Nach Lukas 16:1-31

16  Dann sagte er auch zu den Jüngern: „Ein reicher Mann hatte einen Verwalter,+ den man anklagte, mit dem Vermögen seines Herrn verschwenderisch umzugehen.  Sein Herr rief ihn zu sich und sagte: ‚Was höre ich da über dich? Leg einen Rechenschaftsbericht vor, denn du kannst nicht länger als Verwalter des Hauses arbeiten.‘  Da dachte sich der Verwalter: ‚Was soll ich jetzt tun, wo mein Herr mich nicht mehr als Verwalter haben will? Zum Graben bin ich nicht stark genug und ich schäme mich zu betteln.  Ah! Ich weiß, was ich mache, damit ich nach meiner Entlassung in den Häusern der Leute willkommen bin.‘  Und so rief er jeden zu sich, der bei seinem Herrn Schulden hatte. Den Ersten fragte er: ‚Wie viel schuldest du meinem Herrn?‘  ‚100 Maß Olivenöl‘, war die Antwort, worauf der Verwalter sagte: ‚Hier hast du deine schriftliche Vereinbarung. Setz dich und schreib schnell 50.‘  Dann fragte er den Nächsten: ‚Und du, wie viel Schulden hast du?‘ Die Antwort war: ‚100 große Maß Weizen.‘ ‚Hier ist deine schriftliche Vereinbarung‘, sagte der Verwalter. ‚Schreib 80.‘  Der Verwalter wurde von seinem Herrn gelobt, weil er, obwohl er ungerecht war, klug handelte. Denn die Söhne dieses Weltsystems handeln im Umgang mit ihrer eigenen Generation klüger als die Söhne des Lichts.+  Auch sage ich euch: Macht euch mit dem ungerechten Reichtum Freunde,+ damit sie euch, wenn dieser Reichtum versagt, in die ewigen Wohnorte aufnehmen.+ 10  Wer im Kleinen treu ist, ist auch im Großen treu, und wer im Kleinen ungerecht ist, ist auch im Großen ungerecht. 11  Wenn ihr euch also im Umgang mit dem ungerechten Reichtum nicht als treu erwiesen habt, wer wird euch dann das Wahre anvertrauen? 12  Und wenn ihr euch im Umgang mit dem, was einem anderen gehört, nicht als treu erwiesen habt, wer wird euch dann etwas für euch selbst geben*?+ 13  Kein Diener kann ein Sklave von zwei Herren sein. Den einen würde er hassen und den anderen lieben – zu dem einen würde er halten und den anderen würde er verachten. Ihr könnt nicht Sklaven Gottes und des Reichtums sein.“+ 14  Als die Pharisäer, die sehr am Geld hingen, das alles hörten, verzogen sie spöttisch das Gesicht.+ 15  Deshalb sagte er zu ihnen: „Ihr erklärt euch vor den Menschen selbst für gerecht,+ aber Gott kennt euer Herz.+ Was bei den Menschen hoch angesehen ist, ist für Gott abstoßend.+ 16  Das Gesetz und die Propheten gab es bis Johạnnes. Seitdem wird Gottes Königreich als gute Botschaft bekannt gemacht, und Menschen aller Art drängen vorwärts, ihm entgegen.+ 17  Eher vergehen Himmel und Erde, als dass auch nur ein einziger Strich eines Buchstabens aus dem Gesetz unerfüllt bleibt.+ 18  Jeder, der sich von seiner Frau scheiden lässt und eine andere heiratet, begeht Ehebruch, und wer eine Geschiedene heiratet, begeht ebenfalls Ehebruch.+ 19  Es gab einmal einen reichen Mann, der sich in Purpur und Leinen kleidete+ und Tag für Tag im Luxus schwelgte. 20  Vor sein Tor brachte man immer einen Bettler namens Lạzarus. Er war mit Geschwüren übersät 21  und sehnte sich danach, seinen Hunger mit dem zu stillen, was vom Tisch des Reichen fiel. Und ständig kamen Hunde und leckten an seinen Geschwüren. 22  Eines Tages starb der Bettler und wurde von den Engeln an die Seite Abrahams getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben. 23  Als er im Grab Qualen litt, blickte er hoch und sah von Weitem Abraham und an dessen Seite Lạzarus. 24  Da rief er: ‚Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir, und schick Lạzarus, damit er seine Fingerspitze ins Wasser taucht und meine Zunge kühlt, denn ich mache in diesem lodernden Feuer qualvolle Leiden durch.‘ 25  Doch Abraham sagte: ‚Kind, denk daran, dass du zu deinen Lebzeiten genug Gutes hattest, aber Lạzarus nur Schlechtes. Nun aber wird er hier getröstet und du machst qualvolle Leiden durch.+ 26  Außerdem wurde eine feste Trennung zwischen uns und euch geschaffen, eine große Kluft, sodass diejenigen, die von hier zu euch wollen, es nicht können und auch niemand von dort zu uns herüberkommen kann.‘ 27  Darauf bat der Reiche: ‚Vater, wenn das so ist, bitte ich dich, ihn in das Haus meines Vaters zu schicken. 28  Ich habe nämlich fünf Brüder, und er soll sie warnen, damit sie nicht auch an diesen Ort der Qual kommen.‘ 29  Doch Abraham sagte: ‚Sie haben Moses und die Propheten, auf die sollen sie hören.‘+ 30  ‚Nein, Vater Abraham‘, entgegnete der Reiche. ‚Aber wenn einer von den Toten zu ihnen geht, dann werden sie bereuen.‘ 31  Darauf sagte Abraham: ‚Wenn sie nicht auf Moses und die Propheten hören,+ werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.‘“

