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Jehovas Zeugen

Deutsch

DER WACHTTURM APRIL 2015

 GESPRÄCH VON MENSCH ZU MENSCH

Warum des Todes Jesu gedenken?

Warum des Todes Jesu gedenken?

Jehovas Zeugen unterhalten sich gern über die Bibel. Eine typische Unterhaltung könnte so ablaufen wie das folgende erdachte Gespräch. Eine Zeugin Jehovas, die wir Tina O. nennen wollen, besucht Vivienne F. zu Hause.

„TUT DIES IMMER WIEDER ZUR ERINNERUNG AN MICH“

Tina O.: Hallo, Frau F. Ich hab mich richtig gefreut, dass Sie letzte Woche bei unserer Feier zum Gedenken an Jesu Tod waren. * Wie hat es Ihnen so gefallen?

Vivienne F.: Ich fands echt gut. Aber, naja, ehrlich gesagt, bei manchem bin ich nicht so ganz mitgekommen. Ich kenn halt, dass man zu Weihnachten die Geburt Jesu und zu Ostern seine Auferstehung feiert. Aber so ein Gedenken an seinen Tod, das hab ich bis dahin nicht gekannt.

Tina O.: Stimmt, Weihnachten und Ostern sind Feste, die auf der ganzen Welt beliebt sind. Aber uns als Zeugen Jehovas ist die Feier zum Gedenken an Jesu Tod sehr wichtig. Wenn Sie kurz Zeit haben, würd ich Ihnen gern erklären, warum.

Vivienne F.: Ja, klar. Kein Problem.

Tina O.: Kurz gesagt: Weil Jesus seinen Jüngern gesagt hat, sie sollen diese Gedenkfeier abhalten. In der Bibel wird das beschrieben. Am Abend vor Jesu Tod hatte Jesus mit seinen Jüngern ein besonderes gemeinsames Essen. Vielleicht haben Sie schon mal davon gehört.

Vivienne F.: Das ist doch dieses Letzte Abendmahl, oder?

Tina O.: Genau, manche sagen auch „Abendmahl des Herrn“ dazu. Und bei diesem Abendmahl gab Jesus seinen Jüngern eine Art Auftrag. Das steht in Lukas 22:19. Wollen Sie das mal lesen?

Vivienne F.: Klar. „Auch nahm er ein Brot, dankte, brach es und gab es ihnen, indem er sprach: ‚Dies bedeutet meinen Leib, der zu euren Gunsten gegeben wird. Tut dies immer wieder zur Erinnerung an mich.‘ “

Tina O.: Danke. Also hier am Ende sagt Jesus ja: „Tut dies immer wieder zur Erinnerung an mich.“ Davor hat Jesus seinen Jüngern auch gesagt, woran sie sich dabei erinnern sollten. Er würde nämlich sein Leben für seine Nachfolger geben. Das hatte Jesus auch schon früher erklärt. In Matthäus 20:28 wird berichtet, wie Jesus sagt: „Der Menschensohn [ist] nicht gekommen . . . , um bedient zu werden, sondern um zu dienen und seine Seele“ — also sein Leben — „als ein Lösegeld im Austausch gegen viele zu geben.“ Und das ist — kurz gesagt — der Grund dafür, warum Jehovas Zeugen diese Gedenkfeier jedes Jahr abhalten: Es geht darum, dass Jesus sich für uns geopfert hat, sein Leben also als ein Lösegeld für uns gegeben hat. Er ist gestorben, damit jeder, der auf ihn hört, leben kann.

WARUM BRAUCHEN WIR EIN LÖSEGELD?

Vivienne F.: Das hab ich schon gehört, dass Jesus für uns gestorben ist. Aber ich hab nie ganz verstanden, was das bedeuten soll.

Tina O.: Das kann ich verstehen, Frau F. Das ganze Konzept Lösegeld ist unglaublich komplex. Aber es ist auch eine der schönsten Wahrheiten in Gottes  Wort. Wie ist es denn, haben Sie noch ein bisschen Zeit?

Vivienne F.: Ein bisschen schon.

Tina O.: Prima. Ich hab sowieso in letzter Zeit einiges darüber gelesen — vielleicht kann ichs Ihnen ja halbwegs verständlich erklären.

Vivienne F.: Okay.

