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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM SEPTEMBER 2009

Womit Gott Menschen reich macht

Womit Gott Menschen reich macht

  Womit Gott Menschen reich macht

BELOHNT Gott Menschen, die fest zu ihm stehen, mit Reichtum? Schon möglich, aber vielleicht handelt es sich um eine andere Art von Reichtum, als man denkt. Das zeigt sich zum Beispiel an Maria, der Mutter Jesu. Als ihr der Engel Gabriel erschien, bezeichnete er sie als von Gott hoch begünstigt und sagte, sie würde den Sohn Gottes zur Welt bringen (Lukas 1:28, 30-32). Wohlhabend war Maria aber nicht. Nach der Geburt Jesu brachte sie nämlich „ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben“ für Jehova in den Tempel, Tiere, die damals nur arme Leute opferten (Lukas 2:24; 3. Mose 12:8).

Aus Marias finanzieller Situation kann man aber auf keinen Fall schließen, dass sie nicht den Segen Gottes besaß, denn über ihren Besuch bei ihrer Verwandten Elisabeth heißt es: „Elisabeth wurde mit heiligem Geist erfüllt, und sie rief mit lautem Ruf und sprach: ,Gesegnet bist du [Maria] unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Schoßes!‘ “ (Lukas 1:41, 42). Maria hatte die große Ehre, die Mutter des geliebten Sohnes Gottes zu werden.

Auch Jesus war nicht reich. Von klein auf lebte er in einfachen Verhältnissen, und solange er auf der Erde war, blieb er arm. Einmal sagte er zu jemand, der gern sein Jünger werden wollte: „Die Füchse haben Höhlen, und die Vögel des Himmels haben Schlafsitze, der Menschensohn aber hat keine Stätte, wo er sein Haupt niederlegen kann“ (Lukas 9:57, 58). Und trotzdem bot Jesus dadurch, dass er auf die Erde kam, anderen die Möglichkeit, ausgesprochen reich zu werden. Paulus schrieb an Christen, dass Jesus „um euretwillen arm wurde, damit ihr durch seine Armut reich würdet“ (2. Korinther 8:9). Um was für eine Art von Reichtum handelte es sich? Und wie ist es heute?

Um welchen Reichtum geht es?

Nicht selten steht materieller Wohlstand dem Glauben im Weg, denn Reiche vertrauen häufig eher auf ihr Geld als auf Gott. Jesus formulierte das so: „Wie schwierig wird es für die sein, die Geld haben, in das Königreich Gottes einzugehen!“ (Markus 10:23). Ganz offensichtlich hatte der Reichtum, den Jesus seinen  Jüngern in Aussicht stellte, nichts mit materiellen Gütern zu tun.

Wie die Geschichte zeigt, hatten die meisten Christen im ersten Jahrhundert tatsächlich nicht besonders viel zum Leben. Was sagte beispielsweise Petrus, als ihn ein Gelähmter um Geld bat? „Silber und Gold besitze ich nicht, doch was ich habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi, des Nazareners, geh umher!“ (Apostelgeschichte 3:6).

Auch der Jünger Jakobus ließ durchblicken, dass sich die Versammlung oder Gemeinschaft der Christen vorwiegend aus Ärmeren zusammensetzte, als er schrieb: „Hört zu, meine geliebten Brüder! Hat Gott etwa nicht diejenigen, die hinsichtlich der Welt arm sind, dazu auserwählt, reich zu sein im Glauben und Erben des Königreiches, das er denen verheißen hat, die ihn lieben?“ (Jakobus 2:5). Und der Apostel Paulus sprach davon, dass nicht viele, die zur Christenversammlung berufen wurden, „nach menschlichen Maßstäben klug oder einflussreich sind oder aus einer angesehenen Familie stammen“ (1. Korinther 1:26, Gute Nachricht Bibel ).

Wenn Jesus seine Jünger nicht materiell reich machte, wie dann? In einem Brief an die Versammlung in Smyrna ließ Jesus schreiben: „Ich kenne deine Drangsal und Armut — doch du bist reich“ (Offenbarung 2:8, 9). Trotz ihrer Armut besaßen die Christen in Smyrna etwas, was man mit Gold oder Silber gar nicht bezahlen konnte. Was sie reich machte, war ihr Glaube an Gott und ihre Treue zu ihm. Dass allein schon der Glaube etwas sehr Kostbares ist, wird durch die Aussage deutlich: „Der Glaube ist nicht ein Besitz aller Menschen“ (2. Thessalonicher 3:2). Jemand, der keinen Glauben besitzt, ist in Gottes Augen arm (Offenbarung 3:17, 18).

Wie der Glaube reich macht

Wieso ist denn der Glaube so kostbar? Wer an Gott glaubt, profitiert von dem „Reichtum  seiner Güte und Nachsicht und Langmut“ (Römer 2:4). Und weil er an die erlösende Kraft des Opfers Jesu glaubt, werden ihm seine Verfehlungen vergeben (Epheser 1:7). Er besitzt außerdem die Weisheit, die durch „das Wort des Christus“ erhältlich ist (Kolosser 3:16). Wenn ein gläubiger Mensch zu Gott betet, schützt „der Frieden Gottes, der alles Denken übertrifft“, seine innersten Gefühle und Gedanken und macht ihn glücklich und zufrieden (Philipper 4:7).

