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Jehovas Zeugen

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Der Wachtturm  |  November 2012

 Wie man Gott näherkommt

„Was fordert Jehova von dir zurück?“

„Was fordert Jehova von dir zurück?“

WAS erwartet Jehova von denen, die ihn richtig anbeten möchten? Ist es Vollkommenheit? Hängt er die Latte so hoch, dass unvollkommene Menschen zwangsläufig scheitern? Oder verlangt er nur so viel, wie für uns machbar ist? Die Antworten auf diese Fragen sind sehr wichtig, wenn man Gott mit Freude dienen will. Sehen wir uns einmal an, wie der Prophet Micha Gottes Anforderungen auf den Punkt brachte. Nachlesen kann man das in Micha 6:8.

„Er hat dir mitgeteilt, . . . was gut ist.“ Was Gott von uns erwartet, ist kein Geheimnis. Er sagt es uns ganz klar durch die Bibel. Gott verlangt von uns nur, „was gut ist“. Wie könnte es auch anders sein! In der Bibel heißt es, dass „Gott Liebe ist“, und deswegen möchte er nur das Beste für uns (1. Johannes 4:8; 5:3). Wenn wir tun, was er von uns erwartet, machen wir nicht nur ihm Freude, sondern es ist auch für uns selbst zum Guten (5. Mose 10:12, 13).

„Was fordert Jehova von dir zurück?“ Hat Gott überhaupt das Recht, etwas von uns zurückzufordern? Sicher! Wir sind ihm Gehorsam schuldig, denn er hat uns das Leben geschenkt und gibt uns alles, was wir zum Leben brauchen (Psalm 36:9). Was fordert er nun von uns zurück? Micha fasst das in drei kurzen Aussagen zusammen. In den ersten beiden geht es vor allem darum, wie wir mit anderen umgehen, und in der dritten um unser Verhältnis zu Gott.

„Recht zu üben.“ Das hebräische Wort, das hier für „Recht“ steht, hat laut einem Bibelkommentar mit „richtigem und rechtmäßigem Verhalten in der Gemeinschaft“ zu tun. Gott wünscht, dass wir einander so behandeln, wie es seine Maßstäbe für Recht und Gerechtigkeit verlangen. Recht zu üben heißt, im Umgang mit anderen unparteiisch, ehrlich und gerecht zu sein (3. Mose 19:15; Jesaja 1:17; Hebräer 13:18). Wenn wir andere gerecht behandeln, handeln sie uns gegenüber vielleicht auch so (Matthäus 7:12).

„Güte zu lieben.“ Gott verlangt von uns nicht lediglich, dass wir anderen Güte erweisen, sondern dass wir Güte lieben. Das hebräische Wort (chéßedh), das mit „Güte“ übersetzt worden ist, kann auch mit „liebende Güte“ oder „loyale Liebe“ wiedergegeben werden. Ein Bibelkommentator erklärt: „Liebe, Barmherzigkeit und Güte sind unzureichende Übersetzungen für . . . [chéßedh]; es bezeichnet nicht nur eine dieser wertvollen Eigenschaften, sondern alle zusammen.“ Wenn wir Güte lieben, kommt sie ganz natürlich; es macht uns Freude, anderen zu helfen. Und dadurch erleben wir das Glück, das dem Geben entspringt (Apostelgeschichte 20:35).

„Bescheiden zu wandeln mit deinem Gott.“ Der biblische Ausdruck „wandeln“ bedeutet „eine bestimmte Handlungsweise verfolgen“. Wir wandeln mit Gott, wenn wir den Weg gehen, den er uns in der Bibel vorgibt. Dabei ist Bescheidenheit gefragt. Was ist damit gemeint? Wer bescheiden ist, macht sich nichts vor, was seine Stellung vor Gott angeht, und gesteht sich seine Grenzen ein. Mit Gott „bescheiden zu wandeln“ heißt daher, eine realistische Ansicht darüber zu haben, was er von uns erwartet und was wir geben können.

Wie schön, dass Jehova von uns nie mehr verlangt, als wir geben können! Er freut sich, wenn wir für ihn unser Bestes tun (Kolosser 3:23). Er kennt unsere Grenzen (Psalm 103:14). Wenn auch wir lernen, uns diese Grenzen bescheiden einzugestehen, dann können wir voll Freude mit Gott wandeln. Er segnet jeden, der seinen Lebensweg mit ihm geht. Warum es nicht einfach ausprobieren! (Sprüche 10:22).

Vorschlag für das Bibellesen im November

Joel 1 bis Micha 7