Nach Lukas 11:1-54

11  Einmal hielt Jesus an einem bestimmten Platz inne und betete. Als er fertig war, sagte einer seiner Jünger zu ihm: „Herr, bring uns bei, wie man betet, so wie es auch Johạnnes seinen Jüngern beigebracht hat.“  Da sagte er zu ihnen: „Wenn ihr betet, sagt: ‚Vater, dein Name soll geheiligt werden.+ Lass dein Königreich kommen.+  Gib uns jeden Tag das Brot nach unserem täglichen Bedarf.+  Und vergib uns unsere Sünden,+ denn auch wir selbst vergeben jedem, der bei uns verschuldet ist.+ Und bring uns nicht in Versuchung.‘“+  Dann sagte er noch: „Angenommen, einer von euch geht um Mitternacht zu einem Freund und bittet ihn: ‚Mein Freund, leih mir doch drei Brote.  Ein Freund von mir ist nämlich gerade angereist und ich habe nichts zum Anbieten.‘  Doch von innen kommt die Antwort: ‚Hör auf, mich zu stören. Die Tür ist schon verschlossen und meine Kinder liegen bei mir im Bett. Ich kann jetzt nicht aufstehen und dir etwas geben.‘  Ich sage euch: Er wird ganz sicher aufstehen und ihm alles geben, was er braucht – selbst wenn er es nicht aus Freundschaft tut, sondern weil der andere so hartnäckig ist.+  Deshalb sage ich euch: Bittet immer wieder+ und ihr werdet bekommen, sucht weiter und ihr werdet finden, klopft immer wieder an und es wird euch geöffnet werden.+ 10  Denn jeder, der bittet, bekommt,+ und jeder, der sucht, findet, und jedem, der anklopft, wird geöffnet. 11  Welcher Vater unter euch wird seinem Kind* schon eine Schlange geben, wenn es um einen Fisch bittet?+ 12  Oder wenn es außerdem um ein Ei bittet, gibt er ihm dann etwa einen Skorpion? 13  Wenn also schon ihr es versteht, euren Kindern Gutes zu schenken, obwohl ihr schlecht seid, wie viel mehr wird dann der Vater im Himmel denen, die ihn bitten, heiligen Geist geben!“+ 14  Später trieb er einen Dạ̈mon aus, der Stummheit verursachte.+ Als der Dạ̈mon verschwunden war, fing der Stumme an zu sprechen, und die Leute staunten nur so.+ 15  Doch einige sagten: „Der kann die Dämọnen doch nur durch Beelzebub, den Herrscher der Dämọnen, austreiben.“+ 16  Andere wollten ihn auf die Probe stellen und verlangten von ihm deshalb ein Zeichen+ vom Himmel. 17  Da er wusste, was sie dachten,+ sagte er zu ihnen: „Jedes Reich, das in sich gespalten ist, geht unter, und jede Familie, die in sich gespalten ist, zerfällt. 18  So ist es auch mit Satan. Wenn er in sich selbst gespalten ist, wie soll sein Reich bestehen? Schließlich behauptet ihr ja, ich würde die Dämọnen mithilfe von Beelzebub austreiben. 19  Wenn ich die Dämọnen durch Beelzebub austreibe, wie treiben eure Söhne sie dann aus? Darum werden sie eure Richter sein. 20  Wenn ich die Dämọnen aber durch den Finger Gottes+ austreibe, dann ist Gottes Königreich schon gekommen, ohne dass ihr es gemerkt habt*.+ 21  Solange ein starker, gut bewaffneter Mann seinen Palast bewacht, ist sein Besitz in Sicherheit. 22  Doch wenn ein noch Stärkerer ihn angreift und besiegt, nimmt er ihm alle Waffen weg, auf die er vertraut hat. Und dann verteilt er, was er ihm weggenommen hat. 23  Wer nicht für mich ist, ist gegen mich, und wer nicht mit mir einsammelt, der zerstreut.+ 24  Wenn ein böser* Geist aus einem Menschen auszieht, irrt er auf der Suche nach einem Ruheplatz in verlassenen Gegenden umher. Nachdem er keinen gefunden hat, sagt er sich: ‚Ich kehre in mein Haus zurück, aus dem ich ausgezogen bin.‘+ 25  Und bei seiner Ankunft findet er das Haus sauber gefegt und schön hergerichtet vor. 26  Er nimmt dann sieben weitere Geister mit, die noch bösartiger sind als er selbst, und sie ziehen ein und bleiben. So ist dieser Mensch am Ende schlimmer dran als vorher.“+ 27  Als er das alles sagte, rief eine Frau aus der Menschenmenge: „Glücklich ist der Mutterleib, der dich getragen hat, und glücklich sind die Brüste, die dich gestillt haben!“+ 28  Doch er entgegnete: „Nein, sondern glücklich ist, wer Gottes Wort hört und danach lebt!