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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM SEPTEMBER 2009

Was macht einen guten Missionar aus?

Was macht einen guten Missionar aus?

 126. Gilead-Abschlussfeier

Was macht einen guten Missionar aus?

IM Wachtturm-Schulungszentrum in Patterson (New York) herrschte am Samstag, den 14. März 2009 eine fröhliche Stimmung. Es war ja auch ein besonderer Tag: Die 126. Klasse der Wachtturm-Bibelschule Gilead hatte ihre Abschlussfeier. Für die Schüler dieser Klasse sollte es danach zum Predigen der guten Botschaft vom Königreich in 22 Länder gehen (Matthäus 24:14).

Dem großen Tag war ein fünfmonatiges intensives Bibelseminar vorausgegangen, durch das die Teilnehmer für die christliche Missionstätigkeit ausgebildet wurden. Jetzt hatte die ganze Klasse noch einmal die Gelegenheit, wertvolle Tipps dazu zu hören, wie sie gute Missionare werden können.

Anthony Morris, der zur leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas gehört, führte durch das Programm. Er erinnerte an die Anfänge der Gileadschule, in der seit 1943 Missionare ausgebildet werden. Bis heute ist das weltweite Predigt- oder Missionswerk durch die Absolventen dieser Schule enorm vorangebracht worden.

Der Redner sagte außerdem, dass die Schriftgelehrten und Pharisäer über Jesu Apostel verächtlich die Nase rümpften, weil sie „ungelehrte und einfache Leute“ waren. Doch jene Gegner mussten das offene und mutige Auftreten der Apostel als Zeichen dafür anerkennen, dass sie mit Jesus zusammen gewesen waren (Apostelgeschichte 4:13, Lutherbibel ). Auch die angehenden Missionare sind durch ihre Ausbildung in der Lage, offen und mutig aufzutreten.

Dann sprach Robert Ciranko, ein Helfer des Schreibkomitees der leitenden Körperschaft, über das Thema „Seid nicht jemand, der die Person ansieht“. Er machte darauf aufmerksam, dass die Absolventen schon bald mit Menschen zu tun haben werden, die ganz andere kulturelle Gewohnheiten haben. Doch das Predigen wird kein Problem für sie sein, sofern sie die Menschen so sehen, wie Gott es tut. Laut einer wörtlichen Wiedergabe von Apostelgeschichte 10:34, 35 „sieht Gott nicht die Person an“, sprich, er zieht keine Person einer anderen vor. „Gott [ist] nicht parteiisch.“ „Wenn ihr Gottes Sichtweise übernehmt und in jedem Menschen in eurem Gebiet erst einmal jemand seht, der Gott gefällt, dann werdet ihr Gott als Missionare alle Ehre machen“, so der Redner abschließend.

„Ihr seid ideal ausgerüstet“

„Das Kamel ist vielleicht nicht das schönste aller Tiere.“ Damit begann Samuel Herd, ebenfalls von der leitenden Körperschaft, seinen Vortrag. „Trotzdem ist das Kamel für ein Leben in der Wüste perfekt ausgerüstet.“ Genauso sind die angehenden Missionare mit allem ausgerüstet, was sie für ihren neuen Wirkungskreis benötigen. Sie erfüllen nämlich fünf Voraussetzungen. Sie haben:

1. Liebe zu Jehova (Matthäus 22:37, 38). Die Absolventen haben bereits bewiesen, dass sie sich für Jehova einsetzen wollen.

2. Wissen aus Gottes Wort. Das Kamel speichert in seinem Höcker Fettreserven. Es zehrt dann aber nicht einfach von diesen Reserven, sondern frisst weiter. So sollten sich auch Missionare nicht auf das verlassen, was sie in der Gileadschule gelernt haben, sondern weiter aus der Bibel Kraft tanken.

3. Nächstenliebe (Matthäus 22:39). Die Absolventen haben ein Herz für andere.

4. Einsatzbereitschaft (Psalm 110:3). Sind die Kräfte eines Missionars erschöpft, dann gibt Jehova ihm wieder neue Kraft, und zwar reichlich (Jesaja 40:29).

