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Jehovas Zeugen

Deutsch

Der Wachtturm  |  Februar 2010

Missionare „bis zum entferntesten Teil der Erde“

Missionare „bis zum entferntesten Teil der Erde“

 127. Gileadabschlussfeier

Missionare „bis zum entferntesten Teil der Erde“

JESUS gab seinen Nachfolgern den Auftrag, Zeugen für ihn zu sein, und zwar „bis zum entferntesten Teil der Erde“ (Apostelgeschichte 1:8). Diesen Predigtauftrag nehmen Jehovas Zeugen sehr ernst.

So haben die an der Wachtturm-Bibelschule Gilead ausgebildeten Missionare seit 65 Jahren eine wesentliche Rolle dabei gespielt, dass heute in über 200 Ländern und Territorien gepredigt wird. Am Samstag, den 12. September 2009 feierten 56 weitere erfahrene Prediger den Abschluss ihres fünfmonatigen Missionarkurses in Patterson (New York, USA).

Die Vorstellungskraft einsetzen

Stephen Lett, der zur leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas gehört, führte durch das Programm und hielt auch einen Vortrag über das Thema „Setzt eure Vorstellungskraft richtig ein“. Dabei sprach er zuerst vier Punkte an, für die man seine Fantasie besser nicht nutzt: 1. Nicht der Vorstellung aufsitzen, dass einem Geld und Besitz auf Dauer Sicherheit bieten. 2. Sich nicht ausmalen, wie man etwas Unmoralisches tut. 3. Sich nicht übertrieben viele Sorgen machen und in der Fantasie keine „Schreckensszenarien“ entwerfen (Sprüche 18:11; Matthäus 5:28; 6:34). Wer sich zu sehr sorgt, so erläuterte der Redner, packt die Sorgen von gestern zu den Sorgen von heute und legt die von morgen noch obendrauf. „So ein Sorgenberg ist schwer zu tragen“, meinte er. Und was führte er als 4. Punkt an? Die Missionare sollten in ihrer neuen Umgebung nicht in der Vorstellung leben, dass vorher alles besser war. Das könnte ihnen sonst den Blick verstellen für all das Schöne, was sie in ihrer neuen Heimat erwartet.

Danach erklärte Stephen Lett, wie man seine Vorstellungskraft besser nutzt. Und wieder waren es vier Punkte: 1. Situationen voraussehen, die für das eigene Wohl und die Freundschaft zu Gott gefährlich werden könnten, und ihnen vorbauen. 2. Beim Bibellesen in Gedanken einen Film ablaufen lassen und sich ausmalen, man wäre mittendrin. 3. Jeden, mit dem man beim Predigen in Kontakt kommt, im Geist schon als Glaubensbruder sehen. Und 4. versuchen, sich in jeden, mit dem man über die Bibel spricht, hineinzuversetzen (Sprüche 22:3).

Andere schulen: Warum so wichtig

David Splane von der leitenden Körperschaft stützte seinen Vortrag mit dem Thema „Diese Dinge vertraue treuen Menschen an“ auf 2. Timotheus 2:2. Timotheus wurde hier von Paulus angewiesen, treue Diener Gottes zu schulen. Dabei sollte er ihnen nicht nur die biblische Lehre vermitteln, sondern sie auch dazu animieren, andere zu schulen. Es werden viele Männer gebraucht, die bei christlichen Aktivitäten die Leitung übernehmen können. Wann und wie fängt diese Schulung an? Bruder Splane riet den Missionaren, gleich beim ersten Bibelstudium damit zu beginnen.

Wie sieht eine solche Schulung in der Praxis aus? Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Zum Beispiel könnte man jemand beibringen, wie er sich auf die nächste Lektion seines Bibelstudiums gut vorbereiten kann oder — wenn er dann biblische Zusammenkünfte besucht — wie er sich auf das vorgesehene Programm vorbereiten kann. „Solange jemand nicht gelernt hat, selbstständig die Bibel zu studieren, wird er auch anderen nicht  weiterhelfen können“, erklärte der Redner. Im Übrigen könne man Neuen ans Herz legen, pünktlich zu sein, das Predigtwerk finanziell zu unterstützen und die zu achten, die bereits Verantwortung tragen. Und wie so oft sei ein gutes Beispiel der beste Lehrmeister.

Das Privileg, Zeugen zu sein

Der Vortrag von Guy Pierce (ebenfalls von der leitenden Körperschaft) drehte sich um die Aussage Jesu „Ihr werdet Zeugen von mir sein“ nach Apostelgeschichte 1:8. Das Privileg, Zeugen für Jehova zu sein, sei der Nation Israel im 1. Jahrhundert entzogen und dafür einer „Nation“ verliehen worden, die die entsprechenden Früchte bringen würde (Matthäus 21:43). Wie sich herausstellte, so der Redner, handelte es sich dabei um die Gesamtheit der gesalbten Christen. Nach den Worten des Apostels Petrus würde diese „heilige Nation“ „weit und breit“ die überragenden Eigenschaften Jehovas bekannt machen (1. Petrus 2:6-9). Jesus meinte also nicht, dass Christen nur noch Zeugen für ihn und nicht mehr für Jehova sein würden. Schließlich wird Jesus selbst als „Der treue Zeuge“ bezeichnet (Offenbarung 1:5; 3:14). Er ist der wichtigste Zeuge Jehovas überhaupt und wir folgen seinen Fußstapfen (1. Petrus 2:21).

