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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM JUNI 2009

Führen alle Religionen zu Gott?

Führen alle Religionen zu Gott?

  Führen alle Religionen zu Gott?

„Ich habe meinen Glauben und daran wird sich auch nichts ändern. Es kommt ja auch gar nicht darauf an, was man glaubt. Im Endeffekt führt doch jede Religion zu Gott.“

HABEN Sie das auch schon mal gehört? Viele nehmen an, die verschiedenen Religionen sind einfach unterschiedliche Wege zu Gott und geben eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens. Häufig wird auch angenommen, jede Religion hat ihre guten und ihre schlechten Seiten und keine kann von sich behaupten, das Wahrheitsmonopol gepachtet zu haben und der einzig richtige Weg zu Gott zu sein.

Solche Überlegungen sind in der heutigen scheinbar toleranten beziehungsweise pluralistischen Gesellschaft gang und gäbe. Wer allerdings diese Meinung nicht teilt, wird nur allzu oft als engstirnig, ja sogar als fanatisch abgestempelt. Wie sehen Sie das? Sind Sie auch der Meinung, dass alle Religionen letztendlich zu Gott führen? Ist es denn wirklich so wichtig, was man glaubt?

Gibt es Unterschiede?

Gemäß einem Nachschlagewerk beläuft sich die Zahl der Religionen weltweit zurzeit auf etwa 9 900 — einige davon weltumspannend mit Millionen von Mitgliedern. Schätzungen zufolge gehören über 70 Prozent der Bevölkerung den folgenden fünf Hauptreligionen an: Buddhismus, Christenheit, Hinduismus, Islam und Judaismus. Sollten tatsächlich alle Religionen zu Gott führen, dann müssten diese fünf Glaubensrichtungen in ihren Lehren, ihrem Gottesbild und ihren Vorstellungen über die Absichten Gottes mit den Menschen vieles gemeinsam haben. Ist das der Fall?

 Wie der katholische Theologe Hans Küng erklärt, ähneln sich wirklich einige der Grundlehren dieser Religionen. Das betrifft vor allem Regelungen im zwischenmenschlichen Bereich wie „(1) nicht töten; (2) nicht lügen; (3) nicht stehlen; (4) nicht Unzucht treiben; (5) die Eltern achten und die Kinder lieben“. In anderen Bereichen allerdings, besonders was ihr Gottesbild anbelangt, unterscheiden sie sich gravierend.

Hindus zum Beispiel beten eine Vielzahl von Göttern an, für Buddhisten dagegen gibt es zumeist keinen persönlichen Gott. Der Islam seinerseits vertritt den Monotheismus, so ähnlich wie die Kirchen der Christenheit, von denen die meisten Gott aber gleichzeitig auch als Dreieinigkeit verehren. Auch in anderen Glaubensansichten innerhalb der Christenheit gehen die Meinungen weit auseinander. So verehren Katholiken Maria, die Mutter Jesu — Protestanten hingegen nicht. Die katholische Kirche hält die direkte Empfängnisverhütung üblicherweise für verwerflich — die meisten Protestanten hingegen nicht. Und die Protestanten wiederum sind sich nicht einig, wie sie mit dem Thema Homosexualität umgehen sollen.

Ist es denn möglich, dass alle diese Religionen, die so verschiedene Glaubensansichten vertreten, an ein und denselben Gott glauben? Ganz offensichtlich nicht. Das Gegenteil ist der Fall: Diese Uneinigkeit führt zu großer Verwirrung — es bleibt unklar, wer Gott ist und was er von denen erwartet, die an ihn glauben.

Vereinend oder entzweiend?

Würden alle Religionen zu ein und demselben Gott führen, müsste sich eigentlich jede einzelne von ihnen mit aller Kraft dafür einsetzen, die Menschheit zu einen und damit den Frieden zu fördern. Wie sieht es in der Realität aus? Wie die Geschichte zeigt, ist es eher umgekehrt: Religionen waren immer wieder Ursache für Spannungen und Streit unter den Völkern. Hier nur einige Beispiele.