“+ 29  Als die Leute in Massen zusammenliefen, fing er an zu erklären: „Diese Generation ist eine böse Generation. Sie verlangt ein Zeichen*, wird aber keins bekommen – nur das Zeichen Jonas.+ 30  Denn so, wie Jona+ für die Ninivịten zu einem Zeichen wurde, wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein. 31  Die Königin des Südens+ wird mit den Männern dieser Generation im Gericht aufstehen und sie verurteilen, denn sie kam von den Enden der Erde, um die Weisheit Sạlomos zu hören. Aber seht! Hier ist jemand, der bedeutender ist als Sạlomo.+ 32  Die Einwohner von Nịnive werden mit dieser Generation im Gericht aufstehen und sie verurteilen, denn sie bereuten auf das hin, was Jona predigte.+ Aber seht! Hier ist jemand, der bedeutender ist als Jona. 33  Nachdem man eine Lampe angezündet hat, versteckt man sie nicht und stellt sie auch nicht unter ein Messgefäß, sondern auf den Lampenständer,+ sodass jeder, der hereinkommt, das Licht sehen kann. 34  Das Auge ist die Lampe des Körpers. Wenn dein Auge fokussiert ist, dann ist auch dein ganzer Körper voller Licht*.+ Doch wenn es neidisch ist, dann ist auch dein Körper finster.+ 35  Achte deshalb darauf, dass das Licht in dir nicht Finsternis ist. 36  Wenn also dein ganzer Körper voller Licht ist und nichts davon finster, dann wird er so hell sein, als würde dir eine Lampe durch ihre Strahlen Licht spenden.“ 37  Nachdem er das gesagt hatte, wurde er von einem Pharisäer zum Essen eingeladen. Also ging er zu ihm und legte sich zu Tisch. 38  Der Pharisäer war jedoch überrascht, als er sah, dass er sich vor dem Essen nicht wusch.+ 39  Da sagte der Herr zu ihm: „Ihr Pharisäer, ihr macht den Becher und die Schüssel außen sauber, aber innen seid ihr voll von Gier* und Schlechtigkeit.+ 40  Ihr Unvernünftigen! Hat nicht der, der das Äußere gemacht hat, auch das Innere gemacht? 41  Gebt den Armen, was aus dem Inneren kommt, und ihr werdet sehen: Alles an euch wird rein sein*.+ 42  Wehe euch, ihr Pharisäer! Denn ihr gebt ein Zehntel von der Minze und der Raute und von jedem anderen* Gartenkraut*,+ aber die Gerechtigkeit* und die Liebe zu Gott vernachlässigt ihr! Das eine war zwar eure Pflicht, aber das andere hättet ihr nicht vernachlässigen dürfen.+ 43  Wehe euch, ihr Pharisäer! Denn ihr liebt es, in den Synagogen die vorderen Sitze zu bekommen und auf den Marktplätzen besonders gegrüßt zu werden.+ 44  Wehe euch, denn ihr seid wie die Gräber*, die nicht klar zu erkennen sind+ und über die man unwissentlich hinwegläuft!“ 45  Darauf erwiderte ein Gesetzesexperte: „Lehrer, damit beleidigst du auch uns.“ 46  Er aber sagte: „Wehe auch euch, ihr Gesetzesexperten, weil ihr den Menschen Lasten aufladet, die sie kaum tragen können, doch ihr selbst rührt die Lasten mit keinem Finger an!+ 47  Wehe euch, denn ihr baut Gräber* für die Propheten, dabei haben eure Vorfahren sie getötet!+ 48  Zweifellos seid ihr Zeugen der Taten eurer Vorfahren und trotzdem heißt ihr sie gut. Sie haben die Propheten getötet,+ aber ihr errichtet deren Gräber. 49  Deswegen hat die Weisheit Gottes auch gesagt: ‚Ich werde Propheten und Apostel zu ihnen senden, und sie werden einige von ihnen töten und verfolgen.+ 50  So wird diese Generation für das Blut aller Propheten, das seit Grundlegung der Welt vergossen worden ist, zur Rechenschaft gezogen*,+ 51  vom Blut Abels+ an bis zum Blut Sachạrjas, der zwischen dem Altar und dem Tempel umgebracht wurde.‘+ Ja, ich sage euch, diese Generation wird dafür zur Rechenschaft gezogen*. 52  Wehe euch, ihr Gesetzesexperten! Denn ihr habt den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen. Selbst seid ihr nicht hineingegangen, hindert aber auch alle, die hineinwollen.“+ 53  Als er dann nach draußen ging, setzten ihn die Schriftgelehrten und die Pharisäer heftig unter Druck und bestürmten ihn mit vielen weiteren Fragen. 54  Sie warteten nur darauf, ihn mit seinen eigenen Worten in die Falle zu locken.+

