Nach Johannes 6:1-71

6  Danach fuhr Jesus über den See von Galilạ̈a beziehungsweise den See von Tibẹrias.+  Eine große Menschenmenge folgte ihm,+ weil sie die Wunderzeichen sah, die er vollbrachte, als er die Kranken heilte.+  Da ging Jesus auf einen Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern hin.  Das jüdische Passahfest+ stand kurz bevor.  Als Jesus aufblickte und eine große Menschenmenge kommen sah, fragte er Philịppus:+ „Wo sollen wir Brot kaufen, damit die Leute etwas zu essen haben?“+  Er sagte das allerdings, um ihn auf die Probe zu stellen, denn er selbst wusste ja, was er vorhatte.  Philịppus antwortete ihm: „Selbst wenn wir für 200 Denạre Brot kaufen, könnten wir nicht mal jedem ein kleines Stück geben.“  Und einer seiner Jünger, und zwar Andreas, der Bruder von Sịmon Petrus, sagte zu ihm:  „Der kleine Junge hier hat fünf Gerstenbrote und zwei kleine Fische. Doch was ist das schon bei so vielen Leuten?“+ 10  Jesus sagte jedoch: „Fordert die Leute auf, sich hinzusetzen.“ Die Stelle, wo die etwa 5 000 Männer Platz nahmen, war dicht mit Gras bewachsen.+ 11  Jesus nahm das Brot, sprach ein Dankgebet und verteilte es an alle, die dort saßen. Dasselbe machte er mit den kleinen Fischen, und jeder bekam, so viel er wollte. 12  Als alle satt waren, sagte er zu seinen Jüngern: „Sammelt die übrig gebliebenen Stücke ein, damit nichts verschwendet wird.“ 13  Also sammelten sie das ein, was nach dem Essen der fünf Gerstenbrote übrig geblieben war, und füllten damit zwölf Körbe. 14  Die Leute, die dieses Zeichen sahen, sagten: „Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen sollte.“+ 15  Da Jesus wusste, dass die Menschen drauf und dran waren, ihn mit aller Gewalt zum König zu machen, zog er sich wieder auf den Berg zurück+ – ganz allein.+ 16  Am Abend gingen seine Jünger hinunter zum See+ 17  und stiegen in ein Boot, um nach Kapẹrnaum überzusetzen. Es war inzwischen schon dunkel und Jesus war immer noch nicht bei ihnen.+ 18  Außerdem blies ein starker Wind und wühlte den See auf.+ 19  Als sie jedoch etwa 5 oder 6 Kilometer gerudert waren, sahen sie, wie Jesus über den See lief und auf das Boot zukam. Sie bekamen Angst, 20  doch er beruhigte sie: „Ich bin’s! Habt keine Angst.“+ 21  Da waren sie bereit, ihn an Bord zu holen, und gleich danach erreichten sie das Ufer, das sie angesteuert hatten.+ 22  Am nächsten Tag wurde den Leuten, die am anderen Seeufer geblieben waren, klar, dass dort außer einem kleinen Boot kein weiteres Boot gewesen war und dass die Jünger an Bord gegangen und ohne Jesus abgefahren waren. 23  Doch dann trafen Boote aus Tibẹrias in der Nähe des Ortes ein, wo sie nach dem Dankgebet des Herrn das Brot gegessen hatten. 24  Nachdem den Leuten also bewusst geworden war, dass weder Jesus noch seine Jünger da waren, stiegen sie in die Boote und fuhren nach Kapẹrnaum, um Jesus zu suchen. 25  Als sie ihn dann auf der anderen Seite des Sees fanden, fragten sie ihn: „Rabbi,+ wann bist du hierhergekommen?“ 26  Jesus antwortete: „Eins steht fest: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr die Brote gegessen habt und satt geworden seid.+ 27  Bemüht euch nicht um* die Nahrung, die vergänglich ist,+ sondern um die unvergängliche Nahrung, die zu ewigem Leben führt+ und die euch der Menschensohn geben wird. Denn ihn hat der Vater, also Gott selbst, mit dem Siegel der Anerkennung versehen.“+ 28  Da wollten sie von ihm wissen: „Was müssen wir tun? Wie können wir tun, was Gott will?“ 29  Jesus antwortete: „Gott will, dass ihr an den glaubt*, den er gesandt hat.“+ 30  Darauf fragten sie: „Was für ein Zeichen vollbringst du,+ damit wir es sehen und dir glauben? Was wirst du tun? 31  Unsere Vorfahren haben in der Wildnis das Manna gegessen,+ so wie es in den Schriften steht: ‚Er gab ihnen Brot vom Himmel zu essen.‘“+ 32  Jesus erwiderte: „Eins steht fest: Nicht Moses hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. 33  Denn das Brot Gottes ist der, der vom Himmel herabkommt und der Welt Leben gibt.“+ 34  Da sagten sie: „Herr, gib uns immer dieses Brot.“ 35  „Ich bin das Brot des Lebens“, erklärte Jesus. „Wer zu mir kommt, wird überhaupt nicht hungrig werden, und wer an mich glaubt*, wird überhaupt nie durstig werden.+ 36  Aber wie gesagt, ihr habt mich sogar gesehen und glaubt trotzdem nicht.+ 37  Alle, die der Vater mir gibt, werden zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich niemals wegjagen.+ 38  Denn ich bin nicht vom Himmel herabgekommen,+ um zu tun, was ich selbst will, sondern was der will, der mich gesandt hat.+ 39  Das ist der Wille dessen, der mich gesandt hat: dass ich von all denen, die er mir gegeben hat, keinen verliere,+ sondern dass ich sie am letzten Tag auferwecke.+ 40  Denn der Wille meines Vaters ist, dass jeder, der den Sohn anerkennt und an ihn glaubt, ewiges Leben hat,+ und ich werde ihn am letzten Tag auferwecken.“+ 41  Die Juden kritisierten ihn nun dafür, dass* er gesagt hatte: „Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist.“+ 42  Sie sagten zueinander: „Ist das nicht Jesus, der Sohn von Joseph? Wir kennen doch seinen Vater und seine Mutter!+ Wie kann er da jetzt behaupten: ‚Ich bin vom Himmel herabgekommen‘?“ 43  Darauf sagte Jesus: „Hört auf, herumzukritisieren*! 44  Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, der Vater, der mich gesandt hat, zieht ihn,+ und ich werde ihn am letzten Tag auferwecken.+ 45  In den Schriften der Propheten steht: ‚Sie werden alle von Jehova geschult werden*.‘+ Jeder, der dem Vater zugehört und von ihm gelernt hat, kommt zu mir. 46  Nicht dass jemand den Vater gesehen hat,+ außer dem, der von Gott kommt – er hat den Vater gesehen.+ 47  Eins steht fest: Wer glaubt, hat ewiges Leben.+ 48  Ich bin das Brot des Lebens.+ 49  Eure Vorfahren haben in der Wildnis das Manna gegessen und doch sind sie gestorben.+ 50  Wer aber dieses Brot, das vom Himmel herabkommt, isst, wird nicht sterben. 51  Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wenn jemand von diesem Brot isst, wird er für immer leben. Und in der Tat, das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, das ich für das Leben der Welt opfern werde.“+ 52  Das löste unter den Juden einen Streit aus und sie sagten: „Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?“ 53  Jesus erklärte ihnen: „Eins steht fest: Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes esst und sein Blut trinkt, habt ihr kein Leben in euch selbst.+ 54  Wer sich von meinem Fleisch ernährt und mein Blut trinkt, hat ewiges Leben, und ich werde ihn am letzten Tag auferwecken.+ 55  Mein Fleisch ist nämlich die wahre Nahrung und mein Blut das wahre Getränk. 56  Wer sich von meinem Fleisch ernährt und mein Blut trinkt, bleibt mit mir verbunden und ich mit ihm.+ 57  So, wie der lebendige Vater mich gesandt hat und ich durch den Vater lebe, so wird auch der, der sich von mir ernährt, durch mich leben.+ 58  Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Es ist nicht wie damals, als eure Vorfahren aßen und dennoch starben. Wer sich von diesem Brot ernährt, wird für immer leben.“+ 59  Das alles erklärte er, als er in Kapẹrnaum in einer Synagoge lehrte. 60  Als sie das hörten, meinten viele seiner Jünger: „Was er sagt, ist schockierend! Das kann sich doch keiner anhören!“ 61  Jesus wusste, dass seine Jünger seine Worte kritisierten*, und fragte sie deshalb: „Nehmt ihr daran Anstoß? 62  Was ist dann erst, wenn ihr den Menschensohn dorthin auffahren seht, wo er vorher war?+ 63  Es ist der Geist, der Leben gibt.+ Das Fleisch ist von gar keinem Nutzen. Meine Worte, die ich an euch gerichtet habe, sind Geist und sind Leben.+ 64  Aber es gibt einige unter euch, die nicht glauben.“ Jesus wusste nämlich von Anfang an, wer nicht glaubte und wer sein Verräter sein würde.+ 65  Er fügte hinzu: „Darum habe ich zu euch gesagt, dass niemand zu mir kommen kann, es sei denn, der Vater gewährt es ihm.“+ 66  Viele seiner Jünger gingen deshalb zu dem zurück, was sie hinter sich gelassen hatten,+ und begleiteten ihn nicht mehr. 67  Da fragte Jesus die Zwölf: „Wollt ihr etwa auch weggehen?“ 68  Sịmon Petrus antwortete: „Herr, zu wem sollen wir gehen?+ Du hast Worte des ewigen Lebens.+ 69  Wir glauben und wissen, dass du der Heilige Gottes bist.“+ 70  Jesus erwiderte: „Habe ich nicht euch zwölf ausgesucht?+ Einer von euch ist jedoch ein Verleumder.“+ 71  Er meinte damit Judas, den Sohn von Sịmon Iskạriot, der ihn verraten würde, obwohl er zu den Zwölf gehörte.+