Fußnoten

Oder „dann geben, was euch gehört“.

Studienanmerkungen

Verwalter: Oder „Hausverwalter“. Der griechische Begriff oikonómos bezieht sich auf einen Diener, dem andere Diener unterstellt sind. In alter Zeit war es üblich, dass ein Herr einen treuen Sklaven als seinen Verwalter einsetzte, eine Stellung, die mit großem Vertrauen verbunden war. Abraham z. B. hatte so einen Diener, „der seinen ganzen Besitz verwaltete“ (1Mo 24:2). Wie 1Mo 39:4 zeigt, war Joseph ebenfalls ein Hausverwalter. In seiner Veranschaulichung sprach Jesus von nur einem Verwalter, was aber nicht heißen muss, dass dieser für eine Einzelperson steht. In der Bibel wird hin und wieder ein Begriff im Singular für eine ganze Personengruppe gebraucht, beispielsweise als Jehova zum Volk Israel sagte: „Ihr seid meine Zeugen [Plural], ... ja mein Diener [Singular], den ich ausgewählt habe“ (Jes 43:10). Auch im vorliegenden Vers steht der Verwalter für eine Personengruppe. In einer ähnlichen Veranschaulichung bezeichnete Jesus diesen Verwalter als „treuen und verständigen Sklaven“ (Mat 24:45).

Verwalter: Oder „Hausverwalter“. (Siehe Anm. zu Luk 12:42.)

Maß: Oder „Bath“. Nach Ansicht einiger Bibelwissenschaftler bezeichnet das griechische Wort bátos die gleiche Menge wie das hebräische Bath. Anhand von Tonkrugscherben, auf denen in Althebräisch das Wort „Bath“ steht, hat man errechnet, dass ein Bath in etwa 22 l entspricht. (Siehe Worterklärungen zu „Bath“ und Anh. B14.)

