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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM AUGUST 2009

Die Bibel hat ihr Leben verändert

Die Bibel hat ihr Leben verändert

 Die Bibel hat ihr Leben verändert

Was gab einem Mann, der bereits als Jugendlicher Marihuana und Tabak rauchte, die Kraft, mit diesen Gewohnheiten zu brechen? Wie gelang es einem brutalen Bandenmitglied, sich zu beherrschen und Rassenhass zu überwinden? Lassen wir die beiden selbst zu Wort kommen.

KURZPORTRÄT

NAME: HEINRICH MAAR

ALTER: 38

LAND: KASACHSTAN

VORGESCHICHTE: MARIHUANA- UND TABAKSÜCHTIG

MEINE VERGANGENHEIT: Geboren bin ich in Südkasachstan, etwa 120 Kilometer von der Stadt Taschkent entfernt. Im Sommer ist es dort trocken und bis 45 °C heiß, im Winter fallen die Temperaturen auf etwa −10 °C: ein ideales Anbaugebiet für Wein und Marihuana.

Meine Eltern sind deutscher Abstammung. Beide gehörten der evangelischen Kirche an, praktizierten ihren Glauben aber nicht. Sie ließen mich allerdings das Vaterunser auswendig lernen. Als ich 14 Jahre alt war, kamen Zeugen Jehovas eine Zeit lang zu meiner Mutter und meiner älteren Schwester und betrachteten mit ihnen die Bibel. Einmal bekam ich mit, wie die beiden Zeuginnen meiner Mutter in ihrer eigenen alten Bibel den Gottesnamen Jehova zeigten. Das hat mich tief beeindruckt. Meine Mutter setzte die Gespräche aber nicht fort, und so blieb mein Interesse an Glaubensdingen recht oberflächlich. Doch eines Tages erzählte meine Lehrerin im Unterricht alle möglichen Schauergeschichten über die sogenannte Sekte der Zeugen Jehovas. Da ich mit meiner Schwester einige Zusammenkünfte der Zeugen besucht hatte, erklärte ich der Lehrerin, sie würde reine Unwahrheiten weitergeben.

Mit 15 Jahren schickte man mich zur Berufsausbildung nach Leningrad (heute St. Petersburg). Ich sprach mit meinen Mitbewohnern über das Wenige, was ich über Jehova erfahren hatte. Allerdings fing ich auch an zu rauchen. Bei meinen Besuchen in Kasachstan konnte ich mir leicht Marihuana besorgen, obwohl das natürlich illegal war. Außerdem trank ich zu viel Wodka und selbst gemachten Wein.

Ich schloss die Gewerbeschule ab und ging anschließend für zwei Jahre zum sowjetischen Militär. An einiges von dem, was ich als Jugendlicher aus der Bibel gelernt hatte, konnte ich mich immer noch erinnern. Wenn es sich ergab, sprach ich mit Kameraden über Jehova und verteidigte die Zeugen, wenn Lügen über sie verbreitet wurden.

 Nach dem Militärdienst siedelte ich nach Deutschland über. Bereits im Aussiedlerwohnheim erhielt ich ein von Jehovas Zeugen herausgegebenes Bibelstudienbuch. Ich las es mit großer Begeisterung und kam zu dem Schluss, dass es die Wahrheit enthielt. Doch die Tabak- und Marihuanasucht hatte mich weiterhin fest im Griff. Später zog ich in die Nähe von Karlsruhe. Dort lernte ich einen Zeugen Jehovas kennen, der mit mir eingehend die Bibel betrachtete.

WIE DIE BIBEL MEIN LEBEN VERÄNDERT HAT: Mir war eigentlich schon lange klar, dass die Bibel Gottes Wort sein muss. Und nachdem ich das Bibelstudienbuch gelesen hatte, war ich überzeugt, dass die Bibel alle wichtigen Lebensfragen beantwortet. Es dauerte jedoch einige Zeit, bis ich mit meinen schlechten Gewohnheiten brechen konnte. Schließlich beherzigte ich den Rat aus 2. Korinther 7:1 und beschloss, mich von „jeder Befleckung des Fleisches und Geistes“ zu reinigen, also den Marihuana- und Tabakkonsum endgültig aufzugeben.

Mit dem Marihuanarauchen konnte ich praktisch sofort aufhören. Doch es sollte mich sechs lange Monate kosten, das Rauchen aufzugeben. Damals fragte mich der Zeuge, der mit mir die Bibel betrachtete: „Welchen Sinn hat denn dein Leben?“ Das gab mir den Anstoß, noch ernsthafter gegen meine Tabaksucht vorzugehen. Ich hatte schon mehrfach versucht aufzuhören, doch jetzt beschloss ich, zu beten, bevor ich zu einer Zigarette griff, statt Gott hinterher um Vergebung zu bitten. 1993 setzte ich einen Tag fest, an dem ich aufhören wollte. Mit der Hilfe Jehovas habe ich seitdem keine Zigarette mehr angerührt.

WIE ES MEIN LEBEN BEREICHERT HAT: Seitdem ich von der kostspieligen und schädlichen Abhängigkeit von Marihuana und Tabak freikommen konnte, geht es mir gesundheitlich besser. Heute bin ich im deutschen Zweigbüro der Zeugen Jehovas tätig. Wie froh bin ich doch, dass ich gelernt habe, den guten Rat der Bibel in meinem Leben anzuwenden! Das, was die Bibel lehrt, gibt meinem Leben wirklich einen Sinn.