Fußnoten

Oder „Arbeitet nicht für“.
Oder „Glauben ausübt“.
Oder „Glauben ausübt“.
Oder „murrten über ihn, weil“.
Oder „untereinander zu murren“.
Oder „Belehrte sein“.
Oder „darüber murrten“.

Studienanmerkungen

See von Galiläa: Ein Süßwassersee in Nordisrael. Er wird auch Galiläisches Meer genannt (Mat 15:29, Fn.), da das griechische Wort sowohl „See“ als auch „Meer“ bedeutet. Weitere Namen sind See Kinnereth (4Mo 34:11), See Genezareth (Luk 5:1) und See von Tiberias (Joh 6:1). Der See liegt etwa 210 m unter dem Meeresspiegel, ist 21 km lang (von N nach S), 12 km breit und maximal 48 m tief. (Siehe Anh. A7, Karte 3B, „Jesus am See von Galiläa“.)

den See von Galiläa beziehungsweise den See von Tiberias: Der See von Galiläa wurde manchmal auch als See von Tiberias bezeichnet. Der Name kommt hier und in Joh 21:1 vor. Die Stadt Tiberias am W-Ufer des Sees wurde nach dem römischen Kaiser Tiberius Cäsar benannt (Joh 6:23). (Siehe Anm. zu Mat 4:18.)

