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Jehovas Zeugen

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DER WACHTTURM FEBRUAR 2009

Namen: Nur Schall und Rauch?

Namen: Nur Schall und Rauch?

 Namen: Nur Schall und Rauch?

Die Freude ist groß, als die Äthiopierin einen kleinen Jungen zur Welt bringt. Doch das Baby rührt sich nicht und die Mutter versinkt schon in Trauer. Die Großmutter nimmt den reglosen Körper, um ihn zu baden. Da bewegt sich der Kleine plötzlich, atmet und fängt an zu schreien. Der Name seines Vaters bedeutet „Wunder“. Diesen Namen kombinieren die Eltern mit einem anderen amharischen Wort und nennen ihren Sohn „Ein Wunder ist geschehen“.

In Burundi flieht ein junger Mann vor Soldaten, die ihn umbringen wollen. Er versteckt sich in einem Feld und verspricht Gott feierlich, seinen ersten Sohn Manirakiza zu nennen, wenn er mit dem Leben davonkommt. Fünf Jahre später gibt er seinem Erstgeborenen aus Dankbarkeit, noch am Leben zu sein, genau diesen Namen: „Gott ist der Retter“.

MANCHE finden es wahrscheinlich merkwürdig, Kindern Namen zu geben, die eine bestimmte Bedeutung haben. Doch dieser Brauch blickt auf eine lange Vergangenheit zurück. Die Bibel enthält Hunderte solcher Namen. Kennt man ihre Bedeutung, hat man oft mehr vom Bibellesen. Schauen wir uns einige Beispiele an.

Namen im Alten Testament

Einer der ersten Namen, die in der Bibel vorkommen, ist Seth. Er bedeutet „Gesetzt“, „Bestimmt“ (im Sinne von Ersatz). Eva, die Mutter von Seth, erklärte, warum sie diesen Namen wählte: „Gott hat anstelle Abels einen anderen Samen gesetzt, weil Kain ihn getötet hat“ (1. Mose 4:25). Lamech, ein Nachkomme Seths, gab seinem Sohn den Namen Noah, was „Ruhe“ oder „Trost“ heißt. Als Begründung sagte er: „Dieser wird uns Trost bringen von unserer Arbeit und von unserer Hände Mühsal, die vom Erdboden herrührt, den Jehova verflucht hat“ (1. Mose 5:29).

Manchmal veränderte Jehova den Namen eines Menschen, um etwas Prophetisches auszudrücken. So wurde aus Abram, was „Vater ist hoch“ (oder „erhaben“) bedeutet, Abraham: „Vater einer Menge“. Wie der Name andeutete, wurde Abraham der Stammvater vieler Völker (1. Mose 17:5, 6). Der Name von Abrahams Frau Sarai könnte „Streitbar“ bedeutet haben. Wie froh muss sie gewesen sein, als Gott sie in Sara umbenannte, was „Fürstin“ heißt! Das war ein Hinweis darauf, dass sie die Vorfahrin von Königen sein sollte (1. Mose 17:15, 16).

Gott legte auch die Namen einiger Kinder fest. Zum Beispiel forderte er Abraham und Sara auf, ihren Sohn Isaak zu nennen, was „Lachen“ bedeutet. Das sollte diese beiden treuen Diener Gottes immer daran erinnern, wie sie auf die Nachricht reagierten, dass sie  auf ihre alten Tage Nachwuchs bekommen würden. Als Isaak größer wurde und Jehova treu diente, hat sein Name bestimmt noch oft ein Lächeln in Abrahams und Saras Gesicht gezaubert (1. Mose 17:17, 19; 18:12, 15; 21:6).

Als Isaaks Schwiegertochter Rahel ihren zweiten Sohn zur Welt brachte, lag die Sache ganz anders. Auf ihrem Totenbett nannte Rahel das Kind Ben-Oni, zu Deutsch „Sohn meiner Trauer“. Jakob, der hinterbliebene Vater, änderte den Namen auf Benjamin ab, „Sohn der rechten Hand“. Damit gab er zu verstehen, wie sehr er seinen Sohn liebte und dass er in ihm eine Stütze sah (1. Mose 35:16-19; 44:20).

Namen hatten manchmal mit äußerlichen Merkmalen zu tun. Isaak und Rebekka bekamen einen Sohn, der schon bei seiner Geburt am ganzen Körper eine dichte rote Behaarung hatte, die an einen Wollmantel erinnerte. Sie nannten ihn Esau, was „Behaart“ bedeutet (1. Mose 25:25). Im Bibelbuch Ruth werden die beiden Söhne Noomis erwähnt. Der eine hieß Machlon („Kränklich“, „Schwächlich“) und der andere Kiljon („Hinfälligkeit“). Ob sie diese Namen als kleine Kinder oder erst später erhielten, ist nicht bekannt. Doch jedenfalls decken sich ihre Namen mit der Tatsache, dass sie in jungen Jahren starben (Ruth 1:5).

In biblischer Zeit war es auch üblich, sich einen neuen Namen zu geben. Nachdem Noomi ihren Mann und ihre beiden Söhne verloren hatte, kehrte sie in tiefer Trauer nach Bethlehem zurück. Sie wollte nun nicht mehr ihren bisherigen Namen tragen, der „Meine Lieblichkeit“ bedeutete, sondern verlangte: „Nennt mich nicht Noomi. Nennt mich Mara [„Bitter“], denn der Allmächtige hat es mir sehr bitter gemacht“ (Ruth 1:20, 21).

