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Jehovas Zeugen

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Der Wachtturm  |  März 2014

 TITELTHEMA

Was Gott für uns getan hat

Was Gott für uns getan hat

„Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat“ (Johannes 3:16, Einheitsübersetzung)

Kaum ein Text aus der Bibel ist so bekannt und wird so häufig zitiert wie dieser. Wie jemand schrieb, wird in keinem anderen Vers „die Beziehung Gottes zu den Menschen und der Weg der Rettung so prägnant zusammengefasst“. Deswegen sieht man in manchen Ländern diesen Text oder nur die Angabe „Johannes 3:16“ zum Beispiel oft bei öffentlichen Veranstaltungen, auf Autoaufklebern oder als Graffiti.

Höchstwahrscheinlich glauben Menschen, die sich auf die Art zu diesem Bibelvers bekennen, dass Gottes Liebe ihnen ewige Rettung garantiert. Was denken Sie? Was bedeutet Ihnen Gottes Liebe? Was hat Gott Ihrer Meinung nach getan, um Ihnen seine Liebe zu zeigen?

„GOTT HAT DIE WELT SO SEHR GELIEBT . . .“

Viele erkennen ohne Weiteres an, dass Gott den Himmel und die Erde erschaffen hat, die Tier- und Pflanzenwelt und den Menschen selbst. Lebende Organismen sind so komplex aufgebaut und so perfekt, dass einfach eine große Intelligenz dahinterstehen muss. Eine ganze Reihe von Menschen bedanken sich jeden Tag bei Gott für das Geschenk des Lebens. Sie erkennen auch an, dass von ihm alles kommt, was zum Leben nötig ist. Er hat die Naturkreisläufe in Gang gesetzt und sorgt für Luft, Wasser, Nahrung und vieles andere, damit wir am Leben bleiben und an dem, was wir tun, Freude haben können.

Es ist gut, Gott für all das zu danken, denn er ist der Schöpfer und Erhalter des Lebens (Psalm 104:10-28; 145:15, 16; Apostelgeschichte 4:24). Gottes Liebe wird uns deutlich bewusst, wenn wir darüber nachdenken, was er alles tut, damit wir überhaupt leben können. Der Apostel Paulus sagte, dass Gott  „allen Personen Leben und Odem und alles gibt. Denn durch ihn haben wir Leben und bewegen uns und existieren“ (Apostelgeschichte 17:25, 28).

Gottes Liebe zeigt sich jedoch nicht nur dadurch, dass er materiell für uns sorgt. Er hat uns auch mit spirituellen oder geistigen Bedürfnissen ausgestattet und hilft uns, sie zu befriedigen, was uns zu etwas Besonderem macht und uns Würde verleiht (Matthäus 5:3). So haben Menschen, die auf Gott hören, die Aussicht, seine „Kinder“ zu werden und damit Teil seiner Familie (Römer 8:19-21).

Wie es in Johannes 3:16 weiter heißt, hat Gott seine Liebe zu uns dadurch gezeigt, dass er seinen Sohn Jesus auf die Erde sandte. Jesus sollte den Menschen seinen Gott und Vater näherbringen und sein Leben für sie opfern. Viele werden jedoch zugeben, dass sie nicht ganz verstehen, warum Jesus für die Menschheit sterben musste und wieso sein Tod ein Ausdruck der Liebe Gottes zu uns ist. Was sagt denn die Bibel über den Grund und den Wert von Jesu Tod?

„. . . DASS ER SEINEN EINZIGEN SOHN HINGAB . . .“

Alle Menschen sind sterblich. Wir werden von Alter und Krankheit geplagt und am Ende steht der Tod. Doch Jehova Gott hatte das ursprünglich nicht vorgesehen. Er stellte den ersten Menschen in Aussicht, für immer in einem Paradies auf der Erde zu leben — unter einer Bedingung: Sie mussten auf ihn hören. Andernfalls würden sie sterben (1. Mose 2:17). Der erste Mensch lehnte sich aber gegen Gott auf und brachte dadurch den Tod über sich und seine Nachkommen. Paulus erklärt, dass „durch e i n e n Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und sich so der Tod zu allen Menschen verbreitet hat, weil sie alle gesündigt hatten“ (Römer 5:12).