Das Passahfest: Das hier erwähnte Passahfest in der frühen Phase von Jesu Dienst muss das Passah im Frühjahr 30 u. Z. gewesen sein, da er seine Predigttätigkeit im Herbst 29 u. Z., nach seiner Taufe, aufnahm. (Siehe Anm. zu Luk 3:1 und Anh. A7.) Ein Vergleich der vier Evangelien zeigt, dass in der Zeit von Jesu irdischem Dienst vier Passahfeste stattfanden. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass Jesu Dienst dreieinhalb Jahre dauerte. Die Berichte von Matthäus, Markus und Lukas (oft als synoptische Evangelien bezeichnet) sprechen nur von Jesu letztem Passah. Johannes dagegen erwähnt drei Passahfeste direkt (Joh 2:13; 6:4; 11:55); bei dem vierten handelte es sich höchstwahrscheinlich um das „jüdische Fest“ in Joh 5:1. Dieses Beispiel macht deutlich, dass man die vier Evangelien miteinander vergleichen muss, um ein vollständigeres Bild von Jesu Leben zu bekommen. (Siehe Anm. zu Joh 5:1; 6:4; 11:55.)

ein jüdisches Fest: Johannes sagt nicht, um welches Fest es sich genau handelte, aber es spricht einiges dafür, dass er vom Passahfest 31 u. Z. sprach. Im Großen und Ganzen ist der Bericht von Johannes in chronologischer Reihenfolge verfasst. Der Kontext ordnet das Fest nicht lange nach Jesu Aussage ein, „dass es noch vier Monate bis zur Ernte sind“ (Joh 4:35). Und die Erntesaison, speziell die Gerstenernte, begann um die Zeit des Passahs, das am 14. Nisan (März/April) stattfand. Jesus scheint seine Aussage also im Monat Kislew (November/Dezember) gemacht zu haben. Dazwischen lagen noch das Fest der Einweihung und das Purimfest. Bei diesen Festen war ein Israelit aber nicht verpflichtet, nach Jerusalem hinaufzugehen. Anders beim Passah. Nach Gottes Gesetz hätte Jesus die Verpflichtung gehabt, bei diesem Fest in Jerusalem zu sein (5Mo 16:16). Deshalb ist es am wahrscheinlichsten, dass mit dem „jüdischen Fest“ das Passah gemeint ist. Es stimmt zwar, dass Johannes nur wenig über die Zeit bis zum nächsten Passahfest berichtet (Joh 6:4), doch wie die Übersicht in Anh. A7 zeigt, schreibt er generell nur sehr wenig über die frühe Phase von Jesu Dienst. Viele Ereignisse aus dieser Zeit, die er auslässt, waren bereits in den anderen drei Evangelien zu finden. Tatsächlich berichten diese über so viele Aktivitäten von Jesus, dass es schlüssig erscheint, dass zwischen dem in Joh 2:13 erwähnten Passah und dem in Joh 6:4 erwähnten noch ein weiteres Passahfest stattfand. (Siehe Anh. A7 und Anm. zu Joh 2:13.)

Das jüdische Passah: Gemeint ist das Passahfest 33 u. Z., offensichtlich das vierte Passah, das im Johannesevangelium erwähnt wird. (Siehe Anm. zu Joh 2:13; 5:1; 6:4.)

Passahfest: Gemeint ist offenbar das Passah im Jahr 32 u. Z., das dritte Passah in der Zeit von Jesu irdischem Dienst. (Siehe Anm. zu Joh 2:13; 5:1; 11:55 und Anh. A7.)

Wo sollen wir Brot kaufen, damit die Leute etwas zu essen haben?: Das ist das einzige Wunder Jesu, von dem alle vier Evangelien berichten (Mat 14:15-21; Mar 6:35-44; Luk 9:10-17; Joh 6:1-13).

Denare: Siehe Worterklärungen zu „Denar“ und Anh. B14.

dazu noch Frauen und Kinder: Nur Matthäus erwähnt auch Frauen und Kinder. Es könnte gut sein, dass Jesus insgesamt mehr als 15 000 Personen mit Essen versorgte.

Fordert die Leute auf, sich hinzusetzen: Oder „Lasst die Leute sich lagern“. „Leute“ gibt hier eine Form des griechischen Wortes ánthrōpos wieder, das oft sowohl Männer als auch Frauen einschließt. Das Wort „Männer“ in diesem Vers ist eine Übersetzung von anḗr, das mit Blick auf Mat 14:21 hier nur erwachsene Männer meint. (Siehe Anm. zu Mat 14:21.)

etwa 5 000 Männer: Nur Matthäus erwähnt in seinem Bericht über dieses Wunder zusätzlich „Frauen und Kinder“ (Mat 14:21). Es kann gut sein, dass Jesus insgesamt weit über 15 000 Personen mit Essen versorgte.

Welt: Das griechische Wort kósmos bezeichnet hier die Menschenwelt. In diesem Kontext scheint sich der Ausdruck „in die Welt kommen“ nicht auf Jesu Geburt als Mensch zu beziehen, sondern primär auf die Zeit seiner Taufe, als er seinen Dienst aufnahm. Von da an brachte er Licht in die Menschenwelt. (Vgl. Joh 3:17, 19; 6:14; 9:39; 10:36; 11:27; 12:46; 1Jo 4:9.)

der Prophet: Im 1. Jh. gingen viele Juden davon aus, dass mit dem in 5Mo 18:15, 18 erwähnten Propheten, der wie Moses sein sollte, der Messias gemeint war. Die Formulierung „der in die Welt kommen sollte“ bezieht sich hier wohl auf das erwartete Erscheinen des Messias. Diese Aussage der Leute ist nur im Johannesevangelium zu finden. (Siehe Anm. zu Joh 1:9.)

ihn ... zum König zu machen: Von dieser Begebenheit berichtet nur Johannes. Jesus lehnte es entschieden ab, sich in die politischen Angelegenheiten seines Heimatlandes hineinziehen zu lassen. Er würde König werden – aber erst zu der Zeit und auf die Weise, die Gott festgelegt hatte. Später machte er seinen Nachfolgern klar, dass sie in Bezug auf Politik genauso eingestellt sein mussten wie er (Joh 15:19; 17:14, 16; 18:36).