Fußnoten

Wtl. „Sohn“.
Oder „dann ist Gottes Königreich schon zu euch gekommen“. Wtl. „dann hat euch Gottes Königreich in Wirklichkeit eingeholt“.
Wtl. „unreiner“.
Oder „übernatürlichen Beweis“.
Oder „hell“.
Oder „Raub“.
Evtl. auch „Alles wird für euch rein sein“.
Oder „allen Arten von“.
Evtl. auch „Gemüse“.
Oder „gerechten Urteile“.
Oder „Gedenkgräber“.
Oder „Gedenkgräber“.
Oder „wird das Blut ... gefordert“.
Oder „es wird von ... gefordert“.

Studienanmerkungen

Herr, bring uns bei, wie man betet: Nur Lukas erwähnt diese Bitte des Jüngers. Das Gespräch fand etwa eineinhalb Jahre nach der Bergpredigt statt, bei der Jesus seinen Jüngern ein Mustergebet gelehrt hatte (Mat 6:9-13). Vielleicht war der betreffende Jünger damals nicht dabei gewesen, und so wiederholte Jesus gern noch einmal die wichtigsten Punkte. Dem Jünger ging es offenbar nicht darum, etwas völlig Neues zu lernen oder etwas, was er noch nie getan hatte. Die Juden waren es gewohnt, im Alltag und beim Gottesdienst zu beten. Die Hebräischen Schriften enthalten in den Psalmen und anderen Bibelbüchern zahlreiche Gebete. Außerdem waren dem Jünger zweifellos die formalistischen Gebete der jüdischen Religionsführer bekannt. Wahrscheinlich hatte er Jesus beim Beten beobachtet und festgestellt, dass er ganz anders betete als die Rabbis mit ihren scheinheiligen Gebeten (Mat 6:5-8).

Name: Der Eigenname Gottes wird in Hebräisch mit den vier Konsonanten יהוה (JHWH) geschrieben. Die Wiedergabe „Jehova“ hat im Deutschen eine lange Tradition. In der Neuen-Welt-Übersetzung erscheint der Name an 6 979 Stellen in den Hebräischen Schriften und an 237 Stellen in den Christlichen Griechischen Schriften. (Nähere Informationen zum Gebrauch des Gottesnamens in den Christlichen Griechischen Schriften sind im Anh. A5 und Anh. C zu finden.) In der Bibel steht der Ausdruck „Name“ manchmal auch für eine Person an sich, für ihren Ruf und für alles, was sie über sich selbst offenbart. (Vgl. 2Mo 34:5, 6; Off 3:4, Fn.)

soll geheiligt werden: Oder „soll heiliggehalten werden“, „soll als heilig behandelt werden“. Hierbei handelt es sich um die Bitte, dass alle Geschöpfe – auf der Erde und im geistigen Bereich – Gottes Namen heilighalten. Die Bitte schließt ein, dass Gott Schritte unternehmen möge, um sich selbst zu heiligen – und zwar indem er seinen Namen von aller Schande befreit, die seit der Rebellion der ersten Menschen in Eden über ihn gebracht worden ist.

Lass dein Königreich kommen: Oder „Lass dein Reich [oder „deine Regierung“] kommen“. Dieses Königreich ist eine Ausdrucksform von Gottes Oberherrschaft über die Erde. Durch diese Bitte drückt man seinen Wunsch aus, Jehova möge endgültige Schritte unternehmen, damit sein Königreich unter dem messianischen König und dessen Mitregenten zur einzigen Regierung über die ganze Erde wird. Wie durch Jesu Gleichnis in Luk 19:11-27 bestätigt wird, „kommt“ Gottes Königreich in dem Sinne, dass es Gericht hält, alle Feinde vernichtet und diejenigen belohnt, die das Königreich sehnsüchtig erwarten. (Siehe Mat 24:42, 44.) Das Königreich wird das gegenwärtige böse Weltsystem einschließlich aller Regierungen beseitigen und ein gerechtes neues Weltsystem herbeiführen (Da 2:44; 2Pe 3:13; Off 16:14-16; 19:11-21).

Wenn ihr betet, sagt: Das folgende Gebet (V. 2b-4) entspricht im Wesentlichen dem Mustergebet, das Jesus etwa eineinhalb Jahre zuvor in der Bergpredigt gelehrt hatte (Mat 6:9b-13). Interessanterweise wiederholte er es nicht wortwörtlich. Er führte also kein liturgisches Gebet ein, das man auswendig aufsagt. Jesus selbst und seine Apostel hielten sich bei späteren Gebeten nicht starr an die Formulierungen des Mustergebets.

Name: Siehe Anm. zu Mat 6:9.

soll geheiligt werden: Siehe Anm. zu Mat 6:9.

Lass dein Königreich kommen: Siehe Anm. zu Mat 6:10.

das Brot nach unserem täglichen Bedarf: In verschiedenen Kontexten kann mit dem hebräischen und auch dem griechischen Wort für „Brot“ Nahrung generell gemeint sein (1Mo 3:19, Fn.). Jesus wies somit darauf hin, dass alle, die Gott dienen, ihn voller Vertrauen um Nahrung bitten dürfen – allerdings nur um so viel, wie sie für den Tag brauchen, nicht um Überfluss. Die Bitte erinnerte die Jünger vielleicht daran, dass die Israeliten von dem Manna, das sie durch ein Wunder erhielten, nur so viel aufsammeln sollten, wie sie „für den jeweiligen Tag“ benötigten (2Mo 16:4). Jesus führte hier dieselbe Bitte an wie in der Bergpredigt eineinhalb Jahre zuvor, doch er wiederholte sie nicht wortwörtlich (Mat 6:9b-13). Offenbar wollte er nicht, dass dieses Gebet Wort für Wort aufgesagt wird (Mat 6:7). Wenn Jesus wichtige Lehren wiederholte, wie hier über das Gebet, tat er es so, dass es auch diejenigen verstehen konnten, die zum ersten Mal davon hörten. Für die anderen war es eine Wiederholung der Hauptpunkte.

