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Jehovas Zeugen

Deutsch

Der Wachtturm  |  Februar 2009

Die Bibel hat ihr Leben verändert

Die Bibel hat ihr Leben verändert

  Die Bibel hat ihr Leben verändert

Was veranlasste eine Diamantenschmugglerin und Diebin, ein ehrlicher Mensch zu werden? Was half einer Frau, die zwei Selbstmordversuche unternahm, einen Lebenssinn zu finden? Woher nahm ein Alkohol- und Drogenabhängiger die Kraft, mit seinen Süchten zu brechen? Lassen wir sie einmal erzählen.

KURZPORTRÄT

NAME: MARGARET DEBRUYN

ALTER: 45

LAND: BOTSUANA

VORGESCHICHTE: SCHMUGGLERIN UND DIEBIN

MEINE VERGANGENHEIT: Mein Vater stammte aus Deutschland, war aber nach Südwestafrika (heute Namibia) ausgewandert. Meine Mutter kam aus Botsuana und war vom Stamm der Mangologa. Ich wurde in Gobabis (Namibia) geboren.

In den 1970er-Jahren führte die südafrikanische Regierung in Namibia ein strenges Regiment und setzte in den Städten und auf dem Land die Apartheidgesetze durch. Da meine Eltern unterschiedlicher Hautfarbe waren, wurden sie gedrängt, ihre Ehe aufzulösen. So kam es, dass meine Mutter mit meinen Geschwistern und mir nach Ghansi in Botsuana zurückkehrte.

1979 zog ich nach Lobatse (Botsuana) und wohnte bis zum Ende meiner Ausbildung bei Pflegeeltern. Später fand ich Arbeit im Büro einer Autowerkstatt. Damals war ich überzeugt, dass von Gott keine Hilfe zu erwarten ist und einem eigentlich jedes Mittel recht sein sollte, um für sich und seine Familie zu sorgen.

Am Arbeitsplatz nutzte ich meine Stellung aus, um Ersatzteile zu stehlen. Mit meinen Kumpels sprang ich nachts auf Züge auf, die durch unseren Ort fuhren, und stahl, was nicht niet- und nagelfest war. Außerdem beteiligte ich mich am Diamanten-, Gold- und Bronzeschmuggel. Ich nahm Drogen, wurde immer aggressiver und hatte einen Freund nach dem anderen.

1993 wurde ich beim Stehlen erwischt und verlor meine Arbeit. Meine angeblichen Freunde ließen mich fallen, aus Angst, ebenfalls gefasst zu werden. Tief verletzt beschloss ich, niemand mehr zu trauen.

WIE DIE BIBEL MEIN LEBEN VERÄNDERT HAT: Im Jahr darauf lernte ich Tim und Virginia kennen, zwei Missionare der Zeugen Jehovas. Sie suchten mich an meiner neuen Arbeitsstelle  auf und zeigten mir jeweils in der Mittagspause einiges aus der Bibel. Später hatte ich mehr Vertrauen zu ihnen und lud sie für die Bibelbetrachtung zu mir nach Hause ein.

Mir wurde bald bewusst, dass ich in meinem Leben so manches ändern musste, um Gott zu gefallen. Wie ich aus 1. Korinther 6:9, 10 erfuhr, werden „weder Hurer . . . noch Diebe noch Habgierige noch Trunkenbolde noch Schmäher noch Erpresser . . . Gottes Königreich erben“. Deshalb legte ich eine schlechte Angewohnheit nach der anderen ab. Ich hörte auf zu stehlen und brach jeden Kontakt zu den Gangstern ab, mit denen ich aufgewachsen war. Schließlich gab Jehova mir auch die Kraft, mit meinen diversen Liebhabern Schluss zu machen.

WIE ES MEIN LEBEN BEREICHERT HAT: Es ist mir alles andere als leichtgefallen, mein Temperament zu zügeln und meine Kinder nicht mehr anzuschreien, wenn mal etwas danebenging (Epheser 4:31). Heute bemühe ich mich, so etwas ganz ruhig anzusprechen. Damit erreiche ich auch, was ich will, und stärke gleichzeitig unser Verhältnis zueinander.

Frühere Freunde und sogar meine Nachbarn haben inzwischen erkannt, dass sie mir vertrauen können. Am Arbeitsplatz bin ich als ehrlich und vertrauenswürdig bekannt, als jemand, der mit Waren und Geld gewissenhaft umgeht. Deshalb kann ich nicht nur selbst für den Unterhalt sorgen, sondern habe auch noch viel Zeit, mit anderen über die Bibel zu sprechen. Von ganzem Herzen stimme ich den Worten in Sprüche 10:22 zu: „Der Segen Jehovas — er macht reich, und keinen Schmerz fügt er ihm hinzu.“

KURZPORTRÄT

NAME: GLORIA ELIZARRARÁS DE CHOPERENA

ALTER: 37

LAND: MEXIKO

VORGESCHICHTE: ZWEI SELBSTMORDVERSUCHE

MEINE VERGANGENHEIT: Ich wuchs in einem wohlhabenden Viertel von Naucalpan (Mexiko) auf. Schon als Jugendliche war ich sehr aufsässig und ein echtes Partygirl. Mit 12 begann ich zu rauchen, mit 14 zu trinken und mit 16 nahm ich Drogen. Ein paar Jahre später zog ich von zu Hause aus. Die meisten meiner Freunde stammten aus Problemfamilien und waren entweder körperlich oder verbal misshandelt worden. Das Leben kam mir so sinnlos vor, dass ich zwei Selbstmordversuche unternahm.