Gott liebt jedoch das Recht (Psalm 37:28). Er konnte zwar über den vorsätzlichen Ungehorsam des ersten Menschen nicht hinwegsehen, aber deswegen hat er nicht die ganze Menschheit für immer zu Leid und Tod verurteilt. Im Gegenteil: Er wandte den Rechtsgrundsatz „Leben für Leben“ an und brachte so die Waage der Gerechtigkeit ins Gleichgewicht, wodurch er gehorsamen Menschen wieder ewiges Leben möglich machte (2. Mose 21:23, Fußnote). Die Frage ist: Wie konnte der Verlust von Adams vollkommenem Leben ausgeglichen werden? Die Antwort: Jemand musste etwas Gleichwertiges opfern — ein vollkommenes menschliches Leben.

Jesus kam auf die Erde und opferte sein Leben, um die Menschheit von Sünde und Tod zu befreien

Natürlich konnte kein unvollkommener Nachkomme Adams diesen Preis bezahlen — aber Jesus schon (Psalm 49:6-9). Da er ohne den Makel der Erbsünde geboren wurde, war er vollkommen wie einst Adam und konnte durch seinen Opfertod die Menschheit aus der Sklaverei der Sünde freikaufen. Dadurch eröffnete er Nachkommen des ersten Menschenpaares die Möglichkeit, in Vollkommenheit zu leben wie ursprünglich Adam und Eva (Römer 3:23, 24; 6:23). Das war eine unvergleichliche Liebestat! Muss man irgendetwas tun, damit sie einem zugutekommt?

 „. . . DAMIT JEDER, DER AN IHN GLAUBT . . .“

In Johannes 3:16 heißt es weiter: „Damit jeder, der an ihn [Jesus] glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.“ Das Geschenk des ewigen Lebens ist demnach an Bedingungen geknüpft. Wer ewig leben möchte, muss an Jesus glauben und ihm gehorchen.

Hier kommt vielleicht die Frage auf: Was hat das mit Gehorsam zu tun? Hat Jesus nicht gesagt, „jeder, der an ihn glaubt“, werde ewiges Leben haben? Ja, Glaube ist absolut wichtig. Doch laut der Bibel ist Glaube nichts Passives. Wie es in einem Wörterbuch zur Bibel heißt, bedeutet das Wort, das Johannes hier gebrauchte, „Vertrauen, nicht lediglich Glaube“ (Vine’s Expository Dictionary of Old and New Testament Words). Um Gottes Gunst zu haben, reicht es nicht, rein verstandesmäßig anzuerkennen, dass Jesus der Erlöser ist. Der Glaube an Jesus muss mit dem echten Wunsch verbunden sein, seine Lehren im Leben umzusetzen. Ein Glaube, der sich nicht durch Taten äußert, ist leer und inhaltslos. Wie die Bibel sagt, ist „Glaube ohne Werke tot“ (Jakobus 2:26). Mit anderen Worten: Der Glaube an Jesus muss ein aktiver Glaube sein. Er muss sich in der Lebensweise ausdrücken.

Paulus erklärt das so: „Die Liebe, die der Christus hat, drängt uns, denn so haben wir geurteilt, dass e i n Mensch [Jesus] für alle gestorben ist; . . . und er ist für alle gestorben, damit die Lebenden nicht mehr für sich selbst leben, sondern für den, der für sie starb und auferweckt worden ist“ (2. Korinther 5:14, 15). Aus echter Dankbarkeit für Jesu Opfer sollten wir Änderungen in unserem Leben vornehmen — also nicht mehr nur für uns leben, sondern für Jesus, der für uns gestorben ist. Unser oberstes Ziel sollte demnach sein, umzusetzen, was Jesus gelehrt hat. Das wird sich zwangsläufig auf unsere Wertvorstellungen auswirken, auf unsere Entscheidungen und alles, was wir tun. Wie wird man für einen solchen aktiven Glauben belohnt?

„. . . NICHT ZUGRUNDE GEHT, SONDERN DAS EWIGE LEBEN HAT“

Der letzte Teil von Johannes 3:16 enthält ein Versprechen Gottes gegenüber Menschen, die Glauben an das Lösegeld ausüben und sich an göttliche Maßstäbe halten. Er möchte, dass jeder von diesen Treuen „das ewige Leben hat“ und „nicht zugrunde geht“. Allerdings haben Menschen, denen Gottes Liebe zugutekommt, verschiedene Bestimmungen.