Da sind die Kreuzzüge vom 11. bis zum 13. Jahrhundert, in denen die Nationen der Christenheit gegen die muslimische Welt in den Krieg zogen. Im Europa des 17. Jahrhunderts kämpfte im Dreißigjährigen Krieg die katholische Liga gegen die protestantische Union. Auf dem indischen Subkontinent brachen 1947, gleich nachdem Großbritannien das Land in die Unabhängigkeit entlassen hatte, Zwistigkeiten zwischen Hindus und Muslimen aus. Und bis vor gar nicht langer Zeit kam es im langjährigen Nordirlandkonflikt zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten. Der Nahe Osten kommt bis heute nicht zur Ruhe — Juden und Muslimen gelingt es einfach nicht, friedlich miteinander auszukommen. Aber ganz oben auf der Liste der Auseinandersetzungen muss der Zweite Weltkrieg genannt werden, in den Mitglieder aller Hauptreligionen verwickelt waren. Nicht selten standen sich dabei Angehörige derselben Religion auf dem Schlachtfeld gegenüber.

Ohne Zweifel wird hier klar: Die Religionen haben weder Frieden gebracht noch die Völker geeint. Sie wirkten vielmehr entzweiend. Auch haben sie die Menschen nicht zu Gott geführt, sondern zeichnen ein verwirrendes Bild von Gott und davon, was er von uns erwartet. Jeder, der Gott sucht, muss daher selbst sorgfältig abwägen, für welchen Weg er sich entscheiden will. Die Bibel, eines der ältesten religiösen Bücher der Menschheit, legt uns genau das ans Herz.

 Die richtige Wahl treffen

Wer den richtigen Weg finden will, den Weg, der zu dem wahren Gott führt, muss sich, wie die Bibel deutlich zeigt, eingehend informieren und eine fundierte Entscheidung treffen. Josua, der an Jehova Gott glaubte, erklärte der Nation Israel: „Erwählt euch heute, wem ihr dienen wollt, ob den Göttern, denen eure Vorväter dienten, die jenseits des STROMES waren, oder den Göttern der Amoriter, in deren Land ihr wohnt. Ich aber und meine Hausgenossen, wir werden Jehova dienen.“ Viele Jahre später forderte der Prophet Elia das Volk auf, eine ähnliche Entscheidung zu treffen: „Wie lange werdet ihr auf zwei verschiedenen Meinungen hinken? Wenn Jehova der wahre Gott ist, so folgt ihm nach; wenn es aber Baal [eine kanaanitische Gottheit] ist, so folgt ihm nach“ (Josua 24:15, 16; 1. Könige 18:21).

Diese und andere Bibeltexte machen nachdrücklich klar, dass sich jeder ganz bewusst für oder gegen den wahren Gott entscheiden musste. Und das ist auch heute noch so. Jeder muss also selbst herausfinden, welches die wahre Religion ist. Aber wie trifft man die richtige Wahl? Woran ist die wahre Religion zu erkennen?

An den „Früchten“ zu erkennen

Jesus Christus erklärte einmal seinen Nachfolgern, wie man die wahre von der falschen Religion unterscheiden kann: „Liest man vielleicht jemals Trauben von Dornsträuchern oder Feigen von Disteln? Ebenso bringt jeder gute Baum vortreffliche Frucht hervor, aber jeder faule Baum bringt wertlose Frucht hervor; ein guter Baum kann nicht wertlose Frucht tragen, noch kann ein fauler Baum vortreffliche Frucht hervorbringen. . . . Ihr werdet also diese Menschen wirklich an ihren Früchten erkennen.“ Die wahre Religion ist somit daran zu erkennen, welche „Früchte“ ihre Glaubensanhänger hervorbringen oder, anders gesagt, wie sie handeln. Von welchen „Früchten“ sprach Jesus? (Matthäus 7:16-20).

Zuallererst ist die Liebe zu nennen, die diejenigen vereint, die der wahren Religion angehören. Jesus machte das seinen Jüngern mit folgenden Worten deutlich: „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe, dass auch ihr einander liebt. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt.“ Für Außenstehende sind also die echten Nachfolger Christi daran zu erkennen, dass sie außergewöhnliche Liebe zueinander haben (Johannes 13:34, 35).