Noch ein anderer Brauch war, ein Kind nach einem bedeutsamen Ereignis zu benennen. So bedeutet der Name des Propheten Haggai „An einem Fest geboren“. *

Namen zur Zeit der ersten Christen

Jesu Name hat eine große prophetische Bedeutung. Vor seiner Geburt sagte ein Engel zu Joseph: „Du sollst  ihm den Namen Jesus geben.“ Jesus bedeutet „Jehova ist Rettung“. Was sollte dieser Name aussagen? Der Engel erklärte, Jesus werde sein Volk von den Sünden befreien (Matthäus 1:21). Nachdem Jesus bei seiner Taufe mit heiligem Geist gesalbt worden war, wurde seinem Namen die hebräische Bezeichnung „Messias“ beigefügt. Der entsprechende griechische Titel lautet „Christus“. Beides heißt „Gesalbter“ (Matthäus 2:4).

Jesus wählte für einige seiner Jünger beschreibende Namen aus. So gab er Simon den aramäischen Namen Kephas, der „Felsen“ bedeutet. Durchgesetzt hat sich aber die griechische Form seines Namens: Petrus (Johannes 1:42). Die temperamentvollen Geschwister Jakobus und Johannes nannte Jesus Boanerges, „Donnersöhne“ (Markus 3:16, 17).

Auch Jesu Jünger gaben anderen treffende Beinamen. Den Jünger Joseph nannten die Apostel beispielsweise Barnabas, „Sohn des Trostes“. Er machte seinem Namen alle Ehre, denn er leistete anderen materielle Hilfe und stärkte sie im Glauben (Apostelgeschichte 4:34-37; 9:27; 15:25, 26).

Was für einen Namen habe ich?

Den Namen, den man bei der Geburt bekommt, kann man nicht beeinflussen, wohl aber den eigenen Ruf (Sprüche 20:11). Man könnte sich einmal fragen: „Welchen Namen hätten Jesus oder die Apostel mir gegeben? Welcher Name würde meinen Charakter oder meinen Ruf am besten beschreiben?“

Diese Fragen sind eine Überlegung wert. Warum? Der weise König Salomo schrieb: „Eher ist ein Name zu erwählen als Reichtum in Fülle“ (Sprüche 22:1). Ein guter Ruf bei Menschen ist nicht zu verachten und ein guter Name bei Gott erst recht nicht. Immerhin hat Gott versprochen, die Namen derer, die ihn achten und ehren, in sein „Gedenkbuch“ zu schreiben. Damit ist die Aussicht auf ewiges Leben verknüpft (Maleachi 3:16; Offenbarung 3:5; 20:12-15).

[Fußnote]

^ Abs. 12 Viele afrikanische Zeugen Jehovas haben einen Namen, der mit dem Motto eines Bibelkongresses zusammenhängt, weil sie zur Zeit des Kongresses geboren wurden.

[Herausgestellter Text auf Seite 15]

Welcher Name würde mich am besten beschreiben?

[Kasten/Bild auf Seite 14]

Wer war Immanuel?

Die Namen einiger biblischer Personen deuteten prophetisch auf ihre Aufgabe hin. Beispielsweise hat Gott dem Propheten Jesaja einmal eingegeben zu schreiben: „Siehe! Die Herangereifte, sie wird wirklich schwanger werden, und sie gebiert einen Sohn, und sie wird ihm gewiss den Namen Immanuel geben“ (Jesaja 7:14). Einige Bibelkommentatoren haben erklärt, Immanuel sei ursprünglich ein israelitischer König oder ein Sohn Jesajas gewesen. Wie dem auch sei: Der Evangelist Matthäus schrieb, dass sich Jesajas Prophezeiung vollständig an Jesus erfüllte (Matthäus 1:22, 23).

Da der Name Immanuel „Mit uns ist Gott“ bedeutet und die Bibel Immanuel mit Jesus gleichsetzt, argumentieren einige, Jesus sei Gott. Nach dieser Argumentation müsste aber auch der junge Elihu, der Hiob tröstete und korrigierte, Gott gewesen sein. Sein Name bedeutet nämlich „Mein Gott ist er“.

Jesus hat nie behauptet, Gott zu sein (Johannes 14:28; Philipper 2:5, 6). Allerdings spiegelte er die Persönlichkeit seines Vaters vollkommen wider und an ihm erfüllten sich alle Prophezeiungen Gottes über den Messias (Johannes 14:9; 2. Korinther 1:20). Der Name Immanuel beschreibt treffend seine Rolle als Messias — der Nachkomme Davids, der beweist, dass Gott mit allen ist, die ihn anbeten.

[Bild]

IMMANUEL „Mit uns ist Gott“

[Kasten/Bild auf Seite 15]

Der bedeutsamste Name

Der Eigenname Gottes kommt in der Bibel rund 7 000 Mal vor. Er wird durch die vier hebräischen Buchstaben יהוה (JHWH) dargestellt. Im Deutschen wird er mit Jehova oder Jahwe wiedergegeben. Was bedeutet dieser Name? Als sich Moses einmal nach dem Namen Gottes erkundigte, erklärte Jehova: „Ich werde sein, der ich sein werde“ (2. Mose 3:14, Zürcher Bibel). Der Name Jehova ist also eine Garantie dafür, dass Gott zu allem wird, was nötig ist, damit er seine Ziele erreicht (Jesaja 55:8-11). Wenn Gott etwas verspricht, können wir uns felsenfest darauf verlassen. Der Name Jehova bürgt dafür.

[Bild auf Seite 13]

ABRAHAM „Vater einer Menge“

[Bild auf Seite 13]

SARA „Fürstin“