Maß: Oder „Bath“. Nach Ansicht einiger Bibelwissenschaftler bezeichnet das griechische Wort bátos die gleiche Menge wie das hebräische Bath. Anhand von Tonkrugscherben, auf denen in Althebräisch das Wort „Bath“ steht, hat man errechnet, dass ein Bath in etwa 22 l entspricht. (Siehe Worterklärungen zu „Bath“ und Anh. B14.)

große Maß: Oder „Kor“. Das griechische Wort kóros bezeichnet nach Ansicht einiger Bibelwissenschaftler die gleiche Menge wie das hebräische Kor, das 10 Bath entspricht. Man hat errechnet, dass ein Bath 22 l sind. Damit wäre ein Kor 220 l. (Siehe Anm. zu Luk 16:6; Worterklärungen zu „Bath“, „Kor“ und Anh. B14.)

verständige: Oder „kluge“. Das hier verwendete griechische Wort vermittelt den Gedanken von verstehen in Kombination mit Einsicht, Voraussicht, Urteilsvermögen, Klugheit und in die Praxis umgesetzter Weisheit. Dasselbe griechische Wort kommt in Mat 7:24 und 25:2, 4, 8, 9 vor, wo es mit „umsichtig“ wiedergegeben wird. In der Septuaginta steht das Wort in 1Mo 41:33, 39 als Beschreibung für Joseph.

verständige: Oder „weise“, „kluge“. Das griechische Adjektiv phrónimos vermittelt den Gedanken von verstehen in Kombination mit Einsicht, Voraussicht, Urteilsvermögen, Klugheit und in die Praxis umgesetzter Weisheit. In Luk 16:8 steht eine andere Form desselben Wortes. Sie wird dort mit „klüger“ bzw. „in praktischer Hinsicht weiser“ (in früheren Ausgaben der Neuen-Welt-Übersetzung) wiedergegeben. phrónimos kommt außerdem in Mat 7:24; 25:2, 4, 8, 9 vor. Die Septuaginta verwendet es in 1Mo 41:33, 39 für Joseph.

klug handelte: Oder „umsichtig (verständig) handelte“, „praktische Weisheit anwandte“. Das griechische Adverb phronímōs wird hier mit „klug“ wiedergegeben. Das verwandte Adjektiv phrónimos wird an einer anderen Stelle in diesem Vers mit „klüger“ übersetzt. Weitere Wiedergaben sind „umsichtig“ (Mat 7:24; 25:2) und „verständig“ (Mat 24:45; Luk 12:42). (Siehe Anm. zu Mat 24:45; Luk 12:42.)

Weltsystems: Das griechische Wort aiṓn hat die Grundbedeutung von „Ära“, „Zeitalter“. Es kann sich auf Zustände oder Merkmale beziehen, die einen bestimmten Zeitabschnitt, eine Epoche oder ein Zeitalter kennzeichnen. Hier bezieht es sich auf das gegenwärtige gottlose Weltsystem und einen weltlichen Lebensstil. (Siehe Worterklärungen zu „Weltsystem; Systeme“.)

Reichtum: Der griechische Ausdruck mamōnás stammt aus dem Semitischen und wird häufig mit „Mammon“ übersetzt, kann aber auch mit „Geld“ wiedergegeben werden. Der Reichtum wird hier als Herr oder eine Art falsche Gottheit personifiziert. Es ist allerdings nicht sicher, ob der Ausdruck je als Name für eine bestimmte Gottheit verwendet wurde.

ungerechten Reichtum: Wtl. „Mammon der Ungerechtigkeit“. Der griechische Ausdruck mamōnás stammt aus dem Semitischen und wird traditionell mit „Mammon“ übersetzt. Allgemein versteht man darunter Geld oder Reichtum. (Siehe Anm. zu Mat 6:24.) Jesus betrachtete diese Art von Reichtum offenbar deshalb als ungerecht, weil sündige Menschen darüber bestimmen, weil er in der Regel selbstsüchtigen Zwecken dient und weil er oft auf ungerechte Weise erworben wird. Hinzu kommt: Wer reich ist oder reich werden möchte, kann dazu verleitet werden, zu ungesetzlichen Mitteln zu greifen. Wohlhabende Personen sollten nicht auf ihren Besitz vertrauen, da er seinen Wert verlieren kann (1Ti 6:9, 10, 17-19). Stattdessen sollten sie ihre Mittel dafür verwenden, sich Jehova und Jesus zu Freunden zu machen, denn nur sie können jemand „in die ewigen Wohnorte aufnehmen“.

