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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM APRIL 2013

 DIE BIBEL HAT IHR LEBEN VERÄNDERT

„Ich war brutal“

„Ich war brutal“
  • GEBURTSJAHR: 1960

  • GEBURTSLAND: FINNLAND

  • VORGESCHICHTE: HEAVY-METAL-MUSIKER

MEINE VERGANGENHEIT:

Ich bin in der Hafenstadt Turku im Arbeitermilieu aufgewachsen. Mein Vater war Boxmeister und mein jüngerer Bruder und ich waren ebenfalls im Boxsport aktiv. In der Schule wurde ich oft zu Kämpfen herausgefordert und ließ gern die Fäuste fliegen. Als Teenager schloss ich mich einer berüchtigten Gang an, wodurch ich in noch gewaltsamere Auseinandersetzungen geriet. Auch entdeckte ich die Heavy-Metal-Musik und fing an, von der großen Rockkarriere zu träumen.

Ich kaufte mir Schlagzeuginstrumente und gründete eine Band. Bald war ich Leadsänger und rockte auf der Bühne immer so richtig ab. Da wir ziemlich aggressiv auftraten und wild aussahen, wurden wir immer bekannter. Schließlich traten wir vor großem Publikum auf. Wir machten ein paar Aufnahmen, von denen uns die letzten gute Kritiken einbrachten. In der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre reisten wir aus Promotiongründen in die Vereinigten Staaten. Wir hatten Auftritte in New York und Los Angeles und knüpften vor unserer Rückkehr nach Finnland noch wichtige Kontakte in der Musikbranche.

Obwohl ich gern in der Band war, fand ich mein Leben nicht wirklich sinnvoll. Ich konnte nicht fassen, wie knallhart es in der Musikbranche zuging. Außerdem hatte ich meinen lockeren Lebensstil ziemlich satt. Ich hielt mich für einen schlechten Menschen und hatte Angst, in der Hölle zu schmoren. Ich suchte in allen möglichen religiösen Büchern nach Antworten und bat Gott inständig um Hilfe, obwohl ich nicht dachte, dass ich ihm jemals gefallen könnte.

WIE DIE BIBEL MEIN LEBEN VERÄNDERT HAT:

Um meinen Lebensunterhalt zu verdienen, arbeitete ich als Postbote. Eines Tages bekam ich mit, dass einer meiner Kollegen Zeuge Jehovas war. Ich löcherte ihn mit Fragen. Seine logischen Antworten aus der Bibel machten mich neugierig und ich willigte in ein Bibelstudium ein. Nach einigen Wochen bekam meine Band einen vielversprechenden Plattenvertrag angeboten mit der Möglichkeit, in den Vereinigten Staaten ein Album herauszubringen. Das war die Chance meines Lebens!

 Ich erklärte dem Zeugen Jehovas, der mit mir die Bibel studierte, dass ich nur noch dieses eine Album machen und dann ernsthaft nach der Bibel leben wollte. Er sagte nichts dazu, sondern bat mich einfach nur, Jesu Worte in Matthäus 6:24 zu lesen. Dort steht: „Niemand kann ein Sklave zweier Herren sein.“ Ich war total perplex, als mir aufging, was das bedeutete. Ein paar Tage später war dann mein Bibellehrer total perplex. Ich eröffnete ihm, dass ich mich für Jesus entschieden hatte und die Band verlassen würde.

Die Bibel wirkte wie ein Spiegel, in dem ich meine Schwächen erkennen konnte (Jakobus 1:22-25). Mir wurde bewusst, wie brutal ich war. Ich war stolz und hatte einen unbändigen Ehrgeiz. Meine Sprache bewegte sich auf unterstem Niveau, ich prügelte mich, rauchte und trank ziemlich viel. Als mir klar wurde, wie wenig sich das alles mit den guten Grundsätzen der Bibel vertrug, fühlte ich mich wie vor den Kopf geschlagen. Trotzdem war ich bereit, mich radikal zu ändern (Epheser 4:22-24).

„Unser Vater im Himmel ist barmherzig und möchte, dass unsere Wunden heilen, wenn uns Fehler leidtun“

Besonders am Anfang fraß mich mein schlechtes Gewissen schier auf. Ich hatte so viel falsch gemacht, doch der Zeuge, der mit mir die Bibel studierte, hat mir sehr geholfen. Er zeigte mir Jesaja 1:18, wo steht: „Wenn sich eure Sünden auch wie Scharlach erweisen sollten, werden sie so weiß werden wie Schnee.“ Dieser und andere Bibelverse überzeugten mich, dass unser Vater im Himmel barmherzig ist und möchte, dass unsere Wunden heilen, wenn uns Fehler leidtun.

Nachdem ich Jehova als Person kennen- und lieben gelernt hatte, beschloss ich, ganz für ihn zu leben (Psalm 40:8). Ich ließ mich 1992 auf einem internationalen Kongress der Zeugen Jehovas im russischen Sankt Petersburg taufen.

WIE DIE BIBEL MEIN LEBEN BEREICHERT HAT:

Ich habe unter Jehovas Zeugen viele gute Freunde gefunden. Wir treffen uns ab und zu, um Musik zu machen — anständige Musik. Sie ist ein schönes Geschenk von Gott (Jakobus 1:17). Ein richtiger Schatz ist für mich auch meine liebe Frau Kristina. Gemeinsam haben wir schon viel Schönes erlebt, wir haben so manche Herausforderung bewältigt und ich kann ihr meine tiefsten Gedanken anvertrauen.

Wäre ich kein Zeuge Jehovas geworden, wäre ich jetzt vielleicht tot. Früher hatte ich Probleme und Krisen ohne Ende. Heute sehe ich einen echten Sinn im Leben und meine Welt ist in Ordnung.