Einer Gruppe versprach Jesus ewiges Leben im Himmel. Er sagte unmissverständlich zu seinen treuen Jüngern, dass er eine Stätte für sie bereiten werde, damit sie mit ihm in Herrlichkeit herrschen könnten (Johannes 14:2, 3; Philipper 3:20, 21). Diejenigen, die in den Himmel kommen, „werden Priester Gottes und des Christus sein und werden als Könige die tausend Jahre mit ihm regieren“ (Offenbarung 20:6).

Diese Ehre würde nur einer begrenzten Anzahl von Nachfolgern Christi zukommen. Jesus sagte: „Fürchte dich nicht, du kleine Herde, denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Königreich zu geben“ (Lukas 12:32). Wie viele Personen gehören zu dieser „kleinen Herde“? In Offenbarung 14:1, 4 steht: „Ich sah, und siehe, das Lamm [der auferstandene Jesus Christus] stand auf dem Berg Zion [im Himmel] und mit ihm hundertvierundvierzigtausend, die seinen Namen und den Namen seines Vaters auf ihrer Stirn geschrieben trugen. . . . Diese wurden als Erstlinge aus den Menschen für Gott und für das Lamm erkauft.“ Verglichen mit den Milliarden, die bisher gelebt haben, sind 144 000 wirklich nur eine „kleine Herde“. Die Bibel bezeichnet sie als Könige. Über wen werden sie herrschen?

Jesus sprach von einer zweiten Gruppe treuer Menschen, denen Gottes himmlische Regierung zugutekommen wird. Wie in Johannes 10:16 zu lesen ist, sagte er: „Ich habe andere Schafe, die nicht aus dieser Hürde sind; auch diese muss ich bringen, und sie werden auf meine Stimme hören, und sie werden e i n e Herde werden unter e i n e m Hirten.“ Diese „Schafe“ freuen sich auf ewiges Leben auf der Erde — etwas, was auch Adam und Eva ursprünglich in Aussicht stand. Woher weiß man eigentlich, dass sie auf der Erde leben werden?

Die Bibel spricht an vielen Stellen davon, dass auf der Erde einmal paradiesische Verhältnisse  herrschen werden. Wer sich davon gern selbst überzeugen möchte, kann in seiner Bibel die folgenden Passagen nachlesen: Psalm 37:9-11; 46:8, 9; 72:7, 8, 16; Jesaja 35:5, 6; 65:21-23; Matthäus 5:5; Johannes 5:28, 29; Offenbarung 21:4. In diesen Versen wird eine Welt ohne Kriege, Hungersnöte, Krankheiten und Tod vorausgesagt. Es wird von einer Zeit gesprochen, wo gute Menschen sich darüber freuen, dass sie eigene Häuser bauen, ihr Land bestellen und ihre Kinder in einem friedlichen Umfeld großziehen können. * Klingt das nicht sehr schön? Wir haben allen Grund, daran zu glauben, dass diese Versprechen bald Wirklichkeit werden.

GOTT HAT VIEL GETAN

Wenn man sich einmal Zeit nimmt und überlegt, was Gott alles für die Menschheit als Ganzes und für jeden Einzelnen von uns getan hat, dann merkt man, wie viel das doch ist. Wir sind am Leben, besitzen Verstand, sind mehr oder weniger gesund und haben, was wir zum Leben brauchen. Aber das ist noch nicht alles: Das Lösegeld, das Gott uns durch Jesus geschenkt hat, der für uns gestorben ist, kann uns noch viel mehr Segen bringen, wie wir aus Johannes 3:16 erfahren.

Ewiges Leben in Frieden und unter angenehmen Bedingungen, ohne Angst vor Krankheit, Krieg, Hunger oder Tod — das wäre doch bestimmt die ideale Voraussetzung für ewiges Glück und endlosen Segen. Ob wir das erleben, liegt ganz bei uns. Deswegen die Frage: Was tue ich für Gott?

^ Abs. 24 In dem Buch Was lehrt die Bibel wirklich? (herausgegeben von Jehovas Zeugen) wird in Kapitel 3 näher auf diese Prophezeiungen eingegangen.