Freunde: D. h. Freunde im Himmel. Damit sind Jehova Gott und Jesus Christus gemeint, die Einzigen, die jemand „in die ewigen Wohnorte aufnehmen“ können.

ewigen Wohnorte: Wtl. „ewigen Zelte“. Gemeint sind offensichtlich die vollkommenen „Wohnorte“ in der ewig bestehenden neuen Welt – sei es im himmlischen Königreich bei Jesus Christus oder im Paradies auf der Erde, über die das Königreich regieren wird.

hasst: Das Wort „hassen“ hat in der Bibel mehrere Bedeutungsschattierungen. Es kann ein Gefühl der Feindseligkeit bezeichnen, das auf Böswilligkeit beruht und jemanden dazu bringt, anderen zu schaden. Es kann aber auch eine starke Abneigung oder Abscheu bezeichnen, die einen veranlasst, eine Person oder Sache zu meiden. Und schließlich kann das Wort einfach „weniger lieben“ bedeuten. Es heißt z. B., dass Jakob Lea „gehasst“ und Rahel geliebt hat (1Mo 29:31, Fn.; 5Mo 21:15, Fn.). Das heißt, er liebte Lea weniger als Rahel. In diesem Sinn wird das Wort „hassen“ auch in anderer jüdischer Literatur aus alter Zeit verwendet. Jesus meinte also nicht, seine Nachfolger sollten ihre Familie oder sich selbst buchstäblich hassen oder verabscheuen, denn das würde im Widerspruch zum Rest der Bibel stehen. (Vgl. Mar 12:29-31; Eph 5:28, 29, 33.) Folglich könnte das Wort „hassen“ in diesem Kontext auch mit „weniger lieben“ übersetzt werden.

dienen: Das griechische Verb bedeutet „ein Sklave sein“, und ein Sklave gehörte in der Regel nur einem einzigen Herrn. Jesus wollte sagen: Ein Christ kann nicht Gott die ausschließliche Ergebenheit schenken, die er verdient, und sich gleichzeitig dem Anhäufen von materiellen Dingen verschreiben.

Reichtum: Der griechische Ausdruck mamōnás stammt aus dem Semitischen und wird häufig mit „Mammon“ übersetzt, kann aber auch mit „Geld“ wiedergegeben werden. Der Reichtum wird hier als Herr oder eine Art falsche Gottheit personifiziert. Es ist allerdings nicht sicher, ob der Ausdruck je als Name für eine bestimmte Gottheit verwendet wurde.

hassen: Gemeint ist, dem einen Herrn weniger ergeben zu sein als dem anderen. (Siehe Anm. zu Luk 14:26.)

Sklaven ... sein: Siehe Anm. zu Mat 6:24.

Reichtums: Siehe Anm. zu Mat 6:24.

die Propheten und das Gesetz: Sonst heißt es immer: „das Gesetz und die Propheten“ (Mat 5:17; 7:12; 22:40; Luk 16:16), nur an dieser Stelle ist die Reihenfolge umgekehrt. Die Grundbedeutung ist offensichtlich die gleiche. (Siehe Anm. zu Mat 5:17.) In diesem Vers heißt es jedoch von allen Schriften – auch vom Gesetz –, dass sie prophezeiten. Anscheinend soll hier stärker der prophetische Charakter der Schriften hervorgehoben werden.

Das Gesetz und die Propheten: Mit dem „Gesetz“ sind die fünf Bücher Mose gemeint. „Die Propheten“ bezieht sich auf die prophetischen Bücher der Hebräischen Schriften. Wird beides zusammen erwähnt, können auch die gesamten Hebräischen Schriften gemeint sein (Mat 5:17; 7:12; 22:40; siehe Anm. zu Mat 11:13).

