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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM AUGUST 2009

 Schlüssel zum Familienglück

Mit Geld umgehen

Mit Geld umgehen

Er: „Ich finde, meine Frau gibt Geld für Sachen aus, die wir — zumindest aus meiner Sicht — nicht brauchen. Und sie kann einfach nicht sparen. Wenn unvorhergesehene Ausgaben auf uns zukommen, ist das ein echtes Problem. Ich sage immer: Wenn Laura * Geld im Portemonnaie hat, dann gibt sie es auch aus.“

Sie: „Sparen ist vielleicht nicht gerade meine Stärke. Aber mein Mann hat keine Ahnung, was so ein Haushalt heute kostet — angefangen von den Lebensmitteln bis hin zur Wohnungseinrichtung. Und ich bin diejenige, die am meisten zu Hause ist. Ich sehe, wenn wir etwas brauchen, und kaufe es dann auch — selbst wenn das wieder zu einer unserer ,Diskussionen‘ über das liebe Geld führt.“

IN Ruhe über Geldangelegenheiten zu reden ist für Ehepaare oft alles andere als einfach. Kein Wunder, dass das Geld in vielen Ehen der Zankapfel Nummer eins ist.

Ein ungesundes Verhältnis zum Geld kann bei Ehepaaren zu Stress, Streitereien und negativen Gefühlen führen und auch der Beziehung zu Gott schaden (1. Timotheus 6:9, 10). Eltern, die sich mit Geldproblemen nicht richtig auseinandersetzen, sind vielleicht gezwungen, mehr zu arbeiten, und das auf Kosten des Ehe- und Familienlebens sowie der Religionsausübung. Sie bringen auch den Kindern nicht bei, wie man vernünftig mit Geld umgeht.

Die Bibel sagt, dass „Geld zum Schutz dient“ (Prediger 7:12). In der Ehe und Familie ist das aber nur dann der Fall, wenn man lernt, das Geld zu verwalten und auch mit dem Partner über Gelddinge zu reden. * Interessanterweise müssen Gespräche über die Finanzen keineswegs zum Streit führen. Im Gegenteil, sie können die Ehepartner näher zusammenbringen.

Doch wieso kommt es wegen Geld so oft zu Eheproblemen? Und wie kann man konkret vorgehen, damit Geld kein Reizthema, sondern ein konstruktives Thema ist?

Woran liegt es?

Hinter Meinungsverschiedenheiten über das Geld steckt oft mehr als nur die Frage: Bar zahlen oder Schulden machen? Eigentlich geht es eher um Vertrauen und Ängste. Ein Mann zum Beispiel, der von seiner Frau verlangt, über jeden Cent Rechenschaft abzulegen, sagt damit vielleicht in Wirklichkeit, dass er ihr nicht zutraut, das Haushaltsgeld vernünftig zu verwalten. Eine Frau, die sich beschwert, ihr Mann würde nicht genug sparen, drückt damit womöglich ihre Angst aus, dass auf die Familie irgendwann Geldschwierigkeiten zukommen könnten.

Manchmal liegt das Problem auch daran, aus welchem Umfeld die Partner kommen. „Bei meiner Frau zu Hause konnte man gut mit Geld umgehen“, erzählt Matthew, der seit acht Jahren verheiratet ist. „Ich dagegen habe eher ein gestörtes Verhältnis zum Geld. Mein Vater war Alkoholiker, Kettenraucher und längere Zeit arbeitslos. Es fehlte oft an allen Ecken und Enden. Ich habe regelrecht Panik davor entwickelt,  Schulden zu machen. Daher reagiere ich manchmal in Gelddingen extrem.“ Ganz gleich, warum es wegen der Finanzen zu Spannungen kommt, es lässt sich etwas tun, damit Geldangelegenheiten eine Ehe stärken, statt sie zu belasten. Und was?

