Esther ist eine junge Jüdin. Sie lebt in der persischen Stadt Susa. Vor vielen Jahren hat Nebukadnezar ihre Familie aus Jerusalem verschleppt. Esther wurde von ihrem Cousin Mordechai großgezogen. Er ist ein Diener von Ahasverus, dem König von Persien.

König Ahasverus sucht eine neue Königin. Seine Diener bringen die schönsten Frauen des Landes zu ihm — auch Esther. Von allen Frauen wählt der König Esther als Königin aus. Mordechai sagt Esther, sie soll niemandem verraten, dass sie eine Jüdin ist.

Ein stolzer Mann namens Haman ist über alle Fürsten gesetzt. Er will, dass sich alle vor ihm verbeugen, aber Mordechai weigert sich. Das macht Haman so wütend, dass er ihn töten will. Außerdem erfährt Haman, dass Mordechai ein Jude ist. Da überlegt er sich einen Plan, wie er alle Juden im Land töten kann. Er sagt zum König: »Die Juden sind gefährlich. Du musst sie loswerden!« Ahasverus antwortet: »Tu, was du für richtig hältst.« Dann erlaubt er ihm, ein Gesetz zu machen. Es befiehlt den Menschen, am 13. Tag des Monats Adar alle Juden zu töten. Doch Jehova bekommt alles mit.

Esther weiß nichts von dem Gesetz. Darum schickt Mordechai ihr eine Kopie davon und lässt ihr sagen: »Geh und sprich mit dem König.« Esther antwortet: »Wer ohne Einladung zum König geht, wird getötet. Und der König hat mich seit 30 Tagen nicht mehr eingeladen! Aber ich werde gehen. Wenn er mir sein Zepter entgegenstreckt, bleibe ich am Leben. Wenn nicht, sterbe ich.«

Esther geht also in den Innenhof vom Königspalast. Der König sieht sie. Dann streckt er ihr sein Zepter entgegen. Sie geht zu ihm und er fragt: »Was kann ich für dich tun, Esther?« Sie sagt: »Ich möchte dich und Haman zu einem Festessen einladen.« Beim Essen lädt sie die beiden ein zweites Mal ein. Beim zweiten Festessen fragt der König wieder: »Was kann ich für dich tun?« Esther antwortet: »Jemand will mich und mein Volk ermorden. Bitte rette uns!« »Wer will euch ermorden?«, fragt der König. Sie sagt: »Dieser böse Haman!« Da wird Ahasverus so zornig, dass er Haman sofort töten lässt.

Aber Hamans Gesetz kann niemand ungültig machen, nicht einmal der König. Deshalb setzt er Mordechai über alle Fürsten und gibt ihm das Recht, ein neues Gesetz zu machen. Dieses Gesetz erlaubt es den Juden, sich zu verteidigen, wenn sie angegriffen werden. Am 13. Tag des Monats Adar besiegen die Juden ihre Feinde. Von da an feiern sie diesen Sieg jedes Jahr.

Man wird euch meinetwegen vor Statthalter und Könige bringen als Zeugnis für sie und die anderen Völker (Matthäus 10:18)