Schuld: Oder „Schulden“; gemeint sind Sünden. Wer gegen jemand anders sündigt, macht bei ihm sozusagen Schulden oder steht bei ihm in der Schuld und muss ihn um Vergebung bitten. Möchte jemand seine Schuld von Gott vergeben bekommen, muss er zuerst seinen eigenen Schuldnern vergeben, also denen, die gegen ihn gesündigt haben (Mat 6:14, 15; 18:35; Luk 11:4).

Bring uns nicht in Versuchung: Oder „Lass nicht zu, dass wir der Versuchung nachgeben“. In der Bibel heißt es von Gott hin und wieder, er würde bestimmte Dinge tun, obwohl er sie nur zulässt (Ru 1:20, 21). Daher bedeutet Jesu Aussage nicht, Gott würde Menschen zum Sündigen verleiten (Jak 1:13). Vielmehr ermuntert Jesus seine Nachfolger, Gott um Hilfe zu bitten, damit sie einer Versuchung nicht erliegen oder gar nicht erst in eine Versuchung geraten (1Ko 10:13).

der bei uns verschuldet ist: Oder „der gegen uns sündigt“. Wer gegen jemand sündigt, macht bei ihm quasi Schulden oder steht bei ihm in der Schuld und muss ihn um Vergebung bitten. Im Mustergebet, das Jesus in der Bergpredigt lehrte, sprach er nicht von Sünden, sondern von „Schuld“. (Siehe Anm. zu Mat 6:12.) Das griechische Wort, das mit „vergeben“ übersetzt wurde, bedeutet wtl. „fortlassen“ oder „loslassen“; d. h., man hält nicht an der Schuld fest, sondern erlässt sie dem anderen.

bring uns nicht in Versuchung: Siehe Anm. zu Mat 6:13.

Mein Freund, leih mir doch drei Brote: In der orientalischen Kultur hat Gastfreundschaft einen hohen Stellenwert. Das zeigt auch diese Veranschaulichung. Der Gast kommt unerwartet erst um Mitternacht an, damals offenbar nichts Ungewöhnliches, da auf Reisen immer etwas Unvorhergesehenes passieren konnte. Dennoch fühlt sich der Gastgeber verpflichtet, ihm etwas zu essen anzubieten, und stört deswegen sogar seinen Nachbarn mitten in der Nacht, um ihn um Brot zu bitten.

Hör auf, mich zu stören: Der Nachbar in dieser Veranschaulichung zögert, seinem Freund zu helfen – nicht etwa weil er unfreundlich wäre, sondern weil er bereits im Bett liegt. Damals hatten die Häuser oft nur einen großen Raum, vor allem die Häuser armer Leute. Musste der Hausherr nachts aufstehen, störte er vermutlich die ganze Familie, auch die schlafenden Kinder.

hartnäckig: Hier steht im Griechischen ein Substantiv, das wörtlich mit „Unverschämtheit“ oder „Schamlosigkeit“ wiedergegeben werden kann. In diesem Kontext bezeichnet es jedoch Beharrlichkeit oder Hartnäckigkeit. Dem Mann in Jesu Veranschaulichung ist es weder peinlich, noch scheut er sich, hartnäckig um etwas zu bitten, was er braucht. Jesus sagte seinen Jüngern, dass sie beim Beten genauso beharrlich sein sollten (Luk 11:9, 10).

Bittet immer wieder ..., sucht weiter ..., klopft immer wieder an: Die Wörter „immer wieder“ und „weiter“ machen die fortlaufende Handlung deutlich, die im Griechischen durch die Verbform zum Ausdruck kommt; sie betonen, dass man beim Beten beharrlich sein muss. Durch den Gebrauch von drei Verben wird Intensität ausgedrückt. In der Veranschaulichung in Luk 11:5-8 stellt Jesus einen ähnlichen Punkt heraus.

Bittet immer wieder ..., sucht weiter ..., klopft immer wieder an: Siehe Anm. zu Mat 7:7.

obwohl ihr schlecht seid: Aufgrund der Erbsünde sind alle Menschen unvollkommen und folglich mehr oder weniger schlecht.

wie viel mehr: Jesus gebrauchte bei seiner Argumentation oft die Methode, vom Kleineren auf das Größere zu schließen. Zuerst nannte er eine allseits anerkannte Tatsache und leitete dann davon eine Schlussfolgerung ab, die nicht von der Hand zu weisen war (Mat 10:25; 12:12; Luk 11:13; 12:28).

obwohl ihr schlecht seid: Siehe Anm. zu Mat 7:11.

wie viel mehr: Siehe Anm. zu Mat 7:11.

