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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM DEZEMBER 2009

Hätten Sie es gewusst?

Hätten Sie es gewusst?

 Hätten Sie es gewusst?

Wozu diente die Einschreibung, die dazu führte, dass Jesus in Bethlehem geboren wurde?

Gemäß dem Lukasevangelium ordnete Cäsar Augustus im ganzen Römischen Reich eine Einschreibung an. Daraufhin machten sich alle auf den Weg, „um sich einschreiben zu lassen, jeder in seine eigene Stadt“ (Lukas 2:1-3). Also reiste auch Joseph, der Adoptivvater Jesu, zusammen mit Maria in seine Heimatstadt Bethlehem, wo Jesus dann zur Welt kam. Wozu dienten derartige Einschreibungen? Zum einen erleichterten sie das Einziehen von Steuern, zum anderen ging es darum, die Zahl wehrfähiger Männer zu erfassen.

Als die Römer 30 v. u. Z. Ägypten eroberten, waren Zensusberichte bereits ein bewährter Bestandteil der ägyptischen Verwaltung. Nach Ansicht von Fachleuten übernahmen die Römer das Zensussystem von den Ägyptern und führten im ganzen Reich ähnliche Verfahren ein.

Dass es solche Einschreibungen tatsächlich gab, belegt ein Edikt des römischen Statthalters von Ägypten aus dem Jahr 104 u. Z. Auf einer Abschrift dieses Edikts, die in der British Library aufbewahrt wird, heißt es: „Gaius Vibius Maximus, Statthalter von Ägypten, sagt: Bei der bevorstehenden häuslichen Einschreibung (Haushaltungsschätzung) ist es nötig, allen aus irgendeinem Grunde von ihren Wohnplätzen fern weilenden (Personen) kundzutun, daß sie in ihre Heimstätten zurückkehren (müssen), damit sie sowohl die übliche Einrichtung der Schätzung erfüllen als auch der ihnen zukommenden Landwirtschaft obliegen (können).“

Warum wollte Joseph Maria ein Scheidungszeugnis ausstellen, obwohl die beiden doch nur verlobt waren?

Wie das Matthäusevangelium berichtet, erfuhr Joseph von Marias Schwangerschaft, als die beiden verlobt, aber noch nicht verheiratet waren. Er konnte nicht wissen, dass Maria „durch heiligen Geist“ schwanger geworden war. Daher muss er gedacht haben, sie sei untreu geworden, und wollte sich von ihr scheiden lassen (Matthäus 1:18-20).

Damals betrachteten die Juden verlobte Paare so, als seien sie verheiratet. Dennoch lebten verlobte Paare nicht wie Mann und Frau zusammen; sie warteten, bis die Ehe offiziell geschlossen war. Wie bindend war eine Verlobung? Falls der Bräutigam es sich anders überlegte oder die Ehe aus zwingenden Gründen nicht zustande kam, war die junge Frau erst dann wieder frei zu heiraten, wenn sie ein Scheidungszeugnis erhalten hatte. Starb der zukünftige Ehemann, wurde seine Verlobte als Witwe angesehen. Ließ sie sich in der Verlobungszeit mit einem anderen Mann ein, galt das als Ehebruch und wurde mit dem Tod bestraft (5. Mose 22:23, 24).

Offensichtlich bedachte Joseph, welche Folgen es für Maria hätte, wenn ihre Schwangerschaft bekannt würde. Einerseits fühlte er sich verpflichtet, die Angelegenheit anzuzeigen, andererseits wollte er Maria schützen und einen Skandal vermeiden. Deshalb beschloss er, sich diskret von ihr scheiden zu lassen. Konnte eine alleinstehende Mutter nämlich ein Scheidungszeugnis vorweisen, war das der Beweis, dass sie bereits verheiratet gewesen war.

[Bild auf Seite 16]

Edikt des römischen Statthalters von Ägypten aus dem Jahr 104 u. Z.

[Bildnachweis]

© The British Library Board, alle Rechte vorbehalten (P.904)