See von Galiläa: Ein Süßwassersee in Nordisrael. Er wird auch Galiläisches Meer genannt (Mat 15:29, Fn.), da das griechische Wort sowohl „See“ als auch „Meer“ bedeutet. Weitere Namen sind See Kinnereth (4Mo 34:11), See Genezareth (Luk 5:1) und See von Tiberias (Joh 6:1). Der See liegt etwa 210 m unter dem Meeresspiegel, ist 21 km lang (von N nach S), 12 km breit und maximal 48 m tief. (Siehe Anh. A7, Karte 3B, „Jesus am See von Galiläa“.)

den See von Galiläa beziehungsweise den See von Tiberias: Der See von Galiläa wurde manchmal auch als See von Tiberias bezeichnet. Der Name kommt hier und in Joh 21:1 vor. Die Stadt Tiberias am W-Ufer des Sees wurde nach dem römischen Kaiser Tiberius Cäsar benannt (Joh 6:23). (Siehe Anm. zu Mat 4:18.)

See: Gemeint ist der See von Galiläa. (Siehe Anm. zu Mat 4:18; Joh 6:1.)

See von Galiläa: Ein Süßwassersee in Nordisrael. Er wird auch Galiläisches Meer genannt (Mat 15:29, Fn.), da das griechische Wort sowohl „See“ als auch „Meer“ bedeutet. Weitere Namen sind See Kinnereth (4Mo 34:11), See Genezareth (Luk 5:1) und See von Tiberias (Joh 6:1). Der See liegt etwa 210 m unter dem Meeresspiegel, ist 21 km lang (von N nach S), 12 km breit und maximal 48 m tief. (Siehe Anh. A7, Karte 3B, „Jesus am See von Galiläa“.)

etwa 5 oder 6 Kilometer: Wtl. „etwa 25 oder 30 Stadien“. Das griechische Wort stádion ist eine Längeneinheit, die 185 m oder einem Achtel einer römischen Meile entspricht. Da der See von Galiläa eine Breite von etwa 12 km hat, dürften sich die Jünger in der Mitte des Sees befunden haben (Mar 6:47; siehe Anm. zu Mat 4:18 und Anh. A7 und B14).

Tiberias: Eine Stadt am W-Ufer des Sees von Galiläa etwa 15 km südlich von Kapernaum und unmittelbar nördlich von einigen Thermalquellen, die im Altertum berühmt waren. Herodes Antipas ließ die Stadt irgendwann zwischen 18 und 26 u. Z. als seine neue Haupt- und Residenzstadt erbauen. Zu Ehren des damaligen römischen Kaisers Tiberius Cäsar nannte er sie Tiberias. Heute heißt die Stadt immer noch so. In der Bibel wird sie nur ein Mal erwähnt, auch wenn sie die größte Stadt in der Region war. Von Jesus wird nirgendwo gesagt, dass er Tiberias besuchte; der Grund könnte sein, dass dort viele Nichtjuden lebten. (Vgl. Mat 10:5-7.) Laut Josephus war Tiberias auf einem ehemaligen Gräberfeld erbaut worden, was erklärt, warum sich viele Juden davor scheuten, dort zu wohnen (4Mo 19:11-14). Nach dem Aufstand der Juden im 2. Jh. wurde Tiberias für rein erklärt. Daraufhin entwickelte es sich zum Zentrum der jüdischen Gelehrsamkeit und wurde zum Sitz des Sanhedrins. Hier wurden die Mischna und der palästinensische Talmud zusammengestellt wie auch der massoretische Text, der später die Grundlage für die Übersetzung der Hebräischen Schriften bildete. (Siehe Anh. B10.)

Nahrung, die vergänglich ist, ... unvergängliche Nahrung, die zu ewigem Leben führt: Jesus wusste, dass manche nur deswegen mit ihm und seinen Jüngern zusammen waren, weil sie sich davon materielle Vorteile erhofften. Doch während buchstäbliches Essen einen Menschen nur kurzfristig mit lebenswichtigen Nährstoffen versorgt, kann ihn die „Nahrung“ aus Gottes Wort für immer am Leben erhalten. Jesus forderte seine Zuhörer auf: „Bemüht euch ... um die unvergängliche Nahrung, die zu ewigem Leben führt.“ Sie sollten sich also bemühen, ihren geistigen Hunger zu stillen, und das, was sie von ihm erfuhren, anzunehmen und zu glauben (Mat 4:4; 5:3; Joh 6:28-39).

