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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM AUGUST 2009

Jehova schätzt Sanftmut

Jehova schätzt Sanftmut

 Wie man Gott näherkommt

Jehova schätzt Sanftmut

4. Mose 12:1-15

STOLZ, Eifersucht und Ehrgeiz — das sind Charakterzüge vieler, die es in der heutigen Welt zu etwas bringen. Aber kommt man damit Jehova Gott näher? Ganz im Gegenteil: Was Jehova bei seinen Dienern schätzt, ist die Sanftmut. * Das zeigt der Bericht in 4. Mose, Kapitel 12. Er führt uns in die Wildnis Sinai zu den Israeliten, die gerade erst aus Ägypten befreit worden sind.

Mirjam und Aaron, Moses’ ältere Geschwister, fangen an, „gegen Moses zu reden“ (Vers 1). Sie sprechen nicht mit ihrem jüngeren Bruder, sondern gegen ihn, das heißt, sie ziehen offenbar im ganzen Lager über ihn her. Da Mirjam zuerst erwähnt wird, ist sie wohl die Wortführerin. Vordergründig stören sich die beiden daran, dass Moses eine Kuschitin geheiratet hat. Ist Mirjam etwa eifersüchtig und befürchtet, von dieser Frau — noch dazu von einer Nichtisraelitin — ausgestochen zu werden?

Die wahren Gründe für Mirjams und Aarons Unmut liegen allerdings tiefer, denn sie sagen immer wieder: „Hat Jehova nur durch Moses allein geredet? Hat er nicht auch durch uns geredet?“ (Vers 2). Verbirgt sich hinter diesen kritischen Bemerkungen in Wirklichkeit nicht der Wunsch nach mehr Macht und Anerkennung?

Gemäß dem Bericht äußert sich Moses nicht zu den Klagen; wahrscheinlich lässt er das Ganze ruhig über sich ergehen. Seine geduldige Reaktion bestätigt, dass er, wie in Vers 3 beschrieben, tatsächlich „der sanftmütigste aller Menschen“ auf der Erde ist. Moses muss sich auch gar nicht selbst verteidigen. Jehova hat alles gehört und stellt sich auf Moses’ Seite.

Jehova nimmt die Kritik an Moses persönlich. Immerhin war er es ja, der ihn berufen hat. Gott weist Mirjam und Aaron scharf zurecht und erinnert sie an das einzigartige Verhältnis zwischen ihm und Moses. Er erklärt: „Von Mund zu Mund rede ich zu ihm.“ Dann fragt er sie: „Warum also habt ihr euch nicht gefürchtet, . . . gegen Moses zu reden?“ (Vers 8). Mit ihrer Kritik an Moses haben sie sich also in Wirklichkeit gegen Gott gestellt. Gott ist über ihr respektloses Verhalten aufgebracht und wird es auf keinen Fall ungestraft durchgehen lassen.

Mirjam, offenbar die Anstifterin, wird augenblicklich von Aussatz befallen. Sofort fleht Aaron Moses an, sich für sie einzusetzen. Das haben sie nun davon: Mirjams weiteres Geschick hängt jetzt völlig von der Fürsprache desjenigen ab, dem die beiden eben noch Unrecht getan haben. Zum ersten Mal in diesem Bericht ergreift nun Moses das Wort. Sanftmütig wie er ist, kommt er dem Wunsch nach und bittet Jehova eindringlich, seine Schwester zu heilen. Mirjam wird zwar wieder gesund, muss aber die Demütigung einer siebentägigen Quarantäne hinnehmen.

Der Bericht macht deutlich, was Jehova schätzt und welche Charakterzüge ihm überhaupt nicht gefallen. Wenn wir Gott näherkommen möchten, müssen wir in uns gehen und jede Spur von Stolz, Eifersucht und Ehrgeiz ablegen. Jehova liebt sanftmütige Menschen und verspricht: „Die Sanftmütigen . . . werden die Erde besitzen, und sie werden wirklich ihre Wonne haben an der Fülle des Friedens“ (Psalm 37:11; Jakobus 4:6).

[Fußnote]

^ Abs. 4 Sanftmut ist eine Eigenschaft, die Stärke verrät und einem hilft, Unrecht geduldig und ohne Rachegefühle zu ertragen.