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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM SEPTEMBER 2012

Würde und Achtung unter Gottes liebevoller Hand

Würde und Achtung unter Gottes liebevoller Hand

ALS Jesus auf der Erde war, spiegelte er die Persönlichkeit und die Handlungsweise seines Vaters im Himmel vollkommen wider. Er sagte: „Ich [tue] nichts aus eigenem Antrieb . . .; sondern so, wie der Vater mich gelehrt hat, rede ich“, und: „Ich [tue] allezeit das . . . , was ihm wohlgefällig ist“ (Johannes 8:28, 29; Kolosser 1:15). Wenn man sich damit beschäftigt, wie Jesus gegenüber Frauen eingestellt war und wie er mit ihnen umging, bekommt man also einen Einblick, wie Gott Frauen sieht und wie er sie behandelt sehen möchte.

Ausgehend von den Evangelienberichten ist eine Reihe von Wissenschaftlern zu dem Schluss gekommen, Jesu Sicht der Frau sei geradezu revolutionär gewesen. Was war bei ihm so anders? Und wichtiger noch: Verhelfen seine Lehren Frauen auch heute noch zu mehr Freiheit?

Wie Jesus mit Frauen umging

Jesus betrachtete Frauen nicht als bloße Sexobjekte. Aus Sicht mancher jüdischer Geistlicher konnte der Kontakt mit Frauen nur zu sexuellem Verlangen führen. Da man in ihnen eine ständige Versuchung sah, durften sie in der  Öffentlichkeit nicht mit Männern reden und mussten außer Haus eine Kopfbedeckung tragen. Jesus wies dagegen die Männer an, ihre Begierden zu zügeln und Frauen mit Würde zu behandeln, anstatt sie auszugrenzen (Matthäus 5:28).

Auch sagte Jesus: „Wer immer sich von seiner Frau scheiden lässt und eine andere heiratet, begeht ihr gegenüber Ehebruch“ (Markus 10:11, 12). Damit erteilte er der vorherrschenden rabbinischen Lehre, wonach Männer sich „aus jedem beliebigen Grund“ scheiden lassen konnten, eine Absage (Matthäus 19:3, 9). Die Vorstellung, gegenüber der eigenen Frau Ehebruch zu begehen, war den meisten Juden fremd. Nach der Lehre ihrer Rabbis konnte ein Mann nie gegen seine Frau Ehebruch begehen — nur die Frau konnte untreu sein! In einem Bibelkommentar heißt es: „Dadurch, dass Jesus den Mann unter dieselbe moralische Verpflichtung stellte wie die Frau, erhöhte er den Status und die Würde der Frauen.“

Die Wirkung seiner Lehre heute: In den Königreichssälen von Jehovas Zeugen gehen Frauen und Männer ganz ungezwungen miteinander um. Frauen brauchen aber keine Angst vor anzüglichen Blicken oder unangebrachten Vertraulichkeiten zu haben, denn die Männer achten sehr darauf, „älteren Frauen wie Müttern, jüngeren Frauen wie Schwestern mit aller Keuschheit“ zu begegnen (1. Timotheus 5:2).

Jesus war es wichtig, Frauen zu lehren. Nach der gängigen rabbinischen Meinung sollten Frauen unwissend gehalten werden. Jesus dagegen lehrte sie vieles und regte sie an, sich zu äußern. Als Maria von Jesus lernen wollte, verwehrte er es ihr nicht und zeigte dadurch, dass der Platz der Frau nicht nur in der Küche ist (Lukas 10:38-42). Auch Marias Schwester Martha profitierte von dem, was Jesus lehrte. Das beweisen die klugen Antworten, die sie ihm nach dem Tod von Lazarus gab (Johannes 11:21-27).

Jesus interessierte sich für die Gedankenwelt von Frauen. Die meisten Jüdinnen zu jener Zeit sahen ihr Glück darin, einen Sohn zu haben, auf den sie stolz sein konnten — möglichst ein Prophet. Einmal rief eine Frau aus: „Glücklich der Schoß, der dich getragen!“ Jesus ergriff die Gelegenheit, ihr etwas Besseres aufzuzeigen (Lukas 11:27, 28). Er gab ihr zu verstehen, dass es mehr auf den Gehorsam gegenüber Gott ankommt, und wies damit auf etwas hin, was über die traditionelle Rolle hinausging, die Frauen aufgezwungen wurde (Johannes 8:32).

Die Wirkung seiner Lehre heute: Verantwortliche Männer in der Christenversammlung begrüßen Kommentare von Frauen in den Zusammenkünften. Sie achten reife Frauen, die in Wort und Tat ein gutes Beispiel geben, als „Lehrerinnen des Guten“ (Titus 2:3). Und sie zählen auf sie, wenn es darum geht, die gute Botschaft von Gottes Königreich bekannt zu machen  (Psalm 68:11; dazu auch Seite 9:  „Verbot Paulus Frauen, sich zu äußern?“).

Jesus lagen Frauen am Herzen. In biblischer Zeit wurden Töchter nicht so geschätzt wie Söhne. Das klingt auch im Talmud an, wo es heißt: „Wohl dem . . ., dessen Kinder männlich sind, und wehe dem, dessen Kinder weiblich sind.“ Mädchen wurden manchmal als größere Last empfunden. Die Eltern mussten einen Mann für sie suchen, eine Mitgift bereitstellen und im Alter würde ihnen ihre Tochter keine Stütze sein können.

