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Jehovas Zeugen

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Der Wachtturm  |  Dezember 2009

Kamen wirklich drei Weise aus dem Morgenland zu Jesus in der Krippe?

Kamen wirklich drei Weise aus dem Morgenland zu Jesus in der Krippe?

  Fragen unserer Leser

Kamen wirklich drei Weise aus dem Morgenland zu Jesus in der Krippe?

Zu Weihnachten sieht man in aller Welt Krippenszenen mit drei Königen oder Weisen, die dem kleinen Jesuskind kostbare Gaben bringen. Was ist von solchen Darstellungen zu halten? Entsprechen sie der Wahrheit?

Den Bericht über die Geburt Jesu findet man in den Evangelien von Matthäus und Lukas. Man erfährt dort, dass damals lediglich ein paar Hirten von den umliegenden Feldern zur Krippe kamen. Die sogenannten Heiligen Drei Könige oder Weisen aus dem Morgenland waren in Wirklichkeit Astrologen, und es wird nirgendwo gesagt, dass sie zu dritt gewesen sind. Die Männer kamen auch nicht zu Jesus, als er noch ein Baby war und in einer Krippe lag, sondern als er schon etwas größer war und in einem Haus wohnte. Ihr Besuch brachte Jesus sogar in größte Lebensgefahr!

Nehmen wir den Bericht des Bibelschreibers Lukas einmal genauer unter die Lupe. Dort steht: „Es waren auch Hirten in derselben Gegend, die draußen im Freien lebten und in der Nacht über ihre Herden Wache hielten. Und plötzlich stand Jehovas Engel bei ihnen . . . und . . . sprach zu ihnen: ‚. . . Ihr werdet ein Kindlein finden, das in Wickelbänder eingebunden ist und in einer Krippe liegt.‘ . . . Und sie gingen eilends hin und fanden Maria und auch Joseph und das Kindlein, das in der Krippe lag“ (Lukas 2:8-16).

Bei dem neugeborenen Jesus waren also nur Joseph, Maria und die Hirten, sonst erwähnt Lukas niemand.

Gehen wir jetzt zum Parallelbericht in Matthäus 2:1-11, wie er in der Katholischen Familien-Bibel wiedergegeben wird: „Als Jesus in den Tagen des Königs Herodes zu Bethlehem in Judäa geboren war, kamen Weise aus dem Morgenlande nach Jerusalem“. Nachdem Herodes sie dann nach Bethlehem geschickt hatte, „traten [sie] in das Haus und sahen das Kind mit seiner Mutter Maria“.

Hier ist interessanterweise nur von Weisen und nicht von drei Weisen die Rede, und außerdem ging ihre Reise aus dem Osten nicht direkt nach Bethlehem, sondern zuerst nach Jerusalem. Als sie dann endlich in Bethlehem eintrafen, lag Jesus nicht mehr in der Krippe in einem Stall, sondern wohnte in einem Haus.

Noch ein Punkt: Das Wort, das in der Katholischen Familien-Bibel mit „Weise“ wiedergegeben wurde, wird in anderen Bibeln mit „Magier“ oder „Sterndeuter“ übersetzt. In Langenscheidts Großwörterbuch Altgriechisch wird das griechische Wort für „Weiser“ so definiert: „Magier, Mitglied der Priesterkaste in Medien u. Persien, die im Besitz der Wissenschaften war und sich bsd. auf Astrologie, Traumdeutung und Zauberkunst verstand“. Es kann auch „Zaub(e)rer, Schwarzkünstler, Gaukler, Betrüger“ bedeuten.

Astrologie und Magie sind heute zwar gang und gäbe, doch in der Bibel wird ausdrücklich davor gewarnt (Jesaja 47:13-15). Sie fallen in den Bereich des Okkultismus, etwas, was Jehova Gott zutiefst verhasst ist (5. Mose 18:10-12). Deswegen wurde den Astrologen die Geburt Jesu auch nicht durch einen Engel von Gott angekündigt. Gott hielt sie jedoch in einem Traum davon ab, zu Herodes zurückzugehen, der Jesus am liebsten tot gesehen hätte. Also „zogen sie auf einem anderen Weg in ihr Land zurück“ (Matthäus 2:11-16).

Würden echte Christen einen Brauch weiterpflegen wollen, um den sich allerhand Legenden ranken und der die Fakten um Jesu Geburt verdreht? Darauf gibt es nur eine Antwort: Nein!