei Kapernaum

Der See von Galiläa hat zwar nicht mehr den gleichen Wasserstand wie vor 2 000 Jahren und die Landschaft dort hat sich ebenfalls verändert, aber Jesus könnte in dieser Gegend von einem Boot aus zu einer Menschenmenge gesprochen haben. Da die Wasseroberfläche den Schall zurückwirft, wäre seine Stimme auf natürliche Weise verstärkt worden.

Die Arbeit eines Sämanns
Die Arbeit eines Sämanns

In biblischer Zeit trug man bei der Aussaat die Samenkörner in einem Sack, den man am Oberkörper und an der Taille festband. Eine andere Möglichkeit war, sein Obergewand zu einem Beutel hochzuschürzen und das Saatgut darin zu transportieren. Der Sämann streute den Samen mit einer weit ausholenden Bewegung aus. Dabei musste er aufpassen, dass der Samen nur auf den Ackerboden fiel und nicht auf die festgetretenen Pfade, die die Felder durchzogen. Anschließend wurde die Saat so bald wie möglich bedeckt, damit die Vögel sie nicht wegpicken konnten.

Überreste von Vorratshäusern in Masada
Überreste von Vorratshäusern in Masada

Vorratshäuser gab es in ganz Israel. Dort lagerte man gedroschenes Getreide und mitunter auch Öl oder Wein sowie kostbare Metalle und Steine.

Erntearbeiter
Erntearbeiter

In alter Zeit zogen Erntearbeiter die Getreidehalme manchmal einfach nur aus dem Boden, doch normalerweise schnitten sie die Halme mit einer Sichel ab (5Mo 16:9; Mar 4:29). Geerntet wurde gewöhnlich in der Gemeinschaft, wobei mehrere Gruppen von Arbeitern das reife Getreide auf einem Feld abernteten (Ru 2:3; 2Kö 4:18). Einige Bibelschreiber zogen das Ernten als Veranschaulichung heran, so z. B. König Salomo, der Prophet Hosea und der Apostel Paulus (Spr 22:8; Hos 8:7; Gal 6:7-9). Auch Jesus gebrauchte diese allseits vertraute Tätigkeit als Bild, und zwar für die Rolle, die seine Jünger und die Engel beim Jüngermachen spielen würden (Mat 13:24-30, 39; Joh 4:35-38).

Senfkorn
Senfkorn

Der Senfsamen war von den verschiedenen Samenarten, die galiläische Bauern sammelten und aussäten, offensichtlich die kleinste. In alten jüdischen Schriften wurde das Senfkorn als Sprachbild für die kleinste Maßeinheit gebraucht.

Fischer beim Einholen eines Schleppnetzes
Fischer beim Einholen eines Schleppnetzes

Zu Jesu Zeit wurden Schleppnetze wahrscheinlich aus Flachsfasern hergestellt. Es gibt Belege dafür, dass Schleppnetze bis zu 300 m lang waren. Am unteren Rand waren Gewichte befestigt und der obere Rand war mit Schwimmern versehen. Das Netz wurde vom Boot aus ins Wasser gelassen. Eine Methode, es wieder einzuholen, war folgende: Die Fischer brachten die langen, an den Enden des Netzes befestigten Zugseile an Land. Dort zogen mehrere Männer an den Seilen, wodurch sich das Netz Stück für Stück aufs Ufer zubewegte und alles in seinem Weg umschloss.