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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM AUGUST 2009

Lassen wir Gott täglich zu uns sprechen?

Lassen wir Gott täglich zu uns sprechen?

FÜR viele von uns ist es selbstverständlich, regelmäßig in den Spiegel zu schauen. Warum? Weil es uns wichtig ist, gepflegt auszusehen.

Auch wenn wir in der Bibel lesen, blicken wir gewissermaßen in einen Spiegel (Jakobus 1:23-25). Die machtvolle Botschaft des Wortes Gottes kann uns helfen, uns so zu sehen, wie wir wirklich sind. Ja, sie „dringt durch selbst bis zur Scheidung von Seele und Geist“ (Hebräer 4:12). Was ist damit gemeint? Sie macht deutlich, ob ein Unterschied besteht zwischen dem, was wir nach außen zu sein scheinen, und dem, was wir im Innern wirklich sind. Wie ein Spiegel zeigt sie uns, wo wir uns korrigieren sollten.

Doch die Bibel macht uns nicht nur auf nötige Änderungen aufmerksam, sie hilft auch, diese vorzunehmen. Der Apostel Paulus schrieb: „Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich zum Lehren, zum Zurechtweisen, zum Richtigstellen der Dinge, zur Erziehung in der Gerechtigkeit“ (2. Timotheus 3:16, 17). Der Text erwähnt einen vierfachen Nutzen; interessanterweise zielen drei Punkte — Zurechtweisen, Richtigstellen und Erziehen — auf eine Korrektur unserer Einstellung und unseres Verhaltens. Wenn wir schon regelmäßig in den Spiegel schauen müssen, um unser Äußeres zu überprüfen, wie viel wichtiger ist es dann erst, regelmäßig in Gottes Wort, der Bibel, zu lesen.

Als Josua von Jehova zum Führer des Volkes Israel ernannt wurde, forderte er ihn auf: „Dieses Buch des Gesetzes sollte nicht von deinem Mund weichen, und du sollst Tag und Nacht mit gedämpfter Stimme darin lesen, damit du darauf achtest, nach allem zu tun, was darin geschrieben steht; denn dann wirst du deinen Weg zum Erfolg machen, und dann wirst du weise handeln“ (Josua 1:8). Keine Frage: Damit Josua erfolgreich vorgehen konnte, musste er regelmäßig, gewissermaßen „Tag und Nacht“, in Gottes Wort lesen.

Auch im ersten Psalm wird betont, wie nützlich es ist, regelmäßig in der Bibel zu lesen, wenn es dort heißt: „Glücklich ist der Mann, der nicht im Rat der Bösen gewandelt und nicht auf den Weg der Sünder getreten ist und nicht auf dem Sitz der Spötter gesessen hat, sondern seine Lust hat an dem Gesetz Jehovas und mit gedämpfter Stimme in seinem Gesetz liest Tag und Nacht. Und er wird gewiss wie ein Baum werden, gepflanzt an Wasserbächen, der seine eigene Frucht gibt zu seiner Zeit und dessen Laub nicht welkt, und alles, was er tut, wird gelingen“  (Psalm 1:1-3). Wünscht sich das nicht jeder von uns?

Für viele Menschen ist das tägliche Bibellesen zu einer guten Gewohnheit geworden. Ein Christ antwortete auf die Frage, warum er täglich in der Bibel liest: „Ich bete mehrmals am Tag zu Gott und erwarte, dass er mich anhört. Warum sollte ich ihm dann nicht ebenfalls zuhören, indem ich täglich in seinem Wort lese? Wer ein guter Freund sein möchte, wird doch auch nicht immer nur selber reden.“ Damit hat er recht. Wenn wir in der Bibel lesen, leihen wir Gott sozusagen unser Ohr und erfahren, wie er über verschiedene Dinge denkt.

Wie man es schaffen kann

Nicht wenige versuchen, regelmäßig in der Bibel zu lesen. Haben wir es schon einmal geschafft, die Bibel von vorn bis hinten durchzulesen? Besser kann man ihren Inhalt kaum kennenlernen. So mancher hat zwar schon mehrere Anläufe unternommen, das Projekt aber immer wieder unterbrochen. Kommt uns das bekannt vor? Wie kann man es schaffen, die ganze Bibel zu lesen? Hier zwei Vorschläge:

Können wir uns für jeden Tag Zeit reservieren, um in der Bibel zu lesen?

Das Bibellesen in den Tagesablauf integrieren. Reservieren wir uns für jeden Tag eine feste Zeit, in der wir am ehesten dazu kommen, in der Bibel zu lesen. Überlegen wir uns außerdem eine Ausweichmöglichkeit für den Fall, dass es einmal nicht klappt. So muss kein Tag vergehen, an dem wir nicht in Gottes Wort lesen. Auf diese Weise ahmen wir das Beispiel der Beröer in alter Zeit nach, von denen es heißt: „Sie nahmen das Wort mit der größten Bereitwilligkeit auf, indem sie täglich in den Schriften sorgfältig forschten, ob sich diese Dinge so verhielten“ (Apostelgeschichte 17:11).

Sich ein bestimmtes Ziel stecken. Ein Beispiel: Liest man jeden Tag drei bis fünf Kapitel, kann man die Bibel in nur einem Jahr vollständig durchlesen. Der Plan auf den folgenden Seiten zeigt, wie man dabei vorgehen kann. Versuchen wir es doch einmal damit! In der Spalte „Datum“ können wir eintragen, wann wir die jeweiligen Kapitel lesen wollen, und sie später als gelesen abhaken. So behalten wir den Überblick, wie wir vorankommen.

Und wenn wir es geschafft haben, die Bibel einmal ganz zu lesen? Mithilfe des Plans kann man es jedes Jahr wieder tun und dabei vielleicht immer mit einem anderen Teil anfangen. Wer lieber langsamer liest, könnte sich die jeweiligen Kapitel auch auf zwei oder drei Tage aufteilen.

Jedes Mal wenn wir in der Bibel lesen, können wir Neues für unser eigenes Leben entdecken — Dinge, die uns bisher nie aufgefallen waren. Wieso? „Die Szene dieser Welt wechselt“, und genauso ändert sich unser Leben und unsere Situation (1. Korinther 7:31). Nehmen wir uns also fest vor, täglich in den Spiegel des Wortes Gottes zu schauen. So lassen wir Gott jeden Tag durch die Bibel zu uns sprechen (Psalm 16:8).