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Jehovas Zeugen

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Der Wachtturm  |  Mai 2014

Hätten Sie es gewusst?

Hätten Sie es gewusst?

Warum wurden Verbrechern bei der Hinrichtung die Beine gebrochen?

In Verbindung mit der Hinrichtung von Jesus und zwei Verbrechern sagt die Bibel, die Juden hätten Pilatus gebeten, dass den am Pfahl Hängenden die „Beine gebrochen“ und „ihre Leiber abgenommen werden“ (Johannes 19:31).

Nach jüdischem Gesetz durften Verbrecher, die nach ihrer Hinrichtung an einen Pfahl gehängt wurden, „nicht die ganze Nacht am Stamm bleiben“ (5. Mose 21:22, 23). Das beachteten die Juden offenbar auch bei Verurteilten, die von den Römern am Pfahl hingerichtet wurden. Bei Jesus und den Verbrechern sollte durch das Brechen der Beine der Tod beschleunigt werden, damit sie noch vor dem Sabbat, der bei Sonnenuntergang begann, begraben werden könnten.

Bei vielen Hinrichtungen dieser Art wurde der Verurteilte an den Händen und Füßen an einen Stamm genagelt. Stellte man den Pfahl dann auf, hing das ganze Körpergewicht an den Nägeln, was unbeschreibliche Schmerzen verursachte. Zum Atmen musste sich der Sterbende aufrichten, indem er sich auf den oder die Nägel in seinen Füßen stützte. Mit gebrochenen Beinen war das nicht möglich, und es dauerte nicht lange, bis er erstickte, wenn er nicht schon durch den Schock gestorben war.

Wie gebrauchte man Schleudern in alter Zeit?

David streckte den Riesen Goliath mit einer Steinschleuder nieder. Mit dieser Waffe lernte David offensichtlich schon als Hirtenjunge umzugehen (1. Samuel 17:40-50).

Assyrische Steinschleuderer beim Angriff auf eine befestigte jüdische Stadt (Relief)

Auf ägyptischen und assyrischen Abbildungen aus alter Zeit sind Schleudern dargestellt. Diese Waffen bestanden aus einem Stück Leder oder Stoff, das eine Art Tasche bildete und an zwei Riemen oder Kordeln gehalten wurde. In diese Tasche legte man einen glatten oder abgerundeten Stein, der etwa 5 bis 8 Zentimeter Durchmesser hatte und vielleicht 250 Gramm wog. Der Schütze schwang die Schleuder über seinem Kopf und ließ dann eine der Kordeln los. So bekam der Stein eine ziemliche Wucht und konnte präzise sein Ziel treffen.

Archäologische Ausgrabungen im Nahen Osten förderten große Mengen Schleudersteine zutage. Geschickte Krieger schwangen ihre Schleudern zum Teil mit solcher Kraft, dass die Steine eine Geschwindigkeit von bis zu 240 Stundenkilometern erreichten. Man ist sich zwar nicht einig, ob die Schleuder so weit reichte wie ein Bogen, doch sie konnte auf jeden Fall genauso tödlich sein (Richter 20:16).