5. Vitalität. So, wie ein Kamel jemand durch die Wüste trägt, muss ein Missionar vielleicht manchmal einen Glaubensbruder, der gerade ein Tief hat, ein Stück weit „tragen“. Dazu ist eine Menge  Energie erforderlich, aber die Missionare haben ja Schwung und Elan.

Was sonst noch auf dem Programm stand

Michael Burnett, der zum Lehrkörper der Gileadschule gehört, sprach nun davon, dass Jakob einem ägyptischen Herrscher einst auch Mandeln als Gabe sandte, gehörten Mandeln doch zum Besten, was das Land bot (1. Mose 43:11). In einer kleinen Mandel steckt viel geballte Energie. Während des Seminars haben die Teilnehmer so manche gehaltvolle „Mandel“ zu sich genommen, und etwas sollten sie auf jeden Fall verinnerlicht haben: Es ist wichtig, dass sie mit dem, was Jehova zur Verfügung stellt, zufrieden sind und ihre neue Umgebung lieben lernen.

Wie Mark Noumair, ein weiterer Seminarleiter, danach erklärte, gleicht Gottes Wort einem „Beutel mit Weisheit“ (Hiob 28:18). Es geht darum, den Beutel zu öffnen und den Inhalt zu gebrauchen. Falls das Missionarleben anders sein sollte, als es sich die Absolventen vorgestellt haben, könnten sie an den Apostel Paulus denken. Er wurde von den Jüngern Jesu in seine Heimatstadt geschickt, wo er dann neun Jahre lang seinen Standort hatte. Paulus argumentierte nicht, als „auserwähltes Gefäß“ müsste er doch woanders eingesetzt werden, sondern er verausgabte sich einfach dort, wo er war (Apostelgeschichte 9:15, 28-30). Es fällt nicht unbedingt immer leicht, Entscheidungen Jehovas zu respektieren. In diesem Punkt gab auch Jonathan ein gutes Beispiel. Er respektierte, dass sich Jehova nicht für ihn, sondern für David als nächsten König entschieden hatte, und war damit zufrieden, David zur Seite zu stehen.

Im nächsten Programmteil „Gottes Diener äußern sich mutig und offen“ spielten die Schüler nach, was sie beim Predigen in den vergangenen fünf Monaten erlebt hatten. Viele von ihnen haben Menschen gefunden, die die Bibel kennenlernen möchten. Dann standen Interviews mit drei langjährigen Missionaren auf dem Programm. Unter dem Motto „Jehovas Organisation hat uns gut ausgebildet“ erzählte jeder, wie er geschult worden war, um seine Rolle in Gottes Organisation auszufüllen.

„Werde als Missionar glücklich“

Schließlich hielt Gerrit Lösch von der leitenden Körperschaft den Hauptvortrag „Werde als Missionar glücklich“. Vieles, was einem „Spaß“ macht, macht nicht richtig glücklich (Sprüche 14:13; Prediger 2:10, 11). Dauerhaft glücklich wird man nur dadurch, dass man den Willen Gottes tut, selbst wenn das nicht immer einfach ist. Die Ausbildung an der Gileadschule war zwar anstrengend, aber es hat sich wirklich gelohnt.

Echte Christen sind aus vielerlei Gründen glücklich: Sie verehren den glücklichen Gott (Psalm 33:12; 1. Timotheus 1:11). Sie haben Frieden mit Gott, und wie die Bibel verspricht, wird bald auf der ganzen Erde buchstäblich Frieden herrschen. Sie haben den Sinn und Zweck des Lebens gefunden, nämlich sich für Jehova einzusetzen und begeistert über ihn zu sprechen. Außerdem werden sie von Jehova und von Jesus geliebt.

