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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM OKTOBER 2013

 DIE BIBEL HAT IHR LEBEN VERÄNDERT

„Viele hassten mich“

„Viele hassten mich“
  • GEBURTSJAHR: 1978

  • GEBURTSLAND: CHILE

  • VORGESCHICHTE: SEHR GEWALTTÄTIG

MEINE VERGANGENHEIT:

Ich bin in Santiago, der Hauptstadt von Chile, groß geworden. Wo wir wohnten, waren Drogen, Banden und Verbrechen allgegenwärtig. Als ich fünf war, wurde mein Vater ermordet. Mutter lebte dann mit einem anderen Mann zusammen. Er war grausam und gefühllos und hat uns beide immer wieder geschlagen. Aus dieser Zeit habe ich heute noch seelische Narben.

Der schlechte Einfluss in meiner Kindheit und Jugend führte dazu, dass ich sehr gewalttätig wurde. Ich hörte Heavy-Metal-Musik, trank zu viel und nahm gelegentlich auch Drogen. Immer wieder war ich in Straßenkämpfe mit Drogendealern verwickelt, die mehrmals versuchten, mich aus dem Weg zu räumen. Einmal setzte eine feindliche Gang einen berüchtigten Killer auf mich an, aber ich kam mit einer Stichwunde davon. Ein andermal hielten mir ein paar Drogenhändler einen Revolver an den Kopf und wollten mich hängen.

1996 verliebte ich mich in Carolina und 1998 heiratete ich sie. Nach der Geburt unseres ersten Sohnes packte mich die Angst, ich würde wegen meiner jähzornigen Art wie mein Stiefvater werden und meine Familie tyrannisieren. Also ließ ich mich in einem Rehabilitationszentrum in der Nähe behandeln, doch die Medikamente und die Therapie brachten nichts. Ich fuhr immer noch wegen jeder Kleinigkeit aus der Haut. Ich konnte mich einfach nicht beherrschen. Aus dem Wunsch heraus, meine Familie vor mir selber zu schützen, kam ich auf den abwegigen Gedanken, mir das Leben zu nehmen. Zum Glück gelang das nicht.

Ich hatte viele Jahre nicht an Gott geglaubt, wollte aber doch den Weg zu ihm finden. Deswegen schloss ich mich eine Zeit lang einer evangelikalen Glaubensgemeinschaft an. Meine Frau studierte inzwischen mit Jehovas Zeugen die Bibel. Ich hasste die Zeugen und beschimpfte sie oft lautstark. Sie ließen sich jedoch nie provozieren, was mich immer wieder erstaunte.

Carolina bat mich eines Tages, in meiner eigenen Bibel Psalm 83:18 nachzuschlagen. Dort stand schwarz auf weiß, dass Gottes Name Jehova ist. Ich war überrascht. In meiner Religion hatte ich zwar etwas über Gott gelernt, aber nicht über Jehova. Anfang 2000 fing auch ich ein Bibelstudium mit den Zeugen an.

 WIE DIE BIBEL MEIN LEBEN VERÄNDERT HAT:

Ich machte Fortschritte, und es tat mir gut, zu erfahren, dass Jehova mitfühlend ist und gern vergibt. In 2. Mose 34:6, 7 zum Beispiel wird von ihm gesagt, dass er „barmherzig und gnädig“ ist, „langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte und Wahrheit, der Tausenden liebende Güte bewahrt, der Vergehung und Übertretung und Sünde verzeiht“.

Es tat mir gut, zu erfahren, dass Jehova mitfühlend ist und gern vergibt

Trotzdem fiel es mir nicht leicht, das Gelernte in die Tat umzusetzen. Ich war überzeugt, dass ich meinen Jähzorn nie in den Griff bekommen würde. Bei jedem Ausrutscher hat mich Carolina lieb ermutigt und mich daran erinnert, dass Jehova meinen guten Willen sieht. Ihre Hilfe gab mir die Kraft zum Weiterkämpfen. Ich wollte Jehova Freude machen, obwohl ich mir oft wie ein hoffnungsloser Fall vorkam.

Einmal bat mich mein Bibellehrer Alejandro, Galater 5:22, 23 zu lesen. Dort steht, dass die Frucht des Geistes Gottes „Liebe, Freude, Frieden, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Glauben, Milde, Selbstbeherrschung“ ist. Alejandro erklärte mir, ich könne diese Eigenschaften nicht aus eigener Kraft entwickeln, sondern nur mit Gottes heiligem Geist. Das war für mich eine Offenbarung!

Später besuchte ich einen großen Kongress von Jehovas Zeugen. Die Ordnung, Sauberkeit und die nette Gemeinschaft dort waren für mich der Beweis, dass ich die wahre Religion gefunden hatte (Johannes 13:34, 35). Im Februar 2001 ließ ich mich taufen.

WIE DIE BIBEL MEIN LEBEN BEREICHERT HAT:

Früher war ich gewalttätig, aber Jehova hat einen friedlichen Menschen aus mir gemacht. Er hat mich aus dem Sumpf, in dem ich steckte, herausgezogen. Viele hassten mich und ich kann es ihnen nicht einmal verdenken. Doch jetzt freue ich mich, dass ich Jehova zusammen mit meiner Frau und unseren zwei Söhnen in Frieden dienen kann.

Meine Verwandten und früheren Freunde können gar nicht fassen, wie sehr ich mich verändert habe. Mehrere von ihnen bekamen deswegen Interesse an der biblischen Wahrheit. Ich durfte auch anderen helfen, Jehova kennenzulernen. Es war eine Riesenfreude, mitzuerleben, wie die Bibel auch ihr Leben verändert hat!