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Jehovas Zeugen

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Der Wachtturm  |  September 2013

Warum all das Leid?

Warum all das Leid?

Um zu verstehen, warum es so viel Leid gibt und warum der Mensch es nicht schafft, dem ein Ende zu machen, müssen wir den wahren Ursachen auf den Grund gehen. Sie sind vielfältig und komplex, doch glücklicherweise kann uns die Bibel weiterhelfen. Hier sind fünf Hauptgründe, warum es so viel Leid gibt. Sehen wir uns doch einmal genauer an, wie uns Gottes Wort hilft, in die Tiefe zu gehen und die eigentlichen Ursachen dieses gravierenden Problems auszumachen (2. Timotheus 3:16).

VERSAGEN DER REGIERUNGEN

„Wenn irgendein Böser herrscht, seufzt das Volk“, heißt es in der Bibel (Sprüche 29:2).

Die Geschichte ist voll von Diktatoren, die mit eiserner Faust regierten und unsägliches Leid über ihr Volk brachten. Das gilt natürlich nicht für alle Herrscher. Manche kommen mit den besten Vorsätzen an die Macht, müssen dann aber oft feststellen, dass sie ihre Ziele wegen innerer und äußerer Machtkämpfe nicht verwirklichen können. Oder sie missbrauchen ihre Macht zum eigenen Vorteil — und zum Schaden des Volkes. Der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger sagte: „Die Geschichte ist ein einziger Bericht über gescheiterte Bestrebungen und unerfüllte Hoffnungen.“

Und in der Bibel ist zu lesen: „Es steht nicht bei dem Mann, der da wandelt, auch nur seinen Schritt zu richten“ (Jeremia 10:23). Dem Menschen fehlt es wegen seiner Unvollkommenheit an der nötigen Weisheit und Weitsicht, alles in seinem Leben zu meistern. Wenn der Mensch nicht einmal seine eigenen Schritte lenken kann, wie dann die einer ganzen Nation? Liegt es nicht auf der Hand, warum irdische Regierungen das Leid nicht aus der Welt schaffen können? In den meisten Fällen wird es durch ihr Versagen sogar erst verursacht!

EINFLUSS DER FALSCHEN RELIGION

„Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt“, sagte Jesus (Johannes 13:35).

Vertreter aller Glaubensrichtungen und Bekenntnisse predigen Liebe und Einheit. Fakt ist jedoch: Sie haben es nicht geschafft, in den Gläubigen so viel Liebe zu wecken, dass sie Voreingenommenheit überwinden. Statt die Liebe zu fördern, trägt die Religion oft zu Uneinigkeit, Fanatismus und Auseinandersetzungen zwischen Völkern und Volksgruppen bei. Der Theologe Hans Küng schreibt im Schlusswort seines Buches Christentum und Weltreligionen: „Die fanatischsten, grausamsten politischen Kämpfe sind die von Religionen eingefärbten, inspirierten, legitimierten politischen Kämpfe.“

 Außerdem haben Geistliche vieler Religionen sexuelle Beziehungen vor und außerhalb der Ehe sowie Homosexualität offen gebilligt. Das hat zu einer Ausbreitung von Krankheiten, zu Abtreibungen, ungewollten Schwangerschaften, ruinierten Ehen und Familien und letztlich zu unsagbar viel Schmerz und Leid geführt.

UNVOLLKOMMENHEIT UND SELBSTSUCHT DES MENSCHEN

„Jeder wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde fortgezogen und gelockt wird. Wenn dann die Begierde befruchtet ist, gebiert sie Sünde“ (Jakobus 1:14, 15).

Wegen unserer ererbten Unvollkommenheit neigen wir alle zu Irrtümern und Fehlern und müssen dagegen ankämpfen, uns „von den Begierden unserer eigenen Natur leiten“ zu lassen (Epheser 2:3, Neue Genfer Übersetzung). Kommen zu verkehrten Wünschen entsprechende Gelegenheiten, kann der Kampf besonders hart werden. Verliert man ihn, sind die Auswirkungen oft katastrophal.

Der Autor P. D. Mehta schrieb: „Eine große Menge Leid ist auf unsere Begierde zurückzuführen, auf unser fieberhaftes Streben nach Vergnügen und Befriedigung des Ichs, auf unsere Habgier und unseren Ehrgeiz.“ Süchte und Sehnsüchte aller Art — nach Alkohol, Drogen, Glücksspiel, Sex und so weiter — haben so manchen „unbescholtenen Bürger“ ruiniert und sein ganzes Umfeld ins Leid gestürzt. Zieht man die Unvollkommenheit des Menschen in Betracht, muss man der Bibel recht geben, wenn sie sagt: „Wir wissen ja: Die ganze Schöpfung seufzt und stöhnt vor Schmerz wie in Geburtswehen — bis heute“ (Römer 8:22, BasisBibel).

MACHT BÖSER GEISTWESEN

Gemäß der Bibel ist Satan „der Gott dieses Systems der Dinge“, und mächtige böse Geistwesen (Dämonen) haben sich ihm angeschlossen (2. Korinther 4:4; Offenbarung 12:9).

Wie der Teufel sind auch die Dämonen damit beschäftigt, Macht über Menschen auszuüben und sie in die Irre zu führen. Der Apostel Paulus bestätigte das, als er schrieb: „Unser Ringen geht nicht gegen Blut und Fleisch, sondern gegen die Regierungen, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die bösen Geistermächte in den himmlischen Örtern“ (Epheser 6:12).

Die Dämonen haben ihre Freude daran, den Menschen zuzusetzen, doch das ist nicht ihr Hauptziel. Sie haben es vor allem darauf abgesehen, Menschen von Jehova Gott, dem Höchsten, wegzuziehen (Psalm 83:18). Astrologie, Magie, Zauberei und Wahrsagerei sind nur einige der Methoden, mit denen Dämonen täuschen und Macht ausüben. Deswegen warnt Jehova uns vor diesen Gefahren und bietet allen Schutz an, die Satan und den Dämonen widerstehen (Jakobus 4:7).

WIR LEBEN IN DEN „LETZTEN TAGEN“

Vor knapp 2 000 Jahren wurde in der Bibel vorausgesagt: „Dieses aber erkenne, dass in den letzten Tagen kritische Zeiten da sein werden, mit denen man schwer fertig wird.“

Die Bibel nennt anschließend den Grund dafür: „Denn die Menschen werden eigenliebig sein, geldliebend, anmaßend, hochmütig, . . . ohne natürliche Zuneigung, für keine Übereinkunft zugänglich, Verleumder, ohne Selbstbeherrschung, brutal, ohne Liebe zum Guten, Verräter, unbesonnen, aufgeblasen vor Stolz, die Vergnügungen mehr lieben als Gott.“ Ein Hauptgrund für all das Leid auf der Erde ist sicherlich, dass wir in den „letzten Tagen“ leben (2. Timotheus 3:1-4).

Wenn man die hier angeführten Faktoren betrachtet, erschließt es sich eigentlich von selbst, warum der Mensch trotz guter Absichten dem Leid kein Ende machen kann. Von wem bekommen wir dann Hilfe? Von unserem Schöpfer; er hat versprochen, „die Werke des Teufels“ und seiner Unterstützer „abzubrechen“ (1. Johannes 3:8). Im nächsten Artikel geht es darum, wie Gott die Missstände an der Wurzel packen wird.