Mit 19 arbeitete ich als Model. Dadurch hatte ich Umgang mit Leuten aus der Politik und dem Showbusiness. Schließlich heiratete ich und bekam Kinder; die Entscheidungen für unsere Familie traf aber immer noch ich. Außerdem konnte ich nicht von Tabak und Alkohol lassen und führte ein total hektisches Leben. Ich bediente mich einer ziemlich vulgären Sprache und erzählte gern schmutzige Witze. Zudem war ich äußerst launisch.

Die meisten meiner Freunde und Bekannten pflegten einen ähnlichen Lebensstil. In ihren Augen hatte ich alles, was man sich nur wünschen konnte. Doch mir kam mein Leben immer noch sinnlos und leer vor.

WIE DIE BIBEL MEIN LEBEN VERÄNDERT HAT: Ab 1998 lernte ich durch Jehovas Zeugen  die Bibel näher kennen. Was ich dabei nicht alles erfuhr: Das Leben hat tatsächlich einen Sinn! Denn Jehova Gott wird auf der Erde wieder paradiesische Verhältnisse herstellen und die Toten auferwecken! Und mir bot sich die Chance, diese wunderbare Zukunft zu erleben.

Außerdem verstand ich, wie man seine Liebe zu Gott beweist: indem man ihm gehorcht (1. Johannes 5:3). Das fiel mir anfangs ziemlich schwer, denn ich hatte mir noch nie von irgendjemand etwas sagen lassen. Doch schließlich sah ich ein, dass es zu nichts führen würde, immer nur meinen Kopf durchzusetzen (Jeremia 10:23). Ich bat Jehova, mich anzuleiten, mein Leben nach seinen Maßstäben auszurichten, und mir zu helfen, meine Kinder davor zu bewahren, die gleichen Fehler zu machen wie ich.

Es war ein echter Kampf für mich, die nötigen Änderungen vorzunehmen, aber ich begann das umzusetzen, wozu in Epheser 4:22-24 aufgefordert wird: „Dass ihr die alte Persönlichkeit ablegen sollt, die eurem früheren Wandel entspricht . . ., und die neue Persönlichkeit anziehen sollt, die nach Gottes Willen in wahrer Gerechtigkeit und Loyalität geschaffen worden ist.“ Die neue Persönlichkeit anzuziehen bedeutete für mich, schädliche Gewohnheiten wie das Rauchen aufzugeben und mir meine obszöne Sprache abzugewöhnen. Ich brauchte fast drei Jahre, bis ich so weit war, dass ich mich als eine Zeugin Jehovas taufen lassen konnte.

Außerdem nahm ich jetzt meine Rolle als Ehefrau und Mutter ernst. Ich beherzigte, was in 1. Petrus 3:1, 2 gesagt wird: „Ihr Frauen, seid den eigenen Männern untertan, damit sie, wenn irgendwelche dem Wort ungehorsam sind, durch den Wandel ihrer Frauen ohne ein Wort gewonnen werden mögen, weil sie Augenzeugen eures keuschen Wandels, verbunden mit tiefem Respekt, gewesen sind.“

WIE ES MEIN LEBEN BEREICHERT HAT: Ich bin Jehova so dankbar, zu wissen, dass das Leben doch einen Sinn hat. Aus mir ist ein viel besserer Mensch geworden und ich kann meine Kinder vernünftig erziehen. Ab und zu plagt mich noch mein Gewissen wegen meiner Vergangenheit, aber Jehova kennt ja mein Herz (1. Johannes 3:19, 20). Nach biblischen Maßstäben zu leben hat mich zweifellos vor vielem bewahrt und mir inneren Frieden geschenkt.

KURZPORTRÄT

NAME: JAILSON CORREA DE OLIVEIRA

ALTER: 33

LAND: BRASILIEN

VORGESCHICHTE: ALKOHOL- UND DROGENABHÄNGIG

MEINE VERGANGENHEIT: Ich wurde in Bagé geboren, einer brasilianischen Stadt mit etwa 100 000 Einwohnern, die an der Grenze zwischen Brasilien und Uruguay liegt. Ackerbau und Viehzucht waren die Haupterwerbszweige. Ich wuchs in einem Armenviertel auf, das von gewalttätigen Banden terrorisiert wurde und in dem viele junge Leute alkohol- oder drogensüchtig waren.