Beelzebub: Evtl. eine Abwandlung von Baal-Sebub, was „Besitzer (Herr) der Fliegen“ bedeutet und den Baal meint, den die Philister in Ekron verehrten (2Kö 1:3). Einige griechische Handschriften enthalten die abgewandelten Formen Beelzeboul und Beezeboul, die möglicherweise „Besitzer (Herr) des erhabenen Wohnsitzes (der Wohnung)“ bedeuten oder auch „Herr des Mistes (Kots)“, falls es sich um ein Wortspiel mit dem nicht biblischen hebräischen Wort sével („Mist“, „Kot“) handelt. Wie sich aus Luk 11:18 schließen lässt, ist „Beelzebub“ eine Bezeichnung für Satan, den Obersten oder Herrscher der Dämonen.

Familie: Wtl. „Haus“. In der Ursprache konnte das Wort eine einzelne Familie meinen oder alle Angehörigen eines Haushalts – auch alle, die z. B. in einem Königspalast lebten und arbeiteten (Apg 7:10; Php 4:22). Der Begriff wurde auch für Herrscherdynastien wie die Herodäer gebraucht, bei denen interne Streitigkeiten und Unfrieden an der Tagesordnung waren und zerstörerisch wirkten.

Familie: Siehe Anm. zu Mar 3:25.

Finger Gottes: Gemeint ist Gottes heiliger Geist. Das zeigt eine ähnliche, frühere Unterhaltung, von der Matthäus berichtet. Hier im Lukasevangelium sagte Jesus, er würde die Dämonen „durch den Finger Gottes“ austreiben, während er laut Mat 12:28 sagte, dass er sie „durch Gottes Geist“ austreiben würde, d. h. durch Gottes aktive Kraft.

sauber gefegt: In einigen Handschriften heißt es hier: „unbewohnt, sauber gefegt“. Doch die vorliegende Übersetzung wird durch zahlreiche alte, maßgebliche Handschriften gedeckt. Das griechische Wort für „unbewohnt“ kommt in Mat 12:44 vor, wo Jesus eine ähnliche Aussage machte. Deshalb sind einige Bibelwissenschaftler der Ansicht, dass Abschreiber dieses Wort im Lukasevangelium hinzugefügt haben, um die beiden Berichte in Einklang zu bringen.

Zeichen Jonas: Bei einer früheren Begebenheit sprach Jesus vom „Zeichen des Propheten Jona“ und brachte es mit seinem Tod und seiner Auferstehung in Verbindung (Mat 12:39, 40). Als Jona nach „drei Tagen und drei Nächten“ aus dem Bauch des Fisches befreit wurde, war es für ihn, als käme er aus dem Grab (Jon 1:17 bis 2:2). Jesu Rückkehr aus dem buchstäblichen Grab durch eine Auferstehung sollte genauso eine Tatsache werden wie Jonas Befreiung aus dem Fisch. Doch Jesu verstockte Gegner würden nicht einmal dann an ihn glauben, wenn er nach Teilen von drei Tagen wieder zum Leben kommen würde. Jona war auch in der Hinsicht ein „Zeichen“, dass er den Leuten in Ninive mutig predigte, woraufhin sie bereuten (Mat 12:41; Luk 11:32).

Königin des Südens: Gemeint ist die Königin von Scheba. Wie man annimmt, lag ihr Reich in SW-Arabien (1Kö 10:1).

Königin des Südens: Siehe Anm. zu Mat 12:42.

plötzlich: Das griechische Wort idoú, hier mit „plötzlich“ wiedergegeben, bedeutet wtl. „siehe“ oder „seht“. Es wird oft verwendet, um auf etwas aufmerksam zu machen, was gleich folgt: Der Leser soll sich etwas vorstellen oder auf ein Detail in einer Erzählung hingewiesen werden. idoú wird auch gebraucht, um etwas Wichtiges hervorzuheben oder um etwas Neues bzw. Überraschendes anzukündigen. In den Christlichen Griechischen Schriften erscheint das Wort am häufigsten im Matthäus- und im Lukasevangelium sowie in der Offenbarung. In den Hebräischen Schriften kommt an vielen Stellen ein vergleichbarer Begriff vor.

seht!: Siehe Anm. zu Mat 1:20.

Lampe: In biblischer Zeit nutzte man zur Beleuchtung von Räumen in der Regel kleine, mit Olivenöl gefüllte Tongefäße.

Messgefäß: Griechisch módios. Dabei handelte es sich um ein Gefäß zum Abmessen trockener Stoffe wie Getreide; es hatte ein Fassungsvermögen von etwa 9 l.

Lampe: Siehe Anm. zu Mat 5:15.

Messgefäß: Siehe Anm. zu Mat 5:15.