KURZPORTRÄT

NAME: TITUS SHANGHADI

ALTER: 43

LAND: NAMIBIA

VORGESCHICHTE: AGGRESSIVES BANDENMITGLIED

MEINE VERGANGENHEIT: Ich bin in einem Dorf in der Verwaltungsregion Ohangwena (Nordnamibia) aufgewachsen. Während des Krieges, der in den 1980er-Jahren in diesem Gebiet wütete, wurden Bewohner meines Dorfes misshandelt und sogar getötet. Ein Junge galt dort nur als männlich, wenn er gut kämpfen und andere zusammenschlagen konnte. Und genau das lernte ich.

Nach der Schule wohnte ich bei meinem Onkel in der Küstenstadt Swakopmund. Bald nach meinem Umzug schloss ich mich einer Bande  aggressiver junger Männer an. Wir gingen in der Stadt bewusst dorthin, wo Schwarze nicht willkommen waren, wie in Hotels und Bars, nur um Schlägereien zu provozieren. So manches Mal prügelten wir uns mit Sicherheitsbediensteten und der Polizei. Abends nahm ich immer ein scharfes langes Buschmesser mit, um jeden anzugreifen, der mir dumm kommen würde.

Eines Nachts wäre ich in einem Kampf mit einer rivalisierenden Bande fast getötet worden. Einer aus der feindlichen Bande kam von hinten und wollte mir gerade den Kopf abhauen, als er von einem unserer Leute bewusstlos geschlagen wurde. Obwohl ich dem Tod nur knapp entkommen war, beherrschte die Gewalt weiterhin mein Leben. Bei einem Streit, ob mit einem Mann oder einer Frau, schlug ich immer als Erster zu.

WIE DIE BIBEL MEIN LEBEN VERÄNDERT HAT: Dann kam ich erstmals mit Jehovas Zeugen in Kontakt. Eine Zeugin las mir einige Verse aus Psalm 37 vor und erwähnte, auch im Bibelbuch Offenbarung werde eine wunderbare Zukunft beschrieben. Da sie jedoch nicht sagte, welche Verse sie meinte, besorgte ich mir eine Bibel und las an jenem Abend die ganze Offenbarung durch. Mir gefiel, was in Offenbarung 21:3, 4 versprochen wird: „Der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer noch Geschrei noch Schmerz mehr sein.“ Als die Zeugen wiederkamen, nahm ich das Angebot einer Bibelbetrachtung an.

Es fiel mir wirklich schwer, meine Denk- und Handlungsweise zu ändern. Doch aus Apostelgeschichte 10:34, 35 erfuhr ich, „dass Gott nicht parteiisch ist, sondern dass für ihn in jeder Nation der Mensch, der ihn fürchtet und Gerechtigkeit wirkt, annehmbar ist“. Es kostete mich auch große Mühe, Römer 12:18 umzusetzen: „Wenn möglich, haltet, soweit es von euch abhängt, mit allen Menschen Frieden.“

Ich musste allerdings nicht nur lernen, mich zu beherrschen, sondern musste auch von meiner starken Tabaksucht loskommen. Oft bat ich Jehova unter Tränen um Hilfe. Doch anfangs ging ich die Sache offensichtlich verkehrt an, weil ich mir ständig sagte, das sei jetzt meine „letzte“ Zigarette, aber erst hinterher betete. Die Zeugin Jehovas, die mit mir die Bibel betrachtete, führte mir jedoch vor Augen, dass es weit besser ist, zu beten, bevor man zur Zigarette greift. Außerdem wäre es gut, mich von anderen Rauchern bewusst fernzuhalten. Und ich beherzigte die Empfehlung, mich gegenüber Arbeitskollegen gegen das Rauchen auszusprechen. Das war eine echte Hilfe, da sie mir daraufhin auch keine Zigaretten mehr anboten.

Schließlich konnte ich mit dem Rauchen aufhören und meinen bisherigen Lebensstil aufgeben. Nach 6 Monaten, in denen ich biblische Grundsätze kennenlernte und anzuwenden begann, erfüllte ich die Voraussetzungen, mich als ein Zeuge Jehovas taufen zu lassen.

WIE ES MEIN LEBEN BEREICHERT HAT: Ich kam zu der Überzeugung, dass Jehovas Zeugen den wahren Glauben praktizieren, weil die Hautfarbe bei ihnen überhaupt keine Rolle spielt und sie einander wirklich lieben. Bereits bevor ich mich taufen ließ, wurde ich von einem weißen Zeugen zum Essen eingeladen. Ich glaubte zu träumen. Nie zuvor hatte ich friedlich mit einem Weißen zusammengesessen, geschweige denn bei ihm zu Hause gegessen. Das bestätigte mir, wirklich zu einer internationalen Bruderschaft zu gehören.

Sicherheitsbedienstete und die Polizei hatten früher mit aller Macht versucht, meine Denk- und Handlungsweise zu ändern, doch ohne Erfolg. Nur die Bibel konnte mir helfen, meine Persönlichkeit zu ändern und ein glücklicher Mensch zu werden.

[Herausgestellter Text auf Seite 29]

„Oft bat ich Jehova unter Tränen um Hilfe“