Unsere Vorfahren haben ... das Manna gegessen: Die Juden wünschten sich einen messianischen König, der sie mit buchstäblicher Nahrung versorgen könnte. Das begründeten sie damit, dass Gott ihren Vorfahren in der Wildnis Sinai durch ein Wunder Manna gegeben hatte. Sie bezeichneten das Manna als Brot (oder „Korn“) vom Himmel und zitierten damit aus Ps 78:24. Bei dem „Zeichen“, das sie von Jesus verlangten (Joh 6:30), dachten sie vielleicht an das Wunder, das er erst einen Tag vorher vollbracht hatte: Er hatte fünf Gerstenbrote und zwei kleine Fische so vermehrt, dass Tausende von Menschen satt wurden (Joh 6:9-12).

die Welt kam durch ihn ins Dasein: Das griechische Wort kósmos („Welt“) bezieht sich hier auf die Menschenwelt. Das wird durch den zweiten Versteil deutlich, wo es heißt, dass die Welt ihn nicht erkannte. In der griechischen Literatur wurde der Begriff auch für das Universum und die Schöpfung allgemein verwendet. In diesem Sinn könnte Paulus ihn in einem Vortrag vor einer griechischen Zuhörerschaft gebraucht haben (Apg 17:24). Doch meistens bezeichnet kósmos in den Christlichen Griechischen Schriften die Menschenwelt oder einen Teil davon. Es stimmt zwar, dass Jesus an der Erschaffung aller Dinge beteiligt war – Himmel und Erde eingeschlossen. Doch in diesem Vers liegt der Fokus vor allem auf der Rolle, die Jesus bei der Erschaffung der Menschheit spielte (1Mo 1:26; Joh 1:3; Kol 1:15-17).

Welt: In den Christlichen Griechischen Schriften bezeichnet das griechische Wort kósmos im Allgemeinen die Menschenwelt oder einen Teil davon. (Siehe Anm. zu Joh 1:10.) In Joh 1:29 heißt es von Jesus, dass er „die Sünde der Welt“ wegnimmt; er wird dort als „das Lamm Gottes“ bezeichnet. Im vorliegenden Vers wird er „das Brot Gottes“ genannt; durch ihn sorgt Jehova dafür, dass die Menschheit Leben und Segnungen erhält.

das Brot des Lebens: Dieser Ausdruck kommt in der Bibel nur zwei Mal vor (Joh 6:35, 48). Hier ist mit Leben „ewiges Leben“ gemeint (Joh 6:40, 47, 54). In diesem Gespräch bezeichnete Jesus sich selbst als „das wahre Brot vom Himmel“ (Joh 6:32), „das Brot Gottes“ (Joh 6:33) und „das lebendige Brot“ (Joh 6:51). Er gab zu bedenken, dass die Israeliten in der Wildnis von Gott zwar das Manna bekamen (Ne 9:20), doch dadurch nicht auf Dauer am Leben erhalten wurden (Joh 6:49). Seinen treuen Nachfolgern dagegen steht das himmlische Manna zur Verfügung, „das Brot des Lebens“ (Joh 6:48-51, 58), das ihnen ermöglicht, ewig zu leben. Sie essen von dem Brot, wenn sie daran glauben, dass Jesu Fleisch und Blut die Kraft hat, sie von Sünde und Tod zu erlösen.

Ich weiß, dass er auferstehen wird: Martha dachte, Jesus spreche von der künftigen Auferstehung am letzten Tag. (Siehe Anm. zu Joh 6:39.) Dass sie an diese Lehre glaubte, war nicht selbstverständlich. Ein Teil der religiösen Führer, die Sadduzäer, stritten die Auferstehungslehre nämlich ab, obwohl sie in den inspirierten Schriften verankert war (Da 12:13; Mar 12:18). Und die Pharisäer glaubten an die Unsterblichkeit der Seele. Martha dagegen wusste, dass Jesus die Auferstehung lehrte und dass er bereits Menschen auferweckt hatte – wenn auch niemanden, der schon so lange tot war wie Lazarus.

dass ich sie am letzten Tag auferwecke: Jesus sagte vier Mal, dass er Menschen am letzten Tag auferwecken würde (Joh 6:40, 44, 54). Auch Martha sprach von der „Auferstehung am letzten Tag“ (Joh 11:24; vgl. Da 12:13; siehe Anm. zu Joh 11:24). In Joh 12:48 wird dieser „letzte Tag“ mit einer Gerichtszeit in Verbindung gebracht, die offensichtlich der 1 000-jährigen Regentschaft Christi entspricht. Jesus wird dann über alle Menschen ein Urteil sprechen, auch über alle, die auferstehen (Off 20:4-6).

ewiges Leben: Bei dieser Begebenheit fiel mehrfach der Ausdruck „ewiges Leben“: Jesus sprach vier Mal davon (Joh 6:27, 40, 47, 54) und ein Jünger ein Mal (Joh 6:68). Der Ausdruck kommt im Johannesevangelium 17 Mal vor, in den drei anderen Evangelien insgesamt nur 8 Mal.

Menschen aller Art: Jesus erklärte, dass er die unterschiedlichsten Menschen – ungeachtet ihrer Herkunft, Hautfarbe und Lebensverhältnisse – zu sich ziehen würde (Apg 10:34, 35; Off 7:9, 10; siehe Anm. zu Joh 6:44). Interessant ist, dass kurz zuvor „einige Griechen“, die zur Anbetung im Tempel waren, mit Jesus sprechen wollten. (Siehe Anm. zu Joh 12:20.) Das mit „Menschen aller Art“ übersetzte griechische Wort pas bedeutet „jeder“, „alle (Menschen)“. Viele Bibelübersetzungen vermitteln durch ihre Wiedergabe den Gedanken, Jesus würde letztendlich jeden Einzelnen zu sich ziehen. Diese Vorstellung widerspricht jedoch der Grundaussage der Bibel (Ps 145:20; Mat 7:13; Luk 2:34; 2Th 1:9). Auch wenn pas wtl. „jeder“ oder „alle“ bedeutet (Rö 5:12), kann man darunter auch „alle Arten von“ oder „alle möglichen“ verstehen, wie Mat 5:11 und Apg 10:12 zeigen; etliche andere Bibelübersetzungen verwenden dort vergleichbare Wiedergaben. (Ähnliche Fälle wie in Joh 12:32 findet man in Joh 1:7 und 1Ti 2:4.)