Jesus bewies einmal, dass das Leben eines Mädchens genauso wichtig ist wie das eines Jungen: Er auferweckte sowohl den Sohn einer Witwe aus Nain als auch die Tochter von Jairus (Markus 5:35, 41, 42; Lukas 7:11-15). Nachdem er eine Frau geheilt hatte, „die achtzehn Jahre lang einen Geist der Schwachheit hatte“, nannte er sie „Tochter Abrahams“ — ein Ausdruck, der im jüdischen Schrifttum so gut wie unbekannt ist (Lukas 13:10-16). Durch diese respektvolle, freundliche Bezeichnung anerkannte er die Frau nicht nur als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft, sondern würdigte auch ihren großen Glauben (Lukas 19:9; Galater 3:7).

Die Wirkung seiner Lehre heute: Ein asiatisches Sprichwort lautet: „Ein Mädchen großzuziehen ist wie den Garten des Nachbarn zu gießen.“ Christliche Väter lassen sich von dieser Denkweise nicht anstecken, sondern sorgen für alle ihre Kinder gut, ob Söhne oder Töchter. Christliche Eltern kümmern sich darum, dass ihre Kinder alle eine ordentliche Schulbildung bekommen und für ihre Gesundheit gesorgt ist.

Maria Magdalene durfte den Aposteln von der Auferstehung Jesu berichten

Jesus hielt Frauen für vertrauenswürdig. Vor jüdischen Gerichten galt die Aussage einer Frau nur so viel wie die eines Sklaven. Josephus, ein Historiker aus dem 1. Jahrhundert, riet: „Auch soll das Zeugnis der Weiber nicht zulässig sein wegen der ihrem Geschlechte eigenen Leichtfertigkeit und Dreistigkeit.“

Bei Jesus war das ganz anders. Er ließ seine Auferstehung durch Frauen bezeugen (Matthäus 28:1, 8-10). Obwohl diese treuen Frauen Augenzeugen der Hinrichtung und Beisetzung ihres Herrn waren, taten sich die Apostel schwer damit, ihrer Aussage zu glauben (Matthäus 27:55, 56, 61; Lukas 24:10, 11). Doch dadurch, dass der auferstandene Jesus Frauen zuerst erschien, zeigte er, dass sie genauso würdig waren, seine Zeugen zu sein, wie die anderen Jünger (Apostelgeschichte 1:8, 14).

Die Wirkung seiner Lehre heute: Männer, die in den Versammlungen von Jehovas Zeugen Verantwortung tragen, nehmen Frauen ernst; sie beziehen ihre Beobachtungen mit ein. Ehemänner lassen ihrer Frau „Ehre zuteilwerden“,  indem sie ihr gut zuhören (1. Petrus 3:7; 1. Mose 21:12).

Biblische Grundsätze tragen zum Glück und zur Freude von Frauen bei

Wer sich an die Grundsätze der Bibel hält, behandelt Frauen mit Würde und Respekt

Wenn Männer sich an Christus orientieren, müssen Frauen nicht auf den Respekt und die Freiheit verzichten, die Gott ihnen ursprünglich zugedacht hat (1. Mose 1:27, 28). Statt auf der Welle des männlichen Chauvinismus zu schwimmen, lassen sich christliche Ehemänner von biblischen Grundsätzen leiten, was zum Glück und zur Freude ihrer Frau beiträgt (Epheser 5:28, 29).

Nehmen wir Jelena als Beispiel. Sie wurde von ihrem Mann ziemlich grob behandelt und litt still vor sich hin. Ihr Mann war in einem gewalttätigen Umfeld aufgewachsen, wo Brautraub und Misshandlung von Frauen gang und gäbe waren. Jelena fing an, die Bibel zu studieren. „Das gab mir Kraft“, erzählt sie. „Mir wurde klar, dass es jemand gab, der mich sehr liebte und schätzte und dem ich wichtig war. Ich erkannte auch, dass sich die Einstellung meines Mannes mir gegenüber ändern könnte, wenn er die Bibel studieren würde.“ Jelenas Traum wurde wahr: Ihr Mann war eines Tages einverstanden, mit Jehovas Zeugen die Bibel zu studieren, und ließ sich dann taufen. „Er hat sich jetzt vorbildlich im Griff“, sagt Jelena. „Wir haben gelernt, einander großzügig zu verzeihen.“ Ihr Fazit: „Durch die Grundsätze der Bibel fühle ich mich in meiner Ehe jetzt wirklich sicher und gebraucht“ (Kolosser 3:13, 18, 19).

Jelena ist kein Einzelfall. Millionen von christlichen Frauen sind glücklich, weil sie sich zusammen mit ihren Männern bemühen, in ihrer Ehe biblische Grundsätze umzusetzen. Sie werden in der Gemeinschaft ihrer Glaubensbrüder geachtet, finden Halt und fühlen sich frei (Johannes 13:34, 35).

Männer und Frauen, die Christus nachfolgen, sind sich bewusst, dass sie als sündige, unvollkommene Menschen zu Gottes Schöpfung gehören, die „der Nichtigkeit unterworfen“ ist. Doch wenn sie sich an ihren liebevollen Gott und Vater Jehova halten, können sie sich darauf freuen, „von der Sklaverei des Verderbens frei gemacht“ zu werden „zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes“. Ein Leben unter Gottes liebevoller Hand — was für eine schöne Hoffnung für Männer und Frauen! (Römer 8:20, 21).