drängen vorwärts: Das entsprechende griechische Wort vermittelt den Grundgedanken von energischem Handeln oder von Anstrengung. Einige Bibelübersetzer verstehen es negativ, im Sinn von „Gewalt anwenden“ bzw. „Gewalt angetan bekommen“. Doch hier geht es darum, dass Gottes Königreich als gute Botschaft bekannt gemacht wird, was nahelegt, dass das griechische Wort hier positiv zu verstehen ist, im Sinn von „mit Enthusiasmus und Leidenschaft nach etwas streben“. Offensichtlich wird hier das energische Handeln oder die Anstrengung derjenigen beschrieben, die sich die gute Botschaft vom Königreich Gottes zu Herzen nahmen. Dadurch bekamen sie die Aussicht, Mitglieder des Königreiches zu werden.

ein Strich eines Buchstabens: Manche hebräische Buchstaben unterschieden sich voneinander nur durch einen winzigen Strich. Jesus hob durch diese Hyperbel hervor, dass sich Gottes Wort bis ins kleinste Detail erfüllt.

ein einziger Strich eines Buchstabens: In dem hebräischen Alphabet, das man zur Zeit Jesu verwendete, unterschieden sich manche Buchstaben nur durch einen winzigen Strich. Jesus hob durch diese Hyperbel hervor, dass sich Gottes Wort bis ins kleinste Detail erfüllen würde. (Siehe Anm. zu Mat 5:18.)

sexueller Unmoral: Das griechische Wort pornéia ist ein Oberbegriff für alle sexuellen Handlungen, die in der Bibel verboten werden. Dazu gehören Ehebruch, Prostitution, sexuelle Beziehungen zwischen Unverheirateten, Homosexualität und Sodomie. (Siehe Worterklärungen.)

die Ehe brechen: In diesem Zitat aus 2Mo 20:14 bzw. 5Mo 5:18 wird für das hebräische Verb naʼáph das griechische Verb moicheuō gebraucht. In der Bibel bezieht sich Ehebruch auf freiwillige sexuelle Handlungen einer verheirateten Person mit jemandem, der nicht ihr Ehepartner ist. (Vgl. die Anm. zu Mat 5:32, wo der Ausdruck „sexuelle Unmoral“, griechisch pornéia, behandelt wird.) Unter dem mosaischen Gesetz galt es als Ehebruch, wenn es zwischen einem Mann und der Verlobten oder der Ehefrau eines anderen zu freiwilligen sexuellen Beziehungen kam.

begeht ihr gegenüber Ehebruch: Jesus widersprach hier der gängigen rabbinischen Lehre, ein Mann könne sich „aus jedem beliebigen Grund“ von seiner Frau scheiden lassen (Mat 19:3, 9). Der Gedanke, man könne gegenüber der Frau Ehebruch begehen, war den meisten Juden fremd. Ihre Rabbiner lehrten, ein Mann könne gegenüber seiner Frau niemals Ehebruch begehen – nur Frauen konnten untreu werden. Dadurch, dass Jesus Ehemännern dieselbe moralische Verpflichtung auferlegte wie Ehefrauen, verlieh er Frauen Würde und erhöhte ihren Stellenwert.

sexueller Unmoral: Das griechische Wort pornéia ist ein Oberbegriff für alle sexuellen Handlungen, die in der Bibel verboten werden. Dazu gehören Ehebruch, Prostitution, sexuelle Beziehungen zwischen Unverheirateten, Homosexualität und Sodomie. (Siehe Worterklärungen.)

begeht Ehebruch: Das griechische Verb moicheuō bezeichnet eheliche Untreue. In der Bibel bezieht sich Ehebruch auf freiwillige sexuelle Handlungen einer verheirateten Person mit jemandem, der nicht ihr Ehepartner ist. (Vgl. die Anm. zu Mat 5:32, wo der Ausdruck „sexuelle Unmoral“, griechisch pornéia, behandelt wird.) Zur Zeit des mosaischen Gesetzes galt es als Ehebruch, wenn es zwischen einem Mann und der Verlobten oder der Ehefrau eines anderen zu sexuellen Beziehungen kam. (Siehe Anm. zu Mat 5:27; Mar 10:11.)