Das Auge ist die Lampe des Körpers: Ein buchstäbliches Auge, das voll funktionsfähig ist, „erleuchtet“ den gesamten Körper, also den gesamten Menschen – wie eine Lampe einen dunklen Ort. Jesus gebraucht hier das Auge im übertragenen Sinn (Eph 1:18).

fokussiert: Oder „klar“, „gesund“. Die Grundbedeutung des griechischen Wortes haploús ist „einfach“ (im Gegensatz zu „mehrfach“) oder „schlicht“. Es kann den Gedanken vermitteln, dass man sein Denken oder seine Ergebenheit auf ein einziges Ziel richtet. Damit ein buchstäbliches Auge seine Aufgabe erfüllen kann, muss es in der Lage sein, sich auf eine einzelne Sache zu fokussieren. Wer im übertragenen Sinn sein Auge auf das einzig Richtige fokussiert (Mat 6:33), wird feststellen, wie positiv sich das auf seine ganze Persönlichkeit auswirkt.

neidisch: Wtl. „schlecht“, „böse“. Buchstäblich schlechte Augen können nicht klar sehen. Bei einem neidischen Auge ist es ähnlich: Es kann das wirklich Wichtige nicht fokussieren (Mat 6:33). Es ist unzufrieden und gierig und der Blick schweift unaufmerksam und unstet umher. Mit so einem Auge schätzt man Dinge falsch ein und richtet sein Leben auf selbstsüchtige Ziele aus. (Siehe Anm. zu Mat 6:22.)

Das Auge ist die Lampe des Körpers: Siehe Anm. zu Mat 6:22.

fokussiert: Siehe Anm. zu Mat 6:22.

neidisch: Siehe Anm. zu Mat 6:23.

waschen sie sich: In vielen alten Handschriften steht hier das griechische Wort baptízō („eintauchen“, „untertauchen“). Meistens beschreibt es die christliche Taufe. Es wird jedoch auch für die verschiedenen wiederholt durchgeführten rituellen Waschungen gebraucht, die ihre Wurzeln in der jüdischen Tradition hatten (Luk 11:38). Andere Handschriften verwenden hier das Wort rhantízō, das „besprengen“ oder „durch Besprengung reinigen“ bedeutet (Heb 9:13, 19, 21, 22). Welche Lesart man auch bevorzugt, es ändert nichts an der Grundaussage: Streng religiöse Juden aßen erst, nachdem sie sich auf bestimmte Weise rituell gereinigt hatten. Archäologische Funde in Jerusalem bestätigen, dass zur Zeit Jesu Ritualbäder in Gebrauch waren. Das würde dafür sprechen, dass im Urtext das Verb baptízō stand, das auch mit „sich untertauchen“ übersetzt werden kann.

wusch: Damit ist eine rituelle Reinigung gemeint. Das griechische Wort baptízō („eintauchen“, „untertauchen“) beschreibt meistens die christliche Taufe. Hier wird es jedoch für die verschiedenen wiederholten rituellen Waschungen gebraucht, die ihre Wurzeln in der jüdischen Tradition hatten. (Siehe Anm. zu Mar 7:4.)

den Armen etwas gibst: Oder „Gaben der Barmherzigkeit gibst“. Das griechische Wort eleēmosýnē wird in vielen Bibeln mit „Almosen“ wiedergegeben. Es ist mit den griechischen Wörtern für „Barmherzigkeit“ und „Barmherzigkeit zeigen“ oder „Barmherzigkeit erweisen“ verwandt. eleēmosýnē bezieht sich auf Geld oder Nahrungsmittel, die man Armen schenkt, um ihre Not zu lindern.

Gebt den Armen: Oder „Gebt als Gaben der Barmherzigkeit“. (Siehe Anm. zu Mat 6:2.)

was aus dem Inneren kommt: Jesus bezieht sich hier wohl auf Eigenschaften des Herzens, da er im nächsten Vers (Luk 11:42) Gerechtigkeit und Liebe betont. Damit eine gute Tat auf echter Barmherzigkeit beruht, muss sie von innen kommen, aus einem Herzen, das großzügig und voller Liebe ist.

ein Zehntel von der Minze und der Raute und von jedem anderen Gartenkraut: Gemäß dem Gesetz von Moses mussten die Israeliten ein Zehntel (oder den Zehnten) ihres Ernteertrags abgeben (3Mo 27:30; 5Mo 14:22). Allerdings gab es keine ausdrückliche Vorschrift, dass sie auch von Kräutern wie Minze oder Raute ein Zehntel abgeben mussten. Jesus sprach sich jedoch nicht gegen diese Tradition an sich aus. Vielmehr kritisierte er die Schriftgelehrten und Pharisäer, weil sie beim Gesetz so großen Wert auf Kleinigkeiten legten, gleichzeitig aber versäumten, sich für die Prinzipien einzusetzen, auf denen das Gesetz beruhte, wie Gerechtigkeit und Liebe zu Gott. Als Jesus später eine ähnliche Aussage machte, nannte er Minze, Dill und Kümmel (Mat 23:23).

die vorderen Sitze: Oder „die besten Sitze“. Diese Ehrenplätze befanden sich offensichtlich in der Nähe der Schriftrollen und waren wahrscheinlich prominenten Personen wie den Synagogenvorstehern und besonderen Gästen vorbehalten. Wer dort saß, konnte von allen Anwesenden gesehen werden.

