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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM APRIL 2009

Die neue Geburt: Wie wirkt sie sich aus?

Die neue Geburt: Wie wirkt sie sich aus?

 Die neue Geburt: Wie wirkt sie sich aus?

WARUM gebrauchte Jesus den Ausdruck „aus Geist geboren“, als er von der Taufe mit heiligem Geist sprach? (Johannes 3:5). Wird das Wort „Geburt“ im übertragenen Sinn gebraucht, steht es für „Anfang“ oder „Beginn“, wie etwa in der Wendung „die Geburt einer Nation“. Entsprechend weist die Formulierung „neue Geburt“ auf einen neuen Anfang hin. Daher unterstreichen die bildlichen Ausdrücke „geboren“ und „neue Geburt“, dass diejenigen, die mit heiligem Geist getauft werden, in ein völlig neues Verhältnis zu Gott gelangen. Wie muss man sich das vorstellen?

Um deutlich zu machen, wie Gott es Menschen ermöglicht, mit Jesus im Himmel zu regieren, gebrauchte der Apostel Paulus eine Veranschaulichung aus dem Familienleben. Wie er an Mitchristen schrieb, sollten sie die „Annahme an Sohnes Statt“ erleben, worauf Gott sie als „Söhne“ behandeln würde (Galater 4:5; Hebräer 12:7). Dieser Hinweis auf eine Adoption macht verständlich, was sich verändert, wenn jemand mit heiligem Geist getauft wird. Kehren wir noch einmal zu dem Beispiel des Jungen zurück, der eine Schule für Angehörige einer bestimmten Volksgruppe besuchen möchte.

Was sich durch die Adoption verändert

Der Junge darf diese Schule nicht besuchen, weil er nicht zu der betreffenden Volksgruppe gehört. Doch eines Tages wird alles anders: Ein Familienvater aus der besagten Volksgruppe adoptiert ihn. Was bedeutet das für den Jungen? Als rechtmäßig adoptierter Sohn hat er jetzt wahrscheinlich dieselben Rechte wie andere Kinder aus dieser Volksgruppe — auch das Recht, die für sie reservierte Schule zu besuchen. Die Adoption hat seine Situation komplett verändert.

Das zeigt in etwa, wie weitreichend die Veränderungen sind, die die neue Geburt mit sich bringt. Beleuchten wir einmal einige Parallelen. Der besagte Junge darf die Schule besuchen, aber nur, weil er jetzt dieser bestimmten Volksgruppe angehört. Von sich aus hätte er diese Voraussetzung niemals erfüllen können. Ähnlich verhält es sich mit Menschen, die einen Platz in Gottes Königreich, das heißt in der himmlischen Regierung, erhalten. Das jedoch nur, weil sie die Voraussetzung dafür erfüllen, das heißt „wiedergeboren“ sind. Auch sie hätten diese Voraussetzung niemals von sich aus erfüllen können, denn Gott allein bestimmt, wer neu geboren wird.

 Was hat den Status des Jungen verändert? Die rechtmäßige Adoption. Natürlich hat sich dadurch nichts an seinem Wesen verändert. Nach seiner Adoption war er immer noch derselbe Mensch. Doch nachdem alle rechtlichen Erfordernisse erfüllt waren, erhielt der Junge einen neuen Status. Für ihn war das ein echter Neuanfang, sozusagen eine neue Geburt. Er wurde als Sohn angenommen, das heißt in die Familie seines Adoptivvaters aufgenommen, was ihn berechtigte, die Schule zu besuchen.

In ähnlicher Weise verändert Jehova den Status einer Gruppe von unvollkommenen Menschen, indem er sie rechtsgültig als seine Kinder adoptiert. Der Apostel Paulus, der zu dieser Gruppe gehörte, schrieb an Mitchristen: „Ihr habt einen Geist der Annahme an Sohnes Statt empfangen, durch welchen Geist wir ausrufen: ‚Abba, Vater!‘ Der Geist selbst bezeugt mit unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind“ (Römer 8:15, 16). Durch Adoption wurden diese Christen ein Teil von Gottes Familie und somit „Kinder Gottes“ (1. Johannes 3:1; 2. Korinther 6:18).

Natürlich verändert die Adoption durch Gott nicht das Wesen der Adoptierten, denn sie bleiben unvollkommen (1. Johannes 1:8). Dennoch erhalten sie, wie Paulus weiter erklärte, durch die rechtmäßige Adoption einen neuen Status. Gleichzeitig verleiht Gottes Geist seinen Adoptivsöhnen die Überzeugung, einmal mit Christus im Himmel zu leben (1. Johannes 3:2). Diese untrügliche Überzeugung, die der heilige Geist in sie legt, eröffnet ihnen eine völlig neue Perspektive (2. Korinther 1:21, 22). Ja, sie erleben einen echten Neuanfang, sozusagen eine neue Geburt.

Über Gottes Adoptivsöhne heißt es in der Bibel: „Sie werden Priester Gottes und des Christus sein und werden als Könige die tausend Jahre mit ihm regieren“ (Offenbarung 20:6). Gemeinsam mit Christus werden Gottes Adoptivsöhne einen Platz in Gottes Königreich erhalten, das heißt in seiner himmlischen Regierung. Wie der Apostel Petrus an Mitchristen schrieb, sollen sie ein „unvergängliches und unbeflecktes und unverwelkliches Erbe“ erhalten, das für sie „in den Himmeln aufbehalten“ ist (1. Petrus 1:3, 4). Was für ein kostbares Erbe!

In Verbindung mit der erwähnten Regentschaft entsteht allerdings eine Frage: Wenn die Wiedergeborenen im Himmel Könige sein sollen, über wen werden sie dann regieren?

[Bild auf Seite 10]

Was sagte Paulus über die „Annahme an Sohnes Statt“?