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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM OKTOBER 2010

Worum beten?

Worum beten?

ES HEISST, es sei das am häufigsten gesprochene christliche Gebet. Zumindest wird das Vaterunser von Millionen Menschen Tag für Tag aufgesagt, zum Teil sogar mehrmals. Allerdings liegt hier ein weitverbreitetes Missverständnis vor. Jesus wollte nämlich nicht, dass dieses Gebet auswendig heruntergesagt wird. Woher weiß man das?

Unmittelbar vor dem Vaterunser erklärte Jesus: „Wenn ihr aber betet, sagt nicht immer und immer wieder dasselbe“ (Matthäus 6:7). Das hätte er garantiert nicht gesagt, wenn er gewollt hätte, dass man ein vorformuliertes Gebet auswendig lernt und es immer wieder aufsagt. Stattdessen zeigte er, worum man beten kann und was im Gebet unbedingt obenan stehen sollte. Deshalb nennt man dieses Gebet auch Mustergebet. Es lohnt sich, einen näheren Blick darauf zu werfen. Man kann es in Matthäus 6:9-13 nachlesen.

„Unser Vater in den Himmeln, dein Name werde geheiligt.“

Damit erinnerte Jesus seine Nachfolger daran, dass alle Gebete an seinen Vater Jehova gerichtet werden sollen. Aber warum ist der Name Gottes so wichtig? Und wieso muss er geheiligt werden?

Seit den Anfängen der Menschheitsgeschichte ist Gottes Name durch Lügen in ein falsches Licht gerückt worden. Gottes Gegner, der Teufel, hat Jehova als einen unehrlichen, egoistischen Herrscher hingestellt, der in Wirklichkeit nicht das Recht hat, über seine Schöpfung zu regieren (1. Mose 3:1-6). Viele haben sich ihm in dieser Meinung angeschlossen und behaupten, Gott sei gefühllos, grausam und rachsüchtig, oder sie lehnen von vornherein die Existenz eines Schöpfers ab. Andere gehen sogar direkt gegen Gottes Namen vor, streichen ihn aus Bibelübersetzungen und verbieten es, ihn zu verwenden.

Wie die Bibel zeigt, wird Gott dafür sorgen, dass er und sein Name wieder ins richtige Licht gerückt werden (Hesekiel 39:7). Im selben Atemzug wird er auch etwas für die Bedürfnisse der Menschheit tun und sich um ihre Probleme kümmern! Wie? Das zeigte Jesus in seinem Gebet als Nächstes.

„Dein Königreich komme.“

In religiösen Kreisen herrschen heutzutage die unterschiedlichsten Ansichten darüber, was das Königreich Gottes ist. Jesu Zuhörerschaft wusste dagegen, dass Gottes Propheten schon lange zuvor von einem Königreich gesprochen hatten, das die Welt verändern würde. Der König dieser Regierung sollte der Messias sein — der von Gott erwählte Retter (Jesaja 9:6, 7; Daniel 2:44). Dieses Königreich wird Gottes guten Namen wiederherstellen und den Teufel als Lügner  entlarven. Es wird ihm das Handwerk legen und ihn aus dem Weg räumen. Es wird Kriegen, Krankheiten, dem Hunger und sogar dem Tod ein Ende machen (Psalm 46:9; 72:12-16; Jesaja 25:8; 33:24). Wer also betet: „Dein Reich komme“, bittet darum, dass all das Realität wird.

„Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf der Erde.“

Mit diesen Worten gab Jesus zu verstehen, dass einmal auch auf der Erde Gottes Wille geschehen wird — genauso wie im Himmel, wo sich Gott befindet. Dort hat Gott bereits entgegen aller Widerstände seinen Willen ausgeführt: Sein Sohn ist mit Macht gegen den Teufel und dessen Helfershelfer vorgegangen und hat sie aus dem Himmel verbannt (Offenbarung 12:9-12). Wie die ersten beiden Bitten unterstreicht auch diese Bitte im Mustergebet, worauf es wirklich ankommt: nicht auf den Willen des Menschen, sondern auf den Willen Gottes. Für die gesamte Schöpfung gibt es nichts Besseres, als dass Gottes Wille geschieht. Deshalb sagte sogar Jesus, der ja vollkommen war, zu seinem Vater: „Nicht mein Wille, sondern der deine geschehe“ (Lukas 22:42).

„Gib uns heute unser Brot für diesen Tag.“

Als Nächstes zeigte Jesus, dass wir auch um persönliche Dinge beten dürfen. Es ist nicht verkehrt, Alltagssorgen in Gebeten anzusprechen. Im Gegenteil, dadurch werden wir daran erinnert, dass wir Jehova „Leben und Odem [Atem] und alles“ verdanken (Apostelgeschichte 17:25). Wie die Bibel sagt, ist Jehova ein liebevoller Vater, der seinen Kindern gern das gibt, was sie brauchen. Und wie jeder gute Vater wird er nicht auf Bitten eingehen, die seinen Kindern nur schaden würden.

„Vergib uns unsere Schulden.“

Wieso schulden wir Gott etwas? Warum brauchen wir seine Vergebung? Für viele ist „Sünde“ kein Begriff mehr und schon gar nicht etwas Schwerwiegendes. Die Bibel macht uns jedoch darauf aufmerksam, dass die Sünde die Wurzel allen Übels ist — sie ist der Grund, warum Menschen sterben. Da wir alle als Sünder geboren sind, lassen wir uns viel zuschulden kommen, und wenn Gott uns nicht vergeben würde, gäbe es für uns keine Zukunft (Römer 3:23; 5:12; 6:23). Zum Glück lässt uns die Bibel wissen: „Du, o Jehova, bist gut und zum Vergeben bereit“ (Psalm 86:5).

„Befreie uns von dem, der böse ist.“

Den meisten ist nicht bewusst, wie dringend nötig wir den Schutz Gottes haben. Viele wollen nicht akzeptieren, dass es „den, der böse ist“, sprich den Teufel, überhaupt gibt. Jesus erklärte jedoch, dass er wirklich existiert, und bezeichnete ihn sogar als den „Herrscher dieser Welt“ (Johannes 12:31; 16:11). Der Teufel hat die Welt unter seine Kontrolle gebracht. Die Folge? Sie ist auf ein absolut niederes Niveau gesunken. Er will am liebsten auch jeden Einzelnen von uns in seinen Sog ziehen, damit wir unserem Vater Jehova nicht näherkommen (1. Petrus 5:8). Jehova ist allerdings weit mächtiger als Satan und möchte alle, die ihn lieben, vor ihm beschützen.

Dieser kurze Überblick über das Vaterunser deckt natürlich nicht alles ab, was man Gott im Gebet sagen kann. In 1. Johannes 5:14 heißt es über ihn, dass „er uns hört, ungeachtet dessen, was wir gemäß seinem Willen bitten“. Man braucht also nie zu denken, dass die eigenen Probleme zu belanglos sind, um Gott davon im Gebet zu erzählen (1. Petrus 5:7).

Kommt es eigentlich darauf an, wann und wo man betet? Lesen Sie doch weiter.