Tina O.: Dazu müssen wir erst mal verstehen, was Adam und Eva damals im Garten Eden ausgelöst haben. Hier hilft uns Römer 6:23 weiter. Wollen Sie das mal lesen?

Vivienne F.: Kann ich machen. „Der Lohn, den die Sünde zahlt, ist der Tod, die Gabe aber, die Gott gibt, ist ewiges Leben durch Christus Jesus, unseren Herrn.“

Tina O.: Danke. Wenn wir uns das noch mal genauer anschauen, steht hier ja: „Der Lohn, den die Sünde zahlt, ist der Tod.“ Diese einfache Regel hat Gott schon ganz am Anfang festgelegt: Wer böse ist, lebt nicht lange; der Tod ist also die Strafe für Sünde. Aber damals bei Adam und Eva gab es noch gar keine Sünde; sie wurden absolut perfekt erschaffen. Auch ihre Kinder wären fehlerfrei geboren worden. Also hätte niemals irgendjemand sterben müssen. Auf Adam, Eva und alle ihre Nachkommen wartete ein Leben voller Glück, das nie enden sollte. Aber so ist es ja ganz offensichtlich nicht gekommen, stimmts?

Vivienne F.: Stimmt. Adam und Eva haben doch von dieser verbotenen Frucht gegessen.

Tina O.: Genau so wars. Und damit haben sie sich mit Absicht gegen Gott gestellt. Das heißt, sie haben sich dafür entschieden, zu Sündern zu werden, sie sind mit vollem Bewusstsein in die Fehlerhaftigkeit gesteuert. Das war schon mal schlecht für sie selber. Aber auch für alle ihre Kinder und Kindeskinder ist das eine Katastrophe.

Vivienne F.: Wie meinen Sie das?

Tina O.: Dazu gibt es ein schönes Beispiel, mit dem man das leichter versteht. Eine Frage: Backen Sie eigentlich gerne?

Vivienne F.: O ja! Total gerne.

Tina O.: Okay, dann stellen Sie sich mal vor, Sie haben eine nagelneue Kuchenform bekommen. Aber noch bevor Sie auch nur einen einzigen Kuchen gemacht haben, fällt sie runter und kriegt eine große Beule. Wenn Sie jetzt damit backen, wie wird jeder einzelne Kuchen aussehen?

Vivienne F.: Naja, dann hat jeder eine Beule.

Tina O.: Richtig. Als Adam und Eva Gott ungehorsam wurden, bekamen sie durch die Sünde sozusagen eine Beule. Und weil Adam und Eva erst danach Kinder in die Welt setzten, gaben sie diese Beule an ihre Kinder weiter — also auch an uns. Wenn die Bibel von „Sünde“ spricht, geht es nicht nur um böse Taten, sondern auch um einen Hang zum Schlechten, einen Zustand, den wir vererbt bekommen haben. Daran können wir nichts ändern. Wegen der ersten Sünde von Adam und Eva ist es unvermeidlich, dass wir Fehler machen und irgendwann sterben. So wie wir in Römer 6:23 gelesen haben: Die Folge von Sünde ist der Tod.

Vivienne F.: Das klingt aber nicht fair. Warum sollen wir das ausbaden, wo doch Adam und Eva verantwortlich sind?

Tina O.: Das ist auch nicht fair, da haben Sie recht. Gott ist aber absolut fair, und deswegen hat er entschieden, dass zwar Adam und Eva die Konsequenzen ihres Fehlers tragen mussten, aber wir, ihre Nachkommen nicht hoffnungslos verloren sein sollten. Er hat für einen Ausweg aus dieser Situation gesorgt. Und hier kommt jetzt Jesu Tod ins Spiel, dieses Lösegeld also. Schauen wir doch noch mal, was in Römer 6:23 steht. Direkt nachdem es um Sünde und Tod geht, heißt es da: „Die Gabe aber, die Gott gibt, ist ewiges Leben durch Christus Jesus, unseren Herrn.“ Weil Jesus gestorben ist, gibt es für uns also einen Ausweg aus Sünde und Tod. *

 EIN ECHTES GESCHENK DES HIMMELS

Tina O.: Eine Sache muss ich Ihnen unbedingt noch zeigen.

Vivienne F.: Und was?