Nach meiner Schulzeit begann ich zu trinken, Marihuana zu rauchen und Heavy Metal zu hören. An Gott konnte ich nicht glauben. All das Leid und das Chaos in der Welt bewiesen doch, dass es ihn nicht gab.

 Ich war Gitarrist und Songschreiber; Inspirationen für meine Lieder holte ich mir des Öfteren aus dem Bibelbuch Offenbarung. Meine Band hatte aber nicht den erhofften Erfolg. Frustriert nahm ich immer häufiger harte Drogen. Mir war es egal, ob ich an einer Überdosis sterben würde. Viele der Musiker, die ich verehrte, hatten so ihr Ende gefunden.

Von meiner Großmutter, die mich aufgezogen hatte, lieh ich mir ständig Geld für Drogen. Wenn sie fragte, wofür ich das Geld brauchte, log ich ihr etwas vor. Zu allem Überfluss befasste ich mich auch noch mit Okkultismus. Die schwarze Magie zog mich in ihren Bann, da ich glaubte, ich könnte mit ihrer Hilfe besser komponieren.

WIE DIE BIBEL MEIN LEBEN VERÄNDERT HAT: Doch dann begann ich, die Bibel zu studieren und die Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas zu besuchen. Allmählich besserte sich meine innere Verfassung. Ich bekam wieder Lebensmut und wollte glücklich werden. Mir ging es so gut, dass ich beschloss, mir die langen Haare abzuschneiden, die ich mir als Zeichen meiner Protesthaltung hatte wachsen lassen. Schließlich wurde mir bewusst, dass ich das unmäßige Trinken, die Drogen und das Rauchen sein lassen musste, wenn ich Gott gefallen wollte. Auch an meinem Musikgeschmack musste sich etwas ändern.

Bei meinem ersten Zusammenkunftsbesuch fiel mir an einer Wand ein Bibeltext auf. Er war aus Sprüche 3:5, 6 und lautete: „Vertraue auf Jehova mit deinem ganzen Herzen, und stütze dich nicht auf deinen eigenen Verstand. Beachte ihn auf all deinen Wegen, und er selbst wird deine Pfade gerademachen.“ Als ich über den Text nachdachte, wurde mir klar, dass Jehova mir dabei helfen wollte, mein Leben neu zu ordnen. Ich musste mir nur helfen lassen.

Meinen eingefleischten Lebensstil zu ändern und mit den Drogen aufzuhören kam mir allerdings vor, als müsste ich mir selbst die Hand abhacken (Matthäus 18:8, 9). Mich allmählich ändern zu wollen würde bei mir nicht funktionieren, soviel wusste ich. Deshalb brach ich von heute auf morgen mit sämtlichen schlechten Gewohnheiten. Um nicht wieder in meine frühere selbstzerstörerische Lebensweise zurückzufallen, mied ich auch alle Orte und Personen, die damit zu tun hatten.

Ich lernte es, auf die täglichen kleinen Erfolge stolz zu sein, statt mich von vorübergehenden Enttäuschungen niederreißen zu lassen. Mir wurde bewusst, wie großartig es ist, Gott so anzubeten, wie er es wünscht, und ihm durch körperliche und sittliche Reinheit zu gefallen. Ich bat Jehova, mir zu helfen, nicht über meine Vergangenheit nachzugrübeln, sondern nach vorn zu schauen. Rückfälle blieben zwar nicht aus, aber selbst dann bestand ich darauf, dass mein Bibelstudium stattfand, auch wenn ich dabei manchmal noch ziemlich verkatert war.

Die biblische Wahrheit über Gott — wozu gehört, dass er an uns persönlich Interesse hat, die falsche Religion beseitigen wird und heute hinter einem weltweiten Verkündigungswerk steht — erschien mir logisch (Matthäus 7:21-23; 24:14; 1. Petrus 5:6, 7). Alles, was ich lernte, passte zusammen wie die Teile eines Puzzles. Nach einiger Zeit beschloss ich, mich Gott hinzugeben. Ich wollte ihm zeigen, wie dankbar ich für all das war, was er für mich getan hatte.

WIE ES MEIN LEBEN BEREICHERT HAT: Heute hat mein Leben Sinn und Zweck (Prediger 12:13). Und statt von meiner Familie immer nur zu nehmen, konnte ich ihr sogar einiges zurückgeben. Meiner Großmutter erzählte ich von den guten Dingen, die ich aus der Bibel erfuhr, und sie dient mittlerweile ebenfalls Jehova — wie übrigens noch andere aus meiner Familie und ein Mitglied meiner früheren Band.

Inzwischen bin ich verheiratet und setze zusammen mit meiner Frau viel Zeit dafür ein, anderen die Bibel näherzubringen. Ich habe gelernt, mit meinem ganzem Herzen auf Jehova zu vertrauen, und bin dafür reich belohnt worden.

[Herausgestellter Text auf Seite 29]

„Ich bekam wieder Lebensmut und wollte glücklich werden“