Für wahre Christen wäre es somit unvorstellbar, im Krieg gegeneinander zu kämpfen. Die Messlatte liegt demnach hoch — und wer richtet sich danach? Die einzige religiöse Gruppe, die im Zweiten Weltkrieg konsequent und standhaft jegliche Unterstützung des Krieges verweigerte, waren Jehovas Zeugen. Dr. Hanns Lilje,  ehemaliger Landesbischof der evangelisch-lutherischen Landeskirche von Hannover, schrieb über sie: „Sie können für sich in Anspruch nehmen, die einzigen Kriegsdienstverweigerer großen Stiles zu sein, die es im Dritten Reich gegeben hat.“ Lieber erduldeten Zeugen Jehovas in vielen Ländern schwere Strafmaßnahmen, als den Krieg in irgendeiner Weise zu unterstützen.

Woran würden Jesu wahre Nachfolger noch zu erkennen sein? Das allgemein als „Vaterunser“ bekannte Gebet begann Jesus mit den Worten: „Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde.“ Die Heiligung des Namens Gottes, Jehova, stand für Jesus an erster Stelle. Er bat darum, dass durch Gottes Reich der Wille Jehovas auf der Erde geschehe. Welche Religion kennen Sie, die den Namen Gottes bekannt macht? Welche weist auf das Reich beziehungsweise Königreich Gottes als einzige Lösung hin, um weltweit Frieden zu schaffen? In 236 Ländern und Territorien verbreiten Jehovas Zeugen diese gute Nachricht vom Reich Gottes und geben dazu Publikationen in über 470 Sprachen heraus (Matthäus 6:9, 10, Einheitsübersetzung).

Darüber hinaus halten sie sich genau wie Jesus aus allen politischen und sozialen Kontroversen heraus, denn er sagte: „Sie [sind] kein Teil der Welt . . ., so wie ich kein Teil der Welt bin.“ Außerdem sind sie davon überzeugt, dass die Bibel Gottes Wort ist, denn „die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich zum Lehren, zum Zurechtweisen, zum Richtigstellen der Dinge, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes völlig tauglich sei, vollständig ausgerüstet für jedes gute Werk“ (Johannes 17:14, 17; 2. Timotheus 3:16, 17).

Die wahre Religion ist anders

Aufopferungsvolle Liebe, der Wunsch, Gottes Namen zu ehren, außerdem sein Reich bekannt zu machen, sich christlich neutral zu verhalten und an die Bibel zu glauben — all das sind „Früchte“, die Menschen auszeichnen, die der wahren Religion angehören. Dadurch heben sie sich deutlich von anderen Religionen ab. Eine junge Frau, die schon mehrfach mit Zeugen Jehovas gesprochen hat und sich so ihr eigenes Bild machen konnte, kam zu folgendem Schluss: „Ich kenne viele Religionen und alle sind sich ähnlich. Nur ihr unterscheidet euch völlig von den anderen.“

Alles in allem kann man festhalten: Nicht alle Religionen führen zu Gott. Eine aber ist anders. Ihr gehören weltweit über sieben Millionen Menschen an — es handelt sich um Jehovas Zeugen. Weil sie sich unbeirrt zu Gottes Wort bekennen und offen dafür eintreten, ist ihnen etwas gelungen, was keine andere Gemeinschaft oder Organisation bisher erreicht hat: Sie haben Menschen aus den verschiedensten Nationen, mit den unterschiedlichsten Sprachen, unabhängig von ihrer Hautfarbe oder Herkunft vereint und dienen gemeinsam dem allein wahren Gott, Jehova. Es wäre Jehovas Zeugen ein Herzenswunsch, auch Sie mit der Wahrheit über Gott bekannt zu machen und Ihnen zu zeigen, was Gott von uns erwartet. Der Frieden, den Gott Ihnen dann gibt, und das Gefühl der Sicherheit, der richtigen Religion anzugehören, sind einzigartig und jede Mühe wert. Was halten Sie davon?

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Orthodoxer Priester segnet 2004 neue Truppen in der Ukraine

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GENIA SAVILOV/AFP/Getty Images

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Jehovas Zeugen machen gern andere mit Gott und seinem Königreich vertraut

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