Marktplätzen: Oder „Versammlungsplätzen“. Das griechische Wort agorá bezieht sich hier auf eine freie Fläche, die es früher in den Städten und Dörfern der Griechen und Römer sowie des Vorderen Orients gab. Solche Plätze wurden für den Handel und für öffentliche Versammlungen genutzt.

die vorderen Sitze: Siehe Anm. zu Mat 23:6.

Marktplätzen: Siehe Anm. zu Mat 23:7.

weiß angestrichene Gräber: In Israel war es üblich, Gräber weiß anzustreichen, damit sie gut zu sehen waren. Sonst hätten Vorbeigehende sie aus Versehen berühren und sich dadurch verunreinigen können (4Mo 19:16). Laut der jüdischen Mischna (Schekalim 1:1) wurden die Gräber jedes Jahr einen Monat vor dem Passah neu gestrichen. Jesus gebrauchte die weißen Gräber in diesem Fall als Metapher für Heuchelei.

Gräber, die nicht klar zu erkennen sind: Oder „Gräber, die nicht markiert sind“. Bei den Juden war es allem Anschein nach nicht üblich, Gräber zu schmücken oder prunkvoll zu gestalten. Wie dieser Vers zeigt, waren manche Gräber so unauffällig, dass man darübergehen und rituell unrein werden konnte, ohne es zu merken. Gemäß dem Gesetz von Moses wurde jemand unrein, wenn er etwas berührte, das zu einem Toten gehörte. Wer also über ein Grab ging, war sieben Tage rituell unrein (4Mo 19:16). Damit man Gräber leichter erkennen und umgehen konnte, strichen die Juden sie jedes Jahr weiß an. Im vorliegenden Vers wollte Jesus offensichtlich sagen, dass Menschen, die gern mit den Pharisäern Gemeinschaft pflegten und sie für guten Umgang hielten, unmerklich von ihrer verdorbenen Einstellung und schlechten Denkweise angesteckt wurden. (Siehe Anm. zu Mat 23:27.)

hat die Weisheit Gottes auch gesagt: Offensichtlich ist gemeint: „hat Gott in seiner Weisheit auch gesagt“. Das folgende Zitat wird hier Gott zugeschrieben, während Jesus etwas Ähnliches bei einer anderen Gelegenheit selbst sagte (Mat 23:34).

Grundlegung der Welt: Das griechische Wort, das hier mit „Grundlegung“ übersetzt wurde, erscheint auch in Heb 11:11. Dort wird es in Zusammenhang mit einem „Nachkommen“ erwähnt und mit „empfangen“ wiedergegeben. Hier kommt es in der Formulierung „Grundlegung der Welt“ vor und bezieht sich allem Anschein nach auf die Empfängnis und Geburt von Kindern Adams und Evas. Jesus bringt die „Grundlegung der Welt“ mit Abel in Verbindung. Abel war offensichtlich der erste Mensch, der vom Tod erlöst werden kann und zu denen gehört, „deren Namen seit der Grundlegung der Welt ... in die Buchrolle des Lebens geschrieben wurden“ (Luk 11:50, 51; Off 17:8).

Grundlegung der Welt: Das griechische Wort, das mit „Grundlegung“ übersetzt wurde, erscheint auch in Heb 11:11. Dort wird es in Zusammenhang mit einem Nachkommen erwähnt und mit „empfangen“ wiedergegeben. In dem hier verwendeten Ausdruck „Grundlegung der Welt“ bezieht es sich allem Anschein nach auf die Geburt von Kindern Adams und Evas. Jesus bringt die „Grundlegung der Welt“ mit Abel in Verbindung. Abel war offensichtlich der erste Mensch, der vom Tod erlöst werden kann und zu denen gehört, „deren Namen seit der Grundlegung der Welt ... in die Buchrolle des Lebens geschrieben wurden“ (Luk 11:51; Off 17:8; siehe Anm. zu Mat 25:34).

vom Blut des gerechten Abel bis zum Blut von ... Sacharja: Jesus schloss in seine Aussage alle ermordeten Zeugen Jehovas ein, die in den Hebräischen Schriften erwähnt werden: angefangen mit Abel, von dem im ersten Bibelbuch die Rede ist (1Mo 4:8), bis hin zu Sacharja, von dem 2Ch 24:20 berichtet (die Chronika bilden den Abschluss des traditionellen jüdischen Kanons). Als Jesus sagte: „vom Blut des gerechten Abel bis zum Blut von ... Sacharja“, meinte er also: „vom ersten bis zum letzten Ermordeten“.

vom Blut Abels an bis zum Blut Sacharjas: Siehe Anm. zu Mat 23:35.

zwischen dem Altar und dem Tempel: Mit „Tempel“ (wtl. „Haus“) ist hier das Gebäude gemeint, in dem sich das Heilige und das Allerheiligste befanden. Laut 2Ch 24:21 wurde Sacharja „im Vorhof des Hauses Jehovas“ ermordet. Im inneren Vorhof vor dem Eingang in das Heiligtum befand sich der Brandopferaltar. (Siehe Anh. B8.) Das passt zu der Aussage von Jesus, der Mord sei „zwischen dem Altar und dem Tempel“ begangen worden.

