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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM JULI 2014

 DIE BIBEL HAT IHR LEBEN VERÄNDERT

Ohne Pistole ging ich nirgendwohin

Ohne Pistole ging ich nirgendwohin
  • GEBURTSJAHR: 1958

  • GEBURTSLAND: ITALIEN

  • VORGESCHICHTE: GEWALTTÄTIGES BANDENMITGLIED

MEINE VERGANGENHEIT:

Ich bin in einem armen Arbeiterviertel im Randgebiet von Rom geboren und aufgewachsen. Das Leben war hart. Meine Mutter habe ich nie kennengelernt, und zu meinem Vater hatte ich kein gutes Verhältnis. Ich wuchs mit dem Gesetz der Straße auf.

Schon vor dem 10. Lebensjahr hatte ich mit Stehlen angefangen. Mit 12 lief ich das erste Mal von zu Hause weg. Mehr als einmal musste mein Vater mich von der Polizei abholen und wieder nach Hause bringen. Ständig legte ich mich mit anderen an — ich war gewalttätig und wütend auf die ganze Welt. Mit 14 ging ich dann endgültig von zu Hause fort. Ich begann Drogen zu nehmen und lebte auf der Straße. Da ich keinen Ort zum Schlafen hatte, brach ich Autos auf und verbrachte die Nacht darin. Frühmorgens suchte ich mir dann einen Brunnen, um mich zu waschen.

Im Stehlen wurde ich ein richtiger Profi — angefangen vom Handtaschendiebstahl bis hin zum nächtlichen Ausrauben von Wohnungen und Villen. Bald hatte ich einen so schlechten Ruf, dass ich bei einer berüchtigten Bande mitmachen sollte. Dadurch bekam ich die „Chance“, zum Bankräuber aufzusteigen. Wegen meiner Aggressivität wurde ich in der Bande schnell respektiert. Und ohne Pistole ging ich nirgendwohin. Nachts hatte ich sie sogar unter dem Kopfkissen. Mein Leben bestand aus Gewalt, Drogen, Stehlen, schmutziger Sprache und Unmoral. Die Polizei war mir ständig auf den Fersen. Mehrmals wurde ich verhaftet und war immer wieder im Gefängnis, und das über Jahre.

WIE DIE BIBEL MEIN LEBEN VERÄNDERT HAT:

Als ich einmal aus dem Gefängnis kam, beschloss ich, eine meiner Tanten zu besuchen. Ich wusste nicht, dass sie und zwei ihrer Kinder Zeugen Jehovas geworden waren. Sie luden mich zu einer ihrer Zusammenkünfte ein. Aus Neugier ging ich mit. Im Königreichssaal bestand ich darauf, nahe an der Tür zu sitzen: Ich wollte alle im Auge behalten, die hereinkamen  und hinausgingen. Und natürlich war ich bewaffnet.

Diese Zusammenkunft war ein Wendepunkt in meinem Leben. Ich sehe es noch deutlich vor mir: Die Zeugen waren freundlich und haben mich mit einem Lächeln begrüßt. Der Ausdruck in ihren Augen war herzlich und ehrlich. Das war ein himmelweiter Unterschied zu der Welt, die ich kannte. Ich kam mir vor wie auf einem anderen Planeten!

Dann fing ich ein Bibelstudium mit den Zeugen an. Je mehr ich lernte, umso klarer wurde mir, dass ich mein Leben radikal ändern musste. Ich nahm mir die Worte aus Sprüche 13:20 zu Herzen, wo es heißt: „Wer mit Weisen wandelt, wird weise werden, wer sich aber mit den Unvernünftigen einlässt, dem wird es schlecht ergehen.“ Mir wurde bewusst: Ich musste aus der Bande aussteigen. Das war alles andere als leicht. Aber mit Jehovas Hilfe habe ich es geschafft.

Zum ersten Mal im Leben bekam ich mich in den Griff

Auch an mir brachte ich so einiges in Ordnung. Unter großen Anstrengungen hörte ich auf zu rauchen und Drogen zu nehmen. Ich ließ mir die langen Haare abschneiden, trennte mich von meinen Ohrringen und gewöhnte mir die schlechte Sprache ab. Zum ersten Mal im Leben bekam ich mich in den Griff.

Früher habe ich nicht gerne gelesen und studiert. Deshalb war es für mich wirklich schwierig, mich zu konzentrieren und die Bibel zu studieren. Aber ich gab mein Bestes und allmählich fing ich an, Jehova zu lieben. Nach und nach veränderte sich in mir etwas — mein Gewissen begann mich zu plagen. Ich dachte oft negativ über mich und zweifelte daran, ob mir Jehova jemals all die schlimmen Dinge, die ich getan hatte, verzeihen könnte. In diesen Momenten tröstete es mich sehr, zu lesen, wie Jehova König David vergeben hat, nachdem er schwer gesündigt hatte (2. Samuel 11:1 bis 12:13).

Schwierig war für mich auch der Dienst von Haus zu Haus (Matthäus 28:19, 20). Ich hatte schreckliche Angst, jemand anzutreffen, den ich früher irgendwie verletzt oder dem ich Unrecht getan hatte. Aber mit der Zeit konnte ich meine Angst überwinden. Mit anderen über unseren wundervollen himmlischen Vater zu sprechen, der so großzügig vergibt, erfüllt mich mit großer Zufriedenheit.

WIE DIE BIBEL MEIN LEBEN BEREICHERT HAT:

Jehova kennenzulernen hat mir das Leben gerettet! Die meisten meiner früheren Kumpane sind tot oder im Gefängnis. Dagegen bin ich mit meinem Leben wirklich zufrieden und habe eine Zukunft, auf die ich mich sehr freue. Ich habe gelernt, mir etwas sagen zu lassen, demütig zu sein und mein explosives Temperament zu beherrschen. Jetzt komme ich mit anderen viel besser aus. Mit meiner schönen Carmen bin ich glücklich verheiratet. Uns beiden macht es viel Freude, anderen die Bibel näherzubringen.

Ach übrigens, ich verdiene mein Geld jetzt mit ehrlicher Arbeit — und manchmal hat sie sogar mit Banken zu tun. Aber anstatt sie auszurauben, mache ich sie sauber.

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