eine Geschiedene: Gemeint ist eine Frau, die nicht aufgrund von sexueller Unmoral geschieden wurde. (Siehe Anm. zu Mat 5:32.)

denen bewusst ist, dass sie Gott brauchen: Oder „die Bettler um den Geist sind“, „die sich ihrer geistigen Bedürfnisse bewusst sind“. Der griechische Ausdruck für „denen bewusst ist“ (wtl. „die Armen“, „die Bedürftigen“, „die Notleidenden“, „die Bettler“) beschreibt in diesem Kontext Menschen, die sich völlig im Klaren darüber sind, dass sie etwas Bestimmtes brauchen. Dasselbe Wort wird in Luk 16:20, 22 für den „Bettler“ Lazarus verwendet. In manchen Bibelübersetzungen wird die gesamte griechische Wendung mit „die Armen im Geist“ wiedergegeben; sie vermittelt den Gedanken von Menschen, denen schmerzlich bewusst ist, dass ihr Leben ohne Gott arm ist und sie ihn unbedingt brauchen. (Siehe Anm. zu Luk 6:20.)

Bettler: Oder „armen Mann“. Das griechische Wort kann eine Person bezeichnen, die sehr arm ist oder Not leidet. Es zeigt einen starken Kontrast zu dem reichen Mann in Jesu Geschichte auf. In Mat 5:3 wird es im übertragenen Sinn gebraucht. Wörtlich steht dort: „die Armen (die Bedürftigen, die Notleidenden, die Bettler) im Geist“. Diese Wendung vermittelt das Bild von Menschen, denen schmerzlich bewusst ist, dass ihr Leben ohne Gott arm ist und dass sie ihn unbedingt brauchen. (Siehe Anm. zu Mat 5:3.)

Lazarus: Vermutlich die griechische Form des hebräischen Namens Eleasar, der „Gott hat geholfen“ bedeutet.

Gebt etwas Heiliges nicht Hunden, und werft eure Perlen nicht vor die Schweine: Nach dem mosaischen Gesetz waren Hunde und Schweine unrein (3Mo 11:7, 27). Hunden durfte man das Fleisch von Tieren hinwerfen, die von einem Raubtier gerissen worden waren (2Mo 22:31), aber „heiliges Fleisch“, also das Fleisch von Opfertieren, durfte ihnen laut jüdischer Tradition nicht gegeben werden. In Mat 7:6 werden die Ausdrücke „Hunde“ und „Schweine“ für Menschen verwendet, die keine Wertschätzung für den Schatz der Wahrheit haben. Ähnlich wie Schweine den Wert von Perlen nicht erkennen, wissen solche Menschen die Wahrheit nicht zu schätzen und werden vielleicht sogar aggressiv gegenüber denjenigen, die sie ihnen bringen.

Kindern ... kleinen Hunden: Da Hunde im mosaischen Gesetz als unrein galten, werden sie in der Bibel oft im negativen Sinn erwähnt (3Mo 11:27; Mat 7:6; Php 3:2; Off 22:15). Doch sowohl laut dem Markusevangelium (7:​27) als auch dem Bericht von Matthäus verwendete Jesus das Wort für „Hund“ im Diminutiv; es könnte auch mit „Hündchen“ oder „Haushund“ übersetzt werden. Vielleicht spielte er auf ein Kosewort an, das Nichtjuden für ihre Haustiere verwendeten, und milderte so den Vergleich ab. Als er Israeliten mit „Kindern“ und Nichtjuden mit „kleinen Hunden“ verglich, wollte er offensichtlich eine Rangfolge andeuten: In einem Haushalt, in dem sowohl Kinder als auch Hunde lebten, würde man zuerst den Kindern zu essen geben.

