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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM SEPTEMBER 2009

Belohnt Gott Glauben mit Geld?

Belohnt Gott Glauben mit Geld?

 Belohnt Gott Glauben mit Geld?

„Gott möchte, dass wir reich sind, schicke Autos fahren und Erfolg im Beruf haben. Man muss nur Glauben haben, sein Portemonnaie öffnen und Gott so viel geben, wie man nur kann.“

SO LAUTET das Konzept gewisser religiöser Gruppen in Brasilien, wie eine Zeitung dort meldete. Und viele nehmen dieses Konzept sehr ernst. Die Zeitschrift Time kommentierte eine Umfrage unter US-Amerikanern, die sich als Christen sehen, wie folgt: „Nicht weniger als 61 Prozent glaubten, ein Leben in Wohlstand sei gottgewollt, und 31 Prozent . . . meinten, wenn sie für Gott Geld spendeten, würde er sie mit mehr Geld segnen.“

Derartige Vorstellungen, die auch unter den Begriff „Wohlstandstheologie“ fallen, setzen sich besonders in lateinamerikanischen Ländern wie Brasilien immer mehr durch. Und Kirchen, die materielle Segnungen von Gott versprechen, haben enormen Zulauf. Belohnt Gott gläubige Menschen aber wirklich mit Geld? War denn in biblischen Zeiten jeder, für den Gottes Wille zählte, reich?

Es stimmt, dass in den Hebräischen Schriften („Altes Testament“) häufig eine Verbindung zwischen dem Segen Gottes und materiellem Wohlstand hergestellt wird. Zum Beispiel steht in 5. Mose 8:18: „Du sollst Jehovas, deines Gottes, gedenken, weil er es ist, der dir Kraft gibt, Vermögen zu schaffen.“ Damit versprach Gott seinem Volk, den Israeliten, dass er aus ihnen eine wohlhabende Nation machen würde — sofern sie auf ihn hörten.

Und wie sah es mit Einzelpersonen aus? Hiob, ein Mann, der treu zu Gott hielt, war ausgesprochen vermögend. Gott gab Hiob sogar, nachdem Satan ihn in Armut gestürzt hatte, all seinen Besitz „in doppeltem Maße“ zurück (Hiob 1:3; 42:10). Auch Abraham war ein vermögender Mann. In 1. Mose 13:2 wird von ihm gesagt, dass er „reich begütert an Viehherden und Silber und Gold“ war. Als Abrahams Neffe Lot einmal von vier verbündeten Königen und ihren Kriegern, die aus dem Osten kamen, gefangen genommen wurde, bot Abraham „seine geübten Männer auf, dreihundertachtzehn in seinem Haus geborene Sklaven“ (1. Mose 14:14). Wenn Abraham 318 „geübte Männer“ zur Verfügung hatte, die mit Waffen umgehen konnten, dann war sein Haushalt enorm groß. Um alle zu unterhalten, muss er riesige Schaf- und Rinderherden besessen haben, also wirklich sehr wohlhabend gewesen sein.

Es gab früher somit viele gläubige Menschen, die reich waren — Abraham, Isaak, Jakob, David, Salomo, um nur einige zu nennen. Heißt das jedoch, dass Gott jedem, der sich für ihn einsetzt, zu Reichtum verhilft? Und wäre dann im Umkehrschluss Armut ein Zeichen dafür, dass man Gottes Segen nicht hat? Lesen Sie bitte weiter.