Vier Schritte zum Erfolg

Die Bibel ist zwar kein Handbuch für Geldfragen, aber sie enthält definitiv Weisheiten, die einem Ehepaar Stress wegen Geld ersparen können. Was spricht dagegen, sich diesen weisen Rat einmal anzusehen und folgende Empfehlungen auszuprobieren?

1. Lernen, Gelddinge in Ruhe zu besprechen.

„Bei denen, die sich miteinander beraten, ist Weisheit“ (Sprüche 13:10). Je nachdem, wo man aufgewachsen ist, könnte es einem peinlich sein, sich in Geldangelegenheiten Rat einzuholen — besonders beim Ehepartner. Dennoch ist es mehr als weise, zu lernen, über das wichtige Thema Geld zu sprechen. Man könnte dem Partner schildern, in welchen Bereichen man meint, vom Elternhaus beeinflusst zu sein. Außerdem sollte man versuchen zu verstehen, in welcher Richtung der Partner geprägt worden ist.

Über Geld muss man nicht erst reden, wenn ein Problem auftaucht. Ein Bibelschreiber stellte die Frage: „Werden zwei miteinander gehen, es sei denn, sie haben sich auf Verabredung hin getroffen?“ (Amos 3:3). In der Praxis heißt das: Wer einen Zeitpunkt verabredet, um Geldsachen zu besprechen, vermindert das Risiko von Missverständnissen, die dann zum Streit führen.

LÖSUNGSANSATZ: Regelmäßig Zeit reservieren, um über die Familienfinanzen zu sprechen. Das könnte jeweils am Monatsersten sein oder an einem bestimmten Tag in der Woche. Für so ein Gespräch braucht man höchstens eine Viertelstunde zu veranschlagen — und das zu einem Zeitpunkt, wenn beide möglichst entspannt sind. Gut wäre es, abzumachen, wann man das Thema Geld außen vor lässt, zum Beispiel bei Mahlzeiten oder wenn man mit den Kindern etwas unternimmt.

2. Klären, wem das Einkommen eigentlich gehört.

„Gegenseitige Achtung soll euer Zusammenleben bestimmen“ (Römer 12:10, Hoffnung für alle). Als Alleinverdiener zeigt man seinem Partner gegenüber Achtung, wenn man den Verdienst nicht als das eigene Geld betrachtet, sondern als Geld, das der ganzen Familie gehört (1. Timotheus 5:8).

Doppelverdiener zeigen, dass sie sich gegenseitig achten, wenn sie aus ihrem Einkommen und größeren Ausgaben kein Geheimnis machen. Ansonsten kann es gut sein, dass das gegenseitige Vertrauen untergraben wird und die Beziehung leidet. Gemeint sind hier nicht Minibeträge, aber dadurch, dass man größere Ausgaben abspricht, beweist man, dass einem an der Meinung des Partners etwas liegt.

LÖSUNGSANSATZ: Abmachen, wie viel Geld jeder ausgeben kann, ohne das vorher abzusprechen (bis 20 €, bis 200 € oder . . .). Immer wenn man mehr ausgeben möchte, bespricht man das zuerst mit dem Partner.

3. Einen Haushaltsplan zu Papier bringen.

„Wer plant und hart arbeitet, wird mehr als genug haben“ (Sprüche 21:5, Contemporary English Version). Ein Haushaltsplan ist eine gute Möglichkeit, vorauszuplanen, damit man sein sauer verdientes Geld nicht hinauswirft. Nina, seit fünf Jahren verheiratet, sagt: „Einnahmen und Ausgaben schwarz auf weiß vor sich zu sehen, ist ein richtiges Aha-Erlebnis. Über Fakten lässt sich nun mal schlecht streiten.“

Die Geldeinteilung muss nicht kompliziert sein. Darren, seit 26 Jahren verheiratet und Vater von zwei Söhnen, berichtet: „Angefangen haben wir mit einem Briefumschlagsystem. Das Geld für eine Woche wurde auf verschiedene Umschläge verteilt. Wir hatten einen für Lebensmittel, einen für Freizeitaktivitäten und sogar einen für den Friseur. Und wenn es in einem Umschlag mal knapp wurde, haben wir uns etwas aus einem anderen ,geborgt‘. Wir haben aber immer aufgepasst, dass wir das Geld so schnell wie möglich wieder zurückgelegt haben.“ Wenn man Geldgeschäfte vor allem über Onlinebanking oder Kreditkarte abwickelt, ist es besonders  wichtig, zu planen und über die Ausgaben Buch zu führen.

