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Jehovas Zeugen

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Der Wachtturm  |  Februar 2010

Bedauert Gott manchmal etwas?

Bedauert Gott manchmal etwas?

 Wie man Gott näherkommt

Bedauert Gott manchmal etwas?

RICHTER 2:11-18

ALS unvollkommene Menschen haben wir alle ab und zu etwas zu bedauern. Wenn wir zum Beispiel einen Fehler gemacht haben, tut uns das hinterher oft leid. Erstaunlicherweise sagt die Bibel auch über Jehova, dass er Bedauern empfinden kann. „Aber Gott ist doch vollkommen und macht keine Fehler!“, denkt mancher vielleicht. Was meint die Bibel dann damit? Die Antwort führt uns zu einer beeindruckenden Wahrheit über Gott: Er hat Gefühle. Und unser Verhalten berührt seine Gefühle. Interessant ist hierzu die Passage aus Richter 2:11-18.

Das Bibelbuch Richter schildert eine turbulente Ära in der Geschichte Israels. Das Volk hatte sich mittlerweile im Land Kanaan niedergelassen, das Gott Abraham versprochen hatte. Ihre Geschichte in den folgenden Jahrhunderten war im Grunde ein einziger Kreislauf aus vier sich wiederholenden Phasen: Abkehr von Gott, Unterdrückung, verzweifelte Hilferufe, Befreiung. *

Abkehr: Beeinflusst von den Kanaanitern, „verließen“ die Israeliten Jehova und verehrten andere Götter, insbesondere „Baal und die Aschtoret-Bildnisse“. * Die Abkehr von dem Gott, der sie aus Ägypten befreit hatte, kam einem Abfall gleich. Nicht umsonst sagt die Bibel, dass sie „Jehova kränkten“ (Vers 11-13; Richter 2:1).

Unterdrückung: Ihr provokatives Verhalten machte Jehova zu Recht zornig. Er entzog dem Volk, das ihm den Rücken gekehrt hatte, seinen Schutz, und so fielen sie „in die Hand ihrer Feinde“, die das Land ausplünderten (Vers 14).

Verzweifelte Hilferufe: Sobald es den Israeliten schlecht ging, tat ihnen ihr Fehler leid und sie schrien zu Gott um Hilfe. Das kann man daraus ableiten, dass von ihrem „Stöhnen über ihre Bedrücker“ die Rede ist (Vers 18). Diese Phase, wo sie Gott anflehten, kam immer wieder (Richter 3:9, 15; 4:3; 6:6, 7; 10:10). Wie reagierte er darauf?

Befreiung: Jehova hörte ihr Stöhnen und „empfand . . . Bedauern“. Das hebräische Wort dafür hat auch die Bedeutung „seinen Sinn oder seine Absicht ändern“. In einem Bibelkommentar heißt es: „Ihr Seufzen bewog Jehova, seine Absicht zu ändern — weg von der Bestrafung hin zur Befreiung.“ In seinem Erbarmen sorgte er für Richter, die das Volk von den Feinden befreiten (Vers 18).

Was brachte Gott also dazu, Bedauern zu empfinden oder seinen Sinn zu ändern? Es war der Sinneswandel bei seinem Volk. Ein Beispiel: Ein guter Vater wird es nicht einfach durchgehen lassen, wenn sein Kind einen schweren Fehler gemacht hat. Vielleicht darf es dann eine Weile manches nicht machen, woran es eigentlich Spaß hat. Aber sobald der Vater sieht, dass dem Kind der Fehler wirklich leidtut, hebt er die Strafe wieder auf.

Was verrät uns das alles über Jehova? Dass vorsätzliches Fehlverhalten zwar in ihm Zorn auslöst, ein Herz voller Reue aber Mitgefühl und Erbarmen. Unser Verhalten berührt somit Gottes Gefühle. Bringt einen das nicht zum Nachdenken? Wie könnte man Gottes Herzen denn Freude machen? (Sprüche 27:11). Es lohnt sich, dieser Frage auf den Grund zu gehen. Man wird es nicht bedauern.

[Fußnoten]

^ Abs. 5 Der Bericht in Richter 2:11-18 ist Teil einer Vorschau auf das typische Verhalten Israels, das in den nachfolgenden Kapiteln ausführlich beschrieben wird.

^ Abs. 6 Baal war der Hauptgott der Kanaaniter und die Göttin Aschtoret galt als seine Frau.