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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM SEPTEMBER 2009

Ein Richter, der sich unbeirrt an das hält, was richtig ist

Ein Richter, der sich unbeirrt an das hält, was richtig ist

 Wie man Gott näherkommt

Ein Richter, der sich unbeirrt an das hält, was richtig ist

4. Mose 20:2-13

MENSCHEN, die als Richter amtieren, fällen durchaus so manches unfaire oder übertrieben strenge Urteil. Ganz anders verhält sich das bei Jehova Gott, denn er „liebt das Recht“ (Psalm 37:28). So geduldig er auch ist, lässt er allerdings längst nicht alles durchgehen, sondern hält sich unbeirrt an das, was richtig ist. Ein gutes Beispiel dafür ist der Fall von Protest und Rebellion, über den in 4. Mose, Kapitel 20 berichtet wird. Wie ging er damit um?

Gegen Ende ihrer Wanderung durch die Wildnis hatten die Israeliten einmal nicht genügend Wasser. * Das Volk fing an mit Moses und Aaron zu hadern und sagte: „Warum habt ihr Jehovas Versammlung in diese Wildnis gebracht, damit wir und unsere Lasttiere da sterben?“ (Vers 4). Sie beschwerten sich, die Wildnis sei ein schrecklicher Ort, an dem es keine Feigen, keine Trauben und keine Granatäpfel gebe — die Früchte, die die Kundschafter Jahre zuvor aus dem Land der Verheißung mitgebracht hatten — und wo sie nicht einmal „Wasser zum Trinken“ hätten (Vers 5; 4. Mose 13:23). Genau genommen machten sie es also Moses und Aaron zum Vorwurf, dass die Wildnis so ganz anders war als das fruchtbare Land, in das die murrende Generation ihrer Väter nicht hatte einziehen wollen!

Jehova sagte sich nicht von diesem murrenden Volk los, sondern gab Moses folgende Anweisungen: Er sollte erstens seinen Stab nehmen, zweitens die Gemeinde zusammenrufen und drittens „vor ihren Augen zu dem zerklüfteten Felsen reden, damit er tatsächlich sein Wasser gibt“ (Vers 8). Der ersten und zweiten Anweisung gehorchte Moses, nicht aber der dritten. Statt im Vertrauen auf Jehova zu dem Felsen zu reden, wandte er sich verbittert an das Volk und sagte: „Hört nun, ihr Widerspenstigen! Sollen wir euch aus diesem zerklüfteten Felsen Wasser hervorbringen?“ (Vers 10; Psalm 106:32, 33). Dann schlug Moses zweimal gegen den Felsen, „und viel Wasser begann hervorzukommen“ (Vers 11).

Was Moses und Aaron da taten, war eine schwere Sünde. Gott sagte zu ihnen: „Ihr [habt] gegen meinen Befehl . . . rebelliert“ (4. Mose 20:24). Indem sie sich bei diesem Anlass über Jehovas Befehl hinwegsetzten, machten sie sich genau dessen schuldig, was sie dem Volk vorwarfen — widerspenstig oder rebellisch zu sein. Gott fällte ein klares Urteil: Moses und Aaron durften die Israeliten nicht in das Land der Verheißung führen. War das denn nicht zu streng geurteilt? Nein, und zwar aus gleich mehreren Gründen.

Erstens hatte Gott Moses nicht angewiesen, zum Volk zu sprechen, und schon gar nicht, sie als „Widerspenstige“ abzuqualifizieren. Zweitens hatten Moses und Aaron es versäumt, Gott zu verherrlichen. Er warf ihnen vor, dass sie nicht darauf geachtet hatten, ihn „zu heiligen“ (Vers 12). Indem Moses fragte: „Sollen wir euch . . . Wasser hervorbringen?“, tat er so, als sei das Wunder, Wasser zu beschaffen, ihm und Aaron zuzuschreiben und nicht Gott. Drittens hielt sich Jehova mit seiner Entscheidung an seine eigene Rechtsprechung in früheren Fällen. Jahre zuvor hatte er einer Generation rebellischer Israeliten den Einzug nach Kanaan verwehrt, und dasselbe tat er nun mit Moses und Aaron (4. Mose 14:22, 23). Viertens waren die beiden die Führer des Volkes Israel. Wem Gott viel Verantwortung auf die Schultern gelegt hat, den zieht er auch entsprechend strenger zur Rechenschaft (Lukas 12:48).

Jehova hält sich unbeirrt an das, was richtig ist. Weil er „das Recht liebt“, kann er gar kein Urteil fällen, das unfair oder ungerecht wäre. So ein Richter verdient doch ganz bestimmt unser Vertrauen und unsere Achtung!

[Fußnote]

^ Abs. 5 Nach dem Auszug aus Ägypten standen die Israeliten vor dem Einzug in das Land Kanaan, das Gott Abraham versprochen hatte. Doch dann erstatteten 10 Kundschafter einen schlechten Bericht, worauf das Volk gegen Moses murrte. Jehova verfügte deshalb, dass sie 40 Jahre in der Wildnis verbringen mussten — lange genug, damit diese widerspenstige Generation aussterben würde.