Das ist aber noch nicht alles: Menschen, die an Gott und Jesus glauben, besitzen auch die unschätzbare Hoffnung, einmal ewig zu leben. Vielen sind die Worte von Jesus Christus bekannt: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit jeder, der Glauben an ihn ausübt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe“ (Johannes 3:16). Und diese wunderbare Hoffnung wird noch stärker, je besser man den Vater und den Sohn kennenlernt, denn Jesus sagte außerdem: „Dies bedeutet ewiges Leben, dass sie fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen über dich, den allein wahren Gott, und über den, den du ausgesandt hast, Jesus Christus“ (Johannes 17:3).

Gottes Segen besteht zwar hauptsächlich in einem guten Verhältnis zu ihm, wirkt sich aber auch emotional und körperlich positiv aus. Da ist zum Beispiel Dalídio, der in Brasilien lebt. Bevor er Gottes Willen genau kennenlernte, hatte er Probleme mit dem Alkohol, was sein Verhältnis zu seinen Verwandten enorm belastete. Auch seine finanzielle Lage war mehr als kritisch. Dann studierte er die Bibel mit Zeugen Jehovas und änderte sich um 180 Grad.

Weil Dalídio Gott jetzt richtig kennenlernte, schaffte er es, von seinen schlechten Gewohnheiten loszukommen. Er hat sein Bibelwissen so erfolgreich umgesetzt, dass er von sich sagen kann: „Früher bin ich von Bar zu Bar gegangen; heute geh ich von Haus zu Haus.“ Inzwischen ist er nämlich einen Großteil seiner Zeit mit der Bibel in der Hand unterwegs. Diese totale Umwandlung ist nicht nur seiner Gesundheit zugutegekommen, sondern auch seinem Portemonnaie. Dazu Dalídio: „Mit dem Geld, das ich früher vertrunken habe, kann ich heute anderen helfen oder mir selbst etwas Vernünftiges kaufen.“ Er hat auch viele echte Freunde gefunden, für die Christsein das Gleiche bedeutet wie für ihn. Dalídio spürt nun eine innere Ruhe und eine Zufriedenheit, die er sich vorher überhaupt nicht vorstellen konnte.

Wie sehr es das Leben bereichert, wenn man zum Glauben an Jehova Gott kommt, kann man auch schön an Renato sehen. Wer in sein strahlendes Gesicht schaut, käme kaum auf die Idee, dass Renato allen Grund hätte, sich vom Leben ungerecht behandelt zu fühlen. Als Säugling wurde er von seiner Mutter in einer Tasche unter einer Bank ausgesetzt. Er war voller Kratzer und blauer Flecken, und noch nicht einmal die Nabelschnur war abgebunden. Zwei Frauen sahen im Vorbeigehen, dass sich in der Tasche unter der Bank etwas bewegte. Erst dachten sie an ein Katzenjunges. Als sie aber merkten, dass es ein gerade geborenes Baby war, brachten sie es schleunigst ins nächste Krankenhaus.

Eine der beiden Frauen war eine Zeugin Jehovas und sie erzählte ihrer Glaubensschwester Rita von dem Baby. Rita hatte nur eine einzige Tochter, alle anderen Kinder von ihr waren tot zur Welt gekommen. Sie wünschte sich so sehr einen Sohn und adoptierte Renato.

 Rita erzählte Renato schon früh, dass sie nicht seine leibliche Mutter war. Aber sie zog ihn mit viel Liebe auf und bemühte sich sehr, ihm christliche Werte nahezubringen. Nach und nach wuchs Renatos Interesse an der Bibel. Ihm wurde auch immer bewusster, auf welche unglaubliche Weise er als Baby gerettet worden war. Jedes Mal, wenn er Psalm 27:10 liest, kommen ihm die Tränen. Dort schrieb David nämlich: „Falls mein eigener Vater und meine eigene Mutter mich verließen, würde ja Jehova selbst mich aufnehmen.“

Aus Dankbarkeit für alles, was Jehova für ihn getan hat, ließ sich Renato 2002 taufen und wurde im Jahr darauf ein christlicher Vollzeitprediger. Renato weiß noch immer nicht, wer seine richtigen Eltern sind, und wird es wahrscheinlich auch nie erfahren. Doch weil er an Jehova glaubt und ihn als liebevollen, fürsorglichen Vater kennengelernt hat, fühlt sich Renato trotzdem reich beschenkt.

Vielleicht sehnen ja auch Sie sich nach einer innigen Beziehung zu Gott, durch die Ihr Leben wirklich an Wert gewinnen würde. Dabei ist Geld unwichtig — jeder kann Jehova Gott und seinem Sohn Jesus Christus nahe sein. Buchstäblich reich wird man dadurch womöglich nicht, doch die innere Ruhe und Zufriedenheit, die sich dann einstellen, lassen sich für kein Geld der Welt kaufen. Die Aussage aus Sprüche 10:22 trifft auf jeden Fall zu: „Der Segen Jehovas — er macht reich, und keinen Schmerz fügt er ihm hinzu.“

Jehova Gott liegt sehr viel an Menschen, die ihm nahe sein möchten. Er bittet sogar: „O wenn du doch nur meinen Geboten Aufmerksamkeit schenktest! Dann würde dein Frieden so werden wie ein Strom und deine Gerechtigkeit wie die Meereswellen“ (Jesaja 48:18). Und Gott verspricht jedem, der ihm aus der richtigen Herzensmotivation heraus nahe sein möchte, eine echte Belohnung, denn: „Die Folge der Demut und der Furcht Jehovas ist Reichtum und Herrlichkeit und Leben“ (Sprüche 22:4).

[Herausgestellter Text auf Seite 6]

Der Glaube an Gott macht glücklich und zufrieden

[Bild auf Seite 5]

Materiell gesehen war Jesu Familie arm — was sie reich machte, war der Segen Gottes