Tina O.: Hier steht ja: „Die Gabe aber, die Gott gibt, ist ewiges Leben durch Christus Jesus, unseren Herrn.“ Jetzt könnte man ja sagen: „Jesus ist doch für uns gestorben und hat all das durchgemacht. Warum heißt es dann, dass Gott uns etwas gibt — und nicht Jesus?“ *

Vivienne F.: Stimmt. Das ist schon ein bisschen komisch.

Tina O.: Es ist nämlich so: Gott hatte ja Adam und Eva erschaffen. Und Adam und Eva haben sich in Eden gegen Gott gestellt. Das muss für den Schöpfer echt schlimm gewesen sein, als praktisch seine Kinder gegen ihn waren. Aber er hatte sofort eine Lösung. * Einer seiner Geistsöhne sollte auf die Erde gehen, dort als fehlerfreier Mensch leben, und sein Leben schließlich opfern — als Lösegeld. Die ganze Idee und Umsetzung dieser Befreiungsaktion kommt von Gott — ist also sein Geschenk an uns. Und noch was! Worüber man vielleicht noch gar nicht so nachgedacht hat: Wie ging es wohl Gott, als sein Sohn getötet wurde?

Vivienne F.: Gute Frage. Hab ich tatsächlich noch nie drüber nachgedacht.

Tina O.: Ich sehe hier Spielsachen. Dann haben Sie sicher Kinder.

Vivienne F.: Ja, stimmt. Einen Sohn und eine Tochter.

Tina O.: Wenn Sie Kinder haben, können Sie vielleicht ein Stück weit nachempfinden, wie das für Gott gewesen sein muss. Sein Sohn wird festgenommen. Verspottet. Mit Fäusten geschlagen. Der Vater im Himmel schaut zu, als sein Sohn, den er so liebt, mit Nägeln an einen Stamm geschlagen wird und langsam, qualvoll stirbt. Man kann sich kaum vorstellen, wie Gott sich gefühlt hat, oder?

Vivienne F.: Das muss ganz schrecklich für ihn gewesen sein. Da hab ich noch gar nicht dran gedacht.

Tina O.: Was an diesem Tag alles in Gott vorgegangen ist, können wir natürlich nicht wissen. Aber wir wissen, dass Gott Gefühle hat. Und wir wissen, warum er bereit war, das alles zuzulassen. In einem Bibeltext wird das sehr schön in Worte gefasst, vielleicht kennen Sie diesen Text sogar. Nämlich Johannes 3:16. Wollen Sie das noch mal lesen?

Vivienne F.: Okay. „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit jeder, der Glauben an ihn ausübt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe.“

Das Lösegeld ist der größte Liebesbeweis aller Zeiten

Tina O.: Danke. Hier am Anfang von dem Vers steht doch: „Gott hat die Welt geliebt.“ Und das ist es, worum es geht: Liebe! Gott hat seinen Sohn auf die Erde geschickt, damit er für uns stirbt. Und warum? Aus Liebe! Dieses Lösegeld ist wirklich der größte Liebesbeweis aller Zeiten! Und genau darum geht es uns Zeugen Jehovas, wenn wir jedes Jahr das Gedächtnismahl feiern. Konnte ich ein paar Ihrer Fragen beantworten?

Vivienne F.: Ja, doch! Das war echt nett, dass Sie vorbeigekommen sind.

Gibt es etwas, was Sie schon lange einmal über die Bibel wissen wollten? Würde es Sie interessieren, was Jehovas Zeugen glauben oder wie sie organisiert sind? Sprechen Sie einen Zeugen Jehovas doch einfach darauf an. Er wird Ihnen gern Auskunft geben.

^ Abs. 5 Jehovas Zeugen erinnern einmal im Jahr mit einer Gedenkfeier an den Opfertod Jesu. In diesem Jahr fällt diese Feier auf Freitag, den 3. April.

^ Abs. 32 In einem zukünftigen Artikel dieser Rubrik geht es dann noch detaillierter um den Ausweg aus der Sünde und das Opfer, das Jesus gebracht hat. Dort wird auch gezeigt, was jeder Einzelne davon hat, und was er dafür tun muss.

^ Abs. 36 Wie die Bibel zeigt, sind Gott und Jesus zwei verschiedene Personen. Genaueres dazu findet man in Kapitel 4 des Buches Was lehrt die Bibel wirklich? (herausgegeben von Jehovas Zeugen).

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