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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM MÄRZ 2013

Hätten Sie es gewusst?

Hätten Sie es gewusst?

Wie bereiteten die Juden im 1. Jahrhundert Tote für das Begräbnis vor?

Bei den Juden fanden Begräbnisse sehr bald statt, gewöhnlich noch am Tag des Todes. Dafür gab es zwei Gründe: Erstens setzt im heißen Klima des Nahen Ostens die Verwesung schnell ein. Zweitens wäre es nach damaliger Auffassung gegenüber dem Verstorbenen und seiner Familie respektlos gewesen, den Leichnam tagelang unbestattet zu lassen.

In den Evangelien und in der Apostelgeschichte wird von mindestens vier Begräbnissen berichtet, die direkt am Todestag stattfanden (Matthäus 27:57-60; Apostelgeschichte 5:5-10; 7:60 bis 8:2). Geht man einige Jahrhunderte zurück, kommt man zu Jakob, dessen geliebte Frau Rahel auf einer Reise starb. Statt den Leichnam zur Familiengrabstätte zu bringen, begrub Jakob seine Frau „am Weg nach . . . Bethlehem“ (1. Mose 35:19, 20, 27-29).

Was die Bibel über Begräbnisse berichtet, zeigt, mit welcher Sorgfalt die Juden ihre Toten für die Beisetzung vorbereiteten. Angehörige und Freunde wuschen den Leichnam, salbten ihn mit gutem Öl und Gewürzen ein und wickelten ihn in Tücher (Johannes 19:39, 40; Apostelgeschichte 9:36-41). Nachbarn und andere konnten kommen, um mit der Familie zu trauern und sie zu trösten (Markus 5:38, 39).

Wurde Jesus nach allgemeinem jüdischem Brauch bestattet?

Viele jüdische Familien begruben ihre Toten in Höhlen oder in Grüften, die in das weiche Felsgestein gehauen waren, das es in Israel vielerorts gab. So hatten es schon ihre Vorfahren in alter Zeit gehalten. Abraham, Sara, Isaak, Jakob und andere wurden in der Höhle von Machpela in der Nähe von Hebron bestattet (1. Mose 23:19; 25:8, 9; 49:29-31; 50:13).

Jesus wurde in eine Felsengruft gelegt (Markus 15:46). Ein solches Grab hatte normalerweise einen schmalen Eingang. Innen war eine Anzahl länglicher Einbuchtungen oder Nischen in den Felsen gehauen, in die man die Leichname legte. War die Leiche völlig verwest, wurden die Knochen in ein sogenanntes Ossarium, einen Miniatursarg aus Stein, gelegt, wie es zur Zeit Jesu üblich war. Dadurch wurde Platz für künftige Begräbnisse geschaffen.

Nach dem mosaischen Gesetz war der Sabbat ein Ruhetag, an dem keine Vorbereitungen für Begräbnisse getroffen werden konnten. Da Jesus etwa drei Stunden vor Sabbatbeginn starb, bestatteten Joseph von Arimathia und andere seinen Leichnam, ohne die üblichen Vorbereitungen abzuschließen (Lukas 23:50-56). Deshalb gingen einige Frauen, die Jesus nahestanden, nach dem Sabbat zum Grab, um das Versäumte nachzuholen (Markus 16:1; Lukas 24:1).