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BIBELVERSE ERKLÄRT

Matthäus 6:33 – „Setzt also das Königreich ... an die erste Stelle“

„Setzt also das Königreich und Gottes gerechte Maßstäbe weiter an die erste Stelle und ihr werdet all das andere noch dazubekommen“ (Matthäus 6:33, Neue-Welt-Übersetzung).

„Es soll euch zuerst um Gottes Reich und Gottes Gerechtigkeit gehen, dann wird euch das Übrige alles dazugegeben“ (Matthäus 6:33, Neue Genfer Übersetzung).

Die Bedeutung von Matthäus 6:33

Das Königreich Gottes ist eine Regierung im Himmel, die dafür sorgen wird, dass Gottes Wille auf der Erde geschieht (Matthäus 6:9, 10). Für jemand, der das Königreich an die erste Stelle setzt, ist es das Wichtigste in seinem Leben. * Das schließt nicht nur ein, immer mehr über das Königreich hinzuzulernen, sondern auch mit anderen darüber zu sprechen, was es Gutes bewirken wird (Matthäus 24:14). Wer das Königreich an die erste Stelle setzt, betet auch um sein Kommen (Lukas 11:2).

Gottes gerechte Maßstäbe legen fest, was richtig und was falsch ist (Psalm 119:172). Wer sich an diese Maßstäbe hält, lebt nach Gottes Moralgesetzen, die immer gut für uns sind (Jesaja 48:17).

Die Aussage „ihr werdet all das andere noch dazubekommen“ ist ein Versprechen Gottes, für alle zu sorgen, die sein Königreich und seine Maßstäbe an die erste Stelle setzen (Matthäus 6:31, 32).

Matthäus 6:33 im Zusammenhang

Dieser Vers ist Teil der Bergpredigt von Jesus, die in Matthäus Kapitel 5 bis 7 zu finden ist. Viele Menschen, die Jesus damals zuhörten, waren arm. Vielleicht dachten sie, dass sie sich in erster Linie um ihren Lebensunterhalt kümmern müssten. Für Gottes Königreich bliebe da nur noch wenig Zeit. Doch Jesus erinnerte sie daran, was man über Gottes Fürsorge lernen kann, wenn man die Tier- und Pflanzenwelt beobachtet. Gott verspricht, sich genauso fürsorglich um diejenigen zu kümmern, die sein Königreich an die erste Stelle setzen (Matthäus 6:25-30).

Verbreitete Irrtümer über Matthäus 6:33

Was manche denken: Wer Gottes Königreich an die erste Stelle setzt, wird reich werden.

Fakt ist: Jesus versprach, dass wir uns um die lebensnotwendigen Dinge wie Nahrung und Kleidung keine Sorgen machen müssen, solange wir das Königreich an die erste Stelle setzen (Matthäus 6:25, 31, 32). Allerdings sprach er hier nicht von einem Leben in Luxus oder davon, dass der Segen Gottes an materiellem Wohlstand zu messen sei. Jesus warnte sogar davor, unbedingt reich werden zu wollen, denn das würde es erschweren, das Königreich an die erste Stelle zu setzen (Matthäus 6:19, 20, 24). Der Apostel Paulus zum Beispiel setzte sich unermüdlich für Gottes Königreich ein. Und trotzdem gab es Zeiten, in denen er materiell sehr wenig besaß. Wie Jesus warnte auch er davor, reich werden zu wollen (Philipper 4:11, 12; 1. Timotheus 6:6-10).

Was manche denken: Christen müssen für ihren Lebensunterhalt nicht arbeiten.

Fakt ist: Gott möchte, dass wir arbeiten, um uns selbst und unsere Familie zu versorgen (1. Thessalonicher 4:11, 12; 2. Thessalonicher 3:10; 1. Timotheus 5:8). Jesus sagte nicht, dass sich im Leben seiner Jünger alles nur um das Königreich drehen sollte; es sollte jedoch an erster Stelle stehen.

Wenn Gottes Königreich das Wichtigste in unserem Leben ist und wenn wir bereit sind zu arbeiten, können wir sicher sein, dass Gott uns dabei helfen wird, für unsere Bedürfnisse zu sorgen (1. Timotheus 6:17-19).

^ Abs. 3 „Setzt ... weiter an die erste Stelle“ ist die Übersetzung einer griechischen Verbform, die eine fortlaufende Handlung anzeigt, weswegen man auch „setzt ständig“ sagen könnte. Man konzentriert sich also nicht nur eine Zeit lang auf das Königreich und wendet sich dann etwas anderem zu, sondern man räumt ihm immer den ersten Platz im Leben ein.