Hunde: Nach dem mosaischen Gesetz waren Hunde unrein (3Mo 11:27). Die Hunde in dem Gleichnis, die die Geschwüre des Bettlers leckten, waren allem Anschein nach Streuner, die allen möglichen Unrat fraßen. In den Hebräischen Schriften wird der Ausdruck „Hund“ häufig im negativen Sinn gebraucht (5Mo 23:18, Fn.; 1Sa 17:43; 24:14; 2Sa 9:8; 2Kö 8:13; Spr 26:11). In Mat 7:6 wird er übertragen für Menschen verwendet, die keine Wertschätzung für den Schatz der Wahrheit haben. Alles in allem deutet die Erwähnung von Hunden in dem Gleichnis auf die niedrige soziale Stellung des Bettlers Lazarus hin. (Siehe Anm. zu Mat 7:6; 15:26.)

an die Seite Abrahams: Wtl. „zum Busen Abrahams“. Der „Busenplatz“ stand für besondere Gunst und Vertrautheit. (Siehe Anm. zu Joh 1:18.) Dieses Sprachbild kommt daher, dass man früher beim Essen nebeneinander auf einem Speisesofa lag und sich so an den Busen oder die Brust eines engen Freundes zurücklehnen konnte (Joh 13:23-25).

an die Seite Abrahams: Wtl. „zum Busen Abrahams“. Der „Busenplatz“ stand für besondere Gunst und Vertrautheit. (Siehe Anm. zu Joh 1:18.) Dieses Sprachbild kommt daher, dass man früher beim Essen nebeneinander auf einem Speisesofa lag und sich so an den Busen oder die Brust eines engen Freundes zurücklehnen konnte (Joh 13:23-25).

Grab: Oder „Hades“. Gemeint ist das Grab im allgemeinen Sinn im Gegensatz zu einem Einzelgrab. (Siehe Worterklärungen zu „Grab“.)

an dessen Seite: Wtl. „in seinem Busen“. (Siehe Anm. zu Luk 16:22.)

Sie haben Moses und die Propheten: Gemeint sind die Schriften von Moses und den Propheten, die an jedem Sabbat in der Synagoge vorgelesen wurden (Apg 15:21). Sie hätten sie dazu bringen sollen, Jesus als den von Gott auserwählten Messias und König anzuerkennen.

Medien

Schuldschein
Schuldschein

In seiner Geschichte von dem ungerechten Verwalter nahm Jesus auf die Praxis Bezug, Geschäftsvereinbarungen schriftlich festzuhalten (Luk 16:6, 7). Hier ist ein Schriftstück aus Papyrus zu sehen, das in Aramäisch verfasst ist und auf die Zeit um das Jahr 55 u. Z. datiert wird. Es wurde im Wadi Murabbaat gefunden, einem ausgetrockneten Flussbett in der Judäischen Wüste. Bei dem Schriftstück handelt es sich um einen Darlehensvertrag zwischen Absalom, Sohn von Hanin, und Sacharja, Sohn von Jehohanan. Angegeben sind die Höhe der Schuld und die Rückzahlungsbedingungen. An so ein Dokument könnten Jesu Zuhörer bei seiner Geschichte gedacht haben.

Purpur
Purpur

Der Farbstoff Purpur wurde früher aus Schalen- oder Weichtieren gewonnen, wie den Purpurschnecken Hexaplex trunculus (links) und Bolinus brandaris (rechts). Ihr Gehäuse ist 5 bis 8 cm lang. Am Hals dieser Schnecken befindet sich eine Drüse, die einen einzigen Tropfen einer weißlichen, schleimigen Flüssigkeit enthält. Sobald diese der Luft und dem Licht ausgesetzt wird, beginnt sie sich zu verfärben und wird schließlich tiefviolett oder purpurrot. Je nachdem wo die Purpurschnecken leben – sie kommen an der gesamten Mittelmeerküste vor –, hat der aus ihnen gewonnene Farbstoff unterschiedliche Schattierungen. Größere Schnecken brach man einzeln auf und entfernte vorsichtig das kostbare Drüsensekret, kleinere Schnecken wurden im Mörser zerstoßen. Da man von jeder Schnecke nur eine winzige Menge an Flüssigkeit erhielt, war die Gewinnung des Farbstoffs sehr kostspielig. Purpurfarbene Kleidung war deshalb ein Zeichen für Reichtum oder eine hohe Stellung (Est 8:15).