Schlüssel der Erkenntnis: Jemandem Schlüssel zu übergeben, ob buchstäblich oder im übertragenen Sinn, bedeutet in der Bibel, jemandem ein gewisses Maß an Autorität zu verleihen (1Ch 9:26, 27; Jes 22:20-22). Der Ausdruck „Schlüssel“ wurde somit zu einem Symbol für Autorität und Verantwortung. Hier scheint mit „Erkenntnis“ von Gott kommende Erkenntnis gemeint zu sein, da Jesus mit Gesetzesexperten sprach. Von ihnen wurde erwartet, dass sie ihre Autorität und ihren Einfluss dazu gebrauchten, den Menschen eine genaue Erkenntnis über Gott zu vermitteln. Sie sollten Gottes Wort erklären, dessen Bedeutung sozusagen aufschließen. Ein Vergleich von Luk 11:52 mit Mat 23:13 zeigt, dass es sich bei dem Hineingehen um das Hineingehen in das Königreich handelt. Laut Matthäus sagte Jesus nämlich zu den religiösen Führern: „Ihr verschließt den Menschen das Königreich des Himmels.“ Da die religiösen Führer die Erkenntnis Gottes dem Volk nicht richtig weitergaben, hatten sie vielen die Möglichkeit weggenommen, Gottes Wort richtig zu verstehen und in das Königreich zu gelangen.

setzten ihn ... heftig unter Druck: Die entsprechende griechische Wendung kann bedeuten, sich um jemand zu drängen. Doch hier beschreibt sie offenbar die Anfeindungen der religiösen Führer, durch die sie großen Druck auf Jesus ausübten, um ihn einzuschüchtern. Das zugrunde liegende griechische Verb wird in Mar 6:19 mit „nachtragen“ („Groll hegen“, Fn.) übersetzt und beschreibt dort den erbitterten Hass von Herodias auf Johannes den Täufer.

Medien

Skorpion
Skorpion

Von den über 600 Skorpionarten sind etwa ein Dutzend in Israel und Syrien heimisch. Skorpione haben in der Regel eine Körperlänge von 2,5 bis 20 cm. Ihr Stich ist für Menschen normalerweise nicht tödlich. Es gibt jedoch Arten, deren Gift im Verhältnis stärker ist als das vieler gefährlicher Wüstenschlangen. Die giftigste Skorpionart in Israel ist der hier abgebildete Gelbe Mittelmeerskorpion (Leiurus quinquestriatus). Der Stich eines Skorpions ist sehr schmerzhaft. Darauf wird in Off 9:3, 5, 10 Bezug genommen. In biblischer Zeit waren Skorpione in der Judäischen Wüste und in der „Furcht einflößenden Wildnis“ der Sinaihalbinsel verbreitet (5Mo 8:15).

Lampenständer
Lampenständer

Diese künstlerische Darstellung eines Lampenständers (1) basiert auf Fundstücken aus Ephesus (Türkei) und Italien, die aus dem 1. Jh. stammen. Diese Art Lampenständer gab es wahrscheinlich eher in wohlhabenden Häusern. In ärmeren Häusern stellte man Lampen auf Ton- oder Holzständer und in Wandnischen (2) oder befestigte sie mit einer Schnur an der Decke.

Raute
Raute

Die Raute ist eine winterharte Staude, die eine Höhe von rund 1 m erreicht und intensiv riecht. Sie hat behaarte Stängel, graugrüne Blätter und in Büscheln angeordnete gelbe Blüten. In Israel sind sowohl die hier abgebildete Gefranste Raute (Ruta chalepensis latifolia) wie auch die Weinraute (Ruta graveolens) heimisch. Zur Zeit Jesu baute man die Raute womöglich als Heil- und Gewürzpflanze an. In der Bibel wird sie nur in Luk 11:42 erwähnt, wo Jesus die Pharisäer kritisierte, weil sie in Verbindung mit der Abgabe des Zehnten so kleinlich und scheinheilig waren. (Vgl. Mat 23:23.)

Marktplatz
Marktplatz

Manche Märkte, wie der hier abgebildete, lagen an einer Straße. Nicht selten blockierten die Händler mit ihren vielen Waren den Verkehr. Die Einheimischen konnten hier Haushaltsartikel, Keramik und teure Glaswaren erstehen sowie frische Produkte kaufen. Da es keine Kühlmöglichkeiten gab, musste man jeden Tag zum Markt gehen. Es war ein Ort, wo man von Händlern oder Durchreisenden Neuigkeiten erfuhr, wo Kinder spielten und wo Arbeitssuchende darauf warteten, dass jemand sie einstellte. Hier heilte Jesus Kranke und hier predigte Paulus (Apg 17:17). Die stolzen Schriftgelehrten und Pharisäer dagegen genossen es, an diesen öffentlichen Orten von den Menschen gesehen und gegrüßt zu werden.