Wie Guy Pierce erklärte, haben Jesu Worte aus Apostelgeschichte 1:8 in unserer Zeit noch an Bedeutung dazugewonnen. Mittlerweile ist nämlich eine Prophezeiung wahr geworden, die einen wichtigen Meilenstein markiert: die Einsetzung von Gottes Königreich oder Regierung mit Christus an der Spitze (nachzulesen in Offenbarung 11:15). Das Predigtwerk hat sich jetzt im wahrsten Sinne des Wortes „bis zum entferntesten Teil der Erde“ ausgedehnt (Apostelgeschichte 1:8). Bruder Pierce betonte, dass sich die Botschaft der Missionare nicht um sie selbst, ihre Kultur, ihr Land oder ihre bisherige Lebensart dreht, sondern um Jehova und seine Regierung. Er legte ihnen ans Herz, „in der restlichen Zeit so viele Menschen wie möglich“ Gott näherzubringen.

Weitere Programmhöhepunkte

Alex Reinmueller, ein Helfer des Verlagskomitees, sprach über das Thema „Jehova wird euch Mut schenken“. Wenn sich die Missionare auf Jehovas Kraft verlassen, wird er ihnen helfen, ihre Stärken zu erkennen, ihre Schwächen zu akzeptieren, sich ihren Ängsten zu stellen und ihm ihr Bestes zu geben.

Schließlich wandten sich noch zwei Ausbilder der Abteilung für theokratische Schulen an die Studenten. Als Erstes kam Sam Roberson auf die Bühne und redete über Jehovas Zusage in Jesaja 41:10: „Ich bin mit dir.“ Auf die Missionare warte nun viel Schönes, meinte er. Es würde aber auch so manches Problem auf sie zukommen. Sie könnten damit fertig werden, wenn sie es so halten wie König David, der in solchen Fällen flehentlich zu seinem liebevollen Vater betete (Psalm 34:4, 6, 17, 19). Danach sprach William Samuelson zu den Missionaren über die Notwendigkeit, immer besonnen zu sein. Sie könnten dann eine lieblose Bemerkung eher wegstecken und würden sich nicht so schnell angegriffen fühlen (Sprüche 2:10, 11).

Jim Mantz, ein Helfer des Schreibkomitees, interviewte Brüder vom Zweigkomitee in Georgien und Honduras sowie vom Landeskomitee in Tadschikistan. Von diesen erfahrenen Brüdern bekamen die Missionare gute Hinweise. Versucht man zum Beispiel, das Böse mit dem Guten zu besiegen, kann man bei einem möglichen Gegner vielleicht das Eis brechen und ihn sogar gewinnen (Römer 12:21). Anschließend leitete Mark Noumair, ein weiterer Ausbilder, eine Gesprächsrunde unter dem neugierig machenden Motto „Wie kann ich helfen?“. Einige Studenten erzählten, was sie in den letzten fünf Monaten beim Predigen so erlebt hatten.

Zu guter Letzt las Stephen Lett noch einige Zeilen aus einem neuen Lied vor. Der Titel: „Siehst du dich in der neuen Welt?“ Nach der Abschlussfeier waren die 6 509 Anwesenden entschlossener denn je, für Jehova und seinen Sohn „bis zum entferntesten Teil der Erde“ Zeugnis abzulegen.

 [Übersicht/Karte auf Seite 31]

KLASSENÜBERSICHT

8 Herkunftsländer

56 Studenten

28 Ehepaare

33,6 Durchschnittsalter

18,3 Jahre seit der Taufe (Durchschnitt)

13,6 Jahre im Vollzeitdienst (Durchschnitt)

[Karte]

(Genaue Textanordnung in der gedruckten Ausgabe)

Die 22 Länder, in die sie geschickt wurden

DAS NEUE WIRKUNGSGEBIET DER ABSOLVENTEN

JAMAIKA

HAITI

NICARAGUA

COSTA RICA

PANAMA

CURAÇAO

GUYANA

PERU

BOLIVIEN

PARAGUAY

CHILE

MOLDAWIEN

SERBIEN

ALBANIEN

ELFENBEINKÜSTE

KONGO (KINSHASA)

UGANDA

BURUNDI

TANSANIA

MOSAMBIK

NEPAL

KAMBODSCHA

[Bild auf Seite 31]

Absolventen der 127. Klasse der Wachtturm-Bibelschule Gilead

Die Reihen sind von vorn nach hinten nummeriert und die Namen von links nach rechts aufgeführt.

(1) Marshall, T.; Prudent, L.; Mashburn, A.; Rosenström, S.; Testa, A.; Takeyama, M.; Sisk, M.

(2) Grooms, K.; Miura, S.; Camacho, M.; Rozas, S.; Burch, M.; Meza, I.; Young, G.; Geraghty, S.

(3) Bonilla, C.; Knaller, D.; Parrales, R.; Hotti, S.; Takada, A.; Tournade, M.; Sopel, C.

(4) Miura, Y.; Parrales, K.; Prudent, K.; Colburn, S.; Willis, L.; Vääränen, A.; Sisk, B.; Takada, R.

(5) Grooms, J.; Vääränen, M.; Geraghty, B.; Stackhouse, R.; Wilson, A.; Bonell, E.; Camacho, D.; Meza, R.; Bonell, M.

(6) Takeyama, S.; Testa, G.; Colburn, T.; Mashburn, C.; Willis, W.; Tournade, L.; Burch, J.; Stackhouse, J.

(7) Wilson, J.; Young, J.; Marshall, E.; Rozas, M.; Knaller, J.; Hotti, N.; Rosenström, A.; Sopel, J.; Bonilla, O.