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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM OKTOBER 2012

 Fragen unserer Leser

Muss man heiraten, um glücklich zu sein?

Muss man heiraten, um glücklich zu sein?

Lehrt die Bibel, dass ein glückliches und erfülltes Leben nur in der Ehe möglich ist? Auf den ersten Blick scheint Gottes Wort diesen Standpunkt zu stützen. Wieso kann man das sagen?

Gemäß dem Schöpfungsbericht sagte Gott, es sei „nicht gut“, dass Adam allein blieb. Deswegen schuf er Eva als „Ergänzung“ für ihn (1. Mose 2:18, Fußnote). Durch eine Ergänzung wird etwas Unvollständiges vollständig. Von daher könnte man zu dem Schluss kommen, Unverheirateten würde irgendetwas fehlen. Außerdem wird die Ehe in der Bibel immer wieder als etwas beschrieben, was Freude und Segen mit sich bringt. Ein Beispiel dafür ist der Bericht über Ruth.

Sollen solche Berichte jedoch den Gedanken vermitteln, dass Christen heute kein glückliches und erfülltes Leben führen können oder dass ihnen etwas fehlt, wenn sie nicht verheiratet sind und Kinder haben? Das kann nicht sein. Obwohl Jesus Christus bis zu seinem Tod ledig blieb, hat er das erfüllteste Leben überhaupt geführt und ihm hat nichts gefehlt. Jesus, der weiseste Mensch, der je lebte, war auch ein vollkommenes Spiegelbild „des glücklichen Gottes“, Jehova (1. Timotheus 1:11; Johannes 14:9). Als er einmal aufzählte, was im Leben glücklich macht, erwähnte er die Ehe nicht (Matthäus 5:1-12).

Widerspricht sich die Bibel also in diesem Punkt? Nein. Man muss die Ehe im Gesamtbild des Vorsatzes Jehovas sehen. Natürlich wollte Gott, dass man in der Ehe Freude, Vertrautheit und Zuspruch findet, doch sollte diese Einrichtung auch immer wieder eine Schlüsselrolle bei der Ausführung seines Willens spielen. Adam und Eva gab er zum Beispiel den Auftrag: „Seid fruchtbar, und werdet viele, und füllt die Erde“ (1. Mose 1:28). Das konnten weder Adam noch Eva allein. Sie brauchten einander und ergänzten sich auf ganz besondere Weise.

Auch später bei der Nation Israel spielten Ehe und Familie eine besondere Rolle in Jehovas Vorhaben. Gottes Volk sollte zahlreich werden, damit es gegen seine Feinde standhalten könnte. Außerdem sollte aus dem Stamm Juda der Messias kommen, der treue Menschen von den Folgen der Sünde und des Todes befreien würde (1. Mose 49:10). Für treue Israelitinnen war es somit etwas ganz Besonderes, zu heiraten und Kinder zu bekommen. Unverheiratet zu sein und keine Kinder zu haben empfanden sie als Schande und es traf sie schwer.

Wie ist es nun in unserer Zeit? Bedeutet Gottes ursprünglicher Auftrag, die Erde zu füllen, in einer Welt, wo es von Menschen nur so wimmelt, dass man heiraten und Kinder bekommen soll? Nein (Matthäus 19:10-12). Auch muss Gott heute nicht mehr die Hand über die Nation und die Abstammungslinie des Messias halten. Wie sollten Christen also zu Ehe und Ehelosigkeit stehen?

Man kann beides als Geschenk von Gott bezeichnen. Und von Geschenken weiß man ja: Was für den einen genau das Richtige ist, kommt bei einem anderen vielleicht überhaupt nicht an. Die Ehe ist eine heilige Einrichtung, die eine solide Basis für die Familie bieten und in der man Liebe und Freundschaft finden kann. Gleichzeitig heißt es in der Bibel ganz realistisch, Verheiratete würden in unserer unvollkommenen Welt Probleme oder „Drangsal im Fleisch“ haben. Wie steht es mit dem Ledigsein? In Jehovas Augen gibt es keinen Grund, sich deswegen zu schämen oder traurig zu sein. Wie in seinem Wort gesagt wird, hat es gegenüber der Ehe sogar konkrete Vorteile (1. Korinther 7:28, 32-35).

Die Bibel zeichnet also ein ausgeglichenes Bild von Ehe und Ehelosigkeit. Jehova, der Urheber von Ehe und Familie, möchte, dass seine Diener alle ein glückliches, erfülltes Leben führen — ob ledig oder verheiratet.