zieht ihn: Das griechische Verb für „ziehen“ wird für das Einholen von Fischernetzen gebraucht (Joh 21:6, 11). Das heißt aber nicht, dass Gott Menschen gegen ihren Willen zu sich zieht. Das Verb kann auch „anziehen“ oder „anziehend sein“ bedeuten. Jesu Aussage ist möglicherweise eine Anspielung auf Jer 31:3, wo Jehova zu seinem Volk sagte: „Darum habe ich dich mit loyaler Liebe zu mir gezogen.“ (In der Septuaginta steht hier dasselbe griechische Verb.) Laut Joh 12:32 (siehe Anm.) zieht auch Jesus Menschen zu sich. Wie aus der Bibel hervorgeht, hat Jehova den Menschen Willensfreiheit gegeben. Jeder kann selbst entscheiden, ob er ihm dienen möchte oder nicht (5Mo 30:19, 20). Menschen mit der richtigen Herzenseinstellung zieht Jehova liebevoll zu sich (Ps 11:5; Spr 21:2; Apg 13:48). Das tut er durch die biblische Botschaft und seinen heiligen Geist. Die Prophezeiung aus Jes 54:13, die in Joh 6:45 zitiert wird, bezieht sich auf alle, die der Vater zu sich zieht. (Vgl. Joh 6:65.)

Jehova: Das Zitat in diesem Vers stammt aus Jes 54:13. Dort erscheint der Gottesname im hebräischen Urtext in Form der vier hebräischen Konsonanten יהוה (JHWH). In erhaltenen griechischen Manuskripten des Johannesevangeliums steht hier das Wort theós („Gott“), vielleicht weil es auch in Abschriften der Septuaginta in Jes 54:13 zu finden ist. Das erklärt, warum in den meisten Bibelübersetzungen im vorliegenden Vers „Gott“ steht. Doch vor dem Hintergrund der Hebräischen Schriften wird hier im Haupttext der Gottesname verwendet. (Siehe Anh. C.)

Leben in sich selbst hat: Oder „die Macht hat, Leben zu geben“. Jesus hat „Leben in sich selbst“, weil ihn sein Vater Jehova mit Machtbefugnissen ausgestattet hat, die er ursprünglich nur selbst hatte. Jesus erhielt zweifellos die Befugnis, Menschen die Möglichkeit zu eröffnen, von Gott als gerecht angesehen zu werden und so Leben zu erhalten. Er bekam außerdem die Fähigkeit, Tote aufzuerwecken und auf diese Weise Leben zu geben. Etwa ein Jahr nach dieser Äußerung deutete Jesus an, dass auch seine Nachfolger Leben in sich selbst haben könnten. (Was das in Verbindung mit Jesu Nachfolgern bedeutet, wird in der Anm. zu Joh 6:53 erklärt.)

Leben in euch selbst: Laut Joh 5:26 hatte Jesus zuvor einmal gesagt, dass ihm gewährt wurde, „Leben in sich selbst zu haben“, „wie der Vater Leben in sich selbst hat“. (Siehe Anm. zu Joh 5:26.) Jetzt, ein Jahr später, gebrauchte Jesus diese Formulierung für seine Nachfolger. Diesmal setzte er „Leben in sich selbst“ zu haben damit gleich, „ewiges Leben“ zu bekommen (Joh 6:54). Hier bedeutet „Leben in sich selbst“ zu haben nicht, Leben geben zu können, sondern bezieht sich offensichtlich darauf, in das Leben in seinem vollsten Maß einzugehen, also vollkommen am Leben zu sein. Gesalbte Christen sind vollkommen am Leben, wenn sie im Himmel auferweckt werden und unsterblich sind. Treue Menschen auf der Erde werden dann im vollsten Maß leben, wenn sie die Schlussprüfung nach der 1 000-jährigen Regentschaft Christi bestanden haben (1Ko 15:52, 53; Off 20:5, 7-10).

sich von meinem Fleisch ernährt und mein Blut trinkt: Wie der Zusammenhang zeigt, geht es hier nicht um buchstäbliches Essen und Trinken, sondern darum, an Jesus Christus zu glauben (Joh 6:35, 40). Jesus machte diese Aussage im Jahr 32; er sprach somit nicht über das Abendmahl des Herrn, das er erst ein Jahr später einführen würde. Da es kurz vor dem „jüdischen Passahfest“ war (Joh 6:4), erinnerte seine Aussage die Juden wahrscheinlich an die bevorstehende Feier und daran, welche Bedeutung das Blut des Passahlammes hatte. In der Nacht, als die Israeliten aus Ägypten ausgezogen waren, hatte es ihnen das Leben gerettet (2Mo 12:24-27). Jesus betonte, dass sein Blut ebenfalls eine bedeutende Rolle spielen würde: Es würde seinen Jüngern ewiges Leben ermöglichen.

mit mir verbunden: Oder „in mir“. Diese Formulierung deutet auf enge Gemeinschaft, Harmonie und Einheit hin.

