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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM JULI 2015

Können wir Gott überhaupt gefallen?

Können wir Gott überhaupt gefallen?

Mit fast schwärmerischen Worten beschreibt die Bibel, wie gut manche Menschen von früher waren. Unwillkürlich denkt so mancher Leser: „So kann ich niemals sein! Ich bin weder ,untadelig‘ noch ,gerecht‘ — und auf gar keinen Fall tue ich immer ,was recht ist‘. “

Hiob war „untadelig und rechtschaffen“ (Hiob 1:1)

Hiob wird als „untadelig und rechtschaffen“ beschrieben (Hiob 1:1). Lot wird in der Bibel als „jener Gerechte“ bezeichnet (2. Petrus 2:8). Und von David heißt es, dass er tat, „was recht war“ vor Gott (1. Könige 14:8). Ist das alles, was man aus dem Leben dieser Menschen weiß? Eine genauere Untersuchung wird zeigen: 1. Sie machten Fehler. 2. Ihr Beispiel kann uns weiterhelfen. 3. Man kann Gott trotz Fehlern gefallen.

AUCH SIE MACHTEN FEHLER

Gott „befreite den gerechten Lot, der schwer bedrängt war durch den zügellosen Wandel von Personen, die dem Gesetz trotzten“ (2. Petrus 2:7)

Hiob erlebte eine ganze Reihe harter Schläge — was ihm furchtbar ungerecht vorkam. Weil er die Hintergründe nicht kannte, kam er zu der falschen Schlussfolgerung, dass es Gott gleichgültig sei, ob er ihm treu war oder nicht (Hiob 9:20-22). Hiob war absolut von seiner Unschuld überzeugt. Dabei vermittelte er allerdings den Eindruck, dass er sich selbst für gerechter als Gott hielt (Hiob 32:1, 2; 35:1, 2).

Lot hatte eine Entscheidung zu treffen, bei der es eigentlich nur eine Antwort geben konnte. Ihm machte  die extreme Perversion seiner Nachbarn in Sodom und Gomorra schwer zu schaffen, ja, „jener Gerechte quälte“ sich in dieser Umgebung (2. Petrus 2:8). Gott kündigte an, diese verkommenen Städte zu zerstören, und wollte Lots Familie in Sicherheit bringen. Man könnte meinen, Lot hätte nichts lieber getan, als sich retten zu lassen. Doch in diesem entscheidenden Moment zögerte er seine Flucht hinaus! Die Engel, die für die Rettungsaktion zu ihnen geschickt worden waren, mussten Lot und seine Familie an der Hand nehmen und förmlich aus der Stadt zerren (1. Mose 19:15, 16).

David wurde von Gott als jemand bezeichnet, der ihm „mit seinem ganzen Herzen . . . nachwandelte, indem er nur tat, was recht war“ (1. Könige 14:8)

David verlor einmal jegliche Selbstbeherrschung und beging Ehebruch mit der Frau eines anderen. Damit nicht genug: Um nicht aufzufliegen, sorgte er dafür, dass ihr Ehemann getötet wurde (2. Samuel, Kapitel 11). „Aber die Sache, die David getan hatte, erwies sich als böse in den Augen Jehovas“ (2. Samuel 11:27).

Hiob, Lot und David machten also Fehler — und zwar mitunter ganz schön schwere. Aber sie wünschten sich nichts sehnlicher, als Gott zu gefallen. Ihre Fehler taten ihnen wirklich leid. Und sie waren bereit, auf Gott zu hören und sich zu ändern. Deshalb standen sie trotz allem in Gottes Gunst und die Bibel beschreibt sie insgesamt als gute, treue Menschen.

DIE LEKTION FÜR UNS

Keiner von uns ist fehlerfrei (Römer 3:23). Wenn wir etwas falsch machen, ist es allerdings wichtig zu zeigen, dass es uns wirklich leidtut. Und wir sollten unser Bestes geben, die Sache in Ordnung zu bringen.

Wie haben das Hiob, Lot und David getan? Hiob war im Grunde ein guter, prinzipientreuer Mensch. Er  ließ sich von Gott etwas sagen und korrigierte sich und seine Aussagen (Hiob 42:6). Lot dachte über das abartige Verhalten der Bewohner von Sodom und Gomorra genauso wie Gott. Sein Problem war, dass er kurzzeitig völlig aus den Augen verlor, worauf es ankam. Doch am Ende verließ er die verurteilten Städte und war in Sicherheit, als Gott sein Urteil vollstreckte. Aus Gehorsam schaute er sich nicht einmal nach seinen verloren gegangenen Besitztümern um. Und David — der Gottes Gesetz eindeutig gebrochen hatte — tat die Sache später sehr leid und er bat Gott, ihm doch zu verzeihen. So zeigte auch er, wie es wirklich in ihm aussah (Psalm 51).

Woran lag es also, dass diese Männer bei Gott in einem guten Ruf standen? Gott hat realistische Erwartungen an uns Menschen. „Er weiß ja, was für Geschöpfe wir sind, er denkt daran, dass wir nur aus Staub gebildet wurden“ (Psalm 103:14, Neue Genfer Übersetzung). Gott ist also klar, dass Fehler für uns unvermeidlich sind. Was wünscht er sich dann von uns?

Gott „weiß ja, was für Geschöpfe wir sind, er denkt daran, dass wir nur aus Staub gebildet wurden“ (Psalm 103:14, Neue Genfer Übersetzung)

WIE KANN MAN TROTZ FEHLERN GOTT GEFALLEN?

David gab seinem Sohn Salomo einen Rat, der für uns einen entscheidenden Hinweis enthält: „Salomo, mein Sohn, erkenne den Gott deines Vaters, und diene ihm mit ungeteiltem Herzen“ (1. Chronika 28:9). Was bedeutet es, ein ungeteiltes Herz zu haben? Es bedeutet, Gott mit allem, was man ist, zu lieben. Man will wissen, was er von uns erwartet, und das dann auch wirklich gerne tun. Damit ist nicht Perfektion gemeint, sondern der tiefe Wunsch, Gott zu gefallen, und die Bereitschaft, sich korrigieren zu lassen. Weil sie Gott liebten und unbedingt das Richtige tun wollten, konnte Hiob als „untadelig“ bezeichnet werden, Lot als ein „Gerechter“ und David als jemand, der tat, „was recht war“ vor Gott. Auch wenn sie Fehler machten: Gott freute sich über sie.

Gott mit ganzem Herzen zu lieben heißt: Man will wissen, was er von uns erwartet, und das dann auch wirklich gerne tun

Wenn also Gedanken durch unseren Kopf spuken, von denen wir wissen, dass sie verkehrt sind, wenn wir etwas sagen, wofür wir uns später schämen, oder wenn wir etwas tun, was wir besser nicht getan hätten — nicht den Mut verlieren! Denken wir an die Beispiele aus der Bibel. Gott weiß, dass wir noch nicht fehlerfrei sind. Was er sich wünscht, sind Menschen, die ihn lieben und auf ihn hören wollen. Wer dieses Ziel mit ganzem Herzen verfolgt, der kann sich sicher sein: Auch er kann Gott gefallen!

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