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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM SEPTEMBER 2012

Hätten Sie es gewusst?

Hätten Sie es gewusst?

Wie wurden in biblischer Zeit Briefe verschickt?

Ein persischer Kurier

Im Perserreich gab es für offizielle Schreiben, in denen es um nationale Interessen ging, einen staatlichen Postdienst. Dieser wird im Bibelbuch Esther näher beschrieben. Wie in Kapitel 8, Vers 10 zu lesen ist, verfasste man ein Schreiben „im Namen des Königs Ahasverus und versiegelte es mit dem Siegelring des Königs und sandte Schriftstücke durch die Hand der berittenen Eilboten, die auf Postpferden ritten, welche im königlichen Dienst gebraucht wurden, Söhnen von schnellen Stuten“. Über ein ähnliches Postsystem verfügten auch die Römer. Es war allerdings nur für amtliche und militärische Nachrichten gedacht.

Private Post, wie zum Beispiel die Briefe des Apostels Paulus, konnte nicht auf diesem Weg befördert werden. War man begütert, entsandte man einfach einen Sklaven. Meistens nahm man jedoch die Dienste von Bekannten oder sogar Fremden in Anspruch, die in die gewünschte Richtung reisten. Auch Familienangehörige, Freunde, Soldaten oder Händler waren potenzielle Briefträger. Man musste sich natürlich genau überlegen, wem man einen Brief anvertraute, wenn man wollte, dass er sorgsam behandelt wurde und unangetastet blieb. Wie aus der Bibel ersichtlich ist, übergab Paulus zumindest einige seiner Briefe Glaubensbrüdern, die auf Reisen gingen (Epheser 6:21, 22; Kolosser 4:7).

Wie wurde im alten Israel Handel getrieben?

Relief eines Obstmarkts

Die Wirtschaft des Landes gründete sich hauptsächlich auf Ackerbau, Viehzucht und Tauschhandel. In Jerusalem gab es ein „Schaftor“, ein „Fischtor“ und ein „Scherbentor“ (Nehemia 3:1, 3; Jeremia 19:2). Die Namen der Tore lassen darauf schließen, dass sich in der Nähe Märkte befanden, auf denen mit Schafen, Fischen und Tonwaren gehandelt wurde. Die Bibel erwähnt auch eine gewisse „Straße der Bäcker“ und nennt die verschiedensten Handelswaren (Jeremia 37:21).

Was weiß man über die Preise? In einem Bibelkommentar ist zu lesen: „Die Preise unterlagen über die Jahrhunderte natürlichen Schwankungen, und es lässt sich nur schwer feststellen, wie viel eine Ware zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort gekostet hat.“ Antike Quellen, zu denen auch die Bibel gehört, belegen, dass es schon damals so etwas wie Inflation gab. Im 18. Jahrhundert v. Chr. lag der Durchschnittspreis eines Sklaven wohl bei 20 Silberstücken (wahrscheinlich Schekel), denn für so viel wurde Joseph verkauft (1. Mose 37:28). 300 Jahre später lag der Preis bei 30 Schekeln (2. Mose 21:32). Im 8. Jahrhundert war man bei 50 Schekeln angekommen (2. Könige 15:20). Und nach weiteren 200 Jahren, in der Perserzeit, war der Preis auf stolze 90 Schekel angestiegen. Offenbar sind steigende Preise nicht nur eine Geißel unserer Zeit.