Synagoge: Evtl. auch „öffentlichen Versammlung“. Das hier gebrauchte griechische Substantiv synagōgḗ bedeutet wtl. „Zusammenführen“, „Versammlung“. Es bezieht sich in den Christlichen Griechischen Schriften meistens auf das Gebäude oder den Ort, wo sich die Juden zum Lesen der Schriften, zur Predigt und zum Gebet versammelten. (Siehe Worterklärungen zu „Synagoge“.) Hier in diesem Vers könnte sich der Begriff im erweiterten Sinn auf irgendeine Art Versammlung bezogen haben, die öffentlich zugänglich war; doch wahrscheinlicher ist, dass es sich um eine Synagoge handelte, in der Jesus zu einer jüdischen Zuhörerschaft sprach, die dem mosaischen Gesetz unterstand.

zum Schlechten verführt: Oder „zum Stolpern (Straucheln) bringt“. In den Christlichen Griechischen Schriften wird skandalízō für das Stolpern im übertragenen Sinn gebraucht: Es kann bedeuten, durch eine Sünde zu Fall zu kommen oder jemand anders dazu zu bringen, dass er durch eine Sünde zu Fall kommt. In diesem Vers kann man das Wort auch mit „zur Sünde verführen“, „zu einer Falle werden“ übersetzen. Wie die Verwendung des Wortes in der Bibel zeigt, kann die Sünde einschließen, gegen eines von Gottes Moralgesetzen zu verstoßen, den Glauben zu verlieren oder falsche Lehren zu akzeptieren. skandalízō kann außerdem im Sinn von „Anstoß nehmen“ verstanden werden. (Siehe Anm. zu Mat 13:57; 18:7.)

Stolpersteine: Die ursprüngliche Bedeutung des griechischen Wortes skándalon, hier mit „Stolperstein“ wiedergegeben, soll mit einer Falle zu tun haben. Einige vermuten, dass es sich auf das Stück Holz in einer Falle bezog, an dem der Köder befestigt war. Mit der Zeit erweiterte sich die Bedeutung auf irgendein Hindernis, das einen zum Stolpern oder Fallen bringen kann. Im übertragenen Sinn beschreibt es eine Handlung oder einen Umstand, der jemanden dazu bringt, einen verkehrten Weg einzuschlagen, in moralischer Hinsicht zu stolpern bzw. zu fallen oder zu sündigen. Das entsprechende Verb skandalízō wird in Mat 18:8, 9 mit „zum Schlechten verführen“ wiedergegeben; es ließe sich auch mit „zum Stolpern bringen“, „zu einer Falle werden“ oder „zur Sünde verführen“ übersetzen.

Nehmt ihr daran Anstoß?: Oder „Bringt euch das zum Stolpern?“, „Verliert ihr deswegen euren Glauben?“, „Verärgert euch das?“, „Fühlt ihr euch dadurch vor den Kopf gestoßen?“. In den Christlichen Griechischen Schriften wird das griechische Verb skandalízō für das Stolpern im übertragenen Sinn gebraucht. Oft bedeutet es, entweder selbst durch eine Sünde zu Fall zu kommen oder jemand anders dazu zu bringen, durch eine Sünde zu Fall zu kommen. Je nach Kontext kann skandalízō einschließen, gegen ein Moralgesetz Gottes zu verstoßen, den Glauben zu verlieren, falsche Lehren zu akzeptieren oder an etwas Anstoß zu nehmen. (Siehe Anm. zu Mat 5:29; 18:7.)

was das bedeutet: Wtl. „was ist“. Das griechische Wort estín (wtl. „ist“) hat hier den Sinn von „bedeuten“, „heißen“. (Siehe Anm. zu Mat 26:26.)

steht für: Das griechische Wort estín (wtl. „ist“) hat hier den Sinn von „bedeuten“, „darstellen“, „heißen“ oder „symbolisieren“. Den Aposteln war diese Bedeutung klar, denn sie sahen sowohl Jesus mit seinem vollkommenen Körper vor sich als auch das ungesäuerte Brot, das sie gleich essen würden. Folglich konnte das Brot nicht Jesu buchstäblicher Körper sein. Interessanterweise wird estín in Mat 12:7 in vielen Bibelübersetzungen mit „heißt“ wiedergeben.

der Geist: Damit ist anscheinend Gottes heiliger Geist gemeint. Wie Jesus weiter erklärte, ist im Gegensatz zu der Kraft und Weisheit, die Gott durch seinen Geist gibt, das Fleisch von gar keinem Nutzen. Das bedeutet, dass weder die Kraft von Menschen noch ihre Weisheit, die in ihren Schriften, Philosophien und Lehren zum Ausdruck kommt, ewiges Leben ermöglichen kann.

Das Fleisch: Dieser Ausdruck bezieht sich offenbar recht weit gefasst auf die Grenzen, die dem Menschen gesetzt sind, auch was sein Begriffsvermögen und seine Errungenschaften betrifft. Die Summe aller menschlichen Erfahrung und Weisheit, all seine Schriften, Philosophien und Lehren, sind von gar keinem Nutzen, wenn es darum geht, ewiges Leben zu erreichen.

sind Geist und sind Leben: Das mit „sind“ wiedergegebene griechische Wort estín könnte hier auch den Sinn von „bedeuten“ haben; die Stelle würde dann wie folgt lauten: „bedeuten Geist und bedeuten Leben“. (Siehe Anm. zu Mat 12:7; 26:26.) Jesus wollte damit anscheinend andeuten, dass seine Worte vom heiligen Geist eingegeben sind und zum Leben führen.

ein Verleumder: Oder „ein Teufel“. Das griechische Wort diábolos bedeutet „Verleumder“ und wird meistens für den Teufel gebraucht. An den wenigen anderen Stellen, wo es sich nicht auf den Teufel bezieht, wird es mit „Verleumder“ oder „verleumderisch“ wiedergegeben (1Ti 3:11; 2Ti 3:3; Tit 2:3). Wenn der Teufel gemeint ist, steht im Griechischen vor diábolos fast immer der bestimmte Artikel. (Siehe Anm. zu Mat 4:1 und Worterklärungen zu „Bestimmter Artikel“.) Hier wird das Wort für Judas Iskariot verwendet, der sich zum Negativen verändert hatte. Jesus stellte möglicherweise zu diesem Zeitpunkt fest, dass Judas einen schlechten Weg einschlug, der es Satan später erlaubte, ihn bei seinen Mordplänen gegen Jesus zum Komplizen zu machen (Joh 13:2, 11).