LÖSUNGSANSATZ: Alle Fixkosten aufschreiben. Festlegen, wie viel Prozent vom Einkommen gespart werden soll. Dann die anderen Posten auflisten wie Lebensmittel, Strom und Telefon. Als Nächstes sollte man mehrere Monate über die tatsächlichen Ausgaben Buch führen. Nötigenfalls muss man etwas am Lebensstil ändern, damit sich kein Schuldenberg aufhäuft.

4. Abmachen, wer wofür zuständig ist.

„Zwei sind allemal besser dran als einer allein. Wenn zwei zusammenarbeiten, bringen sie es eher zu etwas“ (Prediger 4:9, 10, Gute Nachricht Bibel ). In manchen Familien kümmert sich der Mann ums Geld. In anderen ist die Frau der „Finanzminister“ (Sprüche 31:10-28). Viele Ehepaare teilen sich die Verantwortung aber lieber. Dazu Mario, der seit 21 Jahren verheiratet ist: „Meine Frau kümmert sich um Rechnungen und kleinere Ausgaben. Ich übernehme die Steuern, Versicherungen und die Miete. Wir halten uns gegenseitig auf dem Laufenden und arbeiten als Partner zusammen.“ Egal wie man vorgeht, wichtig ist es, ein Team zu bilden.

LÖSUNGSANSATZ: Besprechen, wer sich worum kümmert, und dabei die Schwächen und Stärken des Partners berücksichtigen. Nach einigen Monaten sollte man die Abmachung überdenken und bereit sein, sie eventuell abzuändern. Um noch besser zu verstehen, was der Partner leistet, wäre es nicht schlecht, wenn man die Rollen gelegentlich tauscht.

Worauf es in Wirklichkeit ankommt

Diskussionen über Geldfragen müssen die Liebe in der Ehe nicht ersticken. Leah, die seit fünf Jahren verheiratet ist, kann das nur bestätigen. Sie erzählt: „Mein Mann und ich haben es gelernt, offen und ehrlich über Geld zu sprechen. Jetzt arbeiten wir als ein Team zusammen und lieben uns umso mehr.“

Wenn Mann und Frau darüber reden, wofür sie Geld ausgeben möchten, reden sie damit auch über ihre Hoffnungen und Träume und geben einander das Gefühl zusammenzugehören. Wenn sie größere Ausgaben absprechen, zeigen sie, dass sie die Ansichten und Gefühle des anderen respektieren. Wenn sie den anderen über einen bestimmten Betrag frei verfügen lassen, bringen sie ihr gegenseitiges Vertrauen zum Ausdruck. Und all das ist doch genau das, was ein wirklich liebevolles Verhältnis ausmacht. So eine Partnerschaft ist sicher mehr wert als Geld. Warum also über Geld streiten?

^ Abs. 3 Die Namen sind geändert.

^ Abs. 7 Die Bibel sagt: „Ein Mann ist das Haupt seiner Frau.“ Damit trägt er nicht nur die Hauptverantwortung dafür, wie das Geld der Familie verwendet wird. Er ist auch verpflichtet, seine Frau liebevoll und selbstlos zu behandeln (Epheser 5:23, 25).

ZUM NACHDENKEN . . .

  • Wann habe ich mich das letzte Mal in Ruhe mit meinem Partner über Gelddinge unterhalten?

  • Wie kann ich meinen Partner spüren lassen, dass ich seinen Beitrag zu den Familienfinanzen schätze?

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