„Ihr werdet als Missionare glücklich sein, wenn ihr lernt, zufrieden zu sein“, sagte der Redner als Nächstes. Was gehört noch zum Glücklichsein? Liebe zu geben und Liebe zu empfangen (also macht man aus den Fehlern anderer kein Drama, sondern drückt lieber ein Auge zu), anderen Gutes zu tun, für Schwächere da zu sein und Glaubensbrüder an schönen Erlebnissen teilhaben zu lassen (Psalm 41:1, 2; Apostelgeschichte 20:35).  Rundum glücklich wird man, wenn man sich beim Predigen voll engagiert (Lukas 11:28).

„Nun ist es endlich so weit: Zieht hinaus als glückliche Missionare!“, sagte Gerrit Lösch abschließend. „Habt auch hin und wieder euren Spaß, aber konzentriert euch vor allem darauf, unseren glücklichen Gott, Jehova, zu preisen und andere glücklich zu machen.“

Nachdem noch Grüße aus verschiedenen Ländern vorgelesen worden waren, überreichte Anthony Morris den Gileadabsolventen die Diplome. Danach las ein Vertreter der 126. Klasse einen Brief vor, in dem sich alle bei der leitenden Körperschaft dafür bedankten, dass sie die Gileadschule besuchen durften.

Zum Schluss verglich Anthony Morris all das, was „der treue und verständige Sklave“ unternimmt, um Jehovas Volk mit Nahrung für den Glauben zu versorgen und es anzuleiten, mit „Gelenken und Bändern“, die einen Körper zusammenhalten (Kolosser 2:18, 19; Matthäus 24:45). Wenn sich die Missionare an die Vorgaben der Männer halten, denen Gott das Werk anvertraut hat, werden sie erfolgreich sein und ihre Aufgaben voll und ganz erfüllen (2. Timotheus 4:5).

[Kasten auf Seite 30]

KLASSENÜBERSICHT

Anzahl der Herkunftsländer: 6

Anzahl der Bestimmungsländer: 22

Anzahl der Studenten: 56

Anzahl der Ehepaare: 28

Durchschnittsalter: 32,8

Jahre seit der Taufe (Durchschnitt): 17,9

Jahre im Vollzeitdienst (Durchschnitt): 13,5

BESTIMMUNGSLÄNDER

Die Gilead-Absolventen gehen nach Benin, Bolivien, Bulgarien, Burkina Faso, Costa Rica, Ghana, Guatemala, Honduras, Kamerun, Kenia, Liberia, Madagaskar, Mosambik, Nicaragua, Panama, Paraguay, Peru, Rumänien, Sierra Leone, Südafrika, Togo und Uganda.

[Bild auf Seite 31]

Absolventen der 126. Klasse der Wachtturm-Bibelschule Gilead

In der Namenliste sind die Reihen von vorn nach hinten nummeriert und die Namen von links nach rechts aufgeführt.

(1) Kirchhoff, K.; Nichols, C.; Guzmán, Y.; Coil, H.; Becker, O.; De Simone, A. (2) Manzanares, A.; Bouvier, E.; Peddle, J.; Mason, H.; Braz, J. (3) Lee, J.; Forte, A.; Boucher, T.; Marsh, A.; Leighton, S.; Glover, M. (4) Kambach, H.; Jones, T.; Ferreira, A.; Morales, J.; Chicas, S.; Davis, B.; Dormanen, E. (5) Dormanen, B.; Nichols, J.; Pacho, T.; Titmas, L.; Bouvier, E.; Kirchhoff, A. (6) Leighton, G.; Pacho, A.; Van Campen, B.; Manzanares, A.; Rivard, A.; Lee, Y.; Titmas, L. (7) Boucher, M.; Coil, K.; Marsh, C.; Guzmán, J.; Jones, W.; Kambach, J. (8) Glover, A.; Ferreira, G.; Mason, E.; Forte, D.; Davis, N.; Chicas, O.; Rivard, Y. (9) Braz, D.; Van Campen, D.; Morales, A.; De Simone, M.; Becker, M.; Peddle, D.