Er wusste: Jesus konnte erkennen, was die Menschen um ihn herum dachten und welche Einstellung sie hatten. Deshalb konnte Judas noch nicht die Neigung zum Verrat gehabt haben, als Jesus ihn als Apostel aussuchte (Mat 9:4; Mar 2:8; Joh 2:24, 25). Doch als Judas später eine schlechte Einstellung entwickelte, nahm Jesus das wahr und wusste von da an, wer ihn verraten würde. Trotzdem wusch Jesus Judas die Füße. (Siehe Anm. zu Joh 6:64; 6:70.)

Jesus wusste ... wer sein Verräter sein würde: Mit dem Verräter ist Judas Iskariot gemeint. Am Anfang war Judas Gott treu, denn schließlich hatte Jesus die ganze Nacht zu seinem Vater gebetet, bevor er die zwölf Apostel auswählte (Luk 6:12-16). Jesus wusste aber aus Prophezeiungen, dass jemand aus seinem engsten Kreis ihn verraten würde (Ps 41:9; 109:8; Joh 13:18, 19). Und da er ins Herz sehen und Gedanken lesen konnte, bemerkte er es, als Judas einen schlechten Weg einschlug (Mat 9:4). Als Gott voraussagen ließ, dass ein enger Vertrauter von Jesus zum Verräter werden würde, machte er von seinem Vorherwissen Gebrauch. Das bedeutet aber nicht, dass Judas zwangsläufig zum Verräter wurde. Sein Versagen war nicht vorherbestimmt. Das hätte sich weder mit Gottes Eigenschaften noch mit seinem sonstigen Verhalten gegenüber den Menschen vereinbaren lassen.

von Anfang an: Diese Formulierung bezieht sich nicht auf die Geburt von Judas und auch nicht auf seine Berufung zum Apostel – schließlich hatte Jesus direkt davor die ganze Nacht gebetet (Luk 6:12-16). Vielmehr bezeichnet sie den Zeitpunkt, als Judas anfing zu betrügen, was Jesus sofort bemerkte (Joh 2:24, 25; Off 1:1; 2:23; siehe Anm. zu Joh 6:70; 13:11). Auch lässt die Formulierung erkennen, dass Judas überlegt vorging und kein plötzlicher Sinneswandel in ihm stattfand. Die Bedeutung des Wortes „Anfang“ (griechisch archḗ) richtet sich in den Christlichen Griechischen Schriften nach dem Zusammenhang. In 2Pe 3:4 beispielsweise bezieht es sich auf den Beginn der Schöpfung. Meistens wird das Wort jedoch in einem konkreteren Sinn gebraucht. Petrus sagte z. B., dass der heilige Geist auf die Nichtjuden fiel, „wie er zu Anfang auch auf uns gefallen war“ (Apg 11:15). Petrus bezog sich hier nicht auf den Zeitpunkt seiner Geburt oder seiner Berufung zum Apostel, sondern auf Pfingsten 33, den „Anfang“ der Ausgießung des heiligen Geistes (Apg 2:1-4). Andere Beispiele dafür, dass die Bedeutung des Wortes „Anfang“ vom Kontext abhängt, finden sich in Luk 1:2, Joh 15:27 und 1Jo 2:7.

Teufel: Von dem griechischen Wort diábolos, das „Verleumder“ bedeutet (Joh 6:70; 2Ti 3:3). Das verwandte Verb diabállō bedeutet „anklagen“, „beschuldigen“ (Luk 16:1).

ein Verleumder: Oder „ein Teufel“. Das griechische Wort diábolos bedeutet „Verleumder“ und wird meistens für den Teufel gebraucht. An den wenigen anderen Stellen, wo es sich nicht auf den Teufel bezieht, wird es mit „Verleumder“ oder „verleumderisch“ wiedergegeben (1Ti 3:11; 2Ti 3:3; Tit 2:3). Wenn der Teufel gemeint ist, steht im Griechischen vor diábolos fast immer der bestimmte Artikel. (Siehe Anm. zu Mat 4:1 und Worterklärungen zu „Bestimmter Artikel“.) Hier wird das Wort für Judas Iskariot verwendet, der sich zum Negativen verändert hatte. Jesus stellte möglicherweise zu diesem Zeitpunkt fest, dass Judas einen schlechten Weg einschlug, der es Satan später erlaubte, ihn bei seinen Mordplänen gegen Jesus zum Komplizen zu machen (Joh 13:2, 11).

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Körbe
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In der Bibel gibt es für unterschiedliche Korbarten auch verschiedene Wörter. Als Jesus durch ein Wunder 5 000 Männer mit Essen versorgte, wurden die Reste in zwölf Körbe eingesammelt; das griechische Wort deutet an, dass es sich um relativ kleine Weidenkörbe handelte. Als Jesus 4 000 Männern zu essen gab, wird ein anderes griechisches Wort für die sieben Körbe gebraucht, in die man die Reste einsammelte (Mar 8:8, 9). Es bezeichnet einen großen Korb und wurde auch für den Korb verwendet, in dem Paulus durch eine Öffnung in der Stadtmauer von Damaskus hinuntergelassen wurde (Apg 9:25).